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Archive for Oktober 2009

Japanische Winzerin im Rheingau – Mit Hingabe für den deutschen Riesling

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 22 Oktober 2009

Tomoko Kuriyama wird Ihre Weine bei der Neueröffnung unserer Filiale persönlich präsentieren:

K&M Gutsweine
Gluckstr. 20 / Ecke Glauburgstrasse
60318 Frankfurt

Freitag, den 06.11.09 15-22 Uhr

Von Oliver Bock

Tomoko Kuriyama

Tomoko Kuriyama, japanische Betriebsleiterin im Weingut Altenkirch

Wenn die Rede auf die Rebsorte Riesling kommt, beginnt Tomoko Kuriyama sofort zu schwärmen. „Einfach genial“ findet die 41 Jahre alte Japanerin diese Rebsorte, die den Rheingau prägt wie keine andere Weinregion der Welt. Sie lobt die daraus gekelterten Weine mit Charakter, die ihrer Ansicht nach überzeugende, vielschichtige Botschafter des jeweiligen Terroirs sein können. Und sie will mithelfen, dass diese Weine weltweit nicht länger unterbewertete Geheimtipps sind.

Die Gelegenheit dazu hat sie. Tomoko Kuriyama ist eine in Tokio geborene Japanerin, aber sie führt seit drei Jahren eines der aufstrebenden und ambitionierten Lorcher Traditionsweingüter. Mit Erfolg, denn ihre terroirbetonten, reintönigen, mineralischen Weine aus den schieferdurchsetzten Steillagen des unteren Rheingaus haben die Branche aufhorchen lassen.

Dass Tomoko Kuriyama nicht im amerikanischen Nappa Valley oder im französischen Burgund ihre Weine erzeugt, sondern im kleinen Rheingau und dort im entlegenen Lorch, hat viel mit den schicksalhaften Zufällen des Lebens zu tun – und mit einem ganz und gar ungewöhnlichen Lebenslauf. Wie also kommt eine in der Millionenmetropole Tokio gebürtige Japanerin an die Spitze eines Rheingauer Weinguts, zumal sie zunächst ganz andere berufliche Ziele hatte?

Nach Boston-Abstecher 1994 in Gelnhausen gelandet

Tomoko Kuriyama hätte sich nach der Schule gut eine interessante Aufgabe bei den Vereinten Nationen vorstellen können, als sie das Studium der Internationalen Beziehungen in Japans Hauptstadt aufnahm und nach drei Jahren mit einem Bachelor abschloss. Das angestrebte Aufbaustudium in den Vereinigten Staaten als Sprungbrett in die berufliche Karriere wollte sie sich anschließend mit einem Job beim Elektronikkonzern Motorola verdienen, doch dann kamen die Liebe und schließlich zwei Söhne dazwischen.

Kuriyama zog mit ihrem deutschen Mann, einem Banker und Unternehmensberater, zunächst für zwei Jahre nach Boston und landete 1994 schließlich in Gelnhausen, als ihr Mann in Frankfurt eine neue berufliche Herausforderung annahm. Kuriyama indes blieb nicht als Hausfrau zu Hause sitzen. Sie nahm in Frankfurt ein Studium der Betriebswirtschaftslehre auf. Nach dem Vordiplom allerdings sah sie darin keinen Sinn mehr. Es drängte sie vielmehr zu „einer bodenständigen, handwerklichen“ Aufgabe.

In Weingütern schon studienbegleitend engagiert

Von Gelnhausen ist es nicht weit nach Bürgstadt. Dort hat das fränkische Spitzenweingut Paul Fürst seinen Sitz, und hier begann Kuriyama im Jahr 2000 erst ein Praktikum und dann eine dreijährige Lehre. Aber weil sie unsicher war, ob ihr Lebensweg sie nicht vielleicht doch noch einmal ins Ausland führen würde, schloss sie dem Abschluss als Winzergehilfin das international anerkannte Weinbaustudium in Geisenheim an. Bei den verwandtschaftlich verbundenen Weingütern Breuer in Rüdesheim und Altenkirch in Lorch war sie schon studienbegleitend engagiert – und wurde ein Jahr vor dem Studienabschluss und unmittelbar vor Beginn der Weinlese 2007 überraschend zur Betriebsleiterin ernannt.

Sie hat dem 1826 gegründeten Weingut Altenkirch von Beginn an ihren Stempel aufgedrückt: beispielsweise im Streben nach höherer Weinqualität in den Weinbergen durch eine konsequente Vorlese vor der eigentlichen Traubenernte. Dabei wird all das Traubenmaterial entfernt, was einer reintönigen Brillanz der Wein entgegenstehen könnte. In diesen Tagen ist sie dabei, ihren dritten Jahrgang als Betriebsleiterin in den Keller einzubringen. Doch trotz ihrer schon vielfältigen weinbaulichen Erfahrungen sieht sie sich erst ganz am Anfang im Bestreben, den Weinbergen die bestmögliche Qualität abzuringen.

„Mineralische Tropfen müssen auch Kraft und Substanz haben“

„Es dauert fünf bis zehn Jahre, bis man weiß, was man erreichen kann“, sagt Kuriyama, die ihre vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten im Weingut Altenkirch schätzt. Sie will das Potential der Lorcher Lagen ausreizen und setzt sich deshalb intensiv mit den Weinbergsböden auseinander. Nach umfangreichen Analysen hat sie entschieden, die Bodenstruktur durch eine sukzessive Erhöhung des Humusanteils allmählich zu verbessern. Dabei hat sie stets die Qualität des Weins im Blick. „Mineralische Tropfen müssen auch Kraft und Substanz haben“, sagt sie mit Überzeugung.

Die intensive Hinwendung der Japanerin zum Rheingauer Terroir bekommen die Kunden von Altenkirch zu schmecken. Und sie müssen sich umgewöhnen: Statt wie in den meisten Weingütern zwischen hierarchisch aufsteigenden Qualitäten und damit zwischen Qualitätswein, Kabinett und Spätlese zu wählen, gilt es bei Altenkirch, sich zwischen Weinen mit Namen wie „Löss“, „Grauschiefer“ oder „Quarzschiefer“ und damit für den Wein eines bestimmten Bodentypus zu entscheiden. Oder gleich zu den betont mineralischen Tropfen zu greifen, die nur dann den Weinbergsnamen auf dem Etikett führen dürfen, wenn sie geschmacklich auch ein Zeugnis ihrer Herkunft ablegen.

Langweilig ist der Japanerin nicht im beschaulich-entlegenen Lorch, auch wenn sie zumindest einmal im Monat die Großstadtluft von Frankfurt und Wiesbaden schnuppern muss. Fast täglich ist sie im Weinberg. Den Rheingau findet sie spannend, und Lorch sei so erfreulich friedlich, „klein und schön“.

Text: F.A.S.
Bildmaterial: Wonge Bergmann

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Tumulte bei KSC-Versammlung: Oliver Kahn wird beschimpft und ausgebuht

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 1 Oktober 2009

Eklat bei der Mitgliederversammlung des Zweitligisten Karlsruher SC: Als Torwart-Titan Oliver Kahn ans Mikrofon schritt, um Stimmung für seinen Vater, den Präsidentschaftskandidaten Rolf Kahn, zu machen, eskalierte die Situation in der Halle.

Der Neue sagte mit unüberhörbar schwerer Zunge „Verfassungsvermögen“ und meinte Fassungsvermögen, er sagte „ich bin vom KSC infisziert“ und meinte infiziert. Als Lokalpolitiker Paul Metzger (Oberbürgermeister von Bretten) ebenso schweren Schrittes aufs Podium strebte, sagte er: „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger“. Die Mitglieder des Karlsruher SC wählten ihn trotzdem im ersten Wahlgang mit 758 von 1424 gültigen zu ihrem neuen Präsidenten und setzten in der Reihe skandalöser und peinlicher Versammlungen von Fußballklubs einen neuen Höhepunkt.

Spät in der Nacht kam es in der Europahalle in Karlsruhe zum Eklat, als das neue Mitglied Oliver Kahn ans Mikrofon schritt. Der Ex-Nationaltorwart und Sohn des Präsidentschaftskandidaten Rolf Kahn, Metzgers Konkurrent, wurde ausgepfiffen, angepöbelt, und es kam fast zu Handgreiflichkeiten. Die Polizei nahm einen Anhänger nach dem badischen Komödiantenstadl in Gewahrsam.

Wie vor dem Elfmeterschießen im Champions-League-Finale lief Kahn Junior neben dem Mikrofon auf und ab und wartete auf die Gelegenheit, in die chaotische Debatte einzugreifen. Ein dort bereits wartender Fan, der zum dritten Mal sprechen wollte, pöbelte Kahn an, der mehrfach Handgreiflichkeiten verhindern konnte, weil er beruhigend auf den Fan („Ich habe schon den Ministerpräsidenten Oettinger geküsst“) einredete. Aus der Halle versuchten viele, darunter vor allem Mitglieder der Fangruppierung „Supporters“, Kahn zu stören. Es gab ein minutenlanges gellendes Pfeifkonzert und Buhrufe. „Hau ab“, brüllten einige, andere riefen: „Geh zurück nach München“. Ordner eilten herbei, um den langjährigen Bayern-Torwart Kahn zu schützen.

„Ich liebe den Verein immer noch“
Mitten in der Flut der Anfeindungen brüllte Kahn zurück und ins Mikrofon, um sich doch Gehör zu verschaffen. „Mein Vater braucht meine Hilfe nicht“, sagte er. „Er hat ein Konzept mit Herzblut vorgestellt. Ich bin hier, weil ich in diesem Verein groß geworden bin und weiß, wo ich her komme“. Wieder gab es gellende Pfiffe und abfällige Zwischenrufe. Kahn aber fuhr mit seinem Monolog fort, obwohl man sich gerade in einer Fragerunde befand. Knappe 14 Tage zuvor erst war Kahn als Mitglied eingetreten und mancher sah darin eine billige PR-Aktion. Der „Titan“ sah das an diesem Abend anders. „Ich habe noch nie ein schlechtes Wort über diesen Verein gesagt und habe ihn immer verfolgt“. Dann sagte er: „Ich liebe den Verein immer noch.“

Die Kahnsche Brandrede heizte die brodelnde Stimmung weiter auf. Einer forderte wütend den Ausschluss der Presse: „Wir benehmen uns hier wie die Vandalen, ich habe keine Lust morgen in der Zeitung zerrissen zu werden“. Der umsichtige Versammlungsleiter ignorierte den Vorschlag und verkündete den Sieger und Nachfolger von Hubert H. Raase: Paul Metzger erhielt 748 Stimmen, Siegfried König (Ex-Bürgermeister von Karlsruhe) 381 und Rolf Kahn kam mit 295 Stimmen nur auf Platz drei.

„Ich schäme mich so als Karlsruher“
Metzger wusste schnell bei wem er sich zu bedanken hatte. Er dankte zuerst den Fans mit unüberhörbaren Sprechpausen mitten in manchem seiner Worte. Metzger wird eine besondere Nähe zur Fangruppierung „Supporters“ nachgesagt. Die Hardcore-Fans des KSC hatten Metzger offen unterstützt und in Anzeigenkampagnen zu seiner Wahl aufgerufen. Es gab viele spontane und kurzfristige Vereinseintritte, die, das lässt die Vereinssatzung zu, alle Wahlberechtigt waren. „Der Mann muss in Bretten aufhören, weil er bald 65 wird. Der hat soviel Power, es wäre eine Sünde, die zu vergeuden“, rief eine Dame aus dem Metzger-Fanlager.

Als Wahlleiter Ingo Wellenreuther (Bundestagsabgeordneter der CDU) den Sieger auf die Bühne bat, sagte er süffisant: „Das setzt voraus, dass es Herr Metzger schafft, auf die Bühne zu kommen.“ Und Karlsruhes ehemaliger Oberbürgermeister Professor Gerhard Seiler lief umher und stammelte: „Ich schäme mich so als Karlsruher“. Alle drei Kandidaten hatten eine mehr als schlechte Vorstellung geboten und der Klub sein ohnehin angekratztes Image weiter beschädigt. Kandidat König hatte mehrfach den Kahn-Clan angegriffen: „Er will mit seinen titanischen Kräften seinem Vater helfen, hier geht es aber nicht um Strohfeuer, sondern um Nachhaltigkeit“.

Vater kahn spürt Erleichterung
Die Kahns aber zeigten, nachdem sich Vater Kahn strategisch ungeschickt, vom Podium herab offen mit Fans angelegt hatte, in der Niederlage durchaus Größe. Oliver Kahn stand sogar (gezwungener Maßen) auf und reichte dem Kahn-Bezwinger und frisch gewählten Paul Metzger die Hand. Wie nach einem Familienstreit am Weihnachtsabend hatte der versöhnlich gerufen: „Oli, komm her.“

Vater Kahn spürte „Erleichterung“, weil alles vorbei war. Und Sohn Oliver gratulierte dem Sieger und meinte: „Mein Vater verliert nicht gerne, aber vielleicht war die Zeit noch nicht reif. Was uns hier begegnet ist, haben wir zum Teil erwartet. Manches aber ist doch niveaulos geworden. Aber Emotionen gehören zum Fußball, sie sind gewisser Maßen auch die Seele des Fußballs.“ Gegen 1 Uhr in der Nacht verließen Vater und Sohn Kahn geschlagen die Halle.

Von Oliver Trust, Karlsruhe

Quelle

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KSC: Paul Metzger neuer Präsident, Kahn ausgebuht

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 1 Oktober 2009

Paul Metzger ist neuer Präsident des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC. Der Brettener Bürgermeister setzte sich auf einer turbulenten Mitgliederversammlung in der Nacht zum Donnerstag gegen die Mitbewerber Rolf Kahn und Siegfried König durch. Metzger tritt die Nachfolge von Hubert Raase an, der sein Amt nach knapp sieben Jahren zur Verfügung gestellt hatte. In der vorangegangenen mehrstündigen Diskussion war es zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Lagern und beim Auftritt von Oliver Kahn beinahe zu Handgreiflichkeiten gekommen. Der ehemalige Nationaltorhüter wurde bei seinem Vortrag ausgebuht und ausgepfiffen.
Quelle: Bild Online

Metzger kam auf 748 der 1424 abgegebenen gültigen Stimmen und erhielt damit die im ersten Wahlgang nötige absolute Mehrheit der Stimmen. König erreichte 381 Stimmen, für Kahn votierten 295 Mitglieder.

„Ich bin überwältigt von diesem Ergebnis, mit dem ich nicht gerechnet habe“, sagte Metzger nach der Wahl an die Adresse der Mitglieder.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wurde die Mitgliederversammlung nach der Wahl des Präsidenten abgebrochen. Die Wahl der Vizepräsidenten wurde vertagt, die beiden amtierenden Vizepräsidenten Rainer Schütterle und Michael Steidl bleiben deshalb vorerst im Amt.

Von David Ruf

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