K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Archive for Juni 2009

Celler de Capcanes in der FAZ vom 28.06.2009

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 29 Juni 2009

Mit dem Rabbi an die Spitze

Koscherer Wein: Peraj Ha'abib

Koscherer Wein: Peraj Ha'abib

 

Ein katholisches Bergdorf, die jüdische Gemeinde von Barcelona und ein deutscher Kellermeister: die katalanische Winzerkooperative „Celler de Capcanes“ hat ihren Aufstieg zu einem der angesehensten Weinproduzenten einem bemerkenswerten Zufall zu verdanken.

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Capcanes in der FAZ vom 28.06.2009

Alle Weine von Capcanes bei K&M

Weitere Artikel auf unserem Blog zu Capcanes
Artikel zum Rotwein Mas Donis auf unserem Blog

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RendezVino „Sommerweine“ bei K&M Gutsweine

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 25 Juni 2009

K&M Gutsweine lädt vor der Veranstaltungs-Sommerpause noch einmal zu einer RendezVino ein. Für Donnerstag, den 2. Juli 2009  haben wir 30 Grad und strahlenden Sonnenschein beim Wettergott bestellt, damit Ihnen unsere Auswahl an frischen, spritzigen Sommerweinen noch mehr Spaß beim Probieren bereitet. Ab 17.00 -21.00 Uhr stehen wir parat, aus der Küche gibt es wieder Fingerfood, jetzt müssen nur noch Sie gute Laune mitbringen. Genießen Sie den Feierabend bei u.a.folgenden Weinen:

2008 Verdejo Rueda DO Bodegas Monteabellon
Der Siegerwein der Rueda Weißwein-Verkostung des Genussmagazins DER FEINSCHMECKER Juni 2009. Unbedingt probieren!

2008 Riesling * (1 Stern) trocken Weingut Alexander Laible
Der Einstieg in die Laible-Welt.  Bereits beim Einstiegsriesling zeigt sich die große Klasse dieses bereits hochdekorierten, aber immer auf dem Boden gebliebenen Jungwinzers. Mit geradeeinmal 30 Jahren gehört Alexander Laible die Zukunft. Herrlich animierender, ja satter Duft nach reifem Pfirsich, dazu etwas Limette mit kühler, mineralischer Prägung. Am Gaumen ungemein knackig und saftig, im Abgang blitzt wieder die herrliche mineralische Frische auf. Faszinierend frischer und nachhaltiger Riesling, Exzellent!

2008 Corbieres AOC Rosé „Esprit de Grain“
Viele Menschen gehen beim Wort Rosé immer noch in Deckung. Warum eigentlich? Für einen Rosé legt sich der Winzer genauso, wenn nicht sogar stärker „ins Zeug“ , wie bei seinen anderen Weiß-oder Rotweinen. Kann es nach einem stressigen Tag im Büro, auf dem Bau oder in der Uni etwas schöneres geben, als es sich – wo auch immer – bequem zu machen, den Korkenzieher aus der Schublade zu holen und sich ein frisches, kaltes Glas Rosé einzuschenken? Wunderbar trinkanimierender, saftiger Rosé par excellence, die Farbe zart rosa, die Frucht Himbeere und rote Johannisbeere, mineralisch, dezente Kräuterwürze (Thymian) ein Rosé, wie er sein sollte, Terrassenwein, Sommerwein, absolut lecker!

P.S. bei uns bei Abholung nur 5,90 €/Flasche im 6er Karton, der Kollege Kössler in Nürnberg ruft stolze 8,50 € auf!

Schon sehnsüchtig von Ihnen erwartet:
2008 Vinho Verde „Tia Chica“ Casa de Sezim
TiaChica_blog
Überraschung gelungen! Zuerst dachten wir an eine Falschlieferung, denn die Marketingabteilung von Sezim hat uns mit einem neuen Etikett überrascht. Da macht jetzt ab sofort nicht nur das Trinken dieses 9,5% Alk. leichten Weissweines Spaß, nein auch das Auge erfreut sich an moderner Kunst.

Ein herrlich mineralischer und leichter Vinho Verde aus kleinem (aber feinem) Hause.
Vinho Verde, im Nordosten der Region Minho gelegenes Anbaugebiet, bezieht seinen Namen von der immergrünen, regenreichen Landschaft. Granitböden, feuchtkühles Klima und die spezielle Erziehung der Reben (Pergola), ergeben eine außergewöhnliche Spezialität: duftige, spritzige Weißweine aus autochthonen Rebsorten wie Loureiro und Trajadura. Weine mit herrlich frischen Noten von Zitronengras, Apfel und Limetten, dezent mineralisch, perlend und sehr erfrischend. Jahr für Jahr einer der besten Vinho Verde, wie auch der Weinjournalist Mario Scheuermann bestätigt: „Der Casa de Sezim, eine Cuvée aus 45% Loureiro, 35% Trejadura, 15% Arinto, 5% Azal Branco, ist einer der besten Weine aus dieser Region, die ich kenne.

Neben diesen vier näher beschriebenen Weinen werden wir natürlich noch ca. 6 weitere Weine öffnen, lassen Sie sich überraschen.

Kommen Sie einfach zwischen 17-21.00 Uhr vorbei, wann Sie möchten, es ist keinen Anmeldung notwendig.

Für die Probe berechenn wir Ihnen 5,- €, die Sie ab einem Einkauf von 35 € wieder zurückerhalten

Auf Ihren Besuch freuen sich

Bernd Klingenbrunn & Armin Maurer

K&M Gutsweine
Klingenbrunn & Maurer GbR
Inhaber: Bernd Klingenbrunn & Armin Maurer
Hamburger Allee 37
60486 Frankfurt am Main

 

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Theo Minges: Platz 1 für 2007 Grauburgunder Spätlese trocken „Muschelkalk“

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 24 Juni 2009

 Platz 1 im Feinschmecker Juli 2009:

Feinschmecker_Muschelkalk

 

Die Jury meint: Prototypisch ist der „vom Muschelkalk“ – opulente Nase mit nussigen Tönen, sowie eine feste, intensive Gaumenstruktur von großer Nachhaltigkeit.

Großes Gefallen fand die FEINSCHMECKER – Jury an den typischen Weißweinen der Sorte. Drei hochwertige Stiltypen haben wir entdeckt – Typen, die allesamt mit herkömmlichen Bild des Pinot grigio so gut wie gar nichts gemein haben.

Typus 1: die Weine dieser Gruppe sind kernig und präzise. Ihre betonte Frische greift zwar ein Element des Pinot-grigio-Klischees auf, dennoch ergänzen sie ihren diszilinierten Gaumenauftritt mit einer aromatischen Komplexität von ausschweifender Art. 

 

Mehr Info´s und zur Bestellung

Alle Weine von Theo Minges bei K&M

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Kopfschmerzen und Wein: böser Bube Schwefel ?

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 24 Juni 2009

Schwefel im Wein –  Mehr Geschmack wagen

Schwefel im Wein verursacht Kopfschmerzen, heißt es zu Unrecht – aber womöglich ist das Element ein Aromen-Killer

 

Der Schwefel hat es schwer; sein Ruf ist der eines bösen Buben auf der Liste der chemischen Elemente. Alles, was mit Schwefel im Bunde steht, gilt buchstäblich als anrüchig. Sicher hat das schlechte Image auch damit zu tun, das Schwefel kulturhistorisch vorbelastet ist. Am Ende aller Tage wird der Teufel laut biblischer Offenbarung in einen Pfuhl von Feuer und Schwefel geworfen. Nach den Exegesen des heiligen Bonaventura füllt der Gestank von brennendem Schwefel die ganze Hölle. Und aus den Märchen wissen wir, dass der Teufel regelmäßig eine Wolke übelriechenden Schwefels hinter sich herzieht.

Mit solchen Vorgaben gewinnt man keine Freunde, schon gar nicht, wenn es um die Präsenz von Schwefel in Wein geht. „Von geschwefeltem Wein bekommt man Kopfschmerzen“, geschwefelter Wein kann kein guter Wein sein“, „nur die schlechten Winzer schwefeln ihren Wein“ – es kursieren viele solcher negativer Zuschreibungen und Gerüchte, die gewiss nicht alle an den Haaren herbeigezogen sind. Aber das Bild ließe sich auch umdrehen, wenn man den Erklärungen des Breisacher Önologen Fermentationstechnologen Carsten Heinemeyer folgt. „Die Wirkungsweisen von Schwefel sind erstens Oxidationsschutz, zweitens mikrobieller Schutz, also der Schutz vor Bakterien und Schimmelpilzen, und drittens hilft er beim Abbinden von Gärnebenprodukten.“ So gesehen, wirkt der Schwefel geradezu wie ein Schutzschirm für den Wein.

Um was geht es genau? Um Schwefel in elementarer Form jedenfalls nicht. In dieser Verfassung verströmt er tatsächlich einen ätzenden Geruch. Nein, es hegt um Schwefeldioxid (SO2), das sich in Verbindung mit Flüssigkeit zu schwefeliger Säure (H2SO3) löst. „Wir haben es mit einem biochemischen Reaktionsprodukt zu tun, aber das ist den meisten Menschen gar nicht bewusst“, ergänzt Heinemeyer.

Als Konservierungsmittel im Lebensmittelbereich hat die schwefelige Säure eine lange Tradition – vor allem beim Wein. Denn sie ist wohl das effektivste Mittel, Traubenmost auf dem Weg zum Wein vor starker Oxidation und damit vor einem der schädlichsten Einflüsse zu schützen. Zu schnell läßt der Kontakt mit Sauerstoff frischen Wein in Farbe und Geschmack buchstäblich alt aussehen. Aber nicht nur zu viel Sauerstoff ist unerwünscht, sondern auch die Reaktion mit unverträglichen Mikroorganismen, die das Geschmacksbild des Weines negativ beeinflussen. Junger Wein ist eben ein Sensibelchen, der viel Schutz braucht, um zum Wohle des Verbrauchers zu gedeihen. Und schwefelige Säure leistet die erforderliche Protektion.

Warum ist sie dann so schlecht beleumundet? Es ist wohl das nicht aus der Welt zu schaffende Vorurteil vom Kopfschmerz, der ihr angelastet wird. Fortschrittliche Winzer, die sich intensiv mit den biochemischen Hintergründen ihres Gewerbes auseinandersetzen, arbeiten längst dagegen an. „Man kriegt in der Regel nicht Kopfschmerz von zu viel Schwefel, sondern von zu viel Alkohol“, bringt es Volker Raumland aus Flörsheim in Rheinhessen auf einen volkstümlichen Nenner. Carsten Heinemeyer, der Önologe, differenziert da schon genauer, auch wenn es fast schon provokativ klingt, wenn er sagt: „Es ist eher der Wein, der zu niedrig geschwefelt ist, der Kopfschmerz verursacht.“ Heinemeyer verweist auf die Gärnebenprodukte, von denen vor allem Acetaldehyd als die eigentliche Ursache von Kopfschmerzen identifiziert ist. „Acetaldehyd muss abgebunden werden. Und zwar durch die Zugabe von schwefeliger Säure. Erst wenn das nicht geschehe, entstehen Kopfschmerzen. Das kann jeder beim Federweißen erleben, der ja ein reiner, noch gärender Wein ohne Zusatz von SO2 ist. Und Federweißer bedeutet immer hohe Kopfschmerzgefahr.“

 Natürlich, und das räumt auch Heinemeyer ein, ist schwefelige Säure nicht die reine Unschuld. Bei höheren Dosen ist sie als leicht stechender Geruch wahrnehmbar; auch allergische Reaktionen sind möglich, allerdings bei einer Dosierung, wie sie heute im oberen Qualitätsdrittel nicht mehr üblich ist. Das hat auch mit der Änderung der Weinkultur im Ganzen zu tun, bei der sich erst in den vergangenen zwanzig bis dreißig Jahren der Konsum hin zu immer trockeneren Weinen verschoben hat. Restsüße Weine bedürfen wegen des noch vorhandenen Zuckers nämlich mehr schwefeliger Säure. „Zudem hat sich die Kellertechnik stark verbessert. Durch neue Filtrationsmethoden werden Keime sicher abgetrennt“, ergänzt Heinemeyer

Da stellt sich dann die Frage, warum viele Winzer überhaupt an der weiteren Reduktion von Schwefel arbeiten. Volker Raumland aus Rheinhessen etwa, als Sekterzeuger einer der angesehensten im Land, gehört zu ihnen. Auch er verdammt den Schwefel nicht; der gesundheitliche Aspekt war nicht der Grund für seine Experimente. Angefangen hatte alles mit der Grundüberlegung, ob die bei höherwertigen Weinen landläufig gültige Standardmenge von 50 mg freier schwefeliger Säure als Oxidationsschutz ein unumstößliches Gesetz ist. Raumland stellte bald fest, das er diese Dosis locker unterschreiten kann, ohne dabei größere Risiken einzugehen.  „Dann habe ich gemerkt, das es sich eigentlich genau umgekehrt verhält, das meine Weine und Sekte nämlich negativ reagierten, wenn wir sie mit der klassischen Menge SO2 ausstatteten. Sie wurden in ihrer Entwicklung blockiert oder zurückgeworfen“

Raumland spricht von Aromastoffen und dem Bouquet, die er durch zu hohe SO2-Mengen als maskiert oder in ihrer Entfaltung blockiert empfindet. So hat er festgestellt, das maximale Sorgfalt bei der Behandlung der Trauben von der Ernte an auf ganz natürliche Weise hilft, SO2 zu sparen. Handlese, Aussortieren angefaulter Trauben sowie schnelle Verarbeitung sind für ihn gleichbedeutend mit einem geringeren Bedarf an schwefeliger Säure. Auch sind eine langsam Gärung unter Vermeidung von Sauerstoffeinfluss sowie der biologische Säureabbau hilfreich, weil beim Umbau der Apfel- in Milchsäure auf natürliche Weise größerer Mengen Acetaldehyd abgebunden werden.

Viele seiner Kollegen hätten diese Chance aber noch gar nicht erkannt, gibt Raumland zu bedenken. Er muss es wissen, denn in seinem Nebenjob als Lohnversekter wandelt er auch die Grundweine anderer Winzer in Schaumwein um. „Ich bin aufgrund der angelieferten Grundweine dann häufig gezwungen, dass Doppelte und Dreifache an SO2 zuzugeben,  als ich selbst verwende. Wenn die Kollegen dann auf dem Papier lesen, dass ich mit so wenig auskomme, sagen sie oft: „Der Raumland hat nicht genug geschwefelt“. Daran merkt man, wie statisch das Denken über SO2 immer noch ist“. 

Ein Geistesverwandter von Raumland ist Stephane Tissot, der in der Nähe der Jura-Weinkapitale Arbois die „Domaine Andre Tissot“ bewirtschaftet. Weit über das Jura hinaus gilt er als einer der großen Querdenker im Land, auch, weil er einige Cuvées gänzlich ohne Schwefelzusatz vinifiziert. Und zwar mit dem Ziel, eine längere alkoholische Gärung in Gang zu setzen, für die er ausgerechnet das sucht, was die meisten anderen Winzer vermeiden wollen, nämlich eine Vielzahl aktiver Hefen. „Es gibt viele Hefen, die den Schwefel nicht vertragen. Wenn sie darauf verzichten, entsteht viel mehr Konkurrenz unter den Hefen, und die Gärung dauert sehr viel länger“
Eine längere Gärung kann deshalb sinnvoll sein, weil sie dem Most mehr Inhaltsstoffe entzieht. „Ich bin sicher, dass meine Weine deshalb besonders komplex sind“ In der Tat: Was Tissot aus der allgemein wenig geschätzten Rebsorte Poulsard an Substanz, Tiefe und geschmacklicher Länge herausholt, ist beachtlich.

Damit ist ein anderer wichtiger Punkt. Es kommt nämlich nicht zuletzt auch auf die Rebsorte an, weil es Trauben gibt, die sehr sauerstoffaktiv sind, und solche, die einen natürlichen Sauerstoffpuffer haben – wie eben die Poulsard-Traube. Das gilt auch für die Syrah-Traube, weswegen im Rhône-Tal die schwefellosen Experimente am weitesten fortgeschritten sind. Bei der Edeltraube Pinot Noir dagegen sind natürliche Grenzen gesetzt. „Pinot Noir“, so bestätigt Carsten  Heinemeyer, „ist extrem oxidationsanfällig. Sie bekommt dann diese Orangetöne, und das Aroma ist schnell verschwunden. Die beliebte Kirschnote, wie sie in Burgund so oft zu finden ist, kommt daher, dass nicht zu knapp mit SO2 dosiert wird.

Aber wie steht es um das Entwicklungspotential SO2-armer Weine? Wie stabil sind sie bei mehrjähriger Lagerung? Stephane Tissot ist der Auffassung, dass seine Poulsards einen langen Atem haben, und prognostiziert mehr als 10-15 Jahre Lebenszeit. Sein Optimismus ist durch einen kleinen Kniff gestützt, der eigentlich schon seit langem bekannt ist: die Flaschen werden vor der Abfüllung mit Kohlensäure gespült, um einen zusätzlichen Schutz vor zu schneller Oxidation zu erhalten. Nur: Benötigt Wein zur Reifung nicht doch auch die Reaktion mit Sauerstoff? Ist nicht immer wieder von der unentbehrlichen Mikrooxidation die Rede, welche hochwertigen Weinen überhaupt erst zu der gewünschten Reifung verhelfe? „Eine kleine Oxidation findet immer statt, die den Wein sich sehr langsam entwickeln läßt“ , behauptet Tissot, der seine Weine längst mit dem Vermerk „Ohne Zugabe von Schwefel“ auf den Etiketten versieht. Als Werbeeffekt will er das aber nicht gedeutet wissen: „Die Leute, die zu mir kommen, kaufen den Poulsard nicht, weil er ohne SO2 Zugabe ist, sondern wegen des Geschmacks.“

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 22.2.2009 Artikel von Martin Maria Schwarz

Schwefelgehalt in Weinen:
EU-Richtlinien für den Gesamt-Schwefelgehalt

Weiß- und Roséwein
weniger als 5 g Restzucker 210 mg/l
mehr als 5 g Restzucker 260 mg/l

Rotwein
weniger als 5g Restzucker: 160 mg/l
 mehr als 5g Restzucker: 210 mg/l

Die Schwefelung wird seit Inkrafttreten der Richtlinie 2003/89/EG im November 2005 auf dem Etikett durch den Vermerk „Enthält Sulfite“ gekennzeichnet.
Der Schwefelgehalt im Wein wird in „Schwefel total“ und „Schwefel frei“ angegeben.

„Schwefel total“ setzt sich aus freiem, flüchtigem Schwefel und Schwefel, der im Wein gebunden ist, zusammen.
Unter „freiem Schwefel“ versteht man die Summe von Schwefeldioxid (SO2), schwefeliger Säure (H2SO3), Hydrogensulfit (HSO3) und Sulfitverbindungen. Bei der gebundenen Form, die ca. 80% im Wein ausmacht, ist die schwefelige Säure an Acetalaldehyd oder Glucose gebunden. Schwefelige Säure wird auch von den Hefen bei der Gärung gebildet, liegt deshalb in allen Weinen in geringen Konzentrationen (bis zu 30 mg SO2/l) obligatorisch vor.

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Mas Donis – outstanding of quality and value for money

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 24 Juni 2009

Webseite Jancis Robinson

Webseite Jancis Robinson

 

Five years ago, Jancis made the Mas Collet 2001 her wine of the week. My choice this week is an indication of the outstanding consistency of quality and value for money represented by the wines from Celler Capçanes, a co-operative established in 1933 in the Montsant DO in Catalunya, north-east Spain. Montsant produces wines similar in style to those of Priorat but generally at lower prices. Celler Capçanes‚ excellent website (in a choice of Catalan, Castilian and English) gives details of the history of the company, pointing surprisingly to the production of a kosher wine in 1995, and the new facilities required so to do, as the turning point in wine quality.

The blend seems to vary little from year to year; in 2005 it’s 35% bush-vine Garnacha, 25% Tempranillo, 25% bush-vine Cariñena and 15% Cabernet Sauvignon, grown on alluvial and slate soils at 150-450 m above sea level at yields of 40-50 hl/ha.

Among the recently tasted Waitrose bargains, this wine stood out for its combination of intense, sweet dark fruit, firm structure and lovely freshness. But it’s far more than a fruit bomb; there’s a savoury sour cherry tang on the finish and the slight sweetness added by the oak spice morphs into a more complex meaty flavour on the palate, thanks to the extra time this wine has been allowed in bottle – unusual for a wine at this price. 

The winemaking is straightforward: each variety is fermented separately at 26-29°C in stainless-steel tanks, followed by malolactic conversion, then nine months in French and American oak, some new barrels but others up to five years old (light and medium toast). After blending, the wine spends six months in tank before bottling for the components to marry.

This is seriously good value for money. Perfect for drinking this minute but you could probably hang on to it for at least another year or two.

Bei K&M ist der hier besprochene 2005er leider schon lange ausverkauft, aktuell können wir Ihnen den 2006er anbieten.

2006 Mas Donis

Alle Weine von Capcanes

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Kulinarisches aus Baden – das Lamm in Muggensturm

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 22 Juni 2009

Auf der badischen Weinmesse in Offenburg im Mai kam ich mit unserem Winzer Alexander Laible ins Gespräch, wo man denn im Murgtal g´scheit essen kann. G´scheit bedeutet bei mir, Niveau von (angehender) Sterneküche zu bezahlbaren Preisen. Er empfahl mir daraufhin das Lamm in Muggensturm.  Muggensturm?? Nie gehört?? DaNn fahren Sie die  A5 hinab und biegen an der Ausfahrt Rastatt ab, von dort sind es noch 5 Minuten.

 

Restaurant Lamm (Muggensturm)

Restaurant Lamm (Muggensturm)

 

Es war ein lauer Vorsommerabend und so konnten wir die reservierten Plätze im Garten auch nutzen. Dort ist man bestens ausgestattet, man sitzt ungemein bequem in stabilen Holz-Gartenstühlen, in dem einem auch nach 2-3 Stunden fröhlichen Schmausens nichts drückt und schmerzt. Mit Mitinhaber Marco Wittmann, der im Service tätig und für die Weinauswahl zuständig ist, unterhielten wir uns prächtig, auch er scheint bei seiner Weinauswahl eher auf die Mischung gut und individuell statt altbekannt und langweilig zu setzen, jedenfalls liest sich die sehr umfangreiche Weinkarte so.

Vorne weg gab es einen exzellenten Winzerchampagner, dessen Name mir aber leider entfallen ist, der mir aber ausgesprochen gut gefallen hat. Da zeigt sich wieder einmal, dass es keinen großen Namen braucht, um Genuß zu bereiten. Wer will schon immer wieder die gleichen, langweiligen Markenchampagner ala Moet oder Lanson blubbern.  

Es gibt 6 verschiedene Menüs zu attraktiven Preisen, hier kann Mitinhaber und Küchenchef Dietmar Sawall seine ganze Kreativität in die Wagschaale werfen und das ist ihm bei unseren Menüs äußerst gut gelungen.

 

 

 

 

Brunnenkressesuppe mit Zanderklöschen
frische, grüne Note mit luftigen Zanderklöschen

Mediterrane Fischsuppe mit Garnelen, Meeresfischen und Grünschalenmuscheln
man fühlt sich ob der tollen roten Farbe gedanklich irgendwo im Mittelmeerraum, Marseille vielleicht. Der Fisch fest und saftig, leichte Pikanz, Hauch Knoblauch. Sehr gut!

Spaghettini an Safransauce mit gebratenen Jacobsmuscheln
Safran und Jacobsmuscheln harmonisch wie einst Uwe Bein und Antony Yeboah bei der Frankfurter Eintracht. Am Ende wurde der Rest an Sauce gedippt.

Duo von Jacobsmuscheln und Riesengarnelen mit gebratenem Speck & Safran-Graupenrisotto
Auch hier perfekt gegart, als Spieß angerichtet, der Speck sehr dezent. Graupen scheinen derzeit eine Renaissance zu erleben, ich liebe dieses gnubbelige Getreide, hatte viel Biss und Geschmack.

Duo von Steinbutt & Garnelen auf Ragout von grünem Spargel und Sauce beurre
Barbara war es etwas zu viel Sauce, etwas zu mächtig, geschmacklich aber wiederum sehr gut, der Schreiber hat probiert.

In Olivenbrot paniertes Steinbuttfilet mit pikantem Kartoffelsalat
Der Kartoffelsalat hätte von mir sein können, so liebe ich ihn, klassisch-puristisch. Dazu ein glasiges Steinbuttfilet mit crispy-crunchy Außenhülle.

Die Menüs lagen preislich bei 47 € bzw. 43 € exklusive Wein.

Beide Menü begleitete ein 2008er Grauburgunder QbA trocken von Ewald Kopp aus Sinzheim. (Flasche zu 25,- €) Der Wein besitzt eine gewisse Fülle, drängte sich während des ganzen Menüs nicht in den Vordergrund, sondern unterstrich die Gerichte hauchzart. Ich hätte mir bei diesem Wein etwas mehr Frische gewünscht, auch vielleicht den ein oder anderen „Kampf“ mit dem Gericht, um diesem oder gar dem Wein neue Facetten zu entlocken.

Die Dessertkarte klang ebenfalls sehr verlockend, diese heben wir uns für den nächsten Besuch auf.

Öffnungszeiten
11.30 Uhr bis 14.00 Uhr
ab 17.30 Uhr
Dienstag: Ruhetag

Restaurant „Zum Lamm“
Hauptstraße 24
76461 Muggensturm
Fon: 07222/52005
Fax: 07222/52006

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Agriturismo Cascina San´t Eufemia – Impressionen aus dem Piemont

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 21 Juni 2009

Im Juni waren wir einige Tage zu Gast bei Chiara Andreis und ihrem Mann Paolo, an einem der herrlichsten Flecken Erde, im Piemont.

Info´s :
Cascina San´t Eufemia
http://www.cascinasanteufemia.it

 

Chiara und Paolo

Chiara und Paolo

der Blick von unserer Terrasse

der Blick von unserer Terrasse

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Haupthaus und Galerie (open-air Frühstück)

Haupthaus und Galerie (open-air Frühstück)

die Terrasse - der Sommer kann kommen

die Terrasse - der Sommer kann kommen

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Katzenwäsche - die Linke fremdelt etwas, die rechte will immer gekrault werden

Katzenwäsche - die Linke fremdelt etwas, Joy(rechts) will immer gekrault werden

Gestatten: Dodo, Lieblingsbeschäftigung: tagsüber Siesta!

Gestatten: Dodo, Lieblingsbeschäftigung: tagsüber Siesta!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dodo und Masca: die heimlichen Herrscher des Hofes

Dodo & Masca: die heimlichen Herrscher des Hofes

Ach is des schee!!!

Ach is des schee!!!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
Siesta am Nachmittag!

Siesta am Nachmittag!

 
Was für ein anstrengengendes Leben!

Was für ein anstrengengendes Leben!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Grazie Chiara, grazie Paolo! A presto!

Grazie Chiara, grazie Paolo! A presto!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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Flaschenpost aus dem Piemont – Reisenotizen Juni 2009

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 21 Juni 2009

Reisebericht mit Degustationsnotizen zum Jahrgang 2005 Barolo, Restaurantempfehlungen und eine uneingeschränkt empfehlenswerte Übernachtungsempfehlung mit Wohlfühlatmosphäre.

Nach einem eintägigen Heimatbesuch im badischen Gernsbach ging es am Pfingstmontag los. Nach 7 Stunden Fahrt über leere Autobahnen in Deutschland, der Schweiz und Italien führte uns das GPS über einige Serpentinen sicher ans Ziel, die Cascina Sant´Eufemia in Sinio, etwa 15 Autominuten südöstlich von Alba gelegen.

 

Agriturismo und Weingut Cascina Sant´Eufemia (Sinio)

Agriturismo und Weingut Cascina Sant´Eufemia (Sinio)

 

Von hier oben (etwa 400 m ü.d.M.) hat man einen wunderbaren Ausblick auf die umliegenden Weinberge und Wälder der Region und vorallem viel Ruhe. Bei klarem Wetter ist ein Blick auf die Alpenkette und den Mont Blanc keine Seltenheit.

Blick auf die Alpen

Blick auf die Alpen

Chiara Andreis begrüßt uns sehr herzlich, dazu die beiden Hunde,  und auch eine der beiden Katzen freundet sich ebenfalls recht schnell mit uns an. Auf die Cascina Sant´ Eufemia sind wir in diversen Internet-Weinforen und bei Tripadvisor gestoßen, der sehr herzliche und persönliche Service der beiden Besitzer Chiara und Paolo wurde dabei immer wieder in den höchsten Tönen gelobt. Dazu gab es im Internet sehr schöne Bilder des Anwesens, der Eindruck vor Ort jedoch übertraf diese Erwartungen noch. Ein Kleinod, mit viel Liebe zum Detail ausgebaut, auch unser Zimmer, das Blaue im Erdgeschoß, ganz einfach und sehr geschmackvoll eingerichtet, kurzum: hier muss man sich einfach wohlfühlen.

Nach einem 1-stündigen Plausch mit Espresso, hauseigenen Haselnüßen und Wein planten wir unser Abendessen, Chiara war uns mit einer Reservierung in der Trattoria della Posta in Monforte d´Alba behilflich, nach 10 minütiger Fahrt kamen wir dort an, wie man überhaupt sagen muss, dass die vielen kleineren Restaurants in den umliegenden Gemeinden sehr schnell zu erreichen sind und wunderbare, piemontesische, manchmal sogar langaolische Küche anbieten. Auf die Nase fallen kann man eigentlich nicht.

Empfohlen wurde uns die Trattoria von Weingeist Dieter aus Regensburg, der vor Jahren dort sehr gute Erfahrungen machte, zwischenzeitlich hat wohl der Besitzer gewechselt und Restaurant als Bezeichnung wäre angesichts der erlebten kulinarischen Darbietung eher angebracht, dennoch keine kühle Atmosphäre, sondern Wohlfühlklima.

In unmittelbarer Nähe zu einem neu angelegten Golfplatz gelegen wird wohl auch dieses Klientel angesprochen, was sich auch an den Karossen auf dem Parkplatz festmachen lies. Im Restaurant jedoch wird eine traditionelle, verfeinerte Küche angeboten und es ist keineswegs versnobt.

Wir wählten beide das 6-gängige Menü traditionel für 40 €, dazu gab es  einen 2007er Dolcetto d´Alba von Flavio Roddolo / Cascina Bricco Apiani für sensationelle 12 €. Den Winzer hatte ich nach einem Artikel von Jens Priewe eh auf meiner Liste, er beschrieb Roddolo als eher wortkargen Menschen, der lieber seine Weine sprechen liese . Tiefdunkel rot leuchtet der Wein im Glas, am Anfang noch von etwas ruppigem Tannin irritiert, wurde der Wein über fast 3 Stunden immer runder, blieb aber immer auf der fruchtig-intensiven Seite mit einer schönen, lebendigen Frische .

Vorneweg als Gruß aus der Küche gab es eine Tomatenfocaccia mit Kräutern, sowie eine Nocke Insalata Russia. Als erste Vorspeise folgte eine Carne Crudo (mit dem Messer gehackt), sehr puristisch angemacht, etwas Olivenöl und Pfeffer, den Geschmackskick jedoch gaben einige Brösel eines Käse namens Tondo di Macra. Dieser brachte Würze und eine leichte Nussigkeit ins Gericht. 

Weiter ging es mit einem Vitello Tonnato von der Kalbsnuß, diese war im Salzmantel gegart, die Thunfischsauce war recht intensiv und vorallem gab sie es nur mit einem Klecks und nicht als See auf dem dünn aufgeschnittenen Fleisch.

Als dritte Vorspeise gab es eine mit Salsicce di Bra gefüllte Gemüsezwiebel, überbacken mit einer Art Käsebechamel (der Käse hieß Maruzzano) Tolle Kombination von milder, leicht süßlicher Zwiebel mit der cremigen, nach Leber schmeckenden Wurst.

Es folgten die berühmten dünnen Nudeln, die hausgemachten Tajarin. Tajarin ist piemontesisch und leitet sich ab von Tagliarini (die feingeschnittenen). Es geht um nur millimeterbreite dünne Eierbandnudeln, die typisch sind für die Langhe und das Monferrato. Es gab sie an einem fruchtig-würzigen Ragu vom Kalb. Wenn es auch nur im Rahmen des Menüs eine kleine Portion war, war sie unglaublich intensiv, die feinen Nudeln mit unglaublich viel Biss, sehr geschmackig.

Als Hauptgericht kam eine Stincho di Vitello (eine in Barolo geschmorte Kalbshaxe) auf den Tisch. Die Sauce enorm konzentriert mit viel Stand, sehr intensiv im Geschmack, das Fleisch sehr zart. Dazu  in Butter gebratenes, knackiges Gemüse.

Imponierend dann der Käsegang als Dessert, denn am Nachbartisch war man schneller fertig und der Maitre rollte mit einem der größten Käsewagen durch den Speisesaal, den ich bisher gesehen habe. Darauf eine imposante Auswahl hiesiger aber auch französischer Käsesorten, herrlich gereifte Piemonteser Spezialitäten wie Castelmagno, Bra, Raschera, sehr lange gereifter Gorgonzola dolcce und als Kontrast Honig und Marmellata di Uva Mosta. Mmhhhh.

 

Tag 2

 

Bei strahlend blauem Himmel und 20 Grad frühstücken wir erstmals auf der noch nicht ganz fertiggestellten Galerie (es fehlt noch derEstrich) mit freiem Blick auf die umliegenden Weinberge. In weiter Ferne ragen die schneebedeckten Gipfel der Alpen hervor, ein wunderbares Ensemble schon am frühen Morgen des italienisches Staatsfeiertages. Chiara hat zum Frühstück wunderbar aufgetischt: selbstgebackenen Schokoladen-Erdbeerkuchen, frische Brötchen, dazu Mortadella und Schinken für die Fleischesser, Marmelade von Biopfirsichen. Im Nachbardorf wird Käse produziert und so gab es auch frischen Ziegenkäse, dazu in Olivenöl eingelegte Kräuter. Mit unseren Miturlaubern aus Landshut, die dort die Weinstube zum Achterl betreiben, tauschen wir wieder toskanische Urlaubsgeschichten von früher aus und wir erhalten Restauranttipps. Gegen 11 Uhr machen wir uns dann auf den Weg, Fahrt ins Blaue war angesagt, so fuhren wir nach Alba, in der größten Stadt der Region sollte doch etwas los sein. War es auch, die Europawahlen haben einige Parteien zu Veranstaltungen mobilisiert, es haben trotz des Feiertages auch einige Geschäfte, die für Touristen interressant sind, geöffnet.

 

Natürlich schlendern auch wir durch die engen Gassen, schauen bei Gigi Marchisio vorbei, jenem Buchhändler, der einst vor Jahren von der Polizei verhaftet wurde, weil er eine handbemalte Flasche Wein vom Barolo-Winzer und Traditionalisten Bartolo Mascarello mit der Aufschrift „no Barrique, no Berlusconi“

Berlusconi Barrique

ins Schaufenster seiner Buchhandlung stellte. Bücher gibts da immer noch, aber der schicke Laden ist nun zu einer Wein-und Feinkosthandlung mutiert, wohl auch, weil immer weniger gelesen wird. Wir schauen uns die diversen Kirchen an, schade nur, dass statt normaler Kerzen dort Elektrokerzen zur Erinnerung Verstorbener stehen. 

Alba besitzt eine kleine Einkaufsmeile mit allerlei Läden,  größtenteils dreht sich alles um das Thema Essen und Trinken. Es gibt ja auch viele Spezialitäten hier: Tajarin, natürlich Trüffel in allen konservierten Varianten, wunderbare Käsesorten, Süßes mit und ohne Haselnüssen, dazu natürlich jede Menge Wein und die dazugehörigen Läden. Dazwischen immer wieder Modegeschäfte und Straßencafés. 

Schlag ein Uhr waren dann zwecks Nahrungsaufnahme alle Straßen leer. Man soll sich ja an die Gepflogenheiten eines Landes halten und machen mit, in einer kleinen Weinbar, dem Vincafe haben wir uns dann auch einen kleinen Mittagsimbiss gegönnt, ein 2-Gang Menü für 12 EUR, einen Salat mit Carne Cruda, anschließend Tajarin al ragu, dazu einen 2007er Arneis von Marchese di Barolo (frisch+knackig) sowie einen 2008er Favorita Le Nature (Barriqueausbau) 😉 von Pelissero, der etwas schwerer war, beide zu 3 € das gut gefüllte Glas.

In Alba erfahren wir an einem Aushang, dass es die nächsten Tage in Barolo in der Fortezza die Möglichkeit gibt, den aktuellen Jahrgang 2005 des Barolo zu verkosten. Tja, doch ein bischen Arbeit, aber wann kann man schon mal Barolo in dieser Konzentration probieren.

Weltbekannt: Barolo - eigentlich ein Dorf

Weltbekannt: Barolo - eigentlich ein Dorf

Dort standen gegen ein Entgelt von 15 EUR ca. 120 Barolo des Jahrgangs 2005 bereit. 2004 wird als großes Jahr für den Barolo gehandelt, einige Winzer sehen dass nicht so und deklarieren für sich den 2005er als den besseren. Meine Feststellung nach ca. 40 verkosteten Exemplaren. 2005 ist für mich nicht ein so großer Jahrgang wie 2004, die Tannine sind deutlich weicher und runder, die Weine wirken schon recht trinkfertig, beim Großteil der verkosteten Weine vermisste ich die Substanz, den Druck, um den Preis der „Basisbarolo“ (ab 20 € ) auch zu rechtfertigen.  Da tut es auch ein Nebbiolo Langhe für die Hälfte des Preises. Meine persönlichen Favoriten waren die folgenden Weine:

Die K&M Testsieger Barolo 2005

Die K&M Testsieger Barolo 2005

2005 Barolo Bricco Boschis – Tenuta Cavalotto (Castiglione Falletto) – rechts im Bild
(erst ab 09/09 im Verkauf, ca. 40-45 € ab Hof

Sehr puristisch anmutender Wein. Keine schmeichelnde Süße, sondern eher erdige, sehr natürliche Noten wie Waldboden, reife Beeren, fordert am Gaumen, überfordert nicht, ein für mich sehr, sehr ehrlicher Barolo mit viel Substanz und Charakter.

Jens Priewe , Weinjournalist u.a. im Feinschmecker, zählt diesen Barolo 2004 zu den 5 bsten des Jahrgangs. Er schreibt zum 2004er: auf den ersten Schluck kein einfacher Wein: sperrig, spröde, mit Ecken und Kanten. Doch schon nach 10 Minuten im Glas öffnet er sich und offenbart eine Opulenz, wie sie nur wenige Barolo aufweisen: Aromen von Likörkirsche und Waldboden, verbranntem Gummi und Lakritz. Griffiges, noch etwas rohes Tannin, spürbare Säure. Traditionell vinifiziert und ausgebaut.

2005 Barolo „Broglio“ Az.

Agr. Schiavenza (Serralunga d´Alba) – links im Bild
(ca. 33 €)
Traditioneller Ausbaustil, man schmeckt eher helle, rote Beeren, kein Primärfrucht-Bomber, sondern ein Wein, der die fein-fruchtig-reife Klaviatur spielt und viel Druck und Nachhall aufbaut. Sehr elegante Art, Tannin noch etwas nebenstehend, braucht Zeit. Tolle Länge! (der 2004ert wurde im Gambero Rosso 2009 mit 3 Gläsern ausgezeichnet)

 

2005 Barolo Bussia Dardi Le Rose Poderi Colla (Monforte d´Alba) – nicht im Bild
(47 €)
Kraftvoller Ansatz, Noten von Weihrauch, am Gaumen ungemein fest, lange präsent, sehr trinkanimierend, grazile Struktur, Tannin bestens integriert, Holz dezent spürbar. 

2005 Barolo Brunate Bricco Roche Ceretto
(72 €)
Herrlich eindringliche Präsenz am Gaumen, für einen Wein dieser Preisklasse ungemein trinkig, am Gaumen durchgängig, fest, hochelegant, gute Persistenz und vorallem viel, viel Länge. Schade, der Preis ist einfach zu hoch.

Nach der Probe ließen wir ein wenig die Gedanken schweifen, nahmen in Monforte d´Alba in der Enoteca am Hauptplatz einen Aperitivo, und fuhren in die Osteria da Gemma nach Roddino, die uns von diversen Seiten (Internet, als auch Mitbewohnern) empfohlen wurde.

Es gibt dort allerdings keine Speisekarte, es muß (kann) gegessen werden, was die vielen Frauen in der Küche auf den Tisch bringen. Man sollte wenig gefrühstückt, nichts zu Mittag gegessen haben, um diese Massen an Speisen essen zu können. Zudem erschwert ein nicht gerade niedriger Geräuschpegel der proppevoll besetzten Osteria die Unterhaltung. Von entspanntem Essen kann hier leider keine Rede sein. Um nicht missverstanden zu werden: die Qualität des Essens ist gut, wer gern viel auf dem Teller haben möchte, ist hier gut aufgehober, man sollte sich aber bei den zur Verfügung gestellten Mengen an Speisen immer im Hinterkopf behalten, dass da noch einiges ansteht . Es gibt zu Beginn hausgemachte Salami und Wurst, die man sich am Tisch selbst abschneiden darf, dann folgt – kaum abgeräumt – eine große Schüssel Mett (Carne Cruda auf Italienisch), kaum abgeräumt folgt Insalata Russia (Erbsen, Kartoffeln, Eier, Karotten an Mayonnaise), dann folgen zwei Nudelgerichte Schlag auf Schlag, Tajarin und Ravioli. Danach haben wir gestreikt, es ging einfach nichts mehr rein, obwohl wir schon immer vorsichtiger wurden. Alle anderen haben dann noch zwei Hauptgänge und 4(!!!) Desserts bekommen. Das ganze Menü inkl. 1 Flasche Dolcetto des Hauses kostet dann um die 60 € – für 2 Personen!!!

Ehrlich gesagt halte ich nichts von dieser Art der „Essenszelebrierung“. Da wir auch einen guten Blick in die Küche hatten, sahen wir auch, wieviel weggeschmissen wurde. Klar ist jeder für sich selbst verantwortlich, aber mir geht es beim Essen eher um den Genuss in guter Atmosphäre, da sind 40 € pro Person wie in der Trattoria della Posta gelöhnt, für mich besser angelegt und bleiben positiv in Erinnerung. Ach ja, der Laden war übrigens brechend voll – meist mit Deutschen – die Gerichte sind jahrein jahraus – bis auf Variationen bei den Hauptgängen – immer die gleichen.

Nach dem wir dann gezahlt hatten und versicherten, dass uns alles nur zuviel und die Qualität in Ordnung war, traten wir unseren kurzen Heimweg an, endlich froh, den dicken Bauch vom Essen in die Horizontale zu bringen. 

 

Tag 3

 

Das Frühstück fiel uns sichtlich schwer, der Magen war noch allzu beschäftigt mit dem Vorabendessen. Aber Chiara hatte frische, dunkle Erdbeeren aufgetischt, dazu frische Apfelbeignets gebacken, es gab wieder ein bischen Käse, da braucht´s keine großen Portionen, weil alles ungemein intensiv schmeckt. Dass ist Genuß pur!

 
Bei der Kirche: Az. Agr. Schiavenza

Bei der Kirche: Az. Agr. Schiavenza

Heute hatten wir unseren – wie sich spät abends herausstellen sollte  – doch nicht einzigen Termin. Beim Winzer Luciano Pira von der Az. Agr. Schiavenza in Serralunga d´Alba allerdings waren wir schon für eine Probe seiner aktuellen Jahrgänge angemeldet. Wir konnten die ganze Batterie an Weinen durchprobieren und waren sehr begeistert ob der Professionalität und Gastfreundschaft, mit der uns Probenleiter Walter alle Weine durchprobieren lies. Auch die Weine ließen keine Wünsche offen. Vom einfachen Dolcetto d´Alba über den Dolcetto Vughera bis hinauf zum Barolo Bricco Ceretto und dem 2005er Barolo Prapó machen diese herrlich traditionell ausgebauten Weine trotz ihrer Jugend immens viel Spaß, gerade auch alleine getrunken, was man von vielen extrem muskulösen und farbintensiven Barolo leider nicht behaupten kann, aber die kaufen eh die Parkerjünger.

Anschließend genossen wir noch auf der sonnenüberfluteten Terrasse der Trattoria (allerdings unter einem schattigen Baum) das wundervolle Mittagessen mit Panoramablick auf die umliegenden Ortschaften und Weinberge. Von Vitello Tonnato mit sehr geschmackvoller, überhaupt nicht fetter Sauce, über die mit Thunfischcreme gefüllten Paprikaröllchen bis zu den mit grünem Spargel gefüllten Crespelle. Einfach und gut schmackhaft. Als Secondo gab es selbstgemachte, mit Fleisch und Kräutern gefüllte Ravioli in Salbeibutter. Als Hauptgang ein klassischer Brasato al Barolo, zu dem der 2001er Barolo wunderbar passte und das trotz sicherlich 25 -30 Grad Außentemperatur.

 

Genuss pur in der Trattoria e Cantina Schiavenza

Genuss pur in der Trattoria e Cantina Schiavenza

Nur schwerlich wollten wir uns von diesem wunderbaren Fleckchen Erde erheben, aber wir wollten uns noch spontan Castiglione Falletto anschauen. Ab ins über 50 Grad heiße Auto, auf dem Weg dahin erinnerte ich mich an die gestrige Baroloverkostung und plötzlich tauchte da am Wegesrand das große Schild Cavalotto auf. Die Aufahrt zum Weingut genommen und auf gut Glück im Ufficio geklingelt, und unseren Wunsch, vielleicht ein paar Weine angesichts der gestrigen positiven Erfahrungen probieren zu dürfen, geäußert. „Herr Cavallotto kommt sofort“, entgegnete uns die Dame und ich erwartete angesichts des doch herrschaftlich wirkenden Anwesens einen älteren, graumelierten Weingutsbesitzer. Stattdessen begrüßte uns ein junger Bursche um die 30 – Alfio Cavallotto – einer der beiden Brüder, die die Verantwortung über das Weingut tragen. Er bedankte sich für unser Interesse und begann gleich ohne großen Aufhebens mit der Führung, die uns zuerst vorbei an vielen gekennzeichneten Pflanzen zum Weinberg Bricco Rocche führte. Er erklärte uns die Expositionen des Briccho Rocche, wo die einzelnen Reben wachsen und die Parzellen für den Top Barolo Vigna Giuseppe liegen und auch, dass hinter Serralunga d´Alba kein guter Barolo mehr gemacht werden kann. Puh, zum Glück hat Schiavenza noch Lagen vor dieser vermeintlichen Grenze. Jedenfalls bietet der Bricco Roche einen imposanten Anblick eines Amphitheaters, links wird der Barbera angebaut, weiter hinten in Nord-Ost Ausrichtung sogar Pinot Noir, den er als weißgekelterten Langhe 2007 anbietet. Etwas kräftiger und schmelziger als die deutschen Pendants, daher eher als Essenswein denn als Solowein geeignet. Nach einem kurzen Rundgang durch den Keller, wo ausschließlich große und noch größere Holzfässer verwendet werden, dazu noch Edelstahl und Zementbottiche, ging es in den Verkostungsraum zur Probe.

Alle Basisweine von Dolcetto über den recht eigenständigen Freisa und Barbera d´Alba sind für meinen Geschmack immer noch zu jung. Das Tannin zieht sich doch vehement lange durch den Geschmack, daher werde ich den Weinen zu Hause eine längere Ruhezeit und Luftphase beim Öffnen gönnen. Das ich geschmacklich doch eher beim beim Nebbiolo zu Hause bin, zeigte einmal mehr der 2007er Nebbiolo Langhe.Vielschichtige, reife Beerennoten, tolle Länge, erdige Noten. Macht Spaß, braucht aber noch seine Zeit, der Wein wurde auch erst im Mai für den Verkauf freigegeben.“

Nun ging es ans Eingemachte. Der 2004er Barolo Bricco Rocche zeigt ungezügelte Kraft, viel reifes Tannin, Ausdruck reifer Beeren. Wurde von Alfio frisch geöffnet, so dass man dem Wein sicherlich einen Tag Karaffe geben muss. Leider schon ausverkauft. Um zu ahnen, wo die Reise hingehen kann, öffnet er uns den 2001er Bricco Roche Vigna San Giuseppe Riserva. Sofort berim ersten Schluck merkt man die Samtigkeit und die innere Ruhe und Dichte, die der Wein ausstrahlt. Ungemein lang, lang und länger wird der Wein, nach dem Schlucken breiten sich intensiv die reifen Beerenaromen am Gaumen aus, viel Druck und Nachhaltigkeit. Das ist majestätische Eleganz. Die Reise ist beileibe aber noch nicht zu Ende, der Wein hat sicher noch 5-10 Jahre vor sich.

Eckhard Supp, Weinjournalist und Betreiber des Weinportals Eno-World Wine beschreibt ihn wie folgt:

 

***** leuchtendes Rot, noch dicht und frisch, mit großer Dichte und Eleganz am Gaumen, Länge im Abgang, ein klassischer Barolo, der sich, wie bereits vermutet, deutlich verbessert hat

 

Ähnliche Hoffnungen setzte ich auch in die 2004er von Schiavenza, denn die benötigen sicher auch einige Jahre, bis sie zur vollen Blüte ansetzen um dann ähnlich lange geschmacklich leuchten.

das Filetstück-der Vigna San Giuseppe

das Filetstück-der Vigna San Giuseppe

Alfio Cavallotti war ein ungemein sympathischer, herzlicher Gastgeber, der sich unheimlich viel Zeit für uns genommen hat. Wenn man bedenkt, dass man hier in einer der hochrenommiertesten Weingegenden der Welt ist, ist dass ein schöner Nebeneffekt, ich weiss nicht, ob das im Bordeaux oder im Burgund so möglich wäre. Die Weine, im genauen die Barolo, haben mir ausgesprochen gut gefallen,  sie sind von traditioneller Machart, in der Jugend vielleicht immer etwas spröde, belohnen einen aber -wenn  Geduld vorhanden ist –  mit einer herrlichen Tiefe an Aromen und einer fast schon seidigen Eleganz.

Am Abend sind wir dann in das Nachbardorf Monforte d´Alba gefahren, um im La Salita zu speisen. Wir waren bereits 2 Tage zuvor an deren Ruhetag vor dem Restaurant gestanden und ob der sehr fairen Preise und kreativen Karte angetan und waren nun umso gespannter, was uns erwartete. Von außen wirkt es eher unscheinbar, aber hinter den Mauern werden vinophile und kulinarische Highlight an den Tag gelegt. Bevor man am Tisch im oberen Stockwerk Platz nimmt, bekommt man die Begeisterung für Wein sofort zu spüren. „Gerne etwas frisches, spritziges“ hätten wir vorneweg gehabt und schon hatten wir 2 Spumante von Rocche di Manzoni im Glas. Wunderbar frisch, dennoch cremig und trocken und sofort begann der Gastgeber über Wein zu erzählen. Irgendwann zeigte er uns dann voller Stolz seinen klimatisierten, begehbaren Keller mit ca. 3000 Flaschen aller erdenklichen Winzer des Piemont. Demnächst wolle er auch Riesling aus Deutschland aufnehmen, wir werden ihm eine Liste mit den besten Erzeugern zukommen lassen.

Das Essen war abwechslungsreich, handwerklich sehr gut, es gab eine säuerlich eingelegte Forelle mit ebenfalls sauer eingelegtem Gemüse vornweg, dann Ravioli al Plin mit Fonduta-Sauce, anschließend ein Kaninchen langaolische Art, also mit Innereien im Topf geschmort. Leider hatten wir am Mittag bei Schiavenza so lange gegessen, dass so richtig Appetit nicht aufkommen wollte, aber geschmacklich war das sehr, sehr gut und ich kann diesses Restaurant nur wärmstens empfehlen, für mich das Restaurant mit dem besten Preis/Genußverhältnis der Reise. So fielen wir dann nach 15 Minuten Fahrt ins Bett, es war auch wegen der Hitze ein sehr anstrengender Tag.

 

 

Tag 4
 
 

Heute wollen wir es etwas langsamer angehen lassen. Erst mal ausschlafen und dann den weiteren Tag vor der Cascina einigermaßen planen und auch auf das Mittagessen verzichten, Es hat über Nacht etwas abgekühlt (es sind aber immer noch warme 20 Grad) und der Wind sorgt den ganzen Tag für eine frische, angenehme Brise, dennoch reicht immer noch ein kurzärmeliges Hemd, um draußen im sonnenüberfluteten Hof der Cascina zu planen. Weit kommen wir nicht, den Chiara und Paolo wuseln immer wieder über den Hof und man kommt immer wieder mal kürzer, mal länger ins Gespräch, wir fragen nach Begriffen, die wir auf den Speisekarten nicht verstanden haben, sie erzählen uns vom Weinmachen oder von anderen Dingen rund um ihre Cascina, so dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Dazu kommt einer neuer Gast aus Deutschland, Harald aus der Nähe von Heidelberg, mit dem wir uns dann noch lange unterhalten. Gegen 15.00 Uhr machen wir uns dann auf den Weg immer der Nase nach, denn etwa 1 km Luftlinie entfernt liegt die Antica Torroneria Piemontese. Im Fabrikverkauf wird eine Auswahl von Torrone, Tartufi, Nuss-Produkten und Schokoladenvariationen in verschiedenen Konfektionen angeboten. Der Verkauf ist auch am Sonntag geöffnet. Bei günstig stehendem Wind riecht man den Duft von gerösteten Nüßen es fast bis zur Cascina hinauf. 

Anschließend ging´s nach Montelupo Albarese, den Winzer Marco Destefanis besuchen. Wir hatten diesen Tipp aus Deutschland bekommen. Hier soll es sehr guten Dolcetto geben, was wir nach einer Degustation auch bestätigen können. Der Dolcetto Monia Bassa fasziniert schon aufgrund seiner dunkelvioletten Farbe, ist ungemein fruchtig und tief zugleich, hat eine angenehme, körperreiche Struktur. Am Gaumen mit lang anhaltenden Aromen von Himbeeren, und saftigen, prallen und reifen, dunklen Kirschen , am Ende ein dezentes Bitterl. Doch man muss sich ranhalten, die knapp 2000 Flaschen im Jahr sind immer ruckzuck vergriffen. Kistenweises Einkellern lohnt, denn dank seiner Struktur kann er auch gut reifen. Allerdings müssen wir ihm noch klar machen, dass Abhofpreise inkl. Steuern für Privatkunden nicht gleichzeitig die Preise für Weinhändler sein können.

 

Bei Winzer Marco Destefanis zu Besuch

Bei Winzer Marco Destefanis zu Besuch

So ging es wieder retour Richtung Unterkunft, bis zum Abendessen im La Coccinella war noch Zeit, so dass wir uns lieber ein bischen um die Cascina Eufemia die Füße vertreten wollten.

Endlich entdeckt: Die Piemontkirsche!

Endlich entdeckt: Die Piemontkirsche!

Zwischen den Amphitheaterförmig angelegten und biologisch bewirtschafteten Rebhängen wachsen Kirsch- Pfirsich- und Feigenbäume, die Rebzeilen sind begrünt, der Mikroorganismus im Hang lebt, anschließend probierten wir den 2007er Dolcetto von Chiara und Paolo, ein wunderbar zu trinkender Wein mit klaren, dunkle Fruchtnoten und keinerlei Bitterstoffen. Gottseidank auch nicht mit Barrique „gepimpt“ Dazu ein paar Haselnüsse aus eigener Produktion und der Aperitif war genommen.

Von mehreren Seiten bekamen wir die Trattoria La Coccinella im touristisch eher abgelegenen Serravalle Langhe gelegen, empfohlen. Von uns aus gerademal in 10 Minuten zu erreichen. Ein sehr wein-und genussafiner K&M Kunde, der Osteriaführer von Slow-Food, sowie eine auf Piemont-Weine spezialisierte Kollegin aus Frankfurt rieten uns zu dieser Adresse. Wir wurden nicht enttäuscht, im Gegenteil. Beim ersten Blick auf die Preise (Antipasti 10 €) vielleicht nicht so günstig wie viele andere Restaurants der Gegend, das relativiert sich aber sehr schnell wieder, wenn man das Handwerk und die Ausführung auf dem Teller sieht. Da hat sich jemand Gedanken gemacht! Ich wählte eine Variation traditioneller Vorspeisen wie lauwarm geräucherte Forelle auf einem Spinatsugo mit Rotweinzwiebeln, Millefoglie von Wacheln, Polenta und Haselnußsauce, Flan mit Spargel, Ricotta, Erbsen an Paprikasugo, Vitello tonnato, Rindfleischröllchen mit süß-saurer Gemüsefüllung, in Kohlblatt eingerolltes Ragu, dann die besten Tajarin al Ragu der Reise, weil ungemein locker und nicht so stark nach Fleisch, sondern auch nach Tomaten, Karotten und Öl schmeckend, dabei sehr fein und fast elegant anmutend. Als Secondo einen Coda di Vitello, also Kalbsschwanz auf gebratener Polenta mit schwarzen Trüffeln. Als süßen Abschluss einen Croccante di Gianduja con Granita di Barbera. Gerade bei den Desserts gibt man sich hier besonders viel Mühe, optisch wie auch geschmacklich. Barbara wählte an diesem Tag das extra ausgerufene Fischmenü, als Vorspeise Variationen von rohem Fisch, dazu einen halber Langostino, eine Kichererbsencremesuppe mit gegrillten Gambas, im Hautgang dann kurzgebratener Thunfisch mit Steinpilzen, als Dessert Millefeuille von Haselnuss, Mascarponecreme und Kirsche mit Kumquat-Granita und Schokoladensauce, ich habe sie beneidet. Hier waren inkl.1 Flasche 2008er Arneis von Mauro Sebaste, 1 Glas 2007 Nebbiolo von Giovanni Abrigo, einem Moscato von ?? zwei Espresso und eine Grappa von Romano Levi 115 EUR sehr gerne angelegt. Dazu der wirklich sehr herzliche und freundliche Service. Wir kommen sehr gerne wieder!

 

Tag 5PICT1365

Heute machen wir eine Abstecher ins Moscato- bzw. Astigiani-Gebiet. Dort liegt die Cascina Radice, unser Piemont Weingut, von dem wir Cortese, Barbera, Barolo und Grappa beziehen. Trotz unseres spontanen Besuches werden wir sehr herzlich empfangen und bekommen inmitten des Abfüllprozesses eine Führung durch die Kellerräume. Von romantischen Weinkellern ist da wenig zu sehen, alles ist nüchtern eingerichtet. Da wir nicht weiter die Arbeit stören wollen, machen wir uns nach ein paar Schnappschüssen wieder auf die Reise, von Pedro, unserem „Kellerguide“, bekamen wir dann noch einen frisch gefüllten 6er Karton 2008er Pino Grigio/Garganega für den großen Durst in der Literflasche geschenkt.

 

Weiter ging die Reise nach Costigliole d´Asti. Was lockt Reisende wohl in das kleine, pittoreske Städtchen (ca. 6000 Ew.) 15 km südlich von Asti? Natürlich ist es der Anblick der alten, weit verzweigten Ritterburg La Rocca, für deren barocken Ausbau Stararchitekt Filippo Juvarra mitverantwortlich zeichnete. Im 19. Jh. dagegen trieb es eine hier wohnhafte Gräfin so toll mit der innenarchitektonischen Umgestaltung (Einbau von Geheimgängen etc.), dass der Ehemann in Geldnot geriet und verkaufen musste. Heute ist das Schloss Sitz des ICIF, einer Kochschule, in der ausländische Köche mehrmonatige Kurse in Italian Cooking besuchen. Dort kann man natürlich nicht essen. Wir hatten uns das von Alexandra und Dieter (die Piemont-Händler Kollegen aus Frankfurt) empfohlene Cafe Roma als Mittagsimbiss ausgesucht. Die herzlichen Grüße aus Deutschland haben wir ausgerichtet, ihr seht euch ja eh bald wieder im Juli. Für einen kleinen Mittagsimbiss können wir dieses traditionelle Lokal sehr empfehlen. Tolle Weinkarte fast aller Erzeuger der Gegend, Flaschenpreise ab 7,- EUR für einen Barbera sind schon unverschämt günstig, dazu ein Teller Parpadelle al ragout (7,- EUR) und eine von Patron Gino höchstpersönlich an den Tisch gebrachte tolle Käseauswahl regionaler Produzenten (6 Sorten für 8 EUR) mit selbstgemachter Salsa di Uva.

Danach beschlossen wir, heute Abend nicht essen zu gehen, sondern uns in Canale im besten Käseladen der Region, dem Bono Formaggio in der Via Roma 44, eine kleine Selektion heimischer Käse (Bra, Raschera, Castelmagno) mitzunehmen, dazu in der benachbarten Salumeria ein bischen Salami und Prosciutto, Wein hatten wir ja noch in der Unterkunft. 

 

Tag 6

 

Der Samstag ist in größeren Städten Italiens immer Markttag. Da strömen die Dorfbewohner in die große Stadt. Die Frauen kaufen, tratschen, tratschen und kaufen, die Männer diskutieren über Politik und Fußball, zwischendurch gibts Espresso und auch schon ein Glas Bianco oder Rosso. Trotz aller Enge auf dem Markt in Alba keinerlei Hektik oder Streß, kein Rumgeschiebe. Alles verläuft in ruhigen Bahnen. Bevor wir uns ins Getümmel stürzen, steuern wir gezielt die Corso Europa 29 an. Dort kann man bei Marco Giacosa und seiner Firma Pasta d´Autore frische, selbstgemachte Pasta kaufen, aber natürlich auch getrocknete und so wandern 2 Päckchen Tajarin in die Einkaufstasche.

Interview auf Italienisch auf Youtube

Ganz Alba ist heute ein einziger Marktplatz, auf dem Platz vor der Kirche gibts Erzeugerprodukte, Salami, Käse, Honig undundund. Ist hier wohl Schlaraffenland? Auf der Hauptmeile wird Mode in allerlei Größen feilgeboten, lila scheint wohl wieder modern zu sein. Zwischendurch fesseln Marionettenspieler fröhliche Kindergesichter. Natürlich muss ich mal schauen, was die Kollegen Weinhändler in Italien so anbieten, sehr empfehlen kann ich die Weinhandlung FRACCHIA & BERCHIALLA Via Vernazza, 9, 12051 Alba,  Telefono 0173/440508 (So & Mo zu) und zwar nicht nur, weil sie die Weine von Reinhard Löwenstein (17,50 € für den Schieferterrassen) und Cyril Janisson-Baradon (Champagner Brut Selecction für stolze 42,- €, bei uns, K&M Gutsweine nur 25,40 €) im Programm haben, sondern weil sie eine große Auswahl an Weinen aus der Region haben und diese zu Winzerabhofpreisen verkaufen. So kam ich in den Genuß, die Weine vom Newcomer Marco Porello zu probieren, und einige Flaschen wanderten auch über den Tresen, z.B. der 2008er Roero Arneis zu 5,60 € oder der 2007er Barbera d’Alba Mommiano zu 5,00 € oder der 2007er Barbera d’Alba Filatura für 6,50 €. Fast ein kleiner Barolo ist der 2007er Nebbiolo Langhe zu 7,10 €. Weine mit hohem Schnäppchenfaktor angesichts dieser Qualitäten.

 

Nachdem wir beim Essen bisher immer mit den uns gegebenen Empfehlungen gut gefahren sind, wollten wir mal was eigenes entdecken. Schon am morgen beim Hinweg zum Markt fiel uns das Restaurant direkt neben der Enoteca Fracchia auf.  Das Vigin Mudest in der Via Vernazza, 11 (Tel.+39 0173 441701) hat direkt vor der Kirche einen kleinen Außenbereich, wo man ruhig und abseits aller Touristenströme wundervoll essen kann. Nichts weltbewegendes, aber gut gemacht. Es gab Bagna Cauda mit gegrilltem Paprika, sehr dezent der Sardellengeschmack, Barbara hatte Gelüste nach einem einfachen Salat, dann als Primi und zugleich Hauptgang nahmen wir zwei verschiedene Risotto, einmal mit grünem Spargel, einmal klassisch nur mit Parmeggiano. Beide waren „all onda“, im Kern noch mit Biss und von gutem Geschmack, für ein Secondo auch in guter Portionsgröße. Auf das Dessert konnten wir nicht verzichten, denn es gab frischen Nusskuchen. Alles sehr lecker und gut gemacht.Von unserer Bedienung erfahren wir auch noch, dass sie Wolgadeutsche ist und vor 30 Jahren nach Italien kam. 

So ließen wir Alba Alba sein, packten unsere sieben Sachen und fuhren nach La Morra. La Morra bietet an sich recht wenig, Alte Gebäude, Restaurants, eine Enoteca am unteren Ende, die alle Weine der Welt zu haben scheint. Da reihen sich 61er Latour an 85er Romanée Conti und dass nicht nur Einzelflaschenweise. Die Weinhandlung ähnelt in diesem Bereich dem Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses. Auch sonst eher Apothenpreise, nach Winzern der Art wie Porello oder Destefanis braucht man hier erst gar nicht suchen.

 

ganz oben in La Morra

ganz oben in La Morra

 

Am oberen Ende der leicht steil ansteigenden Einkaufsmeile öffnet sich das Langhe in seiner ganzen Schönheit. Ein unvergesslicher Anblick, weit schweift der Blick über kleine Hügel und Dörfer. Der Ausblick wurde leicht getrübt durch einen heftigen Wind, ich war ganz froh, hinter einem Baumstamm etwas Windschutz gefunden zu haben, es blies schon sehr heftig. Am nächsten Morgen erfuhren wir dann, dass dies wohl ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von 70-90 km/h hat sein sollen und dass es wohl einige Schäden gab.

 

 

Grandioser Blick über das Langhe Gebiet

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Den Abend verbrachten wir dann wieder in unser Unterkunft bei leichter Kost und flüssigem Blut, anschließend gab es das Fußballspiel zwischen Italien und Nordirland im TV, später kam noch Harald dazu und wir köpften eine Magnum des 2005er Nebbiolo d´Alba ‚affinato in botte di Rovere‘ von Chiara und Paolo. Es sollte bis 2.30 Uhr morgens dauern, bis ich den Weg ins Bett fand, so lange dauerten die Erzählungen von Geschichten aus aller Welt. War ein schöner Abschluß dieser viel zu schnell vergangenen Woche.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir kommen wieder!

 

 

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Im Gastraum der Sinne – ein Genussabend mit Freunden

Posted by Armin Maurer - Mittwoch, 17 Juni 2009

Meine Lebenspartnerin und ich wollten mit drei Freunden einen genussvollen Abend verbringen, unsere Wahl viel auf das hochgelobte und besternte Lokal von Andre Großfeld in Friedberg-Dorheim:

Großfeld – Gastraum der Sinne
Erbsengasse 16
61169 Friedberg-Dorheim

Der Gastraum der Sinne

Schon bei der Reservierung viel uns der hochprofessionelle und sehr freundliche Service auf, sowohl laktosefreie als auch glutenfreie Speisen waren überhaupt kein Problem. Auch mein Wunsch eigene Weine zu den Speisen mitzubringen wurde sofort freundlich angenommen. Ca. eine Woche vorher wählten wir das Menü aus, stimmten mit Andre Grossfeld ab, dass die Gänge gluten- und laktosefrei sind, dazu teilte er uns die Hauptgeschmackskomponenten der einzelnen Gerichte mit, so dass ich mich an die Auswahl der Weine machen konnte. So wuchs Stück für Stück die Vorfreude auf den Freitagabend.

Am Freitag, 29. Mai, machten sich meine Lebensgefährtin und ich mit der Bahn auf den Weg nach Friedberg, unsere Freunde wollten sich mit uns im Restaurant treffen. Gegen 20:30 Uhr trafen wir ein und bis wir unsere Plätze eingenommen hatten und gerade überlegten ob wir schon einen kleinen Schluck von unserem Champagner vorneweg nehmen sollten, da trafen schon unsere drei Freunde ein. Jetzt stand dem Aperitif natürlich nichts mehr im Wege:

Wir starteten mit unserem Champagner: Champagne Brut Selection von Janisson Baradon

Champagne Brut Selection

Champagne Brut Selection

Auch heute konnte dieser feine schmelzige Champagner wieder sehr gut gefallen, seine dezente Frucht und der cremige Charakter bereiteten uns schon viel Freude und Genuss.

Auch zum Amuse Bouche, insbesondere zum Klassiker des Hauses, der Crème Brulée vom heimischen Ziegenfrischkäse machte er eine ausgezeichnete Figur, ein sehr genussvoller Start und unsere Stimmung stieg schon kräftig an.

Dann folgte der erste Gang:
Marinierter Spargel mit gebackenem Bärenkrebs und Bärlauchmousse
Der Spargel war mit Sherryessig und Butteröl (eine Rapsölvariante) mariniert, dazu Tomaten und Ei, eine schöne Kombination, die zu dem leicht süßlichen Aromen des Krebs‘ und der Mousse eine elegante Komponente beisteuerte.

Dazu hatte ich eine 2007er Riesling Spätlese trocken aus der Lage Kräuterhaus vom Weingut O. gewählt.

2007 Riesling Kräuterhaus Spätlese trocken

2007 Riesling Kräuterhaus Spätlese trocken

Wie schön hat sich dieser Wein entwickelt, zeigte er sich vor einem Jahr noch recht wild, mit fast schon beissender Mineralik, kommt er heute ungemein rund und saftig daher. In der Nase typisch Mosel, feste Schiefermineralik und reifer gelber Pfirsich, eher sogar die Haut des Pfirsichs. Im Mund kraftvoll, saftige, reife Frucht, wieder Pfrisich und Mirabelle, gelbfruchtig, dazu die reife Säure und die kraftvolle mineralische Note. Schon großartig was Olaf Schneider aus dieser unbekannten Lage immer wieder herausholt.

Die Kombination von Essen und Wein war gut, aber eher eine Kombination von zwei tollen Partnern, die sich nicht weh taten, die Kombination passte, bot aber keine zusätzliche Genussdimension. Unsere Freunde hatten sowohl am Riesling, seine saftig, fruchtige Art kam sehr gut an, als auch am ersten Gang viel Freude, ein gelungener Auftakt.

Der nächste Gang brachte Wolfsbarsch auf der Haut cross gebraten mit Fenchel-Artischocken-Gemüse und Olivenjus.

Dieser Gang begeisterte mit einer intensiven aber nicht überkonzentrierten mediterranen Aromatik.

2007 Cotes du Rhone Village blanc "Per El"

2007 Cotes du Rhone Village blanc "Per El"

Dazu hatte ich den 2007 Cotes du Rhone Village blanc AC „Per El“ der Domaine Saladin gewählt.

Und hier konnte die Kombination voll überzeugen. Der Per El nahm die würzige Aromatik des Fenchels mit seiner eigenen dezenten Anisnote wunderbar auf, die Röstaromen der Fischhaut ließen die eher zurückhaltende Frucht des Weins wunderschön aufblühen. Dieser Gang und der begleitende Wein zeigten fast schon exemplarisch, dass eine Speise und der richtige Wein ein mehrfaches an Genuss bieten können als beide einzeln. Für mich die perfekte Marriage.

Dann kam der Hauptgang, Ochsenbäckchen auf Pfiffferlingrisotto, eine Abwandlung des eigentlichen Gerichts, um für uns auf Laktose zu verzichten. Was soll man sagen, nach dem Servieren kehrte erst einmal für 5 Minuten Ruhe an unserem Tisch ein. Gibt es ein besseres Zeichen, dass es schmeckt? Die Ochsenbäckchen boten eine kleine Geschmacksexplosion im Mund, ungemein konzentriert aber doch fein in der Aromatik, auf den Punkt geschmort, weich aber eben nicht faserig, genial! Das Risotto ebenso intensiv in der Aromatik, wunderbar cremiges Mundgefühl, gleichwohl bissfest in der Konsistenz des Reis‘, perfekt.

Vacqueyras 'Cuvee dé l Euse'

Vacqueyras 'Cuvee dé l Euse'

Zu diesem Gang hatte ich einen Vacqueyras von über 70jährigen Reben der Domaine de la Tourade gewählt den 2004er Vacqueyras ‚Cuvee dé l Euse‘.  Zuerst schien der Wein ein klein wenig mit der Aromenfülle des Gangs zu kämpfen, aber je mehr Luft er bekam, desto kräftiger und nachhaltiger zeigte sich dieser großartige Rhôhnewein. Die Weine aus Vacqueyras gehören eher zu den eleganteren Vertretern der Rhôhne, teilweise werden sie auch als eher feminin beschrieben. Auch die ‚Cuvee dé l Euse‘  läßt sich durchaus so beschreiben, aber die alten Reben geben dem Wein dann eben doch auch eine feste Struktur und einen kräftigen Körper mit. So zeigt sich dieser Wein besonders schön als Essensbegleiter, eher etwas zurückhaltend, sich nie in den Vordergrund spielend, aber doch mit ausreichend Intensität ausgestattet, dass er auch der Aromenfülle der geschmorten Ochsenbäckchen Paroli bieten kann. Seine dunkle Beerenaromatik, schwarze Johannisbeere und Brombeere, dazu etwas reife Süßkirsche harmonierte natürlich auch sehr gut zum Schmorfleisch.

Auch hier konnte unsere Weinauswahl mehr als Überzeugen, das war schon ein toller Höhepunkt des Menüs.

Als kleines Zwischenspiel vor dem Menü hatten wir dann noch einen Wein aus der Region Ribera del Duero in Spanien gewählt.

2004 Ribera del Duero Reserva DO

2004 Ribera del Duero Reserva DO

Es kam der Topwein der Bodega Monteabellon auf den Tisch, der 2004er Ribera del Duero Reserva DO. Mit diesem Wein hatten wir bei unseren Mittrinkern voll ins Schwarze getroffen, schon die dunkle ins Schwarze chargierende Farbe wurde erfreut wahrgenommen, dann das Bouquet, intensive Beerenfrucht, intensiv und kraftvoll, dazu Aromen von edler Dunkleschokolade, auch etwas Vanille und geröstete Kaffeebohnen. Schon in der Nase wollte der Wein icht verheimlichen, dass er im kleinen Holzfass, dem Barrique, gereift ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Spaniern erschlug das Holz hier aber den Wein nicht, es bildete vielmehr die Basis und das Gerüst für einen grandiosen Rotwein. Dass man bei Monteabellon für den Topwein nur feinste französische Eiche für die Fässer verwendet ist sicher ein Grund, warum der Holzeinsatz hier so vorzüglich gelungen ist.

Im Mund trumpfte die Reserva dann mit dichter Beerenfrucht auf, Brombeere und Holunder, dazu Scharzkirsche, dann wieder die edlen Holznoten, Toast und feine Bitterschokolade. Kraft und Eleganz stehen in einer schönen Balance, wobei dieser Rotwein schon ganz schön Druck am Gaumen ausübt. Und was für eine Länge, noch 5 Minuten nach dem Schlucken schmeckt man die Aromen im Mund. An diesem großartigen Rotwein kann man leicht nachvollziehen, warum die Region Ribera del Duero im Moment in Spanien so hoch bewertet wird. Das war schon ein äußerst leckeres Stöffchen, was wir da genoßen haben. Der eine oder andere war fast ein wenig enttäuscht, dass die Flasche irgendwann zuende ging.

Dafür entschädigte uns die Dessertvariation sofort mit süßem Hochgenuss.

So ging dann ein wunderbarer, herrlich unprätentiöser, genußvoller und fröhlicher Abend in einem grandiosen Lokal zuende.  Eins stand für uns sofort fest, die großartige Kochkunst von Andre Großfeld haben wir sicher nicht das letzte Mal genossen.

Bedanken will ich mich auch sehr gerne beim Serviceteam des ‚Gastraums‘, eher im Hintergrund wirkend, dabei immer aufmerksam und professionell arbeitend, so wünscht man sich den Service in so einem Haus. Dass die Mitarbeiter dabei auch noch eine gehörige Portion Freude an ihrem Tun versprühen und durchaus auch einmal mit Witz und Ironie reagieren, gibt dem ganzen dann noch eine gewisse Leichtigkeit und macht das ganze ungemein sympathisch. Wir haben uns rund um wohl gefühlt und können nur sagen: „Gerne wieder“

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