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Archive for Juni 2007

Tour de France 2007 – Tag 2: Vinexpo – Probe Terroir & Associes mit der DOMAINE SALADIN

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 25 Juni 2007

Auch die Entdeckung der Messe „Decouverte en Valle du Rhone 2005“ – unsere Domaine Saladin – lies es sich nicht nehmen, ihre mittlerweile in Deutschland sehr begehrten Produkte auf der Bordelaiser Messe zu präsentieren. Ein wenig Stolz schwingt in diesen Zeilen schon mit, wenn wir behaupten, zu den Entdeckern der Domaine Saladin mit ihren außerordentlichen Weinqualitäten in Deutschland zu gehören.

Im März 2005 kannte die Geschwister Marie-Laurence & Elisabeth Saladin in Deutschland niemand. Mittlerweile werden Ihre Weine fast schon wie Raritäten gehandelt, denn Sie gehen weg, wie die sprichwörtlich warmen Semmeln. Nach fast 2 Jahren trafen wir nun die beiden Mädels wieder, alleine dieses Treffen war die beschwerliche Anreise von 1200 km wert, denn hat man einmal das unglaublich sympathische, ehrliche Lächeln der beiden Schwestern gesehen, kann man sich vorstellen, wieviel Spaß es Ihnen bereitet, Weine nach Ihren Vorstellungen zu vinifizieren und sie auch mit großem Stolz zu präsentieren.

Wenn es einen weiblichen Pendant zu Hans-Peter Ziereisen, diesem unglaublich ehrgeizigen, herrlich frischen und bodenständigen Typen gibt, dann können es nur diese beiden Schwestern sein.

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Marie-Laurence (links) & Elisabeth Saladin

Die unglaublich reifen und kerngesunden Trauben:
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Nach einem ausführlichen Begrüßungszeremoniell -in den vergangenen 24 Monaten hat sich sowohl bei den Saladin-Schwestern als auch bei K&M sehr, sehr viel getan – ging es an die Verkostung der Wein.

2006 Côtes du Rhône Village weiß „Per El“
Eine Hommage von Louis Saladin an seine Frau Annick (per EL = „für Sie“ im provencialischen Dialekt) und Ihr Restaurant „Le Mazet“

Komplexe und elegante Cuvée aus 40% Clairette, 20% Marsanne, 10% Bourboulenc, 10% Viognier, 20% Grenache Blanc.
Die Böden dieser kleinen Parzelle „Le Plateau de Brissan“ liegen in südöstlicher Ausrichtung, sind sehr felsig mit einer kieselsteindurchsetzen Auflage. Die Erntemenge wurde durch Grünschnitt und Kappen der Trauben auf winzige 28 hl/ha begrenzt. Zudem werden keine Unkrautvernich-tungsmittel, Insektizide oder Pestizide verwendet.

Nach der strikten Handlese in den frühen Morgenstunden werden die Trauben direkt gepresst und in die Stahltanks geleitet, wo die natürlichen Hefen ihr Werk beginnen können. Die Gärung wird temperaturkontroliert bei 15 Grad vollzogen, anschliesend reift der Wein eine weitere Zeit im Stahltank.

Ein Wein, der bei den Mitverkostern einige Aaahs und Ooohs verursachte. Begeisternd seine eher karge, mineralisch-straffe Art bei viel Kraft, ein „maskuliner“ Wein, der geradezu nach Gerichten der provencialischen Küche verlangt, am besten zu kräftig gewürzten Meeresfischen

Rarität: der einzigste weiße Côte du Rhône Village der südlichen Ardeche.

2005 Côte du Rhône Village „HAUT BRISSAN“

Das Flaggschiff des Hauses! Fast 100% ultrareife Grenache aus 40 Jahre alte Reben aus der steinigen Top-Einzellage „Haut-Brissan“, die mit den typisch runden Steinen, den „Clapas“ durchsetzt ist. Diese speichern die Hitze des Tages und geben sie in kühlen Nächten wieder an die Trauben ab und sorgen so für einen optimalen Reifeprozess. wer diese Böden kennt, weiß, dass hier nur aufwendigste Handlese möglich ist. Minimaler Ertrage von gerademal 30 hl/ha. 32 Tage Mazeration, spontanvergoren, reifte für 9 Monate im großen Holzfass, unfiltriert abgefüllt.

Natürlich noch viel zu jung, aber über 5 Tage in der Karaffe entwickelt sich dieser Wein in einer so imponierenden Art, wie ich es bei einemfast 100% Grenache bisher nicht erlebt habe. Intensive, tiefe Farbe, im Duft hochreife Schwarzkirsche mit einem kleinen floralen Veilchen-Hauch, Würze, Kräuter, der Duft des Südens in imponierender Weise eingefangen. Herrlich fest und dicht am Gaumen, voller Körper. Vibrierende Mineralik. Das ist ganz großes Wein-Kino!

Terroir Associes – eine Vereinigung von 10 qualitätsbewußt arbeitenden Winzern aus ganz Frankreich, vereint in der gemeinsamen Philosophie:

La Vigne – les racines de notre Passion – Die Rebe – die Wurzeln unserer Leidenschaft

Mitgliedsbetriebe:
Andre Roger – Champagne
Domaine J.P.Dubost- Crus du Beaujolais
Domaine André Dussort – Elsass
Domaine Lamy-Pillot – Chassagne-Montrachet/Burgund
Domaine de Montgilet – Anjou/Loire
Domaine Moreau-Naudet – Chablis
Château Penin – Bordeaux
Domaine de la Rossignole – Sancerre
Domaine saladin – Rhône
Domaine Thibert Pere et Fils – Mâconnais/Burgund

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Tour de France 2007 – Tag 2: Vinexpo – Probe großer Burgunder der Cote d´Or 1985-2005

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 24 Juni 2007

Bei den Vorbereitungen auf die Messe stand diese Probe ganz oben auf meinem Notizzettel. Wir sind extra früher von Château Segonzac aufgebrochen, um dort ja pünktlich anzukommen. Aber der morgendliche Berufsverkehr auf der gebührenfreien Stadtautobahn um Bordeaux herum machte uns einen kleinen Strich durch die Rechnung, so dass wir erst gegen 12:00 Uhr im Palais de Congress ankamen. Die Abkürzung über den Steg war leider auch gesperrt, weil in jenem Moment Hochsicherheitsstufe 1 herrschte, den just zu diesem Zeitpunkt eröffnete Mr. Juppé offiziell die Messe.

So bin ich dann im Schnelldurchgang an die Stände. Manch ältere Burgunder war fein und elegant, umgarnte spielerisch mit seiner feinen Aromatik den Gaumen. Aber den meisten Weinen fehlte es an Tiefe und Länge, Druck am Gaumen habe ich ja nicht mal unbedingt bei diesen Gaumenschmeichlern erwartet, eher das tiefsinnige, Weine bei denen ein Aha Erlebnis für gereifte Weine ausgelöst wird. Als Panel und Masstab mußte unsere Entdeckung aus dem Burgund, die Domaine Michel Martin dienen.

So richtig begeistert haben mich eigentlich nur die Weine dreier Betriebe.

Auf Platz 3:
Domaine Thomas-Moillard
weitere Info´s hier

1994 Nuits-Saints-Georges 1er Cru Les Richemares
weich und elegant, reifes Tannin, Pflaumennote,auch dunkle Brombeeren, sehr feine Aromatik mit viel Tiefe und Länge. Wirkt noch unglaublich frisch. „Kann sicher noch 10 Jahre liegen“ meinte Denis Thomas.

1993 Corton Grand Cru „Clois du Roi“
Auch hier sehr frischeNase nach etwas Erd- und Himbeere, zart und elegant, viel Kraft, mineralisches Finish. Toll!

1989 Vosne-Romanée 1er Cru „Beaux Monts“
etwas heller in der Farbe, wirkt anfangs etwas leichter, kommt dann aber gewaltig; sehr feste Struktur, dennoch gewisse Eleganz, viel (Holz)Würze, präsente Säure, „eisenhafte“ Mineralik, ewig lang, sollte in 5 Jahren perfekt sein.

Auf Platz 2:
Domaine de la Vougeraie

Die Domaine entstandt 1999 aus einem Zusammenschluß von 4 Betrieben und dem Besitz der vermögenden Familie Boisset, seither wird die Umstellung auf biodynamischen Weinbau vollzogen. Für sein ehrgeiziges Projekt, die Domaine de la Vougeraie an die Spitze des Burgund zu führen, konnte Jean-Claude Boisset den genialen Pascal Marchand gewinnen, der sich u.a. einen excellenten Namen durch seine Arbeit auf der Domaine du Clos des Epeneaux von Comte Armand geschaffen hat. Pascal Marchand ist ein Weinbesessener, der sich um die Rebstöcke und die Gesundheit der Böden genauso selber kümmert wie um die Vinifikation im Keller. Und dies konsequent: die Bodenbearbeitung erfolgt vor allem mit Pferden und von Hand.

Auf unserer Burgund-Tour nach Ostern wohnten wir nur ein paar Schritte entfernt in Premeaux-Prissey. Auch hatten wir schon einen Termin dort zwecks Verkostung, den wir aber aus Zeitmangel wieder absagen mussten. Hätten wir mal damals blos, so kam ich aber trotzdem in den Genuß von 5 Weinen. Die ersten 3 wirkten dabei auf mich sehr intensiv und auch komplett von A-Z durchstrukturiert, sind sicher auch Klasse-Weine, im Zusammenhang getrunken wirken Sie aber etwas uniform. Die letzten beiden Weine aber haben mich dann richtig begeistert.

2005 Clos de Vougeot Grand Cru
sattes dunkles Rot; sehr elegant, tolle innere Struktur und ausgewogene Balance. Wirkt noch völlig unterentwickelt, strahlt aber eine solche innere Dichte aus, schönes rauchiges Aroma. Preislich wohl etwa 100,- EUR ab Weingut

2003 Clos de Vougeot Grand Cru
wirkt ähnlich wie der 2005er, vielleicht eine Spur runder und weicher. Die Weine wirken auf der einen Seite so ruhig, so unspektakulär – fast könnte man langweilig und uniform sagen – faszinieren aber dennoch mit ihrer komplexen Art. Dicht, elegnat und ganz fest am Gaumen.
Ab Weingut 82,- EUR

2003 Charmes Chambertin „Les Mazoyérés“
wieder weicher, runder,sehr harmonischer Auftakt, viel Frucht, hier aber gesellt sich noch eine Spur erfrischend-reife Säure hinzu, straff. Perfekt ausbalanciert.
Ab Weingut 78,- EUR

2000 Bonnes Mares Grand Cru
wirkt verschlossen und insgesamt von seiner Art etwas zurückhaltender und nicht so offensivin seiner Präsenz. Dadurch wirkt die Säure sehr präsent, große Tiefe. Muss liegen
Kostete ab Weingut um die 100,- EUR, eher mehr, denn der 2003er kostet schon 95,- EUR

1999 Pommard „Les Petit Noizons“
Kraft und Elegnaz, Kräuternoten, viel finessenreiches Spiel am Gaumen, unglaublich viel Charakter, sehr tief, hochelegant und mineralisch. Lebendiger und fesselnder Wein!
Ab Hof um die 35,- EUR

Platz 1:
Domaine Jean Chartron
„Der Namen hatte ich schon mal irgendwo gehört, allerdings mit irgendeinem Zusatz“, so meine Frage an Jean-Michel Chartron. „Trebuchet“ meinte er und er hatte recht. Chartron-Trebuchet.

Das Weingut Jean Chartron besitzt 9 Hektar Reben in Puligny-Montrachet und in den benachbarten Gemeinden. Die Weine werden schon nach 10 Monaten nach der Ernte abgefüllt, so daß sie viel von ihrer Urprünglichkeit und Frucht behalten. Seit 2004 hat sich die Domaine von dem Handelshaus Chartron & Trébuchet getrennt.

Nun, auf der Probe präsentierte der sehr gut Deutsch sprechende Winzer nur einen Rotwein, aber aus 3 Jahrgängen, der „Clos du Cailleret“ ist der einzig existierende rote Puligny-Montrachet.

2004 Puligny-Montrachet 1er Cru „Clos du Cailleret“ (Monopollage)
1995 Puligny-Montrachet 1er Cru „Clos du Cailleret“ (Monopollage)
1993 Puligny-Montrachet 1er Cru „Clos du Cailleret“ (Monopollage)

Alle 3 Weine präsentierten sich mit einer unglaublich frischen Frucht, saftig, mit einer herrlich präzise auf den Punkt gebrachten Aromatik nach reifen Beeren, sehr komplett und einer erdigen Mineralik. Dem 95er traue ich sicher noch 6-7 Jahre zu.

Das hat mich natürlich sehr neugierig gemacht und ich versprach, am Mittwoch an seinen Stand zu kommen und die Weißweine zu probieren, worauf ich mich jetzt schon sehr freute.

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Tour de France 2007 – Tag 1: Vinexpo-Auftakt in Bordeaux

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 24 Juni 2007

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Die Weinfachmesse Vinexpo ist mit geschätzten 50.000 Fachbesuchern zu Ende gegangen, drei Prozent mehr als vor zwei Jahren. Auf der ausverkauften Ausstellungsfläche von 41.000 Quadratmetern boten knapp 2400 Aussteller aus 45 Nationen ihre Produkte an.

Das Besucheraufkommen stieg leicht an. Bis einschließlich 20. Juni hatten sich auf der Wein-messe in Bordeaux-Lac im Parc des Expositions mehr als 45.000 Besucher registriert. Inklusive der 5.000 zusätzlichen Besucher am letzten Tag schätzt die Messegesellschaft das gesamte Besucheraufkommen auf 50.000; es liegt damit drei Prozent höher als im Jahr 2005. Mehr als ein Drittel der Besucher stammte nicht aus Frankreich.

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Besonders stolz war der Veranstalter auf seinen neuen, 430m langen Steg quer über den See hinter den Messehallen, der zum Palais des Congress führte, wo der Bürgermeister vom Bordeaux und Staatsminister für Umweltfragen sowie französische Vizepremiers, Alain Juppé einen Tag nach seiner überraschenden Niederlage bei den Parlamentswahlen in Bordeaux gegen die sozialistische Kandidatin Michele Delaunay, die Messe offiziell eröffnete.

Auch Bernd hatte sich am Samstag nach Bordeaux aufgemacht, um den ein oder anderen Winzer aus unserem Programm zu besuchen und kennenzulernen. Unter anderem traf er auf Sandra Tavares und Jorge Borges, deren Kult-Rotwein Pintas Zuwachs bekommen hat.

„Pintas Charakter“ basiert in seiner 2005er Version (Jungfernjahrgang) von alten Reben und ist preislich mit etwa ca. 25-28 EUR Endverbraucherpreis deutlich unterhalb des Pintas angesiedelt. Ausgebaut wurde er zu je 50% in neuem und gebrauchtem, französischen Holz. Nur etwa 8000 Flaschen wird es von diesem Wein aus dem herausragenden Jahrgang 2005 in Portugal geben.

Der Sonntag war im Vergleich zu den kommenden Tagen eher ruhig. Selbst die Anfahrt am Sonntag morgen aus dem 40 km entfernten Saint-Genes-de-Blayes, wo uns unser Winzer Thomas Herter von Château Segonzac sein Gästehaus zur Verfügung stellte, gestaltete sich auf menschenleeren Straßen als Spazierfahrt. Auch der Franzose schläft sonntags gerne aus. So landeten wir also gegen 9:00 Uhr auf der Vinexpo und ordneten erstmal unsere Unterlagen, denn wir hatten am ersten Tag die meisten Termine bei unseren Winzern gemacht.

Unser bei Ihnen mit seinem Sauvignon Blanc von der Loire so erfolgreiche Winzer Jean-Francois Merieau von den Vignobles des Bois Vaudons war zwar nicht persönlich, aber mit seinen Weínen anwesend. Diese haben wir ja mit seinen aktuellen Jahrgängen im Programm, so dass wir die Weine der Partnerwinzer unter die Lupe genommen haben. Besonders erwähnen möchte ich diese:

Domaine Michel Bailly aus Pouilly sur Loire:
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2006er Pouilly Fumé „Les Vallons“
Michel Baillys Pouilly Fumé hebt sich deutlich von später verkosteten Weinen bei anderen Winzern ab. Spontanvergoren, im Duft rauchig-mineralisch, dicht und cremig am Gaumen, sehr fest und konzentriert im Mund ohne überladen zu wirken. Auch wenn die Tendenz im Moment zu weniger Alkoholgehalt im Wein geht, diese 13,5% sind perfekt verpackt und gleichzeitig bietet der Wein in seiner Ganzheit ein sehr schönes Trinkvergnügen für um die 12-13 EUR.

Dominique Joseph – Le Petit Saint Vincent – Saumur

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2005 Saumur Champigny „Le Petit Saint Vincent“
100% Cabernet Franc; sehr intensive, dunkle Farbe. Reifer Duft nach schwarzen Johannisbeeren, schwarzen Brombeeren und einem Hauch Paprika. Wirkt in seiner kühlen Art sehr distinguiert am Gaumen, reifes Tannin, immer wieder sehr trinkanimierend.

Nach 4 Stunden intensiven Probierens legten wir eine kleine Pause ein und folgten einer Einladung auf Château Grattequina, wo ebenfalls eine Präsentation von 40 Weingütern aus 60 Appellationen stattfand.

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Château Grattequina

Ein extra eingerichteter Shuttle-Service brachte uns in 3 Minuten von der Vinexpo dort hin. Natürlich gab es dort auch einem dem Château angemessenen Mittagsimbiss in Form eines Buffets mit lokalen Spezialitäten.

Viele Weingüter können und möchten sich aus Kostengründen keinen Stand auf der Vinexpo leisten. Bei Preisen von bis zu 6000 EUR für 5 Tage innerhalb eines großen Gemeinschaftsstandes überlegt sich mancher Winzer schon, ob sich diese Investition lohnt.

Das dachte sich auch Jo Pithon, dessen 27 ha Weingut 25 km südliche von Angers an der Loire liegt. Die weiße Chenin Blanc und der rote, in unseren nördlichen Regionen nicht einfach anzubauende Cabernet Franc sind hier beheimatet. Nicht einfach deswegen, weil mangelnde Reife der Cabernet Franc zu extrem grünen Noten und hoher Säure führt. Nicht so bei Jo Pithon.

Domaine Jo Pithon

2005 Anjou Cabernet Franc
Was für ein Wein! Hochreif, enorme, sehr tiefgründige Erscheinung. Unglaublich tief in der Aromatik, grandiose Länge, das Holz spürbar, aber sehr behutsam eingesetzt (18 Monate, davon 20% in neuen Fässern) Aus einer Selektion von 50 Jahre alten Reben hat er gerade mal 5.000 Flaschen gekeltert. Um die 20,- EUR.

Seine Hauptaugenmerk jedoch liegt auf der Erzeugung von trockenem Chenin Blanc. Wichtigste Vorrausetzung dafür sind reife Trauben und extrem niedrige Hektarerträge. Und nur goldgelbe Trauben ergeben reife Aromen. Vergoren wird spontan, danach kommt der Wein für einige Zeit in bis zu 5 mal gebrauchte Burgunder-Barriques, anschließend erfolgt eine Lagerung von bis zu einem Jahr auf der Feinhefe.
Jo´s Weine strahlen eine barocke Sinnesfreude aus, bestechen durch ihre reife, niemals überladene Frucht und ihrer feinen, ja eleganten Cremigkeit.

So möchte ich auch nur einen Wein herausheben, der mir besonders gefallen hat, denn hier kann man blind zugreifen!

2004 Anjou „Les Blanches Bergéres“
Ein sehr schöner kompletter und komplexer Wein. Mineralik, Frucht, Fülle, Cremigkeit, Trinkanimation, Säure, Länge. Alles da! Was fehlt? Ich weiss es nicht…..

Den letzten Termin hatten wir für 17:00 Uhr bei Celler de Capcanes vereinbart, wo sich Önologe Jürgen Wagner überrascht zeigte, dass wir auch zum angesagten Termin erschienen. „So späte Termine werden eigentlich nie eingehalten“, lobte er und schenkte uns sogleich den ersten Wein ein.

2006 Mas Donis Rosat
80% Garnacha, 10% Syrah und 10% Merlot ergeben einen recht farbintensiven Rosado, der sich sehr angenehm weich und frisch, aber auch mit einiger Kraft präsentierte. Schöner Starter, es folgten weitere Weine.

2006 Mas Donis tinto
80% Garnacha & 20% Syrah. Vielmals liest man, der Wein sei nach der Maceration Carbonique hergestellt. Das ist definitiv falsch. Der Wein wird nach traditioneller Machart vinifiziert. Trotzdem ist sein Hauptmerkmal die enorme, frische Fruchtigkeit, die dezent nervige, angenehme Säure, die dem Wein immer eine angenehme Frische verleiht. Idealer Sommerrotwein, auch leicht gekühl, da auch die Tannine sehr rund und weich sind.

2005 Lasendahl (Faßprobe)
Identisch mit dem Mas Donis Barrica, der regelmäßig von Robert Parker um die 90 Punkte erhält. Nachvollziehbar, denn der Wein zeigt sein 8-monatiges Barrique-Lager deutlich, aber nicht übermäßig. 9 Tage Maischestandzeit, im Duft rauchige Komponenten vom Fass, recht dicht und konzentriert, gewisse Wucht. Sehr gut!

2005 Mas Collet (Faßprobe)
Cuvée aus 35% Garnacha, 25% Carinena, 25% Tempranillo und 15% Cabernet Sauvignon. Mas Collet wirkt im Gegensatz zu den doch fruchtigeren Mas Donis-Versionen immer deutlich würziger, kräuterbetonter. Reifes Tann, subtiles Holz (feine Kaffee-Note), auch sehr elegant und schon wunderbar anzutrinken. Wird wieder ein Kracher!

2003 Costers del Gravet
Cuvée aus Merlot/Tempranillo/Garnacha; ausgebaut in französischer Eiche, daher stammt auch der angenehme röstige und rauchige Duft von reifen, roten Beeren und Pflaumen. Im Mund viel saftige Frucht, dabei schöne Dichte, sehr feinkörniges Tannin, fest am Gaumen, mit viel Kraft. Leicht kühle Mineralik, lang und nachhaltig im Finish. Ausgezeichneter Wein!

2004 Mas Torto
(enthält 70% Garnacha-Trauben, die für das Flagschiff, den Cabrida nicht ausgereicht haben) Merlot, Syrah und Cabernet komplettieren zu je 10% diesen kleinen Cabrida. Ausgeprägte Aromatik von reifen, roten Beeren, Anklänge von Zartbitterschokolade, sehr elegant, Tabaknoten. Sehr gute Länge.

2004 Cabrida „Garnatxa Vinyes Velles“
100% Garnacha von mindestens 75 Jahre alten Rebstöcken. 14-monatiger Ausbau in französischen, neuene Barriques. Sehr feiner, eleganter, würziger Auftakt mit mediterranen Noten von Orangenzesten, auch Tabak, enorme Konzentration, tänzelt dennoch sehr spielerisch auf der Zunge, Tannin spürbar, muss sich über die nächsten 15 Jahre einbinden. Erhält mit dem Jahrgang 2004 ein neues Outfit.

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2004 Flor de Primavera Kosher Wein
Cuvee aus 35% Garnacha, 35% Cabernet Sauvignon und 30% Carinena; Ausbau über 12 Monate in französischen und amerikanischen Barriques. Beginnt überraschenderweise mit einer ausgeprägten floralen Note, gefolgt von Kräuternoten, sehr weich und samtig am Gaumen, ja fast rund, dabei im Finish schön in die Tiefe gehend.

Zum Abschluß dann das süße Highlight:

2004 Pansal de Calas
Süßwein aus 70% Garnacha und 30% Carinena. Saftig-süße Kirsche pur, die 70g Restzucker spielerisch intergriert. Viel Kraft, aber nicht fett und sattmachend ausgerichtet.

Alle Weine haben sehr überzeugt und gut möglich, dass wir unser Sortiment von Capcanes noch ein wenig erweitern.

Jürgen Wagner wird uns im November im Rahmen der Gutsweinprobe besuchen. Da werden Sie mit Sicherheit den ein oder anderen oben beschriebenen Wein nachprobieren können

Mittwoch, 28.11.2007 — 19:30: Gutsweinprobe:
Celler de Capcanes – der Qualitätsmotor aus der aufstrebenden Region Montsant in Spanien – zu Gast: Capcanes-Önologe Jürgen Wagner

Anmeldung und Vorkasse erforderlich!

Ihre Anmeldung per Telefon oder eMail erleichtert uns die Planung. Vielen Dank!

K&M GutsWeine – unsere Leidenschaft – Ihr Genuß
Klingenbrunn und Maurer GbR
Hamburger Allee 37 – 60486 Frankfurt
Fon/Fax: 069 7171 – 3430 /-3431
eMail: info@gutsweine.com

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Wein-Blog-Ranking: Ihre Stimme für uns

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 15 Juni 2007

Wein-Blog Ranking – Eine Bitte in eigener Sache

Vielleicht ein bisschen verrückt, aber wir wollen mit unserem „kleinen“ Wein-Blog in die Top-50 bei „LocalWineEvents“

Sprachbedingt dominieren dort natürlich die englischsprachigen Webblogs, mit Ihrer/Eurer Hilfe können wir es aber in die Top-50 schaffen und eine kleine Deutsche Marke unter den angelsächsischen Food- und Drink-Blogs setzen.

Bitte helft uns und stimmt für uns ab, hier der Link zu den Blogs:

Vielen Dank allen, die uns helfen im Ranking nach vorne zu kommen, wenn wir es bis zum 05. Juli 2007 in die Top-50 schaffen, machen wir an unserer nächsten RendezVino unseren exzellenten Champagner brut von Cyril Janisson-Baradon auf und jeder ist eingeladen auf ein Gläschen.


Und nicht vergessen, die nächste RendezVino – der genussvolle After-Work-Weinabend ist am 05 Juli ab 17:00 Uhr, diesmal mit zwei Winzern, Günter Hutter von der Domaine St. Eugene-Les-Trois-Tomates aus dem Languedoc und Werner Jülg aus Schweigen. Da freuen sich natürlich wir und ganz besonders die Winzer auf ein zahlreiches Erscheinen durch Sie/Euch!

Beste und vinophile Grüsse und danke für Ihre/Eure Hilfe
Bernd Klingenbrunn und Armin Maurer
K&M GutsWeine

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Die 2. RendezVino bei K&M: Winzer Gerhard Stich zu Gast

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 14 Juni 2007

RendezVino – die Zweite

nachdem die Premiere am 06. Mai mit Winzer Arndt Köbelin vom Kaiserstuhl ein voller Erfolg war, folgte schon einen Monat später der zweite Streich.
Für die zweite K&M RendezVino steigerten wir die Herausforderung, ein Abend mit Fußball und der Vorabend des langen Fronleichnam-Wochenendes. Erfahrungsgemäß in Frankfurt ein schwieriger Termin, da viele die Stadt da schon gegen mittag fluchtartig verlassen und in kurze Ferien starten oder nach Hause fahren. Mit unserem Frankenwinzer Gerhard Stich und den zusätzlich geöffneten österreichischen Weinen hatten wir aber wohl gute Argumente, denn auch unsere zweite RendezVino war wieder sehr gut besucht.

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Der Winzer – Gerhard Stich aus Bürgstadt mit seinen Silvaner-Heimatweinen und großen Spätburgundern

Alle Weine von Gerhard Stich finden Sie in unserem Shop

Sicher: der Erfolg der ersten RendezVino machte uns Mut für Teil 2, wir hatten aber nicht bedacht, dass an diesem Abend das Qualifikationsspiel zur EM 2008 gegen die Slowakei auf dem Kalender stand und seit der WM im eigenen Land sind die Spiele unserer Nationalmannschaft ja schon fast Pflichtprogramm in Deutschland. Dazu war es der Vorabend eines langen Wochenendes, in Frankfurt nicht ideal, da viele da die Stadt schon am mittag verlassen, um in kurze Ferien zu starten oder nach Hause zu fahren. Wir waren also wieder etwas nervös und gespannt wie der Abend werden würde.

Zuerst steigerte sich unsere Nervosität etwas als der Winzer um 17:00 Uhr noch nicht bei uns war. Bürgstadt ist doch gar nicht so weit!? Es wurde 17:30 Uhr immer noch kein Winzer da. Wir hatten doch noch am Morgen telefoniert? Schließlich sollte uns Gerhard Stich auch ein paar Weine mitbringen. Na und dann kam er doch, verschmitzt lächelnd, die Autobahn A3 war mal wieder schuld, er kam fast nur im Stop and Go voran. Egal, Hauptsache er war da, denn die ersten Gäste waren auch schon da. Zum Glück hatten diese keine Eile, wollten einen entspannten Weinabend verbringen. Der Stand war ja auch schon aufgebaut, so konnte Gerhard Stich gleich in medias res gehen und mit der Präsentation seiner Weine beginnen.

Folgende Weine seiner Kollektion stellte er an diesem Abend bei uns in der Hamburger Allee 37 vor:

2006 Silvaner Kabinett trocken „Bürgstadter Centgrafenberg“ € 7,20
Weingut Stich im Löwen – Franken/Deutschland

Die Silvanerrebe wird wieder verstärkt von den Winzern Frankens als „ihre“ regionale Spezialität geschätzt, dezent im Bouquet kann gerade diese Rebsorte das lokale Terroir Frankens besonders gut widerspiegeln. Die Frucht erinnert an grüne Äpfel und Birne, dann mineralische Noten, nachhaltig. Perfekter Essensbegleiter, gerade jetzt zum Spargel.

2006 Silvaner Spätlese trocken Prichsenstadter Krone € 10,30
Weingut Stich im Löwen – Franken/Deutschland

Der 2006er gelang wunderbar kraftvoll, ein echtes Maul voll Wein, wie eine trockene fränkische Silvanerspätlese sein sollte. Die feine Frucht, Apfel und Quitte, wird von einer festen, Struktur gebenden, und gleichzeitig reifen Säure getragen, im mittleren Bereich schwingt eine schöne Erdigkeit, Mineralik mit, die den Charakter des Weins prägt. Für uns einer der besten fränkischen Silvaner in 2006. Unbedingt probieren.

Eine kleine Restmenge (nur noch 24 Flaschen) zum Sonderpreis:

2004 Silvaner Spätlese trocken Bürgstadter Centgrafenberg statt € 9,90 nur € 6,90
Weingut Stich im Löwen – Franken/Deutschland

An unseren letzten Flaschen (nachdem die neue Spätlese jetzt da ist, müssen diese zum Schnäppchenpreis raus) können Sie wunderbar erkennen, dass fränkische Silvanerspätlesen Reifepotential besitzen. Diese zeigt eine herrlich würzig, erdig-kräuterige Art, getragen von einer feinen Mineralik, weich, fast cremig am Gaumen. Exzellenter Begleiter zu kräftig gewürzten Speisen oder zu gereiftem Käse, alter Bergkäse oder gereifter Pecorino.

Rotwein:

2006 Cuvee Rot „frank und frei“ € 7,50
Weingut Stich im Löwen – Franken/Deutschland

Sehr schön stoffig, dichter Rotwein. Samtig weich am Gaumen, viel Frucht, harmonisch rund mit weichen Tanninen.

2003 Spätburgunder Spätlese Barrique „Löwenlinie“ € 19,50
Weingut Stich im Löwen – Franken/Deutschland

Großer Spätburgunder aus der berühmten Burgunderlage „Bürgstadter Centgrafenberg“. Mineralische Würze, etwas rauchige Noten, straffe Burgunderfrucht, rote Beeren, Kirsche. Feste Struktur, wunderbar lang im Mund.

Schon nach wenigen Verkostungen deutete sich eine kleine Sensation an, gerade die 2004er Silvanerspätlese konnte bei unseren Gästen enorm punkten. Dabei ist das mit gereiften Weißweinen immer so eine Sache, viele Weinfreunde erwarten sich bei Weißweinen eher die jungen, fruchtbetonten Typen, frisch, elegant und spritzig ist die Devise. Hier aber wartete ein fein gereifter Tropfen im Glas, geprägt von seiner mineralischen, leicht erdig-würzigen Art, dazu dezente Noten von Honig und Sherry durch die Reife, auch etwas Tabak und Aromen von Kräutern konnte man schmecken. Ein eher fein gereifter Silvaner, der das Potential dieser Rebe mal wieder sehr schön bewies. Dass dies von so vielen unserer Gäste auch so gesehen wurde erfreute uns doch sehr, noch mehr zeigte sich der Winzer erfreut, auch er hat leider schon all zu oft die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen sich gar nicht erst auf die etwas „andere“ Aromatik der gereiften Weißweine einlassen wollen.

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Ebenso wie Arndt Köbelin sehr angetan war, der Winzer der Premieren-RendezVino, so war auch Gerhard Stich voll des Lobes über unsere Probengäste. „Alles Menschen, die etwas vom Wein verstehen, die sich aber auch auf neue Eindrücke einlassen. Ein tolles Publikum!“ So seine Aussage.
Und viele Teilnemer zeigten sich nicht nur interessiert an dieser 2004er Spätlese, nein es wurden auch einige Kisten gekauft, eine bessere Bestätigung über die Qualität und die Akzeptanz gibt es sicher nicht.
Aber auch seine aktuellen Silvaner konnten überzeugen, der Kabinett durch seine feine, eher leichtere Art, dabei trotzdem fest gewirkt mit mineralischen Noten und einer guten Länge. Für viele ein schöner Essensbegleiter, was beim Silvaner durchaus als Kompliment verstanden werden kann. Ein wenig „Probleme“ machte im aber sein Bruder aus Prichsenstadt, die 2006er Spätlese. Denn kaum hatten die Gäste diesen Wein im Glas kam Begeisterung auf. Auch für mich ist dieser Silvaner einer der besten bisher verkosteten fränkischen Silvaner aus 2006. Die Regionen weiter im Osten waren vom Regen Anfang Oktober einfach nicht so belastet, so war die Reife deutlich ausgeprägter, die Frucht zwar silvanertypisch eher fein, aber auch reintönig und sauber, wir schmeckten gelben Apfel, Quitte aber auch reife, süße Birne, ein Kunde meinte Holunderblüten zu erkennen, ein anderer Waldmeister. Das ganze wurde hier von einer straffen, reifen Säure getragen und von der feinen „Muschelkalk-Würze“ des Terroirs gestützt! Ein klassischer fränkischer Silvaner wie man ihn sich wünscht, der auch bei dieser Verkostung wieder viel Lob einheimste!

Danach ging es an die Roten aus dem Hause Stich. Die Region des Mainvierecks hat sich ja schon länger einen guten Ruf bei den Rotweinen schaffen können, weltbekannt sind einige „fürstliche“ Weine zu ebensolchen Preisen. Sicher mit diesem Renommee sind die Stichschen Tropfen noch nicht gesegnet, aber auch hier wohlwollendes Raunen bei unseren Gästen, als sie den Top-Spätburgunder aus der Löwenlinie im Glas hatten. Einige Weinkenner lobten diesen Wein als einen der besten 2003er Spätburgunder den sie bisher probiert hatten und andere verglichen diesen Wein mit seinen deutlich teureren Brüdern aus der gleichen Rebe aus dem Burgund, auch hier die einhellige Meinung, dieser Wein muss sich sicher nicht vor den besten Premier Crus verstecken, kommt vielleicht sogar an gute Grand Crus ran. Weine die das doppelte bis vierfache Kosten. Für uns wieder einmal eine Bestätigung, dass das wichtigste die Qualität im Glas ist und nicht der Name der außen an der Flasche prangt. Schließlich soll das K&M-Weinprogramm Freude und Genuss bereiten. Und bei noch unbekannteren Erzeugern kann man halt günstigeren Genuss finden. Leider spricht sich die außergewöhnliche Qualität unserer Winzer in den Zeiten des Internets und des Kommunikationszeitalters heute aber auch schnell herum. Namen wie Reinhard Löwenstein und Hans-Peter Ziereisen aus unserem Programm haben es vorgemacht.
Wir freuen uns an diesem Abend mit dem Erfolg und der Anerkennung die Gerhard Stich an diesem Abend für seinen 2003er Spätburgunder Barrique ernten konnte. Auch sein „kleinerer“ Rotwein, die Cuvee Rot aus der „frank und frei“-Linie erfreute mit üppiger Frucht und weichen, runden Tanninen, ein Wein, der jetzt im Sommer auch leicht gekühlt zum Grillen passt.

dazu Österreich

Von unseren österreichischen Winzern Erwin Tinhof (Burgenland) und Josef Bauer (Wagram) haben wir noch 5 Weine aufgemacht. Der Einstiegs-Grüne-Veltliner „Juche“ von Bauer begeisterte mit seinem sensationellen Preis-Genuss-Verhältnis, einige Gäste wollten den Preis von nur 4,90 EUR kaum glauben. Wunderschön sauber, feinfruchtig, leicht, aber eben nicht banal, perfekter Sommerwein eben, einfach lecker, auch dieser Wein ging an diesem Abend weg wie geschnitten Brot.
Dann gab es noch den Neuburger von Erwin Tinhof, eine autochthone Rebsorte aus Österreich, begeistert mit animierender Frucht, Ananas und Citrusfrüchte, sehr elegant und duftig, kanckig trocken, eine unserer Spargelempfehlungen. Im Juni noch Wein des Monats und kostet deshalb statt 7,90 EUR nur 6,90 EUR, auch dieses Angebot für den ein oder anderen ein Argument sich ein Kistchen mitzunehmen. Dazu präsentierten wir den frischen, fruchtigen, süffigen Rose vom selben Winzer, beste Terrassenweinqualität, trinkanimierend und erfrischend. Wir schmecken Himbeeren und rote Johannisbeeren, da kann der Sommer kommen.

Als Spitze gab es den Feuersteig von Erwin Tinhof, eine St. Laurent geprägte Cuvee der besten Trauben aus seiner Spitzenlage Feiersteig. Niedrige Erträge und lange Reife der Trauben, schonender Ausbau im Keller ergeben hier einen Toprotwein, wunderbar vollmundige Frucht, samtig rund am Gaumen, feinstkörnige Tannine, wunderbare Textur und langer Nachhall. Da gab es einige Gäste die zwischen dem Spätburgunder von Stich und dem Feuersteig hin und her probierten, einen echten Sieger gab es nicht aber zwei Weine die unsere Gäste begeistert haben. Auch beim JLF-Test (je leerer die Flasche-Test) gewannen diese beiden Weine den Vergeich des heutigen Abends, drei Flaschen mussten jeweils dran glauben und bewiesen, dass sich bei beiden Weinen unsere Kunden gern mal ein zweites und drittes Glas zum „nachprobieren“ holten.

Der fünfte Österreicher war ein Blauburger von Josef Bauer, ebenso wie sein Grüner Veltliner Juche begeisterte auch hier das Preis-Genuss-Verhältnis, für 5,50 EUR gibt es einen mittelkräftigen Rotwein mit schöner Frucht nach roten Beeren und Kirsche, leicht gekühlt kommt seine Frucht wunderbar frisch rüber, macht Lust auf mehr als ein Glas.

Irgendwann war es dann schon fast 22:00 Uhr, die letzten Gäste waren gegangen, der Winzer, Gerhard Stich packte zusammen, nahm sich noch drei Flaschen zum in Ruhe zuhause Nachprobieren aus unserem Programm mit. Und wir konnten wieder feststellen, alle Befürchtungen, alle Aufregung vom Anfang waren gar nicht notwendig gewesen, unser Haus war wieder voll, die Stimmung gut, die Weine fanden gefallen und Gerhard Stich konnte sicher einige neue Freunde für sich und seine Weine finden. Genau was wir uns für unsere RendezVino After Work Weinabende wünschen

Die nächste Ausgabe ist auch schon fix terminiert, diesmal kommen gleich zwei Winzer, Günter Hutter von der Domaine St. Eugene wird seine ausdrucksstarken Rotweine präsentieren, dazu gibt es einen ihrer Lieblingswinzer in unserem Programm, Werner Jülg aus Schweigen in der Südpfalz wird Burgunder und Rieslinge mitbringen und Ihnen vorstellen. Ganz sicher wird es auch an diesem Abend wieder viel zu schmecken und zu entdecken geben. Wir und die Winzer freuen uns wieder über Ihr zahlreiches Erscheinen und Weininteresse.

Sie sind herzlich eingeladen:

RendezVino MkIII
Der K&M After-Work-Wein-Abend
Mittwoch 05. Juli 2007 17:00 bis 22:00 Uhr (mindestens)
Mit den Winzern Günter Hutter, Domaine St Eugene (Languedoc/Frankreich), und
Werner Stich aus Schweigen (Pfalz)
Probenbeitrag € 5,00/Person, wird ab einem Einkauf von € 25,00 verrechnet

Hamburger Allee 37 – 60486 Frankfurt-Bockenheim
http://www.gutsweine.cominfo@gutsweine.com

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20. Weintage der südlichen Weinstrasse in Landau

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 10 Juni 2007

Noch bis Montag findet im Landauer Frank-Löbschen Haus im südpfälzischen Landau die Präsentation von Weinen der Winzer der südlichen Weinstraße statt. Am Montag allerdings nur für Fachbesucher.

Unser Messegänger Bernd war natürlich auch zugegen, zählt doch für Ihn seit einigen Jahren dieser südlichste Teil der Pfalz zu einem Eldorado für Entdeckungen junger Winzertalente.

Heuer stand natürlich der 2006er Jahrgang im Vordergrund der Verkostungen. Viele Winzer kamen nicht herum, viel auszuschneiden und besonders stark zu selektionieren. Wer sich dessen bewußt war, hat sehr gute bis hervorragende Weine in den Keller bzw. auf die Flasche gebracht. Da es dieses Jahr nur 2-3 neue Weingüter auf der Messe zu probieren gab, kann ich keine neue Entdeckung präsentieren, so habe ich die Weine der in den vergangenen Jahren auf meiner Favoritenliste ganz oben plazierten Winzer durchgängig probiert. Hier also meine ganz persönlichen Favoriten, wobei ich wiederum darauf verweise, das das „Gesamtpaket“ des Winzers stimmen muss, denn: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer!

Weinhof Scheu / Klaus Scheu / Schweigen-Rechtenbach

2006 Riesling QbA trocken „KALKSTEIN“
2006 Weissburgunder Spätlese trocken „Raedling“

waren die Spitzen einer unglaublich homogenen Kollektion. Klaus Scheu gelingt der schmale Grad, die Weine sehr intelektuell und dabei doch verständlich zu vinifizieren. Frucht, Säure, Mineralität – alle Komponenten finden sich in einem tollen Einklang. Jede wird für sich akzentuiert, ohne die andere zu überzeichnen. Tolle Struktur und Festigkeit am Gaumen. Exzellentes Preis/Genuß-Verhältnis.

Weingut Pfirmann – Jürgen Pfirmann / Landau-Wollmesheim

2006 Silvaner Spätlese trocken „Marktweg“
2006 Sauvignon Blanc Spätlese trocken
2005 Spätburgunder QbA trocken „Königsweg“

Auch für Jürgen Pfirmann´s Weine kann ich nur lobende Worte finden, außer seinen Fachhandelskonditionen. Wären diese auch so exzellent wie seine Weine, müssten wir Ihnen diese eigentlich anbieten, so singulär sind seine Weine. Jürgen´s Silvaner spielt in der Südpfalz die erste Geige. Trotz analytischer 0,3g Restzucker, was beim nackten Lesen den einen oder anderen schon ablehnend zum nächsten Wein übergehen lässt, fehlt hier aber auch gar nichts. Straff, saubere Frucht, Mineralität, enorme Länge, sicher kein Schmeichler am Gaumen, dass will er auch nicht, sehr expressiv. Gehört ebenso wie sein Sauvignon Blanc in jeden Keller!

Überrascht hat mich diesmal sein Spätburgunder aus dem Königsweg. Assoziationen zu Erwin Tinhof´s 04er Feuersteig wurden wach. Ganze feine elegante Frucht, ganz leichter weißer Pfeffer, ja spielerisch auf der Zunge, ganz fein, spielt eher die leisen, feinen Töne. Bleibt sehr lange auf der Zunge. Toller Spätburgunder, Jürgen sagte bei einem Besuch vor etwa 2-3 Monaten selbst, das dies sein bisher bester Spätburgunder ist.

Weingut Jülg – Werner Jülg / Schweigen

Werner Jülg gehört für uns schon seit geraumer Zeit zur den Favoriten, dass belegen auch die Verkaufszahlen bei uns im Laden. Seine Weine haben einen einzigartigen Trinkfaktor auf hohem Niveau und sind hervorragende Essensbegleiter. Alle seine Weine stammen aus der Großen-Gewächs-Lage „Schweigener Sonnenberg“ Herauszuheben aus einer sehr stimmigen Kollektion sind:

2006 Chardonnay Spätlese „S“ trocken
dicht und cremig, viel Sortenausdruck. So mancher Chardonnay aus Burgund zu wesentlich höherem Preis wird gegen diesen Wein kläglich verlieren (nach Ostern war ich 1 Woche im Burgund und musste mir leider viel belangloses antun)

2006 Muskateller Kabinett trocken
straff, trocken, schöne , nicht übertrieben präsente traubige Muskatfrucht, der Wein räumt nach zahlreichen, überkonzentrierten und hochalkoholischen Weinen am Nachbarstand auf.(ich frage mich, wer brauch eigentlich 14,3% Alkohol im Weisswein??)

2006 Riesling Spätlese trocken „Schweigener Sonnenberg“
Abgestufter Riesling, hätte eigentlich der Lagenriesling „St. Paul“ werden sollen. So mancher Winzerkollege hätte ihn auch sicher so abgefüllt und für teureres Geld verkauft. Ungemein saftiger Riesling auf Großem Gewächs-Niveau, ausgereifte Steinobstaromatik, nervig, sehr animierend. Große Länge. Kompliment!

Weingut Ackermann – Frank Ackermann / Ilbesheim

Frank Ackermann´s Weine waren vor 1 Jahr „die Entdeckung“ in Landau. Super präzise herausgearbeites Terroir in den 2005 Rieslingen vom „Buntsandstein“ und „Kalkmergel“. Selbst sein fruchtsüßer Riesling 2004 war mit einem wunderbaren, klaren und erfrischenden Süße-Säure-Spiel ausgestattet. Erste Lorbeeren aber erntete er mit einem tollen 4. Platz in der Sauvignon-Blanc-Trophy der Zeitschrift Vinum. (den 1. Platz belegte übrigens Jürgen Pfirmann, siehe weiter oben)
Seine diesjährigen 2006er Riesling Weine präsentierten sich noch sehr verschlossen, dennoch mit viel Substanz, reifer Säure und wunderbarer Mineralität. Sicher keine Main-Stream-Weine, die auf Anhieb gefallen. Diese 2006er brauchen sicher noch mehr Zeit bis zur Entfaltung, was ja an sich nichts verkehrtes ist, denn bis dahin sind die vordergründigen, auf Frucht getrimmten Weine eh tot.

Weingut Gies-Düppel / Volker Gies Düppel / Birkweiler

Auch Volker Gies-Düppel konnte letztes Jahr eine für mich beeindruckende Serie von mineralischen Rieslingen zu unglaublich günstigem Kurs hinlegen. Begeisterten die 2005er noch mit einer etwas prägnanteren, ja fast cremigen Frucht- Komponente, wirkten die 2006er vom Rotliegenden und Buntsandstein etwas karger, die Frucht trat dadurch etwas in den Hintergrund. Dennoch auch hier wieder eine sehr singuläre, auffallende Stilistik, nicht auf Vordergrund und Gefälligkeit getrimmt. Dass er anscheinend kein Geheimtipp ist, zeigt sich auch an seiner Preisliste, auf der schon viele Positionen als ausgetrunken gekennzeichnet sind. That´s Life!

Last but not least:

Weingut Theo Minges / Flemlingen

2006 Riesling Kabinett trocken „Gleisweiler Hölle“
2006 Riesling Spätlese trocken „Buntsandstein“

Wie hat der gute Theo Minges dass nur wieder geschafft. Ist es die Aussage, „auf der Schule alles lernen und in der Praxis ganz wieder schnell vergessen“ und „sich auf sein Bauchgefühl verlassen“, die zu diesem Ergebnis geführt haben wie der facettenreiche, elegant-fruchtige und mit nur 11,2% Alkohol ausgestattete Riesling aus der „Gleisweiler Hölle“. Oder der etwas kräftigere, ja fast rotfruchtig- und fleischig schmeckende „Buntsandstein“. Das ist wieder ganz große Winzerskunst, wie auch ein Nachwuchswinzer meinte: „das werden ganz große Rieslinge“

Wir werden sehen!

Weitere Weingüter auf meiner WATCH-LIST:

Weingut Dengler-Seyler in Maikammer
Weingut Heiner Sauer in Böchingen

Mehr Infos hier

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Duesenschrieb.de und der „Stich“-Tag:K&M RendezVino2-der After-Work-Weinabend

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 7 Juni 2007

Bildquelle:duesenschrieb.de

Einer der fleissigsten Blogger der Nation, Duesenschrieb.de, war am „Stich-Tag“, dem 2. K&M RendezVino – der After-Work-Weinabend zu Gast und schildert

hier

und

hier

seine Eindrücke, die vorallem die Weine unseres Winzers Gerhard Stich bei Ihm hinterließen. Er war übrigens nicht alleine mit seinen Eindrücken!

K&M Gutsweine sagt Danke an alle unsere Kunden, die diese Veranstaltung zu einem großen Erfolg gemacht haben und wünscht immer eine Handbreit Wein im Glas!

Die Fortsetzung – K&M RendezVino 3 – folgt:

Donnerstag, den 05.07.2007 mit unserem Winzer Günther Hutter von den „Les Trois Tomates“, der eigens für diese Veranstaltung aus dem Languedoc anreist.

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Der Arche-Typ Dornfelder ?

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 7 Juni 2007

Letzte Woche kam ich in den Genuss eines 14(!) Jahre alten Dornfelders aus dem Barrique vom Weingut Gerhard Gutzler aus Rheinhessen. Blind verkostet hätte ich den nie so alt geschätzt. Was hat dieser Wein noch an Austrahlungskraft und eine innere Dichte. Weich und intensiv am Gaumen, eine Spur Säure, beste Balance, geschmacklich viel Beeren. Weder die intensivsten Käse noch der Killer des guten Weingeschmackes (die gemeine Cornichos aus süß-saurem Aufguss) konnte diesen Wein auch nicht im geringsten beeindrucken. Majestätisch stand er im Glas! Wenn man von einem Arche-Typ Dornfelder redet, dann hab ich ihn hier getrunken! Besten Dank Joachim!!

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2004 Côtes de Provence „Cuvée Clara“

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 3 Juni 2007

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Kennengelernt auf einer Provence Präsentation in Frankfurt.

2004 Côtes de Provence „Cuvée Clara“
Domaine Clos du Alari

Am ersten Tag noch etwas verschlossen in der Aromatik zeigt sich nach 1 Tag in der Flasche eine sehr expressive, kühle Aromatik nach Lakritz, Rosmarin, Thymian. Feinstes Tannin, Druck am Gaumen, viel Trinkanimation. Steht noch am Anfang eine langen Entwicklung!

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Az. Agr. Gulfi

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 3 Juni 2007

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Notizen:

2004 Nero d´Avola „Nerojbleo“ IGT

schönes, dichtes Kirschrot. Im Mund satter, fester Auftakt. Viel Frucht, Tendenz ins Breite wird von einer frischen Säure umspielt. Hat dennoch Überreifenote, auch etwas florales, fast Rosenwasserartiges. Griffiges Tannin, spürbares Holz, Speck. Wirkt insgesamt nicht so individuell, wie ich es von Gulfi kenne. Mich stört vorallem die ins Breite gehende Art, die wenig Trinkanimation fördert.

2005 Cerasuolo di Vittoria DOCG

etwas leichtere Art als der Nerojbleo, dennoch schwingt auch hier eine Art „Sattmacher“ in Form von hochreifer, einen Tick marmeladiger Frucht mit, bis gegen Ende der Hauch kühler, dunkler Mineralik diesen Bogen bricht. Interessant auch der von A-Z durchgängige, nervige Säurebogen. Gefällt besser als Nerojbleo, weil individueller.

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