K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Archive for the ‘Rhein-Main-Wein-Stammtisch’ Category

Hier treffen sich Weinfreaks oder auch solche, die es werden wollen, zum gemensamen Sit-In. Kein Club, einfach alles Menschen, die über den Wein mehr zu erzählen haben, eine Leidenschaft für den Rebensaft entwickelt haben. Bernd und Armin sind, sofern es die Termine im Laden zulassen, immer gerne dabei.

Burgunderprobe Vol.1

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 23 April 2011

Wie unterschiedlich sich Burgunder präsentieren können, mussten wir am Mittwoch in einer kurzfristig organisierten Probe wieder einmal feststellen. Zusammen mit Wolfgang, Robert und Harald verkosteten wir insgesamt 7 Weine aus Burgund, die jeder mitgebracht hatte, dazu gab es ein von mir über 2 Stunden niedertemperaturgegartes Rinderfilet mit Frühlingsgemüsen und etwas Bärlauchpesto.

Los ging es mit zwei Weissweinen:

2007 Auxey-Duresses „Les Crais“  Alain Gras
Sehr schönes Gelb, angenehm frischer Duft, ein Hauch Zitrus. Am Gaumen gelbe Steinfrüchte und Zitrus, durchgäng fest am Gaumen, Schmelz, unterlegt mit einer frischen, reifen Säure, auch mineralisch, gute Fülle. Ein sehr schöner Wein mit tollem Trinkfaktor. Kam sehr gut an und sehe gerade, dass der 2005er schon mal in meinem Keller war, eingekauft im Maison de Colombier in Beaune für schlappe 15,90 €. Ein roter 2005er Auxey-Duresses „Vielles Vignes“ wanderte damals ebenfalls in den Einkaufskorb und liegt noch im Kellerregal.

2006 Montagny 1er Cru „Les Platieres“ Domaine Berthenet
Coupe de Coeur mit 2 Sternen im Guide Hachette 2009 11 € ab Hof
Montagny ist der südlichste Punkt der Côte Chalonnaise, nahe der Grenze zum Maconnais gelegen. Jean-Piere Berthenet füllt er seit 2002 Weine selbst ab, ist Mitglied der „Vigneron Independante“ und erhält regelmäßig die Höchstbewertungen im Guide Hachette. Das Weingut liegt im Dorf Montagny les Buxy und wird durch einen Amphitheater von Reben umkreist. 20% dieses Weines reifte für 11 Monate in französischen Eiche. Deutlich wuchtiger, auch mit deutlich exotischer Fruchtausprägung. Wirkt etwas breit am Gaumen, dezente Reifenote, fehlt die Frische, hätte etwas früher getrunken werden sollen.

Rotwein:

2006 Morey St. Denis „En La Rue de Vergy“ Virgile Lignier
Village Lage oberhalb des berühmten Clos de Tart. Im Duft deutliche Kirschfrucht, sehr präzise und brillant klar am Gaumen, zeigt wunderbare, natürliche Fruchtnoten, im letzten Drittel zeigt seine Jugend noch etwas forsche Tannine, die sich aber die nächsten Jahre rundschleifen werden, Potential hat dieser tolle Wein allemal. Um die 30 € und nicht nur für mich der Wein des Abends.

1999 Nuits St. Georges 1er Cru „Les Bousselotes“ Domaine Remoriquet
Der zweitälteste Wein des Abends kam vom Schreiber und wurde auf der „Les Nuits“ 2010 vor Ort erworben, 32 € wechselten den Besitzer. Ich mag diesen traditionellen Stil, wie er von Chevillon, Gouges oder aber auch von Henry und Gilles Remoriquet praktiziert wird. Für mich zeigt hier Pinot Noir, wofür es sich lohnt, diese Weine 10 Jahre im Keller reifen zu lassen. Wunderbar reife, rote Beeren, etwas Himbeere und Erdbeere, Würze, Schmelz, vielleicht noch etwas überhängendes Tannin, dabei aber auch kühl. Zum Essen aber zeigte er sein Potential, denn während die noch folgenden, jüngeren Weine hier und da Schwächen zeigten, verschmolz dieser Wein mit dem Essen. Die Süße wurde forciert und dass Tannin wurde rund und weich, verband sich völlig mit den Aromen von Fleisch, Salz und Bärlauch.

1996er Pommard 1er Cru Les Pezerolles Domaine Hubert de Montille
Farblich leicht bräunlicher Touch. Am Gaumen recht hart, kaum Frucht, sehr säurebetont. Scheint wie vernagelt. Heute, 3 Tage später bei einer erneuten Verkostung herrscht immer noch eine gnadenlose Säure vor, die an beste, säurebetonte 2010er Rieslinge aus Deutschland erinnert. Zeigt daneben heute auch Karamellnoten, aber so richtig Spaß macht der nicht, glaube nicht, dass der Wein noch die Substanz hat, die Säure irgendwann einigermaßen in den Wein zu integrieren.

2006 Gevrey-Chambertin Vieilles Vigne Domaine Jean-Marc Fourrier
Man könnte meinen, hier hätte die Maceration carbonique ihre Finger im Spiel, denn so eine kitschige Frucht habe ich sonst nur bei schlecht gemachten Beaujolais gerochen. 3 Tage später tendiert die Frucht eher in eine reife, saftige Kirsche, Substanz finde ich bei diesem Wein aber auch nicht. Auch hier deutliche Säure, aber besser integriert. Insgesamt wirkt der Wein recht leichtgewichtig, hinten raus leicht dunkel- bis schwarzkirschig mit zarter Bitternote.

2006 Fixin „En Combe Roy“ Domaine Alain Jeanniard
Bei einer Verkostung der Fachzeitschrift „Bourgogne Aujourd’hui“ war Jeanniards Fixin „En Combe Roy“ 2006 der beste Wein unter allen verkosteten Weinen aus Chambolle-Musigny, Gevrey-Chambertin, Morey-St-Denis, Fixin und Marsannay! Normalerweise ein ganz unmögliches Unterfangen! (Text, Weineausburgund)

Bei uns herrschte die Meinung, dass irgendetwas mit diesem Wein nicht stimmt, Ameisensäure schnappte ich noch auf, kaum Frucht, sehr hart. Auch 3 Tage danach unangenheme, ins vegetative tendierende Noten, grüne, leicht stumpfe Noten. Passt nicht, Flasche ist fehlerhaft.

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„Le nouveau Alsace est arrivée – entdecke das neue Elsaß“

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 22 November 2008

Bei der Jahrgangsprobe Anfang September 2008 im Weingut Breuer zu Rüdesheim präsentierte Marc Kreidenweiss, Winzer aus Andlau im Elsaß, seine Weine, zwar nicht im direkten Vergleich mit den Rheingauer Unikaten – aber er blieb selbst ein Unikat, denn so singulär die Breuer´schen Weine sind, so einzigartig ist die unbestritten hohe Qualität – nicht nur der Kreidenweis´schen Weine – im Elsaß.

Die letzte Elsaß-Probe des alten Rhein-Main-Stammtisch lag nun nun auch schon fast 4 Jahre zurück, auch im einschlägig bekannten Handel – ein, zwei Alibiweine im Regal – ist es in den vergangenen Jahren sehr still geworden um die traditionsreiche Weinregion – zumindest hier bei uns in Deutschland.

Wer aber meint, dass Elsaß sei in seiner Tradition erstarrt und wenig innovativ, der irrt gewaltig. Die Region ist nachwievor in vielen Sachen im Weinbereich Vorreiter. Stichwort Biodynamik, hier ist die Hochburg, nirgendwo sind auf so engen Raum so viele innovative Winzer versammelt. Jean-Michel Deiss, Marc Kreidenweiss, Odile Weber, Valentin Zusslin, Martine & Etienne Sipp, Silvie Spielmann, Jean-Luc Schaerlinger , Albert Mann, Trimbach, Domaine Faller und, und und.

Gründe genug also, zu einem Weinabend in den Räumlichkeiten bei K&M Gutsweine einzuladen, der 13 Weinfreundinnen und Weinfreunde gefolgt sind.

Weine zum Rhein-Main-Stammtisch Ort: K&M Gutsweine Thema: Elsass Datum:21.11.2008

2005 Cremant d´Alsace AOC brut 12%
Pinot Auxerrois, Pinot Blanc Domaine Odile Weber / Eguisheim / Preis ab Weingut: 8,00 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Odile Weber bewirtschaftet rund um Eguisheim gut 4,5 Hektar seit 2004 biodynamisch, allerdings nicht konsequent nach der Steinerschen Theorie, denn “das wäre zu zeitaufwändig”, sie ist ja schließlich auch noch Mutter von ihren Kindern und auch als Reikipädagogin tätig (sprich: Ree-Kii) eine sehr alte Heilmethode, die universelle Energien dem Körper zur Selbstheilung zur Verfügung stellt. Der Boden ist eine Mischung aus Lehm und Kreide, der hohe Anteil der Kreide im Boden gibt dem Wein seine Mineral- und Zitrusfruchtnoten. Aber auch der Gewürztraminer Grand Cru profitiert von diesen Gegebenheiten.

Degustationsnotiz Armin:
Weniger ein Sekt, der durch frische Frucht begeistert, hier schmeckt man eher würzige Aromen, auch Kräutertee, Kamille, dazu Weißbrot, dezent Birne ud Waldmeister. Auch etwas Marzipan oder Kirschkern. Schwingt würzig aus, nachhaltig. Perlage könnte etwas feiner sein.

Nachverkostung 22.11.2008 Bernd
Nachwievor wie auch schon am Abend geäußert feine Perlage, cremig, würzig. Auch 2 Kunden fanden diesen Cremant sehr schön.

2007 Sylvaner AOC Domaine Odile Weber 12,5%
Preis ab Weingut 4,75 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Die Weinberge von Odile Weber – geschützt durch die Ausläufer der Vogesen -, befinden sich auf einem Kalk/Tonboden. Sie werden seit 1992 biologisch bewirtschaftet, seit 2004 wird die biologisch-dynamische Anbauweise praktiziert. Die Weinbereitung erfolgt sehr natürlich, ohne Enzyme, mit wenig oder gar keiner Chaptilisation, ohne synthetische Stabilisatoren. Schwefel wird geringer eingesetzt als im konventionellen Bereich üblich. Auf dem Etikett ihrer Weine ist die seltene zierliche Weinbergtulpe abgebildet.. Diese Sylvaner Rebstöcke wurden 1992 gepflanzt

Degustationsnotiz Armin:
Präsentierte sich zuerst recht blumig (süßliche Blütendüfte), duftig, fast aber auch schwül, orientalisch, exotisch. Die Frucht erinnert an Aprikose. Mit Luft und Zeit wird der Wein aber immer eleganter. spannend.

Nachverkostung 24.11.2008 Bernd
wunderbarer floraler Duft, auch reifes Steinobst, auf der Zunge kräftig und konzentriert, gegen Ende Vanille, etwas exotisch, endet etwas auf einer Art rauhen Tanninstruktur. Wunderbares Preis/Genuß-Verhältnis!

2003 „S“(poren) de Hugel Hugel et Fils 13%
Preis ab Weingut 11,92 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Cuvée aus Riesling, Gewürztraminer, Muskat, Pinot Gris
Das Weingut und Handelshaus ist seit dem Jahre 1639 in Familienbesitz und war schon im 18. und 19. Jahrhundert für seine Weine berühmt. Im Jahre 1902 wurde von Frédéric Emile Hugel der heutige Hauptsitz in Riquewihr gegründet, wobei das Gebäude vom Erzkonkurrenten Trimbach gekauft wurde. Heute wird das Familien-Unternehmen von Jean-Philippe und Etienne Hugel geleitet, Marc Hugel ist Kellermeister. Die Weingärten umfassen 25 Hektar Rebfläche, davon rund die Hälfte in den Grands Crus Schoenenbourg und Sporen. Jean Hugel war Verfechter und Initiator des Grand Cru Systems. „ 500 Jahre lang war der Sporen ein Stück Land von fünf Hektaren. Hätte man nun diese Lage für die Grand-cru-Appellation auf 18 Hektaren festgelegt, hätte ich das als Kompromiss akzeptieren können. Doch nun umfasst der Grand-cru-Sporen über 50 Hektaren. So hat man den Sporen richtiggehend massakriert!» schimpft er. Hugel verwendet daher nicht die AC Alsace Grand Cru (die Lagenamen erscheinen nicht auf dem am Etikett, sondern vermarktet die Weine unter der AC Alsace. Die Weinberge sind zum Großteil mit Riesling und Gewürztraminer (je 40%), sowie Pinot Gris und Pinot Noir bestockt. Es wird naturnaher Weinbau praktiziert. 9g Restzucker.

Degustationsnotiz Armin:
Rieslingnase, eher geradlinig, Citrus (sehr guter Limoncello) Sehr schön harmonisch, balanciert. Zum Abgang feine Bitternote, Citruszesten. In sich sehr stimmiger Wein.

Nachverkostung 24.11.2008 Bernd
2003er Schwere kommt jetzt deutlicher durch, leichte Bitternoten, abgebaut, warme Ausstrahlung, sollte ausgtrunken werden.

2007 Riesling Andlau AOC Marc Kreydenweiss 13%
Preis ab Weingut 12,00 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Marc Kreydenweiss ist ein überzeugter Anhänger des biodynamischen Weinbaus. Entgegen dem modischen Trend, der die elsässischen Weine immer süßer werden lässt, setzt er auf wirklich trockene, mineralische Weine. Der “Andlau” ist der kleine Riesling der Domaine. Er wächst auf flach gelegenen Grauschieferböden zu Füßen des Grand Cru Wiebelsberg. Gärung und Ausbau in großen Fässern. Weniger als 2g Restzucker

Degustationsnotiz Armin:
Schöne goldgelbe Farbe, sehr fein und elegant in der Nase, Grapefruit, Zitrone. Packende, straffe Säure. Muss man sicher mögen. Für mich aber absolut reife Säure, deshalb durchaus bekömmlich. Auch der Geschmack von Grapefruitfleisch und den Häuten. Sicher ein Wein, der polarisiert, mir (Armin)machte er sehr viel Spaß. Mit nur 2gr RZ richtig trocken. (Erinnerte mich ein klein wenig an den Zechpeter von Minges)

2004 Riesling “Geisberg” Grand Cru André Kientzler (keine Homepage) 13%
Adresse: 50, route de Bergheim Ribeauvillé
Bezug: Boutique Vini (Riquewihr) 26,90 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
45 Jahre alten Reben stehen auf kalkhaltigen Böden mit guter Drainage; André Kientzler, vom Gault Millau zum König des Riesling ernannt, bewirtschaftet die 10 ha große Domäne in Ribeauvillé. Diese Ortschaft im Herzen des Elsaß verfügt über ausgezeichnete Gr. Cru-Lagen, wobei dem nach Süden exponierten, in Terassen angelegten Geisberg die erste Stelle gebührt. Aus diesem Weinberg gewinnt André Kientzler wahrlich große Rieslinge. Es sind sehr klare Weine voller Finesse, die einige Jahre Reife benötigen. Gault Millau, Vin 2006 S. 78: ****(*) (= herrausragende) Domäne :„… A. Kientzler liebt klare und ausgewogene Weine, ..dem Terroir verpflichtet, erlangt der Riesling Geisberg eine unglaubliche Finesse…

Degustationsnotiz Armin:
Irgendwie erinnerte mich dieser Wein in der Nase sofort an meine ersten Elsaß-Reisen vor 15 Jahren. Intensiv, kraftvoll, eher exotische Früchte, Mango, Maracuja, ein Hauch von ACE-Saft. Erstschlucksüße,(Gerhard) schöne cremige Textur, endet eher trocken. Sehr gelungen.

2003 Riesling „Zinnkoepflé“ Grand Cru Dom. Schlegel-Boeglin (Keine Webseite)13%
Adresse: 22 A, Rue d’Orschwihr, 68250 WESTHALTEN
Preis ab Weingut 18 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Der Muschelkalk des Zinnkoepflé, gepaart mit sehr niedrigen Niederschlägen (270 mm während der Vegetationszeit dank des besonderen Schutzes durch die Petit und Grand Ballon), ergibt Weine mit einem großen Bukett, würzig und feurig, besonders beim Gewürztraminer. Paradoxerweise gedeiht der Riesling ganz fein und in diskreter Harmonie.

Degustationsnotiz Armin:
Zuerst Petrol in der Nase, aber noch schön (wenn es zuviel wird mag ich das einfach nicht), eher mineralisch, herbe Noten in der Nase, die mineralischen Noten wiederholen sich auch im Mund, hier zeigt er aber eher eine dezente Süße, die aber wirklich gut eingebunden ist. Sehe ich eher als Essensbegleiter, vielleicht zu thailändisch inspirierter Küche.

2005 Riesling „Kastelberg“ Grand Cru Marc Kreydenweiss 12,5%
Preis ab Weingut 40,00 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Ca. 4g RZ, schwarzer Schieferboden, Gärung und Ausbau in großen Fässern. nicht chaptalisiert, eine im Elsaß sonst übliche Praxis. Über zehn Jahre lang produzierte Kreydenweiss brave Durchschnittsweine und lebte gut damit, bevor er ab 1983 konsequent auf Qualität setzte. Neunzig Prozent der alten Stammkunden mochten diesen Kurswechsel nicht und sprangen ab. Das brachte am Anfang Probleme, doch inzwischen sind seine Weine rar wie noch nie. Und der 58 jährige aus Andlau ist neben André Ostertag die zweite grosse Winzerpersönlichkeit im Unterelsass, von dem wichtige Impulse ausgegangen sind. Er arbeitet streng biodynamisch nach der Philosophie von Rudolf Steiner und beweist, dass man auch in einer nördlich gelegenen Weinbauregion wie dem Elsass ohne Pestizide, Herbizide oder Fungizide auskommen kann. Ertragsbeschränkung auf 400 g pro Quadratmeter. Alte Lagen, die wegen ihres enormen Gefälles längst aufgegeben wurden, kaufte und bepflanzte er mit alten Selektionen von Riesling- und Pinot-Gris-Stöcken.

Degustationsnotiz Armin:
Der erste Eindruck, Wurstküche, dann feine Birnennoten, viel Kräuter, herb, Thymian, schwarze Johannisbeere, sehr fest, straff, sehnig, definiert. Prägnant, dunkle Aromatik, auch Noten von Lakritz. Sehr spannend, sehr komplex, entwickelt sich von Minute zu Minute weiter. Großer Wein.

2005 Riesling Rangen de Thann Grand Cru Dom. Martin Schaetzel (keine Webseite)13,5%
Adresse: 3 rue de la Ve-Division-Blindée, 68770 Ammerschwihr
Bezugsquelle: Boutique Vini (Riquewihr) 28,90 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
COUP DE CŒUR ** GUIDE HACHETTE 2008; 8,2g Restzucker; Jean Schaetzel, Winzer von 13 ha Reben in Ammerschwihr, erzeugt seine Trauben seit 1980 biologisch. Im Kampf gegen den falschen Mehltau störte ihn dabei der hohe Einsatz von Kupfer. So stieß er auf die Ideen der Biodynamik und versucht seitdem ein natürliches Gleichgewicht im Weinberg zu erreichen. Seit 1998 ist er als biodynamischer Betrieb (Demeter) zertifiziert, der Einsatz von Kupfer ist auf deutlich unter 2 kg/ha gedrückt. Wichtigstes Ziel der Weinbergsarbeit ist ein aktives Bodenleben mit Mikro-Organismen, Bakterien und Kleinlebewesen, denn diese schließen den Wurzeln Nährstoffe und Mineralien auf. Bei der Dauerbegrünung wird auf Vielfalt wert gelegt, auch darauf, dass sie gezügelt wird. Zweimal jährlich wird der Boden umgebrochen, damit genügend Sauerstoff in den Boden gelangt. Zur gezielten Düngung wird biologischer Kompost eingesetzt, der ein Gemeinschaftsprodukt von 10 Winzern ist. Das gezügelte Wachstum der Reben wird begleitet durch Maßnahmen zur Erhöhung ihrer Widerstandsfähigkeit. Dazu gehört das Ausbringen von Pflanzenextrakten und das Besprengen mit dynamisiertem Wasser in homöopathischen Mengen (10 Ltr/ha). Was anfänglich im Dorf belächelt wurde, hat inzwischen zu sechs biodynamisch arbeitenden Nachahmern geführt. So unspektakulär Jean Schaetzel seine Weinbergsarbeit verrichtet, so einfach ist auch seine Arbeit im Keller. Wichtig sind ihm die sehr schonende Pressung der Trauben, die spontane Gärung (ohne besondere Temperatur-kontrolle) und eine monatelange Reifung der Weine auf der vollen Hefe im Holzfass.

Degustationsnotiz Armin:
Hochfarben, auch in der Nase deutliche Botrytisanmutung, Typ: trockene Botrytisauslese. Karamell, bitter, würzig, barock. Braucht auch Zeit und Luft, dann kommt etwas Frucht, reifer Pfirsich und Pfirsichschale. So etwas muss man mögen. Sicher spannend, aber doch eher nicht trinkanimierend. Interessant, dass die Botrytisbitternis doch insgesamt gut eingebunden ist, auch der Alkohol.

Nachverkostung 25.11.2008 Bernd
Im Duft Honig und etwas Bienenwachs. Am Gaumen dicht, komplex, Süße, etwas Pfirsichnoten, im Hintergrund stramme, noch recht dominante Säure, die der Süße die Breite nimmt, sehr dicht und dennoch frisch und nicht schwerfällig. Keine Alkoholdominanz, der Wein ist immer noch top in Schuss und zeigt eher eine Rundung denn einen Abbau. Typ Essenswein.

2005 Riesling Rangen „Clos Saint-Theobald“ Grand Cru Domaine Schoffit (keine Webseite) 13,2%
Bezugsquelle: Boutique Vini (Riquewihr) 28,90 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Bis zu 68 Grad Hangneigung hat der Grand Cru „RANGEN“ in den Gemeinden Thann und Vieux-Thann, der einzige Weinberg im Elsaß mit ausschließlich vulkanischem Boden in ausschließlich südlicher Ausrichtung. Innerhalb des RANGEN besitzt Bernard Schoffit 4 Hekar des legendären Weingarten „CLOS SAINT-THEOBALD“, der die Domaine Schoffit berühmt gemacht hat. Ganztraubenpressung, Spontanvergärung, behutsame, geringe Filtration, organische Düngung sind die Eckpfeiler für große Weine. 9 g RZ (Restzucker) 91/100 Punkte Steven Tanzer: Ripe aromas of butter, lichee and smoked meat, complicated by earthy and salty nuances. Sweet, dense and concentrated but given shape by firm, juicy acidity. At once full and lively, with a powerful mineral underpinning. There’s something almost gewurztraminer-like in the wine’s spiced meat and saline elements, yet this comes across as quite elegant. A soil-driven, very deep riesling with a very long finish.

Degustationsnotiz Armin:
„Deutscher Touch“, viel mehr Primärfrucht als bei allen anderen, Steinobst, saftig, dicht, fokussierte Säure aber auch viel Süße, mir ist die Süße etwas zu vordergründig. Liegenlassen.

Nachverkostung 5.11.2008 Bernd
Zu Beginn auch hier Süße spürbar, zunächst geht eine gute Säure und eine Frische dagegen an, letztendlich aber kommt der Wein dann doch eher wieder mit einem etwas dominaten Süßeschwänzchen daher, auch Kräuternoten kommen nun durch. Im Vergleich zum Wein davor deutlich „leichtgewichtiger“, dennoch mit Nachhaltigkeit und Druck. Wirkt auf mich etwas unruhig, hat für mein Gefühl noch deutliches Entwicklungspotential, schöne Mineralik. Gewinnt im Mund. Braucht Zeit: 2010-2018

2004 Burg (Niveau Premier Cru) Cuvée Dom. Marcel Deiss 12%
Preis ab Weingut: 33,00 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Cuvée aus 13 lokalen Rebsorten: Terroir – das gerade in Frankreich bis zur Ermüdung beigefügte Zauberwort für alles was sich Wein nennen darf – nimmt der JM Deiss so ernst, dass es für ihn nur folgerichtig war, dem heute üblichen rebsortenreinen Wein abzuschwören, da zu allererst der BERG und nicht die Rebe zu zeigen habe, was in ihr steckt. Nicht die Rebe sei unique, sondern der Weinberg. Das heißt: in seinen Topplagen wächst Riesling neben Grauburgunder neben Pinot Noir, neben Muskateller, neben Rot, neben Weiß. „Genau so, wie es früher immer und überall war. In Burgund, in Bordeaux, an der Loire und in Deutschland genauso“, ereifert sich Deiss. Die Bergheimer Lage „BURG“ ist durch eine mergelige Toarcium-Unterflur gekennzeichnet. Tonmergelschichten mit stellenweise kalkhaltigen & fossilienreichen Knollen bilden einen schweren und tiefgründigen Lehmboden. Dank der Topographie (mittlere, südl. ausgerichtete Hangneigung von 10-20%, Schutz durch die Vogesenwälder) entstehen kräftige, komplexe und langlebige Weine.

Degustationsnotiz Armin:
Wirkt in der Nase sehr sanft, fast zart, Honigmelone und Lagerapfel, Honig, Kerne von Steinobst, dann auch reife Aprikose. Zeigt auf solch spektakulär elegante Art seine Kraft und seinen enormen Druck, dass das mehr als beeindruckt. Nicht den Hauch von Alterung und Reife. Unglaublich stimmig, wirkt fast alterslos. Genial.

2005 Pino Gris “Clos Rebberg” AOC Marc Kreydenweiss 14%
Preis ab Weingut: 14,30 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Die Rebstöcke stehen auf Schieferböden inmitten den oberen und unteren Terrassen des Rebberg, Feuersteinnoten gelten als charakteristische Noten, am Gaumen präsentiert sich der Wein elegant. Von einer neu erworbenen, extrem steilen, terrassierten, schwierig zu bearbeitenden Lage der Domaine (die Neigung dieses großartigen Terroirs reicht bis zu 80 Prozent) 4g Restzucker

Degustationsnotiz Armin:
Noten von Vanille und Birne, auch wieder elegant und sanft. Anklänge von Bienenwachs, sehr cremige Textur, wunderschöner Trinkfluß. Klasse.

Nachverkostung 26.11.2008 Bernd
Hat sich vollkommen geöffnet, wunderbar saftig am Gaumen, italienischer Backstubenduft (Crema Pasticceria!) Tolle Perfomance, unglaublich trinkig und mit der richtigen Dosis an Kraft ausgestattet, im Hintergrund zarte Kräuternoten, ewig lang. Ganz Großer Wein! 94-96/100 Pkt.

Es folgten zwei große Töpfe mit selbstgemachtem Baeckeoffe, einem traditionellen Elsäßer Eintopfgericht, das Rezept wurde dem Kochbuch der Auberge de L´Ill entnommen.
Haeberlin, Paul ; Haeberlin, Jean-Pierre, Meisterküche im Elsass, die Auberge de l`Ill, ISBN: 3430137438 )

Nach dieser Stärkung ging es nun an die etwas schwereren Kaliber!

2005 Pino Gris Cuvée Ste.Catherine „Clos de Capucins“ Grand Cru Domaine Weinbach 14%
Bezugsquelle: Behringer (Mannheim) 30,00 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Das 1612 gegründete Weingut liegt am Fuß des majestätischen Schlossberges im Steingarten des ehemaligen Kapuzinerklosters. Die Mönche bauten hier bereits seit dem Jahre 890 Wein an und verliehen dem Weingut seinen Namen, nach dem kleinen Bach, der durch den Steingarten fließt. Während der französischen Revolution wurde das Kloster säkularisiert und verkauft. Seit 1898 ist es im Besitz der Familie Faller und wird seit 1979 von Colette Faller und Ihren Töchtern Catherine und Laurence geführt. Das Weingut erstreckt sich über 27 Hektar im Tal und an den Hängen um Kaysersberg. Das trockene und warme Mikroklima von Colmar wird hier durch die Südlage der Weinberge und die vor Nordwinden schützenden Vogesengipfel verstärkt. Domaine Weinbach hat 1998 begonnen, auf ökologischen Weinbau umzustellen. Alle Lagen werden jetzt nach biodynamischer Methode bewirtschaftet. Es werden keine Pestizide oder Insektizide und kein Kunstdünger verwen-det. Eine ausschließlich von Hand durchgeführte, späte Weinlese, bei optimaler Reife der Trauben, ist die Voraussetzung für die sich später entwickelnden komplexen Aromen. Nach statischem Vorklären werden die Trauben ohne Zusatz von Hefe in alten, temperatur-kontrollierten Eichenfässern zu Wein verarbeitet. Auf die Verwendung von jungem Holz wird bewusst verzichtet, um die besondere Fruchtigkeit der Weine zu bewahren. Die jährliche Produktion liegt nur bei 10.000 bis 12000 Kisten Wein, wovon fast die Hälfte vom Schlossberg stammt. 90 Parker, 92 Winespectator-Punkte, Finesse und Eleganz, stoffiger Aromatik, charaktervoller Kraft ist der Fingerabdruck diess Weines, dessen Lage als erste im Elsass den Status eines Grand Cru erhielt. ca. 11g RZ

Degustationsnotiz Armin:
Nach dem Essen erst einmal etwas schwierig, hier gab es wieder die Erstschlucksüße, dann aber fast schon salzige Mineralität. Voluninös, körperreicher Wein, wirkt aber nicht fett. Sicher mit keinem deutschen Grauburgunder zu vergleichen.

1999 Pino Gris „Sonnenglanz“ Grand Cru Domaine Bott-Geyl 13,5%
Preis ab Weingut Mai 2002 15,40 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Nach seinen Lehr- und Wanderjahren, die ihn neben Stationen in Südafrika und Australien auch zum burgundischen Kultwinzer Dominique Lafon geführt haben, übernahm Jean-Christoph Bott 1993 das elterliche Gut in Beblenheim und entwickelte sich schnell zu einem der großen Geheimtipps des Elsass. Das Weingut umfasst heute rund 13 Hektar überwiegend biologisch bewirtschafteter Weinberge, darunter auch Parzellen in vier Grand-Cru-Lagen. Niedrige Erträge, sorgfältige Weinbergsarbeit, schonende Ganztraubenpressung und langsame Vergärung lassen im Bott’schen Keller Weine von ausnehmender Komplexität und Persönlichkeit entstehen. Reichhaltige Pinot Gris, mineralische Rieslinge und markante Gewürztraminer werden hier gleichermaßen geschätzt und zeugen von der umfassenden Qualitätsphilosophie von Jean-Christoph Bott. / Parker 21.12.2001 90/100 Punkte

Degustationsnotiz Bernd Mai 2002:
Honig; Steinobst; Quitten; herrlich unterstützende Süsse. Kräftig, aber nicht plump Laaaaaaannnng.90+

Degustationsnotiz Armin:
Sojasauce, Marille, Lagerapfel, auch etwas Orange, selbstverständliche, elegante Kraft ohne vordergründige Sperenzchen. Tolle Harmonie, sehr lang.

2005 Gewürztraminer Schweigener Sonnenberg Spätlese trocken Weingut Jülg 14,5%
Preis ab Weingut (ausverkauft) 9 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Selektion der gesündesten Trauben, z.T. von französischer Gemarkung des Sonnenbergs. 18 Monate Hefelager. Sieger des Gwürztraminer – Tests im Feinschmecker 3-2007: „Mit deutlichem Abstand gewinnt Werner Jülgs opulente Spätlese aus den Schweigener Sonnenberg, der die Südpfalz mit dem Elsaß verbindet. Die faszinierend natürlich anmutende Frucht und der entspannte Fluss dieses vollmundigen und angenehm cremigen Weins sind nahezu einzigartig. Allen Juroren fiel es schwer, sich von dem Sieger mit seinem animierenden Reichtum zu trennen“

Degustationsnotiz Armin:
Wie hatte uns dieser Wein Mitte 2007 begeistert, dermaßen saftig habe ich noch keinen GT erlebt. Heute dagegen kam doch der Alkohol und die Bitternoten etwas deutlich zum tragen, so machte er einfach nicht soviel Spaß, aber zugegeben nach dem grandiosen „Sonnenglanz“ war es sicher nicht einfach.

2005 Gewürztraminer Pfersigberg Grand Cru Domaine Odile Weber 13,5%
Preis ab Weingut 10,50 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Die Grand Cru Lage ist von lehmig-kalkmergelhaltigen Böden geprägt. Er ergibt kräftige, opulente Weine, die perfekt für den Gewürztraminer sind Die Palette der Aromen reicht von Rosen und den Blättern, Blumen, Muskat, Quitten, exotischen Früchten (Litschi) , Zitronenverbene und Gewürze. Potential ab Ernte von 7 bis 10 Jahren.

Degustationsnotiz Armin:
Jetzt wurde es doch wieder deutlich frischer, schöne animierende Frucht, Litschi und Stachelbeere auch etwas von Orangen, bzw. vielleicht sogar Orangeat, ganz am Schluß dann auch etwas würzig, bittere Noten. Nach ein paar Schlucken blieb die Bitterkeit etwas hängen, kleines Fragezeichen blieb so.

2000 Gewürztraminer „Steingrubler“ Grand Cru Domaine Albert Mann 13,6%
Preis ab Weingut (Mai 2002) 14 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Der Name Steingrubler erinnert an die Sandgruben, die hier erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt sind. Der Weinberg „in der Steingrub“ wird erstmals 1487 erwähnt, und die Abtei von Marbach hatte hier zahlreiche Weinberge, die sich bereits seit Jahrhunderten besonderer Beliebtheit erfreuen. Der Steingrubler liegt bei Wettolsheim auf einem Südosthang in einer Höhe von 280 bis 350 Meter. Der Boden enthält Sand, Steine und Granitgeröll und ist ton- und kalkhaltig. Der obere Teil des Steingrublers, der sandiger ist, eignet sich besonders gut für den Riesling, der untere Teil, der reicher und kalkhaltiger ist, für den Gewürztraminer. Albert Manns Steingrubler Grands – Crus sind gute Lagerweine, haben eine klare, goldene Farbe und sind reich an fruchtigen Aromen. 94/100 Parker-Punkte, biodynamisch erzeugt.

Degustationsnotiz Armin:
Hier habe ich mir leider nicht mehr so viel notiert, der Wein war absolut Top, saftig, trinkig, da konnte man wunderbar reinschmecken, sich mit dem Wein beschäftigen, aber auch diesen einfach trinken. Zusammen mit dem Deiss vielleicht der beste Wein der Probe und ein würdiger Abschluss, bevor es dann ganz süß wurde.
Vielleicht hat ja der ein oder andere Teilnehmer hier noch genauere Notizen und stellt sie hier mit ein? Ich wollte einfach lieber genießen als notieren bei diesem Wein. Vielleicht auch nicht das schlechteste Fazit bei einem Wein.

Gemeinsam zum letzten Wein gab es dann eine selbstgemachte Tarte Tatin von Williamsbirnen.

2001 Gewürztraminer Pfersigberg Grand Cru Selection de Grains Nobles Domaine Odile Weber 13,5%
Preis ab Weingut: 32,00 €
Weininfos / Bewertungen von Weinkritikern etc.
Die Grand Cru Lage ist von lehmig-kalkmergelhaltigen Böden geprägt. Er ergibt kräftige, opulente Weine, die perfekt für den Gewürztraminer sind Die Palette der Aromen reicht von Rosen und den Blättern, Blumen, Muskat, Quitten, exotischen Früchten (Litschi) , Zitronenverbene und Gewürze. Potential ab Ernte von 7 bis 10 Jahren.

Degustationsnotiz Armin:
Auch hier leider keine Notiz mehr auf meinem Zettel, war aber mit der Tarte ein wunderbarer Abschluss eines tollen Weinabends.

Der Dank geht an Bernd und Gerhard für eine sehr spannende Probe mit höchst eigenständigen Weinen. Interessant, die doch sehr unterschiedliche Charakteristik im Vergleich zu deutschen Weinen, viel weniger vordergründige Primäraromatik, oft sehr vielschichtig und auch hochklassig. Das Elsaß lohnt ganz sicher wieder eine Entdeckung!

Der Dank geht zurück!

Da von einigen Weinen noch ein paar Schlucke übrig geblieben sind – der ein oder andere Kandidat hätte sicher mit Luftzufuhr noch mehr Brillanz gezeigt – werden wir die ein oder andere Degunotiz nachlegen. Alle Beteiligten der Probe dürfen natürlich sehr gerne ihre Kommentare abgeben, unser Roland hat das auf seinem immer wieder gern gelesenen Blog bereits getan.

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Silvanerprobe des Wein-Stammtisch RheinMain am Freitag, 1. August

Posted by Armin Maurer - Samstag, 2 August 2008

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Am Freitag Abend, den 1. August war es wieder soweit, der Stammtisch RheinMain traf sich zum Thema Silvaner, Schwerpunkt Franken, etwas Rheinhessen und Pfalz.


Bildquelle: Gila Müller

Für alle, die sich nicht durch den ganzen Text arbeiten wollen, hier das Fazit vorneweg:
Die Zukunft großer Silvaner liegt im Holz, die GG Weine konnten nicht voll überzeugen, die Basis machte dagegen durchaus Spaß.

Zu den Weinen:
1. Flight
Basisweine Kabinett und Gutsweine
2007 Silvaner Kabinett trocken Rödelseer Küchenmeister – Juliusspital

Wertungen von 80 bis 84, schöne, fruchtige Nase, am Gaumen Apfel und eine leicht bittere Note, die ich angenehm empfand, aber von einigen auch etwas kritisiert wurde. Dezent erdig, mineralische noten. Machte Spaß und Lust auf mehr.

2007 Silvaner Muschelkalk – Bickel-Stumpf
Wertungen von 78 bis 84P, wirkt schlanker, mineralischer, aber auch mehr von der Säure geprägt, die Frucht erinnert etwas an Citrus und gelbe Melone. Sicher etwas modernere Machart, kühl vergoren.

2007 Silvaner Gutswein – Keller (Rheinhessen)
Leider die erste kleine Enttäuschung, Wertungen von 78 bis 80 Punkte. Der Wein ist relativ stark von der Kohlensäure geprägt, wirkt sehr schlank, man kann auch sagen dünn, zitronig. Für mich auch ein leicht künstlicher Brausebonbonton. Für über 30jährige Reben und teilweise Ausbau im Holzfass irgendwie zu wenig.

2007 Silvaner Kabinett Homburger Kallmuth – Fürst Löwenstein
Wertungen von 76 bis 82P, Waldmeister, Kräuter, eher grüne Noten, herb-würzig. Für mich nicht schlecht, von manchen als zu abweisend beschrieben. Braucht vielleicht noch ein wenig?

Die ersten beiden Weine konnten gut als Essensbegleiter oder angenehme Trinkweine gefallen, von den letzten beiden hatte ich mir etwas mehr erwartet, insbesondere vom Keller.

2. Flight
Jg 2006 Spätlese vs. GG, lohnt sind die Mehrausgabe?
2006 Silvaner GG Escherndorfer Lump – Michael Fröhlich

Wertungen von 85 bis 87P, deutliche Steigerung gegenüber dem ersten Flight, deutlich dichter, kräftiger, mehr Schmelz, manche meinten mollig. Gute erdige Noten, etwas mineralische Komponenten, reife Frucht. Wurde von allen als GG eingeschätzt. Manche sagten allerdings, dass er nicht ihre Sympathie findet.

2006 Silvaner Spätlese „Marktweg“ – Pfirmann / Pfalz
Keine Wertung, der Wein wurde von einigen als nicht ganz sauber eingestuft. Kein echter Kork, aber nicht ganz klar. Schade. Von den anderen kamen Worte wie, straight, kernig, herb-würzig, mineralisch.

2006 Silvaner GG Julius Echter Berg – Juliusspital
Wertungen von 86 bis 89, viel Schmelz, wirkt aber auch etwas süß, Alkohol spürbar, aber noch eingebunden, Traminernoten, Rosen, Honig, schien von Botrytis geprägt. Durch die von allen wahrgenommene „Traminernote“ war eine Einschätzung ob GG oder ambitionierte Spätlese nicht ganz einfach. Nur wenige wollten sich festlegen.

2006 Silvaner LandArt – Weingut LandArt
Ein Newcomer aus Mainstockheim, noch im Nebenerwerb, auf alle Fälle ein spannendes Projekt. Wertungen von 75 bis 89. Dieser Wein wurde sehr kontrovers diskutiert, für die meisten war er zu unharmonisch, wenig trinkanimierend, auch die dezente Holznote wurde als störend empfunden. Für mich war der Wein sehr spannend, dunkle würzige Aromen, darüber eine klare Apfelfrucht, das ganze getragen von einer schönen frischen Säure. Sicher kein Gaumenschmeichler, vielleicht auch (noch?) nicht ganz harmonisch aber doch sehr spannend.

Fazit: die alkoholkräftigeren GG setzten sich durch, konnten aber keine ganz hohen Bewertungen erreichen. Von der Weinqualität am überzeugensten der GG aus dem JEB, allerdings wurde die „Traminernote“ von einigen kritisiert.

3. Flight
2005er Topweine
2005 Silvaner Spätlese TRIAS Randersackerer Marsberg – Schmitts Kinder

Wertungen von 84 bis 88, sehr dicht, leichte Süße, aber auch Noten von Grapefruit, im Abgang herbes Bitterl, an dieser Bitternote störte sich auch der ein oder andere, dieses war dann auch für die niedrigeren Wertungen verantwortlich. Der Wein war nicht schlecht, aber so langsam erwartete man mehr.

2005 Silvaner „S“ – Keller (Rheinhessen)
Wertungen von 78 bis 85P, Holz und Schmelz, wenig Frucht, herb wieder sehr zitronig, eher kurz, enttäuschend. Tja, mit Keller hatten wir an diesem Abend ziemlich Pech.

2005 Silvaner GG JEB – Juliusspital
Wertungen von 84 bis 90. Herbwürzig, deutlich mineralische Note, wieder Traminernoten, Rosenholz, zeigte Biss, keine Alterungsnoten, schöne Länge. Manch einer vermisste hier Spiel und Trinkanimation, für mich sind das nicht unbedingt Eigenschaften des Silvaner, deshalb vermisste ich sie nicht.

Wäre Keller nicht gewesen, hätte dieser Flight, gerade mit dem guten JEB vom Juliusspital durchaus zu gefallen gewusst, so war doch mancher etwas enttäuscht.

4 Flight Terroirvergleich Ruck vs Sauer
2006 Silvaner Spätlese JEB – Sauer

Wertungen von 84 bis 86. Sehr saftig, erfrischende Primärfrucht, sehr klar, süffig, eher helle Früchte. Aber doch auch wieder diese leichten Noten von Anis, Rosen und Lindenblüten. Damit tippten alle auf Sauer und den JEB.
Jetzt gab es einige, die die „Traminernoten“ beim Juliusspital nicht mehr negativ sahen, sondern eben als typisch für den JEB. Meine Wertung waren hier zum erstenmal die niedrigsten, mir ist der Wein viel zu primärfruchtig.

2006 Silvaner GG JEB – Ruck
Noten von 83 bis 89, spontan-würzig, Rosen, Lindenblüten, Anis, schön kräftig, muskulös, nur leider etwas kurz. Dies war auch der Grund für die 83P bei einem Verkoster. Fast alle tippten auf JEB und Ruck

2006 Silvaner Spätlese Escherndorfer Lump – Ruck
Noten von 82 bis 88, eher würzige Noten auch leichter Spontistinker, aber viel frischfruchtiger als der vorherige Wein, auch blumig florale Noten. Frische Säure, mineralisch-frische Noten. Alle tippten auf den Lump, nur beim Winzer war man sich nicht so sicher, Hälfte Sauer, Hälfte Ruck.

2006 Silvaner Spätlese Escherndorfer Lump – Sauer
Wertungen 84 bis 88, kühl-mineralisch, sehr klar, „Bergbach“, Minze, wieder blumig-florale Noten, elegant, gute Länge. Von fast allen als sehr trinkig und schön eingestuft, aber doch auch ein klein wenig zu eindimensional. Jetzt revidierten doch einige ihre Aussage zum Winzer vom vorangegangenen Wein, fast alle sagten nun Sauer und Lump.

Interessant zu sehen, dass die Lage doch bei beiden Winzern erkennbar war, interessant auch, dass der Stil des Hauses auch etwas mit der Paradelage zu tun hat. Hansi Ruck mit seinem JEB, der eher dunkle, würzige Töne zeigt, geht den spontanen Weg, Horst Sauer mit seinem Lump, der mit seinen hellen, floralen Noten erkennbar ist, geht den Weg Reinzuchthefe, kühle Gärung eigentlich passend zum Stil der Lage. Beide Winzer hatten bei „ihrem“ Wein die deutlich besseren Noten bekommen.

Dieser Flight zeigte sich sehr interessant, spannend ein solcher Vergleich von Winzer und Lage.

5 Flight Silvaner aus dem Holz

2007 Silvaner „vom Holzfass“ Bürgstadter Centgrafenberg – Stich

 

Wertungen von 84 bis 92P. Holz spürbar, aber je mehr Luft der Wein bekommt, desto besser baut es sich ein, unheimlich schmelzig, feste Struktur, frische Säure, durchaus frische Frucht nach reifen gelben Äpfeln. Nach hinten hin sehr mineralische einige nannten salzige Noten.
Ein sehr spannender Wein, zuerst von vielen abgelehnt (G.L. „untrinkbar“), aber je mehr man sich mit dem Wein beschäftigt hat und je mehr positive Meldungen kamen, desto begeisterter wurde die Runde. Wer allerdings Probleme mit dem Holz hatte, wertete niedrig. Die allermeisten Wertungen lagen allerdings bei 87+, 88+, 89+, zwei bei 91 und bei 92P

2006 „Erdrauch“ Silvaner – Weingut LandArt
Wertungen von 81 bis 88P, dieser Wein scheidete wieder eher die Geister. Toffeenoten, Karamell, gleichzeitig eher herb und straff, wirkte dadurch ein wenig unharmonisch. Bräuchte der Wein mehr Luft? Auch mich ließ er etwas ratlos zurück, einerseits fand ich ihn sehr spannend, eigenständig, aber andererseits fehlte mir die Trinkanimation und das Geschmeidige.

2006 Silvaner „Crossover“ – VDP Weingut Bickel-Stumpf

Wertungen von 82 bis 89P, wieder war es der Holzeinsatz der manche zu niedrigen Bewertungen führte, wer mit dem Holz gut klar kam gab höhere Noten, dies war das Gros der Teilnehmer.
Wirkt etwas schlanker als der „vom Holzfass“ von Stich, zeigt schönes Spiel, feine mineralische Noten, die Frucht erinnert eher an gelbe Früchte, z.B. Pfirsich. Sehr schön schmelzig, gute Länge.

 

Interessant dass von den Probenteilnehmern der Holzeinsatz anders eingeschätzt wurde als er tatsächlich ist. Bickel-Stumpf wurde am wenigsten Holz zugeschrieben (tatsächlich hat er 1/3 neu, 1/3 2.Belegung, 1/3 3. Belegung, alles Barrique), dann LandArt (tatsächlich großes Holz plus Barrique), dann Stich ( Ausbau nur im großen Holz)

Der letzte Flight gab den süßen Ausklang
2007 Silvaner BA Sommeracher Katzenkopf – Winzerkeller Sommerach

Perfekte Balance von Süße und Säure, dabei viel Druck, Konzentration, die Säure lässt den Wein aber nicht übermäßig schwer wirken, auch nicht übermäßig süß. Zur Feier dieses genialen Weins machten wir noch ein Glas Foie Gras auf! Leider wollte keiner mehr Punkten sondern nur noch genießen. Aber sicher ein Wein deutlich in den 90ern!

2007 Silvaner TBA Sommeracher Katzenkopf – Winzerkeller Sommerach
Jetzt lief ein Elixier ins Glas, sehr ölig in der Konsistenz, enorm konzentriert, sehr süß, sehr viel Power. Für uns nach 20 Weinen und zum Abschluss fast schon zuviel. Die BA war der spaßmachendere Wein, darum für mich an diesem Abend der schönere.

Bei diesen beiden Weinen wollen wir uns auch noch gerne beim Winzerkeller für die freundliche Unterstützung bedanken!

Alles in allem war das doch eine gelungene Probe, leider konnte Rheinhessen mit Keller nicht ganz halten was wir uns versprochen haben, einige sagten Wittmann und Wagner-Stempel wären deutlich stärker gewesen, tja das wird ein anderer Abend zeigen müssen.

Sehr spannend allemal die Performance der im Holz ausgebauten Weine, hier zeigt sich durchaus eine burgundische Charakteristik des Silvaners, ich denke dass dies der Weg bei den Silvaner-Topweinen sein muss. Hat man sich einmal an das Holz gewöhnt, gewohnte Geschmacksmuster überwunden, konnten die Weine überzeugen. Sieger der Probe war für uns der Silvaner „vom Holzfass“ vom Weingut Stich.

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Rhein-Main Weinrunde – next Generation Vol. 03 – Bordeaux Blends aus aller Welt

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 12 April 2008

Am 4.4.2008 traf sich die Frankfurter Weinrunde zum 3. Mal. Diesmal war das Thema „Bordeaux Blends aus aller Welt“ im Restaurant „La Taverna“ in Frankfurt-Nied.

Da bei K&M Gutsweine die Lokalität durch den kurzfristigen Besuch des Winzers Philippe Gilbert (Domaine Philippe Gilbert, eindrucksvolle Weine aus Menetou-Salon (Sancerre-Nachbar), man hat uns bekniet, die Weine zu importieren, ist im Gange, Bericht folgt) belegt war, zogen die 9 Teilnehmer kurzfristig in die Trattoria „La Taverna“ um.

Organisator Simon Klaiber hat das Treffen auf seinem Blog zusammengefasst.

Das nächste Treffen ist dann vorraussichtlich am 16.05.08

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Rhein-Main Weinrunde – next Generation Vol. 02 – 20 Jahre Chateauneuf du Pape

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 20 März 2008

Liebe Weinfreunde,

am 07.03.08 gab es ein weiteres Stelldichein der Rhein-Main-Weinrunde bei K&M Gutsweine. 20 Jahre Chateauneuf du Pape war das favorisierte Thema.

Armin hat schon bei Talk about Wine etwas geschrieben:

Am 07. März trafen wir uns in unserem Laden in Frankfurt in der Hamburger Allee zum 2. RheinMain Weinstammtisch. Das Thema war Chateauneuf du Pape. Ich hatte beim Bayerntalk schon einmal etwas vorgeprobt.

Der erste Wein war ein Weißwein:
1998 Domaines du Caillou blanc
Dezentes Holz, leicht würzig in der Nase, eher zurückhaltend, Kräuter wie Thymian, Orangenzesten und Bienenwachs, auch im Mund merkte man dem Wein schon eine gewisse Reife an, was dann auch ein wenig zu Diskussionen Anlaß gab ob der Wein so noch gut oder doch schon eher auf dem absteigenden Ast sei. Für mich war das noch stimmig, gleichwohl ein wenig mehr Frische hätte im schon gut getan. für mich noch 89P

Dan kamen die Roten:
1988 Raymond Usseglio
Ganz leichter Stinker in der Nase, dann Holunderbeeren und rote Waldbeeren (Walderdbeere), leicht süßliche Frucht (Grenache). Nach einigen Minuten hatte man den Eindruck der Wein fängt an zu verlieren. Im Mund kam er mir etwas scharf vor, wirkte auch schon etwas gezehrt, dezenter Portton. Keine Benotung mehr. Man hätte den Wein doch schon etwas eher seiner Bestimmung zuführen sollen.

1995 Chateau La Nerthe
Schöne klare Farbe, Granatrot. Wieder nur ein dezenter Stinker, etwas likörige Noten, Kakaopulver, auch ein wenig strenge Noten in der Nase. Im Mund kam er recht kernig rüber, fast noch verschlossen wirkend, Holunder aber auch Schlehe erkannte ich erst danach euch rote Beeren. Insgesamt etwas streng und nicht wirklich trinkanimierend. Deshalb 87+

1996 Clos de Papes
Etwas heller in der Farbe, leicht animalische Noten, dazu kommen frische, kühle Noten, auch in der Nase mineralische Noten, vielschichtig. Erinnerte einige an Steinstaub. Nach dem Schwenken wird die Frucht etwas deutlicher, treten die mineralischen und kühlen Noten etwas zurück. Im Mund schöner Erdbeerton, leicht süße Beerenfrucht, leider im Abgang etwas scharef Noten, wobei es weniger eine Alkoholschärfe zu sein scheint, auch leicht bitter. Durch das Ende leider nicht ganz überzeugend. Noch 87P

1998 Chapoutier „La Bernadine“
Leichter Orangestich am Rand, in der Nase sehr kirschfruchtig, eher üppig und weich, rund, samtig. Im Mund kommt Räucherspeck, würzig-rauchige Noten. Sehr rund und trinkanimierend, hedonistischer Wein. Vielleicht etwas zu rund? 89-90P

1998 Domaine de la Janasse „Cuvee Chaupin“
Granatrot im Glas, in der Nase eher dunkelbeerig, auch Schwarzkirsche. Etwas Likör. Wirkt süß im Mund, sehr konzentriert, dicht, wobei er immer gerade am überkonzentrierten oder gar marmeladigen vorbeischrammt. Irgendwie am Rande des noch Guten, trotzdem man kann da nicht mehr ganz von Trinkanimation sprechen. Schöner Kaminwein für kalte Winterabende. 91P

1998 Domaine Pegau
Stinker, sehr animalisch, trübe Farbe, Gewürzbrot, Patschuli, im Mund scharfe Säure, ganz leichtes „Bizzeln“, war wohl ein Flaschenfehler, was bei diesem Weingut wohl schon häufiger vorkam. keine Wertung

1998 Pierre Andre
Ein Bioerzeuger und diese Assoziation kam mir auch sofort in der Nase. Irgendwie haben viele biodynamische aber auch Bioweine so eine leicht morbide Nase scheint mir in letzter Zeit, ich meine das häufig zuordnen zu können. Eine fast überreife Frucht in der Nase. Im Mund geht dann aber die Post ab, enorm fokussiert, dicht und doch elegant, enorm präsent, wunderbar straff, sehnig, kein Fett aber viel Kraft. Die Frucht ganz frisch, eher helle, rote Frucht, perfekt reif. Für mich in diesem Moment ganz großes Kino. Soll man da ganz in die vollen gehen, naja ich halte mich etwas zurück und sage 96P

2000 Domaine Pegau Cuvee Reserve
Wirkt sehr jung, ganz feinkörniges Tannin, ein Kollege schreibt da gerne „Trinkseide“ hier passt es auch wegen der leicht kühlen, ätherischen Noten. Etwas Mon Cherie aber nicht unangenehm. Sehr mundauskleidentes Tannin, wirkt aber trotzdem im Moment eher noch schlank, auch verschlossen. Noch ganz am Anfang aber schon sehr gut. 93++P

2003 Benedetti
recht trüb im Glas, wirkt sehr frisch und kühl. Im Mund Stilansatz von Erdbeere, etwas grün. Wenig Nachdruck, konnte mich nicht wirklich überzeugen 84P

2003 Domaine Roger Sabon Cuvee Reserve
Recht streng, dunkelbeerig, Schehe, im Mund irendwie leer – Korkschleicher? ohne Bewertung

2004 Domaine Roger Sabon Cuvee Reserve
wunderschöner Stinker, amn kannn es nicht anders sagen , Holunder und Schlehe, sehr dichtes, festes Tannin, durch das man den Wein nur bedingt wahrnimmt. Doch noch sehr jung, dadurch auch irgendwie schlank. Macht so noch keine wirklichen Spaß eine echte Trendwertung kann ich aber auch nur sehr schwer abgeben, so sage ich 89++P (das kann noch ganz hoch gehen, mir fehlt hier aber die Erfahrung)

2005 Domaine de la Barroche „Fiancee“
sehr dunkle Frucht, mächtig, ganz dicht, sehr konzentriert, Heidelbeere, Blaubeere aber auch etwas Veilchen schwingt mit. Natürlich auch hier viel zu jung, aber irgendwie macht das doch auch Spaß in dieser Konzentration und Dichte. Powerwein 93++P

2005 Domaine de la Barroche „Pure“
Hier muss ich gestehen, ich habe keine Notizen mehr Aber die Flasche war am Ende leer, schlecht kann er nicht gewesen sein.

So eine Ch9dP-Probe fordert doch ihren Tribut.

Wie immer meine Punkte mit Vorsicht zu genießen, ich mach das ja nicht ganz so gern und auch noch nicht so oft.

Der absolute Sieger für mich an diesem Abend der 1996er Pierre Andre, was für ein schöner Wein, im nachhinein hätte er vielleicht sogar noch ein paar „hedonistische Trinkvergnügen auf hohem Niveau Punkte“ mehr verdient.

Alles in allem manchmal schon anstrengend Angesichts des Alkohols aber auch wieder großartige Weine dabei. Es hat wieder viel Spaß gemacht und wir freuen uns auf RheinMain 3 im April, mit Bordeaux-Blends aus aller Welt.

Auch unser „Hausfotograf“ Düsenschrieb.de alias Roland hat in die Tasten gegriffen:

Bilder und seine Eindrücke findet ihr hier:

Das nächste Mal stehen Bordeaux-Blends auf dem Programm, wir werden wieder berichten!

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Rhein-Main Weinrunde – next Generation Vol. 01

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 9 Februar 2008

Liebe Wein- und Genussfreunde,
vergangenen Freitag (01.02.2008) traf sich die neue Runde RheinMain zum WeinStammtisch zum ersten Mal bei Bernd und Armin von K&M Gutsweine, die freundlicherweise die Räumlichkeiten ihrer Weinhandlung zur Verfügung gestellt haben. Initiert wurde die Runde von Hans Bergmann, dessen Aufruf bei Wein-Plus große Resonanz fand. Jeder brachte einen Wein mit, der ihm etwas bedeutet oder mit dem er etwas besonderes verbindet. Hier ein paar Eindrücke, zusammengefasst von Armin:

Den Start machten zwei 2006er Rieslinge von zwei bekannten Erzeugern des Anbaugebiets Mosel, die aber eher für eine neuere oder retro Interpretation stehen.

2006 Riesling Schieferterrassen – Heymann-Löwenstein
Stand sehr saftig, fruchtig im Glas, gelber Pfirsich war riech- und schmeckbar. In der Nase auch ein kleiner „feiner“ Stinker, der aber schon nicht mehr wirklich störend war. Im mittleren Teil dann auch eine sehr feste, mineralische Struktur, die auch den Abgang trägt und ihm Länge gibt. Vielleicht etwas mehr Süße als von den Schieferterrassen gewöhnt, die Süße wird aber durch die spürbare Süße wieder gut aufgefangen. Alles in allem durchaus typischer barocker Schieferterrassen, der eine sehr schöne Harmonie ausstrahlt.

2006 Saar-Riesling – van Volxem
Aus meiner Sicht kam man hier mit dem Jahrgang nicht ganz so gut zurecht. Der Wein zeigte sich deutlich herb-würzig mit nur wenig Frucht. Auch der Alkohol war ganz leicht spürbar, auch Bitternoten waren erkennbar, meine Vermutung da könnte etwas Botritis dabei gewesen sein. In der Mitte zeigt der Wein ein kleines Loch und zum Ende hin kommt wieder ein süßes Schwänzchen hoch. Insgesamt jetzt nicht wirklich harmonisch, ob sich die Harmonie mit der Zeit noch finden wird? Mit Luft hat der Wein doch noch gewonnen, allerdings blieb die Bitternote hängen, was mich wieder etwas skeptisch macht. Der 2005er hat mir da deutlich besser gefallen.

Irgendwie zeigte sich wieder, dass HL seinen Stil schon gefunden hat und souveräner auf Herausforderungen wie den Jahrgang 2006 reagiert. Bei van Volxem spürt man immer das Wollen, manchmal wirken die Weine dadurch etwas „gemacht“ und angestrengt. Trotzdem denke ich, dass man dort mit dem gezeigten Ehrgeiz seinen Weg gehen will und Reinhard Löwenstein hat halt auch schon ein wenig zeitlichen Vorsprung.

danach kam ein klassischer Erzeuger aus dem Rheingau:

2004 Charta Riesling Kabinett – Weingut Knyphausen
Ein Traditionshaus, das aber im Moment nicht unbedingt in der ersten Reihe segelt. In der Nase ein wenig verschlossen, wenig Frucht, dezent Petrol und auch leicht oxidierte Aromen. Auch im Mund eher würzig und gereift, für einen gut dreijährigen vielleicht doch schon etwas zu viel Reifenoten. Dafür war die Textur sehr schön, stoffig, feinkörnig. Fast schon ein rotweinartiges Gefühl. Gegen Ende zeigt sich dann eine recht kernige Säure, die durchaus nicht untypisch für den Jahrgang und den Rheingau ist.

08_02_02_weinrunde.jpg

Damit waren die Weißen verkostet und wir kamen zu den Rotweinen. Den Anfang machte hier ein interessanter Biowein aus Rheinhessen:

2005 Blauer Portugieser Selection – Weingut Arnd F. Werner
Nicht dekantiert. Brauchte etwas im Glas um Frucht zu entwickeln, man erkennt dunkle Früchte, recht konzentriert, auch im Mund dunkle Früchte, würzig, konzentriert. Dichtes Tannin, auch leicht bittere Noten. Mir erschien der Wein ein wenig gemacht und erinnerte mich an den den Stil von Markus Schneider. Sicher nicht die schlechteste Referenz, mir persönlich sagt dieser Stil nicht so sehr zu.

2006 Dolcetto d‘ Aqui „Mas de Garon“ – Campazzo
Der nächste Rote kam von einem kleinen Weingut aus dem Piemont. Die Rebsorte Dolcetto hat dort erst in den letzten Jahren größere Aufmerksamkeit erhalten, früher waren Weine aus dieser Rebsorte eher bäuerliche Alltagsweine. Ganz kann sich auch dieser heir nicht davon lossagen, eher schlank im Mund, trotzdem mit einer kräftigen Säure und einem festen Tannin ausgestattet würde ich den Wein eher zum Essen als zum so trinken einschätzen. Die gleichzeitig vorhandene frische, animierende Frucht gab dem Wein aber doch etwas elegantes und auch trinkanimierendes. Auf alle Fälle ein Wein der Typizität zeigt und mir richtig Spaß gemacht hat.

Beim nächsten Wein stand ich mit der Meinung ein wenig allein, zumindest was das Bouquet betraf.

1998 Corbieres rouge – Domaine de Villemajou
Für mich sehr animalisch im Duft, Pferdeschweiß, Stall das ganze südfranzösische Programm. Für mich schon nicht mehr einladend, andere am Tisch nahmen diese herb-würzigen Aromen nicht so negativ war.
Im Mund zeigte der Wein dann aber eine durchaus vorhandene reife Frucht, dunkle Beeren, Schlehe, ein wunderbar feinkörniges Tannin, mundfüllend, gegen Ende auch etwas Schärfe und Menthol. Alles in allem sehr spannend und im Mund auch sehr gut, allerdings mit der Nase habe ich halt mein Problem.

Dann kam ein kleiner Höhepunkt dieses schönen, anregenden Weinabends:

1988 Fotalloro – Fattoria di Felsina
Ein Wein der sicher zu den bekannten, berühmten Tropfen des Chiintigebiets gezählt werden kann. In der Nase leichte Reifetöne, etwas oxidativ, leicht heller Rand im Glas. Im Mund begeisterte ein wunderbarer Schmelz, die sangiovesetypischen dezent morbiden Noten, auch Veilchen, Kirsche und etwas dunkle Edelschokolade. Enorm elegant in sich ruhend. Ein Wein der eindrucksvoll zeigte, dass Sangiovese durchaus reifen kann. Für mich schon ganz leicht auf dem absteigenden Ast, wenn auch immer noch auf exzellentem Niveau, andere am Tisch fanden ihn so ideal.
Auf alle Fälle ein grandioser Sangiovese und ein tolles Erlebnis!

Von einem Händler für 12,80 EUR angeboten, in Frankreichs Supermarkt-Kette Cora für knapp 7 EUR gesichtet, dass musste natürlich überprüft werden.

2000 Beaune 1er Cru „Les Vignes Franches“ – Chateau Chorey les Beaune
sehr schöner Duft, elegant feine rote Früchte, auch im Mund rote Johannisbeeren und Kirsche, klassische Pinotfrucht, allerdings fehlte etwas die Struktur für einen guten Burgunder, auch franste der Wein nach hinten etwas aus und die Lämge war auch nicht sehr gut. Alles in allem kein schlechter Wein aber doch eher als Alltagswein und weniger das was ich von einem Premier erwarte.

dann kam ein alter Bekannter für mich

bild3.jpg

2002 Nero d´Avola Terra delle Sirene – Az. Agr. Do Zenner
Vor ca. 2 Jahren war das eine echte Entdeckung auf einer Sizilienprobe und für mich damals der beste Wein des Abends vor vielen bekannteren großen Namen.
Auch am Freitag bestach der Zenner wieder mit Eleganz und einer mineralischen Art. Die Frucht erinnerte mich an Kirsche, dazu kam dunkle Schokolade auch leicht würzige Noten, komplex. Allerdings ganz die Qualität der Probe damals konnte er aus meiner Sicht nicht erreichen, die Säure war mir fast ein wenig zu kernig und etwas mehr Kraft und Nachdruck am Gaumen hätte ich mir auch gewünscht. Trotzdem war das wieder eine schöne Begegnung mit diesem Wein.

Den nächsten Wein brachte ich mit:

2001 Limberg 1 – Weingut Bercher
Der 01er Limberg war der Jungfernjahrgang des Limberg, eine Cuvee aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Lemberger, Spätburgunder. Auch jetzt nach über 7 Jahren zeigt sich dieser Rotwein noch recht frisch und von einer üppigen Frucht bgeprägt. Diese Frucht zeigt sich aber überhaupt nicht kitschig, bonbonhaft oder gar marmeladig. Natürlich schmeckt man Cassis auch etwas Brombeere, allgemein dunkle Beeren, immer noch eine feste Struktur, nachhaltig, eingebunden in eine schöne Tanninstruktur. Im Gegensatz zu meiner Erinnerung (habe den Wein seit ca. 2 oder 3 Jahren nicht mehr getrunken) zeugt der Wein jetzt aber auch eine dezente Note von grünem Paprika, was mir nicht ganz ideal erscheint.
Ein wirklich überzeugender Rotwein auf Cabernetbasis und gerade auch für den Jungefernjahrgang schon mehr als gelungen. Die letzte Flasche dieses Weins wird jetzt noch ein paar Jährchen in meinem Keller liegen bleiben.

1999 Nardo IGT Toskana – Tenuta Montepeloso
Nach Aussage des Mitbringers ein hoch gehandelter Supertuscan, ich muss gestehen, dass ich den Wein bisher nicht kannte.
Deutliche Cocosnoten, dann Kirsche und Säure, nach hinten raus entwickelte sich noch eine schöne Cabernetfrucht, etwas Cassis und etwas Brombeere. Gute Struktur, auch das Tanningerüst konnte überzeugen. Allerdings dieser dominante Cocoston gefiel mir nicht. Dieser blieb auch mit Luft erhalten. So für mich nicht ganz überzeugend.

Und zum Abschluss gab es dann auch noch etwas Süßes, eine kleine Besonderheit aus dem Madiran, einen aufgespritteten Tannat.

2002 Maydie – Chateau d‘ Aydie
Ich muss gestehen, dass ich mir hier nicht mehr viel notiert habe, um ehrlich zu sein, gar nichts mehr, ich habe den Wein schlicht nur noch genossen, dazu gab es ja beim ersten Treffen auch noch ein wenig zu reden. Der Wein war aber mehr als gelungen, wunderschöne Balance von Süße, herbem Tannin und überbordender Frucht. Wirklich klasse, das meinten wohl auch andere, so mußte die zweite Flasche auch noch geöffnet werden.

Ich kann nur sagen, dass mir diese neue Runde sehr gut gefallen hat, interessante, sympathische Leute und spannende Weine. Weil es auch schon einige Themen für Folgeveranstaltungen gibt, sieht es gut für eine/mehrere Wiederholungen. Darauf freue ich mich schon sehr.

Weitere Eindrücke in Text und Bild bei Düsenschrieb, der uns auch freundlicherweise die Fotos zur Verfügung stellte.

Eine Diskussion über die Weine kann hier geführt werden, wir alle freuen uns auf rege Beteiligung.

Fixiert haben wir im ersten Schritt unser nächstes Thema „Chateauneuf-du-Pape“ mit Termin am 07.03.2008 um 19:30 Uhr, wieder im Weinladen von Bernd und Armin.

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