K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Archive for the ‘Italien’ Category

Le Piane- Boca, das etwas andere Weingut im Norden Piemonts

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 26 November 2012

Gastbeitrag von Robert Kemmler. Kürzlich hatten wir endlich die Chance, Christoph Künzli auf seinem Weingut zu besuchen. Es war immer mein Ziel, die Weinberge, den Boden und alles was zu Boca gehört, mir selbst vor Ort anzuschauen. Wer die Weine von Christoph probiert hat, der will mehr wissen über das Weingut. Denn die Weine haben mich sehr begeistert.

Ein kleiner Rückblick nach Zürich. Warum? Ich wurde persönlich zu einer Boca- Vertikale eingeladen. Diese fand im Zusammenhang seiner World- Tournee statt, die über New York unter anderem auch nach Zürich kam. Das Ganze fand im Prime Tower im obersten Stock des Restaurant statt. Eine tolle Idee. Bevor das Weingut von Christoph Künzli übernommen wurde, hieß der Besitzer Antonio Cerri, der dann ja leider verstarb. In seinem Keller lagerten aber noch viele Weine in großen Holzfässern. Teilweise waren diese Weine über 40 Jahre im Holzfass, die Christoph dann abfüllen lies. Die Boca- Verkostung ging rückwärts von 2008, 2007, 2006, 2005, 2004, 2003, 2001, 2000, 1999. Es kamen die alten Weine von Antonio Cerri aus den Jahren 1991,1990,1989,1988,1985, 1981 und dann ganz alte und seltene Jahrgänge wie 1970, 1961,1950. Das schöne war, dass wir die Weine sowohl solo als auch mit Begleitessen verkosten konnten. Die absoluten Höhepunkte dieser tollen Verkostung waren für mich die Jahrgänge 2007, 2004, sowie der ultimative Hammer der Cerri Wein aus 1961.

Boca 2007: süße Frucht, Amarenakirsche, Pflaume, feine Tanninstruktur, sehr komplex und sehr elegant. Sehr langer Abgang. 94+

Boca 2004: Rosen, Teer, Hagebutte, viel rote Früchte, sehr fein, feinkörniges Tannin, sehr langer Abgang. 95+

Boca 1961: süßliche Nebbiolofrucht, sehr harmonisch, sehr komplex, leichte oxidative Noten wie Sherry, aber perfekt, schöne Säurestruktur. Ultra elegant, sehr helle Farbe. Extrem langer Abgang. Ein Wein zum Niederknien 97+.

Nun zurück ins Piemont. Da wir am Comer See im Urlaub waren, hat sich ein Abstecher zum Weingut Boca natürlicherweise ergeben. So besuchten wir Christoph an einem Sonntag. Er war mitten in der Weinlese. Was zur Folge hatte, dass ich mitanpacken durfte, wie auf den Bildern zu sehen ist.

Erst die Arbeit, dann der Spaß. Damit hatten wir an einem Sonntag natürlich nicht gerechnet, war aber für uns kein Problem. Christoph wird übrigens tatkräftig von einem sympathischen Ukrainer unterstützt. In der Zwischenzeit ging ich in die Keller, wo die Fässer lagerten.

Nach getaner Arbeit durften wir endlich was probieren.

Ich muss gestehen, die kommenden Jahrgänge werden auch sehr spannende Weine hervorbringen. Und das Jahr 2012? Ein schwieriges Jahr, aber mit Top- Qualitäten. Sehr schönes reifes Lesegut mit sehr niedrigen Erträgen.

Reberziehung ala Boca

Maggorina-Reberziehung (Baumförmige Äste von unten nach oben)

Sehr gesundes Lesegut mit niedrigsten Erträgen

Weinberge des Weinguts Boca

Perfekte Trauben zur Lesezeit

Weinberge mitten im Wald

Was wir in den Weinbergen gesehen haben, hat uns schwer beeindruckt. Man muss sich vorstellen, dass hier vorher nur Wald gewesen ist. Davor war es einst das größte Weinanbaugebiets Italiens! Christoph mußte ganze Waldstücke roden, um neue Weinberge anzupflanzen. Ein enorm hoher finanzieller Aufwand. Unvorstellbar, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat.

Der Boden besteht aus Porphyrgestein. Kein Kalk. Was für Piemont einmalig ist. Und das gibt den Weinen auch diese Mineralität. Zu erwähnen ist, dass auch die jungen Weinreben schon fantastische Qualität bringen. Wie beim verkosteten 2004er Boca, wo die Reben gerade mal 5 Jahre jung sind. Danach ging es zum Essen ins ,,Zentrum‘‘ von Boca, wo gut gespeist und getrunken wurde. Dann verabschiedeten wir uns von Christoph, jedoch nicht ohne noch ein paar Flaschen von ihm zu kaufen: 3 x Magnum Flaschen Boca 2008 und 6x Flaschen Le Piane, der jetzt schon wunderbar zu trinken ist.

Was sagte meine Frau Marion, bevor wir losfuhren: wir fahren aber nur für 1-2 h nach Boca. Geblieben sind wir einen ganzen Tag. Wir waren dankbar, dass Christoph sich so viel Zeit genommen hat. Wie uns soeben mitgeteilt wurde, wurde auch der Boca 2008 vom Gambero Rosso mit Drei Gläsern ausgezeichnet.

Boca 2008: würzige Noten, Tabak, Johannisbeere, süße Frucht, Tannin betont, frische, kühlere Art, was auch jahrgangsspezifisch ist.

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Boca DOC – eine vergessene Region im Piemont erwacht

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 9 Januar 2012

Wein- Tasting mit Chritoph Künzli, Inhaber von Le Piane in Frankfurt (16.+17.11.2011)
Gastbeitrag von Robert K. / Weinbeschreibungen von Bernd Klingenbrunn

Winzer von Le Piane

Christoph Kuenzli

Nach langer Zeit war es mir endlich gelungen, Herrn Künzli vom Weingut La Piane nach Frankfurt zu holen. Auslöser war das wunderbare Buch ,,Berührt vom Ort, die Welt zu erobern’’, welches ich gelesen hatte. In diesem geht es um Winzer und Terroir.
Sehr eindringlich wurde die Geschichte eines Schweizer Visionärs beschrieben, der in eine Weinanbaugegend kam, die kurz vor dem Aussterben lag. Diese liegt im nördlichsten Teil des Piemont und ist zudem das dort am höchstegelegene Weinbaugebiet. BOCA ist sein Name und war einmal die größte Weinbaugegend Italiens.
Nachdem der Inhaber dieses Weinguts – Antonio Cerri – verstorben war, übernahm 1989 Herr Künzli dieses und brachte es qualitativ nach vorne. Doch bis dahin war es ein weiter Weg, denn um wirtschaftlich zu sein, bedurfte es weiterer Anbauflächen, die jedoch inzwischen mit Wald bewachsen waren. Was bedeutete, dass Waldflächen gerodet wurden, neue Weinberge angelegt und entsprechende Klonselektionierungen durchgeführt wurden.
Die Folge nach über 10 Jahren harter Arbeit: La Boca erhielt ab 2004 jedes Jahr hohe Bewertungen und Auszeichnungen, die belegen, was Herr Künzli und sein damaliger Partner dort in sehr kurzer Zeit aufgebaut haben. Leider verstarb sein Partner bei einem tragischen Unfall und er musste sich überlegen: wie geht es weiter? Diese schwierige Aufgabe meisterte Herr Künzli, indem er sich Partner mit ins Boot geholt hat, die sich finanziell am Weingut beteiligten.

Zudem gestaltete es sich als sehr schwierig, seine Weine überhaupt in Deutschland zu bekommen, da es für seine Weine keinen Weinhändler in Deutschland gibt. Doch ich konnte vor 2 Jahren 6x Flaschen seines 2004er Boca kaufen und war begeistert über die Finesse und Eleganz dieses Weines, der mich sehr an Weine aus dem Burgund erinnerte. An Barolis, die es heute kaum noch gibt, Weine mit Ecken und Kanten.

Uns so trafen wir uns auf dem WeinWeltfestival 2011 in Bad Ragaz und dort wurde der Grundstein gelegt, Ihn und seine Weine vom Weingut La Piane besser kennenzulernen und diese in Deutschland zu verkosten. Folgende Weine hatte er dabei:

La Maggiorina Colli Novaresi Vino Rosso 2010 

Dieser Wein wird aus Nebbiolo (50%) und Croatina (40%), Uva Rara und Vespolina hergestellt. Sehr interessant ist auch das Erziehungssystem der Reben: das traditionelle Maggiorina- System, bei dem 3 Reben sich in alle vier Himmelsrichtungen entwickeln und einen Kelch bilden. Diese gibt es nach wie vor in Boca. Stammt von den ältesten Reben des Weingutes (50-100 Jahre alt).  Zu Beginn eine zarte Karamellsüße, zugleich aber auch mit einer kräftigen Säure und merklichem Tannin ausgestattet. Frische Rotfrucht, Hauch Marzipan. Wirkt recht karg in seiner Art, sehr direkte Ansprache, nichts Gekünsteltes.


La Piane DOC 2007
:50- 100 Jahre alte Croatina- Trauben (80%). Zusammen mit Montalbano, Traversagna, Santuario in Verbindung mit Nebbiolo. Diese werden  2 Jahre im kleinen Holzfass ausgebaut, 25% davon sind neu, Rest in zweitbelegten Tonneaux ausgebaut. Zeigt sich tabakduftig, am Gaumen würzegeprägt, auch hier von kräftigem Tannin unterlegt. Braucht noch 5-10 Jahre.

Boca DOC 2007

Dieser Wein besteht aus Nebbiolo und 15 % Vespolina, der 3-4 Jahre im grossen Holzfass ausgebaut wird. Er wächst auf Porphyrböden und somit zeigt sich seine entsprechende Mineralität im Glas. Zu Beginn ein Hauch Liebstöckl im Glas, gefolgt von einem Hauch rosa Grapefruit bzw. mediterranen Noten wie Orange- und etwas Zitrusschale. Verwelkte Rosen. Am Gaumen von etwas wärmeren Stil geprä

Boca DOC 2006

Jahrgangstypisch etwas heller in seiner Farbe und auch deutlich schlanker in seiner Art, die Säure schaut wieder etwas dominanter hervor, schönes Spiel von Frucht und kräuteriger Würze, wirkt burgundisch und hat eine enorme Trinkigkeit. Schon zugänglich.

Boca DOC 2005        

Das Tannin zeigt sich beim 05er wieder etwas kräftiger und betonter, wirkt fleischig, zeigt Frucht (Kirsche) auch wieder Tabaknoten. Hier bahnte sich bis 2 Wochen vor der Lese was Großes an, dann kam der Regen während der Ernte, man spürt die Substanz, aber leider hinten heraus etwas kurz. Auch hier wieder die so typischen mediterranen Noten von rosa Grapefruit und Zitrusfrüchten, Tabak und Rosenblätter.

Boca DOC 2004

Der erste, der den Ansatz von beginnender Reife zeigt. Super saftig am Gaumen, nervige, lebendige Art. Die jugendliche Frucht ist abgelegt, hier zeigen sich erste Reifenoten, Noten von Schwarztee, Orange, eine unbestimmte Würze, die mich an Gewächse aus Nuits St. Georges erinnert, Hauch Milchschokolade.

Die letzten vier Weine hat Herr Künzli vom verstorbenen Inhaber Antonio Cerri, der die Leitfigur in diesem Weinbaugebiet gewesen ist, übernommen. Sie lagen noch mehrere Jahre im Fass, bevor sie abgefüllt waren. Echte Raritäten aus einer vergangenen Zeit. Mehr dazu später.

Boca DOC Campo delle Piane /Antonio Cerri  1990

Ungemein weich und geschmeidig am Gaumen, Duftnoten von Hibiscus, Süße, brauner Zucker, angenehme Säure. Sehr einfach gestrickt, bereitet aber eine schöne Trinkfreude. Die Tannine sind gut eingebunden.

Boca DOC Campo delle Piane /Antonio Cerri  1985           

Lag 10 Jahre in 40-50 Jahre alten Holzfässern, zu Beginn eine leichte Aceton-Note, fette Kirchenfenster, tiefer Farbkern, dann wunderbares Spiel von Pfeffer, reifer Frucht, Orange, etwas Bergamotte, großartig gereift und immer noch Potential!! Einfach wunderbar.

Boca DOC Campo delle Piane /Antonio Cerri 1984 

Deutlich heller in der Farbe, wieder weißer Pfeffer, weich, gereift. Kommt nicht an den 85er ran. Schlanker.

Boca DOC Campo delle Piane /Antonio Cerri  1975

Weich, reif, Schmelz, Himbeere.

Alle Beteiligten waren total begeistert von Herrn Künzli und seiner bewegten Geschichte. Ein echter Visionär, der das lebt, wovon er redet. Diese spiegelt sich auch in seinen Weinen wieder. Sehr sympythisch.

Wir hatten alle viel Spaß und tolle Diskussionen mit Ihm. Wir freuen uns alle auf ein Wiedersehen.

Vielen Dank Herr Künzli!!!

Weitere Infos finden sich auf der Webseite des Weingutes: http://boccapiane.com

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Das 91 Punkte K&M Gutsweine Weihnachts-Schnäppchen aus dem Piemont

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 26 November 2010


Knapp 5,5 Hektar der 14 Hektar großen Tenuta sind mit Reben bepflanzt. Die Nebbiolo Reben aus unterschiedlichen Klonen sind in perfekt in süd-südwestlicher Ausrichtung gepflanzt. Nach der händischen Ernte erfolgt ein knapp 2-jähriger Ausbau in großen Eichenfässern, knapp 30.000 Flaschen beträgt die kleine Jahresproduktion.
Serradenari heißt der höchstgelegene Weinberg des Piemont und erstreckt sich auf extremen Steillagen zwischen 450 und 530 m Höhe bei La Morra. Für Giovanni Negri, den Besitzer der Tenuta Serradenari eine klare Sache der Ehre, dass aus dieser einzigartigen Lage kein langweiliger Mainstream kommen kann, was vielleicht der für einen Barolo unglaublich günstige Preis vermuten ließe. Nein der Serradenari überrascht durch seine geniale Mariage einer samtweichen, femininen Stilistik mit einem kraftvollen, muskulösen Körper.

Wir schmecken: Attraktive reife Frucht mit dem feinen Schmelz edler Milchschokolade dazu ein Hauch Zedernholz und der Duft getrockneter Steinpilze. Aromen von Veilchen, Waldbeeren und Trüffel reflektieren den einzigartigen Charakter des Terroirs und der Nebbiolo-Traube. Voller, muskulöser Körper mit anschmiegsamen Tanninen und einem beerig, schokoladigen Nachklang. Ein wahrer Hochgenuss auch für den geschulten und verwöhnten Gaumen.“ Eine großartige Entdeckung in der attraktiven und repräsentativen Original – 6er Holzkiste und das zu einem eigentlich unmöglichen Preis. Dieser edle Barolo wurde bereits in den beiden Vorjahren vom WineSpectator mit hervorragenden 91/100 Punkten bewertet.
Lagerpotential bis ca. 2018.

Wine-Spectator 91:Attractive ripe fruit, showing milk chocolate, cedar and dried mushroom character. Full-bodied and luscious, with chewy tannins and a berry, chocolate aftertaste. Not imported into the U.S. Best after 2010. 300 cases made. –JS (zum 20005er Barolo)

Wine Enthusiast (2005er Barolo)With fruit from the highest vineyard in Barolo, Serradenari offers a surprisingly plush and modern wine with well-integrated notes of licorice, tar, vanilla, dried violets and ginger. Its a beautiful Barolo with feminine softness and tonic luminosity. Its firm and compact in the mouth with a tight tannic close.

Ein klassischer Saft so schreibt Manfred Klimek alias Captain Kork in seinem Winzerporträt. In der Tat hat dieser klassische Nebbiolo nichts gemein mit den ultrakonzentrierten, fruchtgeladenen und von Neuholz geschwängerten Powerweinen zu tun.

Schon der Duft ist ungemein verführerisch. Noten von reifen, roten Beeren, Kirschen, leicht nussige Noten, Unterholz, erdiger Charakter.

Am Gaumen von jenem schmeichlerischen Charakter geprägt, was diese Rebsorte – bei gekonnter Vinifizierung – so einzigartig erscheinen läßt. Von wunderbarer Eleganz geprägt, man schmeckt förmlich die Reife der Traube, enorm saftiger Charakter, Kirschen, gelbfleischige, frisch und rechtzeitig geerntete, keine überreife Pflaumen, Tabakwürze.

Im Nachhall von guter Stabilität, die Aromen korrespondieren wunderbar, ein noch leicht unruhiges Tannin zieht den Wein mit der Frucht und der angenehmen Säure in ein langes Finale, ein Barolo, der zugleich feminin erscheint, aber auch viel Druck und Länge aufbaut.

Einzelflasche a 0,75l jetzt nur € 17,90/Fl.

Holzkiste (6 Fl.) jetzt nur € 107,40/Fl.

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La Gazzetta del Vino zum Chianti Colli Senesi von Pacina

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 1 Juni 2010

Copyright bei Philipp Breitenfeld

Der Direttore von La Gazetta del Vino beschreibt unseren 2005er Chianti Clli Senesi von der in der Nähe von Siena gelegenen Az.Agr. Pacina. Der Jahrgang ist leider schon ausverkauft, der  noch bessere 2006er liegt bereits zum gleichen Preis in unseren. Regalen.

Die Beschreibung:
Heute im Glas ein 2005er Chianti von der Azienda Agricola Pacina! Dieser Bio-Corleone ist eine Empfehlung von Weinfreund Bernd Klingenbrunn, K&M Gutsweine. Alles im Zeichen der Biodynamie. Grundsätzlich möchte ich vorweg sagen, dass mich die Qualität vieler Chiantis zwischen 2002 und 2005 wirklich enttäuscht hatte. Immer mehr seelenlose Massenware springt einem regelrecht ins Glas. Die goldenen Neunziger sind vorbei. Soweit der subjektive Eindruck dieser temporären Spanne. 2006, soweit ich manche Chiantis schon im Glas hatte, weiß wieder mehr zu überzeugen. Umso mehr war ich gespannt auf diesen 2005er eines kleinen Bio Weinguts in der Toskana bzw. in der Nähe von Castelnuovo Berardenga. Im unfiltrierten, trüben Dunkelrot präsentiert sich dieser Etruske im Glas. Animierendes, würziges Bukett aus schwarzem Pfeffer, Thymian und Salbei. Kräftige Waldfrüchte, vor allem Johannisbeere und Brombeere. Süßlicher Ausklang nach Karamell. Am Gaumen sehr dicht und bissig. Nuancen von Granatäpfeln und leicht bitteren Mandeltönen. Harmonisches Säuregerüst und moderater Alkoholgehalt. Volles und trockenes Finish. Ein sehr rustikaler Vertreter seiner Zunft. Alle positiven Eigenschaften der Sangiovese Traube. Mehr Chianti geht nicht fürs Geld! Hatte ihn als Begleiter zum fränkischen Sauerbraten. Passt!

Link zum Original-Artikel

Zum Wein im K&M Shop

K&M sagt herzlichen Dank an den Direttore und vielleicht mache ich ihn mit folgendem Wein aus der Toskana  neugierig, denn den gibt es äußerst selten. Ganze 132 Flaschen haben wir zugeteilt bekommen und Mr.Parker hat ihn noch nicht entdeckt

2008 Pugnitello del Piaggione

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2008 Gewürztraminer „Feld“ Weinhof Kobler / Südtirol

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 10 März 2010

 

Site logoMonika Gamberoni & Armin Kobler

Heute abend braucht es zum Championslegue-Spiel der „Galaktischen“ gegen Lyon etwas mehr Power, um gegen das Fußballfeuerwerk der Madrilenen weintechnisch anzukommen. Meine Wahl fiel auf den 2008er Gewürztraminer aus der Lage Feld, trocken ausgebaut.

Wie bei allen bisher probierten Weinen gefallt mir die Balance, die die Weine besitzen, im speziellen bei einem Gewürztraminer sicher nicht ganz einfach, den der Hang, zu alkoholisch daher zu kommen ist gegeben. Auch sein Duft kommt nicht wie ein aufgedonnertes Nüttchen daher, sondern ist wohldosiert, nie aufdringlich. Am Gaumen dann ein eindringlicher, leicht cremiger Auftakt, unterschwellig begleiten leicht nussig-würzige Noten den Wein, besitzt durch den nicht durchgeführten BSA eine angenehme Frische, wird begleitet von floralen Blütennoten und einem Hauch Mineralik, wieder Fruchtnoten und Würtze im Wechselspiel, gute Länge. Macht auch solo eine gute Figur.

Kompliment, Armin Kobler!

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Weinbezeichnung:
Südtiroler Gewürztraminer 

Lage:
„Feld“ auf dem Schuttkegel des Fenner Baches, leicht geneigt, sandig-lehmiger Boden auf feinem Dolomitschutt. 

Rebanlage:
Flachbogen, ca. 7.000 Reben/ha, fünf Jahre alt. 

Ausbau:
Gärung und Lagerung auf der Feinhefe im Stahlfass, kein biologischer Säureabbau, keine Weinsteinstabilisierung.  

Sensorik:
Der sortentypische Geruch ist von Rosenblüten sowie von Gewürznelken geprägt. Floreale Aromen unterstützen diese für das Unterland markante Geruchsausprägung. Der Geschmack ist trocken, wobei Extrakt und Alkohol dem Wein ein angenehmes Mundgefühl verleihen.

Anzahl Flaschen:
3.700

Analysenwerte:
Alkohol 14,5 % Vol,
Gesamtsäure 4,0 g/L,
Restzucker 3,5 g/L,
Red. Extrakt 24,7 g/L.

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Chardonnay at it´s best – Weinhof Kobler / Südtirol

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 9 März 2010

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Armin Kobler arbeitet in seinem Hauptberuf bei der Landesversuchsanstalt Laimburg. Dort ist er für die Betreung der Südtiroler Weinbauern zuständig um sie in Fragen der Kellerwirtschaft zu betreuen. Zu Hause jedoch ist er auf dem eigenen Weinhof, den Armins Vater vor 60 Jahren 1950 erworben hat. Heute stehen etwa knapp 6 Hektar im Anbau, wobei auch noch Obstbau betrieben wird. Besonders stolz ist er auf die fast 60 jährigen, noch vom Vater gepflanzten Chardonnay-Reben.

Mitte der 90er fand er Gefallen am Selbstkeltern der Weine, was zunächst nur als Hobby und Selbstzweck angedacht war, entwickelte sich schnell zur Leidenschaft, nicht zuletzt, weil viele renommierte Winzer die Weine des Hobbywinzers lobten und ihn ermutigten, es professionell anzugehen. So besuchte er die Landwirtschaftsoberschule in San Michele, studierte Landwirtschaft in Wien und jobbte bei renommierten Kellereien wie z.B Peter Zemmer in Kurtinig. Seit 2006 verarbeitet er einen Teil seiner Trauben selbst, ab dem aktuellen Jahrgang 2008 zieht er über die Lande, den Weg zu K&M fand er über unseren Wein-Blog. Knapp 15.000 Flaschen füllt der emsige und umtriebige Winzer nun ab, peu a peu baut er sich sein Händlernetz auf. Billige Weine wird man bei ihm vergebens suchen, zu aufwändig ist die Weinbergsarbeit, zu reduziert sind die Erträge. Ich finde: diese sorgfältige Arbeit schmeckt man den Weinen an.

 

2008 Chardonnay Ogeaner – Weinhof Kobler / Südtirol

Auch wenn ein Rheingauer Labor bei einem Wein eines anderen Winzers meinte, grüner Apfel sei nicht typisch für Chardonnay, duftet dieser Wein eindeutig nach der grünen, saftigen Baumfrucht. Am Gaumen ein Hauch Banane, eher der etwas frühreife Typ, immer unterlegt von Ananas und einer salzigen Mineralität, zeigt eine wunderbare frische Säure, nicht zu viel. Neben dem zarten Schmelz dominieren auch erdige Noten den Gaumen, der Wein tendiert niemals in den breiten, langweiligen Typ, sondern animiert – wie auch schon der 15%ige Merlot gestern – immer zum nächsten Schluck. Lobenswert auch hier die Konsequenz, einen Drehverschluß zu verwenden, visuell sehr gut gelöst.

Fazit: So macht mir Chardonnay Spaß und ich bin gespannt, ob ich bei meiner Reise ins Burgund Ende März ähnlich gute Weine in dieser Preisklasse finde

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Lage:
„Ogeaner“ in der Großlage „Punggl“, eben, sandiger Flinsboden. 

Rebanlage:
einfache Pergl, ca. 3.300 Reben/ha, größtenteils über 50 Jahre alt. 

Ausbau:
Gärung und Lagerung auf der Feinhefe im Stahlfass, kein biologischer Säureabbau, keine Weinsteinstabilisierung.  

Sensorik:
Im Vordergrund steht das sortentypische Aroma von Banane, unterlegt von Ananas und grünem Apfel. Im Mund überwiegt die säureunterstütze Frische, welche in einen anhaltenden, salzigen Abgang übergeht.

Anzahl Flaschen:
1.700

Analysenwerte:
Alkohol 13,0 % Vol,
Gesamtsäure 6,3 g/L,
Restzucker 1,6 g/L,
Red. Extrakt 25,5 g/L

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2006 Merlot Riserva Klausner Weinhof Kobler / Südtirol

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 8 März 2010

Anfang Februar besuchte uns Winzer Armin Kobler und erzählte uns voller Leidenschaft von seinem Betrieb. Als einer der wenigen Winzer Italiens ist er auch medial up to date, auf seinem Blog http://www.kobler-margreid.com/blog/ läßt er uns am Winzerleben – sei es im Keller oder auf Verkaufstour – teilnehmen.

Heute abend floß der erste Wein von ihm ins Glas:

 

 

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Toscana bianca – weiße Toskana

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 11 Januar 2010

Heute gesendet von unseren Winzern Giovanna Tiezzi & Stefano Borsa (Az. Agr. Pacina) Castelnuovo Berardenga bei Siena in der Toskana

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NEU bei K&M: Pugnitello – eine toskanische Entdeckung!

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 1 November 2009

Pugnitello – die vergessene Rebsorte der Toskana

Sassicaia, Ornellaia, Tignanello etc. etc. Wer kennt sie nicht, die sogenannten Supertuscans. Prestigeweine aus der Toskana, die Anfang der 80er bis Ende der 90er und auch teilweise noch heute für einen nie da gewesen Hype um toskanische Weine sorgten. Weine, die den starren Regeln der Produktion entfliehen und in Konkurrenz (auch preislich) zu Weinen aus dem Bordeaux und Übersee treten wollten und auch traten. Nur eines vergaß man dabei. Ein Großteil dieser Weine spiegelte in keiner Weise den toskanischen Weinbau wieder, zu viele „importierte“ Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon und andere gaben in diesen Cuvées sensorisch den Ton an. Von Sangiovese, Canaiolo, Ciliegiolo oder gar Terroir war in diesen Wein wenig bis nichts zu spüren, dennoch waren sie für die Entwicklung einer ganzen Region und die Rückbesinnung auf die Tradition des toskanischen, ja des ganzen italienischen Weinbaus enorm wichtig.

Denn bereits während dieser Phase waren visionäre Köpfe nicht untätig. Leonardo Bellacccini, Weinmacher der Az. Agr. San Felice, ganz im Süden des Chianti Classico in Castelnuovo Berardenga gelegen, legte Mitte der 90er Jahre in einer Versuchsparzelle uralte Rebsorten der Region zu Experimentierzwecken an. Eine davon war die Pugnitello, eine autochthone blaue Varietät, die selbst als Komplementärtraube zum heimischen Sangiovese nur selten verwendet wurde und kaum noch vorkam. Bellaccini war schon damals vom Potenzial dieser Traube überzeugt: Kleine Rappen, nicht zu dicht mit Beeren besetzt, dicke und resistente Schalen, geringer Ertrag pro Stock und zeitige Reife versprachen einen charaktervollen, langlebigen Rotwein zu ergeben.

1992 waren die ersten 1000 Pugnitello-Reben in einem gerade mal 0,3 Hektar großen Rebberg auf San Felice ausgepflanzt worden. 2006 kam das erste Ergebnis auf den Markt: der erste nach einer Reihe bereits vinifizierter Jahrgänge wirklich marktfähige, sortenreine Pugnitello. Herrlicher Duft nach Waldbeeren, Noten von Brombeeren und Tabak, am Gaumen füllig und rund, besitzt viel Charakter, betört mit seiner Saftigkeit und Eleganz, wirkt aber auch noch jung und ungestüm.

Aus welchen Gründen auch immer existierte nach unseren Recherchen bis 2009 kein weiterer, fast sortenrein ausgebauter Pugnitello. Auf der Biofach 2009 in Nürnberg jedoch lernten wir die Weine der 40 ha (16 ha Wein) kleinen Podere Poggio al Gello kennen. Das Weingut liegt im hügeligen Terrain der DOC Zone Montecucco im Süden der Toskana – Maremma genannt.

Montecucco ist eine relativ neue Appellation, grenzt in unmittelbarer Nachbarschaft an die weltbekannten Brunellos aus Montalcino und zieht sich westwärts Richtung Küste. Flächenmäßig ist sie etwas größer als das Chianti Classico, und mehrere male so groß wie das Brunellogebiet, mit erheblichen Schwankungen in Topographie und Bodenart. Landeinwärts sorgen die Flanken des Berges Monte Amiata für hügeliges Gelände, während es Richtung Küste deutlich flacher und auch wärmer wird. Diese klimatischen Unterschiede führen auch dazu, dass – im Unterschied zu Montalcino, dessen Flagschiffe ausschließlich nur aus der Sangiovese-Traube vinifiziert werden dürfen -, die Montecucco DOC Weine signifikante Abweichungen in der Cuvée-Zusammenstellung enthalten.

Ein Monteccucco DOC Rosso muss zu 60% Sangiovese enthalten, die restlichen 40% dürfen nur durch rote einheimische Rebsorten wie Canaiolo oder Colorino, aber auch durch Fremdsorten wie Cabernet oder Merlot ergänzt werden.

Ein Montecucco DOC Sangiovese muss zu 85% aus der Sangiovese-Traube bestehen, der Rest darf aus allen roten zugelassenen Rebsorten ergänzt werden und ähnelt so in gewisser Weise dem Chianti Classico.

Poggio al Gello

Poggio al Gello

In diesem von Touristenströmen abseits gelegenen, herrlichen Landstrich in der Provinz Grossetto produzieren Giorgio und Alda Chiarini Nelli eine kleine Menge an hochwertigen Weinen und Olivenöl in limitierter Anzahl. Seit fast 20 Jahren sind die beiden dabei, alte einheimischen Reben in der Toskana zu finden, sie aus der Vergessenheit zu holen und wieder in den Fokus des Verbrauchers zu bringen. Im Jahre2004 pflanzten Giorgio und Alda gemäß ihrer Philosophie, Weine der Region zu fördern, ca. 2000 Pugnitello Reben in einer privilegierten Zone mit idealen klimatischen und geologischen Bedingungen.
Die Beeren sind klein und fest und dadurch ziemlich resistent gegen den echten und falschen Mehltau. Die Weine sind kräftig, haben hohe Polyphenolwerte und eine gute Säure. Sie sind wie geschaffen für den Barriqueausbau und entwickeln hohe Eleganz bei guter Struktur.

2007 stand die erste Ernte an, gerade einmal 300 nummerierte Flaschen des 2007er „Pugnitello del Piaggione“ wurden Anfang 2009 abgefüllt. Nachdem uns dieser Wein auf der Biofach 2009 in Nürnberg dank seiner fast schwarzen Farbe, dank seines hochkomplexen Duftes nach Blumen, schwarzen Johannisbeeren und schwarzem Pfeffer, dank seines dichten, lange anhaltenden Geschmackes nach Beerenfrüchten und eines zarten Touch Holzes derart begeisterte, konnten wir uns 200 Flaschen dieses sensationellen, einmaligen Traumstoffes sichern. Ab Hof ist dieser Wein bereits ausverkauft, wir bieten Ihnen diesen Wein exklusiv an.

Pugnitello del Piaggione

Zum Weingut und den Weinen:

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Agriturismo Cascina San´t Eufemia – Impressionen aus dem Piemont

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 21 Juni 2009

Im Juni waren wir einige Tage zu Gast bei Chiara Andreis und ihrem Mann Paolo, an einem der herrlichsten Flecken Erde, im Piemont.

Info´s :
Cascina San´t Eufemia
http://www.cascinasanteufemia.it

 

Chiara und Paolo

Chiara und Paolo

der Blick von unserer Terrasse

der Blick von unserer Terrasse

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Haupthaus und Galerie (open-air Frühstück)

Haupthaus und Galerie (open-air Frühstück)

die Terrasse - der Sommer kann kommen

die Terrasse - der Sommer kann kommen

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Katzenwäsche - die Linke fremdelt etwas, die rechte will immer gekrault werden

Katzenwäsche - die Linke fremdelt etwas, Joy(rechts) will immer gekrault werden

Gestatten: Dodo, Lieblingsbeschäftigung: tagsüber Siesta!

Gestatten: Dodo, Lieblingsbeschäftigung: tagsüber Siesta!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dodo und Masca: die heimlichen Herrscher des Hofes

Dodo & Masca: die heimlichen Herrscher des Hofes

Ach is des schee!!!

Ach is des schee!!!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
Siesta am Nachmittag!

Siesta am Nachmittag!

 
Was für ein anstrengengendes Leben!

Was für ein anstrengengendes Leben!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Grazie Chiara, grazie Paolo! A presto!

Grazie Chiara, grazie Paolo! A presto!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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