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Weingut Gunderloch: Verkostung V.I.R.G.O. & Riesling Nackenheim Rothenberg GG 2006 -2013

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 12 November 2014

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Die Arbeitsliste 😉

Am gestrigen Nachmittag lud das Weingut Gunderloch aus Nackenheim/Rheinhessen zu einer Händler-Verkostung der aktuellen Kollektion ein. Als Schmankerl wurde anschließend eine kommentierte Verkostung der Jahrgänge 2006-2013 des Großen Gewächses aus dem Nackenheimer Rothenberg sowie des Projektes V.I.R.G.O angeboten. Und weil es allen Beteiligten so viel Spaß gemacht hat, wurden noch einige Raritäten aus dem Keller gezaubert, die das Reifepotential der Weine zeigen. Denn: noch immer werden die Top-Weine, also die Großen Gewächse viel zu früh getrunken.

Hier meine Eindrücke: Die Lage Rothenberg umfasst rund 20 ha und liegt am Nordende des Roten Hanges zwischen Nackenheim und Nierstein – direkt am Rhein. Ca. 5 ha davon bilden das Herzstück des Rothenberges. Der Rothenberg besitzt eine Hangneigung zwischen 30 und 80% und besteht aus 290 Mio. Jahren alten roten Tonschiefer-Platten. Von diesen Weinbergen, die hauptsächlich aus Steillagen bestehen, befinden sich rund 4,5 ha im Besitz der Familie Hasselbach des Weingutes Gunderloch. Der Rothenberg ist zweifelsohne unsere Markanteste Weinbergs-Lage und bringt Weine von einer packenden mineralischen Prägung, gepaart mit einem würzigen und fruchtgeladenen Spannungsbogen aus unterschiedlichsten Aromen hervor. (Text Weingut)

2006 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Botrytisjahrgang und ein recht säurestarkes Jahr. Der Wein präsentierte sich direkt nach der Flaschenfüllung sehr stramm und säurebetont Als dann der wesentlich gefälligere Jahrgang 2007 auf den Markt kam, geriet der etwas schwierige 2006er in Vergessenheit. 2014 öffnete man dann einmal wieder den 2006er und er zeigte sich nun wesentlich gereifter. Unverkennbar nachwievor die Botrytisnote, aber die Säure ist nun besser eingebunden. Zeigt in der Verbindung Botrytis und Alkohol eine leichte Schärfe am Gaumen, recht üppig wirkend, klassischerweise würde ich diesen Wein zum Essen reichen. 88/100 Pkt.

2007 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Stammt aus einem wärmeren Jahrgang ohne Bortytis; wirkt viel geschliffener, zeigt florale Noten, erdig, sehr klar und sauber, Hauch exotische Frucht, gute Länge. Ein gastronomisch perfekt einzusetzender Wein. 89/100 Pkt.

2008 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Ein Jahr mit viel Niederschlag, auch während der Lese, es war schwierig, möglichst ohne Botrytis zu lesen. Zeigt wie 2006 gewisse Schärfe, aber eher nur als Hauch spürbar, reduziert sich auch. Wirkt auf mich recht kernig, etwas schlanker und knackiger als 2007. Hat viel Zug und Animation am Gaumen, sehr gute Länge, frisch. 93/100 Pkt.

2009 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Recht warmes Jahr, wenig Botrytis. Recht feiner Duft nach weißen Beeren, auch gelbes Trockenobst. Am Gaumen samtig bis leicht ölig, Hauch Petrol, Kräuter, viel Extraktsüße, Hauch exotische Frucht, viel reife Gelbfrucht, dennoch für 2009 mit keinerlei Schwere und Opulenz aufwartend, erstaunlich feine Säure. 92/100 Pkt.

2010 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
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ühles Jahr,. viel Regen im September vor der Lese; hochkomplexe Nase, enorme Konzentration; kompakt am Gaumen, sehr viel innere Dichte, große Konzentration, Kräuter und kandierte Zitrusfrüchte en masse. Man spürt wie bei vielen anderen GG dieses so genannten „Arschjahres“, was in dem Wein steckt. Tiefe Mineralik, grandiose, reife und verspielte Säure. Man darf gespannt sein, wann er aufrecht laufen wird, derzeit krabbelt er noch im Laufstall herum. Wird groß werden. 95/100 Pkt. 2011 Riesling Nackenheim Rothenberg GG Warmes Jahr; wirkt dennoch sehr geschliffen, hochmineralisch, pikante Säure, etwas Heu, leichte Karamellsüße, deutliche Mineralik. Etwas leichter und weniger kompakt als 2010, dafür aber früher zugänglich. 92/100 Pkt.

2012 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
„Ein Jahr der perfekten Balance“ so Agnes Hasselbach. Mir reicht für diesen Wein eigentlich nur ein Wort: Grandios! Emotional enorm berührender Wein. Gleichzeitig dicht und voll am Gaumen, viel Mineralik, Rasse, elegant, Tabak, enorm saftig, Zug und Druck. Zitrusfrucht, dunkle Beeren, Kräuter. Großartig. Muss reifen! 96/100 Pkt.

2013 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Ein schwieriges Jahr, frühe und immer wieder schnell wiederkehrende Fäulnis machten eine strenge Selektion unumgänglich, die Erntemenge war extrem niedrig. Herausgekommen ist dennoch ein spannendes, sehr elegantes GG. Gute Konzentration, verspielt am Gaumen, floral, Orangenzesten, Steinobstnoten, feine Würze. 93+/100 Pkt.

Beim Traktor fahren in den Himmel schauend und das Sternbild VIRGO (=lat. Jungfrau) sehend, so kam Johannes Hasselbach zum Namen für sein Projekt V.I.R.G.O. Es könnte aber auch „Vergoren Im Rothenberg Ganz Ohne“ heißen. Johannes wollte und will herausfinden, wie sich Weine ohne den Einfluß von Kellerflora und Kellerhefen zeigen und entwickeln. Die Riesling-Trauben stammen alle aus der GG Lage Rothenberg, die Verarbeitung findet nur im Weinberg statt, vergoren wird nur mit den Weinbergs eigenen Hefen, der Most kommt nicht mit Kellerhefen in Berührung. Die Trauben werden nach der Ernte gestampft und im Weinberg vergoren, erst nach der Vergärung kommt der Wein in den Keller des Weingutes. 2010 war der erste Jahrgang, von ihm gibt es nur noch 2 Flaschen, daher gab es ihn nicht zur Verkostung. Offiziell kommt dieser Wein auch nicht in den Handel, man denkt aber darüber nach.

2011 V.I.R.G.O.
Klare, saubere Aromatik, nicht zu fruchtüppig, Orangenzeste; wirkt fein und eher filigran, feine Mineralik. Im Vergleich zum GG Rothenberg mit Kellerflora wirkt der VIRGO auf mich etwas feiner, die Säure zeigt sich meiner Meinung auch etwas zurückhaltender. 91/100 Pkt

2012 V.I.R.G.O.
Steinige, salzige Aromatik. Jahrgangstypisch genauso kraftvoll wie sein „Bruder GG“ aus dem Keller. Wirkt in sich geschlossen, viel Energie ausstrahlend, kraftvoll, aber nicht fett, ein in sich ruhender Wein, perfekte Balance, wirkt wie selbstverständlich. Für mich auf gleichem Niveau wie das „normale“ Rothenberg GG. 96/100 Pkt.

2013 V.I.R.G.O.
Kaum vorgeklärt, recht schlank auf mich wirkend, würzig, etwas weniger kraftvoll als der 2012er V.I.R.G.O. Gute Balance. Auf mich wirkt dieser Wein etwas weniger offen wie sein „Keller-Pendant“ 92/100 Pkt.

Anschließend wurde noch die ein oder andere Flasche aus der Raritätenkammer der Hasselbachs geöffnet, besten Dank für die spendable Aktion.

1996 Riesling Auslese Rothenberg 0,75l
Wunderbar gereifter Duft nach floralen Noten und etwas Orangenzesten. Am Gaumen zu Beginn fein und rund, dann von einer markanten, frischen Säure unterlegt, saftig, etwas Würze, wiederum florale Einflüße, Hauch Malz, gute Länge. Macht viel Spaß. Nicht mehr im Verkauf. 92/100 Pkt

20141110_173538450_iOS1990 Nackenheim Rothenberg Riesling Spätlese trocken
Reifer Duft nach Orangen, etwas Zimt. Am Gaumen ungemein frisch und lebendig, keinerlei Alterungsnoten zu spüren, Potential für sicherlich weitere 5 Jahre, salzig, guter Säurebiss, tolle Länge. Zeigt das ganze Reifepotential dieser Lage. 94/100 Pkt.

1997 Nackenheim Rothenberg
Hochreifer, recht intensiver Duft von eingemachtem, gelbem Steinobst, auch am Gaumen etwas fülliger als der 90er, prägende Säurestruktur, Kräuternoten, salzig. Wunderbar gereifter Wein, hat etwas mehr Speck auf den Rippen, wird aber durch die reife, lebendige Säure gut gekontert.

 

 

20141110_183950346_iOS2009 Volnay 1er Cru Les Robardelles Domaine Philippe Boire (Melin, 21190 Auxey-Duresses) Philippe Boire produziert seit 2007 auf 3 ha 9 Cuvées, zu 95% Rotwein, er vergärt ohne Stängel. Die 1er Cru Lage Robardelles liegt nahe Meursault oberhalb von Santenay. Die Reben sind über 50 Jahre alt. Recht dunkelfarben; reifes, eher in Richtung dunkle Beerenfrüchte tendierendes Geschmacksbild, feine, runde Tannine,  dabei geschmacksintensiv am Gaumen, auch etwas Kirschfrucht, endet  auf guter Länge. Der 2007er erhielt 2 Sterne im Guide Hachette.

 

 

 

 

20141110_194924869_iOS2013 Grüner Veltliner Reserve Loiserberg 1. Lage, Weingut Jurtschitsch/Kamptal
Fülliger, recht intensiver und nach viel reifer, gelber Steinfrucht duftender Wein. Am Gaumen ebenfalls dicht, schmelzig, füllig, aber nicht fett, feine Mineralik. Guter Zug am Gaumen.

 

 

 

 

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1992 Pommard Village, Dom. Vaudoisey-Creusefond
1994 Pommard-Epenots 1er Cru Dom. Vaudoisey-Creusefond
Nun, zu vorgerückter Stunde wurde dann nur noch getrunken und gequatscht, der Notizblock blieb dann mal unberührt, aus der Erinnerung heraus waren beide Pommard noch gut in Schuss, nicht hochkomplex, aber eben gut zu trinken.

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2013 Riesling trocken „Edition K&M“ by Achim von Oetinger

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 4 September 2014

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Achim von Oetinger bei der „Übergabe“ der ersten Flasche Edition K&M

„Achim von Oettinger, nicht nur ein großartiger Pfundskerl, sondern auch der leise Revoluzer des Rheingaus. Was er in diesem Jahrgang 2013 an Eigenständigkeit, Charakter und trotzdem klarer Rheingau-Herkunft auf die Flaschen bringt, insbesondere bei seinen Großen Gewächsen, sucht seinesgleichen“, so beschreibt es der Weinblog drunkenmonday. Zur Fassprobe im April 2014 (ja, so spät, denn Achim lässt seinen Weinen viel Zeit für ihre Entwicklung) waren wir von einem Fass Riesling derart begeistert, das wir den Winzer baten: „bitte, ändere nichts mehr an diesem Wein, drehe keine großen Schrauben mehr, lass ihn so, wie er sich jetzt präsentiert, so natürlich, so saftig, so trinkig, so ausgewogen“. Schon der Duft des Weines beeindruckte uns mächtig: herrliche reife Fruchtaromen, Pfirsich, ein Hauch Mango, aber niemals penetrant plakativ, sondern sehr reduziert und natürlich, dazu eine steinige Mineralität. Der Wein trat mit einer solch natürlichen Selbstverständlichkeit auf, was in diesem Stadium recht ungewöhnlich ist. Kein banaler Alltagssaufwein, sondern seriöses Winzerhandwerk.

Achim von Oetinger hat sich während des Ausbaus selbst in den Wein verliebt, über 100mal hat er den Most probiert und jedes Mal dachte er an den enormen Aufwand, den er für dieses Fass betrieben hat, aber das Resultat machte ihm selbst enorme Freude, zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht und bescherte ihm eine innere Zufriedenheit in seiner Seele. Alles richtig gemacht im Weinberg, viel Handarbeit, viel selektive Lese, viel Beobachten, das Entscheidende zur richtigen Zeit machen, behutsam lenken. Herausgekommen ist ein – für uns – perfekter Riesling, der uns und Ihnen enormen Trinkspaß auf hohem Niveau zum – gemessen am betriebenen Aufwand – kleinen Preis beschert.
Und weil wir diesen Wein sehr besonders empfinden und er uns so begeistert – und hoffentlich auch Sie – bekommt er von uns das Siegel K&M Edition. 900 Flaschen hat uns Achim abgefüllt, mehr wird es nicht geben, greifen Sie also zu, wir versprechen Ihnen große Trinkfreude, wer Riesling mag, wird sich in diesen Wein verlieben!

2013 Riesling trocken „Edition K&M“:
45 Jahre alte Riesling-Reben aus der Großen Gewächs-Lage Erbacher Hohenrain, gelesen von Hand nach 3-facher Selektion im Weinberg am 24.10.2013. Die Beeren wurden entrappt, nach der schonenden Pressung verblieb der Most 18 Stunden luftdicht abgedeckt mit Klarsichtfolie auf der Maische und begann anschließend seine Gärung mit den Weinbergs, – und kellereigenen Hefen. Während den nächsten 4 Monaten Bâtonnage. (Bâtonnage beschreibt das regelmäßige Aufrühren der Weinhefe überwiegend bei Weißwein, die sich nach der Gärung am Boden des Fasses oder des Tanks abgesetzt hat. Dies bringt dem Wein mehr Fülle und Cremigkeit am Gaumen sowie eine bessere Lagerfähigkeit.) Der Most wurde nicht entsäuert, vor der Füllung wurde er auch nur leicht filtriert um den vollen Geschmack der reifen Beeren zu erhalten.

Herrlicher Duft nach reifem, gelbem Stein- und Kernobst. Am Gaumen fällt einem nach dem ersten Schluck sofort die wunderbare Balance von Frucht und Säure auf, das der Wein recht trocken ausgebaut ist, fällt nicht auf, sondern das fügt sich perfekt ins harmonische Gesamtbild ein. Sobald der erste Schluck aus dem Glas Geschichte ist, fordert die Zunge per Speichelfluß sofort den nächsten Schluck. Ein untrügliches Zeichen für Trinkfluß! Da ist nichts unreifes, grünes oder unharmonisches. Man spürt am Gaumen die von der Maischestandzeit herrührende leichte Phenolik, dazu bleibt die reife Säure und die saftige Art den Wein enorm lang am Gaumen und trägt den Wein sehr lange.

Einzelflasche € 11,90, wir empfehlen Ihnen aber das in Deutschland (ohne Inseln) versandkostenfreie 6er Paket zu € 65,40.

Das meinen unsere Kunden zu dem Wein

Das meinen Kunden und/oder Bloggerkollegen aus dem Social Media:
Peter Jakob: Zur Einstimmung auf den heutigen Fußballabend. Die Edition K&M von Achim von Oetinger. Mich hatten schon seine GGs in Wiesbaden begeistert. Richtig gut ist ein Winzer aber erst, wenn auch die Gutsweine überzeugen. Und dieser tut dies voll und ganz. Jetzt muss heute Abend nur noch der BVB ähnlich überzeugend sein.

Christoph Raffelt auf seinem Blogg „Originalverkorkt“

Als kürzlich das diesjährige Vinocamp stattfand, hat ein Teil des Rahmenprogramms, nämlich das Get-Together in der Gutsschänke der Ritter und Edlen von Oetinger stattgefunden. Das hört sich adliger an als es heute ist. Achim von Oetinger ist ein handfester Kerl und einer, der in den letzten Jahren ziemlich viel verändert hat, um zu einer neuen Qualität im Weinberg und im Wein zu gelangen. Leider war ich zu spät beim Get-Together, um noch an der Kellerführung teilnehmen zu können. Dafür habe ich damals einige Weine probiert, die ich schon ziemlich bemerkenswert fand. Armin Busch und Bernd Klingenbrunn von K & M Gutsweine in Frankfurt haben mir nun, bildlich gesprochen, eine Sonderedition auf den Tisch gestellt („Hey, probier mal, wir sind gespannt, was du davon hältst.“) und ich dachte mir, bevor ich jetzt morgen zum VDP nach Wiesbaden fahre, um mich dort in Ruhe den ganzen Großen Gewächsen zu widmen, trinke ich in Ruhe noch mal einen Schluck Riesling aus diesem Rheingauer VDP-Betrieb.

Copyright by Christoph Raffelt

Copyright by Christoph Raffelt

In der Nase finden sich rauchige Noten, gelbe Früchte und steinige Würze. Es duftet verhalten, aber dieses Verhaltene hat einen Drang, den man spürt. Der Wein wirkt ein wenig gefesselt, noch unentschlossen aber kraftvoll. Am Gaumen findet sich diese Kraft viel deutlicher als in der Nase. Hier findet sich reife, aber keineswegs überreife Frucht, gepaart mit ordentlicher, knackiger Säure, die den Riesling trägt und die er braucht, denn der Wein hat Stoff, hat Phenole, hat Würze. Steinobstfrucht und Kernfrucht ist in diesem Rieslingtypus gar nicht mehr entscheidend, hier geht es um Stoffigkeit mit Balance, um Kraft die durch eine längere Maischestandzeit erzeugt wird. Dies ist ein Wein, der in einer gewissen Weise streng ist und kühl und den man trotzdem Schluck für Schluck genießt. Dies ist kein Gutswein im eigentlichen Sinne, das ist deutlich mehr. Das schmeckt man und das wird auch klar, wenn man liest, welcher Aufwand betrieben wurde. Dass Armin Busch und Bernd Klingenbrunn begeistert sind, kann ich da voll und ganz verstehen. Allerdings würde ich dem Wein ein bisschen weitere Reifezeit im Keller gönnen, um sich noch ein wenig weiter zu entwickeln. Das dürfte dem Jungspund nicht schaden.

Den Wein gibt es bei K & M Gutsweine. Eine der 900 Flaschen kostet € 11.90. Sechs gibt es für € 65.40.

Pressestimmen zu den 2013er GG´s
2013 Marcobrunn GG
2013 Siegelsberg GG
2013 Hohenrain GG

Stuart Pigott:
Stuart Pigott @PigottRiesling: discovery! Congrats to Achim von Oetinger(Erbach/Rheingau) for 3 delicious dry #Riesling GGs. Prinz, Weil + Kuenstler also top!

Dirk Würtz:
Den Preis für absolute Kompromisslosigkeit gewinnt in diesem Jahr, wieder einmal, Achim von Oetinger – kurz “Ö” genannt. Der “Marcobrunn” steht wie ein Bunker. Fest, kantig und uneinnehmbar. Wer so etwas mag, wird es lieben. Ich mag das sehr! Gleiches gilt für den “Siegelsberg”, der noch einmal mit seiner fantastischen Phenolstruktur auftrumpft. “Ö” gehört für mich zu den Besten!

Paul Truszkowski-drunkenmonday:
Achim von Oetinger, nicht nur ein großartiger Pfundskerl, sondern auch der leise Revoluzer des Rheingaus. Was er in diesem Jahrgang an Eigenständigkeit, Charakter und trotzdem klarer Rheingau-Herkunft auf die Flaschen bringt sucht seinesgleichen. Der Hohenrain verbindet Charakter und Eigenständigkeit, ist aber trotzdem ganz klar als Rheingauer zu erkennen. Noch nicht ganz beieinander, aber hat ja auch noch Zeit. Gerne würde ich ihn in zehn Jahren probieren. Der Siegelsberg ist frisch & klar wie ein Gebirgsbach (Stichwort: “Frische Sommerluft nach Regenguß”). Dagegen ist der Marcobrunn ein Mann von Wein: Griffige Phenolik, Spannung am Gaumen und eine Struktur zum Kauen. Saugut.

Felix Bodmann – der Schnutentunker:
Es ist langweilig, aber Robert Weil fliegt mal wieder am höchsten. Der Wein ist kräftiger als frühere Jahrgänge aber immer noch sehr elegant. Neu für mich ist, dass Weil sich die Flughöhe teilen muss. Kesseler hat einen Schlossberg, der leichter aber genau so gut ist, Ritter und Edler von Oetinger kommt mit dem Siegelsberg ganz nah und hat gleich noch zwei weitere Flieger am Himmel; Hohenrain und Marcobrunn müsste ich aber in größeren Mengen im Glas haben um ein finales Urteil zu fällen.
Wer von Oetinger ignoriert, ist selber schuld. Er ist der Aufsteiger des Jahres, denn zwei so starke Auftritte hintereinander haben nichts mit Glück zu tun.
„Herrje, der Rheingau! Robert Weil dieses Jahr etwas dicker aber großartig. Kesselers Schlossberg schlanker und fast genau so großartig. Den Eindruck von letztem Jahr bestätigt und ganz vorne dabei: von Oetinger.

Christoph Raffelt | originalverkorkt.de:
……und in diesem Jahr vor allem bei Achim von Oetinger. Achim von Oetinger hat wohl von allen am meisten Gas gegeben, denn er trat mit dem Marcobrunn, dem Siegelsberg und dem Hohenrain an und alle drei Weine sind Knaller. Alle haben von allem viel – viel Saft, viel Reife, viel Säure, viel Phenole, viel Würze. Aber da ist nirgendwo zu viel und es ist alles balanciert. Der Wein erinnerte mich spontan an den Auftakt zu Film Planet der Affen 2001: Odyssee im Weltraum. Im Hintergrund beginnt Strauss‘ Also sprach Zarathustra, die Sonne geht auf und der Blick fällt aus der Froschperspektive auf einen großen Monolithen. Nur, dass das in diesem Fall der Marcobrunn von Oetinger war – in der Jeroboam, um im Bild zu bleiben. Ein kantiger Monolith, der noch viel Zeit braucht.

Nikolas Rechenberg | nikos-weinwelten.de:
Auch der Rheingau ist wieder im Kommen, erlebt einen schönen Aufbruch – die Weine sind sehr dicht und animierend, eine geschlossene Reihe ohne viele Ausreißer. Im Rheingau überzeugten der Jesuitengarten und Rothenberg von Geheimrat J. Wegeler und die Weine von Ress, Künstler, Kesseler und Weil, aber auch Barth, Achim von Oetinger, Prinz, August Eser und Baron Knyphausen sorgten für echte Überraschungen.

Sascha Speicher:
„Noch eine Ergänzung zum Rheingau. Dort ist der Aufschwung wirklich bemerkenswert. Es wird experimentiert, wie bei den GGs von Spreitzer zu schmecken. Das hat zum Teil funktioniert, ging aber auch bei zwei Weinen etwas daneben. Egal. Der Mut ist großartig. Die Überraschung des Jahres waren die Weine von Achim von Oetinger. Wobei: so richtig überraschend kam das gar nicht. Nur vielleicht in der Breite mit drei Topweinen nicht ganz zu erwarten.

Christian Schiller:
Rheingau – 56 wines, unchanged from last year.
There was less Rheingau bashing this year than in previous years.Some people were talking about a Rheingau turn-around.
In that context, a name that came up again and again was that of Achim von Oetinger, the charming winemaker and owner of Weingut Achim von Oetinger. He presented 3 wines: Marcobrunn, Siegelsberg and Hohenrain. I liked in particular the Marcobrunn: superb balance of fruit and acid, with some minerality and a very long finish.

Dirk Würtz: … wieder einmal, Achim von Oetinger … gehört für mich zu den Besten!

Unfortunately, the wines of Achim von Oetinger are not available in the US. Achim says, he is too small for exporting to the US. We have to convince him of the opposite. He can do it!

Mario Scheuermann | weinreporter.de:
„Im Rheingau war meine Ausbeute an grossen Weinen am reichsten. Hier meine fünf Favoriten des heutigen Tages. Stilistische Vielfalt und Terroirausprägung auf hohem Niveau: ……2013 Marcobrunn GG

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Große Gewächs Präsentation 2014 in Wiesbaden – Berichte der Verkoster vor Ort

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 26 August 2014

Seit Montag laufen die Verkostungen der Großen Gewächse des VDP. Bei den Weißweinen steht der 2013er auf dem Prüfstand, bei den Rotweinen 2012.

Hier fasse ich laufend atualisiert die Kommentare anderer Blogs zusammen, da von K&M keiner vor Ort ist. Wir gehen unserem Geschäft in unseren Läden nach. K&M wird sich am Mittwoch, den 27.8.14 in Mainz mit den GG aus Rheinhessen sowie am 8.9.2014 in Berlin mit allen GGs aus Deutschland beschäftigen und auch berichten.

Dirk Würtz – Alles über Wein und den Rest der Welt…
VDP Große Gewächse Teil 1
VDP Große Gewächse Teil 2

Nico Rechenbach -Gourmetwelten

Weinreporter Mario Scheuermann
VDP GG 2012 Ahr
VDP GG 2012 Lemberger
VDP GG 2013 Silvaner
VDP GG 2013 Württemberg
VDP GG 2013 Nahe
VDP GG 2013 Mittelrhein
VDP GG 2013 Baden

VDP GG 2013 Rheinhessen

Christian Schiller – Schiller-Wine

Felix Bodtmann (Der Schnutentunker)
Teil 1: Mittelrhein, Rheinhessen, Nahe, Rheingau
Teil 2: Riesling aus dem Rest der Republik
Teil 3: Spätburgunder

Oliver Bock (Rheingauer Weinschmecker)

Paul Truszkowski (Drunkenmonday)
Mittelrhein & Rheingau

Markus Vahlefeld
Teil 1 Rheingau

Teil 2 Mosel – Nahe
Teil 3 Rheinhessen

Sascha Speicher: (Meininger Verlag)
Noch eine Ergänzung zum Rheingau. Dort ist der Aufschwung wirklich bemerkenswert. Es wird experimentiert, wie bei den GGs von Spreitzer zu schmecken. Das hat zum Teil funktioniert, ging aber auch bei zwei Weinen etwas daneben. Egal. Der Mut ist großartig. Die Überraschung des Jahres waren die Weine von Achim von Oetinger. Wobei: so richtig überraschend kam das gar nicht. Nur vielleicht in der Breite mit drei Topweinen nicht ganz zu erwarten. Leitz erstmals dabei und gleich ganz weit vorne. Und dann die beiden großen Namen, Schloss Johannisberg und Robert Weil, mit zwei klasse GGs. Schloss Johannisberg für mich der beste Rheingauer.

Christoph Raffelt – Originalverkorkt

Hier geht es zu den Notizen Rheinhessen & Pfalz

Hier geht es zu den Notizen Rheingau & Nahe

Hier geht es zu den Notizen Mosel, Mittelrhein, Franken, Baden & Württemberg

Hier geht es zur Erläuterung, was ein Großes Gewächs überhaupt ist

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Sven Klundt: die Weinentdeckung aus der Südpfalz

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 22 August 2014

Huffington Post / Markus Vahlefeld vom 22.8.2014

In wenigen Tagen endet der jährliche Riesling-Marathon mit der Vorstellung der besten trockenen Weine Deutschlands. Diese „Grosse Gewächse“ genannten Weine dürfen nach den Statuten des Verbands deutscher Prädikatsweingüter (VDP) nicht vor dem 1. September in den Handel gebracht werden.

Natürlich scharren alle – Winzer, Händler und Schreiberlinge – bereits mit den Hufen, endlich den letzten und entscheidenden Einblick in den Jahrgang 2013 zu erhalten. Dass der Jahrgang etwas kühl geraten war und dementsprechend die Säure in den Weinen eher hoch, dazu brauchte es keine Hellseher-Glaskugel. Die entscheidende Frage jedoch ist immer noch: Wie ist die Elite der deutschen Spitzenwinzer mit dem Jahrgang umgegangen? Und bis die Top-Weine auf dem Markt sind, lässt sich diese Frage nicht beantworten. Nächste Woche dazu mehr.

250pxSven_ProfilbildkleinEiner der Winzer, die mit dem Jahrgang 2013 richtig gut umgegangen sind, ist Sven Klundt aus der Südpfalz. Seit einigen Jahren ist der inzwischen 30jährige Winzer für das elterliche Weingut verantwortlich. Aufgefallen waren mir seine Weine zum ersten Mal, als einer seiner Rieslinge inmitten einer Blindprobe der besten trockenen Rieslinge Deutschlands ganz vorne landete. Das war mit dem Jahrgang 2012. Dazu muss man wissen, dass Sven Klundt nicht zum elitären Club der VDP-Winzer gehört. Deswegen stehen seine Weine nicht im medialen Rampenlicht, kosten dafür aber auch nur die Hälfte. Wenn überhaupt.

Ein gelungener Jahrgang macht bekanntlich noch keinen Sommer. Umso gespannter durfte man sein, was das Weingut Klundt mit einem etwas komplizierteren Jahrgang wie dem aus 2013 auf die Flasche bringt. So viel vorweg: Was Sven Klundt mit dem Jahrgang 2012 zeigte, setzt er mit dem 2013er Jahrgang nahtlos fort. Diesmal haben es mir seine Weißburgunder angetan. Da ist der Obsession Weißburgunder aus 2013, der frisch und klar daherkommt, die Säure aber gut vom Körper gepuffert wird. Etwas reifer und voller dagegen ist sein Weißburgunder aus der Einzellage Wacholderberg. Was beide Weine verbindet: sie haben nicht in Holzfässern gelegen und lassen die Traubensorte sehr eindringlich in den Vordergrund treten.

Weißburgunder steht etwas im Schatten seines bekannteren Bruders, dem Grauburgunder, der in Deutschland in Form des italienischen Pinot Grigio traurige Berühmtheit erlangt hat. Jeder kennt Pinot Grigio, aber die wenigsten kennen den Pinot Blanc oder Weißburgunder. Dabei ist Weißburgunder die bei weitem interessantere und spannendere Rebsorte. Denn sie hat auch ohne Restzucker und kellertechnische Maßnahmen im Wein einen ausgeprägten Fruchtcharakter, dem ein restlos trockener Körper sehr gut steht. Während der Grauburgunder einen Hang zur Neutralität besitzt und deswegen mit fast jedem Essen harmoniert, ist der Weißburgunder wählerischer. Wenn er dann aber passt, ist es ein Erlebnis.

WB_Obsession_shopWacholderbergProbieren Sie den Klundtschen Weißburgunder Obsession zu einem hellen Fisch in Sahnesauce. Fügen Sie der Sauce ein paar Kapern dazu, und um es einfach zu halten, dünsten Sie ein wenig Broccoli und bestreuen ihn mit gerösteten Mandelsplittern. Die Fruchtnoten des Weins nach Birne und etwas weißem Pfirsich setzen den spannenden Kontrapunkt zu der eher sämigen Sauce, während der fein-würzige Nusston des Weißburgunders mit den dunkleren Mandelsplittern im Broccoli harmoniert. Verfeinern Sie das Gericht auf jede erdenkliche Art, denn der Klundtsche Weißburgunder passt auch durchaus zu kulinarisch ambitionierterem Essen. Er ist so gut, dass er sich selbst zu festlichen Anlässen nicht verstecken muss. Die haben dann jedoch den Weißburgunder aus dem Wacholderberg verdient. Und beide zu einem unschlagbaren Preis!

Meine Empfehlung: Weingut Klundt Weißburgunder Obsession 2013 zu 8,50 Euro und Weißburgunder Wacholderberg 2013 zu 11 Euro, zu beziehen über: K&M Gutsweine www.gutsweine.com

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Domaine de La Biscarelle – Châteuneuf-du-Pape

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 28 Februar 2013

Die Entdeckung des Jahres 2013 – (Revue du Vin de France)
Domaine de La Biscarelle / Châteauneuf-du-Pape / Rhône
(bereits seit 2011 im K&M Programm)

IMG_0419Das renommierte französische Weinmagazin La Revue du Vin de France vergibt jedes Jahr die TROPHÉES DU VIN für die Entdeckung des Jahres. 2013 „erwischte“ es unsere Domaine de La Biscarelle, die wir bereits seit 2011 im Programm führen und die erst den 5. Jahrgang produzieren.
Das Magazin schreibt u.a.: „Auf der Domaine de La Biscarelle produzieren Christelle und Jérôme Grieco Rotweine voller Charakter, darunter eine Perle, den Chateauneuf du Pape „Les Anglaises“.
Das hat auch einen wichtigen Grund, denn nur in diesen Wein gelangen die über 100 Jahre alten Reben, 1904 gepflanzt. Früher wurden diese extrem begehrten Trauben an die großen Häuser verkauft, seit 2007 aber entsteht daraus der Top-Wein des Hauses, der „Les Anglaises“

Für einige der alteingesessenen Winzerfamilien ist Jerôme so etwas wie ein Rebell, denn als Autodidakt begann er seine Passion gleich mit einer einschneidenden Veränderung. Entgegen der modernen Weinbereitung, alle Trauben von den Stängeln und Stielen zu trennen, entrappt er seine Trauben – wie bei Château Rayas – nicht. Auch im Ausbau geht er den anderen Weg, sein Wein sieht kein Holz, er baut diesen ausschließlich in Zement-Tanks aus. Seine Weine sind erstaunlich elegant, wirken sehr burgundisch mit Frische und Biss, die Tannine sind wunderbar samtig, der Wein wirkt auch nicht modern überextrahiert, ist dennoch dicht in seiner Aromatik und sehr gut ausbalanciert. „Der Wein wird im Weinberg gemacht“, so sein Credo, „im Keller sollte man nur noch minimal eingreifen“.

Etikette2010 Châteauneuf du Pape Cuvée Les Anglaises
Schöne, tiefdunkle Farbe mit leicht bläulichen Reflexen am Rand. Die erste Nase ist herrlich voll und intensiv spürbar, sehr vielschichtige, komplexe, intensive Aromen von Lakritz und dunklen Früchten. Mit zunehmender Verweildauer im Glas entwickeln sich zusätzlich würzige Noten wie schwarzer Pfeffer und dunkle Waldfrüchte (Brombeeren, schwarze Johannisbeeren) sowie Noten von Unterholz. Am Gaumen tief und komplex, „ein Maul voll Wein“, schöne, reichhaltige Aromatik von dunklen Beeren und Lakritze. Wirkt sehr ausgewogen, der Nachhall ist lang anhaltend, der Wein zeigt sich elegant und charaktervoll.

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Nicht einfach nur Wein! Unser Rosé des Jahres 2012!

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 10 Juli 2012

BildWunderschönes Rosé. In der Nase dunkle Früchte, etwas Brombeere. Keiner dieser kitschigen Fruchtplörren, die nach allen möglichen unnatürlichen Düften aus der Dropsdose riechen, sondern seriöser deutscher Rosé aus der edlen Spätburgunder und etwas St. Laurent. Trinkspaß garantiert.

10.07.12 WEINLEUTE 3  

Die Weine des Andreas Durst

Er ist Fotograf, Nebenerwerbswinzer und ein Star der sozialen Medien. Und obwohl er nur 5000 hervorragende Flaschen füllt, ist er nach wie vor nicht ausverkauft. Da kann sich der Captain nur wundern. Mit einer Fotostrecke von Rachel Wirth.

Mehr Infos auf Captain Kork

http://www.captaincork.com/Weinleute/die-weine-des-andreas-durst

Und hier gibt es Ihn zu kaufen
http://www.gutsweine.com/gutsweine/p10210.php?SA_ID=485

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Der am Boden gebliebene Holländer – 10 Jahre Spätburgunder SD Jacob Duijn

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 9 Januar 2012

Die Objekte der Begierde

Dunkel erinnere ich mich noch, es muss wohl 1998 oder 1999 gewesen sein, da wurde in der Weinszene über einen Holländer gemunkelt, der in der Ortenau so gar nicht typische deutsche Spätburgunder ausbaut, dazu noch mit „exzessivem“ Barriqueeinsatz. Erneut eine Revolution in Baden oder was??

Es klang interessant, also besuchte ich den guten Mann damals in den Räumen einer ehemaligen Metzgerei in Bühl-Kappelwindeck. Jacob Duijn war sein Name, und zum Zeitpunkt unseres Besuches wurde gerade gefüllt und das sah schon alles sehr „traditionell“ aus, wie da die Flaschen verkorkt und etikettiert wurden. Aber es hatte Charme und Jacob hatte auch während dieser Phase Zeit und Lust, uns seine Weine vorzustellen. Zum damaligen Zeitpunkt lag mein Schwerpunkt weintechnisch ganz klar in der Toskana, mit badischen Weinen hatte ich wenig am Hut, geschweige denn mit Spätburgunder. Während der Probe aber fand ich Gefallen an dieser Art von Weinen, sie waren so anders in Ihrer Art, als vieles, was ich aus der näheren Umgebung probiert hatte, vielleicht auch durch den Barriqueeinsatz, den ich ja aus der Toskana auch schon kannte und in Teilen auch mochte, und so wanderten damals der 1999er Spätburgunder Qba und der 1999er SD (damals 30,- DM) in den Keller. Während der SD mit der letzten Flasche 2008 nach knapp 10 Jahren perfekt auf dem Höhepunkt erwischt wurde (man riet mir damals“ leg ihn 8-10 Jahre weg“, liegt der „kleine“ Duijn aus 99 noch immer im Keller. Und steht – wie am Samstag in Vorbereitung auf diese SD Probe festgestellt – wie eine eins im Glas.

Vor und während der Probe der Vertikale gab uns der Winzer einen Einblick in sein Schaffen. 1994 hängte er seinen Sommelierjob (bei Witzigmann und der Bühler Höhe) an den Nagel und wechselte in den Vertrieb eines Bremer Importhauses, aber auch das war nur ein knapp 10jähriges Zwischenspiel. Er kam damit dem Wein immer näher. Als man ihm einen Weinberg hoch über Bühl anbot, beschloss er, nur noch Wein zu machen. Seine ganze Leidenschaft galt und gilt dem Spätburgunder. Die ursprünglich auf 11 Hektar angewachsene Rebfläche hat er zwischenzeitlich wieder auf 6,5 Hektar verkleinert, weil er es nach seiner Vorstellung so besser machen kann. Bewirtschaftet wird seit 1994 naturnah und biodynamisch, seit 2009 hat er das Demeter-Siegel, wobei selbst der Mond eine gewichtige Rolle spielt. „Die Mondphasen haben großen Einfluss auf das Leben“, erklärt er. Und ernst fügt er hinzu: „Wir brauchen die Natur, aber die Natur braucht uns nicht.“

Hier nun die Verkostungsnotizen, die Probe fand im sehr kühlen und schumrigen Barriquekeller des Weingutes statt, so dass ich die Farbbeschreibung leider außen vor lassen muss.

1998 Spätburgunder SD (aus der Magnum)

Premierenjahrgang, laut Winzer ein gutes Jahr. 32hl/ha Ertrag. Hauch von Minze, Tannin merklich, wirkt immer noch sehr jugendlich. 89/100 Pkt.

1999 Spätburgunder SD

Weder auf dem Weingut noch bei mir keine einzige Flasche mehr vorhanden, dafür hier eine Notiz von der Spätburgunderprobe des Rhein-Main-Stammtisches vom 13.10.2008 von Armin Maurer
Der letzte trockene Wein war dann mein Sieger des Abends:
Zuerst grüne Tabakblätter und etwas Zedernholz, dann feine Frucht, rote Beeren, etwas süßliche Walderdbeere, auch feine Kirschnoten, sehr schön komplex, samtig gereift, elegant und eher leicht, aber doch in keiner Weise dünn, wunderbar samtig zog der Wein über die Zunge. Großartig und mir 94P wert, ich denke er war auf den Punkt, Potential sehe ich eher nicht mehr.

 

 

 

 

Der Müller-Thurgau aus Weisenbach (links im Bild) hat auch eine Geschichte, am Ende dazu mehr.

2000 Spätburgunder SD (aus der 0,75l Flasche)

Am Gaumen deutlich wuchtiger und auch leicht öliger, wirkt konzentrierter, von Hand entrappt, kraftvoller Bursche, sehr ausladende Beerenaromatik, auch ein Tick alkoholisch wirkend. Das Holz zeigt sich noch leicht dominant. Insgesamt trotz der Wucht recht ausgeglichen am Gaumen. 87/100 Pkt.

2001 Spätburgunder SD (aus der 0,75l Flasche)

Zu 100 % neue Eichenfässser benutzt, zeigt sich der Wein jetzt nur noch vom Holz geküsst, die feine, frische Säure verleiht ihm eine ungeheure Strahlkraft. Was für eine geile Nase, Tabaknoten erinnern an Burgund, tiefgründig und von feiner Finesse, duftet herrlich fein nach roten, reifen Beeren. Dazu wunderbare an Salbei erinnernde Noten. Herrlich komplex und kraftvoll, saftig und mit feinem Säurespiel, spielt mit den Muskeln um dann gleichzeitig anmutig mit feinen, tiefen Aromen zu beeindrucken. Mein Favorit der Probe und mir 94-96 Punkte wert.

2002 Spätburgunder SD (aus der Magnum)

Ein schlimmes Jahr, verfaulte Trauben, Regen während der Lese. Jacob selektierte rigoros aus. Zeigt sich deutlich schlanker am Gaumen, dunkle, weniger reif schmeckende Beerennote unterlegt von etwas rauem Tannin. Wirkt am Ende etwas stumpf, zeigt auch hier wieder tabakige Noten. Hmmm…84/100 Pkt.

2003 Spätburgunder SD (aus der Magnum)

Geerntet am 28.8. War er sonst immer einer der letzten bei der Ernte – viele Kollegen schüttelten die Köpfe- war er diesmal der erste. Auch hier wieder ungläubiges, unverständliches Kopfschütteln. Keine Frage, man merkt dennoch den Jahrgang. Im Jugendstadium sicher als wuchtiger Rhonewein zum Verwechseln ähnlich, leugnet er auch nach 8 Jahren nicht seinen Jahrgang. Wuchtig am Gaumen, Kräuter, Schattenmorellen, ein Hauch Lakritz, Nelke, minimal Likör. Jedoch sorgt die feine Säure im Hintergrund für einen gelungenen Frischeschub, er trinkt sich trotz aller Kraft sehr gut. 87/100 Pkt

2004 Spätburgunder SD (aus der Doppel-Magnum)

„Ein „Opfer des 2003er Stress-Jahrgangs, wie auch der 2005er“,  so der Winzer. Zeigt gewisse Parallelen zum 2001er, wie etwa bei der Säure, hat allerdings nicht die Strahlkraft. Ich bemerke Kaffeeröstnoten, Aromen von Nelke und Rosenblättern, auch wieder Tabak, der Wein zeigt mit seinen recht weichen, runden Tanninen sehr zugänglich. Insgesamt auf trinkigem Niveau. Mir fehlt etwas der Zug und die Spannung am Gaumen. (87/100 Pkt)

2005 Spätburgunder SD (aus der Magnum)

Jacob erwähnt, dass sich für Ihn die Umstellung auf die biodynamische Arbeitsweise in diesem Jahrgang erstmals deutlich spürbar zeigt. Zudem wird 10 % weniger Holz eingesetzt. Ich erkenne eine etwas fülligere Struktur, hat etwas von der Art des 2003, ist aber deutlich vitaler in seiner ganzen Erscheinung. Wir riechen Rosenblatt, Tabak, wiederum Kräuter wie Salbei und etwas Liebstöckel. Das Tannin ist runder, der Wein sehr gut haftend am Gaumen, von klebrigen Tanninen – wie ein Journalist behauptet – keine Spur. Hier bin ich zum ersten Mal dabei, Babymord zu schreiben, viel zu jung. 94+/100 Pkt.

2006 Spätburgunder SD (aus der 0,75l Flasche)

WOW! Zeigt einen leichten animalischen Ton, der verfliegt aber mit der ersten Umdrehung im Glas. Wir schnuppern reife Johannisbeeren, etwas Himbeere, auch Holz. Am Gaumen salzig-mineralisch, enorm saftig, wirkt eher kühl, stoffig und voll am Gaumen haftend. 93/100 Pkt.

2007 Spätburgunder SD (aus der Magnum)

Farblich etwas heller, zeigt sich schon sehr zugänglich, sehr harmonisch, sehr trinkig, wirkt fast weiblich und filigran, dennoch sehr elegant und nachhaltig am Gaumen. Tolle Nase nach roten Beeren, feines, edles Holz, wirkt auch bei diesem Jahrgang kühl in seiner Art. Ob er aber ein Langläufer wird und sich daher weiter verbessern wird??? 90/100 Pkt.

2008 Spätburgunder SD (aus der 0,75l Flasche)

Sehr frischer, jugendlicher Beerenmix zu Beginn am Gaumen, wir riechen wieder feine Tabaknoten, wirkt wiederum recht kühl, Aromen von Johannisbeeren, Kirschen, Schlehen umkreisen die Zunge, zarte Holznote, am Gaumen sehr frisch und saftig, extrem jugendlich wirkend, dabei seidige Textur. 89/100 Pkt.

2009 Spätburgunder SD (aus der 0,75l Flasche)
Der Ertrag liegt bei ca. 25 hl/ha. In großen 3000l Holzbottichen vergoren, ca. 24 Monate im Barrique gelagert. Wunderbar klare und präzise Frucht, tiefgründige Mineralität, feines, elegantes Säurespiel, packt am Gaumen zu, muskolös. Kaufen und wenigstens 5 Jahre weglegen. Derzeit 90+ Pkt. €47,-

Premiere in Weisenbach: Wein aus heimischer Lage.

Weisenbacher KapfFür den Weisenbacher Gerhard Strobel war der Erhalt vom Weinberg Weisenbacher Kapf  eine besondere Herzensangelegenheit. Sein Vater hatte schon dort Weinbau betrieben. Die Tradition und der Erhalt dieses wunderschönen Naturparadies muss fortgeführt werden.

In Weisenbach steht zum 18.06.2010 eine besondere Premiere an. Es wird zum ersten Male ein eigenständiger (selbstvermarkteter) Wein aus dem Weisenbacher Weinberg Kapf angeboten. Die Tradition des Weinbaus reicht weit in das Mittelalter zurück. Weinbau in Deutschland ist seit den Römern bekannt. Ins Murgtal gelangte der Wein im Zuge der mittelalterlichen Besiedlung. Erstmalig wurde der Weinbau in Weisenbach in einem Dokument des bischhöflichen Generalvikars 1481 unter „Kapelle St. Wendel in den Weinreben“ erwähnt. Im späten Mittelalter war der Weinanbau weit verbreitet. Es wurde reichlich produziert und konsumiert. Hohe Qualitätsanforderungen durfte man damals an dieses Getränk jedoch nicht stellen. Einen Hinweis auf den Weinhandel liefert die ehemalige Fernhandelsstraße von Gernsbach entlang der Höhenzüge nach Baiersbronn. Der Weg führt heute noch die Bezeichnung „Alte Weinstraße“.

Aus einem Ebersteinischen Lagerbuch vom Jahre 1597 ist zu entnehmen, dass der „Weißenbacher Frucht-weyn“ aus den „Wyngärten“, als „Kleinnzehnt“ dem Domstift Speyer abzuliefern ist. Der Weinzehnt wurde erst im Jahre 1851 abgeschafft. 1880 betrug die Anbauflächen 15 Morgen (=540 ar), 1937 bereits 634 ar. Eine Flurbereinigung erfolgte im Jahre 1972, der Weinbau wurde modernisiert und aktiviert. Zum Anbau kamen die Rebsorten Spätburgunder, Ruländer und Müller-Thurgau.

Der Weisenbacher Gerhard Strobel gewann 2009 den in Bühl – Kappelwindeck ansässigen Winzer Jacob Duijn für die Arbeiten im Weinberg und für den Ausbau der Qualitätsweine. Vor Jahren verwirklichte sich der Holländer seinen Traum: Ein eigenes Weingut. Es war mehr eine Laune des Zufalls, als der erfahrene Sommelier 1994 den ersten Weinberg von einem ortsansässigen Winzer kaufte. Inzwischen hat Duijn seinen Betrieb beachtlich erweitert und sich innerhalb weniger Jahre zur Spitze der deutschen Rotweinerzeuger emporgearbeitet. Sein Weingut zählt heute zu den besten Deutschlands.

Das Lesegut aus dem Weisenbacher Kapf wird sorgfältig in der Kellerei von Weingut Duijn in Bühl-Kappelwindeck veredelt. Das Resultat ist ein leichter, feiner Wein mit lang anhaltender Frucht und gut eingebundener Säure. Der ideale Begleiter zu leichten Sommergerichten.

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Der Weinspion und Eva Vollmer

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 18 Januar 2010

per Copy and paste from Der Weinspion vom 18.1.2010

Heute gibts mal Wein von der Entdeckung 2010:

2008 Silvaner ! trocken Vol.2 - Eva Vollmer

den 2008er Silvaner! Selection trocken Vol.2 von Eva Vollmer aus Mainz-Ebersheim /Rheinhessen.

Nein, nicht meine persönliche Entdeckung, sondern “Entdeckung des Jahres” im Gault Millau 2010. Das alleine ist ja schon mal ein Grund zu schauen, ob da wirklich was zu entdecken ist. Immerhin ist das Weingut Eva Vollmer in dieser Form erst seit 2007 tätig und so muss sich die gute Eva nicht nur qualitativ und kaufmännisch als Winzerin beweisen, sondern auch noch gegen die Vorbehalte einiger ihrer alteingesessenen rheinhessischen Winzerkollegen behaupten.  Also habe ich mir von Bernd von K&M gleich mal eine Flasche mit ins aktuelle #twv – Paket legen lassen, denn man soll ja solche Vorhaben nicht allzu lange vor sich her schieben.

Die äußere Aufmachung ist modern ohne jedoch zu übertrieben stylisch zu wirken. Immerhin prangt sogar noch eine “klassisch” anmutende Banderole der Initiative “Selection Rheinhessen” am oberen Ende des Flaschenhalses. Der Wein selbst zeigt sich in einem sehr hellen Gelb mir grünlichem Schimmer und weißen Reflexen. Das Bouquet ist im ersten Moment eher zurückhaltend mit fruchtigen Elementen wie Citrus, Stachelbeere und Birne sowie sonnenwarmen Heu, saftiger Kräuter-Wiese und Mineralien. Am Gaumen dann der typisch säurebetont frische Geschmack von trockenen & leichten Silvanern, wie man sie gerade in Rheinhessen des öfteren findet. Hier bekommen die o.g. Aromen des Bouquets ein gut sitzendes Säuregerüst verpasst und führen gerade auf der Zunge zu einem Eindruck von Naturkohlensäure, die aber eigentlich garnicht da ist. Kurz gesagt: spritzig frisch – jedoch nicht ohne einen leicht cremigen Schmelz, den man auch oft bei Champagner findet. Könnte wohl an der eingesetzten Hefe liegen!? Der nicht all zu lange – aber präsente – Abgang ist dann erneut mineralisch trocken.

Der 2008er Silvaner ! Selection trocken Vol.2 von Eva Vollmer ist ein wunderbarer Wein für Trockenweintrinker wie mich sowie als “best friend” zu Spargel und Co. Ich hoffe Eva Vollmer wird mir verzeihen, dass ich ihren Silvaner heute Abend nicht nur ZU sondern auch IN meinem Essen genossen habe: es gab Rahmgeschnetzeltes und Reis. Lecker. Womit ich auch schon direkt eine kulinarische Empfehlung ausgesprochen hätte …

WeinSpion – Votum

  • Gaumen: 3,7 von 4 Loupes
  • Nase: 2,5 von 3 Loupes
  • Auge: 1,7 von 2 Loupes
  • Preis: 0,8 von 1 Loupe
  • Fazit: 8,7 von 10 Loupes

http://www.weinspion.de/2010/01/2008-silvaner-selection-trocken-vol-2-eva-vollmer/#more-1810

Hier geht es zum Weingut und den Weinen bei K&M

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Jahrgangspräsentation Hanspeter Ziereisen bei K&M Gutsweine in Frankfurt

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 23 November 2008

Donnerstag, 27.11.2008 — 17:00 Uhr bis 21:00 Uhr
K&M Gutsweine
Hamburger Allee 37
60486 Frankfurt
http://www.gutsweine.com

RendezVino – der After-Work-Weinabend

Jahrgangspräsentation Hanspeter Ziereisen / Baden

Nach der genialen Jahrgangspräsentation 2007 Heymann-Löwenstein erwartet uns hier der nächste vinophile Höhepunkt. Die Spätburgunder von Hans-Peter Ziereisen gehören schon lange zum besten, was es an Rotweinen aus Deutschland gibt. (bei K&M seit April 2004!!)
Wir bekommen den ersten Eindruck des großartigen Jahr 2007, sein Einstiegs-Spätburgunder „unfiltriert“ zeigt sich so unverschämt genial, da kann man sich gar nicht genug einlagern.
Dazu gibt es die Lagenweine Tschuppen, Schulen und Rhini aus 2006, was Hans-Peter in diesem „schwierigen“ Jahr erzeugt hat, lässt den Weingenießer sprachlos zurück. Weltklasse, wir konnten im Mai Fassproben in beeindruckender Form genießen! Aber Achtung: Hans-Peter hat im Weinberg stark selektiert, die Mengen sind extrem klein, wir werden sicher sehr schnell ausverkauft sein.

Zur Jahrgangspräsentation bieten wir die Weine natürlich zum Original Ab-Hof-Preis an.

Kosten: € 5,- pro Person, der ab einem Einkauf von diesmal € 35,- rückvergütet wird. Keine Anmeldung erforderlich, einfach zwischen 17:00 und 21:00 Uhr vorbeikommen!

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Gault Millau 2009: Ziereisen erhält die 3. Traube, Arndt Köbelin die 2. Traube

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 23 November 2008

Glückwunsch an Hanspeter und Arndt!

Der »Winzer des Jahres« kommt aus der Pfalz – Aufsteiger aus Rheinhessen – Entdeckung aus Baden – »Kollektion des Jahres« aus dem Rheingau

Der Jahrgang 2007 kann nur zum Teil seinem guten Ruf gerecht werden. Das ist das Fazit der GAULT MILLAU-Redaktion, nachdem sie rund 10.000 Flaschen geöffnet und den Inhalt kritisch unter die Lupe genommen hat. Waren es 2006 meist durch Fäulnis bedingte Fehltöne, so registrierten die Herausgeber Armin Diel und Joel Payne im Jahrgang 2007 oft unreife Noten. Sie sind das Ergebnis einer zu frühen Lese. »Doch wer Geduld hatte und sich nicht von den Wetter-Kapriolen verrückt machen ließ, der konnte häufig große Weine ernten«, haben die Chefredakteure herausgefunden.

Daneben sind es aber auch die Basisweine, die oft eine gute Figur machen. Vom Jahrgang 2007 gibt es folglich viele ordentliche Alltagstropfen – und zugleich grandiose Spitzenweine, die dem Genießer noch lange Freude bereiten werden.

Auf exakt 842 Seiten sind in der 16. Ausgabe des GAULT MILLAU Wein- Guide nunmehr 598 Betriebe mit mindestens einer Traube verzeichnet, weitere 302 sind als empfehlenswert eingestuft. Und unter den rund 7.000 erwähnten Weinen ist manche Entdeckung zu machen. Die Redaktion hat mehr als 100 Spitzenweine herausgefiltert, die für wenig Geld viel Trinkvergnügen bereiten. Doch die Zahl der Schnäppchen geht seit Jahren leicht zurück, nicht zuletzt weil die Nachfrage auch aus dem Ausland kontinuierlich zunimmt. Und weil auch in Deutschland das Interesse an überdurchschnittlichen Tropfen wächst, ziehen die Preise an. Ein wesentliches Merkmal der deutschen Weinlandschaft ist ihre Vielfalt.

Hier findet der Konsument eigentlich Weine für jeden Geschmack – er muss nur wissen wo. Dabei hilft der GAULT MILLAU WeinGuide, der auch die neuen Trends der Weinszene widerspiegelt. Die Modeweine vom Sauvignon blanc bis zum Blanc de noirs sind in diesem Führer mit ihren besten Exemplaren gelistet. Ausgefallene Rotwein-Cuvées haben ebenso ihren Platz wie die Klassiker, deren Pflege sich die Redaktion besonders verbunden führt. Dabei stehen der Spätburgunder und der Riesling im Vordergrund. Der Riesling allein bietet eine ungeheure Vielfalt. Im GAULT MILLAU WeinGuide wird sein außerordentlich facettenreiches Spektrum aufgeblättert. Kein Wein von Bedeutung fehlt in diesem Buch.

Dass die Bewertungen des GAULT MILLAU WeinGuide auch über längere Zeit Bestand haben, zeigt seit Jahren die Verkostung »Zehn Jahre danach «, in der vor einer Dekade getestete Weine nochmals auf den Prüfstand kommen. »Von den trockenen 1998er Rieslingen schnitt diesmal die Kallstadter Saumagen Riesling Auslese »R« am besten ab. Wieder einmal stellte Bernd Philippi vom Weingut Koehler-Ruprecht seine Ausnahmestellung unter Beweis«, berichten die Autoren Armin Diel und Joel Payne. Bemerkenswert ist, dass unter den besten zehn mit Andreas Laible und Schloss Neuweier auch zwei Weine aus Baden landeten, denen man ein solches Entwicklungspotenzial nicht unbedingt zugetraut hätte. Die restlichen Plätze teilen sich großartige Weine aus der Pfalz, dem Rheingau und Rheinhessen. Sie alle zeigen, dass sich trockene deutsche Weißweine nach zehn Jahren optimal gereift und in Bestzustand präsentieren können.

Zum »Winzer des Jahres« proklamiert die GAULT MILLAU-Redaktion die Brüder Werner und Volker Knipser vom gleichnamigen Weingut aus Laumersheim in der Pfalz. »Sie beherrschen die komplette Klaviatur der Kellerkunst. Kaum einer in Deutschland bietet ein derart vielfältiges Weinprogramm auf höchstem Niveau«, lobt Armin Diel die erfolgreichen Nordpfälzer. Der »Aufsteiger des Jahres« kommt aus Rheinhessen. »Daniel Wagner vom Weingut Wagner-Stempel katapultierte sich aus einer Randlage in die Spitze der Region. Mit Hingabe pflegt er Riesling, Silvaner und Burgunder«, erklärte Joel Payne während der Präsentation. Die »Entdeckung des Jahres« haben die Herausgeber in Baden gemacht. Der junge Alexander Laible stellte mit 2007 seinen ersten Jahrgang vor, »gleich ein großer Wurf«, wie Armin Diel und Joel Payne bei der Präsentation des WeinGuide in der Rheinland-Pfalz Bank in Mainz betonten.

Der Ehrentitel »Kollektion des Jahres« geht diesmal in den Rheingau: an das Traditionsgut Schloss Johannisberg. »Über Jahrhunderte bereicherte es die deutsche Weinkultur um wertvolle Werke. Nun kommt der Glanz alter Tage zurück«, hebt die Redaktion hervor. Georg Hünnerkopf (Franken) und Peter Barth (Rheingau) teilen sich die Auszeichnung »Gutsverwalter des Jahres«. Die dazugehörigen Güter des Grafen von Schönborn steigen zugleich in der Traubenhierarchie auf. Zum »Sommelier des Jahres« wurde Hagen Hoppenstedt vom Restaurant Haerlin im Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten gekürt. Neben großen Rotweinen aus aller Welt empfiehlt er immer wieder Riesling, das hat die Chefredaktion beeindruckt. Der Titel »Weinkarte des Jahres« geht an das Restaurant Die Insel in Hannover, wo Norbert Schu eine der umfassendsten Weinkarten des Landes pflegt: eine Pilgerstätte für echte Weinkenner. Im neuen GAULT MILLAU WeinGuide wird es dem Genießer einfach gemacht, seinen Lieblingswein aus einer bestimmten Weinbergslage im Handumdrehen zu finden. Auf großes Interesse preisbewusster Weinfreunde stößt die Zusammenstellung der Betriebe mit dem besten Preis- Leistungs-Verhältnis. Neben einer Liste der günstigsten Weißweingüter werden auch Produzenten roter Schnäppchen verzeichnet. Zudem haben die Autoren die süffigsten Schoppenweine in der Literflasche aufgeführt – alles Wegweiser zu guter Qualität, die nicht die Welt kostet. Außerdem erleichtert ein Verzeichnis von Fachhändlern den Weg zum deutschen Spitzenwein.

In acht Kategorien, wovon drei trockenen Weinen vorbehalten sind, listet der GAULT MILLAU WeinGuide die besten Weißweine des Jahrgangs 2007 und die vorzüglichsten 2006er Rotweine Deutschlands auf. Die Gruppenbesten werden als »Siegerweine des Jahres« ausgezeichnet. Sie stammen einmal aus der Pfalz (bester trockener Rotwein), einmal aus Baden (bester trockener Weißer Burgunder), einmal aus Rheinhessen (bester trockener Riesling), einmal von der Nahe (bester feinherber Riesling), einmal aus dem Rheingau (beste Riesling Spätlese) sowie zweimal von der Mosel (beste Riesling Auslese und bester edelsüßer Weißwein). Aus Rheinhessen kommt der Lieblingssekt der Autoren.

Der GAULT MILLAU WeinGuide steht in der kritischen Tradition des GAULT MILLAU Reiseführers Deutschland, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert die Köche das Fürchten lehrt und den Gourmets eine Fülle von neuen Entdeckungen beschert hat. Bei der Bewertung der Weingüter steht die Weinqualität an erster Stelle. Dabei kommt den Autoren ihre langjährige Berufserfahrung zugute: Armin Diel ist seit gut zwei Jahrzehnten einer der führenden Weinkritiker des Landes und leitet seit 20 Jahren selbst ein Weingut an der Nahe. Joel Payne, der früher als Sommelier und im Weinhandel tätig war, schreibt seit Ende der 80er Jahre über die Weine der Welt.

Der WeinGuide dient außerdem als touristisches Nachschlagewerk. Er zeigt dem Reisenden die Routen zu den Gütern, indem er die Anfahrtswege beschreibt, Anschriften und Öffnungszeiten vermerkt, Hinweise auf Verkostungsmöglichkeiten, Vinotheken, Gutsausschank und Verkauf enthält. Bei Reisen in die Anbaugebiete bilden die Empfehlungen der dortigen Winzer über Hotels und Gasthöfe sowie Restaurants und Weinstuben eine nützliche Orientierung.

Die 13 deutschen Anbaugebiete im Überblick

Ahr: 2006er Spätburgunder verdienen ihre Lorbeeren
Das Spitzenquartett, das die Ahr seit dem Aufstieg der Brüder Adeneuer im vorigen Jahr anführt, hat seine Stellung souverän gefestigt. Marschierten anfangs die Weingüter Meyer-Näkel und Deutzerhof einsam vorneweg, hatten sie vor Jahren schon durch das Weingut Jean Stodden Gesellschaft bekommen. Adeneuer komplettierte den Reigen der Vier- Trauben-Betriebe und war im Vorjahr folgerichtig von den Herausgebern des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, zum »Aufsteiger des Jahres« gekürt worden.

Der von manchem Ahrwinzer schon als »Jahrhundertjahrgang« apostrophierte Jahrgang 2006 konnte weitgehend seine Vorschusslorbeeren bestätigen. Zwei großartige Spätburgunder aus Walporzheimer Lagen, von Adeneuer und Meyer-Näkel, schafften gar den Sprung unter die zehn besten besten trockenen Rotweine des Jahrgangs und konnten hier erneut in die Phalanx der Spitzen aus der Pfalz und Baden eindringen. Zwar sind die besten Ahr-Rotweine mehr und mehr auch mit Lagerpotenzial ausgestattet. Doch monieren die strengen Tester zugleich die hohen Alkoholgehalte einiger Weine, die mit 14 Volumenprozent und mehr den eleganten und fruchtigen Spätburgundertyp eher in den Hintergrund treten lassen.

Aufsteiger ist das ökologische Weingut Maibachfarm in Ahrweiler, das mit einer tollen Serie 2006er Spätburgunder den Sprung in die Zwei- Trauben-Klasse schaffte. Neu in der Traubenriege ist Paul Schumacher aus Marienthal. Insgesamt 18 Betriebe mit einer und mehr Trauben werden ausführlich besprochen, zwei weitere sind empfehlenswert.

Baden: »Entdeckung des Jahres« ist Alexander Laible

Die »Entdeckung des Jahres« machten die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, in diesem Jahr in dem lang gestreckten Anbaugebiet zwischen Heidelberg und Basel. Etwa in der Mitte auf dieser Strecke liegt Durbach. Dort hat sich Alexander Laible, ein Spross aus renommierten Hause, selbstständig gemacht und gleich mit seinem ersten Jahrgang einen erstaunlichen Wurf hingelegt. Den kritischen Verkostern gefallen seine Rieslinge ebenso wie die weißen Burgundersorten.

Beim Jahrgang 2007 kommt in Baden Trinkfreude auf. »Die Winzerleistung ist derzeit im Anbaugebiet so gut wie nie seit Erscheinen des Wein- Guide«, schreiben die Autoren. Entsprechend ist in der Hierarchie der besten Betriebe einiges in Bewegung gekommen. Bemerkenswert ist die Rückkehr von Schloss Neuweier in die Riege der Vier-Trauben-Betriebe – und damit unter die besten sechs in der Region. Beim trockenen Riesling kann dem Baden-Badener Spitzengut derzeit im Gebiet keiner das Wasser reichen, finden die Herausgeber Diel und Payne.

Gleich drei Winzer dürfen sich über eine dritte Traube freuen: Klumpp, Claus Schneider und Ziereisen. Mit zwei Trauben werden nun Arndt Köbelin und die Shelter Winery geführt. Insgesamt sechs Neulinge begrüßt die Redaktion unter den Traubenbetrieben, doch fast ebenso viele sind abgestiegen, so dass die Zahl in etwa konstant blieb. Prominenteste Absteiger sind Aufricht und das Weinhaus Pfaffenweiler.

Von den acht weißen und roten Burgundern, die Baden unter den besten Weinen aus Deutschland platzieren konnte, stellt allein Bernhard Huber die Hälfte. Mit zwei 2006er Spätburgundern sowie einem Grauen und einem Weißen Burgunder aus 2007 spielt der Malterdinger wieder einmal ganz vorne mit. Salwey (zweimal), Gleichenstein und Martin Waßmer konnten ebenfalls Spitzengewächse im Weinolymp positionieren. Insgesamt werden im neuen GAULT MILLAU WeinGuide 84 Erzeuger aus Baden ausführlich dargestellt, weitere 35 Betriebe gelten als empfehlenswert.

Franken: »Gutsverwalter des Jahres« von Schloss Hallburg

Der »Gutsverwalter des Jahres« kommt wieder einmal aus Franken. In keinem anderen Gebiet wurde diese Ehrung bislang so oft verliehen, was an der Häufung der großen Spitäler und Güter liegt. Diesmal wird Georg Hünnerkopf vom Weingut Graf von Schönborn auf Schloss Hallburg ausgezeichnet.

Zwar muss sich der verdiente Betriebsleiter die Ehre mit seinem Kollegen vom Domänenamt Schönborn im Rheingau teilen. Doch tut dies der Leistung Hünnerkopfs nach Ansicht der Herausgeber des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, nicht den geringsten Abbruch. Sie finden es beispielhaft, wie der Verwalter das Gut aus einer Schwächephase wieder nach oben geführt habe.

Mit dem Vier-Trauben-Trio von Fürst Castell, Rudolf Fürst und Horst Sauer ist die fränkische Betriebshierarchie unverändert geblieben. Unter den Drei-Trauben-Gütern rangiert jetzt neben Schönborn auch das Weingut Bickel-Stumpf, das sich in den letzten Jahren kontinuierlich nach vorn gearbeitet hat. Aufsteiger mit zwei Trauben ist Höfler, ein Spessart- Weingut, das näher an Frankfurt denn an Würzburg liegt. Die Zahl der Nachrücker ist bemerkenswert. Insgesamt fünf Betrieben verlieh die Redaktion die erste Traube.

Das Wetter bescherte den Winzern in Franken im Jahrgang 2007 eine wahre Achterbahnfahrt. Entsprechend unterschiedlich sind die Ergebnisse, haben die kritischen Prüfer bei den Verkostungen festgestellt.
Erneut ist vor allem der Silvaner sehr gut ausgefallen. Erfreulich finden die Herausgeber auch, dass die im Vorjahr oft notierten hohen Alkoholwerte auf moderate Höhen zurückgeführt wurden. Positives gibt es auch von den Großbetrieben zu berichten: Die Genossenschaften haben in den letzten Jahren deutlich an Qualität zugelegt.

Insgesamt werden 58 Güter und ihre Weine im neuen GAULT MILLAU WeinGuide ausführlich vorgestellt, 34 weitere schafften die Aufnahme in die Rubrik der empfehlenswerten Betriebe.

Hessische Bergstraße: Simon-Bürkle hält die Fahne hoch
Früher war das Hessische Staatsweingut – Domaine Bergstraße – der Motor der Region. Doch seit einigen Jahren ist der Glanz alter Tage verblasst, finden die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne. Nach mäßigen Jahrgängen in 2006 und 2007 stufen sie den Betrieb folgerichtig auf zwei Trauben ab. Dort stehen die Staatsdiener jetzt in einer Reihe mit Simon-Bürkle, jenem Betrieb, der derzeit die verlässlichsten Kollektionen vorweisen kann. Auch das Weingut der Stadt Bensheim kann nach einem Durchhänger wieder punkten. Alles in allem ziehen die Autoren eine mäßige Bilanz für das kleine Gebiet zwischen Darmstadt und Heppenheim, das derzeit seine Möglichkeiten nicht voll ausschöpfe. Viele Winzer scheinen sich mit der Erzeugung einfacher Tinkweine zufrieden zu geben, monieren Diel und Payne.

Es sei Betrieben wie der Bergsträßer Winzergenossenschaft zu verdanken, dass sich das Bild von der Region nicht völlig eintrübt.
Kein Verständnis haben die Autoren für die überproportional häufige Verwendung von Plastikstopfen in Betrieben des Gebietes. Diese seien häufig für Fehltöne verantwortlich, haben die strengen Verkoster festgestellt.
Fünf Traubenbetriebe sind im neuen WeinGuide gelistet, drei weitere Güter sind als empfehlenswert eingestuft.

Mittelrhein: Matthias Müller schafft den Sprung an die Spitze Nach seiner Kür zur »Entdeckung des Jahres« vor elf Jahren ist Matthias Müller auf seinem weiteren Weg Schritt für Schritt vorangekommen. Heute markiert er zusammen mit Florian Weingart die Spitze des Gebietes, weshalb die Verleihung der vierten Traube die logische Konsequenz ist. »Müller hat schon im Jahrgang 2006 gegen den Jahrgangstrend eine überzeugende Kollektion vorgestellt. Mit tollen Rieslingen ließ er einen ebenso gelungenen Jahrgang 2007 folgen«, lautet das Fazit der Herausgeber des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne.

Noch nie gab es am Mittelrhein so viele halbtrocken und feinherb ausgebaute Weine wie im Jahrgang 2007. Teilweise sind die Weine in der Gärung stecken geblieben, teilweise wurde ganz bewusst auf eine zu hohe Alkoholausbeute verzichtet, haben die Autoren in ihrer umfangreichen Testreihe ermittelt. Edelsüße Rieslinge wurden hingegen wenige vorgestellt. Hier verfügen die Winzer nach den reichhaltigen Jahrgängen 2005 und 2006 noch über gute Vorräte.

Neben den Spayer Weingütern Weingart und Matthias Müller sind es die altrenommierten Bacharacher Betriebe Toni Jost und Ratzenberger, die ihre Leistungen zunehmend stabilisieren. Die anderen Drei-Trauben- Betriebe folgen da mit einem respektvollen Abstand. Dieses Niveau kann das Weingut August und Thomas Perll nicht mehr halten und steigt auf zwei Trauben ab. Das Weingut Selt in Leutesdorf kann sich hingegen nun über zwei Trauben freuen.
Das von rund 450 Hektar Steillagen geprägte romantische Rheintal bleibt fest in den Händen von einigen leistungsfähigen Familienbetrieben, wovon der neue GAULT MILLAU WeinGuide 17 in der Traubenklasse vorstellt. Dazu kommen immerhin noch 12 »weitere empfehlenswerte Betriebe«.

Mosel: Dominanz in den Riesling-Hitlisten

Kein anderes Anbaugebiet verfügt über eine solche Phalanx an Spitzen- Weingütern wie die Mosel. Fünf Güter mit fünf Trauben, der Höchstbewertung für die weltbesten Erzeuger, dazu zehn Vier-Trauben-Betriebe. Zu diesem erlauchten Kreis zählt nun auch wieder Willi Schaefer, der bereits vor 12 Jahren als »Aufsteiger des Jahres« gefeiert wurde und nun seine vierte Traube zurück erhält. »Der Graacher Winzer hat seine alte Form wieder und in 2007 eine grandiose Kollektion vorgestellt«, begründen Armin Diel und Joel Payne, Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, ihre Entscheidung.

Doch auch eine Etage tiefer in der Hierarchie zeigt sich die Mosel im Aufwind.
Allein fünf Güter schafften den Sprung in die Drei-Trauben-Klasse (Adam, Erbes, Dr. Hermann, Lubentiushof und Melsheimer), sogar sechs Betriebe können sich nun mit der zweiten Trauben schmücken. Große Dynamik herrscht auch eine Stufe darunter. Insgesamt acht Güter dürfen sich über ihre erste Traube freuen, darunter als reines Sektgut St. Laurentius in Leiwen. Auch unter den empfehlenswerten Betrieben gibt es erneut einige Entdeckungen zu machen.

Ihre Dominanz spielt die Mosel regelmäßig auch bei der Bundesfinalprobe aus. Von den 50 zu vergebenden Plätzen der besten Rieslinge des 2007er Jahrgangs belegten Weine aus Mosel-Gütern alleine 22. Vor allem feinherbe Rieslinge, Spät- und Auslesen sowie edelsüße Gewächse sind ihre Hausmacht. Die größten Lorbeeren ernteten die Güter Joh. Jos. Prüm in Bernkastel-Wehlen und Heymann-Löwenstein in Winningen mit je vier Platzierungen sowie Fritz Haag in Brauneberg mit drei Nennungen.

Den Vogel schossen diesmal Fritz Haag und Clemens Busch ab, die jeweils einen Siegerwein des Jahres stellen. 97 Punkte gaben Diel und Payne der langen Goldkapsel Auslese Nummer 15 aus der Brauneberger Juffer-Sonnenuhr: »Überwältigendes Süße-Säure-Spiel, hintergründiges Raffinement«. Bester edelsüßer Wein des Jahrgangs wurde eine Trockenbeerenauslese aus der Pündericher Marienburg von Clemens Busch mit 99 Punkten: »Opulentes Quittengelee-Aroma, eröffnet ungeahnte Dimensionen«.

Insgesamt 115 Betriebe und ihre Weine haben die Autoren an Mosel, Saar und Ruwer ausführlich besprochen, soviel wie in keiner anderen deutschen Weinregion. Dazu kommen 58 als empfehlenswert eingestufte Güter. (Anmerk. K&M: dazu gehört auch Olaf Schneider)

Nahe: Crusius stößt in die Spitze des Gebietes vor

Das Spitzen-Trio der Nahe hat sich zu einem Quartett verstärkt. Zu den beiden Fünf-Trauben-Betrieben Dönnhoff und Emrich-Schönleber sowie dem bislang einzigen Vier-Trauben-Gut Schäfer-Fröhlich ist nun Dr. Crusius gestoßen. Das Traiser Traditionsgut von der mittleren Nahe hatte schon unter Vater Hans Crusius goldene Zeiten erlebt, an die Peter Crusius nun anschließt und somit die vierte Traube für sich verbucht. Zusammen mit dem nicht gelisteten Schlossgut Diel in Burg Layen – Armin Diel ist Chefredakteur des GAULT MILLAU WeinGuide – bilden die besten Nahe-Betriebe nun eine Führungsformation, die bereits weltweit von Riesling-Kennern hoch geschätzt wird.
Das große Leistungsspektrum schlägt sich auch in den Hitlisten der besten Rieslinge Deutschlands im Jahrgang 2007 nieder. Insgesamt elf Mal konnten sich Naheweine unter den 50 besten in fünf Kategorien platzieren.

Den Vogel schoss dabei Werner Schönleber aus Monzingen ab, der die Kategorie der halbtrockenen und feinherben Rieslinge für sich entscheiden konnte. Der Monzinger Halenberg »R« ließ sogar die mächtige Phalanx der Rieslinge von Mosel und Saar hinter sich. »Ein Bukett von köstlicher Vanillecreme, sanfte Mineralität, etwas von einem Apfel aus dem Garten Eden«, notierte Chefredakteur Joel Payne bei der Bundesfinalprobe.

Gleich drei »Große Gewächse« von der Nahe gehören zu den besten zehn trockenen Rieslingen des Landes. Erneut sind es ein Monzinger Halenberg von Schönleber (»wie eine frische Meeresbrise«) und gleich zwei Dönnhoff-Weine: Die Niederhäuser Hermannshöhle ist für die Verkoster ein Wein »wie in Stein gemeißelt«, das Norheimer Dellchen erinnert an »bezaubernde Aromen von Pfirsich und Wildkräutern«. Überhaupt Dönnhoff: Insgesamt fünf seiner Rieslinge schrieben sich in die Siegerlisten ein.

Neben Dr. Crusius schaffte mit Jakob Schneider aus Niederhausen ein weiteres Gut der mittleren Nahe den Sprung in die nächsthöhere Klasse: von zwei auf drei Trauben. Zwei neue Gesichter gibt es unter den Ein- Trauben-Gütern: Albert Gälweiler aus St. Katharinen und Karl Stein aus Oberhausen. Insgesamt 38 Betriebe haben die Autoren ausführlich beschrieben und deren Weine bewertet, 17 weitere werden empfohlen.

Pfalz: Volker und Werner Knisper sind »Winzer des Jahres«

Die »Winzer des Jahres« kommen diesmal aus der Pfalz. Es gibt nur wenige Ausnahmegüter in Deutschland, die gleichermaßen mit trockenen Weiß- und Rotweinen auftrumpfen können. Werner und Volker Knipser gelingt dies seit Jahren, wenngleich der Spätburgunder im Mittelpunkt steht und die besten Ergebnisse hervorbringt. »Wir kennen zudem keinen anderen deutschen Betrieb, der eine solch breite Palette an hochklassigen Merlot-, Cabernet- und Syrah-Weinen vorstellen kann«, begründen die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, die Verleihung der höchsten Auszeichnung. Erneut stellt die Pfalz den besten Rotwein in ganz Deutschland.
Trotz aller Bemühungen der badischen Konkurrenz trägt Friedrich Becker zum sechsten Male in Folge diese Ehrung nach Hause. Diese Leistung ist ohne Beispiel in der 16-jährigen Geschichte des WeinGuide. Becker konnte auch noch zwei weitere Weine in der Top Ten platzieren. Ähnlich erfolgreich ist nur noch das Weingut Rebholz aus Siebeldingen, das ebenfalls drei Weine in einer Kategorie unterbringen konnte: bei den weißen Burgundersorten.

Insgesamt erreicht die Pfalz zehn Nennungen in den Spitzenreiterlisten, darunter allein neun bei den Burgundersorten.
Weiterhin führt Hansjörg Rebholz in Siebeldingen die Phalanx der Spitzenbetriebe der Pfalz alleine an. Dem einzigen Fünf-Trauben-Betrieb folgen zehn Vier-Trauben-Güter und 19 in der Drei-Trauben-Kategorie.
Den Sprung in die Zwei-Trauben-Klasse schafften Matthias Gaul in Grünstadt- Asselheim und Jürgen Leiner in Ilbesheim. Das Traditionsgut Karl Schaefer in Bad Dürkheim muss hingegen eine Abstufung auf zwei Trauben verkraften. Insgesamt drei neue Betriebe wurden in die Traubenklasse aufgenommen: Georg Naegele in Neustadt-Hambach, Dominik Sona in Esthal und das Weingut Wolf in Bad Dürkheim-Ungstein.

Insgesamt zählen die Autoren 86 Erzeuger zu den Traubenbetrieben. Außerdem werden 35 weitere Betriebe empfohlen.

Rheingau: Die »Kollektion des Jahres« kommt vom Schloss Johannisberg

In den letzten Jahren waren es meist ehrgeizige Familienbetriebe, die das Heft des Handelns im Rheingau in die Hand genommen hatten. Doch diesmal erkennen die Herausgeber des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, zumindest in Ansätzen eine Renaissance der großen Traditionsgüter, die im Rheingau über Jahrhunderte das Sagen hatten.
Gleich zwei Ehrungen legen davon beredt Zeugnis ab.
Zum einen ist es das majestätisch über der Region thronende Schloss Johannisberg, das unter der Ägide des neuen Direktors Christian Witte zu alter Größe mutiert. Schon in 2006 überraschte das Gut mit einem der besten trockenen Rieslinge des Jahrgangs. 2007 landeten gleich vier Weine von Schloss Johannisberg in den Spitzenreiterlisten: in den Kategorien trockener Riesling, Riesling Spätlese, Riesling Auslese und Edelsüß.
»Diese Vorstellung war so überzeugend, dass sich der Titel »Kollektion des Jahres« geradezu aufdrängte«, begründet Armin Diel die Verleihung des hohen Auszeichnung und den Aufstieg auf vier Trauben.

Vier Trauben zieren jetzt auch das Domänenweingut Schloss Schönborn – und der Titel »Gutsverwalter des Jahres«. Zwar muss sich Peter Barth die Ehrung mit seinem Kollegen im fränkischen Weingut des Grafen Schönborn teilen, doch tut dies seiner Leistung nicht im Mindesten Abbruch.
»Kein anderes Weingut im Rheingau kann im Jahrgang 2007 mit einer überzeugenderen Phalanx trockener Erster Gewächse aufwarten«, hat Herausgeber Armin Diel bei seinen akribischen Verkostungen festgestellt.

Der Rheingau entwickelt sich auch immer mehr zu einem Qualitätszentrum für Winzersekt. Gleich fünf der besten zehn Sekte Deutschlands kommen aus dieser Region. Am besten schnitt das Wein- und Sektgut Barth ab, das gleich zwei seiner Sekte platzieren konnte: den Riesling extra Brut und den Pinot Ultra Brut. Doch auch Wegeler, Mohr Erben und Solter gehören zu den Siegern.

An der Spitze der Hitliste mit fünf Trauben steht nach wie vor unangefochten das Weingut Robert Weil in Kiedrich. Dahinter tummeln sich jetzt sechs Vier-Trauben-Betriebe. Barth, Robert König und F.B. Schönleber sind die Aufsteiger in der Drei-Trauben-Kategorie. Von Mumm und W.J. Schäfer in Hochheim freuen sich über zwei Trauben. Drei Neulinge begrüßt die Redaktion in der Ein-Trauben-Riege: Stefan Breuer, Chat Sauvage und das Weingut Crass.

Im neuen GAULT MILLAU WeinGuide werden insgesamt 63 Güter und ihre Weine ausführlich vorgestellt. 12 weitere empfehlenswerte Betriebe runden das Angebot aus dieser Region ab.

Rheinhessen: Daniel Wagner ist »Aufsteiger des Jahres«

Die beiden etwas einsam an der Spitze stehenden Güter Keller (fünf Trauben) und Wittmann (vier Trauben) haben Gesellschaft bekommen. Durch den Aufstieg des Weingutes Wagner-Stempel von drei auf vier Trauben ist aus dem Duo ein Führungs-Trio geworden. Zugleich kürte die Redaktion des GAULT MILLAU WeinGuide Wagner Stempel zum »Aufsteiger des Jahres«. »Diese Auszeichnung ist auch Anerkennung für die Pionierarbeit, die Daniel Wagner über Jahre im Westen des größten Anbaugebietes geleistet hat«, begründen die Chefredakteure Armin Diel und Joel Payne ihre Auswahl.
Waren es bislang oft Keller und Wittmann gemeinsam, die das Gebiet in den Spitzenreiterlisten der besten Weine Deutschlands vertraten, so hält Keller im Jahrgang 2007 im Alleingang die Fahne der Region hoch. Sage und schreibe acht Weine hat der Ausnahmewinzer aus Flörsheim- Dalsheim unter die besten 50 Rieslinge Deutschland gebracht, davon allein vier unter den zehn besten trockenen. Keller belegt in dieser Kategorie die ersten drei Plätze: Das gab es noch nie! Dazu kommen noch eine Spätlese, eine Auslese und zwei Trockenbeerenauslesen – kein anderes Weingut in Deutschland kann auch nur annähernd so viele Nennungen vorweisen.

In der Gebiets-Hitliste bildet sich hinter Keller, Wittmann und Wagner- Stempel eine massierte Drei-Trauben-Riege heraus. Die Weingüter Dreißigacker, Spieß und Winter sind aufgestiegen, Gunderloch ist abgestiegen und tritt ebenso dieser Gruppe bei, die jetzt über neun Mitglieder verfügt. Aufgewertet wurde auch die Zwei-Trauben-Kategorie mit den Aufstiegen des Wein- und Sektgutes Hofmann, von Georg Gustav Huff und Arndt F. Werner.

Die Dynamik, vor allem unter den Jungwinzern, ist im größten deutschen Weinanbaugebiet ungebrochen. Auch diesmal gibt es gleich fünf neue Traubenbetriebe: Bischel in Appenheim, Burgunderhof in Worms- Pfeddersheim, Dr. Koehler in Bechtheim, Meiser in Gau-Köngernheim und Villa Sachsen in Bingen. Insgesamt 67 Trauben-Betriebe werden ausführlich beschrieben. 61 weitere sind als »empfehlenswert« eingestuft, darunter einige Neulinge.

Saale-Unstrut: Die Basisweine konnten profitieren

Von einer frühen Lese, wenig Fäulnis und reifem Lesegut profitierten im Jahrgang 2007 vor allem die Basisqualitäten im nördlichsten Weinanbaugebiet Europas. Auf der anderen Seite gab er aber kaum edelsüße Spitzenqualitäten, haben die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, in ihren umfangreichen Verkostungen festgestellt.

Bernhard Pawis steht zwar nach wie vor allein an der Spitze von Saale- Unstrut. Doch die Konkurrenz schläft nicht. André Gussek macht sich auf die Verfolgung mit eigenständigen Weinen, die immer besser werden.
Einen deutlichen Aufschwung verzeichnen die Autoren aber vor allem im Weingut Lützkendorf, das vor Jahren bereits einmal an der Spitze gestanden hatte und nun mit mineralisch-trockenen Gewächsen auftrumpft. Doch auch der dritte im Bunde der Zwei-Trauben-Betriebe, das Weingut Klaus Böhme, festigt seine Position.
Das Thüringer Weingut Bad Sulza und das Harzer Weingut Kirmann tragen jeweils eine Traube. Weitere acht Betriebe halten die Autoren für empfehlenswert. Darunter sind auch die Winzervereinigung Freyburg, das Landesweingut Kloster Pforta und die Naumburger Wein- und Sektmanufaktur.

Ganz neu ist das Weingut Salsitz, unweit der Weißen Elster gelegen. Für die nächsten Jahre rechnen Diel und Payne mit weiteren Neulingen, denn in Thüringen werden die Rebflächen ebenso erweitert wie am neu entstehenden Geiseltalsee.

Sachsen: Zeit des Experimentierens ist vorbei

Nach Jahren des Experimentierens haben fast alle Betriebe im östlichsten Anbaugebiet der Republik ein eindeutiges Sorten- und Betriebsprofil gefunden. Dies ist das Fazit der Herausgeber des GAULT MILLAU Wein- Guide, Armin Diel und Joel Payne, die sich ein umfassendes Bild vom Jahrgang 2007 gemacht haben. Allerdings sind nicht alle Weine ohne Fehl und Tadel. »In manchen Betrieben wurde aus Angst vor Fäulnis zur Sicherheit allzu früh gelesen. Dies ist vor allem dem spät reifenden Riesling nicht immer gut bekommen«, haben die Autoren festgestellt.
Schloss Proschwitz in Meißen und Klaus Zimmerling in Dresden-Pillnitz haben sich längst in der Drei-Trauben-Klasse etabliert. Beide stellen Jahr für Jahr eine große Bandbreite an Spitzenweinen vor. In der Zwei- Trauben-Riege zeigt die Tendenz im Staatsweingut Schloss Wackerbarth weiterhin nach oben, vor allem mit deutlich besseren Basisweinen. Martin Schwarz ist Kellermeister bei Schloss Proschwitz, doch auch seine eigenen Weine, die er quasi nach Feierabend und am Wochenende erzeugt, können überzeugen.

Neuling unter der Ein-Trauben-Gütern ist das Weingut Drei Herren, ein ungewöhnlicher Zusammenschluss dreier Besitzer im ehemaligen Weingut Herrmannsberg. Karl-Friedrich Aust und Vinzenz Richter runden diese Kategorie ab. Jetzt sind es ingesamt schon sieben Güter, die mit einer oder mehr Trauben ausgezeichnet wurden. Dazu kommen noch vier empfehlenswerte Betriebe.

Württemberg: Genossen gut für drei Trauben

Württemberg ist das Land der Genossenschaften. In keinem anderen Anbaugebiet ist der Anteil der Kooperativen so hoch wie hier.
Über viele Jahre hinweg haben sie die Erzeugung feiner Weine weitgehend den privaten Weingütern überlassen. Doch es gibt Ausnahmen. Ein leuchtendes Beispiel dafür ist die Weinmanufaktur Untertürkheim, die nunmehr in die Drei-Trauben-Kategorie aufsteigt. »Dieser Betrieb hat eine durchgängige Qualitätsphilosophie etabliert, wobei nicht nur die Spitzen, sondern auch der Mittelbau und das Basissegment bemerkenswert sind«, loben die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne.

Gert Aldinger bleibt die dominante Figur unter den führenden Winzern der Region. Ebenso unverändert ist die Verfolgerposition von Rainer Schnaitmann, der nach wie vor mit seinen Rotweinen punkten kann. Beide führen mit jeweils vier Trauben die Spitze der besten Betriebe im Ländle an. Nicht vergessen darf man den Spezialisten Schwegler in Korb, der mit seinem grandiosen Granat wieder einmal den besten Rotwein in Württemberg auf den Tisch stellte. Starke Auftritte hatten erneut Ernst Dautel, Jürgen Ellwanger und Hans Haidle.

Neben den Genossen aus Untertürkheim konnte sich auch Wolfgang Klopfer eine Spielklasse höher platzieren und hat jetzt zwei Trauben.
Den Aufstieg in die Traubenklasse schafften das Heilbronner Weingut Schäfer-Heinrich und Schloss Lehrensteinsfeld. Dort hat der junge Franke Christoph Ruck fast im Alleingang eine Renaissance ausgelöst.

Die Autoren stellen die 34 besten Betriebe des Anbaugebietes ausführlich mitsamt ihren Weinen vor und geben 21 weitere Empfehlungen, die oft zu interessanten und noch immer preiswerten Weinen führen.

GAULT MILLAU WeinGuide Deutschland 2009
16. Jahrgang, 842 Seiten
29,95 Euro (D) I 30,80 Euro (A) I 49,90 SFr
ISBN 978-3-88472-912-0 (Bestell-Link)
Christian Verlag, München

http://www.gourmet-report.de/artikel/22387/GAULT-MILLAU-WeinGuide-2009.html

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