K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Archive for September 2006

100 Jahre alte Reben

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 8 September 2006

2001 Cotes du Luberon AOC „Vieilles Vignes“
Domaine de Fontenille

Fontenilles Reben

Cuvée aus über 100-jährigem Carignan (20%) und je 50-jährigen Syrah (20%)- und Grenache(50%)-Reben. Alle Reben wurden 1904 gepflanzt und ergeben heute nur noch minimalsten Ertrag.

Entdeckt auf einer Messe in Frankreich; Piere Leveque, Besitzer und „Alles im Weinberg-alleine-Macher“ hat beim renommierten Weingut „Clos du Pape“ in Chateauneuf du Pape gelernt und bringt auf dem Familienweingut in Lauris am Fuße des Luberon-Kalksteinmassivs exzellente Weine zu äußerst fairen Preisen auf die Flasche.

Diese Cuvée aus alten Reben (Vieilles Vignes) steht einem großen Chateauneuf du Pape in nichts nach. Allerdings müssen Sie bedeutend weniger investieren und werden noch in 10-15 Jahren großen Trinkspaß an diesem Wein haben, wie eine im März 2005 auf dem Weingut verkostete Flasche aus dem Jahre 1985 eindrucksvoll demonstrierte.

Unfiltriert abgefüllt.

Das meinen unsere Kunden:(die Namen zwecks Datenschutz verkürzt dargestellt)

Rubinrot, audrucksvoller Duft nach Himbeeren, Moosbeeren, getrockneter Banane und Gewürzen, dezente, vanillige Holznote, erdig-mineralische Noten, weich und elegant bei sehr guter Intensität, getrocknete Kräuter, komplex, abgerundete Tannine, langer Nachhall. Die Harmonie aller Komponenten des Weines beeindrucken.
Ausgezeichneter Wein (90 P.) (Andreas R.)

Tiefrot fast schwarz, Nase fruchtig nach Cranberries/Preisel- und Moosbeeren, leicht pfeffrige Note, Mund ebenso, zudem rote Johannisbeeren und dezente Wiesenkräuternoten (v.a. Kerbel, Schafgarbe), ausgeprägte gut integrierte Säure, fühlbare Tannine, trocken-fruchtige alkoholische Süsse (14 % !), langer Abgang, hervorragend. Trotz seiner Kraft durch die Säurestruktur ein fast spritziger Wein, kann ich mir gut als Essensbegleiter vorstellen, kann auch noch einige Jahre Reifung gut vertragen. Gutes Preis-Genuss-Verhältnis 90+ P. (Joachim K.)

Empfehlen kann ich auch die Domane de Fontenille, dessen 01er ‚Vieilles Vignes‘ (100-jährige Carignan-, 50-jährige Grenache- und Syrah-Stöcke, ca. 12,-) mich gestern absolut überzeugen konnte: endlich mal kein üppiger, lauter und langweiliger Wein à la Négly , sondern ein herrlich mineralischer, ehrlicher Südfranzose. (Peter V.)

„Der kann es durchaus mit einem Châteauneuf-du-Pâpe aufnehmen, aber gib ihm ein wenig Luft; mag sein, dass er gerade ein wenig verschlossen ist …..“ mit soviel guten Ratschlägen versorgt, da konnte beim Genuss nun ja auch gar nicht mehr schief gehen. Und so war gestern, als ich mir meinen Feierabend redlich verdient hatte, meine erste „Amtshandlung“ als Önologiebeigeordneter unseres Haushaltes, just diesen Wein vom Korken zu befreien und in eine Karaffe zu geben, da war es kurz nach 16:00 Uhr.

Gegen 19:00 Uhr gab es ein kleines Abendessen und die ersten Schlucke. Als erstes erstaunte mich, dass der Wein sehr weich, fast samtig war, in der Farbe dunkelkirschrot. Nach den Warnhinweisen, hätte ich eher ein tanninrauheres Gewächs erwartet. Dazu eine feine Kirschnote, angenehme Süße und pfeffriges Gewürz, insgesamt leichter als ich angenommen hatte. Ich vermute, dass die üblichen Verdächtigen der Gegend in diesem Wein versammelt sind, Syrah, Grenache, Carignan, ob auch Cinsault und Mourvèdre, da bin ich nicht ganz so sicher. Na, unsere fleißigen googler oder Wisser werden es schon nachtragen .

Dann Tisch abräumen und noch ein paar Handgriffe, und das Telefon ging noch, also gab es das nächste Glas erst um halb neun und jetzt war er da! Also der Hinweis mit dem „ein wenig Luft“ war goldrichtig und absolut wertvoll.

Nun präsentierte sich der Wein harmonisch, würzig, mit einem guten Abgang und vielen kleinen Anklängen an seine Heimat, Heidelbeeren, Kirschen, schwarzen Oliven, würzige Kräuter. Und mit 14 vol% ein strammer Bursche.

Hat wirklich Spaß gemacht; solche Weine wünsche ich mir öfter, typisch, angenehm und mit Vergnügen zu trinken, fein zum Essen z.B. einer Daube vom Lamm, Rindfleisch mit Tomaten-Bohnen. (Teilnehmer im Chefkoch-Forum)

Auch die offiziell schreibende Weinzunft hat den Wein schon entdeckt:

Decanter.com:
4 von 5 Sternen (4 Stars very good to excellent (16.75-18.74 points) Entspricht in etwa 91-96/100 Punkten.
Peppery, spicy, super-ripe fruit, wild berry, pencil lead flavours and a peppery, earthy finish.

Bezug:
K&M Gutsweine – Weinhandlung
Hamburger Allee 37
60486 Frankfurt

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Für die Toskana-Fraktion

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 7 September 2006

Einige weitere Probeflaschen wurden ihrer Bestimmung zugeführt.

Der Vino Nobile der Tenuta Salcheto wurde gerade von der internen Kommission des Consorzio del Vino Nobile di Montepulciano neben vier weiteren Vertretern des Anbaugebietes zum offiziellen Botschafter der Qualität des Vino Nobile erklärt. Aus diesem Anlass werden hier die aktuellen Jahrgänge des überaus ansprechenden Rosso di Montepulciano, des Nobile di Montepulciano sowie dessen Spitenselektion „Salco“ vorgestellt.

Das Gut wurde bereits 1984 gegründet, begann aber erst im Jahre 1990 mit der Weinerzeugung. Nach dem Besitzerwechsel in 2003 entsteht im Augenblick eine nagelneue unterirdische Kellerei, in der Most und Weine ab dem folgenden Jahrgang auf 4 Ebenen nur noch per Falldruck bewegt werden und die genügend Kapazitäten aufbietet um auch die Erträge der Neuanlagen – die Ersten bringen gerade ihren Jungfernertrag und für 2004 und 2005 sind weitere Neupflanzugen geplant – zu verarbeiten.

Spezialität des Hauses ist der Vino Nobile „Salco“, benannt nach einem autochtonen Klon des Prugnolo Gentile aus einer alten, ursprünglich nur einen halben Hektar großen Anlage, der nach Massenselektion ab 1992 neu angepflanzt wurde. (Quelle: Wein-Plus.de)

2004 Chianti Colli Senesi DOCG
Az. Agr. Salcheto / Montepulciano
Cuvée aus Sangiovese ,Canaiolo und Mammolo
Verschluß: blauer Plastikstopfen

Dunkles Rot; viel Frucht, aber auch viel Säure. Bittere, ins Grüne tendierende Noten, aber nicht trocknend, eher warme Ausstrahlung. Im Geschmack etwas diffus, Kirsche, eindimensional.

2003 Rosso di Montepulciano DOC
Societá. Agr. Salcheto / Montepulciano
Cuvée aus Sangiovese, Canaiolo und Merlot
Verschluß: Naturkork

Dunkelrot; im Duft sehr pflaumige Noten, die Wärme des Jahres spürbar. Macht satt.

2002 Vino Nobile de Montepulciano DOCG
Az. Agr. Salcheto / Montepulciano
100% Prugnole Gentile (Sangiovese)
Verschluß: Naturkork

Gereiftes, eher helleres Rot; am Gaumen sehr holzwürzig und trocknend, Anklänge von ätherischen (Minz)-Noten, Säure spürbar, im letzten Drittel blitzen zarte Fruchtnoten hervor, ansonsten ist der Wein vom Holz dominiert, was ihn nicht unbedingt als besonders trinkfreudig erscheinen lässt, wirkt dadurch auch sehr streng.

Insgesamt eher eine durchwachsene Kollektion, bei der so richtig Trinkfreude nicht aufkommen will. Teil zu eindimensional ohne Spiel, teils sehr modern durch zuviel Holzeinsatz.

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1990 Zeltinger Sonnenuhr Riesling Auslese ** Markus Molitor

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 5 September 2006

Vergangenen Samstag & Sonntag im Glas:

ein 16 Jahre alter Riesling aus 1990. Erinnerungen werden wach. Da war doch was? Genau, der WM-Titelgewinn im Lande der großen, leidenden Schauspieler (auch auf den Brettern, die die Welt bedeuten und nicht nur auf dem Rasenviereck 😉

1990er Riesling „Zeltinger Sonnenuhr“ Auslese 2 Sterne; Weingut Molitor – Haus Klosterberg

Klares, strahlendes Gelbgold; unheimlich intensiver Duft nach reifem Obst; Assoziationen an weiße, hochreife Weinbergspfirsiche. Im Mund herrliche Frische, deutliche Würze, glasklare, resche Aromatik, wieder Anklänge von reifem Weinbergspfirsich mit einem Hauch Exotik unterlegt.

Auch nach einem Tag in der angebrochenen Flasche noch bestens in Form, keinerlei Substanzverlust, die Würze tritt stärker hervor, auch immer noch erstaunlich stabil und sehr frisch. Zeigt keinerlei Alterungsnoten. Kann locker noch 5 Jahre liegen bleiben, wenn ich denn noch was hätte:-(

In der etwas moderneren Sprache unserer heutigen „wilden Köche“ wäre wohl auch der Ausdruck „Zungensex“ (Ralf Zacherl am 01.09.06 bei JBK) angesagt.

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