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Archive for Oktober 2006

Portugal – von traditionellen Portweinen & innovativen Rotweinen

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 31 Oktober 2006

Portugal gilt als das spannendste Weinland Europas, macht mit einer jungen, gut ausgebildeten Winzergeneration und einem großen Schatz autochthoner (ursprünglich hier heimischer) Rebsorten wie Touriga National, Tinta Roriz, Periquita etc., in den letzten Jahren international Furore.

Auf unserer GutsWeinProbe am 27.10.2006 konnten sich die Teilnehmer von den gebotenen Qualitäten persönlich überzeugen. Dazu gab es wie immer ein zum Thema passendes, selbstbereitetes Buffet mit allerlei Köstlichkeiten der portugiesischen Küche, wie z.B.:

® Baguette mit einer Paté von schwarzen Oliven (aus unserem Feinkostsortiment)
® Caldo Verde – DIE portugiesische Nationalsuppe
® Empadinha de atum (Thunfischtorte)
® Fava e funcho (dicke Bohnen mit Fenchel)
® Rissois – Teigtaschen mit Krabbenfüllung
® Queijadas de Requeijao (kleine Käsetartes)
® Bolinhos de Bacalhau (Stockfischkroketten)
® Frango á moda do alentejana (Huhn mit Kartoffeln & Knoblauch)

Frango á moda do alentejana

® Diverse portugiesische Rohmilchkäse
® Paio & Paiola & chouriço (portugiesische Wurst)
® Mousse de chocolate con molho de figos
® Brot, diverse Sugos aus unserem Sortiment zum Dippen

Die Weine der Probe

Weißwein:
2005 Vinho Verde Casa de Sezim
Casa de Sezim – Minho/Portugal
Leicht, etwas Gärkohlensäure, Blütennoten, Zitrusfrüchte, erfrischend, einfach DER ideale Sommerwein mit nur 9,0%Vol. Alkohol, gerade bei Sommerwetter auf Terrasse und Balkon, aber nicht nur da, ein echter Vorteil.

Rotwein:
2004er Terras de Xisto tinto
Quinta Roquevale – Alentejo/Portugal
Aragonez (Tempranillo), Trincadera, Moreto und Castelao sind die Trauben dieses Weines vom Schieferboden. Die Frucht erinnert an saftige, reife Sauerkirschen, dazu Mandeln und feine Schiefermineralik.

2004er „Forgotten Field“ VR Estremadura
Quinta de Pancas – Estremadura/Portugal
Cuvée aus Castelao, Aragonez, Touriga Nacional sowie etwas Cabernet Sauvignon,. Die Antwort auf „Neue-Welt-Weine“, harmonischer, geschmeidiger Wein. Sehr fruchtig, angenehme Kirschnote. Kein lecht-fruchtiger Sommerwein, sondern das Pendant mit intensiven Aromen, wunderbar zu gegrilltem Lamm!

2005er Dao tinto DOC
Quinta de Saes – Dao/Portugal
Cuvée aus den traditionellen Rebsorten der Region. Fruchtig, aromatisch, mit sehr viel Volumen. Feinwürzige Aromen von schwarzen, reifen Waldfrüchten prägen den Wein.

2003er Passadouro tinto DOC
Quinta do Passadouro – Douro/Portugal
Die typischen Reben des Douro, Touriga Nacional, Tinta Barroca, Tinta Roriz, zum Teil aus alten Anlagen, geben dem Passadouro die perfekte Balance aus Kraft und Eleganz! Wir schmecken Kräutertöne und würzige Aromen, dazu die kühle Mineralik des Schieferterroirs. Die Frucht erinnert an dunkle Beeren, auch etwas Schwarzkirsche, sehr elegant, im Abgang auch Noten von gemahlenem Kaffee und edler Bitterschokolade! Grandios!

Portwein:
o.Jg. Fine White Port
Quinta Sta. Eufemia – Douro/Portugal
Wunderbar ausgewogener, feiner, weißer Port, elegante Traubenfrucht, weinig. Gekühlt ein schöner Aperitiv, aber auch mit Eis, Tonicwater und einem Spritzer Zitrone sehr erfrischend.

o.Jg. Ruby Port
Quinta Romaneira – Douro/Portugal
Begeistert mit einer schönen, üppigen, süßen Frucht, erinnert an Kirsche und feines Zwetschgenkompott, sehr schön nachhaltig.

o.Jg. Finest Reserve Port
Quinta Sta. Eufemia – Douro/Portugal
Kellermeister-Selektion aus verschiedenen LBV-Jahrgängen, nachhaltig dichte Frucht, feinwürzige Reifenoten, ausgebaut in kleinen Holzfässern, sehr schöne Länge, Meditationswein, dem man wunderbar „Hinterherschmecken“ kann.

2000 Late Bottled Vintage LBV Port
Quinta Sta. Eufemia – Douro/Portugal
Die Quinta Sta. Eufemia erzeugt erst seit den späten 1990er Jahren eigene Portweine, im exzellenten Jahr 2000 wollte man auf Nummer sicher gehen, machte keinen Vintage, dafür einen exzellenten LBV, sicher einer der besten des Jahrgangs. Nur beste Trauben aus den höchstklassifizierten Lagen des Weinguts. Zeigt eine enorme Dichte und zupackende Konzentration, ein echtes Elixir, die Farbe intensiv, ins tiefdunkel violette gehend, die Frucht erinnert an reife Feige, Pflaume, dazu feine Mandelnoten, einfach grandios und als LBV jetzt schon ein echter Genuss!

1997 Vintage Port (halbe Flasche 0,375 ltr.)
Quinta Romaneira – Douro/Portugal
Vintage Port sind die Könige des Port. Mit seinen kühlen, mineralischen Noten vom Schiefergestein (Portweinlagen im Douro MÜSSEN Schieferterroir sein!), vereinen sie Konzentration und Eleganz. Auch 1997 war ein sehr gutes Vintage-Jahr, fast alle großen Häuser erzeugen Vintage-Port unter ihrem eigenen Namen. Natürlich ist dieser Vintage-Port mit 9 Jahren noch relativ jung, zeigt aber bereits erste Genussreife. Wunderbar stoffige Frucht, sehr transparent und klar, dicht am Gaumen mit schönem Druck, zum Abgang hin auch ganz feine würzige Noten, Gewürznelken. Mit einer fast unendlichen Länge im Abgang.

Informationen zu Portugals Weinschätzen:

Portugal gilt als eines der Länder mit dem höchsten Anteil eigener, autochtoner Rebsorten, die man sonst nirgends auf der Welt finden kann. Mit dem gestiegenen Interesse an den authochtonen Rebsorten in der Weinwelt allgemein, ist gerade Portugal in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Weinwelt getreten. Manche Schätzungen gehen von 300 eigenständigen Rebsorten aus, manche von 500. Schon erstaunlich viel, stammen diese ja nicht aus Zucht oder Veredelung, sondern zumindest zum aller größten Teil aus einer Selektion vor Ort, der Anpassung an die unterschiedlichen Böden, Klimate usw., sprich an das jeweilige Terroir.

Dass Portugal diese große Varietät aufweist, liegt eben auch an der enormen Vielfalt des Landes!
Erst vor dem Beitritt und mit dem Beitritt zur EU, begann in Portugal eine verstärkte Forschung bezüglich der unterschiedlichen Sorten, auch der rebsortenreine Anbau begann erst zu dieser Zeit. Rebsortenweine stammen also fast immer aus noch recht jungen Anlagen. Diese rebsortenreinen Weine, engl. Varietals, portug. Vinhos Varietais oder Vinhos Estremes, waren gerade ein Trend in den 1990ern, auch weil man überhaupt das Potential der einzelnen Sorten erst einmal erkennen wollte.

Heute geht man eher wieder zurück zu Cuvees aus verschiedenen Sorten. Trotz der großen Menge an Rebsorten und der bis heute noch immer sehr beschränkten Erforschung der selben, lassen sich doch schon ein paar nennen, die wohl zu den besten eigenen Sorten Portugals gehören. und die mittlerweile sogar international Aufmerksamkeit bekommen haben und auch außerhalb von Portugal angepflanzt werden. Hier die wichtigsten:

Weiße Sorten:
Alvarinho: dickschalige Sorte mit wenig Saftanteil, gilt als die edelste Sorte des Vinho Verde und allgemein des nördlichen Minho-Gebiets, wird heute auch rebsortenrein angeboten und findet sich auch im Nordwesten Spaniens, dort als Albarinho.

Arinto: wichtigste Sorte des weißen Bucelas-Wein, der schon von Shakespeare gelobt wurde, zwar nicht mit dem Riesling verwandt aber doch ähnlich, mit einer pikanten Säure. Kann sehr langlebige Weißweine ergeben.

Encruzado: die wichtigste weiße Sorte des Dao. Zeigt zwar nur geringe Erträge, aber hohe Qualitäten. Ergibt komplexe, eher kräftige Weißweine, die im Barrique (kleines 225 ltr. Fass) ausgebaut, durchaus mit guten 1er Crus und Grand Crus aus dem Burgund konkurrieren können.

Loureiro: erst in den letzten Jahren in den Fokus gelangte Vinho Verde-Sorte, zeigt sich fein und duftig, mit eleganten Muscattönen.

Sercial: Spezialität auf Madeira, gehört als trockener Rebsorten-Madeira zu den edelsten Weißweinen der Welt!

Rote Sorten:
Aragonez: auch Tinta Roriz genannt, entspricht als eine der ganz wenigen Sorten einer auch in Spanien beheimateten Edelrebsorte, dort Tempranillo genannt. Gilt als beste Sorte des Alentejo, aber auch im Douro- und Dao-Gebiet ergibt sie gute Ergebnisse, eine der 5 wichtigen Portweinsorten.

Tinta Barroca: ergibt tiefdunkle, süße Beeren, eine der 5 wichtigsten Portweinsorten, wird als Rotwein eher in Cuvees verwendet.

Tinto Cao: eher würzig, Kräuter, zeigt eine feste Säure, kann wegen dieser Säure Cuvees ein festes Rückgrat verleihen, seltener rebsortenrein verwendet. (Portweinsorte)

Touriga Frances: die am meisten angebaute Sorte im Douro (Portwein), zeigt schöne Frucht nach Brombeere, Schwarzkirsche, kann feinnervige, gute Rotweine ergeben. Heute auch im Alenquer und Alentejo verbreitet.

Touriga Nacional: seit dem 13. Jh. bekannt, vielleicht DIE rote Rebe Portugals und ganz sicher eine der besten Reben der Welt! Kleinbeerig, dickschalig, sehr geringe Erträge, tiefdunkel, zeigt enorm ausbalancierte Rotweine, die alles mitbringen, was man sich wünscht, Tiefe, Komplexität, Potential, wunderbar feinkörniges Tannin, grandios.

Baga: hauptsächlich angebaut in der Bairrada, erinnert wegen ihrer dezidierten Säure, den festen Tanninen und dem großen Reifevermögen der Weine aus dieser Traube an die besten Nebbiolo (Barolo) des Piemont. Es gibt auch sehr interessante Sekte aus der Baga.

Castelao: zeigt gute Erträge, ergibt geschmackvolle, feinfruchtige Rotweine, die Komplexität und elegante Tannine zeigen können, noch etwas unterschätzt.

Periquita: mit eine der meistangebauten Sorten, vor allem im Westen (Estremadura und Ribatejo) und im Alentejo. Zeigt eine schöne Frucht nach roten Beeren und Kirsche, dazu eine feinwürzige Art, die in der Jugend oder bei höheren Erträgen ein wenig penetrant wirken kann.

Trincadeira: die Hauptsorte des Alentejo, erinnert an reife Pflaumen und Schokolade, die Frucht kann ins fast schon kitschig-bonbonhafte abgleiten.

Die Regionen:
Die Weinregionen Portugals sind in den letzten Jahren mehrfach neu klassifiziert worden, man orientiert sich sehr stark am französischen AOC/VdP-System, analog hier DOC/VR.

Die wichtigsten DOC-Anbaugebiete (von Norden nach Süden):

Minho, ganz im Nordwesten gelegen, als DOC-Weine sind klassifiziert der Klassiker Vinho Verde aus verschiedenen Rebsorten, es gibt aber seit einiger Zeit auch reinsortige Alvarinhos.

Douro und Porto, der östliche Teil des Duoro-Tals, früher kamen von den Schieferterrassen des Douro nur die weltbekannten Portweine, seit einigen Jahren macht aber gerade dieses Gebiet mit grandiosen Rotweinen auf sich aufmerksam, gilt heute auch international als spannendste Rotweinregion Portugals.

Dao, früher die renommierteste Rotweinregion Portugals. Westlich an den Ausläufern der Serra Estrella gelegen, kühleres Klima als am Douro, die Weine sind meist etwas schlanker, feiner in den Aromen, bei ähnlicher Rebzusammensetzung. Trotz einiger aufstrebender, sehr guter Erzeuger (z.B. Alvaro Castros Quinta de Saes und Quinta da Pellada) im Moment vielleicht die am wenigsten dynamische Region Portugals.

Barraida, hier dominiert die rote Baga-Rebe. Zeigt in der Jugend eine kräftige Säure und sehr feste Tannine, weshalb die Weine viel Zeit für die Reife benötigen, was den Vergleich mit großen Piemonteser Barolo nahe legt.

Ribatejo, (Achtung es gibt auch eine VR Ribatejo) ursprünglich eher für Ackerbau und Pferdezucht berühmte Region, in den letzten Jahren verschiebt sich der Weinbau aus der Schwemmlandebene des Tejo hin zu den höher gelegenen und kargeren Hügeln, was sicher zu einer Steigerung der Weinqualität führen wird.

die VR-Region Estremadura beinhaltet 8 DOC-Gebiete, die wichtigsten 3 sind Bucelas mit seinem Weißwein aus der Arinto-Traube, Colares ganz an der Küste gelegen mit Rebstöcken die auf sandigen Dünen gedeihen und dank dessen nie ein Reblausproblem kennen gelernt haben (da Nahe zu Lissabon gelegen, wird dieses Gebiet aber leider durch die Ausweitung von Bauland immer stärker in seinem Bestand gefährdet) und Alenquer, das in den letzten Jahren einen starken Aufschwung erlebt hat. Hier finden sich ähnlich wie auch im Ribatejo neben den authochtonen Rebsorten Portugals auch internationale Sorten, wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Chardonnay.

Palmela und Setubal im Südosten von Lissabon, besonders berühmt der Moscatel de Setubal, der zusammen mit dem Port, dem Carcavelos und dem Madeira, das edle Quartett der weltberühmten verstärkten Süßweine Portugals bildet.

Alentejo mit seinen 8 Subzonen, Portalegre, Borba, Redondo, Evora, Reguengos, Granja-Amareleja, Vidiguera und Moura. Die großen Vorteile des Alentejo sind sein trockenes Klima, das zur Erntezeit so gut wie immer Regenfreiheit garantiert und seine kargen Böden aus Schiefer, Granit und Quarziten, die zur Massenproduktion gar nicht geeignet sind. Sein warmes, trockenes Klima und die im Gegensatz zum sonstigen Portugal stehenden Großgrundbesitzungen gaben dem Alentejo auch seine Bezeichnung als „Neue Welt“ Portugals. Gleichwohl findet man hier auch Jahrtausende alte Weinbautraditionen wie den Ausbau der Weine in großen Tonamphoren (siehe auch Tinto da Talha der Quinta Roquevale)!

Der Portwein und seine Typen:

Der Portwein gehört zu den legendären großen Weinen der Welt, der schon seit Jahrhunderten eine internationale Bedeutung hat. Dies zeigt sich auch an den vielen internationalen Portweinhandelshäusern, die auch heute noch am klassischen Ort, auf der anderen Flussseite von Porto, in Villa Nova do Gaia ansässig sind.
War es früher notwendig den Portwein dort auszubauen, ist es seit den 1980er Jahren auch erlaubt, sogenante Single-Quinta-Ports auf den Weingütern selbst zu erzeugen.

Der internationale Erfolg des Portwein begann mit dem Ende des 100jährigen Kriegs zwischen England und Frankreich und dem Verlust der Region Bordeaux für England. Auf der Suche nach Ersatz kam man auf den Port. Die Engländer, aber auch Holländer, Deutsche und Dänen, investierten recht bald in eigene Handelshäuser in Villa Nova do Gaia, was man auch heute noch an den vielen englischen Namen der großen Portweinerzeuger feststellen kann. Mit dem Erfolg des Ports gab es recht bald auch „billige“ Kopien und allgemein Qualitätsmängel. Um diesen zu begegnen, schuf der König von Portugal, Marquis de Pombal, 1756 die Klassifikation der Region unterteilt in 6 Klassen von A bis F inklusive der erlaubten Rebsorten. Damit besitzt die Portweinregion die älteste, dauerhaft gültige Klassifikation der Weinwelt, 99 Jahre vor der offiziellen Klassifikation in Bordeaux!

Die Portwein-Typen:
Grob kann man erst einmal drei Typen unterscheiden, weißen Port, der meist trocken ist, Ruby- oder Vintage-Art und die Tawny-Art.

Der weiße Port:
meist trocken ausgebaut, also mit relativ wenig Alkohol verstärkt, wird leicht gekühlt getrunken. Pur ein sehr schöner Aperitiv oder mit Eis, Tonicwater und einem Schuss Zitrone erfrischend im Sommer. Erinnert ein klein wenig an trockene, weiße Sherry.

Die Ruby-Typen:
Nur zwei bis drei Jahre im Fass ausgebaut, meist ein Verschnitt aus mehreren Jahrgängen, wirkt eher weinig, fruchtig, sehr dunkel in der Farbe. Stand-alone oder als Aperitiv gut geeignet, aber auch in Kombination mit Desserts oder zu würzigen Gerichten Gänseleber oder Käse.

Die Topqualität dieses Typus stellt der Vintage-Port dar. Dieser stammt nur aus einem Jahr, muss vom Portweininstitut abgenommen (sensorische Beurteilung) werden und gehört sicher zu den ganz großen Weinen der Welt! Ausgebaut wird er normalerweise 2 Jahre im großen Holzfass oder im Tank. Verbindet dichte Frucht mit vollem Körper und mineralischer Eleganz. Gute Vintage-Port brauchen sehr lange, um sich voll zu entwickeln. In den besten Jahren kann ein Vintage schon einmal 15/20 Jahre benötigen, um voll auszureifen. Allerbeste Jahrgänge begeistern sogar noch nach 100 und mehr Jahren. Damit ist der Vintage-Port auch der ideale Jubiläumswein.

Etwas zwischen Ruby und Tawny stehen die LBV(Late bottled Vintage) und die Finest Reserve. Diese zeigen noch eine kräftige Frucht, auch die Farbe ist noch sehr dunkel, durch den längeren Ausbau (4 bis 6 Jahre), sind sie aber schneller trinkreif als die Vintage-Ports. Gute LBV können eine interessante, preisgünstigere Alternative zum Vintage sein. Als Jahrgangsports können auch diese einen Jahrgang repräsentieren.

Die Finest-Reserve-Ports sind eine Cuvee verschiedener Jahrgänge von LBV-Ports, sind somit eher als Markenprodukt zu sehen. Ähnlich dem Champagner sollen sie den Stil des Hauses zeigen und eine konstante Qualität beweisen.

Die Tawny-Typen:
Das sind Portweine, die durch die Reife im kleinen Holzfass geprägt sind. Die einfachsten Typen sind durchschnittlich drei Jahre alt und fast immer Jahrgangsverschnitte. Die einfachen Tawnies sind heute der Aperitiv in Frankreich, die „Grande Nation“ ist auch der größte Abnehmer für Portwein.

Die nächste Qualitätsstufe sind die Fine Tawnies. Diese können schon feinere Aromen zeigen, hier finden sich auch schon spürbarere Reifenoten, Nuss- und Karamelltöne. Die Fine Tawnies sind meist 5 bis 6 Jahre im Fass gelegen.

Tawnies mit Altersangabe, 10, 20, 30 und 40 jährige sind üblich immer Cuvees aus verschiedenen Jahren, das arithmetische Mittel entspricht der Altersangabe. Die gereiften Tawnies erfreuen sich in der letzten Zeit wieder einer höheren Wertschätzung, zum Glück für die Winzer und zum Leidwesen für den Verbraucher sind damit die Preise in den letzten Jahren relativ stark gestiegen. Wenn man aber die Qualität dieser Weine sieht, sind sie immer noch relativ günstig.

Der König der Tawnies und neben den Vintage-Ports sicher die edelsten Ports, sind die Colheitas. Wie die Vintage sind dies auch Jahrgangsports, im Gegensatz zu diesen aber im Fass gereift. Minimum sind 8 Jahre, es gibt aber auch sehr viel ältere! Ein gereifter Colheita lebt im Gegensatz zum Vintage nicht so sehr von der Frucht sondern sehr viel stärker von den Reifearomen, den Sekundär- und Tertiäraromen. Hier findet man Tabak, Heu, Gewürznelken, …. enorm Komplex und Tiefgründig, auch eher fein und elegant!

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