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Archive for November 2014

Weingut Gunderloch: Verkostung V.I.R.G.O. & Riesling Nackenheim Rothenberg GG 2006 -2013

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 12 November 2014

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Die Arbeitsliste 😉

Am gestrigen Nachmittag lud das Weingut Gunderloch aus Nackenheim/Rheinhessen zu einer Händler-Verkostung der aktuellen Kollektion ein. Als Schmankerl wurde anschließend eine kommentierte Verkostung der Jahrgänge 2006-2013 des Großen Gewächses aus dem Nackenheimer Rothenberg sowie des Projektes V.I.R.G.O angeboten. Und weil es allen Beteiligten so viel Spaß gemacht hat, wurden noch einige Raritäten aus dem Keller gezaubert, die das Reifepotential der Weine zeigen. Denn: noch immer werden die Top-Weine, also die Großen Gewächse viel zu früh getrunken.

Hier meine Eindrücke: Die Lage Rothenberg umfasst rund 20 ha und liegt am Nordende des Roten Hanges zwischen Nackenheim und Nierstein – direkt am Rhein. Ca. 5 ha davon bilden das Herzstück des Rothenberges. Der Rothenberg besitzt eine Hangneigung zwischen 30 und 80% und besteht aus 290 Mio. Jahren alten roten Tonschiefer-Platten. Von diesen Weinbergen, die hauptsächlich aus Steillagen bestehen, befinden sich rund 4,5 ha im Besitz der Familie Hasselbach des Weingutes Gunderloch. Der Rothenberg ist zweifelsohne unsere Markanteste Weinbergs-Lage und bringt Weine von einer packenden mineralischen Prägung, gepaart mit einem würzigen und fruchtgeladenen Spannungsbogen aus unterschiedlichsten Aromen hervor. (Text Weingut)

2006 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Botrytisjahrgang und ein recht säurestarkes Jahr. Der Wein präsentierte sich direkt nach der Flaschenfüllung sehr stramm und säurebetont Als dann der wesentlich gefälligere Jahrgang 2007 auf den Markt kam, geriet der etwas schwierige 2006er in Vergessenheit. 2014 öffnete man dann einmal wieder den 2006er und er zeigte sich nun wesentlich gereifter. Unverkennbar nachwievor die Botrytisnote, aber die Säure ist nun besser eingebunden. Zeigt in der Verbindung Botrytis und Alkohol eine leichte Schärfe am Gaumen, recht üppig wirkend, klassischerweise würde ich diesen Wein zum Essen reichen. 88/100 Pkt.

2007 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Stammt aus einem wärmeren Jahrgang ohne Bortytis; wirkt viel geschliffener, zeigt florale Noten, erdig, sehr klar und sauber, Hauch exotische Frucht, gute Länge. Ein gastronomisch perfekt einzusetzender Wein. 89/100 Pkt.

2008 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Ein Jahr mit viel Niederschlag, auch während der Lese, es war schwierig, möglichst ohne Botrytis zu lesen. Zeigt wie 2006 gewisse Schärfe, aber eher nur als Hauch spürbar, reduziert sich auch. Wirkt auf mich recht kernig, etwas schlanker und knackiger als 2007. Hat viel Zug und Animation am Gaumen, sehr gute Länge, frisch. 93/100 Pkt.

2009 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Recht warmes Jahr, wenig Botrytis. Recht feiner Duft nach weißen Beeren, auch gelbes Trockenobst. Am Gaumen samtig bis leicht ölig, Hauch Petrol, Kräuter, viel Extraktsüße, Hauch exotische Frucht, viel reife Gelbfrucht, dennoch für 2009 mit keinerlei Schwere und Opulenz aufwartend, erstaunlich feine Säure. 92/100 Pkt.

2010 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
K
ühles Jahr,. viel Regen im September vor der Lese; hochkomplexe Nase, enorme Konzentration; kompakt am Gaumen, sehr viel innere Dichte, große Konzentration, Kräuter und kandierte Zitrusfrüchte en masse. Man spürt wie bei vielen anderen GG dieses so genannten „Arschjahres“, was in dem Wein steckt. Tiefe Mineralik, grandiose, reife und verspielte Säure. Man darf gespannt sein, wann er aufrecht laufen wird, derzeit krabbelt er noch im Laufstall herum. Wird groß werden. 95/100 Pkt. 2011 Riesling Nackenheim Rothenberg GG Warmes Jahr; wirkt dennoch sehr geschliffen, hochmineralisch, pikante Säure, etwas Heu, leichte Karamellsüße, deutliche Mineralik. Etwas leichter und weniger kompakt als 2010, dafür aber früher zugänglich. 92/100 Pkt.

2012 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
„Ein Jahr der perfekten Balance“ so Agnes Hasselbach. Mir reicht für diesen Wein eigentlich nur ein Wort: Grandios! Emotional enorm berührender Wein. Gleichzeitig dicht und voll am Gaumen, viel Mineralik, Rasse, elegant, Tabak, enorm saftig, Zug und Druck. Zitrusfrucht, dunkle Beeren, Kräuter. Großartig. Muss reifen! 96/100 Pkt.

2013 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Ein schwieriges Jahr, frühe und immer wieder schnell wiederkehrende Fäulnis machten eine strenge Selektion unumgänglich, die Erntemenge war extrem niedrig. Herausgekommen ist dennoch ein spannendes, sehr elegantes GG. Gute Konzentration, verspielt am Gaumen, floral, Orangenzesten, Steinobstnoten, feine Würze. 93+/100 Pkt.

Beim Traktor fahren in den Himmel schauend und das Sternbild VIRGO (=lat. Jungfrau) sehend, so kam Johannes Hasselbach zum Namen für sein Projekt V.I.R.G.O. Es könnte aber auch „Vergoren Im Rothenberg Ganz Ohne“ heißen. Johannes wollte und will herausfinden, wie sich Weine ohne den Einfluß von Kellerflora und Kellerhefen zeigen und entwickeln. Die Riesling-Trauben stammen alle aus der GG Lage Rothenberg, die Verarbeitung findet nur im Weinberg statt, vergoren wird nur mit den Weinbergs eigenen Hefen, der Most kommt nicht mit Kellerhefen in Berührung. Die Trauben werden nach der Ernte gestampft und im Weinberg vergoren, erst nach der Vergärung kommt der Wein in den Keller des Weingutes. 2010 war der erste Jahrgang, von ihm gibt es nur noch 2 Flaschen, daher gab es ihn nicht zur Verkostung. Offiziell kommt dieser Wein auch nicht in den Handel, man denkt aber darüber nach.

2011 V.I.R.G.O.
Klare, saubere Aromatik, nicht zu fruchtüppig, Orangenzeste; wirkt fein und eher filigran, feine Mineralik. Im Vergleich zum GG Rothenberg mit Kellerflora wirkt der VIRGO auf mich etwas feiner, die Säure zeigt sich meiner Meinung auch etwas zurückhaltender. 91/100 Pkt

2012 V.I.R.G.O.
Steinige, salzige Aromatik. Jahrgangstypisch genauso kraftvoll wie sein „Bruder GG“ aus dem Keller. Wirkt in sich geschlossen, viel Energie ausstrahlend, kraftvoll, aber nicht fett, ein in sich ruhender Wein, perfekte Balance, wirkt wie selbstverständlich. Für mich auf gleichem Niveau wie das „normale“ Rothenberg GG. 96/100 Pkt.

2013 V.I.R.G.O.
Kaum vorgeklärt, recht schlank auf mich wirkend, würzig, etwas weniger kraftvoll als der 2012er V.I.R.G.O. Gute Balance. Auf mich wirkt dieser Wein etwas weniger offen wie sein „Keller-Pendant“ 92/100 Pkt.

Anschließend wurde noch die ein oder andere Flasche aus der Raritätenkammer der Hasselbachs geöffnet, besten Dank für die spendable Aktion.

1996 Riesling Auslese Rothenberg 0,75l
Wunderbar gereifter Duft nach floralen Noten und etwas Orangenzesten. Am Gaumen zu Beginn fein und rund, dann von einer markanten, frischen Säure unterlegt, saftig, etwas Würze, wiederum florale Einflüße, Hauch Malz, gute Länge. Macht viel Spaß. Nicht mehr im Verkauf. 92/100 Pkt

20141110_173538450_iOS1990 Nackenheim Rothenberg Riesling Spätlese trocken
Reifer Duft nach Orangen, etwas Zimt. Am Gaumen ungemein frisch und lebendig, keinerlei Alterungsnoten zu spüren, Potential für sicherlich weitere 5 Jahre, salzig, guter Säurebiss, tolle Länge. Zeigt das ganze Reifepotential dieser Lage. 94/100 Pkt.

1997 Nackenheim Rothenberg
Hochreifer, recht intensiver Duft von eingemachtem, gelbem Steinobst, auch am Gaumen etwas fülliger als der 90er, prägende Säurestruktur, Kräuternoten, salzig. Wunderbar gereifter Wein, hat etwas mehr Speck auf den Rippen, wird aber durch die reife, lebendige Säure gut gekontert.

 

 

20141110_183950346_iOS2009 Volnay 1er Cru Les Robardelles Domaine Philippe Boire (Melin, 21190 Auxey-Duresses) Philippe Boire produziert seit 2007 auf 3 ha 9 Cuvées, zu 95% Rotwein, er vergärt ohne Stängel. Die 1er Cru Lage Robardelles liegt nahe Meursault oberhalb von Santenay. Die Reben sind über 50 Jahre alt. Recht dunkelfarben; reifes, eher in Richtung dunkle Beerenfrüchte tendierendes Geschmacksbild, feine, runde Tannine,  dabei geschmacksintensiv am Gaumen, auch etwas Kirschfrucht, endet  auf guter Länge. Der 2007er erhielt 2 Sterne im Guide Hachette.

 

 

 

 

20141110_194924869_iOS2013 Grüner Veltliner Reserve Loiserberg 1. Lage, Weingut Jurtschitsch/Kamptal
Fülliger, recht intensiver und nach viel reifer, gelber Steinfrucht duftender Wein. Am Gaumen ebenfalls dicht, schmelzig, füllig, aber nicht fett, feine Mineralik. Guter Zug am Gaumen.

 

 

 

 

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1992 Pommard Village, Dom. Vaudoisey-Creusefond
1994 Pommard-Epenots 1er Cru Dom. Vaudoisey-Creusefond
Nun, zu vorgerückter Stunde wurde dann nur noch getrunken und gequatscht, der Notizblock blieb dann mal unberührt, aus der Erinnerung heraus waren beide Pommard noch gut in Schuss, nicht hochkomplex, aber eben gut zu trinken.

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In Memoriam Bernhard Huber: Wildenstein 2004-2012 und mehr….

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 7 November 2014

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Zu Ehren des viel zu früh verstorbenen badischen Winzers Bernhard Huber organisierte Joachim Kaiser unter großem persönlichen Einsatz eine bisher nie da gewesene Vertikale aller Spätburgunder Wildenstein, dem Topwein von Bernhard Huber sowie den Reserveweinen des Weingutes, die faktisch die Vorgänger des Wildenstein sind. Es wurden auch noch Weiss- und Süßweine verkostet, aber meine ganze Aufmerksamkeit galt auf den von mir so geliebten Weinen aus der Spätburgundertraube. Teilnehmer waren Dorit Schmitt, Barbara Brendel, Joachim Kaiser, Thorsten Kogge, Maximilian Philipps, Jörg Wendel, Rene Neukirch, Michel Kreuzberg, Stefan Rauscher, Sebastian Koik und Jürgen Kling. Unsere aller Dank geht an das Team vom Restaurant La Viletta in Karlsruhe-Durlach, das uns einen Teil seines Restaurants zur Verfügung gestellt hat. Die Fotos genießen das Urheberecht von Joachim Kaiser und Maximilian Philipps.

 

PRICKELND
2008 Chardonnay Blanc de Blanc brut nature
Kräftig gelbfarben; im Duft Honig, auch gewisse „steinige“ Mineralik. Feincremige Perlage, ich schmecke vorallem nussige Noten, aber auch Trockenobst in Form von Aprikosen, unterlegt von Zitrus, ganz dezente, nicht störende Bitternote, etwas Honig, trocken wirkend, macht Lust auf den nächsten Schluck. 87/100 Pkt.

ROT
2003 Spätburgunder QbA Alte Reben
Klare Farbe, Reiferand. Tiefer Duft nach Pflaumenkompott, etwas Sauerkirsche und getrockneten Beerenfrüchte, etwas kräuteriges schwingt auch mit. Im Mund reintönig, reife Frucht von Süßkirsche, feine Säure, zarte Karamellsüße, gute Dichte, hat Tiefe, leichte Bitternote, griffiges Tannin, wirkt noch frisch mit einem leicht salzigen, mineralischen Finish, nachhaltig. Hat Kraft, super Balance, noch Potential.  91/100 Pkt.

2009 Spätburgunder QbA Alte Reben
Farblich deutlich dunkler, Duft nach dunklen Beeren (Cassis), Kirsche und ein Hauch Himbeere. Am Gaumen recht wuchtiger, kräftiger Auftakt, deutliche Kaffeeröstnote, präsente Säure, Paprikanote, etwas pflanzlich. Kommt nicht an den 2003er ran, bezweifle, ob er sich so positiv entwickelt wie der 2003er. 89/100 Pkt.

2005 Spätburgunder Schloßberg GG
Mittleres Rot mit Reiferand. Fester, würziger und intensiver Duft nach Zitronenthymian, Kirschen und Leder. Im Mund dichter und voller als die Weine zuvor, fleischiger, man hat mehr zu Kauen bei diesem Wein. Säure ist gut verpackt, der Wein wirkt insgesamt runder und samtiger als seine beiden Vorgänger. Gute Konzentration, deutliche Specknoten, auch viele mediterrane Kräuternoten sind zu erahnen, sehr vielschichtig im Mund, Würze in Form von Hoi-Sinn-Sauce, salzig-süßlich-würzig im Finish. Wirkt auf mich recht reif. 88/100 Pkt.

2009 Spätburgunder Schloßberg GG
Jugendliches Rot, klarer, nach roten Beeren duftender Wein, dazu etwas rauchige Würze, Kirsche, viel Kraft, etwas Orangenschalen, Holz. Am Gaumen viel Kraft, elegant, viel Gerbstoff, gute Säure, recht saftig, sehr ins kirschige gehend, extrem jung, (93/100 Pkt.)

2014_Huber_MaPh12005 Spätburgunder Sommerhalde GG
Farblich gereiftes Rot. Intensiver, leicht rauchig-röstiger Paprikaduft, viel getrocknete Beeren, recht rund und schon extrem zugänglich, hat wenig Ecken und Kanten, es fehlt etwas an Tiefe und Komplexität. Mit dieser Zugänglichkeit und seiner offenen Frische everybodys Darling. Gastronomisch hervorragend einsetzbar. Ein Sauf-Pinot. (90/100 Pkt.)

2011 Spätburgunder Wildenstein R
Erwähnenswert hier die „nur“ 13% Alk, der Rest der Weine liegt immer bei 13,5% Alk. Recht verschlossen wirkender, leicht süßlicher Duft nach Süßkirsche, Vanille und Gartentomate. Im Mund recht verschlossen, bräuchte Luft, etwas Schwarzbeere ist zu erahnen, gewisse Kraft, Vanillenote recht deutlich, leicht salzig, am Ende ein ganz leichter Medizinalton, der jedoch mit der Zeit verfliegt.  Bräuchte wahrscheinlich noch viel mehr Luft, daher für mich derzeit „nur“ (92+/100 Pkt.)

2012 Spätburgunder Wildenstein R
Ungemein tiefer, ganz leicht röstiger Duft nach roten und schwarzen Johannisbeeren, die sich durch fast alle Weine wie ein roter Faden durchziehende Kirschnote darf nicht fehlen. Am Gaumen viel Schliff mit viel Mineralik, ungemein saftig mit viel Zug, trocken, sehr fest am Gaumen, griffiges Tannin, elegant, hochkomplex, vielschichtig, dicht und nachhaltig, sehr lang haftend. Derzeit in einer begeisternden Phase. Großes Kino, mir 94/100 Pkt. wert. Potential!

2009 Spätburgunder Wildenstein R
Recht offener, intensiver Duft nach Kirsche, roten und dunklen Beerenfrüchten, dazu röstige und rauchige Noten. Im Mund leicht süßlicher Touch, aber auch mit einer frischen Säure unterlegt. Zeigt keinerlei Schwere, recht transparent, im Mund etwas fleischiger mit gutem Schmelz, schönes Tannin, guter bis sehr guter Nachhall, sehr trinkig. 92/100 Pkt.

2010 Spätburgunder Wildenstein R
Unglaublich tiefer und intensiver, nach dunklen Beeren duftender Wein. Viel Gewürznoten, rauchig-röstig vom Holz, hochkomplex am Gaumen, enorm dicht und kompakt, hohe Dichte und Konzentration, sehr engmaschig am Gaumen, reife Säure, Spannung, man spürt förmlich auf der Zunge, was dieser Wein einmal sagen möchte, alle Parameter sind exzellent in Ansätzen zu schmecken, aber der sollte noch mindestens 5 Jahre im Keller liegen bleiben. (94/100 Pkt.)

2007 Spätburgunder Wildenstein R
Weniger ausladend im Duft als der Vorgänger, dafür prägen den Wein eher die floralen Noten, Rosenblätter drängen sich etwas in den Vordergrund, leichter Stinker; recht Säure getrieben am Gaumen, Säure wirkt leicht spitz, Tannin zeigt sich schon recht rund, Teenoten am Gaumen, zeigt sich schon recht rund. (90/100 Pkt)

2008 Spätburgunder Wildenstein R
Deutlich nach Pflaumenmus und dunklen Beerenfrüchten duftender Wein; am Gaumen recht stark von der Säure geprägt, wirkt dadurch recht schlank und filigran, nicht ganz so klare, etwas verwaschene Aromatik am Gaumen, gute Tanninstruktur, mir mangelt es an Komplexität und Tiefe im Vergleich zum 2010er.  (91/100 Pkt.)

2014_Huber_MaPh22005 Spätburgunder Wildenstein R
Ätherischer, ein Hauch floral wirkender Duft mit Noten von Himbeeren und reifen Beerenfrüchten sowie Süßkirsche und leicht vanilligen Tönen. Im Mund nicht ganz klare Aromatik, Hauch von Karamellsüße, Bitternote, grüner Tee. eher verschlossen wirkend. Zeigt im Finish eine ordentliche Tiefe mit leicht salziger Mineralik. Ähnlich wie der 2005er Schloßberg GG in einer Phase, die mich nicht zuversichtlich stimmt, das es lohnt, ihn reifen zu lassen, ich würde ihn die nächsten 3 Jahre trinken. 89/100 Pkt.

2006 Spätburgunder Wildenstein R
Zeigt für mich – wohl jahrgangsbedingt – einen etwas reiferen, wärmeren, breiteren Stil. Im Duft meldet sich ein leichter Kleberton, auch sonst wirkt der Wein auf mich recht unpräzise, nicht klar.  Wirkt mit der deutlichen Säure und dem breiten Stil etwas barock. Ein Kind des Jahrgangs. Nicht mein Fall. (89/100 Pkt.)

2003 Spätburgunder Reserve
Aus dem heißen Jahrgang kommt ein wunderschöner, tief nach  Brombeeren und Heidelbeeren duftender Wein.  Dazu zeigt sich das Holz bestens eingebunden, es sind keinerlei überreifen Noten zu vernehmen, im Gegenteil zeigt der Wein eine saftige, sehr animierende Trinkigkeit. Sehr klar und sauber in seiner Ansprache im Mund, feine Säure, tolle Balance, reifes Tannin,  Trinkfreude pur, jetzt und die nächsten 2-3 Jahre trinken, solange er sich so freudig präsentiert. 92/100 Pkt.

2004 Spätburgunder Wildenstein R
Vorneweg: mein Wein des Abends. Bernhard Hubers Premieren-Wildenstein. WOW, was für ein Wein. Schon der Duft ist betörend und herrlich vielschichtig; Amarenakirsche pur, Leder, animalische Noten, Hoisin-Sauce, dunkle, reife Beeren, Kaffee, leichte Klebernote, herrliche Gerbstoffe, Graphit kam es aus der anderen Ecke des Tisches, Pflaumen. Im Mund salzig, herrlich tragende Gerbstoffe, ganz fein und mit viel Druck und Länge ausgestattet. Jetzt perfekt plus 2-3 Jahre. 95/100 Pkt.

2001 Spätburgunder Reserve
Herrlich intensiver Duft von reifen, hauptsächlich roten Beeren, zart floraler Touch, wieder würzige Hoisin-Aromatik, etwas Altholznoten, viel Gripp am Gaumen, ein Maul voll Wein, Tabak. Viel Kraft, präsentes Tannin, Holz gut eingebunden, dicht, viel Saft am Gaumen. Langer Nachhall. 93/100 Pkt.

2002 Spätburgunder Reserve
Auch der 2002er überzeugt sehr. Eher eine feine Nase mit Johannisbeer,- und Kirschnote, wiederum leicht floraler Touch. Holz auch hier perfekt integriert, saftige Art, entwickelt etwas mehr Druck am Gaumen als der 2001er. Im Mund von sehr klarer, roter Beerenfrucht geprägt, dazu etwas Cassis, ein sehr harmonischer Wein mit gutem Druck, durch und durch strukturiert, macht viel Spaß, ihm würde ich sogar noch ein höheres Potential an Reife zugestehen als der ebenfalls großartige 2001er. 93/100 Pkt.

Hier noch der Bericht von Joachim Kaiser

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