K&M Gutsweine - Die Weinhandlung in Frankfurt -

www.gutsweine.com

“Wir sind gekommen, um zu bleiben”: Interview mit dem Vater des Erfolges, “Ede” Becker

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Mittwoch, 14 Mai 2008

Gefunden auf der HSV-Homepage

Hamburg -

Edmund, genannt „Ede“ Becker ist ein Karlsruher Urgestein und absolvierte für den KSC 157 Spiele. Zunächst arbeitete er als Jugend- und Amateurtrainer, ehe er am 13. Januar 2005 zum Chef der 1. Mannschaft befördert wurde und den sportlichen Aufbruch einleitete. Erst Klassenerhalt in Liga 2, dann Konsolidierung und schließlich der Aufstieg in die 1. Bundesliga, die souverän gesichert wurde. Im Interview mit hsv.de spricht der Übungsleiter über die abgelaufene Saison, das Erfolgsgeheimnis des KSC und über die Zukunft.

hsv.de: Herr Becker, wie beurteilen Sie Ihre erste Bundesligasaison?
Edmund Becker: Vor der Saison gaben wir den Leitspruch raus: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Dieses Ziel haben wir erreicht. In der Hinserie haben wir sogar für reichlich Furore gesorgt. Dadurch wurden jedoch Erwartungen geweckt, die wir in der Rückserie nicht erfüllen konnten. Aber hätte uns vor der Saison jemand gesagt, dass wir drei Spieltage vor Schluss die Klasse gesichert haben, hätten wir doch sofort unterschrieben.

Was ist in der nächsten Saison möglich?
Becker: Wir möchten erneut bestehen, deshalb wird unser Leitsatz der selbe bleiben. Für uns ist es ein großer Erfolg, in der 1. Bundesliga zu spielen und wir freuen uns einfach, erneut dabei zu sein, schließlich durften wir das nicht voraussetzen.

Erneut verlassen mit Eggimann und Hajnal zwei Säulen den Verein. Wie wollen Sie diese Lücken schließen?

Becker: Es ist klar, dass wir ab einer gewissen Größenordnung nicht mehr mitbieten können. Das muss man akzeptieren, schließlich sind wir alle Profis und spielen auch, um Geld zu verdienen. Wir müssen eben zusehen, dass wir erneut eigene Talente ausbilden oder andernorts bislang unentdeckte ausgraben.

Welcher Kategorie Trainer gehören Sie an? Harter Hund oder lange Leine?

Becker: Als Trainer muss man sein eigenes Profil entwickeln. Ich denke, das habe ich mit einer gesunden Mischung getan. Fest steht allerdings, dass im Fußball ohne Disziplin gar nichts geht, dann ist der Misserfolg vorprogrammiert.

In der Halbzeitpause eines jeden Spiels lassen Sie Ihre Mannschaft für einige Minuten allein in der Kabine. Warum?

Becker: Das habe ich schon immer so gemacht, auch schon damals als Jugendtrainer. Ich finde es gut, dass die Spieler die ersten fünf Minuten der Pause für sich haben. Sie können erst mal runterkommen, durchatmen und den Kopf freikriegen. In der Zeit registrieren die Spieler schon, was sie gut gemacht haben und was nicht. Dadurch entstehen Gespräche untereinander, die Jungs helfen sich gegenseitig. Sie lernen es, Verantwortung zu übernehmen, man nimmt alle Mann mit ins Boot. Positiver Nebeneffekt des Ganzen ist die Tatsache, dass die Mannschaft schon wieder aufnahmefähiger ist, wenn ich dann meine Habzeitansprache halte.

Ihr Spieler Maik Franz wurde aufgrund seiner Spielweise in den letzten Monaten stark kritisiert. Mussten Sie bei ihm auch als Psychologe aktiv werden?

Becker: Was damals vorgefallen ist, steckt kein Spieler einfach so weg, das hat ihn schon beschäftigt. Aber Maik weiß, dass wir hinter ihm stehen. Er ist so wichtig für unser Team mit seinem Willen, seinem Einsatz. Er gehört zu den Spielern, die man nicht motivieren muss. Ganz im Gegenteil. Es bringt aber auch nichts, ihn nach diesen Vorkommnissen zu drosseln, ihn auf 80 Prozent laufen zu lassen. Das funktioniert bei dieser Art Spieler nicht, denn damit beraubt man sie ihrer größten Stärke.

Haben Sie die Kritik an Franz denn als berechtigt angesehen?

Becker: Nein. Deshalb muss ich mich in diesem Fall auch selbst kritisieren, ich hätte mich noch vehementer vor ihn stellen, ihn noch mehr schützen müssen. Aber so lernt man eben immer wieder etwas dazu.

Ist das auch Ihre Maxime als Trainer?

Becker: Absolut. Ich kann mich jetzt ja nicht hier hinstellen und sagen: „Ich bin Bundesligatrainer, jetzt habe ich es geschafft.“ Ganz im Gegenteil. Ich halte jeden Tag Augen und Ohren offen, um mich ständig weiterzuentwickeln. Als Mensch, als Trainer und als Teil unseres Teams.

Veröffentlicht in Uncategorized | Keine Kommentare »

Badische Weinmesse Offenburg 3.-4.Mai 2008

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Sonntag, 4 Mai 2008

Badische Weinmesse 2008

den Brückentag nutzend, ging es dann am Samstag ab 11:00 Uhr zur Badischen Weinmesse 2008 in die Offenburger Baden-Arena. Knapp 4.000 Besucher werden bei 135 Ausstellern erwartet, gegen 14.30 Uhr war es dann auch richtig voll, für uns war das der Startschuss zu gehen, denn wir entschloßen uns noch kurzerfristig den 1e Salon des Vins naturel en Alsace im 1 Stunde entfernten Ammerschwihr im Elsaß zu besuchen.

Zunächst aber die Eindrücke der Messe. Nachdem sich einige bekannte Weingüter wie Bercher u.a. nicht mehr an der Veranstaltung beteiligen, bietet sich für kleine, unbekannte und auch neu beginnende Betriebe die Chance, hier auf sich aufmerksam zu machen.

So auch das Weingut Stefan Rinklin aus Bötzingen am Kaiserstuhl. Der noch junge Betrieb um Kellermeister Stefan Rinklin und Miriana Majerle präsentierte seinen Jungfernjahrgang aus 2007 mit insgesamt 4 Weinen, es gibt aber ein paar weitere Weine.

Weingut Stefan Rinklin

Die Philosophie wird klar auf den Punkt gebracht: alle Weine müssen trocken sein, ein Müller-Thurgau wird auch so benannt und nicht Rivaner, Verzicht auf Prädikate, so schonend wie möglicher Umgang vom Weinberg bis zur Flaschenfüllung, Reinzuchthefen statt Spontanvergärung, weil das Risiko für den 1,6 ha kleinen Betrieb zu groß ist, Weine in den Sand zu setzen. Durch die “Kleine” des Betriebes wird auch bei den Weinen auf Naturkork gesetzt, zweigleisig zu fahren ist einfach noch nicht möglich. Stefan Rinklin und Miriana Majerle schwebt vor, das Weingut bis auf 6-8 Hektar sukzessive zu erweitern, “bis man davon leben kann”. Stefan Rinklin war unter anderem Kellermeister beim renommierten Weingut Franz Keller - schwarzer Adler.

Ihr Debütjahrgang hat mir sehr gut gefallen. Die hier beschriebene weiße Basislinie wird komplett im Stahltank vergoren, der Rote lag als Fassprobe vor.

2007 Müller-Thurgau Qba trocken
Ungemein frischer MT; trocken bei 0,1 g Restzucker, staubt aber nicht. Leicht blumiger Charakter, schöne, reife Säure. Trinkspaß garantiert.

2007 Weissburgunder Qba trocken
sehr direkte, frische Ansprache mit noch leicht hefig-rauhen Noten, die zarte Frucht ist erkennbar. Auch hier 0,1 g RZ bei moderaten 12,5 Alk. und einer frischen, dezenten Säure.

2007 Grauburgunder QbA trocken
Der “Graue” etwas schmelziger und mit mehr “Maul voll Wein”. Gute Balance, schon etwas weiter in seiner Verwobenheit. Frucht sehr gut herausgearbeitet. Schöner Essenswein.

Als Fassprobe dann der
2007 Spätburgunder QbA trocken
dunkle Früchte, kernig mit einem Hauch Mandeln und Johannisbeeren. Hefe noch deutlich, zarte Frucht im Hintergrund schon erschmeckbar. Ach ja, eine weitere Philosophie besteht darin, auch das zu versprechen, was als Inhalt deklariert wird, nämlich 100% der Rebsorte und keinen Deckwein, “wie es viele Betriebe immer noch praktizieren”

Andreas Engelmann, vom Weingut Schloß Ebringen aus dem Markgräflerland war meine zweite Neuentdeckung, wenn auch nicht ganz neu, denn ein Teil seiner Weine konnte ich bereits auf der ProWein probieren, allerdings schon zu etwas vorgerückter Stunde.

Diesmal konnte er uns mit froher Kunde begrüßen. Sein kompletter Bestand an Sauvignon Blanc, den er auf der ProWein vorstellte, hat er verkaufen können, so positiv war die Resonanz auf der ProWein. Haben wir da was verpasst????

Nun, auch seine noch vorhandenen Weine sind von sehr guter Qualität. Angefangen bei seinem

2007er Chasselas QbA trocken - der erste Gutedel vom Schlossgut
durchgegoren bei 1,5 g RZ; kein Allerweltsweinchen, sondern richtig gut. Am Gaumen von zartem Charakter, sehr geschmeidig, erinnert in Zügen an Hanspeter Ziereisens “Heugumber”, allerdings nicht in der Konsequenz, wie es Hanspeter mit der Spontanvergärung und dem langen Hefelager praktiziert. Dennoch einer der wenigen guten Gutdel aus Deutschland.

2007 Pinot Blanc QbA trocken
wunderbar klare Frucht, gelbes Steinobst, Holunderblüten, sehr finessereich und frisch, angenhem zu trinken bei reifer, milder Säure.

2007 Pino Gris QbA trocken
Ausbau zu 30% in amerikanischer, schwach getoasteter Eiche aus Mehrfachbelegung. Duft nach reifem Kernobst, Hauch Vanille, körperreich, aber nicht fett oder überladen, macht dank seiner Frische und Säure solo Spaß, aber auch ein Essenskandidat bester Güte!

Die Rotweine selbst haben mir nicht so gefallen, für mich steht die Frucht mit ihrer hohen Reife zu sehr im Vordergrund.

Etwas besonderes ist sein 2006er Cremant Pino Blanc de Noir Sekt b.A. Sehr ambitioniert eingepreist bei knapp 20,- EUR. Das Mousseux noch etwas zu heftig, feine Perlen und eine gewisse Cremigkeit ist schon erkennbar. Allerdings, und das habe ich dem Winzer auch mitgeteilt, zeigt dieser tolle “deutsche Champagner” -(das Niveau hat er) erst in Ansätzen, was er nach einem längeren Hefelager haben könnte. Ich würde diesen Champagner noch weiteres Hefelager gönnen, denn für mich hat er erst 30-40% seines Potentials gezeigt.

Am Gemeinschaftsstand des VDP gefielen mir wieder - wie schon seit dem Jahrgang 2003 - die Weine von Markus Wöhrle mit seinem Weingut der Stadt Lahr. Sehr sortentypische Weißweine mit viel Frische und guter Balance. Insbesondere sein 07er Muskateller kann als “im Sommer bei 30 Grad vor dem Grill getrunkener Aperitif” gefallen. Resch, straff, saftig!

Jedes Jahr probiere immer wieder gerne die Weine vom Weingut Otto & Martin Frey aus Denzlingen, im Breisgau gelegen.
Das liegt zum großen Teil auch an der sympathisch-natürlichen Art von Martin Frey, der auf den kargen Böden im Glottertal eine tolle Serie an Terroirweinen auf die Flasche bringt. Kein Mainstream, sondern fokussiert, die jeweiligen Lagen mit ihrem Charakter auf die Flasche zu bringen. Das ist manchmal nicht ganz einfach, denn die Burgunder aus Weiss- und Grauburgunder und Chardonnay bringen hier nicht den gewohnten Schmelz aus anderen Regionen, wie z.B. aus der Südpfalz oder gar vom Kaiserstuhl. Aber gerade diese Stilistik macht sie aus meiner Sicht sehr interessant.

Die “Gneis-Linie” von Weissburgunder, Grauburgunder sowie Chardonnay wird ausschließlich im Edelstahl vergoren. Die Weine sind von eher mineralisch-karger Art, sehr straff, dennoch mit sehr guter Sortentypizität und hervorragende Speisenbegleiter.

Mit der Linie “Aigi” - einer alten Bezeichnung für den “Glottertaler Eichberg” - wird die Fermentation und der Ausbau im Holz bezeichnet und nur hier werden die besten Trauben verwendet.

Der 2007er Grauer Burgunder QbA Glottertäler Eichberg “Aigi” duftet wunderbar nach gelbem Steinobst und einem Hauch Vanille, die Barriques stammen aus Zweit - bzw. Drittbelegung, ein zu massiver Holzeinsatz wird hier nicht angestrebt. Am Gaumen fest, von schöner Intensität, macht Laune! Auch Stuart Pigott beschreibt in seinem Buch “Wein spricht Deutsch” das Weingut sehr positiv.

Auf ein Wiedersehen mit unserem Winzer Arndt Köbelin aus Eichstetten haben wir uns ganz besonders gefreut, galt es doch einen Wein erstmals zu probieren, den wir uns exklusiv vom Winzer haben vinifizieren lassen. Den 2007er Guthensberg. Was es genau sein wird, werden wir an dieser Stelle nicht veraten. Wenn Sie den Wein kennenlernen wollen - und das sollten Sie unbedingt, es wird nur knapp 300 Flaschen geben -, dann kommen Sie am 08.05.2008 ab 17:00 Uhr zu K&M Gutsweine in die Hamburger Allee 37 in 60486 Frankfurt. Dort wird ihnen die Lebensgefährtin von Arnd, Monika Doll, die Weine des überaus gelungenen 2007er Jahrgangs sowie unseren Guthensberg 2007 präsentieren. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: das ist der bisher beste Jahrgang, den Arnd auf die Flasche gebracht hat. Viel frische Frucht, saftig-traubig, trinkig im besten Sinne.

Mit einem Wein wird Arndt zu den besten Weinen Deutschlands gehören, soviel hat er uns schon verraten, denn bei einem bundesweiten, wichtigen Wettbewerb hat er sich ganz im Vorderfeld plaziert.

Einen völlig positiveren Eindruck als vergangenen Montag auf der Mainzer Weinbörse machten die Weine von Andreas Laible senior aus Durbach/Ortenau Damals empfand ich Sie als sehr weich und rund, ganz ok. Dieses Mal kamen aber noch zwei entscheidende Faktoren für eine deutlich positivere Bewertung hinzu. Die Rieslinge im Prädikatsbereich Kabinett und Spätlese trocken, sowie der “SL” brillierten durch ein abwechslungsreiches Spiel vom Mineralik, feiner Würze und reifer Frucht, ausgestattet mit einer feinen Tiefe. So elegant sind mir die Weine vom “Senior” noch nicht rübergekommen. Mal schauen, was sich da zwischen einem der Topwinzer Badens und K&M entwickelt, ganz abgeneigt schien er jedenfalls nicht zu sein, im Gegenteil.

Einen etwas ratlosen Eindruck hinterließen bei mir die Weine des besten Jungwinzers 06/07, seinem Sohn Alexander Laible. Ein völlig anderer Stil, weit mehr restzuckerorientiert, vielleicht hat da der Einfluß der Arbeit an der Mosel zu sehr den Weg in die Weinbereitung gefunden. Gerne hätte ich die Weine etwas straffer und deutlich fokussierter gesehen, leider nivelliert der Restzucker doch sehr stark. Gut gefiel mir der 2007er Riesling “SL”, schöne Pfeffernote, der Restzucker durch den etwas dichteren Körper besser integriert.

Das wars für uns, auf die zahlreichen Winzergenossenschaften verzichteten wir, auch wenn die bunten Flaschen noch so hübsch aussahen. Uns zog es nach Ammerschwihr ins Elsaß, wo etwa 15 biodynamisch arbeitende Betriebe aus ganz Frankreich ihre Weine vorstellten.
Bericht folgt

Veröffentlicht in Vermischtes, Weinreisen | Keine Kommentare »

27. Foire Bio Alsace Colmar 01.05. - 05.05.2008

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Freitag, 2 Mai 2008

Nach dem vorzüglichen Menü am Donnerstag abend auf Schloß Eberstein, war heute wieder das tägliche Brot angesagt: Arbeit! Neben der Badischen Weinmesse in Offenburg, die am morgigen Samstag und Sonntag stattfindet, ist noch bis Montag, den 05.05.08 im Parc Expo in Colmar die 27. Ausgabe der Foire Bio Alsace zu Gange

Bei herrlichem Wetter ging es über die A 35 recht zügig nach Colmar zum Parc Expo.
Herrliches Wetter im Elsaß
Hier wurden nicht nur Weine (eher in der Minderzahl) vorgestellt. Neben Ölen, Marmeladen, vielen Käseständen gibt es auch Klamotten, Sandalen und vieles mehr zu kaufen. Das nahmen wir auch dankend an und so traten einige Käse und Marmeladen den Heimweg an, nicht ohne vorher noch bei Christine Ferber im nur 10 Minuten entfernten Niedermorschwihr Gougelhupf und diverse Marmeladen zu ordern, natürlich mußte ich den zu Hause gebliebenen etwas mitbringen.

Auswahl

Relais des Trois Épis
Christine Ferber
18, rue des trois epis
F-68230 Niedermorschwihr
Tel.: +33 389 27 05 69

Unser Hauptaugenmerk galt natürlich aber dem Wein und da insbesonder unseren Winzerpaar von der Rhône, Martine und Jean David von der Domaine Jean David aus dem wohl schönsten Dorf Frankreichs, Seguret. Armin hatte die beiden schon einmal auf der Domaine besucht und schwärmte mir von Ihnen vor, insbesondere Jean´s Leidenschaft für den Weinbau hatte ihn wohl sehr fasziniert.

Martine und Jean David, Domaine Jean David
Martine und Jean David an ihrem Stand

Ich hatte bisher noch nicht das Vergnügen, die beiden kennenzulernen. Ein grundsolides, sehr sympathisches Winzerpaar, im positiven Sinne zwei ehrliche Weinbauern ohne jegliche Starallüren. Einfache Menschen, die ihr Wissen um die Natur in Ihre Leidenschaft, den Wein legen, insbesondere Jean sieht man an seiner gebräunten Haut an, das sein Lieblingsplatz bei den Reben ist. Übrigens ein großes Kompliment: beide sind ja nun schon etwas gereifteren Semesters, dennoch sprechen sie ein vorzügliches Englisch.

Wir probierten also fast die gesamte Palette, u.a. auch jenen raren 2007er Côtes du Rhone Blanc de Blanc, immer der erste Wein, der ab Weingut ausverkauft ist (als wir später unsere Ration abholten, war er es: epuisé = ausverkauft.
Dann noch einen 2007er Rosé, wunderbare Farbe, frisch, mittelkräftig, ein sicher toller Essenswein, dieses Jahr nur als Vin de Table abgefüllt, da sich die Davids den letztjährigen Ärger ersparen wollten, als ihr Rosé wegen zu kräftiger Farbe die AOC verweigert bekam.

Dann den 2006er Côtes du Rhône, wieder wunderbar saftig-würzig, einfach ein toller Basiswein, der auch im Sommer zu einigen Grillgerichten oder würzigen Lammwürsten ala Merguez sicher gut passen würde.
Als Fassprobe dann den 2006 Cotes du Rhône Villages SEGURET. Viel dunkle Frucht, sehr gute Konzentration, viel Würze, immer begleitet von einer frischen Säure, ein Wein, der lebt und in sich eine wunderbare Harmonie und Trinkigkeit auf hohem Niveau hat. Ehrlicher Wein, ehrlicher Leute!

Le Beau Nez 2007

Weiter ging es mit einem “seriösen” Wein, wie mir Martine mitteilte, als ich ihr meine Erfahrungen mit ungeschwefelten Weinen mitteilte. 2007 Cuvée Le Beau Nez besteht zu 90% aus Grenache & 10% Cinsault. Ein fruchtbetonter Wein mit guter Konzentration, den man jung in den ersten 2-3 Jahren trinklen solllte. Absolut stabiler Wein.

Sehr gur gefiel mir auch der aus hauptsächlich 80 jährigen Grenache Reben vinifizierte Seguret Rouge Les Couchants aus dem Jahr 2005 Dicht, samten auf der Zunge, armatisch würzig, sollte noch liegen und wird in ca. 5 Jahren groß auflaufen.

Nachdem ich die beiden David´s nun auch einmal kennengelernt habe, macht es mir sicher noch mehr Spaß, ihre Weine mit Begeisterung zu verkaufen, denn beim Abschied und dem damit verbundenen Händeschütteln spürte man an den tiefen Furchen in den Händen; hier sind zwei ehrliche Arbeiter am Werk!

Vergangene Woche erschien die bei uns erhältliche Weinzeitschrift DIVINO - das süddeutsche Weinmagazin von Rozsika Farkas und Karlheinz Reinfrank mit einem Artikel über den Weinbau im Elsaß. Leider sind die Weine ja mittlerweile aus den Regalen deutscher Weinhändler eliminiert worden, was auf der einen Seite an der immer besser werdenden Qualität deutscher Weißweine liegt, zum anderen aber sicher auch an der geringen Flexibilität in der Weinstilistik. Dabei gehört gerade diese Region zu den (bio)dynamischten der Welt. Nirgendwo sind so viele innovative Winzer biodynamisch zu Gange wie im Elsaß. Deiss, Kreydenweiss, Frick, Spielmann, Zusslin und noch einige mehr arbeiten zwar mit tradionellen Methoden sind aber in Ihrer Weininterprätation höchst modern und wohl von allen Regionen dem Terroir im Wein am nächsten. Genug der Theorie. Wir probierten bei Zusslin und Frick, der eine hat leider zu ambitionierte Preisvorstellungen, der andere hat eine Süßeproblem bei seinen trockenen Weinen.

Da blieb auf unserer Auswahlliste dann nur noch ein Weingut über, dass von Odile Weber:
Odile Weber

Odile Weber bewirtschaftet rund um Eguisheim gut 4 Hektar seit 1991 biodynamisch, allerdings nicht konsequent nach der Steinerschen Theorie, denn “das wäre zu zeitaufwändig”, sie ist ja schließlich auch noch Mutter von ihren Kindern und auch als Reikipädagogin tätig (sprich: Ree-Kii) eine sehr alte Heilmethode, die universelle Energien dem Körper zur Selbstheilung zur Verfügung stellt.

Der Boden ist eine Mischung aus Lehm und Kreide, der hohe Anteil der Kreide im Boden gibt dem Wein seine Mineral- und Zitrusfruchtnoten. Aber auch der Gewürztraminer Grand Cru profitiert von diesen Gegebenheiten.

Auf einzelne Weine möchte ich aus gutem Grund nicht eingehen (mittlerweile gibt es Kollegen, die nehmen unseren Entdeckerservive gerne für sich in Anspruch). Soviel sei gesagt. Diese Weine sind unglaublich frisch, lassen im trockenen Bereich keine Restsüße spüren, sind sehr trinkig mit toller Struktur und wunderbar ausbalanciert, zugleich im Grand Cru Bereich hochmineralisch. Ich habe ehrlich gesagt in den letzten Jahren, wo immer ich probieren konnte, noch nicht so gute und qualitativ so preiswerte Weine aus dem Elsaß getrunken. Diese Weine haben aber so was von gar nichts mit antiquierten, altmodischen, süßlich fetten Elsäßer Weinen gemein, dennoch sind Sie typisch Elsaß.

Ich bin gespannt auf die Nachverkostung bei uns im Laden!

Auf der Fahrt durch Ammerschwihr wurde ich per Plakat auch noch auf folgende Veranstaltung am 3. und 4.05.08 auf der Domaine Binner aufmerksam gemacht;

1er Salon des Vin Naturels en Alsace
1e Salon des Vins Naturels en Alsace

Veröffentlicht in Vermischtes, Weinreisen | Keine Kommentare »

Schlemmen auf Schloß Eberstein in Gernsbach

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Freitag, 2 Mai 2008

2 Jahre hat es auf den Tag gedauert, bis ein von uns verschenkter Gutschein auf Schloß Eberstein in Gernsbach nun endlich einglöst wurde und es war ein rundum gelungener Abend.

Blick ins Tal:
Talblick

Das Menü war handwerklich wunderbar, auch von den Mengen war es ausreichend und wurde souverän und gut von den Damen und Herren im Service präsentiert.

Menü

Thunfisch
Thunfisch
Steinbutt
Steinbutt
Zweierlei Süppchen von Petersilie
Zweierlei Süppchen von der Petersilie mit Poulardenbäckchen
Maibock
Maibock
Dessert reguläres Menü
Dessért aus dem Schloß-Menü
Dessert Waldmeister
Dessert von Waldmeister, Champagner und Trauben aus dem Jeunes Restaurateur Menü

Insgesamt eine sehr schöne Atmosphäre mit herrlichem Blick über den Weinberg ins Murgtal nach Obertsrot. Das Menü begleiteten einmal ein 2006er Puligny-Montrachet 1er Cru “Clos du Cailleret” - Monopole der Domaine Jean Chartron, der mit seiner kräftigen Art den teils kräftig gewürzten Gerichten viel Paroli bot und mit seiner herrlichen Frische Oberhand behielt. Jean Charton lernte ich im Juni 2007 auf der Vinexpo in Bordeaux kennen, die Weine haben mich damals schon sehr begeistert. (siehe Bericht hier)

Zum Maibock sollte es dann ein Rotwein aus heimischen Gefilden sein und da ich vergangenen Montag das große Vergnügen hatte, den “WILDENSTEIN 2005″ von Bernhard Huber zu probieren, wählten wir diesmal den etwas feineren 2004er Spätburgunder Alte Reben. Der Wein war groß, noch ein bischen jung, die Tannine noch nicht abgeschmolzen. Zum Maibock wäre aber ein etwas feinerer, nicht barriquebelasteter Roter von Huber sicher besser gewesen, aber erstens ist man hinterher immer schlauer und zweitens vielleicht mal ab und an auf die Sommeliere hören.

Zum Dessert gabs dann einen 2006er Saarburger Rausch Spätlese von Geltz-Zilliken, der ein schönes Säure-Süßespiel hatte und zum Dessert aus diversen Variationen von Waldmeister, Trauben und Champagner (ich hatte das Dessert gewechselt) gut passte.

Gerne kommen wir wieder!

Veröffentlicht in Restaurant-Tipp | Keine Kommentare »

Fußball frei(s) von der Leber weg! KSC - Bremen 3:3 (1:2)

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Samstag, 26 April 2008

Einen wunderbaren Fußball- Nachmittag erlebten knapp 30.000 Zuschauer im ausverkauften Karlsruher Wildparkstadion, sofern sie wie Bundes-Jogi und Assi Flick neutrale Beobachter waren (wobei man dem heutigen Bundestrainer als ehemaligem Spieler (1984) und Trainer (1999) vielleicht eine gewisse Neutralität absprechen kann, denn vielleicht wird die tolle Saison des KSC mit einer überraschenden EM Nominierung gekrönt)

Bei sommerlichen Temperaturen um die 25 Grad spielten beide Mannschaften mit offenem Visier, wobei sich Werder im Auslassen hochkarätigster Chancen selbst übertraf. Zwei Topchancen innerhalb der ersten sechs Minuten (u.a. ein Pfostentreffer von Klasnic) blieben ungenutzt oder wurden von Markus Miller glänzend entschärft.

Jubel beim KSC
Bildquelle: Focus

Viel, viel Glück also für den KSC in der Anfangsphase und dieses wurde sogar mit dem überraschenden 1:0 durch Sebastian Freis 7. Saisontreffer in der 15. Minute noch mehr strapaziert. Die erste Chance wurde verwertet, ein völlig neues Gefühl beim KSC, eine schmeichelhafte Führung.

Dennoch behielt Werder das Heft in der Hand. Kombinationssicher, mit hohem Tempo und einem überragenden Antreiber Diego rollte ein ums andere Mal der Ball Richtung KSC Tor und man spürte förmlich, dass es sicher auch irgendwann im KSC-Gehäuse einschlagen würde, denn die in der Hinrunde hochgelobte KSC Abwehr stand oftmals zu weit weg vom Gegner und lud die Gäste förmlich zum Tore schießen ein. Nur sieben Minuten konnte man sich über die Führung freuen, dann netzte Diego unbedrängt aus 11 Meter ins lange Eck ein.

Der KSC fand nun immer weniger statt, Werder erhöhte ständig den Druck und lies viele, viele Chancen aus, auf Seiten des KSC hätte man sich über einen 1:4 oder höheren Rückstand nicht beschweren dürfen. Das ausgerechnet der seit Wochen stärkste Spieler, Keeper Markus Miller, für die Führung durch Özil nach einem schweren Patzer sorgte, war bezeichnend für dieses tolle, sehr faire Fußballspiel.

Nach der Pause glaubten sich die Bremer offenbar auf der sicheren Seite. Anders war ihr manchmal aufreizend teilnahmsloses Spiel nicht zu erklären. Nachdem ein klares und absichtliches Handspiel im Strafraum von Mario Eggimann nicht geahndet worden war, nahm Sebatian Freis seinen gesamten Mut zusammen und spurtete über gut 70 Metern der gesamten Werder-Abwehr davon und traf per Direktschuss aus 17 Metern zum 2:2 nach 60 Minuten. (kommt bestimmt in die Auswahl zum Tor des Monats)

Das war aber noch nicht alles und es war besonders für einen Spieler ein besonderer Tag.

Jubel bei Kapllani
Bildquelle: Focus

Auf wunderbare Vorarbeit von Alexander Iashvilli, konnte sich nach langer, langer Zeit ein Mann wieder in die Torschützenliste eintragen. Seit 27 Pflichtspielen hat Stürmer (jawoll) Edmond Kapllani nicht mehr für die Blau-Weißen getroffen. An der Seite von Giovanni Federico (heute beim BVB Borussia Dortmund) schoss er letztes Jahr den KSC mit 17 Toren in die 1. Liga. Nun also sein 1. Saisontreffer nach 67 Minuten. Ich hoffe, dass beim Albaner nun der Kopf frei ist und er in den verbleibenden Spielen anders auftritt. Sein oftmals pomadiges und lustlos wirkendes Auftreten hat beim Schreiber dieser Zeilen desöfteren „den Kamm schwillen lassen“.

Auch im heutigen Spiel lief vieles an ihm vorbei, dazu viele Offensivfouls und die ein oder andere schauspielerische Einlage, die ich auch von den eigenen Spielern nicht sehen möchte. Nun also führte der KSC mit 3:2.

Wieder lag Werder hinten, tat sich aber diesmal schwerer, zurückzuschlagen. Schwindende Kräfte führten zu Fehlern, die der konterstarke KSC freilich nicht mehr bestrafte.

Einige Chancen erspielten sich die Grün-Weißen trotzdem noch. Und auch ein Tor sprang noch dabei heraus. Nachdem Sanogo bereits in der 83. Minute eine weitere „Hundertprozentige“ vergeben hatte, drückte er vier Minuten vor dem Abpfiff den Ball doch noch über die Linie. Das 3:3 nach Flanke von Diego war mehr als verdient, blieb aber das letzte Tor in einem höchst unterhaltsamen Spiel.

Karlsruher SC:
Miller - Görlitz, Eggimann, Franz, Eichner - Porcello (54. Buck), Aduobe – Timm (56. Iashvili), Hajnal, Freis - Kapllani (78. Staffeldt)

Werder Bremen:
Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Jensen - Borowski, Özil (84. Almeida) - Diego – Klasnic (65. Rosenberg), Sanogo

Tore:
1:0 (15.) Freis
1:1 (23.) Diego
1:2 (29.) Özil
2:2 (59.) Freis
3:2 (67.) Kapllani
3:3 (86.) Sanogo

Schiedsrichter: Seemann (Essen)

Wildparkstadion: 29.700 Zuschauer (ausverkauft)

Gelbe Karten: Görlitz, Hajnal, Franz, Kapllani

Beste Spieler auf Seiten des KSC waren Tamas Hajnal und natürlich Sebastian Freis, bei Werder überragten Borowski, Jensen und Diego.

Veröffentlicht in KSC (Karlsruher SC), Uncategorized | Keine Kommentare »

21. Pfälzer Wein- und Sektmesse in Bad Dürkheim

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Sonntag, 20 April 2008

Sektmesse

bereits zum 21. Mal trafen sich Erzeuger aus der ganzen Pfalz in der Sallierhalle in Bad Dürkheim, um Ihre Erzeugnisse zu präsentieren. Im Mittelpunkt stand der hochgelobte Jahrgang 2007. Noch vor ein paar Wochen präsentierten sich die ersten verkosteten Rieslinge als sehr aggressiv in der Säure, mittlerweile haben sich die Weine stabilisiert und sind sehr stimmig.

Übrigens ein Lob an die Veranstalter. Im Internet konnte man sich einen “Fahrplan” erstellen, in meinem ersten Rundgang hatte ich mir trockene Rieslinge und Sauvignon Blanc vorgenommen, der Restzucker sollte so gering wie möglich sein und nicht über 4g gehen. Leider wird gerade beim Sauvignon Blanc verstärkt mit Restzucker oberhalb von 5g berarbeitet, so blieb letztendlich nur der 2007er Sauvignon Blanc “Eschbacher Hasen” vom Weingut Ackermann aus Ilbesheim übrig, der mir mit seiner mineralisch-kargen, dennoch fruchtigen Art sehr gefiel und in eine tags zuvor von unserem Blogger PIVU toll zusammengestellten Sauvignon Blanc Probe hereingepast hätte.

Auch seine beiden Rieslinge wußten zu überzeugen, wie immer präsentierten sich diese handwerklichen Weine in diesem frühen Stadium noch nicht ganz verwoben. Die nächste Verkostungsmöglichkeit Ende Mai in Landau werde ich nutzen, die Weine nochmals zu probieren.

Ein sehr interessanter Erzeuger, der mir bisher unbekannt war, ist das Weingut Felix Waldkirch, dessen Etikett des folgenden Weines mich an einen Wein aus der Wachau erinnerte. (wer hilft mir..??) Leider, leider blieb sein 2007er Riesling Kabinett “Tradition” - spontan im großen Holz vergoren - bei 9,5g RZ hängen, sonst wäre das ein richtig toller Wein geworden.

DIE Entdeckung aber war das Weingut Fader - Kastanienhof aus Rhodt. Für mich der beste Weißwein des Tages war sein 2007er Riesling Kabinett trocken “Kalkmergel”. Tolle saftige, nervige und hochmineralische Art, dazu mit unter 5,- EUR ein Schnäppchen. Man will sich ja nicht gerne loben, aber es freut mich, dass ich diese Entdeckung machte, bevor ich einen lieblos am Eingang zur Halle aufgehängten Zettel las: da hatte nämlich kein geringerer als der Sommelierweltmeister Markus del Monego diesen Wein ebenfalls als Entdeckung der Messe ausgezeichnet.

Ebenfalls sehr gut mit tollem Preis sein 2007er Riesling Alte Reben von Buntsandsteinböden ,von etwas dichtere Art, aber immer sehr pointiert und fokussiert und mit einem immensen Trinkspaß ausgestattet. Ein weiteres Schnäppchen war seine 2007er Gewürztraminer Beerenauslese zu 13,80 EUR (0,5l), tolle Harmonie von Süße, Würze und Frucht. Die Weine machen viel Spaß und haben ein exzellentes Preis-Genuß-Verhältnis.

Mittlerweile schon zu einer festen Einrichtung der Messe ist das Fachschulprojekt der DLR-Rheinpfalz geworden. Ziel der Schüler der Fachschule für Weinbau und Oenologie war die Erzeugung qualitativ hochwertiger Weine. Dazu wählte jeder Schüler einen Weinberg im elterlichen Weingut aus, vom Rebschnitt bis zum Abfüllen betreuten Lehrer und Berater vom DLR-Rheinpfalz die Gruppen. Es gab sehr interessante Entdeckungen zweier Weingüter, insbesondere eine Fassprobe des 2007er Riesling “Ungsteiner Herrenberg” des jungen Philipp Seeger / Weingut Isegrimhof konnte sehr überzeugen, ebenso ein 2007er Riesling Kabinett trocken “Gauersheimer Goldloch” von Achim Bicking, Weingut Bicking

Die Rotweinrunde fiel sehr ernüchternd aus: viele alkoholisch-marmeladige Spätburgunder, zahlreiche Cuvées aus den neuen Cabernet Mitos, Cubin und Dorsa Reben, zumeist dann noch ins neue Holz gezwängt um den internationalen Touch zu erzielen. Nichts für mich! Daneben noch 2 Versuche, Syrah aus Deutschland zu etablieren, einmal als “süßes, trockenes Früchtchen,” der zweite dann schon ambitionierter, für 10 EUR ok, mehr aber auch nicht. Da war der Syrah Sekt blanc de Noir alleine schon wegen des Erdbeergeschmacks und den damit aufkommenden Gedanken an die nahende Erdbeersaison einen Versuch wert.

Ingesamt recht kurzweilige 2,5 Stunden mit einigen Entdeckungen, die 1 stündige Fahrt bei bestem Wetter hatte sich gelohnt. Und zu Fader - Kastanienhof muss ich mal hin, dass war schon sehr überzeugend!

Veröffentlicht in Deutsche Weine, Vermischtes, Wein der Woche, Weinreisen | Keine Kommentare »

Entdeckung: Philippe Gilbert - Menetou-Salon

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Samstag, 12 April 2008

Letzten Freitag (am 04.04.200 8) hat uns ein Winzer aus der Appellation Menetou-Salon besucht:

Philippe Gilbert

Philippe Gilbert, Winzer aus der Appellation Menetou-Salon. Sagt einem vielleicht erst Mal nichts, grenzt aber unmittelbar an das bekanntere Sancerre, wo mit die teuersten, aber nicht immer die besten Sancerre (Sauvignon Blanc) herkommen.

Armin hat im Forum Talk about Wine seine Eindrücke dokumentiert:

Seit ca. 2003 arbeitet er biologisch, seit letztem Jahr hat er den Schritt zur Biodynamik gemacht. Auf sehr sympathische Art beschreibt er, wie er auf der Suche war, den für ihn “richtigen” Ausdruck seiner Weine zu finden, wie er weg wollte von der sehr “technischen” Ausrichtung seines Vaters. Nach der Schule wollte er sogar erst einmal gar nichts mehr mit dem elterlichen Weingut zu tun haben.

Er arbeitet mit einem der Bio-Großmeister der Loire zusammen, Didier Dagueneau und so hat er Schritt für Schritt seinen Weg gemacht. Gerade die Jahrgaänge 2005, 2006 und 2007 waren für ihn große Schritte hin zu “seinem” Wein, “seinem” Stil, mittlerweile ist er sicher, auf dem richtigen Weg zu sein.

Wir probierten:
2006 Menetou-Salon blanc AOC

Wie in Sancerre ist die für die Appellation zugelassene weiße Rebsorte die Sauvignon Blanc und schon mit seinem Einstiegswein konnte uns Philippe Gilbert überzeugen. Noten von Mandarine und Orange, etwas Efeu, frisch geschnittenes Gras, dann im Mund dezent cremig, wird nach hinten immer straffer und zupackender. Enorm dicht gepackte Mineralik, Feuerstein und feine Würze tragen schier ewig. Der Wein wird für fast ein Jahr auf der Hefe ausgebaut, der Ertrag beläuft sich auf ca. 50 hl/ha.
Für uns ein perfektes Beispiel eines mineralischen Sauvignon blanc. Ein Kollege, der gerade in der Steiermark nach einem Sauvignon Blanc sucht, meinte lakonisch, man sollte mal allen steirischen Winzern solch einen Wein zum Verkosten geben.

2006 “Les Renardieres” blanc
Auch dies Sauvignon Blanc pur aus 40 jährigen Reben. Die Selektion “Les Renardieres” ist immer auch ein wenig die “Experimiermöglichkeit” von Philippe Gilbert, hier ist er immer die nächsten Stufen zuerst gegangen, hin zu bio und Biodynamik. Der 2006er wird zum Teil noch in kleinen Barriques ausgebaut, mit dem 2007er kommen aber fast nur noch 500ltr. Fässer zum Einsatz, laut Philippe Gilbert will er einfach das Holz minimieren.
Aber auch der 2006er zeigt perfekt integriertes Holz, wir riechen wieder Orange und Orangenschale, im Mund trägt den Wein eine wunderschöne frische Frucht, Philippe Gilbert vermeidet den BSA um den Weinen ihre ganze Frische zu belassen. Im Abgang dann straffe Mineralik, feste Struktur, Substanz. Einfach grandios, sicher einer der besten Sauvignon Blanc der Welt!

Nach einem Tag habe ich den Rest getrunken und mir schien der Wein hat noch einmal etwas zugelegt, wirkt noch harmonischer. Klasse!

Infos aufsaugen

Der junge und sehr sympathische Winzer Philippe Gilbert brachte auch seine Rotweine mit. Im Gegensatz zur Gesamtappellation, baut Philippe auch etwas mehr Pinot Noir als Sauvignon blanc an, mir schien auch, dass ihm der Pinot Noir ein klein wenig wichtiger ist.

2006 Menetou-Salon rouge Pinot Noir
Auch hier analog zum Sancerre, die rote Rebsorte ist Pinot Noir und wird bei der AOC reinsortig verwendet. Philippe Gilbert läßt seinen “kleinen” Roten zuerst 5 Tage gekühlt auf der Maische stehen, dann Maischegärung für 25 Tage.

Dieser Pinot Noir gefällt durch seine eher schlanke, frische Art. Die Frucht erinnert an rote Beeren, rote Johannisbeere und ein wenig Himbeere. Auch durchzieht den Wein eine feine, kühle, mineralische Ader. Die Frucht zeigt nichts “süßliches” oder gar “bonbonhaftes”. Gute Struktur, dezent würzig und ordentliche Länge. Dieser Rote macht ganz sicher auch im Sommer leicht temperiert unheimlich viel Freude, auch als Essensbegleiter kann ich ihn mir sehr gut vorstellen. Sehr (pardon) lecker und trinkanimierend.

Danach folgte der Topwein:
2005 “Les Renardieres” rouge Pinot Noir
Les Renardieres Blanc
Wenn ich ehrlich bin, ließ mich dieser Wein diesmal etwas ratlos zurück, wir hatten den gleichen Wein ja schon 14 Tage vorher bei unserer kleinen Pinot Noir Probe, wo er mit einer sehr eleganten, mineralischen Art sehr gut ankam. Auch für mich war der Wein an diesem Abend einer der Gewinner, auch im Vergleich mit sehr guten Burgundern. Heute dagegen schien mir das Holz etwas zu aufdringlich, die Frucht konnte nicht ganz mit der gleichen Finesse und Klarheit überzeugen. Das letzte Mal war er nicht dekantiert, diesmal kam er in die Karaffe. Vielleicht war etwas wärmer? Vielleicht tut ihm Luft im Moment gar nicht so gut? Ich kann es nicht sagen.

Ich meine, das war schon ein guter Pinot und auch im Vergleich mit unseren Burgundern von Michel Martin konnte er durchaus bestehen, aber diese feine kühle, mineralische Art, die mich das letzte Mal so begeistert hat, brachte er diesmal nicht ins Glas. Wir werden das noch weiter beobachten.

Fazit: Wir hatten wieder einen tollen Weinabend, konnten einen absolut angenehmen und mehr als sympathischen Winzer persönlich kennen lernen. Interessant auch eine Appellation kennen zu lernen, von der ich vorher kaum etwas wußte, wie gesagt sie ist mir das erste Mal bei diesem Winzer aufgefallen. Und was Sauvignon blanc betrifft, ist dieser Winzer für mich ein echter Maßstab, der sich vor keinem der großen Namen aus Sancerre und Pouilly Fume verstecken muss.

——————————————————————————–
Mit vinophilem Gruß

Armin Maurer
www.gutsweine.com

Veröffentlicht in K&M GutsWeinProben, Probeflaschen-Tasting | 1 Kommentar »

Rhein-Main Weinrunde - next Generation Vol. 03 - Bordeaux Blends aus aller Welt

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Samstag, 12 April 2008

Am 4.4.2008 traf sich die Frankfurter Weinrunde zum 3. Mal. Diesmal war das Thema “Bordeaux Blends aus aller Welt” im Restaurant “La Taverna” in Frankfurt-Nied.

Da bei K&M Gutsweine die Lokalität durch den kurzfristigen Besuch des Winzers Philippe Gilbert (Domaine Philippe Gilbert, eindrucksvolle Weine aus Menetou-Salon (Sancerre-Nachbar), man hat uns bekniet, die Weine zu importieren, ist im Gange, Bericht folgt) belegt war, zogen die 9 Teilnehmer kurzfristig in die Trattoria “La Taverna” um.

Organisator Simon Klaiber hat das Treffen auf seinem Blog zusammengefasst.

Das nächste Treffen ist dann vorraussichtlich am 16.05.08

Veröffentlicht in K&M GutsWeinProben | Keine Kommentare »

Weinrallye 10

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Donnerstag, 10 April 2008

Weinrallye 10

Das Blog originalverkorkt ist Ausrichter der am 10. April stattfindenden Rallye zur Rebsorte Chenin Blanc.

Auch eine zu kleine Auswahl an Weinen aus dieser Rebsorte kann manchmal Kopfzerbrechen bereiten. Als habe ich kurzerhand – nachdem ich den ersten als zu einfach bezeichnen würde – noch einen weiteren geöffnet.

Der Starter war ein:

1999 Vouvray Sec AOC vinifiziert von Luc Dumange
Domaine du Clos de L`Epinay 11,5% Alk.
Erworben auf dem Salon Vigneron Independante Strasbourg 2002

Im Duft Nuancen von Birne und ein Hauch Quitte, am Gaumen von rescher, schlanker Art mit herrlich zupackender Säure. Überraschenderweise für sein Alter noch nicht einmal hinüber, Riesling-Fans werden sicher Freude an dieser Herzhaftigkeit haben, allerdings sollten doch zumindest frühlingshafte Temperaturen dieser Freude eine Grundlage geben oder aber eine entsprechende Speisenbegleitung, die der Säure Paroli bietet. Glücklicherweise fand sich in unserem Kühlschrank - nach dem Besuch des Winzers Philippe Gilbert (Menetou-Salon, Nachbar-Region Sancerre´s, übrigens grandiose Weine) - noch ein fantastischer Ziegenkäse der Fromagerie Sylvie Gimonet aus Parassy. Der Käse verdient glatte 92 Punkte, fest und ganz fein und mit herrlich feinem Ziegengeschmack, fein, cremig, da hatte die Säure ihren kongenialen Partner gefunden und der vorher etwas eindimensionale Wein und der Käse bildeten ein Traumpaar wie Lolek & Bolek ;-)

Weiter ging es dann doch mit einem „richtigen“ Wein, dafür sprechen auch die 14 Volt Alkohol.

2001 Savennieres „Clos de Coulaine“ AOC
Claude Papin / Château Pierre-Bise
Erworben auf dem Salon Vigneron Independante Strasbourg 2003

Der Clos de Coulaine mit seinen knapp 3 Hektar wurde 1992 von Claude Papin übernommen.
Schon beim Eingießen eine kräftige, dunkelgelbe Farbe. Am Gaumen dann enorm komplex, tolle Extraktsüße, eine steinige, kräuterig-kühle Mineralität (Schiefer- und Rotsandböden) zieht sich wie ein roter Faden durch den Wein, spürbare Kraft aber auch fein und elegant, die Kraft ist wunderbar aufgefangen und wechselt sich im Spiel mit der mineralischem Komponente und einem immer wieder kurz aufblinzelnden rotfleischig-saftigen Pfirsich ab, vielleicht auch ein Hauch Botrytis. Für mich ein sehr eigenständiger Terroir-Wein.

Ich kann mich noch sehr gut an den Moment erinnern, als ich Claude Papin nach der Verkostung seiner Weine in Strasbourg meine Bestellung aufgab. Denn er strahlte mich wie ein Honigkuchenpferd an. Auf meine Frage warum, antwortete er, „es freue Ihn, dass auch jemand seine trockenen Weine schätze, (er gilt als Süßweinspezialist) und gab mir noch den Tipp, „den Coulaine ruhig lange liegen zu lassen, so 10 Jahre packt der bestimmt“. Nun jetzt nach 7 Jahren und der 3. Flasche glaube ich das auch. Leider war´´s die letzte Flasche, aber für die Weinrallye habe ich das sehr gerne getan.

Die Webseite The Winedoctor hat einen etwas ausführlicheren Bericht geschrieben.

Beste Grüße
Bernd Klingenbrunn
K&M Gutsweine

Veröffentlicht in Weinrallye | 1 Kommentar »

ARMINIA BIELEFELD vs. MARKUS MILLER

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Sonntag, 6 April 2008


Tragischer Held Markus Miller

wieder einmal fand der KSC mit Ausnahme seines überragenden Torhüters nicht statt. Leider wurde der seit Wochen in bestechender Form spielende Markus Miller von seinen Vorderleuten bitter im Stich gelassen. Es lief die 92. Minute auf der Bielefelder Alm (neúerdings Sch…- ARENA, wieso nennt eigentlich jeder seinen Sportplatz ARENA??), als der einzigste Patzer zum Torerfolg der Bielefelder führte. 45 Minuten zuvor begann das Spiel nur noch in eine Richtung zu laufen, in die des KSC-Gehäuses, in dem der Karlsruher Keeper mit mehreren Glanzparaden dem KSC wenigstens eine Punkt festhielt, denn auf Seiten des KSC wurde in der 2. Hälfte das Fußballspielen eingestellt, insbesondere die Bereitschaft, sich gegen den Druck zu stemmen, wurde nicht sichtbar.

Auch wenn der KSC über weite Strecken der ersten Hälfte das Spiel im Griff hatte und einen gefälligen, hübsch anzuschauen Ball spielte, die letzte Konsequenz fehlte aber besonders in den Offensivbemühungen. Hier ist in der kommenden Saison dringend der Hebel anzusetzen, damit die vorhandenen Chancen endlich effektiv genutzt werden.

Kommenden Samstag erwartet man Hansa Rostock im Wildpark und da muss endlich wieder eine Leistungssteigerung her.

Veröffentlicht in KSC (Karlsruher SC) | Keine Kommentare »