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Gault Millau 2009: Ziereisen erhält die 3. Traube, Arndt Köbelin die 2. Traube

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 23 November 2008

Glückwunsch an Hanspeter und Arndt!

Der »Winzer des Jahres« kommt aus der Pfalz – Aufsteiger aus Rheinhessen – Entdeckung aus Baden – »Kollektion des Jahres« aus dem Rheingau

Der Jahrgang 2007 kann nur zum Teil seinem guten Ruf gerecht werden. Das ist das Fazit der GAULT MILLAU-Redaktion, nachdem sie rund 10.000 Flaschen geöffnet und den Inhalt kritisch unter die Lupe genommen hat. Waren es 2006 meist durch Fäulnis bedingte Fehltöne, so registrierten die Herausgeber Armin Diel und Joel Payne im Jahrgang 2007 oft unreife Noten. Sie sind das Ergebnis einer zu frühen Lese. »Doch wer Geduld hatte und sich nicht von den Wetter-Kapriolen verrückt machen ließ, der konnte häufig große Weine ernten«, haben die Chefredakteure herausgefunden.

Daneben sind es aber auch die Basisweine, die oft eine gute Figur machen. Vom Jahrgang 2007 gibt es folglich viele ordentliche Alltagstropfen – und zugleich grandiose Spitzenweine, die dem Genießer noch lange Freude bereiten werden.

Auf exakt 842 Seiten sind in der 16. Ausgabe des GAULT MILLAU Wein- Guide nunmehr 598 Betriebe mit mindestens einer Traube verzeichnet, weitere 302 sind als empfehlenswert eingestuft. Und unter den rund 7.000 erwähnten Weinen ist manche Entdeckung zu machen. Die Redaktion hat mehr als 100 Spitzenweine herausgefiltert, die für wenig Geld viel Trinkvergnügen bereiten. Doch die Zahl der Schnäppchen geht seit Jahren leicht zurück, nicht zuletzt weil die Nachfrage auch aus dem Ausland kontinuierlich zunimmt. Und weil auch in Deutschland das Interesse an überdurchschnittlichen Tropfen wächst, ziehen die Preise an. Ein wesentliches Merkmal der deutschen Weinlandschaft ist ihre Vielfalt.

Hier findet der Konsument eigentlich Weine für jeden Geschmack – er muss nur wissen wo. Dabei hilft der GAULT MILLAU WeinGuide, der auch die neuen Trends der Weinszene widerspiegelt. Die Modeweine vom Sauvignon blanc bis zum Blanc de noirs sind in diesem Führer mit ihren besten Exemplaren gelistet. Ausgefallene Rotwein-Cuvées haben ebenso ihren Platz wie die Klassiker, deren Pflege sich die Redaktion besonders verbunden führt. Dabei stehen der Spätburgunder und der Riesling im Vordergrund. Der Riesling allein bietet eine ungeheure Vielfalt. Im GAULT MILLAU WeinGuide wird sein außerordentlich facettenreiches Spektrum aufgeblättert. Kein Wein von Bedeutung fehlt in diesem Buch.

Dass die Bewertungen des GAULT MILLAU WeinGuide auch über längere Zeit Bestand haben, zeigt seit Jahren die Verkostung »Zehn Jahre danach «, in der vor einer Dekade getestete Weine nochmals auf den Prüfstand kommen. »Von den trockenen 1998er Rieslingen schnitt diesmal die Kallstadter Saumagen Riesling Auslese »R« am besten ab. Wieder einmal stellte Bernd Philippi vom Weingut Koehler-Ruprecht seine Ausnahmestellung unter Beweis«, berichten die Autoren Armin Diel und Joel Payne. Bemerkenswert ist, dass unter den besten zehn mit Andreas Laible und Schloss Neuweier auch zwei Weine aus Baden landeten, denen man ein solches Entwicklungspotenzial nicht unbedingt zugetraut hätte. Die restlichen Plätze teilen sich großartige Weine aus der Pfalz, dem Rheingau und Rheinhessen. Sie alle zeigen, dass sich trockene deutsche Weißweine nach zehn Jahren optimal gereift und in Bestzustand präsentieren können.

Zum »Winzer des Jahres« proklamiert die GAULT MILLAU-Redaktion die Brüder Werner und Volker Knipser vom gleichnamigen Weingut aus Laumersheim in der Pfalz. »Sie beherrschen die komplette Klaviatur der Kellerkunst. Kaum einer in Deutschland bietet ein derart vielfältiges Weinprogramm auf höchstem Niveau«, lobt Armin Diel die erfolgreichen Nordpfälzer. Der »Aufsteiger des Jahres« kommt aus Rheinhessen. »Daniel Wagner vom Weingut Wagner-Stempel katapultierte sich aus einer Randlage in die Spitze der Region. Mit Hingabe pflegt er Riesling, Silvaner und Burgunder«, erklärte Joel Payne während der Präsentation. Die »Entdeckung des Jahres« haben die Herausgeber in Baden gemacht. Der junge Alexander Laible stellte mit 2007 seinen ersten Jahrgang vor, »gleich ein großer Wurf«, wie Armin Diel und Joel Payne bei der Präsentation des WeinGuide in der Rheinland-Pfalz Bank in Mainz betonten.

Der Ehrentitel »Kollektion des Jahres« geht diesmal in den Rheingau: an das Traditionsgut Schloss Johannisberg. »Über Jahrhunderte bereicherte es die deutsche Weinkultur um wertvolle Werke. Nun kommt der Glanz alter Tage zurück«, hebt die Redaktion hervor. Georg Hünnerkopf (Franken) und Peter Barth (Rheingau) teilen sich die Auszeichnung »Gutsverwalter des Jahres«. Die dazugehörigen Güter des Grafen von Schönborn steigen zugleich in der Traubenhierarchie auf. Zum »Sommelier des Jahres« wurde Hagen Hoppenstedt vom Restaurant Haerlin im Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten gekürt. Neben großen Rotweinen aus aller Welt empfiehlt er immer wieder Riesling, das hat die Chefredaktion beeindruckt. Der Titel »Weinkarte des Jahres« geht an das Restaurant Die Insel in Hannover, wo Norbert Schu eine der umfassendsten Weinkarten des Landes pflegt: eine Pilgerstätte für echte Weinkenner. Im neuen GAULT MILLAU WeinGuide wird es dem Genießer einfach gemacht, seinen Lieblingswein aus einer bestimmten Weinbergslage im Handumdrehen zu finden. Auf großes Interesse preisbewusster Weinfreunde stößt die Zusammenstellung der Betriebe mit dem besten Preis- Leistungs-Verhältnis. Neben einer Liste der günstigsten Weißweingüter werden auch Produzenten roter Schnäppchen verzeichnet. Zudem haben die Autoren die süffigsten Schoppenweine in der Literflasche aufgeführt – alles Wegweiser zu guter Qualität, die nicht die Welt kostet. Außerdem erleichtert ein Verzeichnis von Fachhändlern den Weg zum deutschen Spitzenwein.

In acht Kategorien, wovon drei trockenen Weinen vorbehalten sind, listet der GAULT MILLAU WeinGuide die besten Weißweine des Jahrgangs 2007 und die vorzüglichsten 2006er Rotweine Deutschlands auf. Die Gruppenbesten werden als »Siegerweine des Jahres« ausgezeichnet. Sie stammen einmal aus der Pfalz (bester trockener Rotwein), einmal aus Baden (bester trockener Weißer Burgunder), einmal aus Rheinhessen (bester trockener Riesling), einmal von der Nahe (bester feinherber Riesling), einmal aus dem Rheingau (beste Riesling Spätlese) sowie zweimal von der Mosel (beste Riesling Auslese und bester edelsüßer Weißwein). Aus Rheinhessen kommt der Lieblingssekt der Autoren.

Der GAULT MILLAU WeinGuide steht in der kritischen Tradition des GAULT MILLAU Reiseführers Deutschland, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert die Köche das Fürchten lehrt und den Gourmets eine Fülle von neuen Entdeckungen beschert hat. Bei der Bewertung der Weingüter steht die Weinqualität an erster Stelle. Dabei kommt den Autoren ihre langjährige Berufserfahrung zugute: Armin Diel ist seit gut zwei Jahrzehnten einer der führenden Weinkritiker des Landes und leitet seit 20 Jahren selbst ein Weingut an der Nahe. Joel Payne, der früher als Sommelier und im Weinhandel tätig war, schreibt seit Ende der 80er Jahre über die Weine der Welt.

Der WeinGuide dient außerdem als touristisches Nachschlagewerk. Er zeigt dem Reisenden die Routen zu den Gütern, indem er die Anfahrtswege beschreibt, Anschriften und Öffnungszeiten vermerkt, Hinweise auf Verkostungsmöglichkeiten, Vinotheken, Gutsausschank und Verkauf enthält. Bei Reisen in die Anbaugebiete bilden die Empfehlungen der dortigen Winzer über Hotels und Gasthöfe sowie Restaurants und Weinstuben eine nützliche Orientierung.

Die 13 deutschen Anbaugebiete im Überblick

Ahr: 2006er Spätburgunder verdienen ihre Lorbeeren
Das Spitzenquartett, das die Ahr seit dem Aufstieg der Brüder Adeneuer im vorigen Jahr anführt, hat seine Stellung souverän gefestigt. Marschierten anfangs die Weingüter Meyer-Näkel und Deutzerhof einsam vorneweg, hatten sie vor Jahren schon durch das Weingut Jean Stodden Gesellschaft bekommen. Adeneuer komplettierte den Reigen der Vier- Trauben-Betriebe und war im Vorjahr folgerichtig von den Herausgebern des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, zum »Aufsteiger des Jahres« gekürt worden.

Der von manchem Ahrwinzer schon als »Jahrhundertjahrgang« apostrophierte Jahrgang 2006 konnte weitgehend seine Vorschusslorbeeren bestätigen. Zwei großartige Spätburgunder aus Walporzheimer Lagen, von Adeneuer und Meyer-Näkel, schafften gar den Sprung unter die zehn besten besten trockenen Rotweine des Jahrgangs und konnten hier erneut in die Phalanx der Spitzen aus der Pfalz und Baden eindringen. Zwar sind die besten Ahr-Rotweine mehr und mehr auch mit Lagerpotenzial ausgestattet. Doch monieren die strengen Tester zugleich die hohen Alkoholgehalte einiger Weine, die mit 14 Volumenprozent und mehr den eleganten und fruchtigen Spätburgundertyp eher in den Hintergrund treten lassen.

Aufsteiger ist das ökologische Weingut Maibachfarm in Ahrweiler, das mit einer tollen Serie 2006er Spätburgunder den Sprung in die Zwei- Trauben-Klasse schaffte. Neu in der Traubenriege ist Paul Schumacher aus Marienthal. Insgesamt 18 Betriebe mit einer und mehr Trauben werden ausführlich besprochen, zwei weitere sind empfehlenswert.

Baden: »Entdeckung des Jahres« ist Alexander Laible

Die »Entdeckung des Jahres« machten die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, in diesem Jahr in dem lang gestreckten Anbaugebiet zwischen Heidelberg und Basel. Etwa in der Mitte auf dieser Strecke liegt Durbach. Dort hat sich Alexander Laible, ein Spross aus renommierten Hause, selbstständig gemacht und gleich mit seinem ersten Jahrgang einen erstaunlichen Wurf hingelegt. Den kritischen Verkostern gefallen seine Rieslinge ebenso wie die weißen Burgundersorten.

Beim Jahrgang 2007 kommt in Baden Trinkfreude auf. »Die Winzerleistung ist derzeit im Anbaugebiet so gut wie nie seit Erscheinen des Wein- Guide«, schreiben die Autoren. Entsprechend ist in der Hierarchie der besten Betriebe einiges in Bewegung gekommen. Bemerkenswert ist die Rückkehr von Schloss Neuweier in die Riege der Vier-Trauben-Betriebe – und damit unter die besten sechs in der Region. Beim trockenen Riesling kann dem Baden-Badener Spitzengut derzeit im Gebiet keiner das Wasser reichen, finden die Herausgeber Diel und Payne.

Gleich drei Winzer dürfen sich über eine dritte Traube freuen: Klumpp, Claus Schneider und Ziereisen. Mit zwei Trauben werden nun Arndt Köbelin und die Shelter Winery geführt. Insgesamt sechs Neulinge begrüßt die Redaktion unter den Traubenbetrieben, doch fast ebenso viele sind abgestiegen, so dass die Zahl in etwa konstant blieb. Prominenteste Absteiger sind Aufricht und das Weinhaus Pfaffenweiler.

Von den acht weißen und roten Burgundern, die Baden unter den besten Weinen aus Deutschland platzieren konnte, stellt allein Bernhard Huber die Hälfte. Mit zwei 2006er Spätburgundern sowie einem Grauen und einem Weißen Burgunder aus 2007 spielt der Malterdinger wieder einmal ganz vorne mit. Salwey (zweimal), Gleichenstein und Martin Waßmer konnten ebenfalls Spitzengewächse im Weinolymp positionieren. Insgesamt werden im neuen GAULT MILLAU WeinGuide 84 Erzeuger aus Baden ausführlich dargestellt, weitere 35 Betriebe gelten als empfehlenswert.

Franken: »Gutsverwalter des Jahres« von Schloss Hallburg

Der »Gutsverwalter des Jahres« kommt wieder einmal aus Franken. In keinem anderen Gebiet wurde diese Ehrung bislang so oft verliehen, was an der Häufung der großen Spitäler und Güter liegt. Diesmal wird Georg Hünnerkopf vom Weingut Graf von Schönborn auf Schloss Hallburg ausgezeichnet.

Zwar muss sich der verdiente Betriebsleiter die Ehre mit seinem Kollegen vom Domänenamt Schönborn im Rheingau teilen. Doch tut dies der Leistung Hünnerkopfs nach Ansicht der Herausgeber des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, nicht den geringsten Abbruch. Sie finden es beispielhaft, wie der Verwalter das Gut aus einer Schwächephase wieder nach oben geführt habe.

Mit dem Vier-Trauben-Trio von Fürst Castell, Rudolf Fürst und Horst Sauer ist die fränkische Betriebshierarchie unverändert geblieben. Unter den Drei-Trauben-Gütern rangiert jetzt neben Schönborn auch das Weingut Bickel-Stumpf, das sich in den letzten Jahren kontinuierlich nach vorn gearbeitet hat. Aufsteiger mit zwei Trauben ist Höfler, ein Spessart- Weingut, das näher an Frankfurt denn an Würzburg liegt. Die Zahl der Nachrücker ist bemerkenswert. Insgesamt fünf Betrieben verlieh die Redaktion die erste Traube.

Das Wetter bescherte den Winzern in Franken im Jahrgang 2007 eine wahre Achterbahnfahrt. Entsprechend unterschiedlich sind die Ergebnisse, haben die kritischen Prüfer bei den Verkostungen festgestellt.
Erneut ist vor allem der Silvaner sehr gut ausgefallen. Erfreulich finden die Herausgeber auch, dass die im Vorjahr oft notierten hohen Alkoholwerte auf moderate Höhen zurückgeführt wurden. Positives gibt es auch von den Großbetrieben zu berichten: Die Genossenschaften haben in den letzten Jahren deutlich an Qualität zugelegt.

Insgesamt werden 58 Güter und ihre Weine im neuen GAULT MILLAU WeinGuide ausführlich vorgestellt, 34 weitere schafften die Aufnahme in die Rubrik der empfehlenswerten Betriebe.

Hessische Bergstraße: Simon-Bürkle hält die Fahne hoch
Früher war das Hessische Staatsweingut – Domaine Bergstraße – der Motor der Region. Doch seit einigen Jahren ist der Glanz alter Tage verblasst, finden die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne. Nach mäßigen Jahrgängen in 2006 und 2007 stufen sie den Betrieb folgerichtig auf zwei Trauben ab. Dort stehen die Staatsdiener jetzt in einer Reihe mit Simon-Bürkle, jenem Betrieb, der derzeit die verlässlichsten Kollektionen vorweisen kann. Auch das Weingut der Stadt Bensheim kann nach einem Durchhänger wieder punkten. Alles in allem ziehen die Autoren eine mäßige Bilanz für das kleine Gebiet zwischen Darmstadt und Heppenheim, das derzeit seine Möglichkeiten nicht voll ausschöpfe. Viele Winzer scheinen sich mit der Erzeugung einfacher Tinkweine zufrieden zu geben, monieren Diel und Payne.

Es sei Betrieben wie der Bergsträßer Winzergenossenschaft zu verdanken, dass sich das Bild von der Region nicht völlig eintrübt.
Kein Verständnis haben die Autoren für die überproportional häufige Verwendung von Plastikstopfen in Betrieben des Gebietes. Diese seien häufig für Fehltöne verantwortlich, haben die strengen Verkoster festgestellt.
Fünf Traubenbetriebe sind im neuen WeinGuide gelistet, drei weitere Güter sind als empfehlenswert eingestuft.

Mittelrhein: Matthias Müller schafft den Sprung an die Spitze Nach seiner Kür zur »Entdeckung des Jahres« vor elf Jahren ist Matthias Müller auf seinem weiteren Weg Schritt für Schritt vorangekommen. Heute markiert er zusammen mit Florian Weingart die Spitze des Gebietes, weshalb die Verleihung der vierten Traube die logische Konsequenz ist. »Müller hat schon im Jahrgang 2006 gegen den Jahrgangstrend eine überzeugende Kollektion vorgestellt. Mit tollen Rieslingen ließ er einen ebenso gelungenen Jahrgang 2007 folgen«, lautet das Fazit der Herausgeber des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne.

Noch nie gab es am Mittelrhein so viele halbtrocken und feinherb ausgebaute Weine wie im Jahrgang 2007. Teilweise sind die Weine in der Gärung stecken geblieben, teilweise wurde ganz bewusst auf eine zu hohe Alkoholausbeute verzichtet, haben die Autoren in ihrer umfangreichen Testreihe ermittelt. Edelsüße Rieslinge wurden hingegen wenige vorgestellt. Hier verfügen die Winzer nach den reichhaltigen Jahrgängen 2005 und 2006 noch über gute Vorräte.

Neben den Spayer Weingütern Weingart und Matthias Müller sind es die altrenommierten Bacharacher Betriebe Toni Jost und Ratzenberger, die ihre Leistungen zunehmend stabilisieren. Die anderen Drei-Trauben- Betriebe folgen da mit einem respektvollen Abstand. Dieses Niveau kann das Weingut August und Thomas Perll nicht mehr halten und steigt auf zwei Trauben ab. Das Weingut Selt in Leutesdorf kann sich hingegen nun über zwei Trauben freuen.
Das von rund 450 Hektar Steillagen geprägte romantische Rheintal bleibt fest in den Händen von einigen leistungsfähigen Familienbetrieben, wovon der neue GAULT MILLAU WeinGuide 17 in der Traubenklasse vorstellt. Dazu kommen immerhin noch 12 »weitere empfehlenswerte Betriebe«.

Mosel: Dominanz in den Riesling-Hitlisten

Kein anderes Anbaugebiet verfügt über eine solche Phalanx an Spitzen- Weingütern wie die Mosel. Fünf Güter mit fünf Trauben, der Höchstbewertung für die weltbesten Erzeuger, dazu zehn Vier-Trauben-Betriebe. Zu diesem erlauchten Kreis zählt nun auch wieder Willi Schaefer, der bereits vor 12 Jahren als »Aufsteiger des Jahres« gefeiert wurde und nun seine vierte Traube zurück erhält. »Der Graacher Winzer hat seine alte Form wieder und in 2007 eine grandiose Kollektion vorgestellt«, begründen Armin Diel und Joel Payne, Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, ihre Entscheidung.

Doch auch eine Etage tiefer in der Hierarchie zeigt sich die Mosel im Aufwind.
Allein fünf Güter schafften den Sprung in die Drei-Trauben-Klasse (Adam, Erbes, Dr. Hermann, Lubentiushof und Melsheimer), sogar sechs Betriebe können sich nun mit der zweiten Trauben schmücken. Große Dynamik herrscht auch eine Stufe darunter. Insgesamt acht Güter dürfen sich über ihre erste Traube freuen, darunter als reines Sektgut St. Laurentius in Leiwen. Auch unter den empfehlenswerten Betrieben gibt es erneut einige Entdeckungen zu machen.

Ihre Dominanz spielt die Mosel regelmäßig auch bei der Bundesfinalprobe aus. Von den 50 zu vergebenden Plätzen der besten Rieslinge des 2007er Jahrgangs belegten Weine aus Mosel-Gütern alleine 22. Vor allem feinherbe Rieslinge, Spät- und Auslesen sowie edelsüße Gewächse sind ihre Hausmacht. Die größten Lorbeeren ernteten die Güter Joh. Jos. Prüm in Bernkastel-Wehlen und Heymann-Löwenstein in Winningen mit je vier Platzierungen sowie Fritz Haag in Brauneberg mit drei Nennungen.

Den Vogel schossen diesmal Fritz Haag und Clemens Busch ab, die jeweils einen Siegerwein des Jahres stellen. 97 Punkte gaben Diel und Payne der langen Goldkapsel Auslese Nummer 15 aus der Brauneberger Juffer-Sonnenuhr: »Überwältigendes Süße-Säure-Spiel, hintergründiges Raffinement«. Bester edelsüßer Wein des Jahrgangs wurde eine Trockenbeerenauslese aus der Pündericher Marienburg von Clemens Busch mit 99 Punkten: »Opulentes Quittengelee-Aroma, eröffnet ungeahnte Dimensionen«.

Insgesamt 115 Betriebe und ihre Weine haben die Autoren an Mosel, Saar und Ruwer ausführlich besprochen, soviel wie in keiner anderen deutschen Weinregion. Dazu kommen 58 als empfehlenswert eingestufte Güter. (Anmerk. K&M: dazu gehört auch Olaf Schneider)

Nahe: Crusius stößt in die Spitze des Gebietes vor

Das Spitzen-Trio der Nahe hat sich zu einem Quartett verstärkt. Zu den beiden Fünf-Trauben-Betrieben Dönnhoff und Emrich-Schönleber sowie dem bislang einzigen Vier-Trauben-Gut Schäfer-Fröhlich ist nun Dr. Crusius gestoßen. Das Traiser Traditionsgut von der mittleren Nahe hatte schon unter Vater Hans Crusius goldene Zeiten erlebt, an die Peter Crusius nun anschließt und somit die vierte Traube für sich verbucht. Zusammen mit dem nicht gelisteten Schlossgut Diel in Burg Layen – Armin Diel ist Chefredakteur des GAULT MILLAU WeinGuide – bilden die besten Nahe-Betriebe nun eine Führungsformation, die bereits weltweit von Riesling-Kennern hoch geschätzt wird.
Das große Leistungsspektrum schlägt sich auch in den Hitlisten der besten Rieslinge Deutschlands im Jahrgang 2007 nieder. Insgesamt elf Mal konnten sich Naheweine unter den 50 besten in fünf Kategorien platzieren.

Den Vogel schoss dabei Werner Schönleber aus Monzingen ab, der die Kategorie der halbtrockenen und feinherben Rieslinge für sich entscheiden konnte. Der Monzinger Halenberg »R« ließ sogar die mächtige Phalanx der Rieslinge von Mosel und Saar hinter sich. »Ein Bukett von köstlicher Vanillecreme, sanfte Mineralität, etwas von einem Apfel aus dem Garten Eden«, notierte Chefredakteur Joel Payne bei der Bundesfinalprobe.

Gleich drei »Große Gewächse« von der Nahe gehören zu den besten zehn trockenen Rieslingen des Landes. Erneut sind es ein Monzinger Halenberg von Schönleber (»wie eine frische Meeresbrise«) und gleich zwei Dönnhoff-Weine: Die Niederhäuser Hermannshöhle ist für die Verkoster ein Wein »wie in Stein gemeißelt«, das Norheimer Dellchen erinnert an »bezaubernde Aromen von Pfirsich und Wildkräutern«. Überhaupt Dönnhoff: Insgesamt fünf seiner Rieslinge schrieben sich in die Siegerlisten ein.

Neben Dr. Crusius schaffte mit Jakob Schneider aus Niederhausen ein weiteres Gut der mittleren Nahe den Sprung in die nächsthöhere Klasse: von zwei auf drei Trauben. Zwei neue Gesichter gibt es unter den Ein- Trauben-Gütern: Albert Gälweiler aus St. Katharinen und Karl Stein aus Oberhausen. Insgesamt 38 Betriebe haben die Autoren ausführlich beschrieben und deren Weine bewertet, 17 weitere werden empfohlen.

Pfalz: Volker und Werner Knisper sind »Winzer des Jahres«

Die »Winzer des Jahres« kommen diesmal aus der Pfalz. Es gibt nur wenige Ausnahmegüter in Deutschland, die gleichermaßen mit trockenen Weiß- und Rotweinen auftrumpfen können. Werner und Volker Knipser gelingt dies seit Jahren, wenngleich der Spätburgunder im Mittelpunkt steht und die besten Ergebnisse hervorbringt. »Wir kennen zudem keinen anderen deutschen Betrieb, der eine solch breite Palette an hochklassigen Merlot-, Cabernet- und Syrah-Weinen vorstellen kann«, begründen die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, die Verleihung der höchsten Auszeichnung. Erneut stellt die Pfalz den besten Rotwein in ganz Deutschland.
Trotz aller Bemühungen der badischen Konkurrenz trägt Friedrich Becker zum sechsten Male in Folge diese Ehrung nach Hause. Diese Leistung ist ohne Beispiel in der 16-jährigen Geschichte des WeinGuide. Becker konnte auch noch zwei weitere Weine in der Top Ten platzieren. Ähnlich erfolgreich ist nur noch das Weingut Rebholz aus Siebeldingen, das ebenfalls drei Weine in einer Kategorie unterbringen konnte: bei den weißen Burgundersorten.

Insgesamt erreicht die Pfalz zehn Nennungen in den Spitzenreiterlisten, darunter allein neun bei den Burgundersorten.
Weiterhin führt Hansjörg Rebholz in Siebeldingen die Phalanx der Spitzenbetriebe der Pfalz alleine an. Dem einzigen Fünf-Trauben-Betrieb folgen zehn Vier-Trauben-Güter und 19 in der Drei-Trauben-Kategorie.
Den Sprung in die Zwei-Trauben-Klasse schafften Matthias Gaul in Grünstadt- Asselheim und Jürgen Leiner in Ilbesheim. Das Traditionsgut Karl Schaefer in Bad Dürkheim muss hingegen eine Abstufung auf zwei Trauben verkraften. Insgesamt drei neue Betriebe wurden in die Traubenklasse aufgenommen: Georg Naegele in Neustadt-Hambach, Dominik Sona in Esthal und das Weingut Wolf in Bad Dürkheim-Ungstein.

Insgesamt zählen die Autoren 86 Erzeuger zu den Traubenbetrieben. Außerdem werden 35 weitere Betriebe empfohlen.

Rheingau: Die »Kollektion des Jahres« kommt vom Schloss Johannisberg

In den letzten Jahren waren es meist ehrgeizige Familienbetriebe, die das Heft des Handelns im Rheingau in die Hand genommen hatten. Doch diesmal erkennen die Herausgeber des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, zumindest in Ansätzen eine Renaissance der großen Traditionsgüter, die im Rheingau über Jahrhunderte das Sagen hatten.
Gleich zwei Ehrungen legen davon beredt Zeugnis ab.
Zum einen ist es das majestätisch über der Region thronende Schloss Johannisberg, das unter der Ägide des neuen Direktors Christian Witte zu alter Größe mutiert. Schon in 2006 überraschte das Gut mit einem der besten trockenen Rieslinge des Jahrgangs. 2007 landeten gleich vier Weine von Schloss Johannisberg in den Spitzenreiterlisten: in den Kategorien trockener Riesling, Riesling Spätlese, Riesling Auslese und Edelsüß.
»Diese Vorstellung war so überzeugend, dass sich der Titel »Kollektion des Jahres« geradezu aufdrängte«, begründet Armin Diel die Verleihung des hohen Auszeichnung und den Aufstieg auf vier Trauben.

Vier Trauben zieren jetzt auch das Domänenweingut Schloss Schönborn – und der Titel »Gutsverwalter des Jahres«. Zwar muss sich Peter Barth die Ehrung mit seinem Kollegen im fränkischen Weingut des Grafen Schönborn teilen, doch tut dies seiner Leistung nicht im Mindesten Abbruch.
»Kein anderes Weingut im Rheingau kann im Jahrgang 2007 mit einer überzeugenderen Phalanx trockener Erster Gewächse aufwarten«, hat Herausgeber Armin Diel bei seinen akribischen Verkostungen festgestellt.

Der Rheingau entwickelt sich auch immer mehr zu einem Qualitätszentrum für Winzersekt. Gleich fünf der besten zehn Sekte Deutschlands kommen aus dieser Region. Am besten schnitt das Wein- und Sektgut Barth ab, das gleich zwei seiner Sekte platzieren konnte: den Riesling extra Brut und den Pinot Ultra Brut. Doch auch Wegeler, Mohr Erben und Solter gehören zu den Siegern.

An der Spitze der Hitliste mit fünf Trauben steht nach wie vor unangefochten das Weingut Robert Weil in Kiedrich. Dahinter tummeln sich jetzt sechs Vier-Trauben-Betriebe. Barth, Robert König und F.B. Schönleber sind die Aufsteiger in der Drei-Trauben-Kategorie. Von Mumm und W.J. Schäfer in Hochheim freuen sich über zwei Trauben. Drei Neulinge begrüßt die Redaktion in der Ein-Trauben-Riege: Stefan Breuer, Chat Sauvage und das Weingut Crass.

Im neuen GAULT MILLAU WeinGuide werden insgesamt 63 Güter und ihre Weine ausführlich vorgestellt. 12 weitere empfehlenswerte Betriebe runden das Angebot aus dieser Region ab.

Rheinhessen: Daniel Wagner ist »Aufsteiger des Jahres«

Die beiden etwas einsam an der Spitze stehenden Güter Keller (fünf Trauben) und Wittmann (vier Trauben) haben Gesellschaft bekommen. Durch den Aufstieg des Weingutes Wagner-Stempel von drei auf vier Trauben ist aus dem Duo ein Führungs-Trio geworden. Zugleich kürte die Redaktion des GAULT MILLAU WeinGuide Wagner Stempel zum »Aufsteiger des Jahres«. »Diese Auszeichnung ist auch Anerkennung für die Pionierarbeit, die Daniel Wagner über Jahre im Westen des größten Anbaugebietes geleistet hat«, begründen die Chefredakteure Armin Diel und Joel Payne ihre Auswahl.
Waren es bislang oft Keller und Wittmann gemeinsam, die das Gebiet in den Spitzenreiterlisten der besten Weine Deutschlands vertraten, so hält Keller im Jahrgang 2007 im Alleingang die Fahne der Region hoch. Sage und schreibe acht Weine hat der Ausnahmewinzer aus Flörsheim- Dalsheim unter die besten 50 Rieslinge Deutschland gebracht, davon allein vier unter den zehn besten trockenen. Keller belegt in dieser Kategorie die ersten drei Plätze: Das gab es noch nie! Dazu kommen noch eine Spätlese, eine Auslese und zwei Trockenbeerenauslesen – kein anderes Weingut in Deutschland kann auch nur annähernd so viele Nennungen vorweisen.

In der Gebiets-Hitliste bildet sich hinter Keller, Wittmann und Wagner- Stempel eine massierte Drei-Trauben-Riege heraus. Die Weingüter Dreißigacker, Spieß und Winter sind aufgestiegen, Gunderloch ist abgestiegen und tritt ebenso dieser Gruppe bei, die jetzt über neun Mitglieder verfügt. Aufgewertet wurde auch die Zwei-Trauben-Kategorie mit den Aufstiegen des Wein- und Sektgutes Hofmann, von Georg Gustav Huff und Arndt F. Werner.

Die Dynamik, vor allem unter den Jungwinzern, ist im größten deutschen Weinanbaugebiet ungebrochen. Auch diesmal gibt es gleich fünf neue Traubenbetriebe: Bischel in Appenheim, Burgunderhof in Worms- Pfeddersheim, Dr. Koehler in Bechtheim, Meiser in Gau-Köngernheim und Villa Sachsen in Bingen. Insgesamt 67 Trauben-Betriebe werden ausführlich beschrieben. 61 weitere sind als »empfehlenswert« eingestuft, darunter einige Neulinge.

Saale-Unstrut: Die Basisweine konnten profitieren

Von einer frühen Lese, wenig Fäulnis und reifem Lesegut profitierten im Jahrgang 2007 vor allem die Basisqualitäten im nördlichsten Weinanbaugebiet Europas. Auf der anderen Seite gab er aber kaum edelsüße Spitzenqualitäten, haben die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, in ihren umfangreichen Verkostungen festgestellt.

Bernhard Pawis steht zwar nach wie vor allein an der Spitze von Saale- Unstrut. Doch die Konkurrenz schläft nicht. André Gussek macht sich auf die Verfolgung mit eigenständigen Weinen, die immer besser werden.
Einen deutlichen Aufschwung verzeichnen die Autoren aber vor allem im Weingut Lützkendorf, das vor Jahren bereits einmal an der Spitze gestanden hatte und nun mit mineralisch-trockenen Gewächsen auftrumpft. Doch auch der dritte im Bunde der Zwei-Trauben-Betriebe, das Weingut Klaus Böhme, festigt seine Position.
Das Thüringer Weingut Bad Sulza und das Harzer Weingut Kirmann tragen jeweils eine Traube. Weitere acht Betriebe halten die Autoren für empfehlenswert. Darunter sind auch die Winzervereinigung Freyburg, das Landesweingut Kloster Pforta und die Naumburger Wein- und Sektmanufaktur.

Ganz neu ist das Weingut Salsitz, unweit der Weißen Elster gelegen. Für die nächsten Jahre rechnen Diel und Payne mit weiteren Neulingen, denn in Thüringen werden die Rebflächen ebenso erweitert wie am neu entstehenden Geiseltalsee.

Sachsen: Zeit des Experimentierens ist vorbei

Nach Jahren des Experimentierens haben fast alle Betriebe im östlichsten Anbaugebiet der Republik ein eindeutiges Sorten- und Betriebsprofil gefunden. Dies ist das Fazit der Herausgeber des GAULT MILLAU Wein- Guide, Armin Diel und Joel Payne, die sich ein umfassendes Bild vom Jahrgang 2007 gemacht haben. Allerdings sind nicht alle Weine ohne Fehl und Tadel. »In manchen Betrieben wurde aus Angst vor Fäulnis zur Sicherheit allzu früh gelesen. Dies ist vor allem dem spät reifenden Riesling nicht immer gut bekommen«, haben die Autoren festgestellt.
Schloss Proschwitz in Meißen und Klaus Zimmerling in Dresden-Pillnitz haben sich längst in der Drei-Trauben-Klasse etabliert. Beide stellen Jahr für Jahr eine große Bandbreite an Spitzenweinen vor. In der Zwei- Trauben-Riege zeigt die Tendenz im Staatsweingut Schloss Wackerbarth weiterhin nach oben, vor allem mit deutlich besseren Basisweinen. Martin Schwarz ist Kellermeister bei Schloss Proschwitz, doch auch seine eigenen Weine, die er quasi nach Feierabend und am Wochenende erzeugt, können überzeugen.

Neuling unter der Ein-Trauben-Gütern ist das Weingut Drei Herren, ein ungewöhnlicher Zusammenschluss dreier Besitzer im ehemaligen Weingut Herrmannsberg. Karl-Friedrich Aust und Vinzenz Richter runden diese Kategorie ab. Jetzt sind es ingesamt schon sieben Güter, die mit einer oder mehr Trauben ausgezeichnet wurden. Dazu kommen noch vier empfehlenswerte Betriebe.

Württemberg: Genossen gut für drei Trauben

Württemberg ist das Land der Genossenschaften. In keinem anderen Anbaugebiet ist der Anteil der Kooperativen so hoch wie hier.
Über viele Jahre hinweg haben sie die Erzeugung feiner Weine weitgehend den privaten Weingütern überlassen. Doch es gibt Ausnahmen. Ein leuchtendes Beispiel dafür ist die Weinmanufaktur Untertürkheim, die nunmehr in die Drei-Trauben-Kategorie aufsteigt. »Dieser Betrieb hat eine durchgängige Qualitätsphilosophie etabliert, wobei nicht nur die Spitzen, sondern auch der Mittelbau und das Basissegment bemerkenswert sind«, loben die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne.

Gert Aldinger bleibt die dominante Figur unter den führenden Winzern der Region. Ebenso unverändert ist die Verfolgerposition von Rainer Schnaitmann, der nach wie vor mit seinen Rotweinen punkten kann. Beide führen mit jeweils vier Trauben die Spitze der besten Betriebe im Ländle an. Nicht vergessen darf man den Spezialisten Schwegler in Korb, der mit seinem grandiosen Granat wieder einmal den besten Rotwein in Württemberg auf den Tisch stellte. Starke Auftritte hatten erneut Ernst Dautel, Jürgen Ellwanger und Hans Haidle.

Neben den Genossen aus Untertürkheim konnte sich auch Wolfgang Klopfer eine Spielklasse höher platzieren und hat jetzt zwei Trauben.
Den Aufstieg in die Traubenklasse schafften das Heilbronner Weingut Schäfer-Heinrich und Schloss Lehrensteinsfeld. Dort hat der junge Franke Christoph Ruck fast im Alleingang eine Renaissance ausgelöst.

Die Autoren stellen die 34 besten Betriebe des Anbaugebietes ausführlich mitsamt ihren Weinen vor und geben 21 weitere Empfehlungen, die oft zu interessanten und noch immer preiswerten Weinen führen.

GAULT MILLAU WeinGuide Deutschland 2009
16. Jahrgang, 842 Seiten
29,95 Euro (D) I 30,80 Euro (A) I 49,90 SFr
ISBN 978-3-88472-912-0 (Bestell-Link)
Christian Verlag, München

http://www.gourmet-report.de/artikel/22387/GAULT-MILLAU-WeinGuide-2009.html

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