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Archive for September 2007

Toskana 2007: Montalcino – Besuch beim Weingut Pian dell´Orino

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 24 September 2007

Im Januar 2005 präsentierten Winzer des Consorzio del Vino Brunello di Montalcino in Wiesbaden Ihre Weine einem größeren Fachpublikum. Dabei gab es die Jahrgange 1999 und 2000 als Brunello sowie die 2002 und 2003er bei den Rosso di Montalcino zu verkosten. Mehrere Weingüter fielen mir damals aufgrund der dargebotenen Weine recht positiv auf, einige fielen aber sogleich aufgrund Ihrer Preisgestaltung wieder heraus.

Ein Weingut aber blieb über die vergangene Zeit immer wieder auf meiner Watchlist, sprich, wenn ich mal in der Gegend bin, wollte ich es unbedingt besuchen. Jetzt, im September 2007 war es endlich soweit.

Az. Ag. Pian dell’Orino
Loc.Piandellorino,189
53024 Montalcino (SI)
Tel./Fax +39 0577 849301
E-mail: info@piandellorino.it

Weingut: 10 ha Grundfläche
3,5 ha Pian Bossolino gepflanzt 1999
1,5 ha Pian dell’Orino Ertragsanlagen 1976 und 1982
1,0 ha Scopeta Neuanlage 2005

Weine: Brunello di Montalcino DOCG (100% Sangiovese grosso)
Rosso di Montalcino DOC (100 % Sangiovese grosso)
Piandorino IGT (Sangiovese, Cabernet-Sauvignon, Merlot)

Das Weingut, übersetzt „das goldene Plätzchen“, liegt in mikroklimatisch hervorragend exponierter Lage ungefähr zwei Kilometer entfernt von Montalcino auf dem Weg in Richtung Castelnuovo dell‘ Abbate. In Sichtweite gen Süden thront erhaben der erloschene Vulkan Monte Amiata.


__Pian dell´Orino___rechts der neuerbaute Keller

Dass man es hier an diesem Fleck versteht, besondere Weine zu machen, davon kann der Nachbar Zeugnis reden.

Das weltberühmte Weingut Biondi-Santi. Biondi Santi ist der Begründer des Brunello Weins und der anerkannte Doyen der Region. Das Haus wurde 1840 von Clemente Santi gegründet. Sein Enkelsohn Ferruccio Biondi Santi soll Brunello di Montalcino entdeckt haben. Ein Klon (Variation) von Sangiovese Grosso wurde in dem kleinen Weingut „Il Greppo“ isoliert und Ferruccio begann 1880 Wein ausschließlich dieser Rebsorte zu produzieren. Mit genauer Traubenauswahl hat das Haus seitdem einige der teuersten und langlebigsten Weine Italiens produziert. Biondi Santi ist der Inbegriff des Brunello und zählen zu den Stilisten unter den Weinmachern von Montalcino.


Blick von Pian dell´Orino auf Biondi-Santi

Seit Ende 1996 ist PIAN DELL´ORINO im Besitz der Südtirolerin Caroline Pobitzer, die es gemeinsam mit Ihrem Mann Jan Hendrik Erbach unter großen Anstrengungen mit unerschöpflicher Passion erweitert und modernisiert hat und mittlerweile zu den führenden Weingütern aus Montalcino gehört. 1997 wurden die Weinberge neu bepflanzt und seither nach biodynamischen Richtlinien von Rudolf Steiner bewirtschaftet.
Die Weine stammen aus vier verschiedenen Weinbergen, die sich insgesamt über 6 Hektar erstrecken. Die Lagen (Pian dell Orino) in der Nähe des Weingutes bildeten sich im Tertiär. Viel Mergel und sandiger Lehm kennzeichnen nicht nur hier, sondern fast die meisten Böden in Montalcino. Sie sind von hohem Kalkgehalt geprägt und relativ gut wasserdurchlässig.

In der Lage Pian Bossolino herrschen vorwiegend Sand, Kalk und Ton vor. Durch Errosion und Erdverschiebungen formte sich hier das Landschaftsbild . Auch hier sind die Böden von hohem Kalkgehalt geprägt. Dies hat den Vorteil der schnellen Humusaufnahme. Daher wird in den Lagen abwechselnd von einem auf das andere Jahr eine Teilbegrünung in jeder zweiten Zeile mit mindestens 20 unterschiedlichen Kräutern eingesät, was eine besonders lockere, lebendige Bodenstruktur zur Folge hat.

Jan hat im Weingut Schlumberger im badischen Laufen seine ersten Schritte im Weinbau gemacht, war danach in Frankreich auf Chateau Pigoudet – von dort wurde er als Önologe auf ein Weingut in Montalcino berufen und ist mittlerweile wohl auch heimisch geworden, auch wenn das Auto immer noch das Karlsruher Kennzeichen trägt. (Man muss sich ja mittlerweile auch nicht mehr schämen, wenn man von dort kommt, auch wenn „die Blauen“ sich gestern eine 1:4 Klatsche gegen die Bayern geleistet haben)

Dieses Jahr wurde der neue Weinkeller fertiggestellt. Er ist auf Niedrig-Energie-Verbrauch ausgerichtet mit einem ausgeklügelten System von Zu- und Abluft, mit einer Außenmauer aus Steinen aus dem Weinberg, Holzdach aus Südtirol und einer inneren Wand aus Ziegelsteinen für einen optimalen Feuchtigkeits- und Luftaustausch.


Der Weinkeller ist komplett rund wie ein Schneckenhaus und so konzipiert, dass die Trauben ebenerdig angeliefert und alle weiteren Arbeitsschritte ohne Pumpen ausgeführt werden können. Die Kapazität ist auf eine Rebfläche von 8-10 ha ausgerichtet. Man hofft noch auf ein angrenzendes Stück von 2 ha, direkt am Weingut. (siehe folgendes Foto) Derzeit sind 6,5 ha Rebfläche im Ausbau. Die Lagen sind um Montalcino verteilt.

Die Trauben werden spätestens zu Beginn des Farbumschlags (invaiatura oder veraison) auf fünf Trauben pro Stock ausgedünnt. Dadurch wird eine rein jahrgangsabhängige Kontinuität der Weinqualität erhalten. Geerntet werden nur die vollreifen Trauben, meist gegen Ende September auf Pian Bossolino und in der ersten Oktoberwoche auf Pian dell’Orino. Während der Ernte, die manuell und auch nur in kleinen Kisten von 20kg durchgeführt wird, wird auf dem Table de Tri nochmals penibelst selektiert. Daraufhin passieren die Trauben die Abbeermaschine in der sie leicht angequetscht werden sollen. Von dort gelangen sie in die Gärbottiche. Lange Mazeration auf der Maische, der Abstich erfolgen nur aufgrund von sensorischen Eindrücken ein bis dreimal pro Jahr.

Im Keller verproben wir 2006 Piandorino IGT,(Sangiovese, Cabernet-Sauvignon, Merlot) 2006 Rosso di Montalcino sowie Brunello 2006 – ebenso Brunello aus 2004+2005 von verschiedenen Holzfässern. Alle Weine werden spontanvergoren, dem ein oder anderen merkt man es deutlich an. Alle Weine sind wunderbar fein und vielschichtig, wunderbar balanciert, der doch teils hohe Alkohol bestens verpackt. Beileibe keine Monster – Mode- oder Marmeladenweine. Sie genießen alle eine wunderbare Frische, teils ist dass Tannin noch deutlich spürbar, aber es ist reif und niemals trocknend. Kennzeichnend für die Weine ist eine enorme Tiefe.

Zum Fassausbau werden Holzfässer in den Größen 300hl, 500hl und ein kleiner Bestand von gebrauchten Barriques verwendet. Der Barrique-Bestand wird sich in der nächsten Zeit jedoch noch weiter reduzieren. Der Boden im Fasskeller ist überwiegend zementiert – jedoch wo die Fässer stehen ist der Boden naturbelassen und mit einer Kiesschicht bedeckt.

Caroline und Jan servieren uns am Ende in Ihrem Gutshaus mit traumhaften Blick nach Süden lokale Spezialitäten – Brot, Käse, Wildschinken und Trüffelcreme.

Wir sagen vielen Dank für den überaus freundlichen Empfang und das sehr sympathische Auftreten!

Carolines und Jans Empfehlung für ein kleines Lunch nehmen wir auch war, allerdings würde ich beim nächsten Mal doch lieber den etwas weiteren Weg über „normale“ Straßen nehmen, als über die „Strade bianche“.;-)


Bruschetta mit Tomate und Olivenöl


Ricottaflan mit geschmorten Kirschtomaten, Kapern und Pinienkernen
……
hausgemachte Pinci mit Sugo

Spinat-Ricotta-Ravioli

Dazu nehmen wir eine halbe Flasche 2005er Rosso di Montalcino Tenuta Il Poggione (8 Euro/ 13,5% Vol)

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Toskana 2007: Greve, Panzano und eine Wohlfühl-Osteria

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 24 September 2007

Jedes zweite Wochenende im September findet auf der Piazza Matteotti in Greve (dort wo die berühmte Metzgerei Falorni Schinken vom Himmel baumeln läßt und der Duft von Finocchiona (Fenchelsalami) durch die Räume wabert, die Rassegna del Chianti Classico statt. Heuer schon zum 17. Mal. Viele Erzeuger präsentieren sich mit einem eigenen Stand, viele andere Weingüter sind nur über den Stand des Consorzio vertreten.

Neben einigen bekannten Weingütern wie z.B. Il Molino de Grace, Castello di Verrazzano, Casa Sola, Le Bocce, Montemaggio, Villa Vignamaggio etc. präsentieren sich aber auch noch Winzer, von denen auch ich noch nichts gehört hatte. Unter anderem Paolo Baldini von der Az. Agr. Altiero. Als ich seine Weine probierte, schmeckte ich das gewisse Etwas. Das, was ich tags zuvor beim Essen in der Osteria di Fonterutoli vermisste, das authentische, das auf das Wesentliche reduzierte, hatte ich hier im Glas. Klassischer Chianti Classico, ungeschminkt, trinkig.

Nun, ich dachte mir, Bernd mach langsam, lass dich von der Urlaubsstimmung (25 Grad warm) nicht verleiten, sondern probiere erstmal den Rest vom Fest und mache zum Abschluß nochmal einen Halt bei Altiero, um sie im Kontext mit den anderen Weinen zu probieren. Aber mein erster Eindruck, das Bauchgefühl behielt recht. Nun versuchte ich in Kontakt zu kommen, Paolo stand mit seiner Mutter am Stand, er konnte ein wenig Englisch und so machte ich Ihm klar, dass ich Ihn gerne besuchen möchte, um mir einen Eindruck des Weingutes zu verschaffen. „Freitag? Kein Problem, meinte er, ich solle einfach am Nachmittag vorbeischauen.“


Paolo Baldini

Wir ließen dann das Fest Fest sein und machten uns auf den Weg nach Panzano, dort ist Sonntags Markt und alle sind auf der Gass. Ein buntes Treiben, alt und jung gemischt, in der Bar gibts Espresso und man unterhält sich über die Qualität der Steinpilze.

Auch in Panzano hat sich in den letzten 5 Jahren viel getan, es ist ein Neubaugebiet dazu gekommen. Eine Vinothek – ENOTECA DEL CHIANTI CLASSICO PANZANO -, die in einer kleinen Straße in einem kleinen Geschäft Richtung Kirche war und ich mich immer fragte, wann der Laden aus allen Nähten platzen würde, ist nun in der Hauptstraße (Via Chiantigiana 15/19 )und bietet Weine aus aller Welt und nach Bestellung geführte Weinproben mit begleitendem Essen an . Wir kommen mit dem Besitzer (Duilio Cavaciocchi) ins Gespräch und er erzählt uns fast schon horrende Geschichten aus der Wein-Industrie der Toskana und der Politik im allgemeinen und mit dem Finanzamt im besonderen. Aber er kalkuliert gut, ist eine ehrliche Haut (wird uns später von einer Winzerin bestätigt) und ist vielleicht für manche ein Dorn im Auge. Er gibt uns ein paar Tipps für gute Chianti Classico mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis und auch für ein gutes und einfaches Restaurant in der Nähe (Le Panzanelle, Luccarelli) wo wir für den Abend auch reservieren.

Unser Abend in der Osteria Le Panzanelle:

· Antipasto Misti: Salami, Finocchiona, Schinken (alles reichlich), Crostini mit Steinpilzen und Leberpaste
· Insalata mit Ziegenkäse
…………
· Taglierini verde con pecorino e pere (mit Pecorino und Birne)
· Pappardelle sulla lepre (sowohl Gnocchi, als auch Taglierini waren aus)
…….
· Lammkotelette mit Fagioli
· Tagliata auf Rucola

Sehr gutes Fleisch! Gute Portionen und wir zahlen am Ende 76 Euro – das ist die Hausmannsküche die wir gesucht haben!

Vor meiner Abreise bekam ich von einem Freund noch den Tipp, Giovanna Morganti, eine Winzerin der ViniVeri Gruppe zu besuchen, ich kannte deren Wein, einen Chianti Classico von 1992. Damals war ich von dem Etikett fasziniert und auch heute erkennt man den Wein unter tausend anderen im Regal immer noch.

Wir genossen also zu diesem tollen Abendessen bei sehr engagierten Gastronomen den:

2004er Chianti Classico „Le Trame“ Podere Le Boncie, Giovanna Morganti
Kostet ganze 25,- EUR im Restaurant, bei Duccio hab ich mir den 2003er im Laden für 20,- EUR besorgt.

Übrigens: wir haben jeden Abend angesichts der unglaublich fairen Preiskalkulation eine Flasche Wein getrunken, nur so mal am Rande für unsere mitlesenden deutschen Gastronomen.;-)

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2007 Toskana – Anreise und eine Restaurant-Enttäuschung

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 24 September 2007

Los gings am Samstag in der früh. Auf der deutschen Schlaglochpiste, genannt A5, gings eigentlich gut voran, so dass wir zu einem ersten Cüppli rechtzeitig in der Schweiz waren. Um Basel herum wird wohl gerade aufgrund der im nächsten Jahr stattfindenden Fußball-Europameisterschaft kräftig auf den Straßen gebaut. Jedenfalls ging es auf den nächsten 10 km nur noch im Schritttempo voran. Ansonsten sind die Mautstraßen dort immer eine Wohltat für Fahrer und Fahrzeug. Topfeben! Schweizer Präzisionsarbeit eben. Präzision im Negativen dann vor dem Gotthard-Tunnel. 5 km Stau, Wartezeit bis zum Einlass in den Tunnel in 20er Gruppen 1 Stunde. Ein kurzer Blick zum Himmel und die Entscheidung, über den Pass zu fahren, war gefallen.

Noch war der Wagen nicht mit Trouvaillen aus „Bella Italia“ gefüllt und so gings flott hoch auf 2108 m mit fantastischem Blick über die Schweizer Bergwelt.

Nach diesem visuellen Genuß ging es weiter und wir waren gegen 20:00 Uhr in Castellina in Chianti angekommen. Waren wir über die letzten 15 Jahre immer im Hotel Salivolpi untergebracht, musste ich diesmal auf das Budget achtgeben und wählte die etwas günstigere Villa Cristina. Wir werden von dem Besitzer Marcello und seiner Frau herzlich begrüßt. Schnell laden wir aus und beziehen unser hübsches Zimmerchen im 1. Stock. Es ist typisch mit alten Möbeln eingerichtet, hat ein gutes Bett, ein gut eingerichtetes Bad – und einen tollen Blick in die Abendsonne! Wir haben es nicht bereut und ich möchte dieses Haus ausdrücklich für jeden Toskana-Reisenden empfehlen. Ein Pool bietet ein kühles Nass in den heißen Sommermonaten.

Hier ein paar Bilder vom Frontbereich mit der großen Frühstücksterrasse:

Das Gebäude ganz rechts auf dem Foto ist übrigens eines unserer Lieblingsrestaurants des gesamten Chianti-Gebietes, das „Albergaccio di Castellina“, wo Sonia Vismann und ihr Mann Francesco Cacciatori eine wunderbar kreative Küche zelebrieren. Dazu aber in einem späteren Bericht mehr.

Jetzt und heute wollten wir den Urlaub so beginnen, wie eigentlich immer in den letzten 15 Jahren. Ein ganz einfaches Essen in einer Osteria oder Trattoria, mit Crostini, Pasta, einem Stück Fleisch und wenns denn noch rein passt, was Süßem.

Die Osteria di Fonterutoli war dabei die letzten Jahre immer der ideale Ort (nur wenige Minuten von Castellina entfernt) Ganz einfache Küche an rustikalen Holztischen, immer voll und laut, aber sehr authentisch. Von Deutschland hatte ich auch einen Tisch reserviert und ich wußte auch, dass die Osteria auf die andere Straßenseite umgezogen ist. Die Beschreibung führte uns zuerst in die Irre, da wir sie näher an der Ortschaft vermuten. Aber sie ist nur auf die gegenüberliegende Straßenseite in den Wald gezogen, vergrößert und sehr großzügig eingerichtet mit hohen weißen Wänden, modernen Lampen und hellem Holz. Das Ambiente ist jetzt eher kühl.

Leider, und das mußten wir nach unserem Essen feststellen, ist diese Ursprünglichkeit nicht mitumgezogen. Sie hat leider nichts mehr von dem Wohnzimmer-Wohlfühl-Ambiente, sondern ist schicker aufgemacht. Hier scheint man sich eher auf andere Klientel einzustellen.

Sehr, sehr üppig der Vorspeisenteller mit toskanischen Spezialitäten. (Schinken, Salami, Fettunta mit Lardo, Bruschetta, Ochsenkopf-Pastete, Salat mit Pecorino) 15 EUR hingegen halte ich hingegen für reichlich übertrieben. Für uns zwei wars genug und da es noch Tagliata gab, verzichtet meine bessere Hälfte auf einen Nudelgang.

Ich bestellte mir hingegen traditionell Pici con sugo cinghiale (Wildschweinsauce). Gab es früher die Pici mit Wildschweinsauce im normalen, tiefen Teller, wird das Ganze jetzt auf einem überdimensionalen, flachen Teller in geringerer Menge zu höheren Preisen serviert. Schiki-Miki-Präsentation, die völlig fehl am Platz ist.

Ich nahm im Hauptgang mal was vegetarisches: Frittata von Ziegenkäse und Kürbisblüten, leicht und aromatisch. Sehr gut.

Barbara nahm als Hauptgang Tagliata (grillierte Rindfleischstreifen) auf heißem Stein (der Stein war Mannsfaust-groß und darüber waren die Tagliata Scheiben aufgeschichtet – sah etwas seltsam aus!) Außerdem war es fast kalt, was wir auch reklamierten, wir mussten es nicht bezahlen. Und als Krönung gab es dazu Erbsen aus der Dose, sorry aber dazu fällt mir nichts mehr ein.


Gut geschmeckt hat uns der 2005er Fonterutoli Chianti Classico. Etwas modern zwar, aber dafür guten Trinkfluß und mit 16 EUR
fair kalkuliert.

Fazit:
Schade, schade, schade…, aber das wars dann wohl mit dieser Osteria.

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Toskana 2007 – zurück zu den Wurzeln

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 20 September 2007

Rückblende in das Jahr 1992:

ein Geschenk der damaligen Arbeitskollegen in Form eines Chianti Classico des renommierten Weingutes Castello dei Rampolla aus Panzano war der Knackpunkt zu der Weinleidenschaft, deren Resultat nach 13 Jahren 2005 in einem Weinladen mündet.

Natürlich war diese Entwicklung im Oktober 1992 nicht abzusehen. Unser erster Trip in die Toskana! Es schüttete 14 Tage in Strömen, teilweise waren ganze Ortschaften (Ponte a Caiano) von der Außenwelt abgeschnitten, Weinberge sind auf Straßen abgerutscht, der Ponte Vecchio hatte nur noch 30 cm Luft zum darunter fließenden Arno, die 4-Buchstabenzeitung titelte „FLORENZ, RETTET, WAS ZU RETTEN IST“ und in der badischen Heimat Gernsbach machte man sich Sorgen. Handy´s gab´s halt damals nicht ;-(

Die schwersten Regenfälle seit damals 179 Jahren hatten die berühmte Kunststadt am Arno in ein Chaos verwandelt. (Dass schaffen übrigens heute einige Busladungen Touristen)

An einen tollen Jahrgang des aus der spätreifenden Sangiovese-Traube bestehenden Chianti Classico war nicht zu denken.

Dennoch haben wir damals das Beste aus dieser Situation gemacht, haben Land und Leute lieben- und kennengelernt, wurden auch noch zu später Stunde freundlichst in urtypischen Osterien mit köstlichen, toskanischen Speisen verwöhnt, wo eigentlich schon Feierabend war. Gerade diese urtümliche, aus einfachsten Zutaten wie Brot, Bohnen, Kräutern, Tomaten, Gemüse, Olivenöl und heimischen „Viechern“ (Chianina-Rind & die herrlichen Würste von Falorni) bestehende, einfache, vielleicht rustikal-bäuerliche Küche hat mich als gelernten Koch bis heute so fasziniert, dass ich italienische Restaurants in Deutschland größtenteils meide, weil ich diese „ehrliche“ Küche in Deutschland nicht finde. (Gerne nehmen wir Tipps entgegen und nach kulinarischer Prüfung veröffentlichen wir diese sehr gerne)

Viele Urlaube haben wir danach in dieser Traumlandschaft verbracht, der damals günstige Kurs der Lire (1000 Lire = 80 Pfennig) machte es einem aber auch nicht schwer, günstig unterzukommen und sich reichlich mit besten Weinen zu bestücken, zumal die Topjahrgänge der Chianti Classico Riserva 1988 und 1990 auf den Markt kamen bzw. waren. Eine Flasche der besten Erzeuger wie Felsina, San Giusto a Rentennano, Castell´in Villa, Vignamaggio, Vicchiomaggio und noch viele mehr, war damals in den diversen Enotheken in Radda, Castellina, Greve oder Panzano für ganze 10,- DM zu bekommen, aktuell im September 2007 reicht die Spanne von 14-30 EUR und mehr.

Mein letzter Besuch fand im Jahre 2002 statt. Damals, und das war wohl den meisten toskanischen Weinbauern Investoren nicht bewußt, befand sich das Chianti Classico in seiner tiefsten Krise. Die monetären Gewinne der Jahre 1995 bis 2000 wurden in repräsentative Objekte gesteckt, statt in die Erhaltung der Weinqualität, man wollte schließlich zeigen, dass man es geschafft hatte. Doch der deutsche Konsument wandte sich ab von den toskanischen Gewächsen. Zu wenig Identität, zu wenig „Einheimisches“ (modern Terroir), fand sich in den Weinen wieder. Da wurde versucht, im übermäßigen Verschnitt mit internationalen Rebsorten wie Merlot únd Cabernet Sauvignon die Kunden wieder zu locken bzw. zu zeigen, dass sich ein Chianti Classico in einer Reihe mit den großen Weinen aus Bordeaux der Welt messen kann. Doch diesen „Einheitsgeschmack“ – 5% Cabernet und kräftige Barriquenoten – überdecken 95% toskanischen, eher hellfruchtig-zarten, aber gerbstoff-und säurebetonten Sangiovese. Diesen „gemachten Weingeschmack“ gab es anderswo günstiger. Dazu die Geiz ist Geil-Welle (wieso machen eigentlich soviele Menschen Moden mit, zählt eigene Identität nichts mehr??) und die Übersee-Weine kamen ins Rollen und insbesondere der deutsche Konsument wandte sich von der Toscanita ab.

Auch ich, wie ich zugeben muss, um so gespannter war ich auf dieses Wiedersehen nach 5 Jahren. Natürlich habe ich diesen Urlaub bewußt in die 2.und 3. Septemberwoche gelegt, wohlwissend, dass dann die beiden wichtigsten Weinmessen unter freiem Himmel stattfinden und ich eine stattliche Anzahl an Weinen probieren kann, die mir einen Eindruck verschaffen, ob sich der Chianti Classico wieder seiner geschmacklichen Identität widmet.

Davon, wie auch von zahlreichen Besuchen bei bekannten und auch unbekannten, aber hochmotivierten, jungen Winzern, auf die Politik und die Bürokratie schimpfende Kollegen, werde ich die nächsten Tage berichten. Die kulinarische Seite kommt mit zahlreichen Restaurants- und anderweitigen Tipps auch nicht zu kurz, versprochen!

Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf. (Oscar Wilde)

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Guide Hachette 2008 – Château Segonzac erhält 3 Sterne für den 05er Vielles Vignes

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 5 September 2007

Liebe Weinfreunde,

soeben hat uns unser Bordelaiser Winzer Thomas Herter von Château Segonzac freudig mitgeteilt, dass sein 2005er Vieilles Vignes mit der Höchstbewertung von 3 Sternen (= außergewöhnlicher Wein) im wichtigsten Weinführer Frankreichs, dem Guide Hachette

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ausgezeichnet wurde. Wir gratulieren Thomas ganz, ganz herzlich, zeigt es doch, dass sein konsequenter Weg, keine Massenweine zu produzieren, sondern ausschließlich auf die Erzeugung von Qualitätsweinen zu setzen, fruchtet. Übrigens, der Preis bleibt gleich!

Ganz nebenbei angemerkt:

sein 2005er Tradition wird wieder in die Auswahl der 100 Bordeaux für alle aufgenommen und hat grandiose 88/100 Punkte im Guide Gilbert erhalten!

Jetzt fehlt in dieser beeindruckenden 2005er Serie für wenig Geld nur noch das Flagschiff „Heritage“, diesen konnten wir schon bei unserem Besuch anläßlich der Vinexpo 2007 probieren. Ich verrate sicher nicht zuviel, wenn ich vom bisher besten Wein rede, den unser sympatischer Bordelaiser Winzer erzeugt hat!

Thomas Herter wird uns am 08.11.2007 zur RendezVino – der After-Work-Weinabend besuchen. Sicher ein spannender Abend, denn dann werden wir – sofern schon verfügbar – auch die 2006er Rieslinge von Reinhard Löwenstein präsentieren. Sicherlich ein besonderer Tag für K&M, aber auch für Sie, liebe Kunden. Auf keinen Fall verpassen!

Mit Thomas Herter arbeiten wir schon seit April 2004 sehr erfolgreich zusammen. In einer Zeit, in der es sehr schwierig war, Weine aus Bordeaux „an den Mann“ zu bringen, haben wir es gewagt und sind mit dem Verlauf sehr zufreiden, auch dank Ihnen, liebe Kunden, die erkannt haben, dass Weine aus Bordeaux eben KEIN großes Loch in den Geldbeutel reist!

In diesem Zusammenhang passt da ein wunderschönes Kompliment eines Kunden, das uns letzte Woche erreichte:

Herr L. aus Weil am Rhein meint:
Übrigens: Kompliment – die Weine, die wir bei Ihnen geordert haben, heben sich in ihrer Qualität deutlich von dem ab, was man sonst so bekommen kann.“

Hier der Bericht vom letzten Besuch Thomas Herter

Alle K&M Genuss-Veranstaltungen finden Sie hier

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