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Im Gastraum der Sinne – ein Genussabend mit Freunden

Posted by Armin Maurer - Mittwoch, 17 Juni 2009

Meine Lebenspartnerin und ich wollten mit drei Freunden einen genussvollen Abend verbringen, unsere Wahl viel auf das hochgelobte und besternte Lokal von Andre Großfeld in Friedberg-Dorheim:

Großfeld – Gastraum der Sinne
Erbsengasse 16
61169 Friedberg-Dorheim

Der Gastraum der Sinne

Schon bei der Reservierung viel uns der hochprofessionelle und sehr freundliche Service auf, sowohl laktosefreie als auch glutenfreie Speisen waren überhaupt kein Problem. Auch mein Wunsch eigene Weine zu den Speisen mitzubringen wurde sofort freundlich angenommen. Ca. eine Woche vorher wählten wir das Menü aus, stimmten mit Andre Grossfeld ab, dass die Gänge gluten- und laktosefrei sind, dazu teilte er uns die Hauptgeschmackskomponenten der einzelnen Gerichte mit, so dass ich mich an die Auswahl der Weine machen konnte. So wuchs Stück für Stück die Vorfreude auf den Freitagabend.

Am Freitag, 29. Mai, machten sich meine Lebensgefährtin und ich mit der Bahn auf den Weg nach Friedberg, unsere Freunde wollten sich mit uns im Restaurant treffen. Gegen 20:30 Uhr trafen wir ein und bis wir unsere Plätze eingenommen hatten und gerade überlegten ob wir schon einen kleinen Schluck von unserem Champagner vorneweg nehmen sollten, da trafen schon unsere drei Freunde ein. Jetzt stand dem Aperitif natürlich nichts mehr im Wege:

Wir starteten mit unserem Champagner: Champagne Brut Selection von Janisson Baradon

Champagne Brut Selection

Champagne Brut Selection

Auch heute konnte dieser feine schmelzige Champagner wieder sehr gut gefallen, seine dezente Frucht und der cremige Charakter bereiteten uns schon viel Freude und Genuss.

Auch zum Amuse Bouche, insbesondere zum Klassiker des Hauses, der Crème Brulée vom heimischen Ziegenfrischkäse machte er eine ausgezeichnete Figur, ein sehr genussvoller Start und unsere Stimmung stieg schon kräftig an.

Dann folgte der erste Gang:
Marinierter Spargel mit gebackenem Bärenkrebs und Bärlauchmousse
Der Spargel war mit Sherryessig und Butteröl (eine Rapsölvariante) mariniert, dazu Tomaten und Ei, eine schöne Kombination, die zu dem leicht süßlichen Aromen des Krebs‘ und der Mousse eine elegante Komponente beisteuerte.

Dazu hatte ich eine 2007er Riesling Spätlese trocken aus der Lage Kräuterhaus vom Weingut O. gewählt.

2007 Riesling Kräuterhaus Spätlese trocken

2007 Riesling Kräuterhaus Spätlese trocken

Wie schön hat sich dieser Wein entwickelt, zeigte er sich vor einem Jahr noch recht wild, mit fast schon beissender Mineralik, kommt er heute ungemein rund und saftig daher. In der Nase typisch Mosel, feste Schiefermineralik und reifer gelber Pfirsich, eher sogar die Haut des Pfirsichs. Im Mund kraftvoll, saftige, reife Frucht, wieder Pfrisich und Mirabelle, gelbfruchtig, dazu die reife Säure und die kraftvolle mineralische Note. Schon großartig was Olaf Schneider aus dieser unbekannten Lage immer wieder herausholt.

Die Kombination von Essen und Wein war gut, aber eher eine Kombination von zwei tollen Partnern, die sich nicht weh taten, die Kombination passte, bot aber keine zusätzliche Genussdimension. Unsere Freunde hatten sowohl am Riesling, seine saftig, fruchtige Art kam sehr gut an, als auch am ersten Gang viel Freude, ein gelungener Auftakt.

Der nächste Gang brachte Wolfsbarsch auf der Haut cross gebraten mit Fenchel-Artischocken-Gemüse und Olivenjus.

Dieser Gang begeisterte mit einer intensiven aber nicht überkonzentrierten mediterranen Aromatik.

2007 Cotes du Rhone Village blanc "Per El"

2007 Cotes du Rhone Village blanc "Per El"

Dazu hatte ich den 2007 Cotes du Rhone Village blanc AC „Per El“ der Domaine Saladin gewählt.

Und hier konnte die Kombination voll überzeugen. Der Per El nahm die würzige Aromatik des Fenchels mit seiner eigenen dezenten Anisnote wunderbar auf, die Röstaromen der Fischhaut ließen die eher zurückhaltende Frucht des Weins wunderschön aufblühen. Dieser Gang und der begleitende Wein zeigten fast schon exemplarisch, dass eine Speise und der richtige Wein ein mehrfaches an Genuss bieten können als beide einzeln. Für mich die perfekte Marriage.

Dann kam der Hauptgang, Ochsenbäckchen auf Pfiffferlingrisotto, eine Abwandlung des eigentlichen Gerichts, um für uns auf Laktose zu verzichten. Was soll man sagen, nach dem Servieren kehrte erst einmal für 5 Minuten Ruhe an unserem Tisch ein. Gibt es ein besseres Zeichen, dass es schmeckt? Die Ochsenbäckchen boten eine kleine Geschmacksexplosion im Mund, ungemein konzentriert aber doch fein in der Aromatik, auf den Punkt geschmort, weich aber eben nicht faserig, genial! Das Risotto ebenso intensiv in der Aromatik, wunderbar cremiges Mundgefühl, gleichwohl bissfest in der Konsistenz des Reis‘, perfekt.

Vacqueyras 'Cuvee dé l Euse'

Vacqueyras 'Cuvee dé l Euse'

Zu diesem Gang hatte ich einen Vacqueyras von über 70jährigen Reben der Domaine de la Tourade gewählt den 2004er Vacqueyras ‚Cuvee dé l Euse‘.  Zuerst schien der Wein ein klein wenig mit der Aromenfülle des Gangs zu kämpfen, aber je mehr Luft er bekam, desto kräftiger und nachhaltiger zeigte sich dieser großartige Rhôhnewein. Die Weine aus Vacqueyras gehören eher zu den eleganteren Vertretern der Rhôhne, teilweise werden sie auch als eher feminin beschrieben. Auch die ‚Cuvee dé l Euse‘  läßt sich durchaus so beschreiben, aber die alten Reben geben dem Wein dann eben doch auch eine feste Struktur und einen kräftigen Körper mit. So zeigt sich dieser Wein besonders schön als Essensbegleiter, eher etwas zurückhaltend, sich nie in den Vordergrund spielend, aber doch mit ausreichend Intensität ausgestattet, dass er auch der Aromenfülle der geschmorten Ochsenbäckchen Paroli bieten kann. Seine dunkle Beerenaromatik, schwarze Johannisbeere und Brombeere, dazu etwas reife Süßkirsche harmonierte natürlich auch sehr gut zum Schmorfleisch.

Auch hier konnte unsere Weinauswahl mehr als Überzeugen, das war schon ein toller Höhepunkt des Menüs.

Als kleines Zwischenspiel vor dem Menü hatten wir dann noch einen Wein aus der Region Ribera del Duero in Spanien gewählt.

2004 Ribera del Duero Reserva DO

2004 Ribera del Duero Reserva DO

Es kam der Topwein der Bodega Monteabellon auf den Tisch, der 2004er Ribera del Duero Reserva DO. Mit diesem Wein hatten wir bei unseren Mittrinkern voll ins Schwarze getroffen, schon die dunkle ins Schwarze chargierende Farbe wurde erfreut wahrgenommen, dann das Bouquet, intensive Beerenfrucht, intensiv und kraftvoll, dazu Aromen von edler Dunkleschokolade, auch etwas Vanille und geröstete Kaffeebohnen. Schon in der Nase wollte der Wein icht verheimlichen, dass er im kleinen Holzfass, dem Barrique, gereift ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Spaniern erschlug das Holz hier aber den Wein nicht, es bildete vielmehr die Basis und das Gerüst für einen grandiosen Rotwein. Dass man bei Monteabellon für den Topwein nur feinste französische Eiche für die Fässer verwendet ist sicher ein Grund, warum der Holzeinsatz hier so vorzüglich gelungen ist.

Im Mund trumpfte die Reserva dann mit dichter Beerenfrucht auf, Brombeere und Holunder, dazu Scharzkirsche, dann wieder die edlen Holznoten, Toast und feine Bitterschokolade. Kraft und Eleganz stehen in einer schönen Balance, wobei dieser Rotwein schon ganz schön Druck am Gaumen ausübt. Und was für eine Länge, noch 5 Minuten nach dem Schlucken schmeckt man die Aromen im Mund. An diesem großartigen Rotwein kann man leicht nachvollziehen, warum die Region Ribera del Duero im Moment in Spanien so hoch bewertet wird. Das war schon ein äußerst leckeres Stöffchen, was wir da genoßen haben. Der eine oder andere war fast ein wenig enttäuscht, dass die Flasche irgendwann zuende ging.

Dafür entschädigte uns die Dessertvariation sofort mit süßem Hochgenuss.

So ging dann ein wunderbarer, herrlich unprätentiöser, genußvoller und fröhlicher Abend in einem grandiosen Lokal zuende.  Eins stand für uns sofort fest, die großartige Kochkunst von Andre Großfeld haben wir sicher nicht das letzte Mal genossen.

Bedanken will ich mich auch sehr gerne beim Serviceteam des ‚Gastraums‘, eher im Hintergrund wirkend, dabei immer aufmerksam und professionell arbeitend, so wünscht man sich den Service in so einem Haus. Dass die Mitarbeiter dabei auch noch eine gehörige Portion Freude an ihrem Tun versprühen und durchaus auch einmal mit Witz und Ironie reagieren, gibt dem ganzen dann noch eine gewisse Leichtigkeit und macht das ganze ungemein sympathisch. Wir haben uns rund um wohl gefühlt und können nur sagen: „Gerne wieder“

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