K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

www.gutsweine.com

Posts Tagged ‘Wein’

Weingut Gunderloch: Verkostung V.I.R.G.O. & Riesling Nackenheim Rothenberg GG 2006 -2013

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 12 November 2014

IMG_5470[1]

Die Arbeitsliste 😉

Am gestrigen Nachmittag lud das Weingut Gunderloch aus Nackenheim/Rheinhessen zu einer Händler-Verkostung der aktuellen Kollektion ein. Als Schmankerl wurde anschließend eine kommentierte Verkostung der Jahrgänge 2006-2013 des Großen Gewächses aus dem Nackenheimer Rothenberg sowie des Projektes V.I.R.G.O angeboten. Und weil es allen Beteiligten so viel Spaß gemacht hat, wurden noch einige Raritäten aus dem Keller gezaubert, die das Reifepotential der Weine zeigen. Denn: noch immer werden die Top-Weine, also die Großen Gewächse viel zu früh getrunken.

Hier meine Eindrücke: Die Lage Rothenberg umfasst rund 20 ha und liegt am Nordende des Roten Hanges zwischen Nackenheim und Nierstein – direkt am Rhein. Ca. 5 ha davon bilden das Herzstück des Rothenberges. Der Rothenberg besitzt eine Hangneigung zwischen 30 und 80% und besteht aus 290 Mio. Jahren alten roten Tonschiefer-Platten. Von diesen Weinbergen, die hauptsächlich aus Steillagen bestehen, befinden sich rund 4,5 ha im Besitz der Familie Hasselbach des Weingutes Gunderloch. Der Rothenberg ist zweifelsohne unsere Markanteste Weinbergs-Lage und bringt Weine von einer packenden mineralischen Prägung, gepaart mit einem würzigen und fruchtgeladenen Spannungsbogen aus unterschiedlichsten Aromen hervor. (Text Weingut)

2006 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Botrytisjahrgang und ein recht säurestarkes Jahr. Der Wein präsentierte sich direkt nach der Flaschenfüllung sehr stramm und säurebetont Als dann der wesentlich gefälligere Jahrgang 2007 auf den Markt kam, geriet der etwas schwierige 2006er in Vergessenheit. 2014 öffnete man dann einmal wieder den 2006er und er zeigte sich nun wesentlich gereifter. Unverkennbar nachwievor die Botrytisnote, aber die Säure ist nun besser eingebunden. Zeigt in der Verbindung Botrytis und Alkohol eine leichte Schärfe am Gaumen, recht üppig wirkend, klassischerweise würde ich diesen Wein zum Essen reichen. 88/100 Pkt.

2007 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Stammt aus einem wärmeren Jahrgang ohne Bortytis; wirkt viel geschliffener, zeigt florale Noten, erdig, sehr klar und sauber, Hauch exotische Frucht, gute Länge. Ein gastronomisch perfekt einzusetzender Wein. 89/100 Pkt.

2008 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Ein Jahr mit viel Niederschlag, auch während der Lese, es war schwierig, möglichst ohne Botrytis zu lesen. Zeigt wie 2006 gewisse Schärfe, aber eher nur als Hauch spürbar, reduziert sich auch. Wirkt auf mich recht kernig, etwas schlanker und knackiger als 2007. Hat viel Zug und Animation am Gaumen, sehr gute Länge, frisch. 93/100 Pkt.

2009 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Recht warmes Jahr, wenig Botrytis. Recht feiner Duft nach weißen Beeren, auch gelbes Trockenobst. Am Gaumen samtig bis leicht ölig, Hauch Petrol, Kräuter, viel Extraktsüße, Hauch exotische Frucht, viel reife Gelbfrucht, dennoch für 2009 mit keinerlei Schwere und Opulenz aufwartend, erstaunlich feine Säure. 92/100 Pkt.

2010 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
K
ühles Jahr,. viel Regen im September vor der Lese; hochkomplexe Nase, enorme Konzentration; kompakt am Gaumen, sehr viel innere Dichte, große Konzentration, Kräuter und kandierte Zitrusfrüchte en masse. Man spürt wie bei vielen anderen GG dieses so genannten „Arschjahres“, was in dem Wein steckt. Tiefe Mineralik, grandiose, reife und verspielte Säure. Man darf gespannt sein, wann er aufrecht laufen wird, derzeit krabbelt er noch im Laufstall herum. Wird groß werden. 95/100 Pkt. 2011 Riesling Nackenheim Rothenberg GG Warmes Jahr; wirkt dennoch sehr geschliffen, hochmineralisch, pikante Säure, etwas Heu, leichte Karamellsüße, deutliche Mineralik. Etwas leichter und weniger kompakt als 2010, dafür aber früher zugänglich. 92/100 Pkt.

2012 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
„Ein Jahr der perfekten Balance“ so Agnes Hasselbach. Mir reicht für diesen Wein eigentlich nur ein Wort: Grandios! Emotional enorm berührender Wein. Gleichzeitig dicht und voll am Gaumen, viel Mineralik, Rasse, elegant, Tabak, enorm saftig, Zug und Druck. Zitrusfrucht, dunkle Beeren, Kräuter. Großartig. Muss reifen! 96/100 Pkt.

2013 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Ein schwieriges Jahr, frühe und immer wieder schnell wiederkehrende Fäulnis machten eine strenge Selektion unumgänglich, die Erntemenge war extrem niedrig. Herausgekommen ist dennoch ein spannendes, sehr elegantes GG. Gute Konzentration, verspielt am Gaumen, floral, Orangenzesten, Steinobstnoten, feine Würze. 93+/100 Pkt.

Beim Traktor fahren in den Himmel schauend und das Sternbild VIRGO (=lat. Jungfrau) sehend, so kam Johannes Hasselbach zum Namen für sein Projekt V.I.R.G.O. Es könnte aber auch „Vergoren Im Rothenberg Ganz Ohne“ heißen. Johannes wollte und will herausfinden, wie sich Weine ohne den Einfluß von Kellerflora und Kellerhefen zeigen und entwickeln. Die Riesling-Trauben stammen alle aus der GG Lage Rothenberg, die Verarbeitung findet nur im Weinberg statt, vergoren wird nur mit den Weinbergs eigenen Hefen, der Most kommt nicht mit Kellerhefen in Berührung. Die Trauben werden nach der Ernte gestampft und im Weinberg vergoren, erst nach der Vergärung kommt der Wein in den Keller des Weingutes. 2010 war der erste Jahrgang, von ihm gibt es nur noch 2 Flaschen, daher gab es ihn nicht zur Verkostung. Offiziell kommt dieser Wein auch nicht in den Handel, man denkt aber darüber nach.

2011 V.I.R.G.O.
Klare, saubere Aromatik, nicht zu fruchtüppig, Orangenzeste; wirkt fein und eher filigran, feine Mineralik. Im Vergleich zum GG Rothenberg mit Kellerflora wirkt der VIRGO auf mich etwas feiner, die Säure zeigt sich meiner Meinung auch etwas zurückhaltender. 91/100 Pkt

2012 V.I.R.G.O.
Steinige, salzige Aromatik. Jahrgangstypisch genauso kraftvoll wie sein „Bruder GG“ aus dem Keller. Wirkt in sich geschlossen, viel Energie ausstrahlend, kraftvoll, aber nicht fett, ein in sich ruhender Wein, perfekte Balance, wirkt wie selbstverständlich. Für mich auf gleichem Niveau wie das „normale“ Rothenberg GG. 96/100 Pkt.

2013 V.I.R.G.O.
Kaum vorgeklärt, recht schlank auf mich wirkend, würzig, etwas weniger kraftvoll als der 2012er V.I.R.G.O. Gute Balance. Auf mich wirkt dieser Wein etwas weniger offen wie sein „Keller-Pendant“ 92/100 Pkt.

Anschließend wurde noch die ein oder andere Flasche aus der Raritätenkammer der Hasselbachs geöffnet, besten Dank für die spendable Aktion.

1996 Riesling Auslese Rothenberg 0,75l
Wunderbar gereifter Duft nach floralen Noten und etwas Orangenzesten. Am Gaumen zu Beginn fein und rund, dann von einer markanten, frischen Säure unterlegt, saftig, etwas Würze, wiederum florale Einflüße, Hauch Malz, gute Länge. Macht viel Spaß. Nicht mehr im Verkauf. 92/100 Pkt

20141110_173538450_iOS1990 Nackenheim Rothenberg Riesling Spätlese trocken
Reifer Duft nach Orangen, etwas Zimt. Am Gaumen ungemein frisch und lebendig, keinerlei Alterungsnoten zu spüren, Potential für sicherlich weitere 5 Jahre, salzig, guter Säurebiss, tolle Länge. Zeigt das ganze Reifepotential dieser Lage. 94/100 Pkt.

1997 Nackenheim Rothenberg
Hochreifer, recht intensiver Duft von eingemachtem, gelbem Steinobst, auch am Gaumen etwas fülliger als der 90er, prägende Säurestruktur, Kräuternoten, salzig. Wunderbar gereifter Wein, hat etwas mehr Speck auf den Rippen, wird aber durch die reife, lebendige Säure gut gekontert.

 

 

20141110_183950346_iOS2009 Volnay 1er Cru Les Robardelles Domaine Philippe Boire (Melin, 21190 Auxey-Duresses) Philippe Boire produziert seit 2007 auf 3 ha 9 Cuvées, zu 95% Rotwein, er vergärt ohne Stängel. Die 1er Cru Lage Robardelles liegt nahe Meursault oberhalb von Santenay. Die Reben sind über 50 Jahre alt. Recht dunkelfarben; reifes, eher in Richtung dunkle Beerenfrüchte tendierendes Geschmacksbild, feine, runde Tannine,  dabei geschmacksintensiv am Gaumen, auch etwas Kirschfrucht, endet  auf guter Länge. Der 2007er erhielt 2 Sterne im Guide Hachette.

 

 

 

 

20141110_194924869_iOS2013 Grüner Veltliner Reserve Loiserberg 1. Lage, Weingut Jurtschitsch/Kamptal
Fülliger, recht intensiver und nach viel reifer, gelber Steinfrucht duftender Wein. Am Gaumen ebenfalls dicht, schmelzig, füllig, aber nicht fett, feine Mineralik. Guter Zug am Gaumen.

 

 

 

 

20141110_191349116_iOS

1992 Pommard Village, Dom. Vaudoisey-Creusefond
1994 Pommard-Epenots 1er Cru Dom. Vaudoisey-Creusefond
Nun, zu vorgerückter Stunde wurde dann nur noch getrunken und gequatscht, der Notizblock blieb dann mal unberührt, aus der Erinnerung heraus waren beide Pommard noch gut in Schuss, nicht hochkomplex, aber eben gut zu trinken.

Advertisements

Posted in Österreich, Deutschland, Frankreich, Gänsehaut-Weine, Weine aus aller Herren Länder | Verschlagwortet mit: , , , , , , | Leave a Comment »

2013 Riesling trocken „Edition K&M“ by Achim von Oetinger

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 4 September 2014

20140811_190756736_iOS

Achim von Oetinger bei der „Übergabe“ der ersten Flasche Edition K&M

„Achim von Oettinger, nicht nur ein großartiger Pfundskerl, sondern auch der leise Revoluzer des Rheingaus. Was er in diesem Jahrgang 2013 an Eigenständigkeit, Charakter und trotzdem klarer Rheingau-Herkunft auf die Flaschen bringt, insbesondere bei seinen Großen Gewächsen, sucht seinesgleichen“, so beschreibt es der Weinblog drunkenmonday. Zur Fassprobe im April 2014 (ja, so spät, denn Achim lässt seinen Weinen viel Zeit für ihre Entwicklung) waren wir von einem Fass Riesling derart begeistert, das wir den Winzer baten: „bitte, ändere nichts mehr an diesem Wein, drehe keine großen Schrauben mehr, lass ihn so, wie er sich jetzt präsentiert, so natürlich, so saftig, so trinkig, so ausgewogen“. Schon der Duft des Weines beeindruckte uns mächtig: herrliche reife Fruchtaromen, Pfirsich, ein Hauch Mango, aber niemals penetrant plakativ, sondern sehr reduziert und natürlich, dazu eine steinige Mineralität. Der Wein trat mit einer solch natürlichen Selbstverständlichkeit auf, was in diesem Stadium recht ungewöhnlich ist. Kein banaler Alltagssaufwein, sondern seriöses Winzerhandwerk.

Achim von Oetinger hat sich während des Ausbaus selbst in den Wein verliebt, über 100mal hat er den Most probiert und jedes Mal dachte er an den enormen Aufwand, den er für dieses Fass betrieben hat, aber das Resultat machte ihm selbst enorme Freude, zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht und bescherte ihm eine innere Zufriedenheit in seiner Seele. Alles richtig gemacht im Weinberg, viel Handarbeit, viel selektive Lese, viel Beobachten, das Entscheidende zur richtigen Zeit machen, behutsam lenken. Herausgekommen ist ein – für uns – perfekter Riesling, der uns und Ihnen enormen Trinkspaß auf hohem Niveau zum – gemessen am betriebenen Aufwand – kleinen Preis beschert.
Und weil wir diesen Wein sehr besonders empfinden und er uns so begeistert – und hoffentlich auch Sie – bekommt er von uns das Siegel K&M Edition. 900 Flaschen hat uns Achim abgefüllt, mehr wird es nicht geben, greifen Sie also zu, wir versprechen Ihnen große Trinkfreude, wer Riesling mag, wird sich in diesen Wein verlieben!

2013 Riesling trocken „Edition K&M“:
45 Jahre alte Riesling-Reben aus der Großen Gewächs-Lage Erbacher Hohenrain, gelesen von Hand nach 3-facher Selektion im Weinberg am 24.10.2013. Die Beeren wurden entrappt, nach der schonenden Pressung verblieb der Most 18 Stunden luftdicht abgedeckt mit Klarsichtfolie auf der Maische und begann anschließend seine Gärung mit den Weinbergs, – und kellereigenen Hefen. Während den nächsten 4 Monaten Bâtonnage. (Bâtonnage beschreibt das regelmäßige Aufrühren der Weinhefe überwiegend bei Weißwein, die sich nach der Gärung am Boden des Fasses oder des Tanks abgesetzt hat. Dies bringt dem Wein mehr Fülle und Cremigkeit am Gaumen sowie eine bessere Lagerfähigkeit.) Der Most wurde nicht entsäuert, vor der Füllung wurde er auch nur leicht filtriert um den vollen Geschmack der reifen Beeren zu erhalten.

Herrlicher Duft nach reifem, gelbem Stein- und Kernobst. Am Gaumen fällt einem nach dem ersten Schluck sofort die wunderbare Balance von Frucht und Säure auf, das der Wein recht trocken ausgebaut ist, fällt nicht auf, sondern das fügt sich perfekt ins harmonische Gesamtbild ein. Sobald der erste Schluck aus dem Glas Geschichte ist, fordert die Zunge per Speichelfluß sofort den nächsten Schluck. Ein untrügliches Zeichen für Trinkfluß! Da ist nichts unreifes, grünes oder unharmonisches. Man spürt am Gaumen die von der Maischestandzeit herrührende leichte Phenolik, dazu bleibt die reife Säure und die saftige Art den Wein enorm lang am Gaumen und trägt den Wein sehr lange.

Einzelflasche € 11,90, wir empfehlen Ihnen aber das in Deutschland (ohne Inseln) versandkostenfreie 6er Paket zu € 65,40.

Das meinen unsere Kunden zu dem Wein

Das meinen Kunden und/oder Bloggerkollegen aus dem Social Media:
Peter Jakob: Zur Einstimmung auf den heutigen Fußballabend. Die Edition K&M von Achim von Oetinger. Mich hatten schon seine GGs in Wiesbaden begeistert. Richtig gut ist ein Winzer aber erst, wenn auch die Gutsweine überzeugen. Und dieser tut dies voll und ganz. Jetzt muss heute Abend nur noch der BVB ähnlich überzeugend sein.

Christoph Raffelt auf seinem Blogg „Originalverkorkt“

Als kürzlich das diesjährige Vinocamp stattfand, hat ein Teil des Rahmenprogramms, nämlich das Get-Together in der Gutsschänke der Ritter und Edlen von Oetinger stattgefunden. Das hört sich adliger an als es heute ist. Achim von Oetinger ist ein handfester Kerl und einer, der in den letzten Jahren ziemlich viel verändert hat, um zu einer neuen Qualität im Weinberg und im Wein zu gelangen. Leider war ich zu spät beim Get-Together, um noch an der Kellerführung teilnehmen zu können. Dafür habe ich damals einige Weine probiert, die ich schon ziemlich bemerkenswert fand. Armin Busch und Bernd Klingenbrunn von K & M Gutsweine in Frankfurt haben mir nun, bildlich gesprochen, eine Sonderedition auf den Tisch gestellt („Hey, probier mal, wir sind gespannt, was du davon hältst.“) und ich dachte mir, bevor ich jetzt morgen zum VDP nach Wiesbaden fahre, um mich dort in Ruhe den ganzen Großen Gewächsen zu widmen, trinke ich in Ruhe noch mal einen Schluck Riesling aus diesem Rheingauer VDP-Betrieb.

Copyright by Christoph Raffelt

Copyright by Christoph Raffelt

In der Nase finden sich rauchige Noten, gelbe Früchte und steinige Würze. Es duftet verhalten, aber dieses Verhaltene hat einen Drang, den man spürt. Der Wein wirkt ein wenig gefesselt, noch unentschlossen aber kraftvoll. Am Gaumen findet sich diese Kraft viel deutlicher als in der Nase. Hier findet sich reife, aber keineswegs überreife Frucht, gepaart mit ordentlicher, knackiger Säure, die den Riesling trägt und die er braucht, denn der Wein hat Stoff, hat Phenole, hat Würze. Steinobstfrucht und Kernfrucht ist in diesem Rieslingtypus gar nicht mehr entscheidend, hier geht es um Stoffigkeit mit Balance, um Kraft die durch eine längere Maischestandzeit erzeugt wird. Dies ist ein Wein, der in einer gewissen Weise streng ist und kühl und den man trotzdem Schluck für Schluck genießt. Dies ist kein Gutswein im eigentlichen Sinne, das ist deutlich mehr. Das schmeckt man und das wird auch klar, wenn man liest, welcher Aufwand betrieben wurde. Dass Armin Busch und Bernd Klingenbrunn begeistert sind, kann ich da voll und ganz verstehen. Allerdings würde ich dem Wein ein bisschen weitere Reifezeit im Keller gönnen, um sich noch ein wenig weiter zu entwickeln. Das dürfte dem Jungspund nicht schaden.

Den Wein gibt es bei K & M Gutsweine. Eine der 900 Flaschen kostet € 11.90. Sechs gibt es für € 65.40.

Pressestimmen zu den 2013er GG´s
2013 Marcobrunn GG
2013 Siegelsberg GG
2013 Hohenrain GG

Stuart Pigott:
Stuart Pigott @PigottRiesling: discovery! Congrats to Achim von Oetinger(Erbach/Rheingau) for 3 delicious dry #Riesling GGs. Prinz, Weil + Kuenstler also top!

Dirk Würtz:
Den Preis für absolute Kompromisslosigkeit gewinnt in diesem Jahr, wieder einmal, Achim von Oetinger – kurz “Ö” genannt. Der “Marcobrunn” steht wie ein Bunker. Fest, kantig und uneinnehmbar. Wer so etwas mag, wird es lieben. Ich mag das sehr! Gleiches gilt für den “Siegelsberg”, der noch einmal mit seiner fantastischen Phenolstruktur auftrumpft. “Ö” gehört für mich zu den Besten!

Paul Truszkowski-drunkenmonday:
Achim von Oetinger, nicht nur ein großartiger Pfundskerl, sondern auch der leise Revoluzer des Rheingaus. Was er in diesem Jahrgang an Eigenständigkeit, Charakter und trotzdem klarer Rheingau-Herkunft auf die Flaschen bringt sucht seinesgleichen. Der Hohenrain verbindet Charakter und Eigenständigkeit, ist aber trotzdem ganz klar als Rheingauer zu erkennen. Noch nicht ganz beieinander, aber hat ja auch noch Zeit. Gerne würde ich ihn in zehn Jahren probieren. Der Siegelsberg ist frisch & klar wie ein Gebirgsbach (Stichwort: “Frische Sommerluft nach Regenguß”). Dagegen ist der Marcobrunn ein Mann von Wein: Griffige Phenolik, Spannung am Gaumen und eine Struktur zum Kauen. Saugut.

Felix Bodmann – der Schnutentunker:
Es ist langweilig, aber Robert Weil fliegt mal wieder am höchsten. Der Wein ist kräftiger als frühere Jahrgänge aber immer noch sehr elegant. Neu für mich ist, dass Weil sich die Flughöhe teilen muss. Kesseler hat einen Schlossberg, der leichter aber genau so gut ist, Ritter und Edler von Oetinger kommt mit dem Siegelsberg ganz nah und hat gleich noch zwei weitere Flieger am Himmel; Hohenrain und Marcobrunn müsste ich aber in größeren Mengen im Glas haben um ein finales Urteil zu fällen.
Wer von Oetinger ignoriert, ist selber schuld. Er ist der Aufsteiger des Jahres, denn zwei so starke Auftritte hintereinander haben nichts mit Glück zu tun.
„Herrje, der Rheingau! Robert Weil dieses Jahr etwas dicker aber großartig. Kesselers Schlossberg schlanker und fast genau so großartig. Den Eindruck von letztem Jahr bestätigt und ganz vorne dabei: von Oetinger.

Christoph Raffelt | originalverkorkt.de:
……und in diesem Jahr vor allem bei Achim von Oetinger. Achim von Oetinger hat wohl von allen am meisten Gas gegeben, denn er trat mit dem Marcobrunn, dem Siegelsberg und dem Hohenrain an und alle drei Weine sind Knaller. Alle haben von allem viel – viel Saft, viel Reife, viel Säure, viel Phenole, viel Würze. Aber da ist nirgendwo zu viel und es ist alles balanciert. Der Wein erinnerte mich spontan an den Auftakt zu Film Planet der Affen 2001: Odyssee im Weltraum. Im Hintergrund beginnt Strauss‘ Also sprach Zarathustra, die Sonne geht auf und der Blick fällt aus der Froschperspektive auf einen großen Monolithen. Nur, dass das in diesem Fall der Marcobrunn von Oetinger war – in der Jeroboam, um im Bild zu bleiben. Ein kantiger Monolith, der noch viel Zeit braucht.

Nikolas Rechenberg | nikos-weinwelten.de:
Auch der Rheingau ist wieder im Kommen, erlebt einen schönen Aufbruch – die Weine sind sehr dicht und animierend, eine geschlossene Reihe ohne viele Ausreißer. Im Rheingau überzeugten der Jesuitengarten und Rothenberg von Geheimrat J. Wegeler und die Weine von Ress, Künstler, Kesseler und Weil, aber auch Barth, Achim von Oetinger, Prinz, August Eser und Baron Knyphausen sorgten für echte Überraschungen.

Sascha Speicher:
„Noch eine Ergänzung zum Rheingau. Dort ist der Aufschwung wirklich bemerkenswert. Es wird experimentiert, wie bei den GGs von Spreitzer zu schmecken. Das hat zum Teil funktioniert, ging aber auch bei zwei Weinen etwas daneben. Egal. Der Mut ist großartig. Die Überraschung des Jahres waren die Weine von Achim von Oetinger. Wobei: so richtig überraschend kam das gar nicht. Nur vielleicht in der Breite mit drei Topweinen nicht ganz zu erwarten.

Christian Schiller:
Rheingau – 56 wines, unchanged from last year.
There was less Rheingau bashing this year than in previous years.Some people were talking about a Rheingau turn-around.
In that context, a name that came up again and again was that of Achim von Oetinger, the charming winemaker and owner of Weingut Achim von Oetinger. He presented 3 wines: Marcobrunn, Siegelsberg and Hohenrain. I liked in particular the Marcobrunn: superb balance of fruit and acid, with some minerality and a very long finish.

Dirk Würtz: … wieder einmal, Achim von Oetinger … gehört für mich zu den Besten!

Unfortunately, the wines of Achim von Oetinger are not available in the US. Achim says, he is too small for exporting to the US. We have to convince him of the opposite. He can do it!

Mario Scheuermann | weinreporter.de:
„Im Rheingau war meine Ausbeute an grossen Weinen am reichsten. Hier meine fünf Favoriten des heutigen Tages. Stilistische Vielfalt und Terroirausprägung auf hohem Niveau: ……2013 Marcobrunn GG

Posted in Deutschland, Weine aus aller Herren Länder | Verschlagwortet mit: , , , , , , , , | Leave a Comment »

Große Gewächs Präsentation 2014 in Wiesbaden – Berichte der Verkoster vor Ort

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 26 August 2014

Seit Montag laufen die Verkostungen der Großen Gewächse des VDP. Bei den Weißweinen steht der 2013er auf dem Prüfstand, bei den Rotweinen 2012.

Hier fasse ich laufend atualisiert die Kommentare anderer Blogs zusammen, da von K&M keiner vor Ort ist. Wir gehen unserem Geschäft in unseren Läden nach. K&M wird sich am Mittwoch, den 27.8.14 in Mainz mit den GG aus Rheinhessen sowie am 8.9.2014 in Berlin mit allen GGs aus Deutschland beschäftigen und auch berichten.

Dirk Würtz – Alles über Wein und den Rest der Welt…
VDP Große Gewächse Teil 1
VDP Große Gewächse Teil 2

Nico Rechenbach -Gourmetwelten

Weinreporter Mario Scheuermann
VDP GG 2012 Ahr
VDP GG 2012 Lemberger
VDP GG 2013 Silvaner
VDP GG 2013 Württemberg
VDP GG 2013 Nahe
VDP GG 2013 Mittelrhein
VDP GG 2013 Baden

VDP GG 2013 Rheinhessen

Christian Schiller – Schiller-Wine

Felix Bodtmann (Der Schnutentunker)
Teil 1: Mittelrhein, Rheinhessen, Nahe, Rheingau
Teil 2: Riesling aus dem Rest der Republik
Teil 3: Spätburgunder

Oliver Bock (Rheingauer Weinschmecker)

Paul Truszkowski (Drunkenmonday)
Mittelrhein & Rheingau

Markus Vahlefeld
Teil 1 Rheingau

Teil 2 Mosel – Nahe
Teil 3 Rheinhessen

Sascha Speicher: (Meininger Verlag)
Noch eine Ergänzung zum Rheingau. Dort ist der Aufschwung wirklich bemerkenswert. Es wird experimentiert, wie bei den GGs von Spreitzer zu schmecken. Das hat zum Teil funktioniert, ging aber auch bei zwei Weinen etwas daneben. Egal. Der Mut ist großartig. Die Überraschung des Jahres waren die Weine von Achim von Oetinger. Wobei: so richtig überraschend kam das gar nicht. Nur vielleicht in der Breite mit drei Topweinen nicht ganz zu erwarten. Leitz erstmals dabei und gleich ganz weit vorne. Und dann die beiden großen Namen, Schloss Johannisberg und Robert Weil, mit zwei klasse GGs. Schloss Johannisberg für mich der beste Rheingauer.

Christoph Raffelt – Originalverkorkt

Hier geht es zu den Notizen Rheinhessen & Pfalz

Hier geht es zu den Notizen Rheingau & Nahe

Hier geht es zu den Notizen Mosel, Mittelrhein, Franken, Baden & Württemberg

Hier geht es zur Erläuterung, was ein Großes Gewächs überhaupt ist

Posted in Deutschland, K&M Weine - Presseschau, Weine aus aller Herren Länder | Verschlagwortet mit: , , , , , , , , , , , , , , | Leave a Comment »

Sven Klundt: die Weinentdeckung aus der Südpfalz

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 22 August 2014

Huffington Post / Markus Vahlefeld vom 22.8.2014

In wenigen Tagen endet der jährliche Riesling-Marathon mit der Vorstellung der besten trockenen Weine Deutschlands. Diese „Grosse Gewächse“ genannten Weine dürfen nach den Statuten des Verbands deutscher Prädikatsweingüter (VDP) nicht vor dem 1. September in den Handel gebracht werden.

Natürlich scharren alle – Winzer, Händler und Schreiberlinge – bereits mit den Hufen, endlich den letzten und entscheidenden Einblick in den Jahrgang 2013 zu erhalten. Dass der Jahrgang etwas kühl geraten war und dementsprechend die Säure in den Weinen eher hoch, dazu brauchte es keine Hellseher-Glaskugel. Die entscheidende Frage jedoch ist immer noch: Wie ist die Elite der deutschen Spitzenwinzer mit dem Jahrgang umgegangen? Und bis die Top-Weine auf dem Markt sind, lässt sich diese Frage nicht beantworten. Nächste Woche dazu mehr.

250pxSven_ProfilbildkleinEiner der Winzer, die mit dem Jahrgang 2013 richtig gut umgegangen sind, ist Sven Klundt aus der Südpfalz. Seit einigen Jahren ist der inzwischen 30jährige Winzer für das elterliche Weingut verantwortlich. Aufgefallen waren mir seine Weine zum ersten Mal, als einer seiner Rieslinge inmitten einer Blindprobe der besten trockenen Rieslinge Deutschlands ganz vorne landete. Das war mit dem Jahrgang 2012. Dazu muss man wissen, dass Sven Klundt nicht zum elitären Club der VDP-Winzer gehört. Deswegen stehen seine Weine nicht im medialen Rampenlicht, kosten dafür aber auch nur die Hälfte. Wenn überhaupt.

Ein gelungener Jahrgang macht bekanntlich noch keinen Sommer. Umso gespannter durfte man sein, was das Weingut Klundt mit einem etwas komplizierteren Jahrgang wie dem aus 2013 auf die Flasche bringt. So viel vorweg: Was Sven Klundt mit dem Jahrgang 2012 zeigte, setzt er mit dem 2013er Jahrgang nahtlos fort. Diesmal haben es mir seine Weißburgunder angetan. Da ist der Obsession Weißburgunder aus 2013, der frisch und klar daherkommt, die Säure aber gut vom Körper gepuffert wird. Etwas reifer und voller dagegen ist sein Weißburgunder aus der Einzellage Wacholderberg. Was beide Weine verbindet: sie haben nicht in Holzfässern gelegen und lassen die Traubensorte sehr eindringlich in den Vordergrund treten.

Weißburgunder steht etwas im Schatten seines bekannteren Bruders, dem Grauburgunder, der in Deutschland in Form des italienischen Pinot Grigio traurige Berühmtheit erlangt hat. Jeder kennt Pinot Grigio, aber die wenigsten kennen den Pinot Blanc oder Weißburgunder. Dabei ist Weißburgunder die bei weitem interessantere und spannendere Rebsorte. Denn sie hat auch ohne Restzucker und kellertechnische Maßnahmen im Wein einen ausgeprägten Fruchtcharakter, dem ein restlos trockener Körper sehr gut steht. Während der Grauburgunder einen Hang zur Neutralität besitzt und deswegen mit fast jedem Essen harmoniert, ist der Weißburgunder wählerischer. Wenn er dann aber passt, ist es ein Erlebnis.

WB_Obsession_shopWacholderbergProbieren Sie den Klundtschen Weißburgunder Obsession zu einem hellen Fisch in Sahnesauce. Fügen Sie der Sauce ein paar Kapern dazu, und um es einfach zu halten, dünsten Sie ein wenig Broccoli und bestreuen ihn mit gerösteten Mandelsplittern. Die Fruchtnoten des Weins nach Birne und etwas weißem Pfirsich setzen den spannenden Kontrapunkt zu der eher sämigen Sauce, während der fein-würzige Nusston des Weißburgunders mit den dunkleren Mandelsplittern im Broccoli harmoniert. Verfeinern Sie das Gericht auf jede erdenkliche Art, denn der Klundtsche Weißburgunder passt auch durchaus zu kulinarisch ambitionierterem Essen. Er ist so gut, dass er sich selbst zu festlichen Anlässen nicht verstecken muss. Die haben dann jedoch den Weißburgunder aus dem Wacholderberg verdient. Und beide zu einem unschlagbaren Preis!

Meine Empfehlung: Weingut Klundt Weißburgunder Obsession 2013 zu 8,50 Euro und Weißburgunder Wacholderberg 2013 zu 11 Euro, zu beziehen über: K&M Gutsweine www.gutsweine.com

Posted in Deutschland, K&M Weine - Presseschau, Weine aus aller Herren Länder | Verschlagwortet mit: , , , , , , , | Leave a Comment »

(Nord) – Baden´s Neue Schätze: Weingut Sven Nieger / Varnhalt

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 18 September 2013

Besuch bei Weingut Sven Nieger – Baden /Ortenau/Varnhalt

Wenn man in der letzten Zeit eine gewisse Aufbruchstimmung im Rheingau verspürt, so hat man im nördlichen Anbaugebiet Badens, der Ortenau, im Besonderen im Baden-Sven NiegerBadener Rebland nicht unbedingt das Gefühl, das sich dort etwas tut, wenn man sich in der Weinszene in den bekannten Medien bewegt. Der Landstrich ist nach wie vor von Winzergenossenschaften dominiert, wenn auch hier in letzter Zeit die ein oder andere geschlossen bzw. vom größeren Mitbewerber geschluckt oder fusioniert wurde. Neben WG´s gibt es noch das bekannte Schloss Neuweier, wo mittlerweile einen neue Mannschaft am Start ist, da bleibt abzuwarten, wie sich das Weingut in der Zukunft ausrichtet.
Die wenigen selbstständigen, schon länger bekannten guten, erfolgreich und individuell arbeitenden Winzer der Region Rebland aber kennt man (Alex Laible, Holger Dütsch, Johannes Kopp , eventuell noch Schloss Eberstein etc.). Ab und an entdeckt man dann auch selbst einen neuen Winzer, so wie vor 2 Jahren auf der Badischen Weinmesse in Offenburg das Weingut Fröhlich-Leonetti aus Neuweier oder an anderer Stelle Maier aus Baden-Baden-Haueneberstein. Wenn man dann aber als gebürtiger und der Region verbundener Gernsbacher (bei Baden-Baden) von einem neuen Winzer aus der Region liest, von dem man aber noch nie etwas gehört hat und dieser gleichzeitig sehr hohe, auf Top-Großen Gewächse-Niveau stehende Bewertungen der Zeitschrift Falstaff erhält, wird man hellhörig und natürlich auch neugierig. Und da sowieso der Besuch der Heimat anlässlich des Gernsbacher Altstadtfestes anstand, machten wir am Samstagvormittag einen Ausflug ins Baden-Badener Rebland nach Varnhalt, um Sven Nieger einen Besuch abzustatten.

Schon die Fahrt von Baden-Baden über das Hofgut Fremersberg macht trotz des schlechten Wetters (leichter Nieselregen) zumindest optisch Spaß. Am Varnhalter Feigenwäldchen öffnet sich rechter Hand diese wunderbare, fast Amphitheater angelegte Lage und bietet einen tollen Anblick. Kurz vor Varnhalt dann ein herrlich Blick über die gesamte Region mit den imposanten Weinbergen rund um den Varnhalter Klosterbergfelsen, wo Sven Nieger im Kernstück der Ur-Lage beste Parzellen gepachtet hat, wie er uns später bei einer Rundfahrt durch die Weinberge Varnhalts und Neuweiers schildert.  Auch die Riesling- und Pinottrauben am Stock sind sehr lockerbeerig und nicht gerade in riesiger Anzahl vorhanden, wenn man das mal mit den Trauben der Nachbarparzellen vergleicht. Derzeit macht ihm das Wetter etwas Sorgen (regnerisch, etwas schwül, feucht, vereinzelte Fäulnisnester wurden gesichtet) aber alles in allem schaut es noch gut aus, die langfristige Wetterprognose sagt zumindest trockenes Wetter voraus.

Sven Niegers Weingut (ca 3,0 ha Rebfläche, steigend) existiert erst seit knapp 2 Jahren, der 31 jährige hat die 2012er Kollektion noch neben seiner Anstellung bei Schloss Neuweier im Nebenerwerb vinifiziert. Ein abgeschlossenes Studium in Geisenheim (übrigens mit unserer Winzerin Eva Vollmer) sowie Praktika und Stationen beim Pfälzer Weingut Siener und eine kurze Stippvisite bei Schloss Neuweier stehen in seinem Lebenslauf. Auslandserfahrung sammelte er beim Weingut Salomon-Undhof (Kremstal) sowie in Marlborough/Neuseeland beim Weingut Framingham. Seit 5 Monaten (am 8. Mai wurde das Weingut offiziell eingeweiht) ist er nun nicht nur stolzer Papa, sondern im Vollerwerb als Winzer tätig. Und man merkt ihm die Freude bei der Rundfahrt an, er zeigt uns brachliegende Flächen, die er demnächst pachten bzw. kaufen will, alles Steillagen, die nur manuell zu bewirtschaften sind und die keiner mehr bewirtschaften will, zum Teil werden auch noch Flächen mit altem Rebbestand dazugekauft, mit zum Teil 50-60 jährigen Rieslingreben bestockt. Wo andere Winzer Flächen haben veröden lassen, pachtet oder kauft er diese, um dieser Region mit seinen „Neuen Badischen Schätzen“ wieder etwas mehr Schwung zu verleihen. „Alles ist etwas eingerostet in dieser Region“, kein oder nur eine verschwindend geringe Anzahl an Winzernachwuchs ist da, der die Region wieder ins Bewusstsein des Weinfreundes zurückführt. Auch das gemeinsame Vermarkten der Region sei hier ein Problem, er wünscht sich mehr
gemeinsame Aktionen, sei es Winzerfeste oder ähnliches in der und für die Region. Etwas neidisch blickt er da über den Berg Richtung Süd-Pfalz, wo es so schöne Feste gibt wie den Birkweiler Weinfrühling oder das Ilbesheimer Kalmitfest, wo es die Winzer exzellent verstehen, Kulinarik und Wein für Jung und Alt auf ganz einfache Weise zu zelebrieren. „So etwas fehlt hier“. Aber auch daran will er etwas ändern…

Apropos Kulinarik. Die Weine sind schon in einigen Toprestaurants der Region vertreten. Hotel Dollenberg in Bad Peterstal, Sackmann und Bareiss in Baierbronn, die Traube in-Tonbach hat auch schon angeklopft.
Ingesamt gibt es derzeit 4 Weine aus den Lagen Varnhalter Klosterbergfelsen, Neuweierer Mauerberg, Umweger Stich den Buben, sowie einen trockenen Gutswein, allesamt Rieslinge, alle normal mit Reinzuchthefen vergoren, alle aus dem Stahltank, sehr niedrige Erträge, minimal fitriert, alles in allem wird so wenig wie möglich im Keller eingegriffen. Dort schlummert übrigens noch in einem Taransaud-Fass ein Pinot Noir.
Probenotizen
2012er Rieslinge von Sven Nieger2012 Riesling trocken 12% Alk.
Sven Niegers „Gutswein“. Zart gelbes Steinobst, auch helle Früchte im Duft. Am Gaumen feine Säure, sehr saftige, unaufdringliche Frucht, zart-würzige Noten, etwas Tabak, gut austariert, entwickelt eine gute Länge und auch Druck. Tolle Qualität für einen „einfachen Gutswein“, dabei sehr natürliche, sehr selbstverständliche Art. Macht Spaß, sehr trinkig, auch ohne Essen. 88/100 Pkt.

2012 Riesling Stich den Buben
Sehr feinduftig, nichts aufdringliches, kein Primärfruchtbomber, man schmeckt die etwas höhere Reife zum Vorwein (diesen hätte er gerne eine Woche später gelesen) ; zeigt eine feine Kräuternote, wirkt kühl, gut im Gleichgewicht von Frucht, Säure und Restzucker, analytisch an der Grenze zu halbtrocken mit 8,5g RZ; aber der Wein ist so harmonisch in sich, dass der Wert eher nebensächlich ist. Spricht sicher auch den „Ich will nur trockenen Riesling-Trinker“ an. 87/100 Pkt.

2012 Riesling Klosterberg trocken 13% Alk.
Wiederum sehr unaufdringliche Frucht, etwas Exotik (Sternfrucht), etwas Aprikose, Kräuter, Citrus, mineralisches Fundament. Am Gaumen ungemein vielschichtig und gleichzeitig spielerisch, wirkt einerseits schlank, sehr klar und auf den Punkt fokussiert, zeigt sich sehr harmonisch, aber niemals langweilig. Feiner Säurebogen, ungemein vielschichtig, drückt und schiebt am Gaumen und im Nachhall, sehr elegant, im Finish enorme Länge, trocken ausgebaut, 1g Restzucker.  93/100 Pkt.

2012 Riesling Neuweier Mauerberg trocken 13% Alk.
Bei diesem Wein schleicht sich etwas Rotfruchtiges ein, wie ich es eher vom Roten Hang oder vom Kastanienbusch aus Birkweiler kenne. Dazu aber auch ein feiner Fruchtmix von reifem, gelben Stein- und Kernobst (Quitte, Marille, gelber Apfel). Am Gaumen von großer Dichte, mundfüllend, reife Frucht, salzige Mineralik, schiebt und drückt ohne Ende, große Länge, komplett trockenes Finish, ein Athlet ohne ein Gramm Fett. Großes Potential! 94/100 Pkt.

Ich muss schon lange zurückdenken, wann mich Weine aus meiner Heimat derart beeindruckt haben. Daher ist es mir auch ein dringendes Bedürfnis, diese Eindrücke zu Papier zu bringen, denn die Weine und der Winzer haben es sicherlich verdient. Ich hoffe inständig, dass es Sven Nieger schafft, seine Vision und Idee zu stemmen, noch ist er ein Einzelkämpfer in der Region, aber sollte er es schaffen, dann sollte es doch dieser wunderschönen Region und einigen jungen Winzern Mut geben, es auch zu probieren. Und das er auch noch glühender KSC-Fan ist, macht ihn noch sympathischer 😉

Sven Nieger auf Facebook, Homepage
Aktuelle Falstaff-Bewertungen

Posted in Deutschland, Gänsehaut-Weine, K&M on Tour | Verschlagwortet mit: , , , , , , , , , | Leave a Comment »

Ein Genuss mit Laible und Seele – Menüabend mit Alexander Laible

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 15 September 2013

Foto-Copyright by R. Müller

Blogger „Düsenschrieb“ hat den Menübend mit Alexander Laible am 23 August 2013 genussvoll beschrieben

Zugegeben, der 23. August ist schon ein bisserl her. Aber aus vielerlei Gründen ist er mir in schmackhafter Erinnerung geblieben. An jenem Freitag haben wir uns nämlich nach spontaner Anmeldung in den Räumen unserer bevorzugten Weinhandlung in Frankfurt, K&M Gutsweine in der Hamburger Allee 37, zu einem ‘Badischen Menü mit Alexander Laible’ eingefunden – bestehend aus 5 Gängen und 8 Weinen.

Hier bitte weiterlesen.

http://www.duesenschrieb.de/2013/09/03/ein-genuss-mit-laible-und-seele/#more-2745

Posted in Deutschland, K&M Essen & Trinken, K&M GutsWeinProben, K&M Veranstaltungen | Verschlagwortet mit: , , , , , , | Leave a Comment »

Domaine de La Biscarelle – Châteuneuf-du-Pape

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 28 Februar 2013

Die Entdeckung des Jahres 2013 – (Revue du Vin de France)
Domaine de La Biscarelle / Châteauneuf-du-Pape / Rhône
(bereits seit 2011 im K&M Programm)

IMG_0419Das renommierte französische Weinmagazin La Revue du Vin de France vergibt jedes Jahr die TROPHÉES DU VIN für die Entdeckung des Jahres. 2013 „erwischte“ es unsere Domaine de La Biscarelle, die wir bereits seit 2011 im Programm führen und die erst den 5. Jahrgang produzieren.
Das Magazin schreibt u.a.: „Auf der Domaine de La Biscarelle produzieren Christelle und Jérôme Grieco Rotweine voller Charakter, darunter eine Perle, den Chateauneuf du Pape „Les Anglaises“.
Das hat auch einen wichtigen Grund, denn nur in diesen Wein gelangen die über 100 Jahre alten Reben, 1904 gepflanzt. Früher wurden diese extrem begehrten Trauben an die großen Häuser verkauft, seit 2007 aber entsteht daraus der Top-Wein des Hauses, der „Les Anglaises“

Für einige der alteingesessenen Winzerfamilien ist Jerôme so etwas wie ein Rebell, denn als Autodidakt begann er seine Passion gleich mit einer einschneidenden Veränderung. Entgegen der modernen Weinbereitung, alle Trauben von den Stängeln und Stielen zu trennen, entrappt er seine Trauben – wie bei Château Rayas – nicht. Auch im Ausbau geht er den anderen Weg, sein Wein sieht kein Holz, er baut diesen ausschließlich in Zement-Tanks aus. Seine Weine sind erstaunlich elegant, wirken sehr burgundisch mit Frische und Biss, die Tannine sind wunderbar samtig, der Wein wirkt auch nicht modern überextrahiert, ist dennoch dicht in seiner Aromatik und sehr gut ausbalanciert. „Der Wein wird im Weinberg gemacht“, so sein Credo, „im Keller sollte man nur noch minimal eingreifen“.

Etikette2010 Châteauneuf du Pape Cuvée Les Anglaises
Schöne, tiefdunkle Farbe mit leicht bläulichen Reflexen am Rand. Die erste Nase ist herrlich voll und intensiv spürbar, sehr vielschichtige, komplexe, intensive Aromen von Lakritz und dunklen Früchten. Mit zunehmender Verweildauer im Glas entwickeln sich zusätzlich würzige Noten wie schwarzer Pfeffer und dunkle Waldfrüchte (Brombeeren, schwarze Johannisbeeren) sowie Noten von Unterholz. Am Gaumen tief und komplex, „ein Maul voll Wein“, schöne, reichhaltige Aromatik von dunklen Beeren und Lakritze. Wirkt sehr ausgewogen, der Nachhall ist lang anhaltend, der Wein zeigt sich elegant und charaktervoll.

Posted in Frankreich, K&M Weine - Presseschau | Verschlagwortet mit: , , , , , , | 1 Comment »

Burgund ganz in Weiss – Die Weinkolumne der WAMS & CaptainCork über Romaric Chavy/Burgund

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 26 Juli 2012

Günstiges Burgund: Ganz in Weiß

Der Captain berichtet aus einer seiner Lieblingsregionen über seine Lieblingsreligion: Fetten Chardonnay aus der Burgund. Dort hat er ein neues Weingut entdeckt, dass so gut wie die besten ist. Aber (noch) nicht so teuer.
Hier weiterlesen.

Zur Einführung gibt es auf die beiden Top-Weine St. Aubin und Puligny-Montrachet einen 10 %igen Einführungsrabatt.

WAMS Kolumne

Domaine Huber & Romaric Chavy-Chouet  (Burgund)

Romaric Chavy

NEU BEI K&M!

Eine Entdeckung der Fachmesse „Grand Jour de Bourgogne 2012“

Das Weingut entstand durch den Zusammenschluss zweier Weingüter in Puligny-Montrachet und Meursault, heute bewirtschaften Vater Hubert und Sohn Romaric Chavy in 6. und 7. Generation 13ha Reben in besten 1er Cru Lagen von Meursault, Puligny Montrachet, St. Aubin, Volnay und Pommard. Der Schwerpunkt der Weingärten befindet sich in den besten Parzellen von Puligny und Meursault. Es werden hauptsächlich Weißweine aus der Rebsorte Chardonnay erzeugt, dazu rote Burgunder in Pommard und Volnay aus der edlen Pinot Noir Rebe.

Auf der Domaine Chavy-Chouet geht man eher pragmatisch an die Weinerzeugung. Obwohl man sowohl im Weinberg als auch im Keller auf größtmögliche Natürlichkeit der Produktion achtet, will man sich nicht kategorisch auf organische oder gar biodynaische Erzeugung festlegen, sondern lieber entsprechend den Wetterverhältnissen eines Jahres reagieren können. Denn im Zentrum allen Handelns der Familie Chavy steht die Gesundheit und Reife der Trauben und folglich die Qualität des Weins in der Flasche. So wurde z.B. im Hitzejahr 2003 darauf geachtet, dass möglichst alle Trauben durch Laub beschattet blieben, während man in regnerischen Jahren konsequent die Traubenzone entblättert hat, die Trauben teilweise halbiert wurden um sie möglichst lockerbeerig zu halten, gleichzeitig hat man die Laubwand um 30 – 50 cm höher wachsen lassen um genug Blätter für eine ausreichende Photosynthese zu erhalten.

Auch beim Thema traditioneller Kellerausbau oder nutzen moderner Technik lassen sich Vater und Sohn Chavy nicht auf ein entweder oder ein, lieber suchen sie sich das aus, was aus ihrer Sicht das Beste für die Qualität ihrer Weine ist. Und diese gibt den beiden in höchstem Maße Recht! Ihre Weine spiegeln auf das feinste das jeweilige Terroir wieder, von dem sie stammen, schon jung begeistern sie mit einer großartigen Struktur, fester Mineralik und animierend frischer Frucht, die ganze Klasse zeigt sich aber fast immer erst nach einigen Jahren Reife, dann erfährt man hier die ganze Klasse der edlen weißen Burgunderweine.

Bourgogne Aujourd´hui (6.6.2012)

Das französische Weinfachmagazin Bourgogne Aujourd´hui (Ausgabe Juni/Juli 2012) feiert Romaric Chavy als Entdeckung an der Cotes des Beaune, Bereiche St. Aubin, Mersault, Chassagne-Montrachet, Puligny-Montrachet vom Village Wein bis zum Grand Cru. Die Bewertungen beziehen sich auf den Jahrgang 2011. Wir haben aus 2011 den „Femelottes“. 2010 gilt im Burgund als sehr großes Jahr mit enorm lagerfähigen Weinen, selbst viele Winzer ziehen 2010 dem 2009er vor, lezterer erbrachte doch recht mollige, schwere Weine hervor, während 2010 sich durch eine großartige Balance von Reife, Säure, Extrakt auszeichnet. Einfach ein perfekter Jahrgang! Romaric ist mit dem 2010er ab Hof komplett ausverkauft, die 2011er 1er Crus kommen im September in den Verkauf.

Unser Sortiment beinhaltet 3 Wein(e) vom Erzeuger
>>Chavy-Chouet<<

DIREKT zu den Weinen des Winzers.

Verkostung der Weine am 9.8.12 // 18-21 h Laden Nordend
Verkostung der Weine am 10.8.12 // 17-21 h Laden Bockenheim

P.S. Die Weine von Michel Martin / Cote d´Or und Cheveau / Pouilly-Fuissé sollten Sie nicht versäumen, auch hier gab es schon einige Empfehlungen seitens kundiger Weinjournalisten!!

Posted in Frankreich, Gänsehaut-Weine, K&M Weine - Presseschau | Verschlagwortet mit: , , , , , | Leave a Comment »

Nicht einfach nur Wein! Unser Rosé des Jahres 2012!

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 10 Juli 2012

BildWunderschönes Rosé. In der Nase dunkle Früchte, etwas Brombeere. Keiner dieser kitschigen Fruchtplörren, die nach allen möglichen unnatürlichen Düften aus der Dropsdose riechen, sondern seriöser deutscher Rosé aus der edlen Spätburgunder und etwas St. Laurent. Trinkspaß garantiert.

10.07.12 WEINLEUTE 3  

Die Weine des Andreas Durst

Er ist Fotograf, Nebenerwerbswinzer und ein Star der sozialen Medien. Und obwohl er nur 5000 hervorragende Flaschen füllt, ist er nach wie vor nicht ausverkauft. Da kann sich der Captain nur wundern. Mit einer Fotostrecke von Rachel Wirth.

Mehr Infos auf Captain Kork

http://www.captaincork.com/Weinleute/die-weine-des-andreas-durst

Und hier gibt es Ihn zu kaufen
http://www.gutsweine.com/gutsweine/p10210.php?SA_ID=485

Posted in Deutschland, Gänsehaut-Weine, K&M Weine - Presseschau | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »

1. K&M Hausmesse am 5.5.12 – das Weinevent in Frankfurt

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 2 Mai 2012

K&M Hausmesse am 5.5.12 14-21 Uhr
Samstag, 05.05.2012 / 14:00-21:00
1. K&M Frühjahrs-Hausmesse
Ort: KETAO Hanauer Landstrasse 186, 60314 Frankfurt
Kosten: 19 € Vorverkauf / 25 € (Tageskasse)

Karten in beiden Läden erhältlich.
Im Preis inbegriffen ist ein hochwertiges Stölzle Verkostungsglas.

Wir präsentieren Ihnen auf unserer 1. Frühjahrs-Hausmesse ca. 20 deutsche Weingüter, von der Entdeckung des Jahres bis zum hoch-dekorierten VDP Weingut. Knapp 100 Weine zum Verkosten, ein Flying Buffet aus der Aromaküche von KETAO Chef Markus Liebethal sowie viele spannende Gespräche warten auf Sie.

Nur am 5.5.2012 erhalten Sie auf die Original-Winzer-Abhof-Preise aller vorgestellten Weine 10% Messerabatt!!

Einige Winzer, u.a. Hanspeter Ziereisen, Arne Bercher, Eva Vollmer, Arndt Köbelin, usw. werden persönlich einschenken.

Aus Deutschland:
Heymann-Löwenstein / Wittmann / Bercher / Theo Minges / Eva Vollmer / Köbelin / Alexander Laible / Ziereisen / Speicher-Schuth / von Racknitz / Melsheimer / (O)laf Schneider / Margarethenhof-Weber / Jülg / Pfirmann / Andreas Durst / Stefan Raddeck / Altenkirch /

Special guests:
Erwin Tinhof – passioniert pannonisch auf Topniveau
Uschi Wengelnik – Ihr Lieblings-Rosé aus dem Corbieres


>> mehr Info, Anfahrt, Location, Parkplätze 

 K&M Gutsweine – 2 mal für Sie in Frankfurt (Bockenheim & Nordend, sowie weltweiter Versand via Online – Shop

Posted in Österreich, Deutschland, K&M Veranstaltungen, K&M Weine - Presseschau | Verschlagwortet mit: , , , , , | Leave a Comment »

 
%d Bloggern gefällt das: