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2013 Riesling trocken „Edition K&M“ by Achim von Oetinger

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 4 September 2014

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Achim von Oetinger bei der „Übergabe“ der ersten Flasche Edition K&M

„Achim von Oettinger, nicht nur ein großartiger Pfundskerl, sondern auch der leise Revoluzer des Rheingaus. Was er in diesem Jahrgang 2013 an Eigenständigkeit, Charakter und trotzdem klarer Rheingau-Herkunft auf die Flaschen bringt, insbesondere bei seinen Großen Gewächsen, sucht seinesgleichen“, so beschreibt es der Weinblog drunkenmonday. Zur Fassprobe im April 2014 (ja, so spät, denn Achim lässt seinen Weinen viel Zeit für ihre Entwicklung) waren wir von einem Fass Riesling derart begeistert, das wir den Winzer baten: „bitte, ändere nichts mehr an diesem Wein, drehe keine großen Schrauben mehr, lass ihn so, wie er sich jetzt präsentiert, so natürlich, so saftig, so trinkig, so ausgewogen“. Schon der Duft des Weines beeindruckte uns mächtig: herrliche reife Fruchtaromen, Pfirsich, ein Hauch Mango, aber niemals penetrant plakativ, sondern sehr reduziert und natürlich, dazu eine steinige Mineralität. Der Wein trat mit einer solch natürlichen Selbstverständlichkeit auf, was in diesem Stadium recht ungewöhnlich ist. Kein banaler Alltagssaufwein, sondern seriöses Winzerhandwerk.

Achim von Oetinger hat sich während des Ausbaus selbst in den Wein verliebt, über 100mal hat er den Most probiert und jedes Mal dachte er an den enormen Aufwand, den er für dieses Fass betrieben hat, aber das Resultat machte ihm selbst enorme Freude, zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht und bescherte ihm eine innere Zufriedenheit in seiner Seele. Alles richtig gemacht im Weinberg, viel Handarbeit, viel selektive Lese, viel Beobachten, das Entscheidende zur richtigen Zeit machen, behutsam lenken. Herausgekommen ist ein – für uns – perfekter Riesling, der uns und Ihnen enormen Trinkspaß auf hohem Niveau zum – gemessen am betriebenen Aufwand – kleinen Preis beschert.
Und weil wir diesen Wein sehr besonders empfinden und er uns so begeistert – und hoffentlich auch Sie – bekommt er von uns das Siegel K&M Edition. 900 Flaschen hat uns Achim abgefüllt, mehr wird es nicht geben, greifen Sie also zu, wir versprechen Ihnen große Trinkfreude, wer Riesling mag, wird sich in diesen Wein verlieben!

2013 Riesling trocken „Edition K&M“:
45 Jahre alte Riesling-Reben aus der Großen Gewächs-Lage Erbacher Hohenrain, gelesen von Hand nach 3-facher Selektion im Weinberg am 24.10.2013. Die Beeren wurden entrappt, nach der schonenden Pressung verblieb der Most 18 Stunden luftdicht abgedeckt mit Klarsichtfolie auf der Maische und begann anschließend seine Gärung mit den Weinbergs, – und kellereigenen Hefen. Während den nächsten 4 Monaten Bâtonnage. (Bâtonnage beschreibt das regelmäßige Aufrühren der Weinhefe überwiegend bei Weißwein, die sich nach der Gärung am Boden des Fasses oder des Tanks abgesetzt hat. Dies bringt dem Wein mehr Fülle und Cremigkeit am Gaumen sowie eine bessere Lagerfähigkeit.) Der Most wurde nicht entsäuert, vor der Füllung wurde er auch nur leicht filtriert um den vollen Geschmack der reifen Beeren zu erhalten.

Herrlicher Duft nach reifem, gelbem Stein- und Kernobst. Am Gaumen fällt einem nach dem ersten Schluck sofort die wunderbare Balance von Frucht und Säure auf, das der Wein recht trocken ausgebaut ist, fällt nicht auf, sondern das fügt sich perfekt ins harmonische Gesamtbild ein. Sobald der erste Schluck aus dem Glas Geschichte ist, fordert die Zunge per Speichelfluß sofort den nächsten Schluck. Ein untrügliches Zeichen für Trinkfluß! Da ist nichts unreifes, grünes oder unharmonisches. Man spürt am Gaumen die von der Maischestandzeit herrührende leichte Phenolik, dazu bleibt die reife Säure und die saftige Art den Wein enorm lang am Gaumen und trägt den Wein sehr lange.

Einzelflasche € 11,90, wir empfehlen Ihnen aber das in Deutschland (ohne Inseln) versandkostenfreie 6er Paket zu € 65,40.

Das meinen unsere Kunden zu dem Wein

Das meinen Kunden und/oder Bloggerkollegen aus dem Social Media:
Peter Jakob: Zur Einstimmung auf den heutigen Fußballabend. Die Edition K&M von Achim von Oetinger. Mich hatten schon seine GGs in Wiesbaden begeistert. Richtig gut ist ein Winzer aber erst, wenn auch die Gutsweine überzeugen. Und dieser tut dies voll und ganz. Jetzt muss heute Abend nur noch der BVB ähnlich überzeugend sein.

Christoph Raffelt auf seinem Blogg „Originalverkorkt“

Als kürzlich das diesjährige Vinocamp stattfand, hat ein Teil des Rahmenprogramms, nämlich das Get-Together in der Gutsschänke der Ritter und Edlen von Oetinger stattgefunden. Das hört sich adliger an als es heute ist. Achim von Oetinger ist ein handfester Kerl und einer, der in den letzten Jahren ziemlich viel verändert hat, um zu einer neuen Qualität im Weinberg und im Wein zu gelangen. Leider war ich zu spät beim Get-Together, um noch an der Kellerführung teilnehmen zu können. Dafür habe ich damals einige Weine probiert, die ich schon ziemlich bemerkenswert fand. Armin Busch und Bernd Klingenbrunn von K & M Gutsweine in Frankfurt haben mir nun, bildlich gesprochen, eine Sonderedition auf den Tisch gestellt („Hey, probier mal, wir sind gespannt, was du davon hältst.“) und ich dachte mir, bevor ich jetzt morgen zum VDP nach Wiesbaden fahre, um mich dort in Ruhe den ganzen Großen Gewächsen zu widmen, trinke ich in Ruhe noch mal einen Schluck Riesling aus diesem Rheingauer VDP-Betrieb.

Copyright by Christoph Raffelt

Copyright by Christoph Raffelt

In der Nase finden sich rauchige Noten, gelbe Früchte und steinige Würze. Es duftet verhalten, aber dieses Verhaltene hat einen Drang, den man spürt. Der Wein wirkt ein wenig gefesselt, noch unentschlossen aber kraftvoll. Am Gaumen findet sich diese Kraft viel deutlicher als in der Nase. Hier findet sich reife, aber keineswegs überreife Frucht, gepaart mit ordentlicher, knackiger Säure, die den Riesling trägt und die er braucht, denn der Wein hat Stoff, hat Phenole, hat Würze. Steinobstfrucht und Kernfrucht ist in diesem Rieslingtypus gar nicht mehr entscheidend, hier geht es um Stoffigkeit mit Balance, um Kraft die durch eine längere Maischestandzeit erzeugt wird. Dies ist ein Wein, der in einer gewissen Weise streng ist und kühl und den man trotzdem Schluck für Schluck genießt. Dies ist kein Gutswein im eigentlichen Sinne, das ist deutlich mehr. Das schmeckt man und das wird auch klar, wenn man liest, welcher Aufwand betrieben wurde. Dass Armin Busch und Bernd Klingenbrunn begeistert sind, kann ich da voll und ganz verstehen. Allerdings würde ich dem Wein ein bisschen weitere Reifezeit im Keller gönnen, um sich noch ein wenig weiter zu entwickeln. Das dürfte dem Jungspund nicht schaden.

Den Wein gibt es bei K & M Gutsweine. Eine der 900 Flaschen kostet € 11.90. Sechs gibt es für € 65.40.

Pressestimmen zu den 2013er GG´s
2013 Marcobrunn GG
2013 Siegelsberg GG
2013 Hohenrain GG

Stuart Pigott:
Stuart Pigott @PigottRiesling: discovery! Congrats to Achim von Oetinger(Erbach/Rheingau) for 3 delicious dry #Riesling GGs. Prinz, Weil + Kuenstler also top!

Dirk Würtz:
Den Preis für absolute Kompromisslosigkeit gewinnt in diesem Jahr, wieder einmal, Achim von Oetinger – kurz “Ö” genannt. Der “Marcobrunn” steht wie ein Bunker. Fest, kantig und uneinnehmbar. Wer so etwas mag, wird es lieben. Ich mag das sehr! Gleiches gilt für den “Siegelsberg”, der noch einmal mit seiner fantastischen Phenolstruktur auftrumpft. “Ö” gehört für mich zu den Besten!

Paul Truszkowski-drunkenmonday:
Achim von Oetinger, nicht nur ein großartiger Pfundskerl, sondern auch der leise Revoluzer des Rheingaus. Was er in diesem Jahrgang an Eigenständigkeit, Charakter und trotzdem klarer Rheingau-Herkunft auf die Flaschen bringt sucht seinesgleichen. Der Hohenrain verbindet Charakter und Eigenständigkeit, ist aber trotzdem ganz klar als Rheingauer zu erkennen. Noch nicht ganz beieinander, aber hat ja auch noch Zeit. Gerne würde ich ihn in zehn Jahren probieren. Der Siegelsberg ist frisch & klar wie ein Gebirgsbach (Stichwort: “Frische Sommerluft nach Regenguß”). Dagegen ist der Marcobrunn ein Mann von Wein: Griffige Phenolik, Spannung am Gaumen und eine Struktur zum Kauen. Saugut.

Felix Bodmann – der Schnutentunker:
Es ist langweilig, aber Robert Weil fliegt mal wieder am höchsten. Der Wein ist kräftiger als frühere Jahrgänge aber immer noch sehr elegant. Neu für mich ist, dass Weil sich die Flughöhe teilen muss. Kesseler hat einen Schlossberg, der leichter aber genau so gut ist, Ritter und Edler von Oetinger kommt mit dem Siegelsberg ganz nah und hat gleich noch zwei weitere Flieger am Himmel; Hohenrain und Marcobrunn müsste ich aber in größeren Mengen im Glas haben um ein finales Urteil zu fällen.
Wer von Oetinger ignoriert, ist selber schuld. Er ist der Aufsteiger des Jahres, denn zwei so starke Auftritte hintereinander haben nichts mit Glück zu tun.
„Herrje, der Rheingau! Robert Weil dieses Jahr etwas dicker aber großartig. Kesselers Schlossberg schlanker und fast genau so großartig. Den Eindruck von letztem Jahr bestätigt und ganz vorne dabei: von Oetinger.

Christoph Raffelt | originalverkorkt.de:
……und in diesem Jahr vor allem bei Achim von Oetinger. Achim von Oetinger hat wohl von allen am meisten Gas gegeben, denn er trat mit dem Marcobrunn, dem Siegelsberg und dem Hohenrain an und alle drei Weine sind Knaller. Alle haben von allem viel – viel Saft, viel Reife, viel Säure, viel Phenole, viel Würze. Aber da ist nirgendwo zu viel und es ist alles balanciert. Der Wein erinnerte mich spontan an den Auftakt zu Film Planet der Affen 2001: Odyssee im Weltraum. Im Hintergrund beginnt Strauss‘ Also sprach Zarathustra, die Sonne geht auf und der Blick fällt aus der Froschperspektive auf einen großen Monolithen. Nur, dass das in diesem Fall der Marcobrunn von Oetinger war – in der Jeroboam, um im Bild zu bleiben. Ein kantiger Monolith, der noch viel Zeit braucht.

Nikolas Rechenberg | nikos-weinwelten.de:
Auch der Rheingau ist wieder im Kommen, erlebt einen schönen Aufbruch – die Weine sind sehr dicht und animierend, eine geschlossene Reihe ohne viele Ausreißer. Im Rheingau überzeugten der Jesuitengarten und Rothenberg von Geheimrat J. Wegeler und die Weine von Ress, Künstler, Kesseler und Weil, aber auch Barth, Achim von Oetinger, Prinz, August Eser und Baron Knyphausen sorgten für echte Überraschungen.

Sascha Speicher:
„Noch eine Ergänzung zum Rheingau. Dort ist der Aufschwung wirklich bemerkenswert. Es wird experimentiert, wie bei den GGs von Spreitzer zu schmecken. Das hat zum Teil funktioniert, ging aber auch bei zwei Weinen etwas daneben. Egal. Der Mut ist großartig. Die Überraschung des Jahres waren die Weine von Achim von Oetinger. Wobei: so richtig überraschend kam das gar nicht. Nur vielleicht in der Breite mit drei Topweinen nicht ganz zu erwarten.

Christian Schiller:
Rheingau – 56 wines, unchanged from last year.
There was less Rheingau bashing this year than in previous years.Some people were talking about a Rheingau turn-around.
In that context, a name that came up again and again was that of Achim von Oetinger, the charming winemaker and owner of Weingut Achim von Oetinger. He presented 3 wines: Marcobrunn, Siegelsberg and Hohenrain. I liked in particular the Marcobrunn: superb balance of fruit and acid, with some minerality and a very long finish.

Dirk Würtz: … wieder einmal, Achim von Oetinger … gehört für mich zu den Besten!

Unfortunately, the wines of Achim von Oetinger are not available in the US. Achim says, he is too small for exporting to the US. We have to convince him of the opposite. He can do it!

Mario Scheuermann | weinreporter.de:
„Im Rheingau war meine Ausbeute an grossen Weinen am reichsten. Hier meine fünf Favoriten des heutigen Tages. Stilistische Vielfalt und Terroirausprägung auf hohem Niveau: ……2013 Marcobrunn GG

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Große Gewächs Präsentation 2014 in Wiesbaden – Berichte der Verkoster vor Ort

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 26 August 2014

Seit Montag laufen die Verkostungen der Großen Gewächse des VDP. Bei den Weißweinen steht der 2013er auf dem Prüfstand, bei den Rotweinen 2012.

Hier fasse ich laufend atualisiert die Kommentare anderer Blogs zusammen, da von K&M keiner vor Ort ist. Wir gehen unserem Geschäft in unseren Läden nach. K&M wird sich am Mittwoch, den 27.8.14 in Mainz mit den GG aus Rheinhessen sowie am 8.9.2014 in Berlin mit allen GGs aus Deutschland beschäftigen und auch berichten.

Dirk Würtz – Alles über Wein und den Rest der Welt…
VDP Große Gewächse Teil 1
VDP Große Gewächse Teil 2

Nico Rechenbach -Gourmetwelten

Weinreporter Mario Scheuermann
VDP GG 2012 Ahr
VDP GG 2012 Lemberger
VDP GG 2013 Silvaner
VDP GG 2013 Württemberg
VDP GG 2013 Nahe
VDP GG 2013 Mittelrhein
VDP GG 2013 Baden

VDP GG 2013 Rheinhessen

Christian Schiller – Schiller-Wine

Felix Bodtmann (Der Schnutentunker)
Teil 1: Mittelrhein, Rheinhessen, Nahe, Rheingau
Teil 2: Riesling aus dem Rest der Republik
Teil 3: Spätburgunder

Oliver Bock (Rheingauer Weinschmecker)

Paul Truszkowski (Drunkenmonday)
Mittelrhein & Rheingau

Markus Vahlefeld
Teil 1 Rheingau

Teil 2 Mosel – Nahe
Teil 3 Rheinhessen

Sascha Speicher: (Meininger Verlag)
Noch eine Ergänzung zum Rheingau. Dort ist der Aufschwung wirklich bemerkenswert. Es wird experimentiert, wie bei den GGs von Spreitzer zu schmecken. Das hat zum Teil funktioniert, ging aber auch bei zwei Weinen etwas daneben. Egal. Der Mut ist großartig. Die Überraschung des Jahres waren die Weine von Achim von Oetinger. Wobei: so richtig überraschend kam das gar nicht. Nur vielleicht in der Breite mit drei Topweinen nicht ganz zu erwarten. Leitz erstmals dabei und gleich ganz weit vorne. Und dann die beiden großen Namen, Schloss Johannisberg und Robert Weil, mit zwei klasse GGs. Schloss Johannisberg für mich der beste Rheingauer.

Christoph Raffelt – Originalverkorkt

Hier geht es zu den Notizen Rheinhessen & Pfalz

Hier geht es zu den Notizen Rheingau & Nahe

Hier geht es zu den Notizen Mosel, Mittelrhein, Franken, Baden & Württemberg

Hier geht es zur Erläuterung, was ein Großes Gewächs überhaupt ist

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Klassiker: Restaurant Weinschänke Schloß Groensteyn

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 25 August 2014

Immer eine Reise in den Rheingau wert ist das Restaurant Weinschänke Schloß Groensteyn in Kiedrich. Unser gestriges Weinschmecker-Menü lies keine Wünsche offen, das 4-Gang-Menü zu 40 € ohne Weine. Dazu gab es einen 2009er Westhofener Kirchspiel Riesling Großes Gewächs vom Weingut Keller, welches sich in einer sehr guten Verfassung zeigte. Viel reife, gelbe Frucht, frische Säure, guter Körper, trinkfreudig. Auf der bestens sortierten und sehr fair kalkulierten Weinkarte wird man mit fast allen lokalen Größen verwöhnt, die weitere Auswahl lässt insbesondere Bordeaux-Liebhaber aufhorchen, gibt es doch auch auf der Raritätenkarte einige tolle Schnäppchen machen. Zum Hauptgang wählten wir einen taufrischen 1998er Pauillac Grand Puy-Lacoste, ungemein harmonisch, bestes Tannin, kaum Adstringenz, gute, knackige Säure, viel dunkle Beerenfrucht, Hauch Orangenzeste, guter, druckvoller Körper. Hat sicherlich noch mindestens 5 Jahre Zeit.

WeinschmeckermenüIMG_5011[1]IMG_5007[1]IMG_5012[1]

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(Nord) – Baden´s Neue Schätze: Weingut Sven Nieger / Varnhalt

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 18 September 2013

Besuch bei Weingut Sven Nieger – Baden /Ortenau/Varnhalt

Wenn man in der letzten Zeit eine gewisse Aufbruchstimmung im Rheingau verspürt, so hat man im nördlichen Anbaugebiet Badens, der Ortenau, im Besonderen im Baden-Sven NiegerBadener Rebland nicht unbedingt das Gefühl, das sich dort etwas tut, wenn man sich in der Weinszene in den bekannten Medien bewegt. Der Landstrich ist nach wie vor von Winzergenossenschaften dominiert, wenn auch hier in letzter Zeit die ein oder andere geschlossen bzw. vom größeren Mitbewerber geschluckt oder fusioniert wurde. Neben WG´s gibt es noch das bekannte Schloss Neuweier, wo mittlerweile einen neue Mannschaft am Start ist, da bleibt abzuwarten, wie sich das Weingut in der Zukunft ausrichtet.
Die wenigen selbstständigen, schon länger bekannten guten, erfolgreich und individuell arbeitenden Winzer der Region Rebland aber kennt man (Alex Laible, Holger Dütsch, Johannes Kopp , eventuell noch Schloss Eberstein etc.). Ab und an entdeckt man dann auch selbst einen neuen Winzer, so wie vor 2 Jahren auf der Badischen Weinmesse in Offenburg das Weingut Fröhlich-Leonetti aus Neuweier oder an anderer Stelle Maier aus Baden-Baden-Haueneberstein. Wenn man dann aber als gebürtiger und der Region verbundener Gernsbacher (bei Baden-Baden) von einem neuen Winzer aus der Region liest, von dem man aber noch nie etwas gehört hat und dieser gleichzeitig sehr hohe, auf Top-Großen Gewächse-Niveau stehende Bewertungen der Zeitschrift Falstaff erhält, wird man hellhörig und natürlich auch neugierig. Und da sowieso der Besuch der Heimat anlässlich des Gernsbacher Altstadtfestes anstand, machten wir am Samstagvormittag einen Ausflug ins Baden-Badener Rebland nach Varnhalt, um Sven Nieger einen Besuch abzustatten.

Schon die Fahrt von Baden-Baden über das Hofgut Fremersberg macht trotz des schlechten Wetters (leichter Nieselregen) zumindest optisch Spaß. Am Varnhalter Feigenwäldchen öffnet sich rechter Hand diese wunderbare, fast Amphitheater angelegte Lage und bietet einen tollen Anblick. Kurz vor Varnhalt dann ein herrlich Blick über die gesamte Region mit den imposanten Weinbergen rund um den Varnhalter Klosterbergfelsen, wo Sven Nieger im Kernstück der Ur-Lage beste Parzellen gepachtet hat, wie er uns später bei einer Rundfahrt durch die Weinberge Varnhalts und Neuweiers schildert.  Auch die Riesling- und Pinottrauben am Stock sind sehr lockerbeerig und nicht gerade in riesiger Anzahl vorhanden, wenn man das mal mit den Trauben der Nachbarparzellen vergleicht. Derzeit macht ihm das Wetter etwas Sorgen (regnerisch, etwas schwül, feucht, vereinzelte Fäulnisnester wurden gesichtet) aber alles in allem schaut es noch gut aus, die langfristige Wetterprognose sagt zumindest trockenes Wetter voraus.

Sven Niegers Weingut (ca 3,0 ha Rebfläche, steigend) existiert erst seit knapp 2 Jahren, der 31 jährige hat die 2012er Kollektion noch neben seiner Anstellung bei Schloss Neuweier im Nebenerwerb vinifiziert. Ein abgeschlossenes Studium in Geisenheim (übrigens mit unserer Winzerin Eva Vollmer) sowie Praktika und Stationen beim Pfälzer Weingut Siener und eine kurze Stippvisite bei Schloss Neuweier stehen in seinem Lebenslauf. Auslandserfahrung sammelte er beim Weingut Salomon-Undhof (Kremstal) sowie in Marlborough/Neuseeland beim Weingut Framingham. Seit 5 Monaten (am 8. Mai wurde das Weingut offiziell eingeweiht) ist er nun nicht nur stolzer Papa, sondern im Vollerwerb als Winzer tätig. Und man merkt ihm die Freude bei der Rundfahrt an, er zeigt uns brachliegende Flächen, die er demnächst pachten bzw. kaufen will, alles Steillagen, die nur manuell zu bewirtschaften sind und die keiner mehr bewirtschaften will, zum Teil werden auch noch Flächen mit altem Rebbestand dazugekauft, mit zum Teil 50-60 jährigen Rieslingreben bestockt. Wo andere Winzer Flächen haben veröden lassen, pachtet oder kauft er diese, um dieser Region mit seinen „Neuen Badischen Schätzen“ wieder etwas mehr Schwung zu verleihen. „Alles ist etwas eingerostet in dieser Region“, kein oder nur eine verschwindend geringe Anzahl an Winzernachwuchs ist da, der die Region wieder ins Bewusstsein des Weinfreundes zurückführt. Auch das gemeinsame Vermarkten der Region sei hier ein Problem, er wünscht sich mehr
gemeinsame Aktionen, sei es Winzerfeste oder ähnliches in der und für die Region. Etwas neidisch blickt er da über den Berg Richtung Süd-Pfalz, wo es so schöne Feste gibt wie den Birkweiler Weinfrühling oder das Ilbesheimer Kalmitfest, wo es die Winzer exzellent verstehen, Kulinarik und Wein für Jung und Alt auf ganz einfache Weise zu zelebrieren. „So etwas fehlt hier“. Aber auch daran will er etwas ändern…

Apropos Kulinarik. Die Weine sind schon in einigen Toprestaurants der Region vertreten. Hotel Dollenberg in Bad Peterstal, Sackmann und Bareiss in Baierbronn, die Traube in-Tonbach hat auch schon angeklopft.
Ingesamt gibt es derzeit 4 Weine aus den Lagen Varnhalter Klosterbergfelsen, Neuweierer Mauerberg, Umweger Stich den Buben, sowie einen trockenen Gutswein, allesamt Rieslinge, alle normal mit Reinzuchthefen vergoren, alle aus dem Stahltank, sehr niedrige Erträge, minimal fitriert, alles in allem wird so wenig wie möglich im Keller eingegriffen. Dort schlummert übrigens noch in einem Taransaud-Fass ein Pinot Noir.
Probenotizen
2012er Rieslinge von Sven Nieger2012 Riesling trocken 12% Alk.
Sven Niegers „Gutswein“. Zart gelbes Steinobst, auch helle Früchte im Duft. Am Gaumen feine Säure, sehr saftige, unaufdringliche Frucht, zart-würzige Noten, etwas Tabak, gut austariert, entwickelt eine gute Länge und auch Druck. Tolle Qualität für einen „einfachen Gutswein“, dabei sehr natürliche, sehr selbstverständliche Art. Macht Spaß, sehr trinkig, auch ohne Essen. 88/100 Pkt.

2012 Riesling Stich den Buben
Sehr feinduftig, nichts aufdringliches, kein Primärfruchtbomber, man schmeckt die etwas höhere Reife zum Vorwein (diesen hätte er gerne eine Woche später gelesen) ; zeigt eine feine Kräuternote, wirkt kühl, gut im Gleichgewicht von Frucht, Säure und Restzucker, analytisch an der Grenze zu halbtrocken mit 8,5g RZ; aber der Wein ist so harmonisch in sich, dass der Wert eher nebensächlich ist. Spricht sicher auch den „Ich will nur trockenen Riesling-Trinker“ an. 87/100 Pkt.

2012 Riesling Klosterberg trocken 13% Alk.
Wiederum sehr unaufdringliche Frucht, etwas Exotik (Sternfrucht), etwas Aprikose, Kräuter, Citrus, mineralisches Fundament. Am Gaumen ungemein vielschichtig und gleichzeitig spielerisch, wirkt einerseits schlank, sehr klar und auf den Punkt fokussiert, zeigt sich sehr harmonisch, aber niemals langweilig. Feiner Säurebogen, ungemein vielschichtig, drückt und schiebt am Gaumen und im Nachhall, sehr elegant, im Finish enorme Länge, trocken ausgebaut, 1g Restzucker.  93/100 Pkt.

2012 Riesling Neuweier Mauerberg trocken 13% Alk.
Bei diesem Wein schleicht sich etwas Rotfruchtiges ein, wie ich es eher vom Roten Hang oder vom Kastanienbusch aus Birkweiler kenne. Dazu aber auch ein feiner Fruchtmix von reifem, gelben Stein- und Kernobst (Quitte, Marille, gelber Apfel). Am Gaumen von großer Dichte, mundfüllend, reife Frucht, salzige Mineralik, schiebt und drückt ohne Ende, große Länge, komplett trockenes Finish, ein Athlet ohne ein Gramm Fett. Großes Potential! 94/100 Pkt.

Ich muss schon lange zurückdenken, wann mich Weine aus meiner Heimat derart beeindruckt haben. Daher ist es mir auch ein dringendes Bedürfnis, diese Eindrücke zu Papier zu bringen, denn die Weine und der Winzer haben es sicherlich verdient. Ich hoffe inständig, dass es Sven Nieger schafft, seine Vision und Idee zu stemmen, noch ist er ein Einzelkämpfer in der Region, aber sollte er es schaffen, dann sollte es doch dieser wunderschönen Region und einigen jungen Winzern Mut geben, es auch zu probieren. Und das er auch noch glühender KSC-Fan ist, macht ihn noch sympathischer 😉

Sven Nieger auf Facebook, Homepage
Aktuelle Falstaff-Bewertungen

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1. K&M Hausmesse am 5.5.12 – das Weinevent in Frankfurt

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 2 Mai 2012

K&M Hausmesse am 5.5.12 14-21 Uhr
Samstag, 05.05.2012 / 14:00-21:00
1. K&M Frühjahrs-Hausmesse
Ort: KETAO Hanauer Landstrasse 186, 60314 Frankfurt
Kosten: 19 € Vorverkauf / 25 € (Tageskasse)

Karten in beiden Läden erhältlich.
Im Preis inbegriffen ist ein hochwertiges Stölzle Verkostungsglas.

Wir präsentieren Ihnen auf unserer 1. Frühjahrs-Hausmesse ca. 20 deutsche Weingüter, von der Entdeckung des Jahres bis zum hoch-dekorierten VDP Weingut. Knapp 100 Weine zum Verkosten, ein Flying Buffet aus der Aromaküche von KETAO Chef Markus Liebethal sowie viele spannende Gespräche warten auf Sie.

Nur am 5.5.2012 erhalten Sie auf die Original-Winzer-Abhof-Preise aller vorgestellten Weine 10% Messerabatt!!

Einige Winzer, u.a. Hanspeter Ziereisen, Arne Bercher, Eva Vollmer, Arndt Köbelin, usw. werden persönlich einschenken.

Aus Deutschland:
Heymann-Löwenstein / Wittmann / Bercher / Theo Minges / Eva Vollmer / Köbelin / Alexander Laible / Ziereisen / Speicher-Schuth / von Racknitz / Melsheimer / (O)laf Schneider / Margarethenhof-Weber / Jülg / Pfirmann / Andreas Durst / Stefan Raddeck / Altenkirch /

Special guests:
Erwin Tinhof – passioniert pannonisch auf Topniveau
Uschi Wengelnik – Ihr Lieblings-Rosé aus dem Corbieres


>> mehr Info, Anfahrt, Location, Parkplätze 

 K&M Gutsweine – 2 mal für Sie in Frankfurt (Bockenheim & Nordend, sowie weltweiter Versand via Online – Shop

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Die Ziereisens – Besuch der 2008er Jahrgangsprobe am 27.11.2010

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 9 Dezember 2010

TERMINHINWEIS:

Jahrgangsprobe Ziereisen bei K&M Gutsweine, dazu öffnen wir alle Champagner von Cyril Janisson
 (5 € Kosten)

Do, den 16.12.2010 16-21 Uhr K&M Gutsweine – Bockenheim, Hamburger Allee 37, 60486 Frankfurt
Sa, den 18.12.2010 12-17 Uhr K&M Gutsweine – Nordend, Gluckstrasse 20, 60318 Frankfurt

Weitere Infos: hier klicken

Impressionen bei Hanspeter und Edeltraut Ziereisen 2010

Ach was war des scheee. Edeltraud und Hanspeter Ziereisen hatten zur jährlichen Jahrgangspräsentation geladen und für mich Grund genug, nach einigen Besuchen zur etwas wärmeren Jahreszeit mich diesmal zur Adventszeit auf den Weg gen Süden der Republik aufzumachen. Der Wettergott hatte auch ein Einsehen und tauchte die Markgräfler Landschaft und den Ziereisen´schen Hof in ein „Winter-Wonder-Land“.

An 5 Stationen über das ganze Haus sowie über das angrenzende Blumenatelier verteilt konnte man die aktuellen Jahrgänge in Weiß und Rot probieren, dazu gesellten sich auch Weine der Winzer, die die Ziereisens´s ebenfalls aufgrund der gr0ßen Nachfrage aus der Schweiz nach deutschen Weinen in ihrem Hofladen verkaufen, (van Volxem / Saar), ( Jochen  Beurer / Würtemberg), (Markus Molitor / Mosel). Gastwinzer war Thomas Teibert von der Domaine L´Horizon aus dem Roussillon,  dazu aber später mehr. Der Gastgeber war sichtlich überrascht, uns zu sehen, freute sich aber sehr herzlich und bot sogleich ein Quartier an, falls wir angesichts der zu probierenden Menge nicht mehr gen Heimat fahren wollen. 

2002er Pinot Sekt (12 €)
Hanspeter ist ein großer Fan von gutem „Prickelwasser“, (bei unserer letzten RendezVino verteidigte er vehement eine Flasche Champagner Janisson-Baradon „Toulette“), aber der 2002er und der noch folgende 03er werden seine letzten Prickler sein, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Eigentlich schade, denn dieser 02er war richtig gut und man merkt auch hier den hohen Anspruch. Feinstes Mousseux, sehr elegant am Gaumen, wunderbare Aromen gelber Früchte, etwas Nuss. Sehr stimmig und auch nachhaltig. (88/100 K&M Punkte)

2008 und 2009er Weißer Burgunder (8,80 €)
Immer wieder schön, Weine aus zwei aufeinanderfolgenden Jahrgängen parallel zu verkosten und auch einmal den Jugendwahn-Trinkern den Zahn zu ziehen. Während hierzulande schon über ungelegte Eier (2010er Jahrgang) geurteilt wird, der 2009er noch nicht einmal seinen Kinderschuhen entwachsen ist, bereitet jetzt der 2008er – egal, bei welchen Weingütern ich die letzten Wochen probiert habe – enormen Trinkspaß. Diese Leichtigkeit, diese reife, zarte Säure, die Aromenentwicklung, alles passt jetzt perfekt zusammen und entwickelt sich auf der Zunge zu einer perfekten Harmonie, alleine, wie auch zu einem schönen Essen. Auch hier zeigt der feine, zart Apfel-Birnen- Fruchtige 08er deutlich seine Vorteile gegenüber dem noch deutlich von Hefe geprägten, mit Maracuja-Frucht unterlegtem, auch wuchtigeren 2009er. (87/100 Gault Millau 2011, 86/100 K&M-Punkte)

2009 Gutedel „Steingrüble“(10,50 €)
Gutedel kann so fade, langweilig und dünn wie Wasser sein.. Was Hanspeter jedoch dieser Rebe durch konsequentes Qualitätsmanagement im Weinberg wie im Keller entlockt, ist schon faszinierend. Die knapp 30 jährigen Reben stehen auf Muschelkalkböden, zeigen durch die niedrige Säure und den feinen Schmelz fast burgundische Züge. Und Kraft hat der Wein allemal. Hanspeter lässt den Most einige Zeit auf der Maische stehen und ihn zudem im Fass reifen. Wir schmecken florale Noten, auch Äpfel und Zitrus, am Gaumen zeigt er eine mittlere Kraft, zarten Schmelz und: TRINKIGKEIT! Dazu noch eine leicht hefige Note mit einem kleinen Bitterl im Nachhall, dieses stört aber so ganz und gar nicht. (87/100 Gault Millau 2011, 86/100 K&M-Punkte)

2008 Blauer Spätburgunder „unfiltriert“ (8,80 €) (als Schnäppchen-Wein im Gault Millau 2011 ausgezeichnet)
Ganz feine Rotfrucht, Pflaume, Tannin lugt noch etwas hervor, feine Säure, die Frucht wirkt niemals kitschig aufgesetzt, ja gewollt, sondern immer in Richtung Pflaume und Kirsche tendierend. Im Kern feiner Schmelz und für einen Einstiegswein von sehr, sehr guter Qualität. (87/100 Pkt. Gault Millau 2011, 88+/100 K&M Punkte)

2008 Zunderobsi Cuvée (12 €)
Hanspeter beugt sich (gerne) dem Druck seiner Kundschaft. Was 2006er nur als Notlösung wegen der minderen Qualität der Syrah für seinen Gestad eingeführt wurde, erfreute sich so großer Nachfrage, dass er 2008 wieder mit einem Zunderobsi aufwartet. Und das „Teil“ ist nochmals besser geworden. Zu Spätburgunder und Syrah gesellt sich ein wenig Regent, die man durch die dunkle Farbe zu erkennen scheint. Duftet nach Blaubeeren, Kirsche und neuem Holz (18 Monate Barrique, 20% davon waren neu) Am Gaumen voller dunkler Frucht, ein Maul voll Wein, frische rote Frucht, kühl, rauchige, pfeffrige Noten, sehr saftiger Charakter. (keine Wertung Gault Millau 2011, 87/100 K&M Punkte)

2007 Grauer Burgunder „Musbrugger“ (18 €)
35 jährige Rebanlage, in einer Korbpresse schonend gepresst und im großen Holz spontan vergoren. Vollreife, und herrlich ausgeprägte gelbe Fruchtnoten, auch feine Gebäcknoten (Nuss, Butter), kraftvoll am Gaumen, endet in einer wunderbar kalkigen Mineralität, zügelt die Kraft und gibt dem kraftvollen eine herrliche Wendung ins Mineralische. Lang! (keine Wertung Gault Millau 2011, 90/100 K&M Punkte)

2008 Chardonnay „Hard“ (18 €)
Der Hard zeigte sich in dieser Reihenfolge der Probe etwas arg von seiner frischen, doch eher kargen Art. Relativ säurebetont, zarte Rauchnoten, leicht herb-grüne, vegetative Noten. Würde mir da lieber noch einmal eine andere Flasche zu Rate ziehen, denn so kenne ich ihn nicht. (90/100 Pkt. Gault Millau 2011, o.W K&M Punkte)

2008 Grauer Burgunder „Jaspis“ Alte Reben (30 €)
WOW! Was für ein Kaliber! Der Wein packt zu und lässt einen nicht mehr los. Der Duft irgendwo zwischen Quitten, gelben Äpfeln, Birnen, Aprikose. Auf der Zunge von seidig-dichter Textur, cremig. Zeigt aber auch über eine feine, reife Säure eine tolle Rasse. Tolles Spiel am Gaumen, seidige Textur, crispy frisch, tolle Konzentration, enorme Kraft. Hanspeter nennt ihn „seine Montrachet“. Für mich das weiße HIGHLIGHT, noch vor den Gastweinen aus dem Roussillon der Domaine L´Horizon. (91/100 Pkt. Gault Millau 2011, 93/100 K&M Punkte)

2008 Blauer Spätburgunder „Tschuppen“ (12 €)
Viel reife Fruchtaromen, Zwetschge, insbesondere Kirsche, die Aromen wirken sehr natürlich, ich erinnere mich an den Geschmack der Früchte, als man noch selbst auf den Baum klettern konnte. Dazu eine bestimmende, reife Säure, die aber durch den Schmelz des Weines wunderbar aufgefangen wird. Alles wirkt sehr harmonisch, macht schon viel Spaß, kann aber durchaus seine 7 Jahre lagern, wie neulich ein 2003er Tschuppen eindrucksvoll als begleitender Wein zu einem Hirschrückensteak belegte. (88/100 Pkt. Gault Millau 2011, 89+/100 K&M Punkte) Bei K&M auch als MAGNUM verfügbar

2008 Blauer Spätburgunder „Schulen“ (18,50 €)
Der Schulen zeigt sich im Vergleich zum Tschuppen deutlich dunkelfruchtiger und wesentlich konzentrierter. Ich schmecke schwarzen Pfeffer, Lakritz, auch sehr ätherische Kräuternoten (ja es war der Schulen und kein Syrah) Fleischig, mundfüllend, auch feines Tannin, die Säure da, versteckt sich aber hinter der fleischigen Fruchthülle des Weines. Wunderbarer Wein!! (89/100 Pkt. Gault Millau 2011, 90/100 K&M Punkte)

2008 Blauer Spätburgunder „Rhini“ (22 €)
Hanspeter schaute etwas komisch, als ich meinte, für mich der vernagelste Wein der Serie. Klar, Tschuppen und Schulen sind eigentlich immer die offensten Weine, der Rhini zeigt sich für mich aber eher immer über seine kraftvolle Art denn seine Frucht, die mich diesmal an aromatische Himbeeren erinnerte. Zeigt Kraft und ist herrlich elegant am Gaumen, in der Leichtathletiksprache würde ich ihn als Langstreckenläufer bezeichnen, allerdings bepackt mit Muskeln. 10 Jahre Reife sollten kein Problem für ihn, also den Wein, werden. (92/100 Pkt. Gault Millau 2011, 92+/100 K&M Punkte)Bei K&M auch als MAGNUM verfügbar

2008 Syrah „Gestad“ (22 €)
Kühl bis unter den Kapselrand, wirkt recht leicht (hat auch nur 11,9 Volt), am Gaumen ebenfalls sehr straff, die Säure noch etwas prononciert, wahrlich kein Schmeichlerwein, dunkle Beeren, hat guten Zug am Gaumen, Graphitmineralik (??). Puristisch, muss ich nochmals nachprobieren. (90/100 Gault Millau 2011, o.W. K&M-Punkte) Bei K&M auch als MAGNUM verfügbar

2008 Pinot Noir Jaspis Alte Reben (35 €)
Duftet nach hochreifen roten Beeren, aber auch dunkle „Untertöne“ von schwarzen Johannisbeeren mischen mit. Holz?, Ja, aber mehr gebrauchtes Fass, keinesfalls dominant, die Frucht, die Dichte, die Länge, all diese Faktoren gehen eine wunderbare Verbindung miteinander ein. Wirkt einerseits kraftvoll, dann aber wieder filigran. Tolle Länge. (92/100 Pkt. Gault Millau 2011, 91/100 K&M Punkte)

2008 Pinot Noir Jaspis Jungfernwein (28 €)
Erstertrag aus neu angepflanzten Reben in der Gemarkung Tschuppen. 2 Träubchen pro Stock wurden geerntet, der Saft 7 Wochen auf der Maische gelagert und für 20 Monate in je 50% neuen und gebrauchten 2 Barriques ausgebaut, Hanspeters Spielwiese….Viel reife Beeren, am Gaumen dicht und kompakt, weich wie Seide, Lakritz, fleischig (ein Maul voll Wein) 3 Flaschen wanderten in den Kofferraum…(k.W. Gault Millau 2011, 90+/100 K&M Punkte)

Von den Gastwinzern stachen vor allem die Weine des gebürtigen Schwaben Thomas Teibert heraus. Er betreibt die Domaine L´Horizon an der Côtes du Roussillon. Wir probierten:

2008 und 2009 Le Patriot VdP Côtes de Catalanes
Eine Cuvée aus den Rebsorten Macabeau und Muscat Petit Grain, der 09er besteht zu 95% aus Muscat. Eine völlig andere Welt im Vergleich zu Hanspeters Weinen. Zuerst fiel mir die relativ reife, fast süßliche Frucht auf, insbesondere beim 08er, dazu schmeckten wir auch würzige Nuancen, für mich alleine getrunken eher zu anstrengend, der 09er hatte den Vorteil der Frische, war recht süffig, groß lagern würde ich aber beide Weine nicht. Kostet bei Hanspeter 20 €, in Frankfurt für 18 € gesehen.

2008 Domaine de L´Horizon blanc
Aus größtenteils Macabeu, dazu Grenache Gris und etwas Grenache Blanc entsteht ein Kraftpaket von Wein, der mit seinen subtiler Aromen von Zitrus, Tabak und floralen Noten Tiefe und Komplexität verbindet. Am Gaumen angenehm frisch, sehr harmonisch, Aromen von Steinobst (Pfirsich) wieder Tabak, ungemein trinkig. Kostet um die 30 €, (in Frankfurt für 26,50 € gesehen), ehrlich gesagt hatte ich am 08er Jaspis Grauburgunder von Hanspeter mehr Spaß.

Ziereisen-Weine bei K&M Gutsweine

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Ziereisen´s Ausblick auf den Jahrgang 2009

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 6 März 2010

Ausblick auf den Jahrgang 2009:
Der Jahrgang 2009 verspricht einiges an Spannung. Nach viel Wärme und Feuchtigkeit im Sommer begann die Lese eine knappe Woche früher als gewöhnlich – und mit perfektem Herbstwetter. Allerdings trieb das schöne Wetter mit strahlendem Sonnenschein die Öchslewerte in die Höhe und ließ die Säure in den Keller fallen. Mehr lesen… Plumpe Alkoholmonster ohne Frische konnten wir allerdings verhindern, da unsere Lesemannschaft als erste in den Reben stand und mit Hochdruck arbeitete.

Dank unseres „Standardqualitätsrepertoires“ (intensive Weinbergsarbeit, strenge Auslese während der Lese, nochmaliges Aussortieren am Sortiertisch, äußerst schonende Verarbeitung) hatten wir vollkommen gesunde Trauben und die Gärung verlief problemlos. Sicherlich wird 2009 ein stilistisch außergewöhnlicher Jahrgang werden.

Die Anschaffung unseres Sortiertisches im Jahr 2008 scheint sich übrigens mehr als ausgezahlt zu haben. Die 2008er Rotweine präsentieren sich, obwohl noch in den Fässern liegend, noch einmal klarer, fokussierter und prägnanter als ihre Vorgänger.

Quelle: Weingut Ziereisen

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Ziereisen´s Ausblick auf den Jahrgang 2008

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 6 März 2010

Ausblick auf den Jahrgang 2008:
Von wegen Klimawandel: Dieses Jahr haben wir nach einem durchwachsenen Sommer erst Ende September mit der Lese begonnen. 2008 haben sich die Toplagen und unsere intensive Weinbergsarbeit mit Ausdünnung und Trauben teilen besonders ausbezahlt und wir haben hochgesunde, hocharomatische – und vorallem physiologisch reife – Trauben nach Hause geholt. Mehr lesen….Bei stabiler Wetterlage haben unsere fleissigen Helfer bei der Handlese ganze Arbeit geleistet.
Ganze Arbeit hat auch unsere neueste Errungenschaft geleistet – unser Sortiertisch. Hier werden die Trauben in der Kelterhalle nochmals einer Qualitätskontrolle unterzogen und nach dem Aschenputtelprinzip von Hand sortiert – die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Eine Geduldsprobe und viel lange arbeitsreiche Tage und Nächte liegen hinter uns. Aber die Ergebnisse dürften die Mühe rechtfertigen. Hanspeter jedenfalls brach nach jedem Blick in die Maischetanks in begeisterte Rufe über die tolle Qualität aus. Jetzt warten wir mit Vorfreude auf das Ergebnis, das uns noch klarere Rotweine mit reiferen Tanninen bescheren wird.

(Quelle: Weingut Ziereisen, November 2008)

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