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Chardonnay at it´s best – Weinhof Kobler / Südtirol

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 9 März 2010

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Armin Kobler arbeitet in seinem Hauptberuf bei der Landesversuchsanstalt Laimburg. Dort ist er für die Betreung der Südtiroler Weinbauern zuständig um sie in Fragen der Kellerwirtschaft zu betreuen. Zu Hause jedoch ist er auf dem eigenen Weinhof, den Armins Vater vor 60 Jahren 1950 erworben hat. Heute stehen etwa knapp 6 Hektar im Anbau, wobei auch noch Obstbau betrieben wird. Besonders stolz ist er auf die fast 60 jährigen, noch vom Vater gepflanzten Chardonnay-Reben.

Mitte der 90er fand er Gefallen am Selbstkeltern der Weine, was zunächst nur als Hobby und Selbstzweck angedacht war, entwickelte sich schnell zur Leidenschaft, nicht zuletzt, weil viele renommierte Winzer die Weine des Hobbywinzers lobten und ihn ermutigten, es professionell anzugehen. So besuchte er die Landwirtschaftsoberschule in San Michele, studierte Landwirtschaft in Wien und jobbte bei renommierten Kellereien wie z.B Peter Zemmer in Kurtinig. Seit 2006 verarbeitet er einen Teil seiner Trauben selbst, ab dem aktuellen Jahrgang 2008 zieht er über die Lande, den Weg zu K&M fand er über unseren Wein-Blog. Knapp 15.000 Flaschen füllt der emsige und umtriebige Winzer nun ab, peu a peu baut er sich sein Händlernetz auf. Billige Weine wird man bei ihm vergebens suchen, zu aufwändig ist die Weinbergsarbeit, zu reduziert sind die Erträge. Ich finde: diese sorgfältige Arbeit schmeckt man den Weinen an.

 

2008 Chardonnay Ogeaner – Weinhof Kobler / Südtirol

Auch wenn ein Rheingauer Labor bei einem Wein eines anderen Winzers meinte, grüner Apfel sei nicht typisch für Chardonnay, duftet dieser Wein eindeutig nach der grünen, saftigen Baumfrucht. Am Gaumen ein Hauch Banane, eher der etwas frühreife Typ, immer unterlegt von Ananas und einer salzigen Mineralität, zeigt eine wunderbare frische Säure, nicht zu viel. Neben dem zarten Schmelz dominieren auch erdige Noten den Gaumen, der Wein tendiert niemals in den breiten, langweiligen Typ, sondern animiert – wie auch schon der 15%ige Merlot gestern – immer zum nächsten Schluck. Lobenswert auch hier die Konsequenz, einen Drehverschluß zu verwenden, visuell sehr gut gelöst.

Fazit: So macht mir Chardonnay Spaß und ich bin gespannt, ob ich bei meiner Reise ins Burgund Ende März ähnlich gute Weine in dieser Preisklasse finde

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Lage:
„Ogeaner“ in der Großlage „Punggl“, eben, sandiger Flinsboden. 

Rebanlage:
einfache Pergl, ca. 3.300 Reben/ha, größtenteils über 50 Jahre alt. 

Ausbau:
Gärung und Lagerung auf der Feinhefe im Stahlfass, kein biologischer Säureabbau, keine Weinsteinstabilisierung.  

Sensorik:
Im Vordergrund steht das sortentypische Aroma von Banane, unterlegt von Ananas und grünem Apfel. Im Mund überwiegt die säureunterstütze Frische, welche in einen anhaltenden, salzigen Abgang übergeht.

Anzahl Flaschen:
1.700

Analysenwerte:
Alkohol 13,0 % Vol,
Gesamtsäure 6,3 g/L,
Restzucker 1,6 g/L,
Red. Extrakt 25,5 g/L

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Coup de Coeur 2010 – Chablis 2007 Dom. Fevre

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 3 Februar 2010

Heute abend im Glas: 

2007 Chablis AOC von Nathalie & Gilles Fevre, ein Wein, der in Frankreichs wichtigstem Weinführer „Guide Hachette 2010“ als „Coup de Coeur“ (Lieblingswein der Verkoster) ausgezeichnet wurde. Die Flasche stand schon einige Wochen auf unserem Verkostungstisch, während der Vorweihnachtszeit hatten wir für eine dem Wein gerechte Verkostung nicht die Zeit, aber nachdem nun Tauwetter eingesetzt hat und die Temperaturen sich wieder im Plusbereich bewegen (der Frühling also quasi vor der Tür steht) hatte ich einfach Lust auf einen erfrischenden Weisswein. Chablis wird mich in den nächsten 8 Wochen öfters beschäftigen, denn immer wieder kommt von unseren Kunden die Nachfrage nach dem Klassiker aus den Winzerkellern Burgunds, so dass ich auf meiner Reise im März zu den Verkostungen der „Grand Jour de Bourgogne 2010“ auch einige Weingüter besuchen werde. Einige Weine, z.B. von Alain Gautheron oder der Domaine Felix konnte ich in den letzten 2-3 Jahren immer wieder mal probieren, deren Stilistik hatte mir sehr gut gefallen. Auch der heutige Chablis reiht sich nahtlos in diese Favoritenliste ein.

2007 Chablis AOC
Domaine Nathalie & Gilles Fevre
100% Chardonnay; 12,5% Alk.
ROUTE DE CHABLIS89800 FONTENAYPRESCHABLISTEL : (+33) 3 86 18 94 47
EMAIL : fevregilles@wanadoo.fr

Dieser Chablis stammt aus Parzellen des Dorfes Fontenay-Près-Chablis. Die Reben stehen auf Kimmeridge-Kalk und sind im Schnitt erst 15-20 Jahre jung.

Degustation vom 3.2.2010:
Die Farbe ist ein nicht allzu kräftiges Gelb mit leicht goldenen Reflexen. Am Gaumen ein schöner, recht dichter Auftakt, schmelzig, dann jedoch übernehmen reife Säure, Zitrus und dezent gelbe Früchte mit einem Hauch Exotik und weißen Früchten den Takt. Im Hintergrund deutliche Kalk-Mineralität, die den Wein auch in eine gutes, mittellanges Finale trägt. Insgesamt ein Wein der frischen, saftigen Art, der für einen Basiswein eine schönen Auftakt darstellt. Kann man sehr gut alleine trinken, macht aber sicher auch zu Gerichten mit Meeresfrüchten, Geflügel oder Kalbfleisch eine gute Figur.  

Punkte: 85/100 (guter Wein) 

Dafür würde ich ausgeben wollen: max. 10-12 € inkl. MWST

Preisspanne von Anbieter, die nach Deutschland liefern (Google-Recherche):
11 € – 16 € (2 Anbieter gefunden)

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