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Archive for März 2009

Decouverte en Valle du Rhône Tag 3 – Chateauneuf du Pape 2007

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 21 März 2009

Palais du Pape am frühen Abend

Palais du Pape am frühen Abend

wenn schon der Weinpapst Robert Parker den 2007er Jahrgang an der Rhône zum „besten, was ich seit 30 Jahren Journalistentätigkeit probiert habe“ tituliert, geht man schon mit etwas voreingenommener Meinung an die Verkosting heran. Schon einmal hat er den 2003er in den höchsten Tönen gelobt, herausgekommen aber sind zum Teil kaum trinkbare, alkoholische Marmeladenmonster. Dieses mal jedoch wurde ich nicht enttäuscht.

Palais du Pape in Avignon

Palais du Pape in Avignon

98 Weingüter waren im Salle de la Grande Audience im Palais du Pape zu Avignon anwesend und etwa 150 verkostete Weine verschafften mir einen recht deutlichen Überblick, was von diesem Jahrgang zu halten ist: für mich ein enormer, ja grandioser Jahrgang. Solch komplexe, vor Frucht und Extrakt strotzende Weine aus Ch9 du Pape sind mir einem solch jungen Stadium bisher noch nicht untergekommen. Frische, klare, keines wegs überreife Frucht, sehr gut integrierter, hoher Alkohol (14.5-15,5), saftige Säure, hochfeines und reifes Tannin, sehr gute Konzentration, in diesem jugendlichen Stadium bereits mit einer herausragenden Balance ausgestattet, die Weine sind natürlich zum Teil noch gar nicht auf der Flasche, aber alle Faktoren zusammen bereiten schon viel Trinkspaß. Natürlich gab es auch einige Weine, deren Winzer es leider nicht geschafft haben, dieses Geschenk der Natur in die Flasche umzusetzten, schade drum. Aber der Großteil hat fantastische Weine mit enormen Lagerpotential vinifiziert, leider sind die Preise nachwievor nicht am fallen, vorrausschauend werden Sie eher steigen.

Hier meine Top-Weine aus dieser Verkostung, einen Preis/Leistungskracher außerhalb dieser Probe haben wir auch bei einem Weingutsbesuch entdeckt, den verrate ich aber erst, wenn es feststeht, ob wir dieses Weingut aufnehmen.

TOP:
Domaine de la Vieille Julienne / Orange
2007 Chateauneuf du Pape (Faßprobe, n.n.i.Verkauf)
Eher von dunkler, kräftiger Farbe. Welch ein Konzentrat an Komplexität und Frische,dazu schon jetzt enorm balanciert, hochelegant mit enormer Nachhaltigkeit, dabei herrliches Spiel von Frucht und Säure, enorme Persistenz,bereitet schon jetzt viel Vergnügen. 94/100 Pkt. Preis ????

Domaine de Marcoux / Chateauneuf du Pape
2007 Chateauneuf du Pape (Faßprobe, n.n.i.Verkauf) wunderbarer Chateauneuf du Pape im klassisch-traditionellen Stil. Im Duft viel reife, helle Beeren, dazu herrliche Grenache-Würze, Noten von Kräutern. Am Gaumen im letzten Drittel druckvoll und mit einer grandiosen Länge ausgestattet. So muss Chateauneuf in Perfektion sein. Da ich aber nicht in die Zukunft schauen kann gebe ich auch hier 94/100 Pkt

Das waren für mich die beiden Weine, die noch einen Schritt über den anderen verkosteten Exemplaren des Jahrgangs 2007 stehen.

Weitere sehr gute, über dem Schnitt stehende 2007er Chateauneuf:
Domaine la Baroche
Domaine La Bastide Saint Dominique
Domaine de la Font de Michelle
Domaine La Milliere
Domaine Charvin
Domaine Pierre André
Domaine Clos Saint Michel

Wenig anfangen kann ich nachwievor mit den hochgehandelten Weinen von Clos Saint Jean. Combe des Fous und Deus Ex Machina sind mir zu konzentriert und anstrengend im Trunk. Auch wenn Sie dieses Jahr die 100 Parker-Punkte bekommen werden – da bin ich mir fast sicher – so sind sie nicht meine Lieblinge auf dieser Veranstaltung gewesen.

Hier noch einige Impressionen aus den Weinbergen um Chateauneuf du Pape

Schwierige Weinbergarbeit in Chateauneuf

Dicke Kiesel, toll für den Wein, Schwerstarbeit für den Winzer

Chateau La Nerthe

Chateau La Nerthe

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noch ist nichts zu sehen vom 2009er

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Decouverte en Valle du Rhône Tag 2

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 20 März 2009

Montag, 16.03.2009

Heute stand der erste Verkostungstag auf dem Programm. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel fuhren wir bei strahlend blauem Himmel ins etwa 20 km entfernte Chateau du Clary in Roquemaure, wo Weine aus den Appellationen Clairette de Bellegarde und Costieres de Nimes präsentiert wurden.

Bei den Weißweinen überzeugte uns die Auswahl von Nathalie Blanc-Marès von der Domaine Mas Carlot-Chateau Paul Blanc, darunter ein wunderbar floral duftender, nach Stachelbeeren, Mirabellen und Birnen schmeckender 2008er AOC Clairette de Bellegarde, ein mineralischer 2008er Costieres des Nimes Blanc Tradition sowie ein im Barrique ausgebauter Weißer namens 2006 Costieres de Nimes Blanc „Chateau Paul Blanc“ , der etwas kräftiger (Holz), aber dennoch mit einer herrlichen Frische daherkam. Der Stil des Hauses – eher karge, mineralische, frische Art mit einem Säurekick – setzt sich auch bei den Roten fort, da gefielen mir die Rotweine ihres Mannes Cyril Marès der Domaine Mas de Bressades mit ihrer eher etwas wärmeren, aber nicht minder frischen Art etwas besser. Am Gaumen auch mit deutlich mehr Fleisch ausgestattet und ungemein lang auf der Zunge präsent, insbesondere der 100%ige Syrah „Cuvée Excellence“.

Ein weiteres Highlight war der 2007er Costieres des Nimes „Le Galets rouge“ des Château Mourgues du Grès. Ein enorm konzentrierter Wein mit Noten von dunkeln, frischen Beeren, untermalt von würzigen Aromen wie schwarze Oliventapenade, dennoch bei aller Konzentration immer trinkig. Für mich ein 90 Punkte Kandidat und für knapp um die 7 EUR Verkaufspreis in Deutschland ein enormer Wert. Diese Preis-/Qualitätskonstellation war heute mit das Beste, was ich probiert habe.

Wie immer sind neben den Weinverkostungen die mittäglichen, liebevoll präsentierten und geschmacklich wunderbaren Essenskompositionen in Form von Fingerfood ein Highlight. Dabei wird viel Wert auf die Präsentation regionaler Produkte in Verbindung zu den vorgestellten Weinen gelegt, von denen einige zum Essen ausgesucht wurden. Das ganze konnte man dann formvollendend bei knapp 20 Grad unter strahlend blauem Himmel genießen und auch mit dem ein oder anderen ausländischen Verkoster dabei Tipps austauschen.

Bei dem Wetter in dunklen Hallen essen.....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Station zwei an diesem Tag war gegen 13:30 Uhr der „Roi de Rosé de France“, der König der französischen Rosé: Tavel!

Meine Erfahrung mit Tavel Rosé geht gegen Null, von daher mussten wir uns erst einmal sozusagen in die verschiedenen Weintypen „reinschmecken“. Das Repertoire der Stilistiken geht von extrem kräftig mit viel Frucht ausgestattet – fast rotweinartig – bis hin zu zart lachsfarben mit eher reifer, filigraner, hellbeerig-saftiger Frucht. Letzteren bevorzuge ich, wie ich irgendwann nach 10 Proben bemerkte. Eines aber haben alle gleich: Tavel ist sehr gefragt und nicht mehr günstig zu bekommen, ähnlich geht es dem Lirac rosé. Bei vielen gab es vereinzelt tolle Exemplare, dann aber gefielen uns die Rotweine nicht.

la-loyane2

Das beste Gesamtpaket bot uns die Domaine La Loyane aus Rochefort du Gard, wunderbar feinduftig-floraler Lirac Rosé sowie fast all ihre Rotweine (salzig-mineralisch) aus Lirac. Die Weine haben uns am meisten beeindruckt, so gut dass, wir uns am morgigen Dienstag mit dem Sohn des Hauses auf seiner Domaine zu einer Nachverkostung verabredet haben.

Besseres konnte eigentlich nicht mehr kommen und so ließen wir Arbeit Arbeit sein und machten uns gen Tavel, um in einem kleinen Straßenkaffee die Seele baumeln zu lassen, ein Kaffee zu trinken und den daheim gebliebenen per SMS mit Foto unseren harten Arbeitsalltag zu dokumentieren.

Nach dieser einstündigen Pause folgten wir einer Einladung unserer Rhône-Winzer Martine & Jean David nach Jonquieres auf Chateau Beauregard, wo sich die Vereinigung „TOQUÉS DES DENTELLES“ mit einigen Gastwinzern von der Loire präsentierte.

 Toques Dentelles

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf unserer ersten Runde probierten wir nur die Weiß- und zum Teil auch Roséweine, aber so richtig Freude kam nur beim 2008er Côtes du Rhone Blanc von Jean David auf. Als Faßprobe noch etwas unruhig, sehr frisch, aber im Hintergrund mit mehr Körper ausgestattet. Bei vielen Weinen und Winzern hatte ich das komische Gefühl, es wieder mit einigen der sogenannten Naturwinzern zu tun zu haben, viele Weine waren extrem säurelastig, und unharmonisch, viele fehlerhaft und mit Bitternoten und reichlich Alkohol ausgestattet, nein, diese Probe hat keinen Spaß gemacht, so dass wir uns dann eher in die Warteposition für das abendliche Essen begaben, welches wiederum sehr gut und in schönem Rahmen stattfand, nichts großes, aber eben regional, authentisch und gut, von den 3 Tapenaden an Salat, über das Kartoffel-Fleischgulasch mit Oliven, den wunderbaren Artisanal Käsen bis zum leckeren Kuchen am Ende.

Am morgigen Dienstag folgt bereits das Highlight der gesamten Veranstaltung der Decouverte en Valle du Rhône: die Verkostung der 2007er Chateauneuf du Pape, jener Jahrgang, der von Robert Parker zum besten Jahrgang in seiner 30 jährigen Journalistentätigkeit geadelt wurde und der schon jetzt die Preise bei den Topweingütern in schwindelerregende Höhen schnellen lässt.

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Decouverte en Valle du Rhône 2009 – Tag 1

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 20 März 2009

Sonntag, 15. März 2009
Die Anreise nach Avignon geht über freie Autobahnen und gänzlich stressfrei in geplanten 6 Stunden – perfekter geht es gar nicht. Selbst der Espresso auf der Raststätte an der Autobahn hat geschmeckt. Außer uns waren nur wenige Menschen unterwegs, die sich ebenfalls ganz den lukullischen Entdeckungen verschrieben haben – wie z. Bsp. Wolfram Siebeck in seinem silberfarbenen Mercedes Kombi mit Offenburger Kennzeichen, der eine Raststätte vor uns Pause eingelegt hat. Wir konnten ihn leider nicht nach seinem Ziel fragen – er hatte unseren „Silberflitzer“ einfach überholt…

Ausgerüstet mit dem Stadtplan von unserem kleinen, aber angenehm ausgestatteten Hotel am Rande des Centrums

Hotel Saint Roche in Avignon

Hotel Saint Roche in Avignon

(vor der Stadtmauer, in der Nähe des Bahnhofs) und einer Empfehlung für das sonntägliche Abendessen machten wir uns um 18:00 Uhr auf den Weg zur Registrierung. Bis dahin hatten wir bereits einige Restaurants und Lokalitäten „abgecheckt“ mussten aber feststellen, dass außer den Chinesen, Italienern und den Touri-Hungrigen Kneipen vor dem Hotel de Ville kaum ein ansprechendes Etablissement Sonntag-Abend die Pforten öffnet.

Und so kamen wir zu unserer allerersten Entdeckung (Dècouverte) für diese Tour:

Restaurant Le Petit Bedon in Avignon 2009

Restaurant Le Petit Bedon in Avignon 2009

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Le Petit Bedon in der Rue Joseph Vernet.
Ein junger engagierter Maître und sein 2-köpfiges Küchenteam bereiteten sich darauf vor, verwöhnte Gäste mit eine unprätentiösen, authentischen Küche zu begeistern! Der Eingang bereits auf der Straße einladend mit frischen Tischdecken, Pflanzen und warmer Beleuchtung gestaltet, erwarten den Gast ein schmales Restaurant mit maximal 25 Sitzplätzen, zurückhaltend stilvoll eingedeckt.
Wir haben das einfache 3-Gang-Menü gewählt und uns zur Vorspeise für Stockfisch im Blätterteig an Salat sowie überbackenen Ziegenkäse mit Salat entschieden. Der Hauptgang setzte sich aus einem in Folie auf Gemüse und Estragon gegarten Rotbarsch, Reis und Prinzessbohnen zusammen, und einem Marmite von Hühnchen, mit Kartoffeln, Pilzen und Prinzessböhnchen.

Zum Dessert gönnten wir uns Bananen-Crumble mit Vanilleeisund dreierlei geschichtetes Mousse au Chocolat und Hippenblatt. Als Weinbegleitung für unser Menü hatten wir uns einen 2006er Cotes du Rhone Vilage Cairanne „La Reserve“ von Weingut Camille Caryran ausgesucht. Angenehme Frucht, deutliche aber gut eingepasste Säure machten ihn zu einem angenehmen Trinkgenossen. Cafe rundete das ganze ab – und die Rechnung hat uns mit 76 Euro nicht erschreckt. Sehr empfehlenswert – wir kommen gerne wieder.

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„Das war es dann, KSC“

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 14 März 2009

war der einhellige Tenor heute um 17:17 Uhr im Karlsruher Wildparstadion. 90 Minuten zuvor herrschte Totenstille im Stadion, man gedachte den Opfern von Winnenden. Totenstille herrschte aber nicht nach dem Schlußpfiff, zu enttäuschend das Auftreten der Mannschaft, ein Großteil der Besucher in A1 machte sich Luft mit „Becker raus“ Rufen, den zuvor rackernden und ausgewechselten da Silva feierte man mit Sprechchören. Was war geschehen: nun, eigentlich das selbe, wie schon in vielen Spielen zuvor. Der KSC ist die spielbestimmende Mannschaft, erarbeitet sich mehr oder weniger mit Ach und Krach Chancen, aber sobald das gegnerische Tor in Sichtweite kommt, werden die Aktionen hektisch und unüberlegt

Und als zusätzliche Krönung dann mit dem dritten Angriff im gesamten Spiel das 0:1 für die Bielefelder Arminia, die ebenfalls wie ein Abstiegskandidat auftrat und destruktiven Fußball bot und es mich daher nicht wundert, dass nur knapp 200 Fans den Weg in den Gästeblöck fanden.

Wie gehts weiter? Geht Dohmem wirklich mit Ede Becker in Liga 2 oder wirft Ede selbst mit einem Rücktritt den letzten Rettungsanker? Auf jeden Fall folgt am Samstag das leichteste Spiel der Saison: es geht zu den Münchner Bayern.

Stenogramm
Karlsruher SC – Arminia Bielefeld 0:1 (0:0)

Karlsruher SC:
Miller – Görlitz, Langkamp, Drpic, Eichner – Mutzel, Engelhardt (46. Stindl), Federico (69. Saglik), da Silva (73. Iashvili) – Freis, Kapllani
Trainer: Edmund Becker
Bank: Kornetzky, Sebastian, Timm, Celozzi

Arminia Bielefeld:
Eilhoff – Kucera, Mijatovic, Herzig, Schuler – Kauf, Marx, Kirch (69. Halfar), Katongo, Tesche – Wichniarek (84. Janjic)
Trainer: Michael Frontzeck
Bank: Fernandez, Rau, Sadik, Rodenberg, Munteanu

Tore:
0:1 – Janjic (86.)

Gelbe Karten:
Kucera, Schuler, Federico
Gelb-Rote Karten:
Katongo (90.)

Zuschauer: 24621

Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer (Sigmertshausen)
Assistenten: Matthias Anklam, Christian Bandurski, Robert Kempter

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