K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Archive for Mai 2007

Champagne Henriot Blanc Souverain pur Chardonnay

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 20 Mai 2007

Ein Mitbringsel meiner Frau musste gestern den Weg des Irdischen gehen, natürlich nicht ganz ohne Hintergedanke. Der Vergleich mit unserem im Sortiment befindlichen Champagner Brut Selection von Janisson-Baradon sollte der Anlass sein und nicht etwa die „Deitsche Meischderschaffft“ des VFBääääääh!

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Der Henriot gab zwar sein bestes, ich erschmecke Aromen von Zitrus, etwas Brioche, aber auch eine recht grünlich wirkende Säure. Gegen Ende dann leicht nussige Noten, etwas Schmelz. Nicht besonders lange am Gaumen bleibend. Ein Champagner, austauschbar, ohne die Individualität, die dieses Getränk so einmalig macht. Der Kurs dieses Getränkes bewegt sich je nach Anbieter zwischen € 25 und € 44,-

Für mich wieder einmal die Bestätigung, auf Marken von großen Häusern und bekannten Namen zu verzichten und lieber nach Privaterzeugern wie Janisson-Baradon zu suchen. Dort bekomme ich zu wesentlich günstigerem Kurs einfach mehr an Ausdruck und Individualität.

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Burgund in 7 Tagen – Tag 7

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 19 Mai 2007

Tag 7 – Markttag in Beaune

das Frühstück ist noch zu viel für uns. Wir berichten Madame von der Tonnellerie und machen uns bald auf den Weg nach Beaune – es ist Markttag und die ganze Stadt ist auf den Beinen. Wir bekommen noch einen guten freien Parkplatz (Place Les Buttes) und machen uns auf den Weg zum Platz vor dem Hotel de Dieu.

Der Markt zieht sich von dort bis zur gesamten Strasse der Republik und hat natürlich von Obst, Gemüse, Käse, Fleisch (in der Halle) bis zu Töpferwaren und Textilien aller Art jede Menge zu bieten. Die Verkäufer sind gewieft und geben Ihre Produkte zum Probieren – so dass man nicht widerstehen kann und man – wahrscheinlich zu teuer – ihre Produkte kauft. Wir nehmen leckere Würste mit – kein Wunder, wenn alles so herrlich nach Gewürzen und geräucherter Wurst riecht. Erdbeeren lachen einen an und riechen verführerisch. Es gibt einen Stand mit Brotspezialitäten, der bereits nach einer Stunde nur noch kärgliche Reste anbieten kann. Es geht bunt und dennoch entspannt und fröhlich zu. Marktschreierei und Feilscherei scheint nicht üblich zu sein. Man ist stolz auf seine Produkte und bietet sie auch qualitätsbewusst an – sehr angenehm zu sehen! Angeregt von den Düften suchen wir ein nettes Plätzchen für ein leichtes Mittagessen. Und finden nicht weit vom Markt am Place Ziem das Restaurant Le Conty.

Das Mittagsmenü für 13 Euro beinhaltet gegrillte Sardinenfilets auf Pesto-Gemüse und schwarzer Olivenpaste und als Dessert ein leichter Erdbeersalat mit Rotweinsoße. Dazu lassen wir uns die halbe 2004er Saint Aubin 1er Cru von Olivier Leflaive schmecken.

Die Küche gefällt uns, die Aromen kommen unverfälscht zur Geltung und die Gerichte sind handwerklich gut und auch ansprechend angerichtet. Der Mittagstisch hat uns sehr gut gefallen und Lust auf mehr geweckt – daher beschließen wir hier für den Abend zu reservieren.

Barbara wollte unbedingt die weltberühmten Lagen von Vosne Romanee sehen – vor allem die Richebourg, Conti und La Tâche Lagen waren interessant. Die Probe eines 69er Vosne Romanee La Tache (sie war damals noch ein Weinküken von 21 Jahren) spukt ihr noch im Kopf herum. Wie es der Zufall will, liegt bei der Lage La Tache auch ein alter Rebstock auf dem Boden – der flugs in unser Gefährt wandert.

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Fest zu Ehren des Jambon persilée in Bouzeron
Nachdem uns einige Wein von Henri & Paul Jacqueson aus Rully sehr gut gefallen hatte, fuhren wir kurzerhand nach Bouzeron, um dort das Fest für den Schinken in Petersilie zu feiern und darauf zu hoffen, dass wir dort eventuell weitere Weine von Jacqueson probieren können. Der Winzer scheint sehr gut zu sein: er hat keine 2005er Weine mehr und überall auf dem Fest hören wir nur, dass bedauerlicherweise keine Weine von Henri & Paul Jacquesson dabei sind.
Das Fest zieht sich durch den ganzen Ort. Man kann an mehreren Stationen die örtlichen Weine probieren: Aligoté, Bourgogne rouge et blanc sowie Cremant de Bourgogne verschiedener Winzer. Am Ortseingang erhält man ein Glas und eine Probenkarte mit 6 Bons, für die man Wein oder den Schinken in Petersilie erhält. Das ganze Dorf ist festlich geschmückt und es gibt ausser dem berühmten Schinken auch eine Samba-Musiktruppe, einen Fassmacher, einen Holzschnitzer und weitere Handwerker zu bestaunen und auch Stände an denen man Gewürze, Käse und getrocknete Würste kaufen kann. Für uns steht natürlich der Wein im Vordergrund. Aber da es unseren Favoriten nicht gibt, verlassen wir doch recht schnell das nette Örtchen wieder Richtung Beaune. Auch hier versuchen wir Weine von Jacqueson zu bekommen, aber die aussichtsreichsten Weinhandlungen haben Sonntags geschlossen.

Und nun können wir entspannt zu unserem zweiten Besuch im Restaurant Le Conty nach Beaune fahren, da auch endlich die Ergebnisse der Bundesliga dank Kurzwelle vorlagen.

Wir hatten eine Platz unter freiem Himmel und bestellten:

Chevre im Brick-Teig mit reichlich Salat
Terrine von Foie Gras, Geflügel und Kalbsbries mit kleinem Salat, Feigencoulis

Porecelete mielé (Krustenbraten) mit Gemüseragout: Kartoffeln, Saubohnen, Zucchini, Karotten
3 Meeresfrüchte-Spieße, Risotto mit grünem Spargel

Käseteller – Brillat Savarin, Frischkäse mit Senf, Abbaye de Citeaux, eine getrocknete Aprikose und Pflaume

Tarte fin au poire avec de beurre salé
Pudding au pain d’espices (Früchtebrot mit eingelegten Rosinen) avec Creme Anglaise (Vanillesauce)

2005 Bouzeron „Les Cordiers“ von 70-Jahre alten Aligoté-Reben ,Jacquesson, Rully für 26 Euro.
Laut Rückenetikett in der besonderen Erziehungsform „Doree“ gezogen. Im Gegensatz zur „Verte“- Erziehung soll sie mehr Frucht und Eleganz bringen. Der Rebberg ist auf der besten Seite der Appellation. Noma-Kork Verschluß. Optimal zu trinken in 2-3 Jahren, soll sich aber noch ungefähr 10 Jahre so halten. Uns präsentiert er sich finessenreich und weich – ein hervorragender Begleiter des ganzen Menüs bis zum Käse (einschl).

97 Euro – Preis-Genuss-Verhältnis sehr gut!

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Burgund in 7 Tagen – Tag 6

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 19 Mai 2007

Tag 6 – Besuch der Tonnellerie Billon in Beaune

Die Tonnellerie Billon in Beaune ist eine der größten der Gegend. Wir treffen gegen 10:00 Uhr zusammen mit ein paar Gästen aus dem Gites von Chantal und Michel Martin bei der Tonnellerie ein und haben Glück, da die Chauffage der Fässer bald beendet wird und wir noch dabei sein können, wie die Fässer durch die Erhitzung zuerst gebogen, und dann getoastet werden. Für ein Fass benötigt man inklusiver aller Arbeitsschritte ca. 2 Stunden. Ein Fass kostet ca. 550 Euro zuzügl. Steuern. Billon nutzt überwiegend fertige Dauben, die etwa 2 Jahre bei Wind und Wetter abgelagert werden. Einen kleinen Teil der Bretter fertigen sie selbst aus eigens ausgesuchten Stämmen an. Wir sind dabei, als ein Stamm geteilt und zugeschnitten wird. Nach Ende jedes einzelnen Arbeitsschritts rollen die Männer fast spielerisch die schweren Fässer zum nächsten Fertigungspunkt. Die Fässer werden am Ende blank geschliffen und mit neuen Reifen versehen – für Burgund nimmt man zusätzlich Haselnussrinde, damit sich die Fässer besser rollen lassen. Pro Tag werden ca. 50 Barrique-Fässer gefertigt.

Ein klitzekleiner Film über die Produktion:

Direkt nach unserem Besuch schließt die Tonnellerie, damit neue Maschinen montiert werden können – also ist Freitag der 13. unser Glückstag!

Wir beschließen, die Cote Chalonnais entlang zu fahren, die bekanntesten Orte zu besuchen und die eine oder andere Winzerempfehlung mit einem Besuch zu überraschen.

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Wir kommen auf dem Weg in Remigny (zwischen Chassagne-Montrachet und Chagny) vorbei und kehren zum Mittag im Restaurant L’Escale ein – ein kleines Restaurant aus dem Burgund-Führer von Hubrecht Duijker. Hier bekommt man für wenig Geld große Portionen – vielleicht etwas rustikal, dennoch empfehlenswert.

Wir haben uns für das Menü für 24 Euro entschieden:

Für mich die Assiette de Bourgogne: Jambon persillé, Oef en Meurette, Escargots persillé – hübsch auf einem viergeteilten Teller angerichtet und selbst die Schnecken mussten nicht in dem üblichen und aufdringlichen Knoblauchbad ersticken.
Barbara bekam als Vorspeise einen phantasievollen Salat umlegt mit gebratenden Hühnchen-Würfeln und deren Basilico-Jus

Zum Hauptgang serviert man das Zanderfilet, Krevetten, sowie sautierte Pilze, Zwiebelsauce und Ratatouille – einzelne Aromen heben sich nicht ab, aber alles zusammen mundet doch.
Die Entenbrust ist mehr als rosa, die dazu gereichte Soße mit Pflaumen und Mandeln ist mit dem sahnigen Kartoffelgratin etwas zu „dick“ aufgetragen für den fast sommerlichen Tag – aber die Portion ist zu schaffen. Nun folgt noch Käse – sehr gut auf dem Punkt, aber keine Überraschung dabei: Chevre, Brillat Savarin, Epoisse, geaschter Epoisse (st. Andre?) Citeaux. Und natürlich Dessert: dreierlei Fruchtsorbet (Cassis, Ananas, Mango) und zwei Fruchtsoßen – Barbara wählt Terrine von Schokoladen und Mangomousse.

Beim Essen begleitet uns eine halbe Flasche 2002er Mercurey 1er Cru von Michel Juillot mit 13 Vol – fügt sich zum Essen ganz gut – obwohl wir eigentlich einen 2005er probieren wollten.

Zwischen uns und die Rechnung passt nun auch kein Kaffee mehr – für 76 Euro sind wir noch nie so satt gewesen! Für ein Mittagsmenü allerdings deutlich zuviel an Menge. Gut genährt setzen wir unsere Wein-Tour fort.

Rully – Domaine Michel Briday – Sohn Stephane, ein relativ junger Winzer, der im Feinschmecker eine Verkostung der Burgunder abseits der bekannten Regionen mit seinem Rully gewonnen hatte und sich auch ohne Termin gerne auf eine gut eine Stunde dauernde Probe mit uns eingelassen hat. Seine Philosophie ist, tanninhaltige und langlebige Weine zu machen, die dennoch Frucht und Terroir behalten und spätestens nach einem Jahr auf der Flasche trinkbereit sind. Er lässt seine Rotweine ca. 3 Wochen auf der Maische stehen! Seine Weine sind immer die dunkelsten im Vergleich der Region.

2003 hat er von einem pensionierten Winzer eine 1er Cru-Lage gepachtet, die dieser immer vernachlässigt hatte. Dementsprechend schmeckte der Wein. Stephane erkannte sofort das Potential dieser Lage und ließ sich nicht lange zur Pacht überreden. Als Kunden des pensionierten Winzers die Nachfolgejahrgänge von Stephane Briday probieren sollten, wollten diese erst nicht, weil sie den Geschmack von früher im Sinn hatten – von der neuen Qualität waren sie mehr als begeistert. Leider gibt es nur ca. 1000 Flaschen pro Jahr, so dass dieser Wein eigentlich immer ausverkauft ist – wir waren glücklich 2 Flaschen dieses außerordentlich gelungenen Rotweins für knapp 15 Euro zu bekommen.

Mercurey Restaurantempfehlung – Le Charmes – da wir satt waren, ließen wir diese Empfehlung aus.

Givry – Domaine Parizé
Hier ist man auf häufigen Besuch eingerichtet – jeden Tag von 10:00 bis 19:00 geöffnet. Die Lagen bei Givry sind uns durch ihre extreme Rotfärbung aufgefallen – deutet wohl auf eisenhaltigen Boden hin. Die Weine sind weich, besitzen viel Schmelz mit stattlichem Körper. Wir nehmen 6 Flaschen für eine Nachprobe mit.

Auf dem Weg nach Montagny kommen wir durch Buxy – ein hübsches Städtchen am Hügel mit Cafes und Geschäften, da die Winzer nicht ewig offen sind, fahren wir direkt durch nach Montagny wo wir unsere Entdeckung Domaine Berthenet besuchen wollen. Leider ist außer dem großen Hund keiner anwesend – Schade, denn hier wir gerne den „Meursault“ der Côte Chalonnais zu äußerst günstigem Tarif kaufen können. Von einem weiteren Geheimtipp – Stephane Aladame – wurde uns berichtet, auch hier war niemand anwesend, jedoch konnten wir uns eine Flasche Wein in einem Weingeschäft organisieren und werden diese zu Hause probieren.

Meinem Geschäftspartner Armin gefallen die roten Chassagne-Montrachet Weine von Bernard Morey sehr gut, daher wollten wir kurzerhand den Winzer besuchen, aber auch dieses Weingut war bereits verschlossen. So fuhren wir an den weltberühmten Lagen von Chassagne-Montrachet Richtung Beaune, um in der Rue d´Alsace bei Frederic Henry in seiner Boutique des Domaines den 2005er Chassagne-Montrachet Vieilles Vignes zu kaufen um ihn zu probieren und eventuell am nächsten Tag nachzukaufen (was auch am Samstag geschah).

Das Abendesse im „La Ciboulette“ (Schnittlauch) genießen wir sehr – ein kleines Restaurant mit angenehmen Ambiente, flinkem und aufmerksamen Service, der auch den großen Ansturm am Sonntag Abend gut bewältigt. Küchenleistung ist ebenfalls hoch – allerdings bei Kleinigkeiten nicht absolut perfekt. Aber Perfektion ist langweilig!

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Wir nehmen nicht das Menü, sondern wählen aus der Karte, die gut kalkulierten Preise machen es möglich.

2005er Rully 1er Cru „La Pucelle“ von Henry & Paul Jacquesson, ein Jahr im Eichenfass, zum Teil neu, machen diesen dennoch fruchtig frischen Wein sehr rund. Er ist fein balanciert sehr gut strukturiert und macht den ganzen Abend Spaß!

Caille (Wachtelbrust) auf marktfrischem Salat und leichtem Essig-Öl-Dressing
Emincé du Pied de Veaux (hauchdünne Scheiben von geliertem Kalbsfuß) mit Vinaigrette aus Himbeeressig, Salat. Dieses Gericht lässt etwas Pfeffer und Säure vermissen, mundet dennoch.

Supreme du Poulet, Poularde gefüllt mit Pilzen und Kräutern, dazu Bandnudeln, knackiges Gemüse und ein leichtes Gemüse-Butter-Sößchen
Pavé de Charolais avec Epoisse – ein zartes Rinderfiletstück mit Epoisse, kleinem Kartoffelgratin und verschiedenen Böhnchen, frischen Karotten und Erbsen

Baba au Rhum et sauce mousseline
Assiette de chocolatier – viererlei von der Schokolade : Eis, weisse Mousse, Kuchen und Ganache.

Wir schließen mit einem sehr guten starken Kaffee und einem cremigen 72%Schokotäfelchen ab – 99 Euro Super gut angelegt!

Fazit: wer außerhalb der bekannten Regionen nach guter Preis/Qualiät sucht kann sehr schöne Sachen finden. Für das Essen sollten bei 2 Personen inkl. Wein auf jeden Fall 100 Euro angelegt werden. Dies auch, da die Weine in den Restaurants immer mehr hochgepreist werden. Auch das Essen – Vorspeisen teilweise um die 10 Euro – da macht das Aussuchen oft keinen Spass.

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Burgund in 7 Tagen – Tag 5

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 16 Mai 2007

Tag 5 – Besuch bei Vincent Jeanniard in Morey St. Denis

Für den heutigen Tag hatten wir eigentlich keine Winzertermine arrangiert. Mal schauen, was der Tag bringt, sich von der Landschaft und den Umständen treiben lassen war angesagt. Am Frühstücktisch begrüßte uns Madame Magnin wie immer mit einem Lächeln, der neuesten Wetterprognose (bis zu 23 Grad) sowie frischem Kaffee, wunderbar knusprigem Baguette, Schokocroissants, 6 verschiedenen, hausgemachten Marmeladen, darunter welche vom Weinbergspfirsich sowie grünen Tomaten. Sehr lecker!!

Nach kurzer Zeit waren wir nicht mehr alleine am Tisch, mit vier belgischen Urlaubern kamen wir über den Wein ins Gespräch und natürlich hatten sie auch einige Tipps parat, denen wir dann auch sehr gerne nachgegangen sind, weil wir eh in Richtung Dijon aufbrechen wollten. Mit einem der Tipps – Vincent Jeanniard – verabredeten wir uns dann für 11:30 Uhr in Morey Saint Denis. Da bis dahin noch etwas Zeit war und der Weinkeller von Jeanniard direkt am oberen Teil des Clos de Lambray liegt, schauten wir zu, wie dort ein Mitarbeiter auf einem Fahrzeug langsam durch die Reben fuhr und dabei Unmengen von einem Mittel verspritzte.

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Etwas später traf dann auch der Winzer ein, er muss die letzte Wochen wohl des öfteren im Weinberg gearbeitet haben, so braungebrannt war er. Wir schritten also zur Probe, er hat unter dem Haus in einem Gewölbekeller eine kleine witzige Probierecke eingerichtet. Der Boden ist mit Kieselsteinen ausgelegt, in der Mitte ein Holzfass mit 5 Schemeln außen herum. In den Ecken alte Weingerätschaften, an der Decke moderne Halogenlampen.

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Vincent ist offiziell erst seit 2000 Winzer, er bekam durch eine Absplittung knapp 5 Hektar von insgesamt 12 Hektar seiner Eltern. Diese allerdings verteilt auf insgesamt 44 Parzellen, darunter auch 5 Premier Cru-Lagen in Chambolle-Musigny und Morey Saint Denis. Für den Ausbau seiner Rotweine bevorzugt er bereits belegte Holzfässer, da sie die Typizität und Frucht der Burgunder besser unterstützen als neue Barriques.

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Los ging es mit einem sehr cremigen 2005er Aligote, nicht so säurebetont, wie ich einen anderen Aligote dann später zum Essen im „Le Bonbistrot“ der Rotisserie du Gevrey-Chambertin serviert bekam.

Ein sehr leckerer, fruchtiger gut austarierter 2005er Chardonnay BGO folgte. Nichts überragendes, leckere Alltagsweine für sehr knappes Geld.

Es folgten noch weitere Weine, allesamt 1er Cru aus unterschiedlichen Parzellen aus Morey-St. Denis und Chambolle-Musigny. Allesamt sehr elegant und komplex mit viel Pinot-Frucht, schön ausbalanciert, fester Körper, gute Tiefe. Tolles Preis/Genussverhältnis. Für alle 1er Cru Weine muss man nicht mehr als 15 ,- EUR ausgeben.

Gegen 13:00 Uhr verließen wir mit einem sehr guten Gefühl diesen Winzer, der sicher erst am Anfang seiner Möglichkeiten steht, mit diesen bescheidenen Mitteln aber sehr beachtliche Pinot Noir macht, die zudem für die Gegend ein unschlagbares Preis/Wert/Genussverhältnis haben. Ich habe mir von all seinen 1er Crus sowie von seinem 2004er Morey Saint Denis Vieilles Vignes „Pierre Virant“ Flaschen mitgenommen, die ich zu Hause nochmals in aller Ruhe nachprobieren werde. Von seinem Cremant (600 Flaschen), den er aber nicht selbst herstellt, sondern nur den Grundwein liefert, hat er uns dann noch ein Fläschchen geschenkt, diese werden wir am morgigen Freitag, den 13.04.2007 zu meinem Geburtstag köpfen.

Es war also Essenszeit und so eine Weinprobe macht auch irgendwie Appetit. Also ab nach Gevrey-Chambertin in die dortige Rotisserie bzw. das nebenan befindliche Le Bon Bistrot.

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Die Vorspeisen waren mir preislich zu hoch angesetzt (12-15 EUR), auch wenn die Bedienung mich auf die 20 minütige Zubereitungszeit des bestellten Coq au Vin mit Bandnudeln hinwies. Sehr geschäftstüchtig, die Frau!
Nach 10 Minuten kam dann auch schon der Hauptgang und angesichts der Portionsgröße war es eine gute Entscheidung. Dazu wie gesagt der sehr säuerliche Aligote, der mehr meiner Erfrischung diente, denn dem Huhn. Dies war sehr vorzüglich, mit kräftig geschmorter Sauce, einigen Perlzwiebeln und Champignons sowie ein paar Streifen Speck. Für 14 EUR sehr gut. Barbara lies es sich bei einem Griesé de Poularde (Poularden-Schenkel) sowie Gemüsen und Bandnudeln in einer leichten Pestosauce gut gehen. Zum Dessert gab es ein Sorbet de Cassis in einer Hippenwaffel, die wie eine offene Blüte gebacken war.

Der Tag war noch jung und so fuhren wir durch zahlreiche, hässliche, von viel Industrie und Verbrauchertempel entstellte Vororte, um dann in Dijon problemlos in Stadtmitte einen kostenlosen Parkplatz anzusteuern. Sehenswert sind das Künstlerviertel mit seinen vielen Kneipen und Bars, die wunderschöne Markthalle, wo alleine das Bummeln um die vielen Anbieter von regionalen Produkten sicher viel Spaß gemacht hätte, wenn wir etwas früher gekommen wären. Natürlich die Kirche Notre-Dame, die vielen kleinen Parkanlagen und sicher noch vieles mehr.

Das Essen fand heute in unserer Unterkunft statt, da wir unterwegs an einer Käserei vorbeikamen und uns die Produkte so anlachten, das wir um einen Kauf nicht herum kamen. Dort kann man übrigens bei der Produktion zuschauen, allerdings wohl nur vormittags, gegen 18:00 war keiner mehr am werkeln. So labten wir uns dann an Ami du Chambertin, natürlich Epoisses und etwas Olivenbrot und einer Flasche 2005er Givry 1er Cru „Servoisiene“ von Joblot. Ein sehr fruchtbetonter Pinot Noir, sehr gut gemacht, aber nicht jene Stilistik, die ich bei burgundischen Burgundern suche. Ist mir zu offensiv im Auftreten.

Morgen sind wir zu Besuch in der Tonnellerie Billon in Beaune

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Burgund in 7 Tagen – Tag 4

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 11 Mai 2007

Besuch bei Francoise & Denis Clair in Santenay

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Zum verabredeten Termin waren außer ein paar Angestellten keine Menschenseele auf dem Hof. Der Hund bevorzugte ein morgendliches Bad in der Sonne und ignorierte uns vollkommen. Nach einem kurzen Anruf tauchte dann ein sehr kräftiger Mann auf und begrüßte uns mit rauer Stimme. Was wir denn probieren wollen, fragte er ziemlich gehetzt. Trotz Vorlage meiner Visitenkarte registrierte er wohl nicht, dass ich als Händler hier war. Erst als ich nochmals erwähnte, als „Cavist“ hier zusein, war er etwas besser drauf, um es mal so auszudrücken.

Wir haben mehrere weiße und rote Weine probiert – alle sehr gut und beeindruckend, allerdings hat der letzte Funke noch gefehlt. Dennoch nehmen wir Probeflaschen mit – um sie in Ruhe nochmals zu Hause zu probieren.

Am meisten beeindruckt hat uns dieser:

2005 Saint-Aubin 1er Cru „Les Murgers des Dents de Chien“

Liegt in Sichtweite des berühmten Le Montrachet und das merkt man dem Wein auch an. Leicht exotische Ausprägung, dabei sehr fest am Gaumen, mit wunderbarer Saftigkeit und Intensität, man spürt die Mineralität und die enorme Spannung, die von diesem Wein ausgeht. Schade, dass nicht die gesamte Kollektion so ausgeprägt ist.

Ab ins Beaujolais: Besuch bei der Domaine Desperierre in Romaneche-Thorins

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Marktplatz mit der wunderschönen Außenfassade der Kirche

JAWOLL. Auch das Beaujolais gehört zum Burgund. Und wer jetzt denkt, warum tut sich das der gute Bernd nur an, dem kann ich nur sagen. ÄTSCH, selbst schuld, was trinkt ihr auch immer das unsägliche Zeug, das im November nach Deutschland und wohin auch immer gekarrt wird. Mit Wein hat das meiner Meinung nach sehr wenig zu tun. Leider hat dieser unsägliche Stoff dazu beigetragen, eine ganze Region ins Abseits zu stellen. Dabei hat dieser wunderbare Landstrich 15 Minuten südlich von Macon soviel reizvolles zu bieten.

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Nur wenige Kilometer entfernt, in der Lage Les Thorins, steht auf einem Hügel die einzige in dieser Gegend noch erhaltene, 300 Jahre alte Windmühle. Sie ist die Namensgeberin für die Cru-Lage Moulin à Vent.

Gerade jetzt im April bietet diese Landschaft bei herrlichem Sonnenschein und 20 Grad ein faszinierendes Farbenspiel von ocker bis ziegelrot. Fährt man die Route über Moulin a Vent nach Chenas und Juliennas erheben sich links und rechts der Route einige gewaltige Steillagen empor, die es zu bearbeiten gilt.

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Einer der Weinberge meines Lieblingswinzers Serge Desperrier befindet sich in einer der Cru-Lagen des Beaujolais, dessen Wahrzeichen hoch droben am Berg steht und schon von weitem sichtbar ist. Moulin a Vent. Von dort kommt einer seiner Top-Weine, die 2005er Cuvée des Greneriers. 100% Gamay von bis zu 40 Jahre alten Rebstöcken. Moderne Weinbereitungsmethoden sind hier ein Fremdwort. Traditionell kommt hier die Maceration Carbonique zum Einsatz. Die nicht entrappten, von Hand (PFLICHT Regelung) gelesenen Trauben kommen in einen großen Behälter. Durch den enormen Eigendruck beginnt von ganz unten aufsteigend die Fermentation der Trauben. Zweimal am Tag wird dieser Saft abgelassen und wieder von oben über die Trauben gegeben. Anschließend erfolgt die malolaktische Gärung und der weitere Ausbau ausschließlich in gebrauchten Fudern sowie teilweise in kleinen Barriques aus Dritt- und Viertbelegung. So zeichnen sich diese Weine durch ein äußerst frisches, nicht übertriebenes, und schon gar nicht dropsiges Fruchtbild aus, was bei schlechten und für den schnellen Konsum produzierten Beaujolais gang und gebe ist. Durch die vorwiegend granithaltigen Böden sind die Weine auch nicht schwer, sondern bestechen durch eine wundervolle Eleganz und je nach Jahrgang einer sehr schönen, begleitenden, reifen Säure. Kein belangloses Bistro-Weinchen, sondern anspruchsvoller Stoff!

Der Clos de la Pierre:

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Direkt am Anwesen im Weiler „Pierre“ befindet sich die etwa 1 ha kleine Monopollage „Clos de la Pierre“ Umrahmt von einer gewaltigen Trockensteinmauer gedeihen hier die ältesten Reben des Weingutes, 60-jährige, im Stamm enorm kräftige Gamay-Rebstöcke, auf den mit Mangan und Granit durchsetzten Böden.

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Gerade einmal 40 hl erntet Serge. Ganze 2 Augen lässt Pierre an der Weinrute stehen, Garantie für Qualität im Glas statt Quantität. Viel Frucht, Kirsche spielt hier die erste Geige, viel Druck am Gaumen, dabei verspielt und elegant mit besten Zukunftsprognosen für eine 4-5 jährige Lagerung, wie Serge anmerkt. Ich persönlich traue diesem Wein etwas mehr zu und glaube, dass er in 7-8 Jahren von einem sehr guten Burgunder kaum zu unterscheiden sein wird.

Der Preis für den Greneriers beträgt für den Endverbraucher ab Hof schlappe 6,50 EUR, Clos de La Pierre reist ein „unglaubliches Loch“ von 7,- EUR in die Reisekasse. Was des einen Freud, ist des anderen Leid. Würden wir diese Weine in unser Sortiment aufnehmen wollen, könnten wir Ihnen diese nicht für unter 10 EUR anbieten., zu klein sind die Rabatte, die uns bei diesen geringen Abhof-Preisen eingeräumt werden. So habe ich mir dann privat wieder etwas zugelegt und werde mich an diesen köstlichen Weinen immer wieder laben und beim Genuß eines Coq au Vins die Bilder dieser faszinierenden Landschaft im Geiste an mir vorbeiziehen lassen.

Abendessen im « Le Comptoir des Tontons » Beaune

Das Restaurant ist eine Empfehlung von T. – jedoch sollen mittlerweile die Besitzer gewechselt haben. Wir wollen sehen, ob sich an der empfohlenen Qualität etwas verändert hat (früher war dies das Restaurant der Winzer). Die Einrichtung ist eher kühl, nur die Filmfotos aus Tonton et Fourgeuilles, sowie ein paar Karikaturen geben etwas Stimmung. Der Chef ist alleine im Service und leider bei 5 Tischen etwas nachlässig.

Wir nehmen einen 2004er Haute Côtes de Nuits von David Duband, einem jungen, ehrgeizigen Winzer aus Chavennes. Anfangs leichte Esthernoten, mit viel Schwenken gehen diese allen Irdischen sowie Noten von pürierten, reifen Erdbeeren lassen uns den Wein immer wieder probieren. Zur Vorspeise begleitet der mineralische Wein hervorragend – später hilft er uns, den Gaumen nach dem kräftig geschmorten und hocharomatischen Hauptgang wieder zu erfrischen. Hier besticht seine gute Säure – die wiederum kaum den Käse angenehm begleiten kann.

Aus der Speisenauswahl (auf Klemmbrettern am Tisch) haben wir uns folgendes Menü zusammengestellt.

Kalbskopfterrine mit Rotwein und Kräutern und Rote Bete-Coulis mit Balsamicojus
Pressé de Bettarave (rote Bete Ratatouille –kalt) mit einer frischen Kräuterquarkcreme
* *
Agneau de la Ferme confit au cumin, Farfalle – sehr fein geschmorte Lammbrust mit leckeren Pesto-Farfalle
Poitrine de Veaux du Limousin, Olive verte, Coquottes du Rattes – Kalbsrollbraten geschmort mit kleinen gebackenen Kartoffeln
* *
Käseauswahl: Epoisse, Abbaye de Citeau, Sumatrain, Chevre
* *
Mandel-Schokoladenkuchen mit Pistazieneis. 87 Euro zahlen wir komplett und sind zufrieden. Mehr begeistert hatte uns das Ma Cuisine. Dort war man aufmerksamer und „liebevoller“ mit Produkt und Gästen!

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Burgund in 7 Tagen – Tag 3

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 10 Mai 2007

Tag 2 – Besuch Domaine Michel Martin / Chorey-Les Beaune

Nicht alle Winzer im Burgund haben die Möglichkeit, durch viel Gedöns und Marketing auf sich aufmerksam zu machen. Manchmal spiel auch der Zufall eine Rolle oder man bekommt von seinen Mitbewohnern am Frühstückstisch ein „heißen Tipp“. Im Falle der Domaine Martin konnten wir uns auf einen Tipp eines dänischen Winzers in Deutschland beziehen, der diese, ganz abseits in einem Wohngebiet gelegenen Domaine eher zufällig entdeckte. Meist kann man sich auf solche Winzertipps sehr verlassen. Was wir dann allerdings im Keller an sensationellen Weinen probieren konnten, sprengte alle unsere Vorstellungen, sie übertrafen sie bei weitem. Eine ganz heiße Entdeckung zu für Burgund absolut guten Preisen.

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Chantal Martin spricht etwas englisch und so klappt die Konversation ganz gut. Das etwa 4 ha große Weingut besteht in dieser Form erst seit 2002. Schon der Basis-Pinot-Noir hat Schmelz, Cassis- und Mandelnnoten und bezaubert durch seinen vielfältigen Charme und wundervollen Eleganz. Schmeckt deutlich nach mehr als er kostet. Schon hier merkt man die Sorgfalt, die Michel Martin selbst bei seinem einfachsten Pinot walten lässt. Im Barriquekeller bekommen wir die Weine des Jahrgangs 2004er zu probieren. 2005 ist noch nicht abgefüllt, denn das Credo dieser beiden unglaublich engagierten und rührigen Menschen lautet: Zeit – der Wein braucht Zeit. Und so werden die 2005er erst in ein paar Wochen gefüllt.

An dieser Stelle sei mir verziehen, wenn ich zwar Winzer, bei den Weinen aber noch keine Namen nennen möchte. Ich war fast eine Woche im Burgund unterwegs, bin an den berühmtesten und teuersten Weinbergen der Welt vorbeigekommen, habe mich auf vielen Weingütern herumgetrieben, natürlich viele Weine probiert, aber keiner ist auch nur im Entferntesten an diese Weine herangekommen. Um so schwerer fällt es, Weine auszuklammern und sich nur auf jene festzulegen, die in unser Sortiment kommen werden. Im Allgemeinen kann man sagen, dass es sehr traditionell hergestellte Pinot sind, eher hell in der Farbe, mit ausgereifter Säure (in 2004 etwas mehr als 2005), wundervoller, typischer Pinotaromatik nach Cassis und Mandeln. Jeder Wein begeistert uns immer wieder auf´s Neue. Elegante Dichte, komplexe Struktur, hohe Mineralität, niemals vordergründig, sondern mit einer Tiefe an Aromen, wie ich sie in dieser Form liebe.

Am Ende bekommen wir noch einen Weisswein aus der autochthonen und kaum sortenrein ausgebauten Pinot Beuret – Elegant, hochreif. Als 2006er sehr frisch, 2005 runder und weicher – auf jeden Fall ein Genuss aber zu speziell. Manch Winzer nutzt diese Sorte, um seinen schwachbrüstigen Pinots etwas mehr Power zu geben, besitzt diese Traube doch einen hohen Glyzerinanteil.

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Chantal und Michel zeigen uns noch ihre 1er Cru Lagen in Beaune, den „Clos u Roi“ und „Les Teurons“ – alles in Blicknähe zu den Toplagen Corton/Corton Charlemagne. Der Clos du Roi ist ein Miniclimat, wie viele Parzellen, die die Martin´s versprenkelt über die ganze Region haben. Was für eine Arbeit und welcher Aufwand dahintersteckt, kann man sich nicht vorstellen. Mit welcher Hingabe und immensen persönlichen Verzicht die beiden diese vielen kleinen Parzellen bewirtschaften, ist bemerkenswert und in jeder Sequenz beim Genuß eines Ihrer Weine zu schmecken.

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Blick auf den Les Teurons

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Clos du Roi

Die beiden haben übrigens auch ein sehr schönes Ferienappartement. Bei Interesse machen wir gerne einen Kontakt. Für Freitag haben wir uns mit den beiden zum Besuch einer Tonnellerie verabredet.

Zwischen diesem Besuch und dem Abendessen bleibt noch Zeit, Nuits St. Georges zu entdecken und das übliche „Ich war da“ Photo am weltberühmten Clos de Vougeot zu machen.

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Mittlerweile gibt es 80 (!!!) Besitzer auf dieser Einzellage, manch einer hat gar nur 2-3 Reihen.

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Abendessen in Beaune: Ma Cuisine

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Das Ma Cuisine ist ein mit großer Liebe eingerichtetes kleines Restaurant – man möchte sagen eine „Wein-Trattoria“. Die Tische: blankes Holz mit eingelassenen Weinkisten-Fronten der besten Weingüter der Gegend.

fabienne.jpg Fabienne Escoffier

Zum Apero stehen kleine schwarz Oliven und ein sehr gutes Landbrot bereit. Auch eine Menagerie mit eingelegten Cornichons und bestem, scharfen Senf. Die Empfehlungen des Abends stehen auf einer Schiefertafel und die Weinkarte ist ein Buch mit unglaublich vielen alten Creszenzen der Gegend. Man kann sich gerne auf die Empfehlungen des Chefs einlassen. Die Portionen sind gut und die Preise angemessen. Um möglichst viel zu kosten, empfiehlt sich das Menu – da sind die Portionen etwas kleiner. Der Service ist aufmerksam und schnell – und sehr natürlich.

Wir haben uns für je einen weißen und roten in der halben Flasche entschieden: Saint Romain von Alain Gras, Jahrgang 2005. Der weiße ist kräftig, mit reifen Fruchtaromen und hätte uns gerne auch durch das ganze Menü begleitet – jedoch haben wir auch den Roten sehr genossen.

Die Vorspeisen:
Jambon persille – eine Terrine von gut gepökeltem Landschinken mit Kräuteraspik – sehr gut gewürzt und ausgarniert mit einem kleinen Wildsalat und Apfelkraut. (12 Euro)

Terrine de Campagne – sehr gut gewürzte Fleischterrine – und gut temperiert. Ebenfalls mit Wildsalat, Apfelkraut und getoastetem Landbrot.

Zum Hauptgang nehmen wir Nieren und Leber vom Kalb.
Die Nierchen sind schön aufgeschnitten, zart rosa gebraten und mit einer zarten Senfsauce beträufelt. Als Beilage ein mildes Graupenrisotto.
Die Kalbsleber sind zwei super gebratene Scheiben – innen noch rosa und ein Gedicht. Die dazu servierten Backofenkartoffeln und die leichte Balsamicojus sind ein Gedicht. So perfekt und zart haben wir Innereien schon lange nicht mehr gegessen.

Zum Abschluss kommen die Käse – Epoisse (genau auf dem Punkt) und Brillat Savarin, Rochemaure, Reblochon und Comté – alles sehr gut gereift und auf dem Punkt.

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Wir sind sehr zufrieden und verlassen 98 Euro leichter dieses gut gewählte Etablissement – es reut uns nicht!

Und morgen geht´s zu einem der Clair´s in Santenay und zwar zu Dennis und Francois, danach ins Beaujolais!

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Die 1. RendezVino bei K&M: Winzer Arndt Köbelin zu Gast

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 4 Mai 2007

K&M GutsWeine
Hamburger Allee 37 – 60486 FFM-Bockenheim
Tel.: +49 (0)69 7171 3430 – Fax: +49 (0)69 7171 3431

Die erste RendezVino
spannende Weine, interessante Weinfreunde, genussvolle Gespräche rund um das Thema Wein
Unser erster After-Work-Wein-Abend war ein voller Erfolg, wir freuen uns, dass Sie, unsere Kunden so zahlreich gekommen sind und diesen Abend zu einer mehr als gelungenen Premiere unserer neuen Veranstaltungsreihe gemacht haben. Ganz herzlichen Dank dafür! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei RendezVino Teil II am Mittwoch, 06. Juni, wieder ab 17:00 Uhr, diesmal mit dem sympathischen Winzer Gerhard Stich aus Franken.

Der Winzer – Arndt Köbelin, ein „Jungwinzer“ mit fast 20 Jahren Erfahrung beim Weinmachen

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Ein klein wenig Bammel hatten wir schon; eine neue Veranstaltungsreihe, unter der Woche statt am Wochenende und gleich einen Winzer als Gast, vor dem man sich ja auch im besten Licht zeigen will. Als gegen 17:30 Uhr dann auch noch kein einziger Gast da war, wurde uns ein klein wenig bang ums Herz. Nun, wir nutzten die Zeit, um uns mit dem Winzer ein wenig zu unterhalten. Im Moment ist Arndt Köbelin enorm eingespannt, die Reberziehung, die jungen Triebe müssen gebunden werden, und die Bodenarbeit fordern den Winzer. Wenn ein Winzer enorm hohen Wert auf Handarbeit legt, handwerkliche Erzeugung groß schreibt und ökologische Weinbergsbewirtschaftung betreibt wie Arndt Köbelin, dann ist der Aufwand umso größer. Als „Jungwinzer“, 2006 war erst seine zweite Ernte, bleibt das Gros der Arbeit natürlich an ihm hängen. Wenn man ihm die Hand reicht, spürt man das auch sofort: das sind Hände, die Tag für Tag die Arbeit draußen im Weinberg und im Keller erledigen, groß, kräftig, von der Weinbergserde gezeichnet. Da haben wir uns natürlich noch mehr gefreut, dass er sich einen ganzen Tag mit An- und Heimreise für uns Zeit genommen hat. Und noch war niemand da.

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Aber dann ging es Schlag auf Schlag. Im nu war unser Laden mit interessierten Weinfreunden gefüllt, alle mit einem Glas in der Hand. Schmecken, Riechen, im Gespräch untereinander und wissbegierig gegenüber dem Winzer. Natürlich galt das erste Interesse dem Winzer Arndt Köbelin und seinen Weinen. Was gibt es schöneres für einen Weinfreund, als mit dem Winzer selbst dessen Weine zu verkosten. Man bekommt die Informationen aus erster Hand, kann nachfragen. Wenn man den Erzeuger kennt, kann man immer noch mehr mit den Weinen anfangen. Der Charakter, die Art des Winzers haben doch sehr viel mit dem Stil seiner Weine zu tun, gerade wenn der Winzer auch der Weinmacher ist.

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Immer voller wird es im Laden, Arndt Köbelin muss sich fast zweiteilen, den neuen Gästen nachschenken, während man gerade noch mit einem anderen Weinfreund im intensiven Gespräch ist. Und viele Kunden nutzten die Gelegenheit, sich mit dem Winzer länger zu unterhalten, mehr über ihn und sein neues Weingut kennen zu lernen. Dass die Weine auf positive Resonanz stießen, merkte man schon beim Probieren und in den Gesprächen mit dem Winzer oder mit uns, wie gut sie aber wirklich aufgenommen werden erkennt man am besten natürlich am Verkaufstresen und dort kam Bernd Klingenbrunn jetzt richtig in Streß, es gab kaum einen, der ohne Wein unseren Laden verlassen wollte und das schöne dabei: die meisten wollten sich nicht mit einer Flasche begnügen, nein gleich kistenweise wurden die tollen Weine von Arndt Köbelin mitgenommen, kann es eine bessere Bestätigung für uns geben, dieses junge Weingut in unser Programm aufzunehmen? Sicher nicht! Oder vielleicht doch, denn ein sehr schönes Kompliment kam von einem ausgewiesenen Weinkenner: „Kompliment, da habt ihr eine sehr schöne Entdeckung gemacht“

Auch der Winzer freute sich über den Erfolg seiner Weine. Ganz besonders hatten es ihm aber auch die Menschen, unsere Kunden angetan, er war regelrecht begeistert von der Neugier und dem Weininteresse, das ihm entgegengebracht wurde, meinte zu uns, „das ist ein wirklich tolles Publikum, das heute da ist! Die Frankfurter sind tolle Weinfreunde!“ Dass er sich bei uns wohl fühlt, hat er nicht nur einmal gesagt.

weitere Neuheiten im K&M-Programm

Neben dem Winzer, der natürlich im Mittelpunkt der Veranstaltung stand, haben wir aber auch noch einige weitere interessante Weine aufgemacht. Neue Weine aus dem Burgund, die Bernd von seiner großen Ostertour durch diese renommierte und wunderschöne Weinregion mitgebracht hat. Dann gab es auch den neuen Weißwein von den beiden Schwestern Saladin, einer der besten Weißen von der Rhône, der neue Jahrgang unseres Vinho Verdes, wieder wunderbar leicht und spritzig, sommerlich und von Bodegas Eguren aus Spanien, ein wunderbar samtig, runder Rotwein aus Tempranillo und Syrah, der 6 Monate im kleinen Eichenholzfass seinen letzten Schliff bekommen hat.
Vor allem der Weißwein der Domaine Saladin und die beiden weißen Burgunder von der Domaine Michel Cheveau verursachten einige „Ahs“ und „Ohs“. Der Wein der beiden jungen Winzerinnen Elisabeth und Marie Laurence Saladin begeisterte mit seiner recht straffen, eher kargen, mineralischen Art. Es gab Stimmen, die den Wein als den „männlichsten“ des Abends bezeichneten. Ein Wein, der geradezu nach kräftig gewürzten Meeresfischen auf provenzalische Art verlangte. Dies verwundert auch kaum, wurde der Wein doch einst vom Vater, der heutigen Winzerinnen für das Restaurant seiner Frau kreiert, die gerade für ihre hervorragende Fischküche bekannt war.
Dichter und üppiger zeigten sich die beiden Chardonnay aus der Stammheimat des Chardonny, dem Burgund. Die Domaine Michel Cheveau ist ganz im Süden der Region beheimatet, im Maconais mit der bekannten Spitzen-Appellation „Pouilly-Fuisse“. Michel Cheveau ein junger Winzer, der vor wenigen Jahren das Weingut vom Vater übernommen hat und aus unserer Sicht auf dem Weg nach ganz oben ist. Enorm ambitioniert, merkt man seinen Weinen die große Sorgfalt des Weinmachens an, die er ihnen angedeihen lässt, niedrige Erträge, lange Reife der Trauben am Stock und der Weine im Fass auf der Hefe. Es ist wie so oft die Zeit, die den Wein macht, die Zeit, die von der Pflanze eingefangen wird, beim Wachsen und Reifen der Trauben am Stock, die Zeit, die der Winzer dem Wein im Keller gibt, um langsam all seine Aromen auszuprägen. Solche „langsamen“ Weine sind dann auch in der Lage, all ihre Qualitäten über eine lange Zeit zu erhalten und uns Weinfreunden wider zu schenken.
Manch einer bevorzugte bei der Probe den „kleinen“, einen 2005 Macon Solutre-Pouilly, der bis April, Mai nach der Ernte im Gebinde auf der Hefe reifen durfte und sich jetzt schon sehr trinkanimierend zeigte, der eine feine mineralische Ader mit schöner Frucht verbindet, von unseren Kunden kamen die Aussagen, gelbe Äpfel, auch Quitte und sogar Erdbeeren, das ganze getragen von einer wunderbar reifen, harmonischen und frischen Säure. Für uns verbindet sich hier perfekt hedonistisches Trinkvergnügen mit Anspruch und Komplexität.
Daneben gab es dann den Topwein von Michel Cheveau, einen 2005 Pouilly-Fuisse aus der Top-Einzellage „Aux Bouthieres“, ein Wein, der vielleicht aktuell noch etwas zu jung ist, seine Frucht noch recht verschlossen ist. Leichte Anklänge gehen hier wieder Richtung Apfel, aber auch Holunderblüten, dazu etwas Karamell. Was aber absolut beeindruckend ist, ist die enorm dichte Struktur, der feste Körper, Mineralität ohne Ende, Komplexität, bei jedem Schmecken tun sich neue Aromen auf. Der „Aux Bouthieres“ sollte aktuell dekantiert werden, bzw. noch besser noch 3 bis 4 Jahre im Keller reifen, gehört aber ganz sicher zu den Top-Burgundern und muss sich auch vor vielen bekannteren und drei bis viermal so teuren Grand Crus nicht verstecken. Wir denken mit Michel Cheveau haben wir auch wieder eine echte K&M-Entdeckung gemacht!

Am Schluss konnten wir sagen, der Abend war ein großer Erfolg. Es gab interessante Gespräche zwischen dem Winzer und unseren Kunden, eine entspannte Atmosphäre und genussvolle Weine. Wir sind uns sicher, die RendezVino-Abende werden ein Fixum im Kalender von K&M werden.

Der nächste Abend ist schon fest terminiert, Mittwoch 06. Juni, der Abend vor dem Feiertag Fronleichnam. Dann wird uns unser sympathischer, fränkischer Winzer Gerhard Stich besuchen und seine Weine persönlich vorstellen. Wunderbar mineralische, fränkische Silvaner und ausdrucksstarke Rotweine. Ganz sicher wird es auch an diesem Abend wieder viel zu schmecken und zu entdecken geben. Zusätzlich präsentieren wir ausdrucksstarke Heimatweine aus unserem österreichischen Programm, auch diese ganz sicher eine Entdeckung wert! Wir und der Winzer freuen uns wieder über Ihr zahlreiches Erscheinen und Weininteresse.

Sie sind herzlich eingeladen:

RendezVino MkII
Der K&M After-Work-Wein-Abend
Mittwoch 06. Juni 2007 17:00 bis 21:00 Uhr (mindestens)
Mit unserem fränkischen Winzer Gerhard Stich
Probenbeitrag € 5,00/Person, wird ab einem Einkauf von € 25,00 verrechnet

Hamburger Allee 37 – 60486 Frankfurt-Bockenheim
http://www.gutsweine.cominfo@gutsweine.com

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