K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Archive for the ‘Twittertastings’ Category

Riesling, Riesling, Riesling!

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 26 August 2010

Riesling, Riesling, Riesling!

Riesling, ja ich gebe zu: ich bin Riesling-versaut. Umso schöner, wenn man dann eine Menge an Probeflaschen angesammelt hat, um sie miteinander zu vergleichen. Das haben wir dann gestern Abend in unserer Frankfurter Nordendfiliale gemacht, allerdings in ganz kleiner Runde.

Los ging es mit einer Neuentdeckung aus Nierstein an der Rheinfront

Das Weingut Raddeck war bis dato nicht auf meinem Weinbildschirm vertreten und würde der Bruder des Winzers nicht in der Bankenmetropole arbeiten, wäre es dies wohl auch noch heute.  So aber stand er plötzlich im Laden und bot uns eine Probe am Weingut an, der sind wir dann am 7.August bei herrlichem Wetter gefolgt. Das Weingut hatte seinen Standort bis vor kurzem noch im Ortskern von Nierstein, mittlerweile ist das Weingut ausgesiedelt an den Hummelberg, mit imposantem Gebäude und phantastischem Blick über den Rhein und Nierstein.

Die Weine haben uns in ihrer sauberen, klaren und präzisen Art sehr gut gefallen. Vom einfachsten Riesling in der Literflasche bis zu den Prmeiumweinen, die hier „S“ heißen. Mehr zum Weingut dann, wenn die Flaschen bei uns zum Verkauf im Regal stehen.

Los ging es mit:

2009er Riesling Liter Qba (Drehverschluss) 12,5% Alk.
Weingut Raddeck / Rheinhessen / BIO
à demnächst bei K&M
Ein angenehmer, nicht zu säurebetonter Vertreter seiner Zunft. Gewisse Leichtigkeit, zarte Würze, süffig, ohne banal zu wirken.

2009 Rieslng Melsheimer Qba trocken (Drehverschluss) 11,5% Alk
Weingut Melsheimer / Mosel / BIO
 
Thorstens Einstieg, deutlich ambitionierter, wirkt „erwachsener“, Säure rescher, präsenter, hat mehr Biss am Gaumen, tiefgründiger. Kostet aber auch das doppelte, ist aber angesichts dieser Einstiegsqualität angemessen.

WAS kommt nach Gunter Künstler? Erst mal nichts und dann viele kleine, ambitionierte gute Winzer. (Schäfer, Himmel, Schreiber etc.). Aber keiner, der dem verdienten Platzhirschen ernsthaft Paroli bieten könnte. Einem, dem ich es zutraue ist Fabian Schmidt. Nicht nur, weil sein Weingut im ehemaligen Künstler-Domizil nebst einem schönen Restaurant beheimatet ist.

2009 Hochheimer Riesling Kabinett trocken (Drehverschluss) 12% Alk.
Weingut Im Weinegg / Hochheim / Rheingau
In der Nase zunächst ein fruchtgeladener Auftakt, „voll der Pfirsich“, am Gaumen dann etwas weicher als die Weine zuvor, hat vermutlich auch ein wenig mehr Restzucker, ein guter, vielleicht etwas gefälliger Wein, der aber für 5,50 € zu haben ist.

2009 Hochheimer Riesling Kabinett trocken ² (Drehverschluss) 12% Alk.
Weingut Im Weinegg / Hochheim / Rheingau
In der Nase noch deutlich von hefigen Noten geprägt. Der Unterschied zum vorherigen Wein ist mir trotz gleicher Bezeichnung nicht bekannt, die Hoch2 sind nur ein handschriftlicher Vermerk des Winzers, auf jeden Fall ist der Wein deutlich komplexer, am Gaumen auch mit einer größeren Vielschichtigkeit, es wechseln sich die Eindrücke von Frucht und Würze, dunkler Mineralität, hat auch deutlich mehr Kraft und Substanz, ist vom Stil etwas „wärmer“. Könnte mir vorstellen, dass der Wein ein Sponti ist und eventuell im Holz war. Werde mich aber mal beim Winzer erkundigen.

2009 Riesling vom Vulkangestein trocken (Drehverschluss)  ?? %Alk.
Weingut von Racknitz / Nahe – (demnächst bei K&M)
Im Duft eher knappe Frucht, dafür Hefe pur! Ca. 3 Wochen auf der Flasche. Wirkt deutlich kräftiger als sein Jahrgangsvorgänger, der sich im Moment wunderbar auf der Zunge mit Noten von Thymian und Zitrusfrüchten präsentiert. Ist auch viel verspielter, der 09er hat mehr „Grundbums“, wir lassen den jetzt mal 2 –3 Tage offen im Kühlschrank „ziehen“, mal schauen, was da passiert. Strukturell und vom Mundgefühl einer der spannendsten Wein bis dato, für Riesling-Puristen und eher schwierig für Limotrinker 😉

 

2009 Riesling QbA trocken „Edition S“(Premiumlinie) (Naturkork) 13,5% Alk
Weingut Raddeck / Rheinhessen / BIO 

Recht molliger Typ, Fruchtbowle mit Erdbeeren und Wodka, extrem breitschultrig, sattmachend, fett, Restzuckerl. Säure da, aber durch die Wucht nur ganz weit hinten erahnbar. Für uns von allem etwas zuviel.

 

2009 Hochheimer Hofmeister Riesling Spätlese trocken Alte Reben (Naturkork) 12% Alk.
Weingut Im Weinegg / Hochheim / Rheingau
Wieder etwas klarer und leichter in seinem Auftreten als der Wein zuvor. Wirkt leicht bonbonhaft, ganz dezente Bitternote, feine Säure. Überzeugt eher durch seine Filigranität als durch Power und lautes Rumgekreische. Etwas mehr Druck stünde ihm gut. Verfolgenswert.

 

2009 Hochheimer Hölle Riesling Spätlese trocken Alte Reben (Naturkork) 12% Alk.
Weingut Im Weinegg / Hochheim / Rheingau
Erstmals im Juli beim Public-Viewing zum Spiel um Platz 3 getrunken. Für schlappe 8,50 € ab Weingut. Auch hier eher wieder filigran am Anfang, zitronige Noten, macht derzeit keine gute Figur. Was ihn im Juli auszeichnete, Schmelz, Kraft, Länge, Trinkvergnügen, von diesen Attributen ist er im Moment etwas deutlich entfernt. Verschlussphase? Ich fürchte ja.

 

2008 Riesling Spätlese trocken „Berghauptener Schützenberg“ (Naturkork)
Weingut von und zu Franckenstein / Baden
KORK

 

2009 Riesling Spätlese trocken „Westhofen Morstein“ (Naturkork) 13,5% Alk.
Weingut Winzerfamilie Flick / Rheinhessen
Eine sogenannte „Bürgerjury“ erkor diesen Wein vor etwa 4 Wochen zum Sieger der Twitter Wine Awards 2010, im Twitterfachchargon kurz #TWA genannt. Und womit: mit Recht! Auch hier 13,5 % Alk. Wie bei Raddeck´s Edition S, aber deutlich besser integriert. Faszinierendes Nasenspektrum: Rauch, Orangenzesten, dazwischen kühle Kalknoten. Am Gaumen kraftvoll, entwickelt Spannung und Druck im Mund, hat immens Kraft, leichtes Zuckerl, dass aber gegen Ende von der Mischung aus Mineralität, Kraft und reifen Früchten wunderbar eingefangen wird. Da muss ich der Bürgerjury ein großes Kompliment machen. Für mich 90 Punkte und auch mit konsumentenfreundlichem Preis um die 10 € , glaub ich zumindest. Macht neugierig auf den noch vorhandenen Silvaner und Weissburgunder.

Zum Abschluss gab es dann noch etwas besonderes, einen deutschen Riesling aus Rheinhessen, von dem exakt kosmosweit 18 Flaschen existieren. (Jetzt nur noch 17 😉 )Den gibt’s natürlich nicht im Verkauf, den gibt es nur für besonders fleißige Weinhändler. Die Beschreibung gibt’s dann aber erst morgen.

Würde uns freuen, wenn ihr dann wieder einschaltet 😉

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100GradOechsle – so wars beim Bloggwart und @gewuertz

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 16 März 2010

Vergangenen Samstag war ich wieder Zuschauer bei der 2. Live-Sendung 100Grad Oechsle von Winzer und Bloggwart Dirk Würtz in der wunderschönen Königsmühle im rheinhessischen Gau-Odernheim. Als Gäste angekündigt waren das „TVino Gesicht“ und Master Sommelier Hendrik Thoma, der „back to the roots“ kochen wollte, der Winzer und rheinhessische VDP Regionalvorsitzende Philipp Wittmann aus Westhofen sowie Marco Giovanni Zanetti, Reisender in Sachen Weineinkauf und Weinberater für hauptsächlich italienische Weingüter, der eigens aus New York einflog. Grund genug also, die gute alte Sportschau und das aktuelle Schlafstudio ihresgleichen sein zu lassen und mir das Wort zum Sonntag direkt bei Dirk and friends einzuverleiben.

Pünktlich um 20.15 ging es los, kurz davor aber bewies Dirk auch sein Talent als Publikumseinpeitscher und Stand-up Comedian.

Überhaupt: im Vergleich zur ersten Sendung im Februar wirkte diese Ausgabe von 100GradOechsle auf mich deutlich erwachsener. Die Themen waren sehr gut ausgesucht, interessant anzuhören und wurden von den Beteiligten auch intensiv beleuchtet und diskutiert wie z.B. der Weg des Weingutes Wittmann hin zur biodynamischen Arbeitsweise, „das aber nur ein Mosaiksteinchen in der Weingutsarbeit ist und auf das man das Endprodukt Wein nicht alleine kaprizieren solle“ so Philipp Wittmann.

Für mich auch ein hochinteressanter Programmpunkt war Slow Wine. Immer öfter verlangen Kunden, Handel und Gastronomie schon im Dezember/Januar nach dem neuesten Jahrgang. Wie lässt sich dem entgegenwirken, was ist von diesen Weinen zu halten, auch hier wurde intensiv diskutiert, bei mir zuckte es mehrmals im Arm, mich zu melden, denn es gibt auch Händler, die ihren Winzern größtenteils Zeit lassen, den Wein in aller Ruhe auszubauen um ihn erst im April/ Mai und später im Jahr ins Regal zu stellen. Leisten können sich das aber wohl nur die kleinen unabhängigen Weinhändler, wie wir es sind. Hier ist es als Händler auch sicher wichtig, seiner Kundschaft diese Geduld beizubringen und die Qualität von „in die Flasche geprügelten Rebensaft“ zu erläutern.


Der Direttore brachte die Tastatur zum Rauchen

Aber die Sendung spielte sich nicht nur in den vier Wänden der Königsmühle ab, auch im Internet ging der Punk ab. Via Twitter und Facebook sammelte Der Direttore von La Gazzetta del Vino Fragen, die während der Show auch durch die Gäste beantwortet wurden. Erstmals konnten man während der Sendung ebenfalls via Twitter und Facebook einen Wein verkosten, dem die Zulassung zum Ersten Gewächs verweigert wurde, nämlich einen Riesling vom Weingut Ress aus dem Hattenheimer Nußbrunnen. Ein sehr schön gereifter Wein, der zum Ende der Show dann an alle ausgeschenkt wurde.

 
Hendrik Thoma & @gutsweine (Bernd Klingenbrunn)

Als 2. Gast nahm dann Hendrik Thoma am rustikalen Holztisch Platz. Den meisten ist er sicher als Gesicht von TVvino bekannt, zusammen mit Dirk´s 100GradOechsle das derzeit erfolgreichste Weinformat in Videoform im Internet. Was die wenigsten aber wussten, Hendrik ist – wie ich – gelernter Koch und nach der wohl jetzt schon legendären Blindprobe mit @mgmall alias Mischaääl M. Gmall durfte er dann auch köcheln, es gab einen Caesar s Salad, das Rezept (weiter unten)  könnte von Cornelia Poletto, Hamburger Sterneköchin, stammen. Am Sonntag abend haben wir das Rezept dann nachgekocht und uns noch mal die Aufzeichnung der Show angeschaut. Beides lecker…..


Sach´ma @mgmall, wo kommt der her??


Südafrika? Im Leben net

Die Blindprobe mit Michal Gmall, Hendrik Thoma und Philipp Wittmann

Nach etwas mehr als 75 Minuten war die Sendung dann Geschichte und der gemütliche Teil mit „Luft aus den Flaschen lassen“ und viel Musik und einigen netten Gesprächen begann. Dabei feierte @weinkaiser ab 12 noch seinen Geburtstag mit einigen herrlichen Flaschen Wein und Prickelwasser. Gegen 1 Uhr war dann auch für uns Schluß. 

Wer sich die Show noch einmal anschauen möchte, der klicke auf das Banner

100 Grad Oechsle

Weitere Infos auf folgenden Blog:

 

Der Weinspion
Schmecktologie
Gazetta del Vino
Vinum diligo
silly little website
Dirk Würtz
Der Ultes

 

 

 

Das Rezept für den Caesar´s Salad 

Salat putzen, Blätter ablösen, waschen und trocken schleudern. In mundgerechte Stücke zerpflücken, nach Belieben die dicken Blattrippen etwas flach schneiden. Ciabatta in kleine Würfel schneiden, den Knoblauch schälen und leicht zerdrücken. Öl in einer Pfanne erhitzen, den Knoblauch hinzugeben und die Brotwürfel darin knusprig braten. Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.  Speck in einer Pfanne knusprig braten. Herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und in grobe Stücke brechen.  Das Dressing, den Römersalat und den restlichen geriebenen Parmesankäse mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Salat auf Teller verteilen, den Speck darauf anrichten und die knusprigen Brotwürfel darübergeben.

1 Ei
feines Meersalz
100 ml Rapsöl
3-4 EL Olivenöl
1 TL Dijon-Senf 
50 ml Hühnerbrühe
ein Spritzer Zitronensaft
4-5 EL Trockenbeerenauslese-Essig  alternativ: Sherry-Essig
60 g geriebener Parmesan 
aus der Mühle: Pfeffer
1-2 EL Worcestershiresoße  

Das Ei und eine Prise Salz in einen Rührbecher geben und mit einem Stabmixer schaumig aufschlagen. Die Öle zuerst tröpfchenweise, dann in dünnem Strahl hinzugießen, dabei weitermixen, bis die Masse cremig abbindet. Den Senf hinzugeben und kurz untermixen. Die Brühe, den Essig und 20 Gramm Parmesan unterrühren und das Dressing mit Salz, Pfeffer und Worcestershiresoße abschmecken. 

Zutaten für den Salat (für 4 Personen): 
4 Mini- Römersalate
4 dünne Scheiben Ciabatta
1 Zehe Knoblauch
3 EL Olivenöl
8 dünne Scheiben durchwachsener Speck

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4. Twittertasting #twv Interview in HR4

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 22 Januar 2010

Hallo liebe Sportsfreunde,

keine Twitterverkostung – kurz #twv –  hat medial bisher so viele Wellen geschlagen, wie die letzte von uns veranstaltete. Dank der Teilnahme einer Redakteurin von der Deutschen Presseagentur (DPA) berichteten in den folgenden Tagen zahlreiche Online Medien wie Focus, Financel Times, Handelsblatt , die Berliner TZ, WAZ und viele andere lokale Online Ausgaben über diese Art der Weinverkostung.

Auch der Hessische Rundfunk war interessiert und so saß ich am vergangenen Montag zumindest nicht alleine mit einem Glas Wein vor dem Laptop. HR-Redakteurin Maike Brathge war interessierte Beobachterin!

Was dabei herausgekommen ist, läßt sich hier anhören:

Interview

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4. Twittertasting #twv 05 Sangenis i Vaque tinto Spanien / Priorat

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 20 Januar 2010

Nach dem 08er Schieferriesling „Grauschiefer“ vom Weingut Altenkirch aus dem Rheingau war als Rotwein am gestrigen 4. Twittertasting #twv nun der besagte Schieferwein 2005er Porrera tino vom familiengeführten Weingut Sangenis i Vaque an der Reihe. Einige Bloggerkollegen haben schon eifrig in die Tasten gehauen, aus Gründen der Befangenheit gebe ich zu den Weinen keine Kommentare ab, freue mich aber, dass beide Weine wohl sehr gut angekommen sind. Hier ein Review:

DonSimon hat einiges zusammengefasst:
http://donsimons.blogspot.com/2010/01/review-4-twitterweinverkostung-paket.html

Auch Mitverkoster Peter alias marcodatini hat seine Beobachtungen „zu Blog“ gebracht
http://marcodatini.posterous.com/twitterweinverkostung-42-vkn

Die nächste und damit 5. Twitter-Weinverkostung findet übrigens am Montag, den 8.2. und eine Woche später am 15.2.2010 statt, diesmal mit Weinen vom Weingut Johner statt. Einfach den folgenden Link anklicken.

http://blog.johner.de/2010/01/twitter-wein-verkostung-twv-unser-probepaket/

dpa-Artikel bei Focus online:
http://www.focus.de/digital/internet/twitter-weinverkostung-in-140-zeichen_aid_472064.html

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«Hiermit eröffne ich die 4. #twv, wer beginnt??»

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 18 Januar 2010

Weinverkostung

Fachsimpeln in 140 Zeichen: Freunde des Rebsaftes treffen sich zum Testen bei Twitter

erstellt 18.01.10, 09:58h, aktualisiert 18.01.10, 12:01h
Eine junge Frau kostet ein Glas Rotwein während einer Online-Weinverkostung über die Webseite Twitter (FOTO: DPA)
Leipzig/Dresden/dpa. Wie viele Worte darf ein Weinliebhaber machen, um sein Urteil über einen edlen Tropfen zu fällen? Nicht viele – jedenfalls wenn er seine Meinung bei einer Twitter- Weinverkostung kundtun will. Maximal 140 Zeichen darf ein Beitrag dort lang sein. Weinfreunde schreckt diese extreme Begrenzung nicht, im Gegenteil: Seit einiger Zeit verabreden sich regelmäßig Menschen aus allen Ecken der Bundesrepublik, zeitgleich den gleichen Wein zu kosten – und sich dann bei Twitter darüber auszutauschen. «Das macht einfach Mega-Spaß», sagt Simon Atzei (34), Organisator der Internet- Weinverkostung, im Twitter-Slang #twv genannt.
«3-2-1-0 Peng: hiermit eröffne ich die 4. #twv, wer beginnt??», tippt Weinhändler Bernd Klingenbrunn an einem Abend kurz vor halb neun in seine Tastatur. Sofort twittert («zwitschert») die Fan- Gemeinde los: «Schöne hellgelbe Farbe und eine erste Überraschung in der Nase!», urteilt einer über den Riesling aus dem Rheingau. Alle Teilnehmer haben den Wein zuvor bei Klingenbrunn gekauft, der eigens für die Twitterer ein Probierpaket mit einem weißen und einem roten Wein zusammengestellt hat. «Schraub schraub schraub», meldet sich der nächste, denn der Wein hat keinen Korken.
«Die Idee der Online-Verkostungen ist nicht so neu», sagt Atzei. Immer mal wieder habe es einzelne Aktionen gegeben. Neu ist aber, dass die Twitter-Weinverkostungen jetzt regelmäßig stattfinden. Atzei hat die Koordination in die Hand genommen und die Regeln aufgestellt: Weinhändler oder Winzer, die im Internet unterwegs sind, sollen ein Paket mit zwei Weinen zusammenstellen. Wer mag, bestellt das Paket. Kostenpunkt: höchstens 20 Euro, inklusive Lieferung. Danach wird ein Termin zur Verkostung bestimmt. Mitmachen kann jeder – egal ob Profi oder Laie.
«Wir hatten bisher immer ungefähr 15 bis 20 Mittrinker», berichtet Atzei, im «richtigen Leben» Betriebswirt und Familienvater. Nicht jeder, der das Paket bestellt habe, traue sich dann auch tatsächlich, via Twitter mitzudiskutieren. «Viele lesen auch einfach nur mit.» Verkostet wurde schon so allerlei: Pinot Grigio, Rotwein aus der Toskana, Bioweine. Ob auch Weine vom Discounter mal Thema werden könnten? Atzei ist bei Massenware skeptisch. Ein «gewisser Anspruch» sei bei den Twitterern schon vorhanden.
Lutz Heimrich hat sich als Weinhändler an einer der ersten Twitter-Proben beteiligt. «Ich fand die Idee total witzig», sagt der 45-Jährige, der in Dresden einen großen Online-Handel betreibt. Einen echten wirtschaftlichen Nutzen habe er nicht davon gehabt; dafür seien die verkauften Mengen einfach zu klein. «Es hat uns vielleicht ein bisschen Reputation gebracht.» In Deutschland sei die Twitter- Nutzung einfach noch nicht so verbreitet wie in den USA. Dort nutze etwa ein großer Computer-Hersteller seine Twitter-Fan-Gemeinde, um eigens zusammengestellte Geräte an den Mann zu bringen. Trotzdem, sagt Heimrich, würde er sofort wieder eine Twitter-Weinprobe machen.
Dass die Kombination Wein, Internet und Twitter in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen könnte, glaubt auch Frank Schulz, Sprecher des Deutschen Weininstituts in Mainz: «Das ist ein wirklich spannendes Thema, weil sich da unheimlich viel tut.» Aus Kontakten in die USA wisse er, dass Twitter-Tastings dort schon deutlich größere Dimensionen haben. «Wenn da ein Wein gut bewertet wird, dann wirkt sich das auf den Handel aus.»
Der #twv-Organisator Simon Atzei hat weniger den kommerziellen Aspekt im Blick. Er ist nach eigenem Bekunden «rein privater Weinliebhaber». Atzei nimmt auch an realen Weinproben teil, die seien allerdings manchmal etwas gezwungener, und auch der Aufwand sei größer als bei den Twitter-Weinverkostungen. Auf 200 bis 300 Leute schätzt er die Online-Wein-Blogger-Szene in Deutschland. Gleichgesinnte an einem Ort zu versammeln sei schwierig, #twv insofern perfekt, sagt der 34-Jährige.
Birgit Zimmermann, dpa

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4. Twittertasting #twv 08 Riesling trocken „Grauschiefer“ Weingut Altenkirch / Lorch / Rheingau

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 11 Januar 2010

WeinSpion | Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein

Uli, der Weinspion hat als erster Blogger einen Bericht unserer 4. Twitterweinverkostung /Teil 1,  online gestellt.

http://www.weinspion.de/2010/01/2008-riesling-q-b-a-grauschiefer-altenkirch/

Welcome on Gazzetta del Vino!

Der Direttore von La Gazetta de Vino meint:

http://lagazzettadelvino.blogspot.com/2010/01/4er-twv-2008-riesling-trocken.html

Und auch Peter alias marcodatini hat gebloggt:
http://marcodatini.posterous.com/twitterweinverkostung-41-nachtrag-32-twv

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4. Twittertasting #twv : das K&M Probepaket für 19,80 € frei Haus

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 20 Dezember 2009

Twitter ist derzeit das dynamischte Medium im weltweiten Netz. Und wer glaubt, dass da nur dummes Zeug parliert wird, irrt. Viele reale Bekanntschaften wurden geschlossen, das ein oder andere Restaurant gerockt und vorallem viel über Wein, Gott und die Welt geredet. Legendär ist jetzt schon die After-Twittagessen-Party beim „Blogwart“ und Winzer Dirk Würz.

Initiator des Twittertastings, in der Twitterwelt  kurz #twv genannt, war Simon alias DonSimon_, wie es dazu kam, findet ihr auf seinem Blog Don Simon.

Das 4. Twittertasting bzw. den Probiersalesday dürfen nun wir von K&M Gutsweine (wir twittern hier) ausrichten, nach den Vorlagen von Weinlounge, Superiore und Probiowein kein leichtes Unterfangen, aber wir denken, zwei ideale Weine mit einem exzellenten Preis-/ Genuss-Verhältnis ausgesucht zu haben.

Schiefer-Weine aus dem Priorat & Rheingau

Wir stellen zwei wunderbare Weine von Schieferböden vor, der eine, ein 2008er Riesling trocken „Grauschiefer“ stammt von der japanischen Kellermeisterin Tomoko Kuriyama vom Weingut Altenkirch in Lorch im Rheingau. Tomoko hat das Weingut nach einer kleinen Schwächephase wieder auf den richtigen Kurs gebracht, wie auch Niko Rechenberg bemerkt: „Kompliment, was für eine aufregende Entdeckung! Wenn Quereinsteiger wie Kellermeisterin Tomoko Kuriyama – sie arbeitete früher im Marketing von Motorola, Gesellschafter Andreas von Rosen, ein ehemaliger Investment-Banker aus Frankfurt und die zweite Gesellschafterin Franziska Breuer-Hadwiger, früher Maschinenbautechnikerin bei Linde – solch eigenständige Weine präsentieren, wird der Rheingau tatsächlich aufgemischt.“ (Nikos Weinwelten)

Einen Artikel über Tomoko und das Weingut aus der FAZ am Sonntag finden Sie hier

Wein zwei kommt aus einer der spanischen Kultweinregionen, dem Priorato.

Spektakuläre Schieferterrassen und alte Reben, was im ersten Moment nach Mosel klingt, trifft auch auf die Region im Hinterland von Barcelona zu. Die kleine Weinregion Priorat im Gebirge südwestlich von Barcelona bietet eine spektakuläre Topographie, steile Weinberge, teilweise winzige Terrassen in den Fels gehauen, pittoreske Bergdörfer, etwas abgelegen und verschlafen. Die Winzer der Region sind aber ganz und gar nicht verschlafen. Ihr einzigartiges felsiges Terroir und die zum Teil ganz alten Rebbestände nutzend, haben sie sich mit ihren Top-Rotweinen in den letzten Jahren an die Qualitätsspitze Spaniens gesetzt. Allerdings konnten die “kleineren” Weine oft nicht mit den herausragenden Qualitäten der besten Weine mithalten. Besonders günstig kann die Region aber nie sein, da stehen die schwierigen Arbeitsbedingungen in den Steillagen davor. Nach langem Suchen haben wir nun mit dem Familienweingut Sangenis i Vaque einen exzellenten Erzeuger gefunden, der gerade über seine gesamte Kollektion herausragendes leistet. Bereits der 2005er Sangenis i Vaque tinto , ausgebaut ohne Neuholzeinsatz und von schwarzen Schieferböden stammend, zeigt die typische Konzentration der Frucht, dunkle Beeren, Brombeere, und die kühle Schiefermineralität, perfekter Wein für Freunde dichter, konzentrierter Weine, mit etwas über 10,00 € immer noch sehr preiswert. Passt übrigens wunderbar zu getrüffelter Perlhuhnbrust mit getrüffeltem Kartoffelpüree.

Das Paket kostet € 19,80 frei Haus und ist unter folgenden Link bis zum 04.01.2010 23:59 Uhr zu beziehen.

Als Verkostungstermine schlagen wir nach Absprache mit Don Simon mal den Montag, den 11.01.2010  für den Riesling Grauschiefer und Montag, den 18.01.2010  für den Sangenis i Vaque tinto vor.

Beginn ist jeweils 20.30 Uhr

Wir würden uns ganz doll freuen, wenn sich wieder viele Twitterer beteiligen und wir gemeinsam die Weine verkosten und genießen können.

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