K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Archive for März 2007

K&M GutsWeinProbe mit Winzerbesuch: Erwin Tinhof/Burgenland – elegante Weißweine und grandiose Rotweine!

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 19 März 2007

K&M GutsWeine
Hamburger Allee 37 – 60486 FFM-Bockenheim
Tel.: +49 (0)69 7171 3430 – Fax: +49 (0)69 7171 3431

Am Freitag, den 16.03.2007 war es wieder soweit. Unser „erster“ Winzer, Erwin Tinhof, hat uns wieder besucht. Wie im letzten Jahr im März, hat er sich wieder die Zeit genommen, seine Weine persönlich, gewohnt informativ aber eben auch mit dem ihm eigenen, so sympathischen Österreichischen Schmäh bei uns vorzustellen. Heraus kam ein wunderbar genussreicher Abend mit besten burgenländischen Weinen!

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Mitgebracht hat er uns seine ganz frischen 2006er Weißweine Muskat und Neuburger, die neue Regionscuvée Leithaberg weiß, aus Neuburger und Weißburgunder, seine Classic-Rotweine St. Laurent und Blaufränkisch, den ganz neuen Feuersteig 2004, eine St. Laurent geprägte Cuvee, seinen Top-Blaufränkisch Gloriette, der ganz sicher zu den besten Blaufränkisch Österreichs gehört und seine 2002er Beerenauslese, die mit den hausgemachten Marillenknödeln von Bernd die würdige Krönung des Abends war.
Dazwischen gab es als ganz besonderes Schmankerl und Rarität, den 2000er Feuersteig zu probieren, von dem wir nach langer Überredung 12 Flaschen aus dem Privatkeller von Erwin Tinhof erhalten haben und als Ausblick, seinen derzeit noch im Fass schlummernden 2005 Leithaberg rot, der erst im Oktober in den Handel kommen wird.

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Zum Intro und Überbrücken bis alle Gäste eintrafen, begeisterte uns der ganz neue Muskat 2006, eine Cuvee aus Muscat-Ottonel und gelbem Muskateller. Viele haben bei Muskat einen halbtrockenen bis lieblichen Wein erwartet, auch das Bouquet schien im ersten Moment in diese Richtung zu deuten. Traubenfruchtig, Wiesenblüten, ganz offen und duftig. Als dieser elegante Tropfen dann aber auf dem Gaumen landete, stellten wir fest: ganz durchgegoren! 1,3 gr/l Restzucker (RZ), knackig, frisch, feine Säure. Das hat nichts mit Barock zu tun, das ist die Verspieltheit des Jugendstils gepaart mit straffer Eleganz. Ein milder Sommer-Sonntag auf der Terrasse und es steht zu befürchten, dass uns eine Flasche allein nicht ausreichen könnte, so trinkanimierend und Freude bereitend rinnt dieser Wein die Kehle hinab. Mit diesem Wein konnte Erwin Tinhof die Teilnehmer von Beginn an für sich und seine Weine begeistern.

Danach folgte als erste Stärkung eine klare Rindsuppe von Gemüse und Tafelspitz mit Kräuterfrittaten (Flädle). Und weiter ging es mit den Weißweinen. Der nächste im Glas: 2006 Neuburger, klassisch Österreich, wie Erwin Tinhof sich sowieso nur auf die typischen Rebsorten seiner Heimat konzentriert. Nicht weil internationale Rebsorten keine guten Weine ergeben würden, die heimischen Rebsorten interpretieren die von ihm angestrebte Regionaltypizität einfach um ein vielfaches authentischer. Nun also Neuburger. Nach dem Muskat hatte es dieser etwas schwerer, schlicht weil diese Rebsorte dezenter und zurückhaltender in Frucht und Bouquet auftritt. Mit ihren feinwürzig, mineralisch erdigen Noten im Abgang wird der Neuburger aber ganz sicher wieder einer unserer beliebtesten Spargelweine sein.

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Danach folgte 2005 Leithaberg weiß, eine Cuvee aus Neuburger und Weißburgunder, spontan im Holzfass vergoren, langes Hefelager. Ein Wein, der sich sehr gut zum Reifen eignet, jetzt immer noch sehr jung und ein klein wenig unruhig wirkte. Seine großen Anlagen bewies er dann aber um so mehr, als wir diesen am Ende der Probe noch einmal nachprobierten, jetzt mit ganz viel Luft über den Abend und deutlich wärmer, zeigte er sich viel offener, schmelziger, harmonischer. Im Moment sollte man diesen Weißwein wohl noch dekantieren oder zwei bis drei Jahre im Keller reifen lassen!

Vor dem hausgemachten, marktfrischen burgenländischen Buffet kam noch der 2005er Blaufränkisch Rosé. Die Idee dazu kam Erwin Tinhof während eines Urlaubs in Südfrankreich, vielleicht die Urheimat süffiger Roseweine. Saftabzug nach 14 Stunden, wunderbar strahlend helles Himbeerrot, duftig in der Nase, rote Johannisbeere, Himbeere. Im Mund getragen von einer nach einem Jahr wunderschön weichen, gleichwohl festen Säure. Saftig, lecker schmeichelte sich dieser Wein in die Herzen der Probierenden, zur ersten Runde am Buffet ein leckerer Begleiter. Es kam wie es kommen musste, eine Flasche langte nicht, eine zweite und dann auch eine dritte Flasche gingen den Weg allen Irdischen. In der Süffigkeitswertung konnte sich der Rosé damit sogar noch vor den Muskat schieben!

Auf dem Buffet befanden sich wieder viele leckere Schmankerl, von Bernd perfekt zubereitet, z.B.: Erdäpfel-Lachs-Terrine, Bärlauch-Frischkäse-Tarte mit Pignoli, Ländliche Fleischterrine vom Huhn, Vogerlsalat mit Kürbiskernöl-Dressing, Erdäpfelsalat, Tafelspitz mit Apfelkren und frischem Bärlauchpesto, dazu Erdäpfel-Petersilienwurzel-Stampf, Strudel gefüllt mit ungarischem Paradeiser-Paprika-Relish. Später folgte noch ein Käsebrett mit österreichischem Käse und als Abschluss, Marillen-Topfen-Knödel mit karamellisierten Hefezopfbröseln.

Weiter ging es mit den Roten, vorneweg ein eleganter, feinfruchtiger 2004er St. Laurent, sehr burgundertypisch, Frucht nach Kirsche und roten Beeren, feine Mandeln, delikate Säure, nach hinten raus etwas Bittermandelnoten, ein schöner Essensbegleiter. Danach bei K&M die Premiere des 2004er Blaufränkisch, mit diesem Jahrgang haben wir auch bei den Basisroten von Erwin Tinhof auf Schrauber als Verschluss umgestellt, endlich kein Korkschmecker mehr!

Der 2004er Blaufränkisch konnte mit einer wunderbar dichten Art, festen Frucht, kräftigen Körper und feiner Kräuterwürze überzeugen. Ein Maul voll Wein, der es lohnt, dass man sich auch mal etwas näher mit ihm beschäftigt, der Charakter zeigt, bei dem aber auch der Trinkspaß nicht zu kurz kommt. Das war schon einmal ein schönes Doppel zum Start der Rotweine. (Ein paar wenige Flaschen vom 2003er gibt es auch noch bei uns im Laden, wer Lust hat kann hier zwei Jahrgänge vergleichen)

Es folgte ein absoluter Höhepunkt des Abends, der 2004er Feuersteig.
Mit diesem Jahrgang hat Erwin Tinhof die Zusammensetzung des Feuersteig etwas geändert, jetzt ist St. Laurent das Rückgrat der Cuvee. Was wir im Glas hatten, gab dem Winzer für diese Entscheidung mehr als Recht, das war ganz großes Kino. Tiefdunkles intensives Rot mit fast schwarzen Einsprengseln. Dicht, cremig, samtiges Tannin, mundfüllend und lang. Intensive Frucht, dunkle Kirsche, Waldbeeren aufgefangen durch eine fast schon kühle Mineralik. Klasse!

Als nächstes kamen zwei Weine neben dem regulären Programm, ein Blick zurück und ein Blick in die Zukunft. Zuerst aus dem Privatkeller von Erwin Tinhof sein 2000er Feuersteig, hier eben noch die Blaufränkisch geprägte Cuvee. Jetzt wunderschön mürbe, gereifte Tannine, würzig, eine feine Säure und vornehme Frucht, rote Beeren, rote Kirschen. Nicht mehr der jugendliche Kraftprotz, sondern schon ein distinguierter älterer Herr. Zeigt wiederum das große Potential der Weine von Tinhof.

Danach ein Blick in die Zukunft, der Leithaberg rot 2005. Noch reift der Wein im Fass im Keller, Erwin hat extra für uns zwei Flaschen vorab gefüllt, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen. Natürlich ist dieser Wein noch nicht „fertig“, aber er zeigt doch schon alle Anlagen zum großen Wein. Perfekt durchstrukturiert, eleganter Charakter, festes Säurerückgrat, das ihm sicher viele Jahre Entwicklungszeit ermöglicht, feinkörnige und reife Tannine, natürlich jetzt noch etwas vorstehend, aber schon in einem halben Jahr, wenn er auf den Markt kommt, wird das eingebunden sein. Das könnte ein ganz großer Wurf für Erwin Tinhof werden, einige Mitkoster haben schon nachgefragt, ob wir den Wein bei K&M auch haben werden? Wir werden! So einen Wein können wir uns doch gar nicht entgehen lassen!

Zum Abschluss der Roten folgte noch der Topwein von Erwin, seine Gloriette. Wie diese ein Ort der Muße, Kontemplation und der Kunstfreude war, ist heute dieser Wein Genuss pur, ein Wein in den man sich verlieren kann. Da ist einfach alles da, nichts Aufgesetztes, Gewolltes. Komplexes Geschmacksbild, nachhaltige Struktur, große Tiefe und Länge, jetzt in der Jugend auch noch ein wenig adstringierend herb im Mund, die Frucht ein klein wenig verschlossen, aber dieser Wein steht erst ganz am Anfang seines Weinlebens. Lassen wir ihm schlicht noch ein paar Jährchen zur Reife, der dann kommende Genuss wird es uns lohnen, ganz sicher ein würdiger Abschluss und Höhepunkt der trockenen Weine und der Rotweine.

Jetzt fehlte nur noch das Zuckerl auf den Abend und das folgte mit der 2002er Beerenauslese. Die Region um den Neusiedlersee gehört sicher zu den ganz großen Süßweinregionen, ähnlich wie Tokay in Ungarn oder Sauternes in Frankreich. Durch die Edelfäule Botritis einkonzentrierte, rosinierte Beeren ergeben Süßweine, die für die Ewigkeit gemacht sind, die aber auch in der Jugend ob ihrer Opulenz und Fruchtsüße große Geschmackserlebnisse erleben lassen. Hier ein Spiel von Frucht, getrocknete Marillen aber auch etwas Lagerapfel, und eleganter Säure. Kraft und Finesse ergeben ein fast perfektes Weinerlebnis, man könnte noch Stunden nachriechen und nachschmecken. Lecker auch zu den Marillenknödeln.

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Auch dieser Besuch von Erwin Tinhof hat uns wieder viel Freude gebracht, seine freundlich, sympathische Art, noch mehr die wieder begeisternden Weine, ließen den Abend zu einem reinen Genuss für alle werden. Wir, und ich denke, wir können da für alle Anwesenden sprechen, danken Erwin für diesen schönen Abend!

Rezept der Marillenknödel für 4 Personen

100 g getrocknete Aprikosen
etwas Zucker
150 g Hefezopf vom Vortag
1 Vanilleschote
60 g Butter
65 g Puderzucker
3 Eigelb
500 g Schichtkäse
1 EL Speisestärke
2 EL Rum
1 Msp abgeriebene Zitronenschale
1 Prise Salz

Die getrockneten Aprikosen in einen Topf mit Zuckerwasser geben, so dass sie gut bedeckt sind und aufkochen. Den Topf vom Herd ziehen und ca. 1 Stunde ziehen lassen. Den Hefezopf zu Bröseln zerreiben. Die Vanille längs aufschneiden und das Mark herausstreichen. 30 g Butter mit 40 g Puderzucker und Eigelbe mit dem Handrührgerät schaumig schlagen.
Den Schichtkäse gut ausdrücken. Die Stärke mit dem Rum (oder Wasser) anrühren und mit 100 g Hefezopfbröseln, der Zitronenschale, Vanillemark, Salz und dem Schichtkäse zur schaumig gerührten Masse geben und alles miteinander gut durchkneten.
Die eingeweichten und abgetropften Aprikosen jeweils mit etwas Teig umgeben und zu Knödeln formen. Diese in gezuckertem Wasser ca. 10 Minuten pochieren. Herausnehmen und abtropfen lassen.
In der Zwischenzeit restliche Brösel mit 25 g Puderzucker mischen, in eine Pfanne geben und schwenken bis der Zucker karamellisiert und die Brösel braun werden. Restliche Butter untermischen und schmelzen lassen. Die Knödel anrichten, die Butter-Brösel darüber gießen und servieren. (Quelle: Vincent Klink)

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Burgund – Entdeckungen

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 7 März 2007

Bericht über einen 4-tägigen Verkostungs-Marathon von Bernd Klingenbrunnpict0008.JPG
Freitag mittag, 15:00 Uhr, Messehalle. Alle warten auf den Startschuss!!!

Gerne lasse ich die Eindrücke von solchen Mammutverkostungen auch erst mal ein paar Tage sacken. Denn, was nach 4 Tagen intensiven Verkostens von Weinen und vielen Begegnungen mit Winzern an Erinnerungen jetzt noch so präsent ist, muss dann doch ganz gut gewesen sein. Der Härtetest für die Weine allerdings folgt erst noch. Am 24.03.2007 werden wir in einer kleinen, internen Runde hier in Frankfurt die Mitbringsel probieren. Ich hoffe doch, dass zumindest der ein oder andere Weine so überzeugt, dass eine Woche „Arbeitsurlaub“ ab Ostermontag im Burgund gerettet ist 😉

Es gab bei vielen Weingütern vereinzelt sicher Highlights, entscheidend ist für uns aber das Ganze. Ist die Produktpalette von A-Z schlüssig, ist eine persönliche Handschrift erkennbar, stimmt die Chemie mit den Anbietern. Und: stimmt der Preis!

Jetzt, 14 Tage nach der Messe kann ich dies von folgenden Anbietern behaupten.

Domaine Berthenet / Montagny-les-Buxy / Cote Chalonnaise

2005 Bourgogne Aligote « Vieilles Vignes »
Fast 60jährige Reben, geprägt von einer intensiven, fast schon beängstigenden Mineralität, wie ich sie bei keinem Aligote auf der Messe gefunden habe. Trotzdem nicht abgehoben im Sinne von „versteht keiner“. Frucht und Cremigkeit am Gaumen, schöner Trinkfluss. Einstiegswein auf sehr hohem Niveau.
Vor 3 Tagen nachprobiert, braucht etwa 20 Minuten bis er sich offen zeigt, dann Noten von grünem Apfel, ganz feine, samtig-cremige Konsistenz im Mund, bleibt recht lange präsent. Gute Wahl. Tendenziell um die 85/100 Punkte

2004 Montagny 1er Cru « Les Vieilles Vignes »
Anfangs sehr verschlossen ; nach 1 Stunde schöne Fruchtnoten nach gelben, reifen Birnen, Säure wunderbar integriert, sehr fest am Gaumen. Frucht dominiert, recht straff, Birnenfrucht blitzt immer wieder auf, dazu feine Mineralik, Frucht bleibt lange, gute Struktur. Braucht viel Luft und sicher noch etwas Zeit auf der Flasche. 90/100 Pkt.

Domaine Michel Cheveau / Solutre – Pouilly
Dank Thorsten stand dieses Weingut auch auf meiner Liste. Auch hier durchgängig Weine mit wunderbarer Struktur und Mineralik zu tollen Preisen. Die beiden vorgestellten roten Gamay fand ich allerdings nicht besonders, da gab´s von der Domaine Desperrier aus Romaneche-Thorins, wunderbare Unikate fürn Appel und ein Ei.

2005 Macon-Solutre „Sur le Mont“
Dicht und konzentriert am Gaumen, viel Druck, nicht schwer. Wunderbar frisch, zeigt eine tolle Mineralik und Kühle bei schöner Frucht 87/100 Pkt

2005 Saint-Veran „Terroir Davaye“
Ein Wein mit großer innerer Dichte, viel Mineralik, Frische und Frucht. 89/100

2004 Pouilly-Fuisse „Les Trois Terroirs“
völlig vernagelt, nichts aber auch nichts zu erahnen. Keine Wertung

2005 Pouilly-Fuisse „Les Vieilles Vignes“
viel Druck, sehr gute Konzentration und Statur, bestens strukturiert, viel « Maul voll Wein » und immer wieder diese beeindruckende, wie ein roter Faden sich durchziehende Mineralik gepaart mit viel Frucht und reichhaltiger Frische. 90/100 Pkt

2005 Pouilly-Fuisse „Aux Bouthieres“
Unglaublich tief, eine wunderbar frische Frucht, Mineralik ohne Ende. Klasse Wein 91/100 Pkt

Werde ich auf alle Fälle besuchen, egal wie die Entscheidung ausfällt, denn das sind unglaublich gute, bezahlbare Weine aus dem Maconnaise mit einzigartiger Handschrift.

Domaine Larochette-Manciat / Chaintre / Maconnaise
Hier angekommen, mussten wir uns mit einem eher gelangweilten und desinteressierten Olivier Larochette auseinandersetzen. Keine Initiative von ihm ausgehend, er schaute lieber in den Tiefen der Halle umher. Eigentlich muss ich das nicht haben, und wollte weiter gehen, aber ich war ja nicht zum Vergnügen hier. Dabei müssen sich seine Weißweine nicht verstecken, im Gegenteil.

2005 Macon St. Veran « Vieilles Vignes »
Auch bei seinem Weinen steht die mineralische Komponente deutlich im Vordergrund.
Olivier Larochette ist noch ein recht junger und äußerst talentierter Winzer. Wichtig für den Perfektionisten ist der authentische Abdruck seiner Böden im Wein. Dieser Macon war für kurze Zeit im Eichenfass, was aber eher dezent zu schmecken ist. Wunderschöne, leicht goldgelbe Farbe, in der Nase Noten von Nüssen, etwas Butter und gelben Früchten, mineralisches Finish. 88/100 Pkt.

2005 Pouilly Vinzelles « Les Longeays »
Ebenfalls Ausbau im Holz, klar und glänzend, komplexe Nase von weißen Pfirsichen, etwas Limette, auch nussige Noten. Insgesamt von großer Sanftheit mit schöner Länge.88/100

2005 Pouilly Fuisse « Tradition »
Klare, eher ins grünliche tendierende Farbe, reichhaltige Nase nach Zitrusfrüchten, viel Kraft bei schöner Frucht und Struktur und wunderbarer Mineralität. Braucht noch Zeit. Jetzt 89/100

Gegen Ende – als wir uns als Händler vorstellten – war dann der gute Olivier auch etwas gesprächiger, aber ein Verkaufsgenie wird er wohl nicht werden. Vielleicht hat er sich aber einfach auch nur mit Kunden auf dieser Endverbrauchermesse herumgeschlagen, die seine sehr individuellen Weine nicht verstehen. Wir haben es. Leider keine Flaschen mitgenommen Schlichtweg verpennt am Montag 😦

Domaine Demangeot / Change
Auch hier konnte man sich auf die Tipps von Thorsten alias Thvins verlassen. Die Weine haben im Gegensatz zu den vorgenannten vielleicht eine eher etwas kommerziellere Art, was ja erst einmal für uns Händler von Vorteil ist. Wir wollen die Weine ja nicht lagern. Die Preise liegen im Vergleich im Einstiegsbereich einen Tick höher als z.B. Berthenet.
Positiv die überaus freundliche und zuvorkommende Art des Winzerpaares Maryline und Jean-Luc Demangeot.

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2005 Bourgogne Aliote
einfach ein Spaßwein, kommt rund und mit saftig-reifen Früchten daher, eher schmelzig denn mineralisch. 86/100 Pkt.

2005 Bourgogne Hautes Cotes de Beaune blanc „Cuvée Delphine Saint Eve“
dichter, konzentrierter, floraler. Auch hier sehr ausgewogen und rund, gut strukturiert, mit gelben, reifen Früchten, reich an Aromen, schöner Nerv an Säure. Ich seh die Schalentiere, zu der dieser Wein passen würde, schon vor mir!

2005 Bourgogne Hautes Cotes de Beaune rouge „Les Demoiselles“
wunderschöne, reiche rubinrote Farbe; Im Duft viel Kirsche und Himbeere, fruchtig, rund und harmonisch, seidiges Tannin, Tiefgang und Nachhaltigkeit 88/100

2005 Bourgogne Hautes Cotes de Beaune rouge „Cuvée Amandine Poinsot“
Im Schnitt 40-60 jährige Reben, leicht öliger Touch auf der Zunge, was wohl an der Konzentration der alten Reben liegt. 12 monatiger Ausbau im Holz. Granatfarben, reiche Nase nach Himbeere, Schattenmorellen, Johannisbeeren. Viel Struktur, reich an Aromen, kann sicher in der Karaffe noch gewinnen und ist noch viel zu jung.

Chateau de Chamilly / Cote d´Or / Cote Chalonnaise
Wo die Ernte zu 95% aus Rotwein besteht (Mercurey) da sollte man auch mal in die Weißen reinschnuppern. Eigentlich auch keine Entdeckung mehr, denn Madame Desfontaine ist in Deutschland schon bei vielen Händlern präsent, was dann aber wiederum für die Qualität und den Preis spricht.

Die Weißen, also Bourgogne Aligote, der Blanc aus Chardonnay und der Mercurey sind wohl gelungen, mit viel Frucht und einem Hauch Mineralität durchzogen.

Die Roten haben mir dennoch noch einen Tick besser gefallen.

2002 Bourgogne rouge Cote Chalonnaise
Klassisch; viel Frucht, Kirschen, Brombeeren und Himbeeren, sehr robust gebaut, aber auch feinste, klare Fülle. Für einen 2002er erstaunlich frisch. 86/100 Pkt.

2002 Mercurey 1er Cru „Les Puillets“
Kirschfarben, schöne Viskosität im Glas, eher kühl-fruchtig, Mandeln. Am Gaumen enorm dicht, immer noch zu jung, braucht viel Luft. 90/100 Pkt.

Domaine Tortochot / Gevrey-Chambertin
Eine deutsch sprechende Winzersgattin erleichterte uns etwas die Arbeit, wir hätten vielleicht etwas früher an den Stand kommen sollen, dann hätte ich auch außer einer « Gnadenflasche » Bourgogne Cuvée Fine Selection (Basiswein) etwas mehr an Weinen erhalten. Bei diesen Weinen hat mich einfach die Stilistik fasziniert. Im ersten Moment völlig unspektakulär daher kommend, macht sich nach 15-20 Sekunden eine Aromatik und Tiefe im Gaumen breit, wie ich sie bisher bei keinem deutschen Burgunder erlebt habe. (mit Abstrichen Duijn´s SD aus 99)

Farblich eher hell, in der Nase aber mit viel Ausdruck von hochreifen Früchten. Viel Wärme und Eleganz – bei viel Kraft – ausstrahlend. Schon der Einstiegsburgunder 2005 Bourgogne Cuvée Fine Selection ist sehr schön, vielleicht ein bissel rustikal, aber ein ehrlicher Zeitgenosse, der mit seiner Adstringenz, aber keinesfalls grünen Aromen, immer animierend wirkt 85/100 Pkt

2004 Gevrey-Chambertin « Les Corvees »
der offenste von allen probierten Weinen, macht schon viel Spaß. 88/100

2004 Gevrey-Chambertin « Champerrier Vieilles Vignes »
präsentierte sich enorm tanninbetont, dies aber von bester Güte ; schön auch, dass nach dieser Tanninattacke die Frucht dennoch den Weg zurück auf den Gaumen fand. 90/100

2004 Gevrey-Chambertin 1er Cru „Lavaux St. Jacques“
Was könnte ich mir in den allerwertesten treten, dass ich nicht schon Freitag am Stand der Tortochots war. Eine Eisenfaust in Samthandschuhen. Was für eine Kraft! Unglaublich elegant und feinsinnig. Kirsch- und Gewürznoten en masse, beste Struktur, saftig-fleischig. Großartiger Wein, aber leider ausverkauft. Muss ich ab Ostermontag besuchen!

Fazit: Auch im Burgund gibt es großartige Entdeckungen zu machen, je südlicher, je besser im Preis/Wert/Genussverhältnis stehend. Insbesondere bei den Tortochot-Weinen kann ich verstehen, welch Faszination die Region Burgund und Ihre Weine ausüben kann.

Natürlich war ich nicht nur im Burgund unterwegs, ich habe auch einige meiner favorisierten Winzer besucht. Aus dem Beaujolais, dem Fronsac und noch bei vielen anderen. Die Eindrücke werde ich in nächster Zeit in loser Reihenfolge hier unterbringen.

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Harte Töne aus Belgien – Stéphane Pilette

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 3 März 2007

Ein Musik-Tipp von Armin Maurer:

Mal etwas ganz anderes, vielleicht Musik die nicht jeder mag, dafür mit umso mehr Hingabe gespielt. Wer Yngwie Malmsteen, Steve Vai, Joe Satriani und nicht zuletzt den Gottvater aller Gitarristen, Jimi Hendrix mag, der kann auch an Stéphane Pilette aus Belgien gefallen finden.

Vor 13 Jahren hat er eine Gitarre in die Hand genommen und sich das Spielen selbst beigebracht und heute gehört er ganz sicher nicht zu den schlechtesten Gitarristen. Wer Lust und Interesse hat, kann auf seiner neuen Homepage in das ein oder andere Stück von ihm reinhören:

http://web.mac.com/stephane.pilette/iWeb/Site/homepage.html

Viel Spaß mit schnellen, manchmal etwas härteren Tönen aus Belgien.

P.S.
Wir von K&M sind ja immer wie die Trüffelschweine auf der Suche nach unbekannten aber erstklassigen Winzern, wir haben uns jetzt nicht auch noch auf die Suche nach guten Musikern gemacht. Auf Stéphane Pilette bin ich gekommen, weil er schlicht und einfach der Lebensgefährte meiner Schwester ist. Wer mag kann Lob und Kritik deshalb natürlich auch auf Deutsch an ihn schreiben, Kontakt auf seiner Homepage.

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