K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Archive for the ‘Österreich’ Category

Weingut Gunderloch: Verkostung V.I.R.G.O. & Riesling Nackenheim Rothenberg GG 2006 -2013

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 12 November 2014

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Die Arbeitsliste 😉

Am gestrigen Nachmittag lud das Weingut Gunderloch aus Nackenheim/Rheinhessen zu einer Händler-Verkostung der aktuellen Kollektion ein. Als Schmankerl wurde anschließend eine kommentierte Verkostung der Jahrgänge 2006-2013 des Großen Gewächses aus dem Nackenheimer Rothenberg sowie des Projektes V.I.R.G.O angeboten. Und weil es allen Beteiligten so viel Spaß gemacht hat, wurden noch einige Raritäten aus dem Keller gezaubert, die das Reifepotential der Weine zeigen. Denn: noch immer werden die Top-Weine, also die Großen Gewächse viel zu früh getrunken.

Hier meine Eindrücke: Die Lage Rothenberg umfasst rund 20 ha und liegt am Nordende des Roten Hanges zwischen Nackenheim und Nierstein – direkt am Rhein. Ca. 5 ha davon bilden das Herzstück des Rothenberges. Der Rothenberg besitzt eine Hangneigung zwischen 30 und 80% und besteht aus 290 Mio. Jahren alten roten Tonschiefer-Platten. Von diesen Weinbergen, die hauptsächlich aus Steillagen bestehen, befinden sich rund 4,5 ha im Besitz der Familie Hasselbach des Weingutes Gunderloch. Der Rothenberg ist zweifelsohne unsere Markanteste Weinbergs-Lage und bringt Weine von einer packenden mineralischen Prägung, gepaart mit einem würzigen und fruchtgeladenen Spannungsbogen aus unterschiedlichsten Aromen hervor. (Text Weingut)

2006 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Botrytisjahrgang und ein recht säurestarkes Jahr. Der Wein präsentierte sich direkt nach der Flaschenfüllung sehr stramm und säurebetont Als dann der wesentlich gefälligere Jahrgang 2007 auf den Markt kam, geriet der etwas schwierige 2006er in Vergessenheit. 2014 öffnete man dann einmal wieder den 2006er und er zeigte sich nun wesentlich gereifter. Unverkennbar nachwievor die Botrytisnote, aber die Säure ist nun besser eingebunden. Zeigt in der Verbindung Botrytis und Alkohol eine leichte Schärfe am Gaumen, recht üppig wirkend, klassischerweise würde ich diesen Wein zum Essen reichen. 88/100 Pkt.

2007 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Stammt aus einem wärmeren Jahrgang ohne Bortytis; wirkt viel geschliffener, zeigt florale Noten, erdig, sehr klar und sauber, Hauch exotische Frucht, gute Länge. Ein gastronomisch perfekt einzusetzender Wein. 89/100 Pkt.

2008 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Ein Jahr mit viel Niederschlag, auch während der Lese, es war schwierig, möglichst ohne Botrytis zu lesen. Zeigt wie 2006 gewisse Schärfe, aber eher nur als Hauch spürbar, reduziert sich auch. Wirkt auf mich recht kernig, etwas schlanker und knackiger als 2007. Hat viel Zug und Animation am Gaumen, sehr gute Länge, frisch. 93/100 Pkt.

2009 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Recht warmes Jahr, wenig Botrytis. Recht feiner Duft nach weißen Beeren, auch gelbes Trockenobst. Am Gaumen samtig bis leicht ölig, Hauch Petrol, Kräuter, viel Extraktsüße, Hauch exotische Frucht, viel reife Gelbfrucht, dennoch für 2009 mit keinerlei Schwere und Opulenz aufwartend, erstaunlich feine Säure. 92/100 Pkt.

2010 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
K
ühles Jahr,. viel Regen im September vor der Lese; hochkomplexe Nase, enorme Konzentration; kompakt am Gaumen, sehr viel innere Dichte, große Konzentration, Kräuter und kandierte Zitrusfrüchte en masse. Man spürt wie bei vielen anderen GG dieses so genannten „Arschjahres“, was in dem Wein steckt. Tiefe Mineralik, grandiose, reife und verspielte Säure. Man darf gespannt sein, wann er aufrecht laufen wird, derzeit krabbelt er noch im Laufstall herum. Wird groß werden. 95/100 Pkt. 2011 Riesling Nackenheim Rothenberg GG Warmes Jahr; wirkt dennoch sehr geschliffen, hochmineralisch, pikante Säure, etwas Heu, leichte Karamellsüße, deutliche Mineralik. Etwas leichter und weniger kompakt als 2010, dafür aber früher zugänglich. 92/100 Pkt.

2012 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
„Ein Jahr der perfekten Balance“ so Agnes Hasselbach. Mir reicht für diesen Wein eigentlich nur ein Wort: Grandios! Emotional enorm berührender Wein. Gleichzeitig dicht und voll am Gaumen, viel Mineralik, Rasse, elegant, Tabak, enorm saftig, Zug und Druck. Zitrusfrucht, dunkle Beeren, Kräuter. Großartig. Muss reifen! 96/100 Pkt.

2013 Riesling Nackenheim Rothenberg GG
Ein schwieriges Jahr, frühe und immer wieder schnell wiederkehrende Fäulnis machten eine strenge Selektion unumgänglich, die Erntemenge war extrem niedrig. Herausgekommen ist dennoch ein spannendes, sehr elegantes GG. Gute Konzentration, verspielt am Gaumen, floral, Orangenzesten, Steinobstnoten, feine Würze. 93+/100 Pkt.

Beim Traktor fahren in den Himmel schauend und das Sternbild VIRGO (=lat. Jungfrau) sehend, so kam Johannes Hasselbach zum Namen für sein Projekt V.I.R.G.O. Es könnte aber auch „Vergoren Im Rothenberg Ganz Ohne“ heißen. Johannes wollte und will herausfinden, wie sich Weine ohne den Einfluß von Kellerflora und Kellerhefen zeigen und entwickeln. Die Riesling-Trauben stammen alle aus der GG Lage Rothenberg, die Verarbeitung findet nur im Weinberg statt, vergoren wird nur mit den Weinbergs eigenen Hefen, der Most kommt nicht mit Kellerhefen in Berührung. Die Trauben werden nach der Ernte gestampft und im Weinberg vergoren, erst nach der Vergärung kommt der Wein in den Keller des Weingutes. 2010 war der erste Jahrgang, von ihm gibt es nur noch 2 Flaschen, daher gab es ihn nicht zur Verkostung. Offiziell kommt dieser Wein auch nicht in den Handel, man denkt aber darüber nach.

2011 V.I.R.G.O.
Klare, saubere Aromatik, nicht zu fruchtüppig, Orangenzeste; wirkt fein und eher filigran, feine Mineralik. Im Vergleich zum GG Rothenberg mit Kellerflora wirkt der VIRGO auf mich etwas feiner, die Säure zeigt sich meiner Meinung auch etwas zurückhaltender. 91/100 Pkt

2012 V.I.R.G.O.
Steinige, salzige Aromatik. Jahrgangstypisch genauso kraftvoll wie sein „Bruder GG“ aus dem Keller. Wirkt in sich geschlossen, viel Energie ausstrahlend, kraftvoll, aber nicht fett, ein in sich ruhender Wein, perfekte Balance, wirkt wie selbstverständlich. Für mich auf gleichem Niveau wie das „normale“ Rothenberg GG. 96/100 Pkt.

2013 V.I.R.G.O.
Kaum vorgeklärt, recht schlank auf mich wirkend, würzig, etwas weniger kraftvoll als der 2012er V.I.R.G.O. Gute Balance. Auf mich wirkt dieser Wein etwas weniger offen wie sein „Keller-Pendant“ 92/100 Pkt.

Anschließend wurde noch die ein oder andere Flasche aus der Raritätenkammer der Hasselbachs geöffnet, besten Dank für die spendable Aktion.

1996 Riesling Auslese Rothenberg 0,75l
Wunderbar gereifter Duft nach floralen Noten und etwas Orangenzesten. Am Gaumen zu Beginn fein und rund, dann von einer markanten, frischen Säure unterlegt, saftig, etwas Würze, wiederum florale Einflüße, Hauch Malz, gute Länge. Macht viel Spaß. Nicht mehr im Verkauf. 92/100 Pkt

20141110_173538450_iOS1990 Nackenheim Rothenberg Riesling Spätlese trocken
Reifer Duft nach Orangen, etwas Zimt. Am Gaumen ungemein frisch und lebendig, keinerlei Alterungsnoten zu spüren, Potential für sicherlich weitere 5 Jahre, salzig, guter Säurebiss, tolle Länge. Zeigt das ganze Reifepotential dieser Lage. 94/100 Pkt.

1997 Nackenheim Rothenberg
Hochreifer, recht intensiver Duft von eingemachtem, gelbem Steinobst, auch am Gaumen etwas fülliger als der 90er, prägende Säurestruktur, Kräuternoten, salzig. Wunderbar gereifter Wein, hat etwas mehr Speck auf den Rippen, wird aber durch die reife, lebendige Säure gut gekontert.

 

 

20141110_183950346_iOS2009 Volnay 1er Cru Les Robardelles Domaine Philippe Boire (Melin, 21190 Auxey-Duresses) Philippe Boire produziert seit 2007 auf 3 ha 9 Cuvées, zu 95% Rotwein, er vergärt ohne Stängel. Die 1er Cru Lage Robardelles liegt nahe Meursault oberhalb von Santenay. Die Reben sind über 50 Jahre alt. Recht dunkelfarben; reifes, eher in Richtung dunkle Beerenfrüchte tendierendes Geschmacksbild, feine, runde Tannine,  dabei geschmacksintensiv am Gaumen, auch etwas Kirschfrucht, endet  auf guter Länge. Der 2007er erhielt 2 Sterne im Guide Hachette.

 

 

 

 

20141110_194924869_iOS2013 Grüner Veltliner Reserve Loiserberg 1. Lage, Weingut Jurtschitsch/Kamptal
Fülliger, recht intensiver und nach viel reifer, gelber Steinfrucht duftender Wein. Am Gaumen ebenfalls dicht, schmelzig, füllig, aber nicht fett, feine Mineralik. Guter Zug am Gaumen.

 

 

 

 

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1992 Pommard Village, Dom. Vaudoisey-Creusefond
1994 Pommard-Epenots 1er Cru Dom. Vaudoisey-Creusefond
Nun, zu vorgerückter Stunde wurde dann nur noch getrunken und gequatscht, der Notizblock blieb dann mal unberührt, aus der Erinnerung heraus waren beide Pommard noch gut in Schuss, nicht hochkomplex, aber eben gut zu trinken.

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1. K&M Hausmesse am 5.5.12 – das Weinevent in Frankfurt

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 2 Mai 2012

K&M Hausmesse am 5.5.12 14-21 Uhr
Samstag, 05.05.2012 / 14:00-21:00
1. K&M Frühjahrs-Hausmesse
Ort: KETAO Hanauer Landstrasse 186, 60314 Frankfurt
Kosten: 19 € Vorverkauf / 25 € (Tageskasse)

Karten in beiden Läden erhältlich.
Im Preis inbegriffen ist ein hochwertiges Stölzle Verkostungsglas.

Wir präsentieren Ihnen auf unserer 1. Frühjahrs-Hausmesse ca. 20 deutsche Weingüter, von der Entdeckung des Jahres bis zum hoch-dekorierten VDP Weingut. Knapp 100 Weine zum Verkosten, ein Flying Buffet aus der Aromaküche von KETAO Chef Markus Liebethal sowie viele spannende Gespräche warten auf Sie.

Nur am 5.5.2012 erhalten Sie auf die Original-Winzer-Abhof-Preise aller vorgestellten Weine 10% Messerabatt!!

Einige Winzer, u.a. Hanspeter Ziereisen, Arne Bercher, Eva Vollmer, Arndt Köbelin, usw. werden persönlich einschenken.

Aus Deutschland:
Heymann-Löwenstein / Wittmann / Bercher / Theo Minges / Eva Vollmer / Köbelin / Alexander Laible / Ziereisen / Speicher-Schuth / von Racknitz / Melsheimer / (O)laf Schneider / Margarethenhof-Weber / Jülg / Pfirmann / Andreas Durst / Stefan Raddeck / Altenkirch /

Special guests:
Erwin Tinhof – passioniert pannonisch auf Topniveau
Uschi Wengelnik – Ihr Lieblings-Rosé aus dem Corbieres


>> mehr Info, Anfahrt, Location, Parkplätze 

 K&M Gutsweine – 2 mal für Sie in Frankfurt (Bockenheim & Nordend, sowie weltweiter Versand via Online – Shop

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Erwin Tinhofs 2010er Blaufränkisch bester burgenländischer Rosé

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 10 Mai 2011

 
Das Weingut Erwin Tinhof verlegt seinen Standort von Eisenstadt ins benachbarte Trausdorf und feiert Einstand mit einem prämierten Rosé-Wein.

Von 4,5 auf 14. Die Rebfläche von Erwin Tinhof hat sich über die Jahre verdreifacht. Für die Weine seiner vierzehn Hektar musste dringend Raum geschaffen werden. Geplant wurde von langer Hand, gekauft rasch und umgebaut sorgfältig. Die Übersiedlung erfolgte vor kurzem: Ab sofort heißt die neue Adresse für Erwin Tinhofs Partner und Weinfreunde „Eisenstädter Straße 10, 7061 Trausdorf“. Der burgenländische Winzer, dessen Familie seit elf Generationen Weinbau am Leithaberg betreibt, ist an seinem neuen Standort höchst zufrieden mit einem formidablen Verkostungs- und Verkaufsraum, modernen Büros und viel Platz im Keller.

 Dass Erwin Tinhof von seiner Baustelle nicht davon abgehalten wurde, sich auch im schwierigen Jahr 2010 optimal um seine Weine zu kümmern, beweist unter anderem eine aktuelle Top-Bewertung im Genuss.Magazin. (PDF ) Tinhofs Blaufränkisch Rosé ist Sortensieger und erhielt als „Genuss.Magazin Trophy-Sieger“ die Bestbewertung von drei Gläsern. 54 burgenländische Rosé-Weine des neuen Jahrgangs waren dafür verkostet worden. Der Winzer, der aus Überzeugung seit jeher fast ausschließlich österreichische Rebsorten anpflanzt und dessen Weingärten zu 95 % in Eisenstadt an den Hängen des Leithabergs liegen, freut sich also über Lob und neue Location.

Alle Tinhof Weine bei K&M

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Mr. Chablis (Erwin Tinhof) meets Hendrik Thoma

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 18 Juli 2010

Schön zu sehen, dass sich jahrelange Arbeit und der Glauben an einen Winzer irgendwann doch lohnt…..

Seit 2005 importieren wir die wunderbaren Weiß- und Rotweine von Erwin Tinhof aus der burgenländischen Hauptstadt Eisenstadt. Erwins Weine liefen uns eher zufällig über den Weg, auch wenn wir damals extra zu einer Veranstaltung nach Köln fuhren, wo Weinfachfrau Christina Fischer (bekannt aus dem VOX-Kochduell) den Alpengipfel österreichischer Top-Winzer in den Kölner Vulkanhallen organisierte. Natürlich waren wir bei allen bekannten Größen, nach getaner Arbeit streiften wir noch an den Tischen vorbei, um uns für den Abend auf dem Hotelzimmer noch eine „anständige“ Flasche Wein zu sichern, denn was da so in den Minibars sein Dasein fristet, tut schon manchmal in der Weinseeele weh. 

 TINHOF prngte da in einfacher, aber prägnanter Aufmachung auf dem schlichten und nur mit den notwendigsten Informationen ausgestatteten Etikett. Vielleicht war es eben diese Schlichtheit, die mir signalisierte: PROBIEREN! St. Laurent und Blaufränkisch bereiteten trotz vorangegangener, anstrengender Verkostung einen wunderbaren Trinkspaß.  Nach vielen sehr konzentrierten Rotweinen strahlten diese Weine eine enorme Aromenfülle bei gleichzeitiger Frische aus, dazu begeisterte mich auch diese feinsinnige, ja fast schon feminie Art der Weine. Nichts gewolltes, nicht unnatürliches, unspektakulär, aber unheimlich gut. Also schnappte ich mir die CUVÈE FEUERSTEIG für den Hotelabend.

Selten hat mich eine Flasche Wein dann so gefesselt, wie diese. Leider war sie viel zu schnell leer (von wieviel Weinen kann man das noch erwarten) aber  für mich stand dann tags darauf fest, Erwin auf der ProWein in Düsseldorf zu besuchen und sein ganzes Sortiment zu probieren und ihm natürlich meine Begeisterung mitzuteilen. Nun, ein paar Wochen später rollte der erste LKW mit der ersten Lieferung auf den Hof….

Hendrik Thoma  darf als einer von zwei Sommeliers in Deutschland den Titel „Master-Sommelier“ führen. Hendrik ist wie ich ausgebildeter Koch und war viele Jahre lang Chef-Sommelier des einzigartigen Hamburger Hotels „Louis C. Jacob“ und ebenfalls im Vox-Kochduell tätig. Derzeit ist er sehr stark im Web 2.0 unterwegs und man hat das Gefühl, dass er dort seine Passion gefunden hat. Ich hatte bisher leider nur einmal das Glück, ihn kennenzulernen, Hendrik bleibt mir als sehr umgänglicher und freundlicher zeitgenosse in Erinnerung.

Anfang Juli führte er in Hamburg mit Erwin Tinhof ein informatives, lockeres Gespräch für TVino.

Erwin Tinhof bei Master Sommelier Hendrik Thoma 

Alle Weine (derzeit 18 Stück) finden Sie hier:
http://www.gutsweine.com/gutsweine/p10100.php?s_land=Österreich&s_idweingut=26

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Aubergine in Wien

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 1 Juni 2010

Wien

Selbst Einheimischen Bekannten (und die kennen fast jeden Laden in Wien) ist dieses Restaurant fast unbekannt. Wir waren mit unserem Winzer dort eingeladen und beim Eintreffen sofort verliebt in das einfache, aber geschmackvolle Ambiente. Zu Beginn des Abends gab es an der Bar erstmal nach einem anstrengenden Tag einen Erfischung in Form eines Bieres (Weinprofis verstehen diesen Satz) Anschließend nahmen wir an den wenigen Tischen Platz. Wir hatten ein wunderbares, handwerklich perfekt zubereites 8-Gang Menü um die 80 €, keine Riesenportionen sondern in dem Maße, das man beim Rausgehen um Mitternacht auch noch den Weg zu Fuß heim schafft und man wohlig einschläft. Grandios der perekt niedertemperaturgegarte Maibock, Klasse der Fourme d´Ambert (von Bernard Antony aus dem Elsaß) mit Quittenkompott, sensationell die hauchdünn gebratenen Gänsestopfleber. Dazu eine sensationell kalkulierte Weinkarte, auch mit deutschen Toptropfen (Künstler, Dönnhof, van Volxem etc.) Urig und höchst kompetent im Servive: Michael Wiesinger, könnte sofort in jedem Fil in und über Wien als Wirt eingesetzt werden . Herrlich!

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2005 Blaufränkisch Leithaberg / Weingut Hans „John“ Nittnaus

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 5 April 2010

Leithaberg 2006, Weingut Anita & John Nittnaus (Bilder:leithaberg.at & pd)
Am Karfreitagabend mit guten Freunden geöffnet
Sehr vielschichtiger Duft nach dunklen Beeren, etwas Kirschkompott und dunklen, nicht zu überbordenden Aromen von geschmolzener Schokolade. Am Gaumen saftige Frucht mit herrlich eleganten Aromen von Waldbeeren, etwas Zartbitterschokolade, kühle, mineralische Noten bei mittlerem Körper, wunderbarer Schmelz, auch eine recht lebendige, unterstützende Säure. Recht tief und mit guter Nachhaltigkeit am Gaumen, eher eleganter Stil, macht viel Trinkspaß. Sehr gut. 92/100 Pkt.

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Lemberger vs. Blaufränkisch

Posted by Armin Maurer - Freitag, 6 Februar 2009

Die Rotweine aus der Blaufränkisch-Rebe haben es in Österreich zu höchsten Ehren gebracht, auch international hat sich die Rebsorte zur österreichischen Paraderebsorte entwickelt, analog zum Grünen Veltliner bei den Weißweinen.

Auch in Deutschland gibt es diese Rebsorte, hier durfte sie aber lange nicht den österreichischen Namen tragen, sondern musste als Lemberger bezeichnet werden. Vor ein paar Jahren konnte ein fränkischer Winzer aber auch die Bezeichnung Blaufränkisch für deutsche Weine durchsetzen. Für einen fränkischen Winzer ja naheliegend. Als Lemberger findet die Rebsorte die größte Verbreitung in Würtemberg.

Bei uns sollte es aber nun weder um fränkische noch um schwäbische Rotweine gehen, nei wir haben uns Lemberger aus Baden angesehen und wollten diese einmal mit Referenzweinen aus dem österreichischen Burgenland vergleichen. Es traten zwei Weingüter aus Baden an, Zalwander mit dem schlicht Lemberger gennanten Wein, die Jahrgänge 2005, 2006 und 2007, und Alexander Laible aus Durbach mit seinem 2007er Thymos.

Auf österreichischer Seite standen der 2006er Oberer Wald Blaufränkisch von Ernst Triebaumer, der 2006er Neckenmarkter von Moric und der 2002er (zwotwo) BF1 von Karl Bajano zur Verkostung bereit. Kein Wein wurde dekantiert, da wir aber nur zu Fünft waren konnten alle Weine mehrfach probiert und verglichen werden.

Lemberger und Blaufränkische

Lemberger und Blaufränkische

Als erster Wein stieg der 2007er Lemberger von Zalwander in den Ring, eine Fassprobe.
Im ersten Moment wirkte der Wein noch sehr verschlossen, wie so häufig bei den Zalwanderweinen war auch das Holz noch recht präsent, dabei aber nicht durch parfümierte Aromen unangenehm auffallend, nein eher ist es die Würze des Holzes, die den Wein zu Beginn noch im Griff hat. Die Frucht zeigt sich auch noch sehr herb, erinnert hauptsächliche an Schlehe, insgesamt doch recht astringierend, ohne einen Anflug von Unreife oder grünen Aromen. Wir waren uns einig, diesen Wein sollten wir mit etwas Luft noch einmal anschauen. 88P++

Der nächste war der 2006er
Dieser wirkte frisch geöffnet schon deutlich offener, zeigte eine gute Mischung von würzigen und kräutrigen Aromen und Frucht, in der Nase eher Richtung Himbeere gehend, entwickelte sich im Mund eine enorm saftige und natürliche Kirschfrucht. Wirkte schon gut balanciert, Schöne Länge.91P+

Und zu letzt dann der 2005er
Dieser zeigte die Harmonie, die die jüngeren Zalwander wohl noch durch Reife erreichen müssen, aber wohl auch werden. Dieser Wein machte ungemein viel Spaß, feines, festes Tannin, würzig. Dazu eine wunderbar chargierende Frucht, zwischen dunklen Beeren, Brombeeren und Schwarzkirsche. Wunderbar saftig. Auch hier zeigte sich aber schon nach relativ kurzer Zeit im Glas, dass auch dem 2005er Luft gut tut.90P

2007 Lemberger Thymos – Alexander Laible
Wirkte auf mich irgendwie „deutscher“ leichte vanillige Süße, vielleicht etwas weniger fest, strukturiert wie die Zalwanders, schöne Kirschfrucht, trinkig. Trotzdem hätte ich mir einfach ein wenig mehr „Wein“ gewünscht. Auf seine Art aber nicht unangenehm, aber halt auch ein wenig unspektakulär.86P

Die Zalwanders 2005 bis 2007

Die Zalwanders 2005 bis 2007

Jetzt wollten wir aber wissen, was die Östereicher dem entgegen setzen würden.

2006 Oberer Wald – Ernst Triebaumer
Im ersten Moment „Uffh“, was ein Tannin, viel Holz. Daneben stand aber auch eine üppige Primärfrucht, Johannisbeere und Schwarzkirsche, sehr saftig. Von Harmonie kann aber hier keine Rede sein, dieser Wein ist wirklich noch sehr verschlossen und viel zu jung. Wird sich das viele Holz aber wirklich einbinden? Unser Österreichexperte Ricco Etzensberger meinte ja, nach seiner Meinung sind die Triebaumer Weine eben in der Jugend immer unzugänglich, da geht der Winzer kompromißlos seinen Weg. Für mich der erste Schluck schon beeindruckend, diese Kraft, aber trinken mag ich den Wein einfach im Moment noch nicht, so macht der keinen großen Spaß. Ein wenig ließ sich der Wein mit einem jungen Bordeaux aus dem Medoc vergleichen. Für mich ganz schwer zu beurteilen, so machte er eigentlich keinen Spaß, aber er hat schon enorme Anlagen, mit der Einschätzung des Experten Ricco sage ich 88++

2006 Neckenmarkter – Moric
Mit dem Moric kam nun ein ganz anderer Stil ins Glas, viel feiner, im großen Holz ausgebaut zeigte er eher sogar mineralische Noten. Dann die Frucht einfach lecker, eine solch expressive Kirschfrucht bekommt man selten in den Mund, da müssen sich selbst Wildkirschen anstrengen, dass sie da mithalten können ;-).
Bernd meinte, der Wein hat zu seiner Klasse auch noch einen wunderbar trinkanimierenden Charakter, sozusagen Saufwein auf höchstem Niveau. Klasse Stoff!
Verschweigen wollen wir aber auch nicht, dass einer der Mittrinkenden mit dem Wein wenig anfangen konnte, er bemängelte die zu zurückhaltende Nase und die zu kräftige Säure im Mund. Mit seiner Meinung zu dem Wein blieb er aber allein.90P

Laible, Triebaumer und Moric

Laible, Triebaumer und Moric

Am Schluss gab es noch einen schon leicht gereiften Österreicher
2002 (zwozwo) BF1 – Karl Bajano
Dieser zeigte sich mit einer schon leicht morbiden würzig gereiften Frucht, eher dunkle Beeren, auch ein wenig Schattenmorellen. Das hatte schon etwas aber so ganz wollte da der Funken bei mir nicht überspringen. Freunde von gereiften Chiantis könnte dieser Ton aber sehr gut gefallen, daran erinnerte er ein wenig. Sicher kein schlechter Wein aber die ganz große Freude kam bei mir halt auch nicht auf. 87P

Danach haben wir noch ein wenig hin und herprobiert, einzelne Weine noch einmal nebeneinander verkostet. Dabei zeigte sich, dass die Zalwanderweine mal wieder am stärksten von der Luft profitierten, selbst der 2007er, der am Anfang sehr verschlossen war machte immer mehr auf, entwickelte eine ausdrucksstarke Frucht, Brombeere. Interessant auch, dass sich der 2006er Zalwander durchaus gegen die Tanninbombe Triebaumer durchsetzen konnte.

    Fazit:

Während Laible vielleicht doch noch ein wenig hinter den Referenzweinen aus Österreich ins Ziel kam, sicher aber auch keine Schande für den ersten Jahrgang, zeigte Zalwander, dass man in der Klasse um 20,00 EUR durchaus mit den besten Erzeugern Österreichs mithalten kann. Vom Stil her vielleicht ein wenig zwischen dem Kraftprotz Oberer Wald und dem eleganten, burgundischen Neckenmarkter angesiedelt. Gerade wenn man dem Wein Luft gibt, entwickelt er sich enorm, schüttelt den ersten Holzeindruck souverän ab und gewinnt von Schluck zu Schluck an Schönheit. Im Moment ist dabei der 2005er sicher der zugänglichste und die Trinkempfehlung, wir denken aber dass der 2006er insgesamt aber etwas mehr an Struktur und Tiefe zeigt, braucht aber definitiv noch, ganz so schlecht scheint 2006 halt doch nicht als Jahrgang zu sein. Und 2007 ist sicher noch ein Baby, liegt ja noch im Fass, aber wir denken er kann sogar noch ein wenig über dem 2006er landen.

Mein persönlichen hedonistischen Favoriten: 2005er Zalwander und 2006er Moric.

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Die Winzer kommen nach Köln: Degustationsmenü am 15.03.08 mit Erwin Tinhof

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 3 März 2008

K&M und das Restaurant „Die Zeit der Kirschen“ präsentieren:

Frühlingserwachen mit dem Winzer Erwin Tinhof/Burgenland.

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Wo:
Restaurant Die Zeit der Kirschen
Venloer Str. 399
50825 Köln

Am Samstag abend, den 15.03.2008 ab 19:00 Uhr wird´s fesch: mit seinem berühmten Schmäh wird Ihnen Erwin Tinhof seine authentischen, ungekünstelten Weine ausschließlich aus einheimischen Reben persönlich vorstellen.

Aperitif:
2006 Muskat trocken
wunderbar traubig, duftiger, eleganter Weißwein, intensives Bouquet, etwas Muskat, ein Strauß Wiesenblüten und Gewürze, saftig – verspielt, als Aperitif oder zur sommerlich-leichten Küche. „Einfach, pardon, saulecker!“

1. Gang: Champignonmousse auf Parmaschinken, mariniert mit feinstem Olivenöl und Zitrone
2006 Neuburger Weißwein trocken
Autochthone Sorte Österreichs, gehört zu den Burgundersorten. Gelbgrün strahlend, Aromen von Citrus und Ananas, zeigt Biss am Gaumen, im Abgang leicht erdig-würzige Noten. Toller Wein zum Essen!

2. Gang: „Risotto“ von Risoninudeln mit Safran, Calamaretti und Ruccola, Pesto von sonnengetrockneten Tomaten
2005 Leithaberg weiß, Cuvee von Weißburgunder und Neuburger
ausgebaut im kleinen Holzfass, enorm nachhaltig, verbindet Kraft, Eleganz und Fruchtigkeit. Großer Weißwein mit Potential! Der Premierenjahrgang 2004 hat auf Anhieb die Burgundertrophy des renommierten österreichischen Weinmagazins Falstaff gewonnen!

3. Gang: Roulade von der Entenkeule mit Backpflaumenfüllung, Wirsinggemüse und Honigkuchen-Semmelknödel
2004 Feuersteig (Rotwein) Cuvee vom Berg
Die besten Trauben vom Berg. Der „neue“ Feuersteig ist nun stärker vom St. Laurent geprägt (60%), dazu Zweigelt (30%) und Blaufränkisch (10%). In der Nase feine Noten von Marzipan, Mandeln, am Gaumen Fruchtsüße, Extrakt und perfekte Tanninstruktur. Ausbau für 13 Monate im kleinen Barrique (30% neues Holz). Kann reifen.

4. Gang (Dessert): Mousse von roter Paprika, weisser Schokolade & Orange
2001 Traminer Weißwein Beerenauslese
Eine Granate von Süßwein, sehr fest und dicht gewirkt, perfekte Balance von Kraft und Süße, schmelzig im Mund, schier unendlich!

Kostenbeitrag: 49,- EUR inkl. Weinen. Bitte melden Sie sich für diese Veranstaltungen direkt im Restaurant „Die Zeit der Kirschen“ an. (Tel. 0221- 9541906)

Weitere Kontaktdaten des Restaurants, eine Wegbeschreibung und eine Anfahrtsskizze finden Sie hier.

Falls Sie sich dieses Menü ausdrucken möchten bitte hier klicken, Sie benötigen zum Öfnnen den Adobe Acrobate Reader für pdf-Dateien.

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K&M GutsWeinProbe mit Winzerbesuch: Erwin Tinhof/Burgenland – elegante Weißweine und grandiose Rotweine!

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 19 März 2007

K&M GutsWeine
Hamburger Allee 37 – 60486 FFM-Bockenheim
Tel.: +49 (0)69 7171 3430 – Fax: +49 (0)69 7171 3431

Am Freitag, den 16.03.2007 war es wieder soweit. Unser „erster“ Winzer, Erwin Tinhof, hat uns wieder besucht. Wie im letzten Jahr im März, hat er sich wieder die Zeit genommen, seine Weine persönlich, gewohnt informativ aber eben auch mit dem ihm eigenen, so sympathischen Österreichischen Schmäh bei uns vorzustellen. Heraus kam ein wunderbar genussreicher Abend mit besten burgenländischen Weinen!

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Mitgebracht hat er uns seine ganz frischen 2006er Weißweine Muskat und Neuburger, die neue Regionscuvée Leithaberg weiß, aus Neuburger und Weißburgunder, seine Classic-Rotweine St. Laurent und Blaufränkisch, den ganz neuen Feuersteig 2004, eine St. Laurent geprägte Cuvee, seinen Top-Blaufränkisch Gloriette, der ganz sicher zu den besten Blaufränkisch Österreichs gehört und seine 2002er Beerenauslese, die mit den hausgemachten Marillenknödeln von Bernd die würdige Krönung des Abends war.
Dazwischen gab es als ganz besonderes Schmankerl und Rarität, den 2000er Feuersteig zu probieren, von dem wir nach langer Überredung 12 Flaschen aus dem Privatkeller von Erwin Tinhof erhalten haben und als Ausblick, seinen derzeit noch im Fass schlummernden 2005 Leithaberg rot, der erst im Oktober in den Handel kommen wird.

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Zum Intro und Überbrücken bis alle Gäste eintrafen, begeisterte uns der ganz neue Muskat 2006, eine Cuvee aus Muscat-Ottonel und gelbem Muskateller. Viele haben bei Muskat einen halbtrockenen bis lieblichen Wein erwartet, auch das Bouquet schien im ersten Moment in diese Richtung zu deuten. Traubenfruchtig, Wiesenblüten, ganz offen und duftig. Als dieser elegante Tropfen dann aber auf dem Gaumen landete, stellten wir fest: ganz durchgegoren! 1,3 gr/l Restzucker (RZ), knackig, frisch, feine Säure. Das hat nichts mit Barock zu tun, das ist die Verspieltheit des Jugendstils gepaart mit straffer Eleganz. Ein milder Sommer-Sonntag auf der Terrasse und es steht zu befürchten, dass uns eine Flasche allein nicht ausreichen könnte, so trinkanimierend und Freude bereitend rinnt dieser Wein die Kehle hinab. Mit diesem Wein konnte Erwin Tinhof die Teilnehmer von Beginn an für sich und seine Weine begeistern.

Danach folgte als erste Stärkung eine klare Rindsuppe von Gemüse und Tafelspitz mit Kräuterfrittaten (Flädle). Und weiter ging es mit den Weißweinen. Der nächste im Glas: 2006 Neuburger, klassisch Österreich, wie Erwin Tinhof sich sowieso nur auf die typischen Rebsorten seiner Heimat konzentriert. Nicht weil internationale Rebsorten keine guten Weine ergeben würden, die heimischen Rebsorten interpretieren die von ihm angestrebte Regionaltypizität einfach um ein vielfaches authentischer. Nun also Neuburger. Nach dem Muskat hatte es dieser etwas schwerer, schlicht weil diese Rebsorte dezenter und zurückhaltender in Frucht und Bouquet auftritt. Mit ihren feinwürzig, mineralisch erdigen Noten im Abgang wird der Neuburger aber ganz sicher wieder einer unserer beliebtesten Spargelweine sein.

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Danach folgte 2005 Leithaberg weiß, eine Cuvee aus Neuburger und Weißburgunder, spontan im Holzfass vergoren, langes Hefelager. Ein Wein, der sich sehr gut zum Reifen eignet, jetzt immer noch sehr jung und ein klein wenig unruhig wirkte. Seine großen Anlagen bewies er dann aber um so mehr, als wir diesen am Ende der Probe noch einmal nachprobierten, jetzt mit ganz viel Luft über den Abend und deutlich wärmer, zeigte er sich viel offener, schmelziger, harmonischer. Im Moment sollte man diesen Weißwein wohl noch dekantieren oder zwei bis drei Jahre im Keller reifen lassen!

Vor dem hausgemachten, marktfrischen burgenländischen Buffet kam noch der 2005er Blaufränkisch Rosé. Die Idee dazu kam Erwin Tinhof während eines Urlaubs in Südfrankreich, vielleicht die Urheimat süffiger Roseweine. Saftabzug nach 14 Stunden, wunderbar strahlend helles Himbeerrot, duftig in der Nase, rote Johannisbeere, Himbeere. Im Mund getragen von einer nach einem Jahr wunderschön weichen, gleichwohl festen Säure. Saftig, lecker schmeichelte sich dieser Wein in die Herzen der Probierenden, zur ersten Runde am Buffet ein leckerer Begleiter. Es kam wie es kommen musste, eine Flasche langte nicht, eine zweite und dann auch eine dritte Flasche gingen den Weg allen Irdischen. In der Süffigkeitswertung konnte sich der Rosé damit sogar noch vor den Muskat schieben!

Auf dem Buffet befanden sich wieder viele leckere Schmankerl, von Bernd perfekt zubereitet, z.B.: Erdäpfel-Lachs-Terrine, Bärlauch-Frischkäse-Tarte mit Pignoli, Ländliche Fleischterrine vom Huhn, Vogerlsalat mit Kürbiskernöl-Dressing, Erdäpfelsalat, Tafelspitz mit Apfelkren und frischem Bärlauchpesto, dazu Erdäpfel-Petersilienwurzel-Stampf, Strudel gefüllt mit ungarischem Paradeiser-Paprika-Relish. Später folgte noch ein Käsebrett mit österreichischem Käse und als Abschluss, Marillen-Topfen-Knödel mit karamellisierten Hefezopfbröseln.

Weiter ging es mit den Roten, vorneweg ein eleganter, feinfruchtiger 2004er St. Laurent, sehr burgundertypisch, Frucht nach Kirsche und roten Beeren, feine Mandeln, delikate Säure, nach hinten raus etwas Bittermandelnoten, ein schöner Essensbegleiter. Danach bei K&M die Premiere des 2004er Blaufränkisch, mit diesem Jahrgang haben wir auch bei den Basisroten von Erwin Tinhof auf Schrauber als Verschluss umgestellt, endlich kein Korkschmecker mehr!

Der 2004er Blaufränkisch konnte mit einer wunderbar dichten Art, festen Frucht, kräftigen Körper und feiner Kräuterwürze überzeugen. Ein Maul voll Wein, der es lohnt, dass man sich auch mal etwas näher mit ihm beschäftigt, der Charakter zeigt, bei dem aber auch der Trinkspaß nicht zu kurz kommt. Das war schon einmal ein schönes Doppel zum Start der Rotweine. (Ein paar wenige Flaschen vom 2003er gibt es auch noch bei uns im Laden, wer Lust hat kann hier zwei Jahrgänge vergleichen)

Es folgte ein absoluter Höhepunkt des Abends, der 2004er Feuersteig.
Mit diesem Jahrgang hat Erwin Tinhof die Zusammensetzung des Feuersteig etwas geändert, jetzt ist St. Laurent das Rückgrat der Cuvee. Was wir im Glas hatten, gab dem Winzer für diese Entscheidung mehr als Recht, das war ganz großes Kino. Tiefdunkles intensives Rot mit fast schwarzen Einsprengseln. Dicht, cremig, samtiges Tannin, mundfüllend und lang. Intensive Frucht, dunkle Kirsche, Waldbeeren aufgefangen durch eine fast schon kühle Mineralik. Klasse!

Als nächstes kamen zwei Weine neben dem regulären Programm, ein Blick zurück und ein Blick in die Zukunft. Zuerst aus dem Privatkeller von Erwin Tinhof sein 2000er Feuersteig, hier eben noch die Blaufränkisch geprägte Cuvee. Jetzt wunderschön mürbe, gereifte Tannine, würzig, eine feine Säure und vornehme Frucht, rote Beeren, rote Kirschen. Nicht mehr der jugendliche Kraftprotz, sondern schon ein distinguierter älterer Herr. Zeigt wiederum das große Potential der Weine von Tinhof.

Danach ein Blick in die Zukunft, der Leithaberg rot 2005. Noch reift der Wein im Fass im Keller, Erwin hat extra für uns zwei Flaschen vorab gefüllt, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen. Natürlich ist dieser Wein noch nicht „fertig“, aber er zeigt doch schon alle Anlagen zum großen Wein. Perfekt durchstrukturiert, eleganter Charakter, festes Säurerückgrat, das ihm sicher viele Jahre Entwicklungszeit ermöglicht, feinkörnige und reife Tannine, natürlich jetzt noch etwas vorstehend, aber schon in einem halben Jahr, wenn er auf den Markt kommt, wird das eingebunden sein. Das könnte ein ganz großer Wurf für Erwin Tinhof werden, einige Mitkoster haben schon nachgefragt, ob wir den Wein bei K&M auch haben werden? Wir werden! So einen Wein können wir uns doch gar nicht entgehen lassen!

Zum Abschluss der Roten folgte noch der Topwein von Erwin, seine Gloriette. Wie diese ein Ort der Muße, Kontemplation und der Kunstfreude war, ist heute dieser Wein Genuss pur, ein Wein in den man sich verlieren kann. Da ist einfach alles da, nichts Aufgesetztes, Gewolltes. Komplexes Geschmacksbild, nachhaltige Struktur, große Tiefe und Länge, jetzt in der Jugend auch noch ein wenig adstringierend herb im Mund, die Frucht ein klein wenig verschlossen, aber dieser Wein steht erst ganz am Anfang seines Weinlebens. Lassen wir ihm schlicht noch ein paar Jährchen zur Reife, der dann kommende Genuss wird es uns lohnen, ganz sicher ein würdiger Abschluss und Höhepunkt der trockenen Weine und der Rotweine.

Jetzt fehlte nur noch das Zuckerl auf den Abend und das folgte mit der 2002er Beerenauslese. Die Region um den Neusiedlersee gehört sicher zu den ganz großen Süßweinregionen, ähnlich wie Tokay in Ungarn oder Sauternes in Frankreich. Durch die Edelfäule Botritis einkonzentrierte, rosinierte Beeren ergeben Süßweine, die für die Ewigkeit gemacht sind, die aber auch in der Jugend ob ihrer Opulenz und Fruchtsüße große Geschmackserlebnisse erleben lassen. Hier ein Spiel von Frucht, getrocknete Marillen aber auch etwas Lagerapfel, und eleganter Säure. Kraft und Finesse ergeben ein fast perfektes Weinerlebnis, man könnte noch Stunden nachriechen und nachschmecken. Lecker auch zu den Marillenknödeln.

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Auch dieser Besuch von Erwin Tinhof hat uns wieder viel Freude gebracht, seine freundlich, sympathische Art, noch mehr die wieder begeisternden Weine, ließen den Abend zu einem reinen Genuss für alle werden. Wir, und ich denke, wir können da für alle Anwesenden sprechen, danken Erwin für diesen schönen Abend!

Rezept der Marillenknödel für 4 Personen

100 g getrocknete Aprikosen
etwas Zucker
150 g Hefezopf vom Vortag
1 Vanilleschote
60 g Butter
65 g Puderzucker
3 Eigelb
500 g Schichtkäse
1 EL Speisestärke
2 EL Rum
1 Msp abgeriebene Zitronenschale
1 Prise Salz

Die getrockneten Aprikosen in einen Topf mit Zuckerwasser geben, so dass sie gut bedeckt sind und aufkochen. Den Topf vom Herd ziehen und ca. 1 Stunde ziehen lassen. Den Hefezopf zu Bröseln zerreiben. Die Vanille längs aufschneiden und das Mark herausstreichen. 30 g Butter mit 40 g Puderzucker und Eigelbe mit dem Handrührgerät schaumig schlagen.
Den Schichtkäse gut ausdrücken. Die Stärke mit dem Rum (oder Wasser) anrühren und mit 100 g Hefezopfbröseln, der Zitronenschale, Vanillemark, Salz und dem Schichtkäse zur schaumig gerührten Masse geben und alles miteinander gut durchkneten.
Die eingeweichten und abgetropften Aprikosen jeweils mit etwas Teig umgeben und zu Knödeln formen. Diese in gezuckertem Wasser ca. 10 Minuten pochieren. Herausnehmen und abtropfen lassen.
In der Zwischenzeit restliche Brösel mit 25 g Puderzucker mischen, in eine Pfanne geben und schwenken bis der Zucker karamellisiert und die Brösel braun werden. Restliche Butter untermischen und schmelzen lassen. Die Knödel anrichten, die Butter-Brösel darüber gießen und servieren. (Quelle: Vincent Klink)

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