K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Archive for Februar 2007

Reine Fussball-Arena für den KSC

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 28 Februar 2007

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Karlsruhe – Das Wildparkstadion wird für 58 Millionen Euro komplett modernisiert und in eine reine Fußballarena umgebaut. Das hat der Karlsruher Gemeinderat am Dienstagabend nach längerer Debatte entschieden. Die Entscheidung fiel bei 13 Gegenstimmen, die Grünen-Fraktion stimmte geschlossen gegen den Umbau – sie hatte die Höhe der Beteiligung der Stadt Karlsruhe kritisiert.

Damit wird das schon seit Längerem bekannte Finanzierungskonzept umgesetzt (ka-news berichtete). Die Stadt Karlsruhe wird sich mit 30 Millionen Euro beteiligen, das Land Baden-Württemberg wird weitere zehn Millionen Euro beisteuern. 18 Millionen Euro sollen durch zinsgünstige Kommunalkredite finanziert werden. Die Grünen sahen den Anteil der Stadt als zu hoch an und forderten lediglich die Generalsanierung des Stadions, bei einer Beteiligung von maximal 14 Millionen Euro.

Die umgebaute reine Fußballarena soll 35.000 Zuschauern und damit über 5.000 Besuchern mehr als das jetzige Stadion Platz bieten. Der KSC soll künftig zwischen 1,75 und 2,25 Millionen Euro Stadionmiete pro Jahr zahlen. Baubeginn könnte nach der heutigen Entscheidung im Sommer 2008 sein.

Meldung vom Dienstag, 27. Februar 2007 © ka-news 2007

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Champagner zum Verlieben – Janisson-Baradon

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 27 Februar 2007

Besuch bei Janisson-Barandon in Epernay
Ostern 2006

Champagner übt auf viele Menschen immer noch eine Faszination aus. Doch vieles, was als Champagner auf den Markt kommt, ist meiner Meinung nach den Namen nicht wert. Zu austauschbar, uniform, ohne den Kick, den ein großer Champagner auslösen kann.

Auf einer Messe im Februar kam ich nach der Probe vieler enttäuschender Champagner am Stand von Cyril Janisson vorbei. Dort angekommen und nach einem Blick auf die Verkostungsliste musste ich wohl den berühmten 6er im Lotto gezogen haben. „NICHTS mehr zu kaufen habe er da, restlos ausverkauft sei er, sagte Cyril mit einem Blitzen in den Augen, allenfalls die „demi-bouteille“ des Brut wäre noch da. Probieren können wir jedoch schon noch.“ Na toll!

Doch schon der erste Schluck lies mich im Innersten juchzen. Hier waren wir richtig. ENDLICH Champagner. Feinste Aromen nach Zitrus, Brot, etwas Brioche, im Mund endlich das Mousseux – fernperlig und elegant – wie ich es mir wünsche, am Gaumen frisch, Finesse und Struktur und ausgesprochen lange im Mund schmeckbar. Ja, dass ist Champagner.

Mein berühmtes Bauchgefühl intonierte: hier waren wir nicht das letzte Mal. Und so kamen mir die Osterfeiertage gerade recht, in meinem 7-tägigen Frankreich Exkurs das Haus Janisson-Baradon in Epernay zu besuchen.

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1922 von Georges Barandon gegründet, produziert das Familienunternehmen heute pro Jahr etwa 70.000 Flaschen, bei unserem Besuch warteten ca. 100.000 Flaschen auf das Degorgement und den Verkauf.

Mit Cyril Janisson

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stieg im Jahre 1997 die 5. Generation in die Produktion ein, nachdem er sein Studium und diverse Praktika im Beaujolais und Burgund beendet hatte. Seit jenem Jahr wird nun auch in besonderen Jahren Lagen-Champagner (Toulette) hergestellt.

Dieser wurde früher üblicherweise mit einer Kordel verschlossen (bis ca. 1900), heute ist diese Art des Verschlußes aber verboten. Aber Cyril wusste sich zu helfen und konterte die Bürokratie geschickt aus. (Siehe Foto)

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Grundsätzlich werden die Weinberge natürlich gedüngt, es werden keine Herbizide und Pestizide verwendet. Eng mit der Tradition verbunden, werden die Grundweine des Hauses Janisson-Baradon schon immer selbst gekeltert, gelagert und natürlich zu eigenem Champagner weiter verarbeitet.

Einzelne Grundweine aus besonderen Parzellen kommen für eine Zeit von 8-12 Monaten ins Holzfass. Im Durchschnitt lagern die Weine 15 Monate (Brut) in der Flasche auf der Hefe, bevor sie degorgiert werden. Grande Reserve, Einzellagen und die Non Dose sogar bis zu 3 Jahre.

Bevor sie in den Handel kommen, werden die Weine danach noch mindestens 6 Monate auf dem Weingut gelagert, um sich zu harmonisieren.

Die durchschnittliche Ertragsmenge in der gesamten Champagne liegt in etwa bei 75 hl/ha, bei Janisson in etwa bei 50-55 hl/ha, Cyril´s Einzellagen-Champagner Toulette bringt es gerade einmal auf 30 hl/ha.

Cyril Janisson ist im Vorstand der Vignerons Independante der Champagne. Auf seinen Urgroßvater geht übrigens die Städtepartnerschaft von Epernay mit Ettlingen bei Karlsruhe zurück.

Im Jahre 2000 wurde Cyrils Tochter geboren, was er zum Anlass nahm, ihr eine eigene Metallkapsel (Baby-Bär)

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in limitierter Auflage zu widmen.

Man muss wissen, dass für diese Kapseln in Frankreich ein Sammlermarkt ähnlich wie für Briefmarken existiert. Teilweise haben solche Kapseln einen Marktwert von bis zu 50,- EUR, wenn sie in geringster Stückzahl aufgelegt werden.

Erstmals mit dem Jahrgang 2005 wird Cyril Janisson auch 3 Einzellagen-Champagner anbieten, davon regulär den Toulette sowie 2 weitere aus Pinot Noir. Diese werden allerdings frühestens im Jahre 2010/11 in den Verkauf gelangen.

Zusammen mit Cyril – einem unglaublich sympathischen, mit einem gewissen Schalk im Nacken ausgestatteten, aber auch voller Visionen steckenden Menschen, haben wir dann nach einem ausführlichen Rundgang

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in den Katakomben

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des Weingutes natürlich auch die Objekte der Begierde probieren dürfen.

Wir haben probiert:

Champagner Non dosé:
50% Pinot Noir / 50% Chardonnay
Ohne Restzucker ; der Grundwein ist 5 Jahre alt und identisch mit dem Grande Reserve allerdings ohne Dosage. Im Duft hochreifes Traubenmaterial, etwas Grapefruit, wunderbar feines Mousseux mit cremigem Mundgefühl. Sehr, sehr vielschichtig und spannend.

Champagner Brut Selection:
50% Chardonnay / 50% Pinot Noir, davon 20% aus Reserveweinen
Etwas frischer und spritziger, das Mousseux wieder sehr fein, im Mund würzig und tief, noch hefige Noten, auch Rauchnoten sowie etwas Birnenduft. Ungemein intensiv im Mund.

Champagner Cuvée Toulette 2000
100% Chardonnay ; Champagner aus 1947 gepflanzten Reben, wird nur in außerordentlichen Jahren hergestellt. 12 Monate Lagerung im gebrauchten Barrique, davor Gärung im Stahltank. Reift 5 Jahre, bevor er in den Verkauf gelangt. Goldgelb steht er im Glas, expressive Nase nach gerösteten Nüssen und frisch gebackenem Brot (Kruste) Im Mund mächtig, dicht, reicher Charakter, „cremeuse“. Pures Champagner-Vergnügen oder zum Essen !

Weitere Champagner, die wir nicht probiert haben

Champagner Demi-Sec
50% Chardonnay / 50% Pinot Noir, davon 20% aus Reserveweinen
ca. 40g Restzucker

Champagner Brut (war noch nicht im Verkauf)
50% Pinot Noir / 40% Chardonnay / 10& Pinot Meunier

Champagner Brut Rosé
45% Pinot Noir / 45% Chardonnay / 10% Coteau Champenois Rouge
Dieser Rosé wird durch separates Vinifizieren der Trauben und nicht durch die Mischung von « Rot+Weiß « vinifiziert.

Übrigens legen die Besitzer auch viel Wert auf die Tradition des Berufes und sammeln auch längst nicht mehr in Gebrauch befindliche Dinge.

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Lobster – Kleinod und Klassiker in Frankfurt – Sachsenhausen

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 13 Februar 2007

Ein Genuss-Bericht von Armin Maurer, K&M Gutsweine Frankfurt

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Bild-Quelle:http://www.sachsenhausen-live.de/

Lobster
Wallstraße 21
Tel.: 069 612920

Montag bis Samstag ab 18:00 Uhr

Kleinod und Klassiker in Sachsenhausen, mit gutbürgerlicher, französischer Bistro-Küche im besten Sinne

Nachdem uns ein Kunde das Restaurant Lobster im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen empfohlen hatte und ich sowieso am Freitag Essen gehen wollte, probierten meine Frau, zwei Freunde und ich diesen Klassiker der Frankfurter Gastroszene aus.
Nachdem wir uns kurz verlaufen hatten, ich hatte nicht realisiert, dass die Schulstraße in die Wallstraße übergeht, kamen wir kurz nach 20:30 Uhr im Lobster an, unsere Freunde warten schon mit einer Flasche Wasser, einem Gläschen Cremant von Bouvet-Ladubay und einem Elsässer Pinot Noir von Klipfel, der hier wie im Elsaß auch üblich, gekühlt serviert wird.

Beim ersten Hören des Namens Lobster, mag man an ein schickes und eher teures Innlokal denken, tja weit gefehlt. Das Lokal erinnert eher an ein klassisches Pariser Bistro mit seinen dunklen Kaffeehausstühlen, den unterschiedlichen Holztischen und der einfachen Holzvertäfelung an den Wänden. Alles ein bisschen eng, schon einige Jahre benutzt, eingewohnt sozusagen, an den Wänden entlang Weinkisten gestapelt. Das Publikum bunt gemischt 30somethings und Messepublikum, am Freitag war die Ambiente, dazu mit dem Lokal gealterte Stammgäste, welche sich am Ende des Abends um den Stehtisch und die Bar versammeln.

Wir sitzen im Seitenraum, die Weinkarte ist ein laminiertes DIN A4-Blatt mit ca. 25 offenen Weinen und am Ende auch noch ca. 5 höherpreissigen Rotweine, die es nur als ganze Flasche zu bekommen sind, z.B. Brunello für 49,00 EUR.

Los geht es bei den offenen Weinen bei gemäßigten 2,00 EUR für das 0,1 l.-Glas. Die Gläser sind dann leider auch sehr klassisch, sprich das Bistro-Ballon-Glas das bis zum Rand befüllt wird und dem Wein gar keinen Raum zum Entfalten des Bouquets bietet. Schade, denn die Weine sind alle nicht schlecht und hätten wahrlich bessere Gläser verdient. Die Speisen stehen auf einer kleinen Schiefertafel, was ein Zeichen für häufigere Wechsel der Gerichte nach Marktlage und Saison sein könnte. Ein Umstand, der die Erwartung schon etwas nach oben hebt.

Wir entscheiden uns bei den Vorspeisen für Gambas, welche in einem pikanten Sud mit Chili serviert werden und Vitello Tonnato. Die Gambas waren deutlich chilischarf, was ich noch als angenehm empfand, meiner Frau waren sie fast schon etwas zu scharf, aber von guter Konsistenz. Wenn einem die Schärfe nichts ausmacht, sehr lecker. Das Kalbfleisch mit der Thunfischsauce war mir vielleicht einen Tick zu sehr vom Essig geprägt, was ihm aber eine schöne Frische gab, also durchaus gelungen. Dazu tranken wir einen Entre deux Mers, der mit frischer Frucht und etwas Mineralik zu überzeugen verstand, der Sauvignon blanc von der Loire (Touraine) wirkte ein ganz klein wenig müde, konnte mit seiner Frucht nach Stachelbeeren und geschnittenem Gras und seiner feinen Würze im Abgang aber doch noch gefallen. Zu den Vorspeisen waren beide Weine angenehme Begleiter. Das Essen ohne Schnickschnack und große Verzierungen, ehrlich und gut.

Bei den Hauptspeisen spart sich die Küche unterschiedliche Beilagen, was in einem solchen Lokal aber auch ok ist, wenn dann die Qualität so gut ist wie hier, fehlt einem auch nichts. Es gab etwas Gratinkartoffel, grüne Bohnen in würziger Tomatensauce und Blattspinat, das passt auch zur Saison, man merkt dass auf die Qualität der Ausgangsmaterialien wert gelegt wird. Auch die Qualität des servierten Fleisch konnte bei allen Gerichten überzeugen, wir hatten Filetsteak in Senfsauce, rosa gebraten im Kern vielleicht einen Tick zu rot, aber dadurch eben auch wunderbar zart und saftig, dann gebratene Kalbsleber, auch hier auf den Punkt gegart, weich und gar nicht trocken, im Gegenteil. Ich hatte Lammfilet Provencal, auch das von großer Güte, perfekt gegart. Auch hier liegt auf den Tellern kein dekorativer Schnickschnack herum, die Speisen überzeugen durch Ihre Qualität nicht durch das Drumherum. Eben im besten Sinne klassisch und gutbürgerlich.

Als Wein blieb einer beim süffigen Pinot Noir, dann hatten wir einen Vernaccia di San Gimignano, den ich leider nicht probierte, einen sehr süffigen, angenehm fruchtigen, seidigen Merlot, der sich mit der Leber sehr gut ergänzte und einen Cote du Rhône, der vielleicht etwas zuviel Vanille zeigte, dafür aber wunderbar weich über den Gaumen rann und zum Lamm perfekt harmonierte. Auch hier wieder alles eher wenig spektakulär, einfach nur gut.

Ein Lokal, das mit seiner Wohnzimmeratmosphäre und seiner unprätentiösen Art zu überzeugen weiß, das sehr gute Lebensmittelqualität auf den Teller bringt, handwerklich perfekt zubereitet, was will man mehr? Auch die Preise liegen im Rahmen des gebotenen. Der Service war beim Hauptgang kurz mal etwas hektisch und musste gelegentlich mal nachfragen, wo der Teller hin sollte, aber am Schluss war alles da, wo es hin soll und am Ende des Abends hat man fast schon das Gefühl man wäre schon lange Stammgast, so familiär wird man aufgenommen. So unspektakulär und gleichzeitig stimmig könnten ruhig mehr Lokale in Frankfurt sein und man hofft, das Lobster geht noch viele Jahre seinen Weg so weiter als Heimat des guten Geschmacks.

Allein eines dürfte sich doch ändern, hier dürfte man mit der klassischen Tradition des französischen Bistro brechen, wie oben schon erwähnt, bessere Weingläser, das wäre der einzige Wunsch, ansonsten verließen wir glücklich und zufrieden diesen gastlichen Ort.

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