K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Archive for the ‘Probeflaschen-Tasting’ Category

Über die Zeit sammeln sich recht viele Probeflaschen an, Proben, die wir teils unaufgefordert zugeschickt, teils aber auch ganz gezielt angefordert haben. Da sammelt sich doch recht viel an. Und nicht immer nimmt man sich „die Arbeit mit nach Hause“. So laden wir dann gezielt Menschen ein, Profis, Freaks oder aber auch Kunden, und lassen uns deren Meinung kundtun, denn nicht was uns gefällt, gefällt auch Ihnen.

2007 Chablis Premier Cru Fourchome Domaine Vrignaud

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 7 Februar 2010

Bereits seit 2 Tagen geöffnet, zeigt sich der Wein heute von seiner schönsten Seite.

2007 Chablis Premier Cru „Fourchaume“ 13% Alk.
Domaine Vrignaud
89800 Fontenay-Prés-Chablis 

Hier gibts vorbildliche Infos zum Wein ab Winzer
http://www.domaine-vrignaud.com/uk-chablis-fourchaume-domaine-vrignaud-vins-chablis-bourgogne.html

Fiche technique Chablis 1er cru fourchaume

Der Fourchaume stammt von einem etwas 4 Hektar großen Gebiet in Vaupoulent. Klassiche Chablis-Nase nach Salzwasser, leicht grünen Früchten, auch würzige und florale Eindrücke. Am Gaumen geprägt von einer gewissen Strenge, straffe Säure, trocken, es blitzt immer wieder eher Feuerstein-Mineralität durch, dazu wecken Noten von Zitronen Erinnerungen an meine Kindheit, als wir Lutscher gleichen Geschmackes beim Bäcker unseres Vertrauens kauften. Daneben hat der Wein ein sehr abwechslungsreiches Spektrum an Früchten, immer mal wieder bltzen reife Mirabellen durch. Mittlere Kraft, durchaus mit guter Balance, Hat sicher noch Potential, ich würde 89/100 Punkte vergeben. Potential bzw. Trinkvergnügen 2010-2012+

Preis: Fehlanzeige, laut Google kein Händler in Deutschland. Woher meine Flasche stammt, muss ich auch erstmal recherchieren;-)

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Coup de Coeur 2010 – Chablis 2007 Dom. Fevre

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 3 Februar 2010

Heute abend im Glas: 

2007 Chablis AOC von Nathalie & Gilles Fevre, ein Wein, der in Frankreichs wichtigstem Weinführer „Guide Hachette 2010“ als „Coup de Coeur“ (Lieblingswein der Verkoster) ausgezeichnet wurde. Die Flasche stand schon einige Wochen auf unserem Verkostungstisch, während der Vorweihnachtszeit hatten wir für eine dem Wein gerechte Verkostung nicht die Zeit, aber nachdem nun Tauwetter eingesetzt hat und die Temperaturen sich wieder im Plusbereich bewegen (der Frühling also quasi vor der Tür steht) hatte ich einfach Lust auf einen erfrischenden Weisswein. Chablis wird mich in den nächsten 8 Wochen öfters beschäftigen, denn immer wieder kommt von unseren Kunden die Nachfrage nach dem Klassiker aus den Winzerkellern Burgunds, so dass ich auf meiner Reise im März zu den Verkostungen der „Grand Jour de Bourgogne 2010“ auch einige Weingüter besuchen werde. Einige Weine, z.B. von Alain Gautheron oder der Domaine Felix konnte ich in den letzten 2-3 Jahren immer wieder mal probieren, deren Stilistik hatte mir sehr gut gefallen. Auch der heutige Chablis reiht sich nahtlos in diese Favoritenliste ein.

2007 Chablis AOC
Domaine Nathalie & Gilles Fevre
100% Chardonnay; 12,5% Alk.
ROUTE DE CHABLIS89800 FONTENAYPRESCHABLISTEL : (+33) 3 86 18 94 47
EMAIL : fevregilles@wanadoo.fr

Dieser Chablis stammt aus Parzellen des Dorfes Fontenay-Près-Chablis. Die Reben stehen auf Kimmeridge-Kalk und sind im Schnitt erst 15-20 Jahre jung.

Degustation vom 3.2.2010:
Die Farbe ist ein nicht allzu kräftiges Gelb mit leicht goldenen Reflexen. Am Gaumen ein schöner, recht dichter Auftakt, schmelzig, dann jedoch übernehmen reife Säure, Zitrus und dezent gelbe Früchte mit einem Hauch Exotik und weißen Früchten den Takt. Im Hintergrund deutliche Kalk-Mineralität, die den Wein auch in eine gutes, mittellanges Finale trägt. Insgesamt ein Wein der frischen, saftigen Art, der für einen Basiswein eine schönen Auftakt darstellt. Kann man sehr gut alleine trinken, macht aber sicher auch zu Gerichten mit Meeresfrüchten, Geflügel oder Kalbfleisch eine gute Figur.  

Punkte: 85/100 (guter Wein) 

Dafür würde ich ausgeben wollen: max. 10-12 € inkl. MWST

Preisspanne von Anbieter, die nach Deutschland liefern (Google-Recherche):
11 € – 16 € (2 Anbieter gefunden)

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NEU bei K&M: Pugnitello – eine toskanische Entdeckung!

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 1 November 2009

Pugnitello – die vergessene Rebsorte der Toskana

Sassicaia, Ornellaia, Tignanello etc. etc. Wer kennt sie nicht, die sogenannten Supertuscans. Prestigeweine aus der Toskana, die Anfang der 80er bis Ende der 90er und auch teilweise noch heute für einen nie da gewesen Hype um toskanische Weine sorgten. Weine, die den starren Regeln der Produktion entfliehen und in Konkurrenz (auch preislich) zu Weinen aus dem Bordeaux und Übersee treten wollten und auch traten. Nur eines vergaß man dabei. Ein Großteil dieser Weine spiegelte in keiner Weise den toskanischen Weinbau wieder, zu viele „importierte“ Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon und andere gaben in diesen Cuvées sensorisch den Ton an. Von Sangiovese, Canaiolo, Ciliegiolo oder gar Terroir war in diesen Wein wenig bis nichts zu spüren, dennoch waren sie für die Entwicklung einer ganzen Region und die Rückbesinnung auf die Tradition des toskanischen, ja des ganzen italienischen Weinbaus enorm wichtig.

Denn bereits während dieser Phase waren visionäre Köpfe nicht untätig. Leonardo Bellacccini, Weinmacher der Az. Agr. San Felice, ganz im Süden des Chianti Classico in Castelnuovo Berardenga gelegen, legte Mitte der 90er Jahre in einer Versuchsparzelle uralte Rebsorten der Region zu Experimentierzwecken an. Eine davon war die Pugnitello, eine autochthone blaue Varietät, die selbst als Komplementärtraube zum heimischen Sangiovese nur selten verwendet wurde und kaum noch vorkam. Bellaccini war schon damals vom Potenzial dieser Traube überzeugt: Kleine Rappen, nicht zu dicht mit Beeren besetzt, dicke und resistente Schalen, geringer Ertrag pro Stock und zeitige Reife versprachen einen charaktervollen, langlebigen Rotwein zu ergeben.

1992 waren die ersten 1000 Pugnitello-Reben in einem gerade mal 0,3 Hektar großen Rebberg auf San Felice ausgepflanzt worden. 2006 kam das erste Ergebnis auf den Markt: der erste nach einer Reihe bereits vinifizierter Jahrgänge wirklich marktfähige, sortenreine Pugnitello. Herrlicher Duft nach Waldbeeren, Noten von Brombeeren und Tabak, am Gaumen füllig und rund, besitzt viel Charakter, betört mit seiner Saftigkeit und Eleganz, wirkt aber auch noch jung und ungestüm.

Aus welchen Gründen auch immer existierte nach unseren Recherchen bis 2009 kein weiterer, fast sortenrein ausgebauter Pugnitello. Auf der Biofach 2009 in Nürnberg jedoch lernten wir die Weine der 40 ha (16 ha Wein) kleinen Podere Poggio al Gello kennen. Das Weingut liegt im hügeligen Terrain der DOC Zone Montecucco im Süden der Toskana – Maremma genannt.

Montecucco ist eine relativ neue Appellation, grenzt in unmittelbarer Nachbarschaft an die weltbekannten Brunellos aus Montalcino und zieht sich westwärts Richtung Küste. Flächenmäßig ist sie etwas größer als das Chianti Classico, und mehrere male so groß wie das Brunellogebiet, mit erheblichen Schwankungen in Topographie und Bodenart. Landeinwärts sorgen die Flanken des Berges Monte Amiata für hügeliges Gelände, während es Richtung Küste deutlich flacher und auch wärmer wird. Diese klimatischen Unterschiede führen auch dazu, dass – im Unterschied zu Montalcino, dessen Flagschiffe ausschließlich nur aus der Sangiovese-Traube vinifiziert werden dürfen -, die Montecucco DOC Weine signifikante Abweichungen in der Cuvée-Zusammenstellung enthalten.

Ein Monteccucco DOC Rosso muss zu 60% Sangiovese enthalten, die restlichen 40% dürfen nur durch rote einheimische Rebsorten wie Canaiolo oder Colorino, aber auch durch Fremdsorten wie Cabernet oder Merlot ergänzt werden.

Ein Montecucco DOC Sangiovese muss zu 85% aus der Sangiovese-Traube bestehen, der Rest darf aus allen roten zugelassenen Rebsorten ergänzt werden und ähnelt so in gewisser Weise dem Chianti Classico.

Poggio al Gello

Poggio al Gello

In diesem von Touristenströmen abseits gelegenen, herrlichen Landstrich in der Provinz Grossetto produzieren Giorgio und Alda Chiarini Nelli eine kleine Menge an hochwertigen Weinen und Olivenöl in limitierter Anzahl. Seit fast 20 Jahren sind die beiden dabei, alte einheimischen Reben in der Toskana zu finden, sie aus der Vergessenheit zu holen und wieder in den Fokus des Verbrauchers zu bringen. Im Jahre2004 pflanzten Giorgio und Alda gemäß ihrer Philosophie, Weine der Region zu fördern, ca. 2000 Pugnitello Reben in einer privilegierten Zone mit idealen klimatischen und geologischen Bedingungen.
Die Beeren sind klein und fest und dadurch ziemlich resistent gegen den echten und falschen Mehltau. Die Weine sind kräftig, haben hohe Polyphenolwerte und eine gute Säure. Sie sind wie geschaffen für den Barriqueausbau und entwickeln hohe Eleganz bei guter Struktur.

2007 stand die erste Ernte an, gerade einmal 300 nummerierte Flaschen des 2007er „Pugnitello del Piaggione“ wurden Anfang 2009 abgefüllt. Nachdem uns dieser Wein auf der Biofach 2009 in Nürnberg dank seiner fast schwarzen Farbe, dank seines hochkomplexen Duftes nach Blumen, schwarzen Johannisbeeren und schwarzem Pfeffer, dank seines dichten, lange anhaltenden Geschmackes nach Beerenfrüchten und eines zarten Touch Holzes derart begeisterte, konnten wir uns 200 Flaschen dieses sensationellen, einmaligen Traumstoffes sichern. Ab Hof ist dieser Wein bereits ausverkauft, wir bieten Ihnen diesen Wein exklusiv an.

Pugnitello del Piaggione

Zum Weingut und den Weinen:

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Domaine Paul & Vincent Jaboulet – Crozes-Hermitage & Hermitage

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 10 Juli 2009

Eigentlich war dieser Bericht schon für die Veröffentlichung im März geplant, denn wir haben von den genannten Weingütern einige Probeflaschen mitgebracht, leider sind wir erst vor 10 Tagen, also Anfang Juli dazugekommen, die Weine zu probieren. Die Degustationsnotizen stammen von der Veranstaltung in Frankreich.

Nach einigen Tagen des Verkostens in Avignon ging es am Freitag per Auto und in Begleitung eines heftig blasenden Mistral ca. 150 km weiter in den nördlichen Bereich der Rhône nach Tain L´Hermitage, einer mit Durchgangsverkehr überaus belasteten City. Den Bürgern scheint das wohl egal zu sein, nirgends findet man einen Protest für eine Umgehungsstraße oder eine andere Entlastung. An sich eine schöne Stadt, aber es werden zu wenig Verweilmöglichkeiten angeboten. So machten wir auch nur einen kurzen Stadtbummel, denn es standen die beiden Appellationen Crozes Hermitage und Hermitage auf dem Verkostungsprogramm.

Hermitage

 

 

 

 

 

 

 

 

Kaum am Verkostungsort, im Espace Rochegude, unmittelbar am  Bahnhof von Tain – hinter dem auch DER Hermitage-Hang liegt, angekommen, mußten wir doch wieder einmal feststellen, wie klein die Weinwelt ist. Robert, Wolfgang und Dieter, Kunden von K&M und sehr ambitionierte Weinliebhaber, standen doch plötzlich vor uns. Welch Überraschung! Nach einem kurzen Plausch und dem Austausch von Tipps ging es ans Werk.

Crozes Hermitage erstreckt sich über 11 benachbarte Gemeinden des berühmten Hermitage-Hanges am linken Rhône Ufer. Der sowohl ton- als auch sandhaltige Lössboden ist eine recht seltene Zusammensetzung in dieser Gegend. Die kleinbeerigen, dünnschaligen Syrah-Trauben ergeben einen recht farbigen, tanninhaltigen Saft mit guter Säure.

Mein Erfahrungsschatz mit Weinen dieser Gegend geht gen null. In nachhaltiger Erinnerung geblieben ist jedoch ein Wein eines der schon seit Anfang der 90iger Jahre führenden Winzer. Alain Graillot´s 1990er Crozes Hermitage „La Guiraude“, damals von Blogger pivu im Rahmen eines der ersten Treffen des Rhein-Mann-Stammtisches im alten Weinland Keiler in Neu-Isenburg mitgebracht, faszinierte mich nachhaltig, einige der damaligen Geschmackseindrücke wie Graphit fand ich insbesondere bei jenem Winzer wieder, den ich hier mit seinen Weinen ausführlich beschreibe, weil es nicht nur für mich die homogenste  und zugleich beeindruckenste Kollektion der Veranstaltung war.

Wo also anfangen zu probieren, wenn man weder die Weingüter geschweige denn die Weine kennt. Sicher hat man schon einige Namen mal gelesen, aber die Weine hierarchisch in ihrer Qualität einzuschätzen und eine gezielte Verkostung durchzuführen, war mir nicht möglich. So haben wir dann wahlos mal hier, mal dort probiert, aber der richtige Wein, der etwas in einem auslöst, der „mit einem spricht“, war irgendwie nicht dabei. Reichlich gefrustet traf ich dann unsere Freunde wieder, die ebenfalls von einigen vorgestellten Weinen recht enttäuscht waren. Nicht nur qualitativ sondern auch preislich stimmte bei vielen Weinen das Verhältnis nicht. Einzig bei Tisch 21 war man einer Meinung: „Klasse Weine, geh da mal probieren“.

So standen wir dann also bei Philippe und Vincent Jaboulet von der gleichnamigen Domaine.

VeP_Jaboulet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Philippe und Vincent  Jaboulet

Nun, Jaboulet ist kein unbekannter Name, das Weingut Paul Jaboulet Aine war bis zu seinem Verkauf und ist immer noch eines der Schwergewichte der Weinszene und weltweit ein Begriff für Weine von der nördlichen Rhône.

Auch Vater Philippe, 58 Jahre jung, war über 30 Jahre bei Paul Jaboulet Aine beschäftigt, er pflegte die Weinberge und war für den Traubenzukauf verantwortlich. Als das traditionelle Familienunternehmen verkauft wurde, erhielt er knapp 15 Hektar „Familien“ – Reben und kaufte nochmals 15 ha Reben dazu, um ein neues Weingut zu gründen und den Namen Jaboulet gemeinsam mit Sohn  Vincent, 26, einem ausgebildetetn Önolgen in Tradition weiter zu führen.

Für Philippe war es enorm wichtig, „Familien“-Trauben mitzunehmen, „denn sie sind ein Stück meiner Identität“.

Nach dem Hinweis, dass heute schon ungewöhnlich viele deutsche Händler am Stand probiert haben, ging es ans Werk, 2006 ist der Debut-Jahrgang, die 2007er Rotweine sowie der 07er Hermitage blanc waren noch Fassproben.

2006 Crozes Hermitage rouge „Domaine Collonge“
100% Syrah, die Rebstöcke sind die jüngsten, knapp 10 Jahre alt. Der Ausbau erfolgt immer in Stahltank, um Frische und Frucht zu erhalten. Schon hier faszinieren mich die Geschmackseindrücke nach reifen Beeren, ungemein saftig und frisch, man schmeckt mineralische Noten in Form von Graphit.

2006 Crozes Hermitage Domaine Ph. & Vincent Jaboulet
100% Syrah von 30-40 jährigen Reben, eine Selektion von verschiedenen Parzellen,  zum Teil von Hand gelesen. Der deutlich längere Ausbau im Vergleich zum „Collonge“  erfolgt in Beton- und Stahltanks, ein Teil des Weines reift anschließend noch für eine Zeit im Holz.
Letzterer kommt deutlich „erwachsener“ rüber, viel mehr Struktur, alles intensiver, tolle Balance, immer wieder sticht diese besondere „Bleistiftnote“  aus dem Wein hervor. Als ich anspreche, dass mir diese Note bereits vor über 10 Jahren bei Graillots La Guirade auffiel und mir diese bis dato in Erinnerrung geblieben ist und ich diese hier wiederfinde, entgegnete mit Vincent, dass einige Weinberge unmittelbar neben Graillots Lagen liegen. Zufall???

Preislich ist bei diesen Wein kaum ein Unterschied, beide machen auf Ihre Art viel Spaß, haben Spannung, Festigkeit, Struktur und das gewisse besondere, dass sie von vielen Weinen dieser Verkostung unterscheidet, sie sprechen mit mir!

PICT14112006  Crozes Hermitage „Nouvelére“
Seit vielen, vielen Generationen im Familienbesitz. 100% Syrahrebstöcke, die ältesten des Weingutes, zum Teil 60 Jahre und älter, darunter einige von den Original-Thalabert Parzellen, die früher in den besten Wein von Jaboulet-Aine flossen. 100% manuelle Lese, schonender Transport in 250 kg Behältnissen. Teilmazeration in großen Holzfässern, die Maische wird 2 mal pro Tag „überpumpt“ , der Maischehut 2 mal pro Tag heruntergedrückt (Pigeage) Reifung zu 100% in Holz, teils Barrique, teils großes Holz. Der Name Nouvelere ist ein Wortspiel von „°Nouvelle“ und „Era“ und symbolisiert einen neuen Zeitabschnitt.

Dunkle Farbe, enorme Konzentration, saftige Ader am Gaumen, viele dunkle Früchte am Gaumen, schwarze Johannisbeeren, Feigen, auch teerige Noten. Bittersüßes Kakao und warme Himbeeren, die Ganache Noten unterstützen das fruchtige, hervorragend strukturierte Finish.  Für mich erstmals ein Wein, der die 90 Punkte Marke knackt, im Stil eher als modern zu bezeichnen.

Der Wine Spectator vom 21.05.2008 vergibt 91/100 Punkzen und schreibt: „Dark and juicy, with lots of currant and fig notes supported by a tarry backbone. Bittersweet cocoa and warm raspberry garnache notes fill out the juicy, structured finish. Best from 2009 through 2014“

 

2007er Crozes Hermitage „Nouvelere“ Fassprobe
15%  des Weins lagen im Holzfass, im Vergleich zum 06er etwas stärker spürbar, auch etwas trocknend. Braucht sicher noch Zeit.

 

Domaine Philippe & Vincent Jaboulet

Domaine Philippe & Vincent Jaboulet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PICT14122006 Hermitage Rouge
Ebenfalls seit mehreren Generationen im Familienbesitz sind die über 30 jährigen Rebstöcke von steinigem Terrain aus der Gemarkung Les Dionniéres, wo Jean Louis Chave einige seiner besten Parzellen sein eigen nennt.  Natürlich 100% Handlese, Vinifikation zu 100% in Holz, tägliche Pigeage, lange Mazeration, Reifung zu 100% in Holzfässern. Der 2006er ist recht konzentriert und sehr direkt in seiner Ansprache. Man schmeckt enorme Mengen an schwarzen Johannisbeeren und Brombeeren am Gaumen, die Tannine müßen in den nächsten Jahren noch abschmelzen, dann hat man bis ins Jahr 2018 einen wunderbaren Wein im Glas.
93/100 Punkte vom Wine Spectator: „Concentrated and very direct, with a big core of black currant and blackberry fruit rumbling across the palate, while notes of licorice, hoisin sauce, tar and graphit fill in behind. The grippy palate will need cellaring to round into form. Best from 2009 through 2018.“

2007 Hermitage rouge (Fassprobe)
Zwei Worte habe ich mir hier nur notiert: Extrakt und Druck! Ich denke, der 2007er wird früher antrinkbar sein, denn er hat schon eine tolle Balance. Aber er wird sicher auch ein langes Leben habben, denn die Parameter und die Eindrücke der Verkostung sind schon recht beeindruckend.

  

  

PICT14302006 Cornas rouge
100% Syrah älter als 10 Jahre, die Böden bestehen hauptsächlich aus Granit und Kalkstein. 100% manuelle Lese, Vinifikation im großen Holz, tägliche Pigeage, lange Mazeration, Reifung zu 100% in Barriques.
Purpurfarben, wir riechen rote Früchte, Gewürze und auch schwarzen Pfeffer, am Gaumen noch etwas ruppig, aber mit enormen Druck und Extrakt ausstaffiert. Braucht Zeit!

 „This moves like a quarterback who excelled at ballet, hustling its prodigious, muscular fruit with grace equal to its energy. Sourced from Jaboulet’s 3.2-acre parcel planted in 1980, it’s dark and chocolaty, yet it manages to feel lifted with its notes of pepper, lilac and mint.“ Wine & Spirits February 2009 (2006 Cornas, 93 points)

 

 

 

 

 

 

 

Nun zu den Weissweinen.

 

PICT1418

2007 Crozes Hermitage blanc „Dom. Ph. & Vincent Jaboulet
100% Marsanne; reich und frisch in der Nase, etwas weißer Pfirsich, Melone,  gelbschaliger Apfel und ein Hauch Kamille. Am Gaumen reich in der Aromatik, frisch, viel Schmelz, macht Spaß. 90/100 Pkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

2007 Hermitage blanc
Der Hermitage blanc wird zu 100% aus Roussanne gekeltert, was recht ungewöhnlich für die Gegend ist, denn die Rebsorte neigt stärker zur Oxidation und ist am Gaumen eher breiter angelegt, mit einer etwas softeren Textur, auch sehr reich am Gaumen, meist dominieren tropische Früchte, so dass viele Winzer – z.B. Michel Chapoutier – es vorziehen, diese Eigenschaften durch einen Verschnitt mit der mineralischeren, frischeren und fruchtgesteuerten Marsanne hervorzuheben.  Nicht aber Vincent Jaboulet! Er hat in seiner Zeit des Praktikums bei Chateau Beaucastel – die ihren weißen Chateauneuf du Pape aus 100% Roussanne keltern – Gefallen und ein Händchen gefunden, dem Roussanne ebenfalls eine wunderbare Frische mitzugeben.

100% Roussanne; sehr reif, aber er ist ungewöhnlich schön fokussiert auf die Pfirsich, Mango und Papaya-Noten, unterlegt mit einer steinig-mineralischen Note und einem frischen Finish auf Noten von gelbem Apfel. Keine Anzeichen von Oxidation, trotz seiner Konzentration niemals schwerfällig. Die Reben stammen von den Maison Blanche und Les Beaumes Parzellen und sind schon seit Generationen im Familienbesitz. Die Lese erfolgt manuell, die Vinifikation in Holz, langes Hefelager mit Battonage, anschließend 10 Monate Reife im Fass. Ungemein schön zu trinken. Der Wine Spectator vergibt 92/100 Pkt.: “ shows excellent focus to the peach, mango and papaya notes that a backed by a stony undertow, with crisp yellow apple and enticing floral notes. Long, juicy finish

Fazit:
Eigentlich müßte ich ja froh sein, so ein neues und zugleich ambitioniertes Weingut entdeckt zu haben, bei dem auch noch das Preis/Qualitätsgefüge stimmt. Dennoch war ich von den meisten Weinen vieler Winzer sehr enttäuscht. Es reicht eben nicht, in einer doch renommierten Gegend Wein anzubauen und zu hoffen, dieses Renomée rechtfertige den Preis. Fehlt dort Innovation oder der Antrieb? Das es anders geht, zeigen die Jaboulet´s aus Mercurol!

Am 3.7.09 werden wir die Weine nochmals intern nachprobieren und uns die Meinung von einigen Kunden und Weinfreaks einholen. Ich bin gespannt!

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Weltwein: 2006 Winninger Uhlen Rothlay – Heymann-Löwenstein

Posted by Armin Maurer - Freitag, 6 Februar 2009

Diese Woche machte uns Reinhard Löwenstein im P.S. einer Email auf den 2006er Rothlay aufmerksam. Er schrieb folgendes:

Hast du in der letzten Zeit mal den 2006 Roth Lay probiert.? Ich hatte grad gestern wieder eine Flasche – 1 h Karaffe – und bin absolut begeistert. Das ist genau die Textur von der ich die ganze Zeit getrümt habe.

Man sollte wissen, dass der 2006er Rothlay der erste Lagenwein von ihm war der erst im zweiten Frühjahr nach der Ernte (also Ende März 2008 ) gefüllt wurde, bis dahin auf der Hefe im Fass reifen durfte.

Na das wollten wir dann aber auch nachvollziehen und so gab es nach den Lembergern und Blaufränkischen aus dem Artikel davor noch ein Fläschchen Rothlay, ca 3 Std. in der Karaffe, auf dem Fensterbrett gekühlt.

2006 Winninger Uhlen Rothlay

2006 Winninger Uhlen Rothlay

Zuerst zeigte sich der Wein fast ein wenig zurückhaltend, eher unspektakulär, aber ganz klar als Rothlay und HL-Wein zu erkennen, das würzige, die eher dunkle Schiefermineralität. Vor fast einem Jahr zeigte sich der Wein noch recht üppig, mit deutlicher Süße, fast schon ein wenig barock. Davon hat er sich jetzt schon verabschiedet, die Süße mag noch spürbar sein, gleichwohl als restsüß möchte ich den Wein schon jetzt nicht mehr beschreiben. Natürlich merkt man, dass der Wein auch von Botritis geprägt ist, diese gibt dem Wein aber Würze und keine Bitternis.

Zeigt sich jetzt schon sehr elegant, harmonisch, perfekt integrierte Säure, trägt über die ganze Länge und endet lang. Die Frucht helle Beeren, getrocknete Aprikose, aber nur sehr fein. Den Mundraum füllend und von seidiger Textur, da konnte man die Aussage von Reinhard Löwenstein von der jetzt noch besseren Textur schon nachvollziehen. 93+P

Vielleicht war die Probe nach den Rotweinen und nicht mehr ganz nüchtern nicht unbedingt ideal für diesen im besten Sinne aristokratischen Wein, aber es war ein wunderbares, vinophiles Highlight des Abends und ein großer Genuss.

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Lemberger vs. Blaufränkisch

Posted by Armin Maurer - Freitag, 6 Februar 2009

Die Rotweine aus der Blaufränkisch-Rebe haben es in Österreich zu höchsten Ehren gebracht, auch international hat sich die Rebsorte zur österreichischen Paraderebsorte entwickelt, analog zum Grünen Veltliner bei den Weißweinen.

Auch in Deutschland gibt es diese Rebsorte, hier durfte sie aber lange nicht den österreichischen Namen tragen, sondern musste als Lemberger bezeichnet werden. Vor ein paar Jahren konnte ein fränkischer Winzer aber auch die Bezeichnung Blaufränkisch für deutsche Weine durchsetzen. Für einen fränkischen Winzer ja naheliegend. Als Lemberger findet die Rebsorte die größte Verbreitung in Würtemberg.

Bei uns sollte es aber nun weder um fränkische noch um schwäbische Rotweine gehen, nei wir haben uns Lemberger aus Baden angesehen und wollten diese einmal mit Referenzweinen aus dem österreichischen Burgenland vergleichen. Es traten zwei Weingüter aus Baden an, Zalwander mit dem schlicht Lemberger gennanten Wein, die Jahrgänge 2005, 2006 und 2007, und Alexander Laible aus Durbach mit seinem 2007er Thymos.

Auf österreichischer Seite standen der 2006er Oberer Wald Blaufränkisch von Ernst Triebaumer, der 2006er Neckenmarkter von Moric und der 2002er (zwotwo) BF1 von Karl Bajano zur Verkostung bereit. Kein Wein wurde dekantiert, da wir aber nur zu Fünft waren konnten alle Weine mehrfach probiert und verglichen werden.

Lemberger und Blaufränkische

Lemberger und Blaufränkische

Als erster Wein stieg der 2007er Lemberger von Zalwander in den Ring, eine Fassprobe.
Im ersten Moment wirkte der Wein noch sehr verschlossen, wie so häufig bei den Zalwanderweinen war auch das Holz noch recht präsent, dabei aber nicht durch parfümierte Aromen unangenehm auffallend, nein eher ist es die Würze des Holzes, die den Wein zu Beginn noch im Griff hat. Die Frucht zeigt sich auch noch sehr herb, erinnert hauptsächliche an Schlehe, insgesamt doch recht astringierend, ohne einen Anflug von Unreife oder grünen Aromen. Wir waren uns einig, diesen Wein sollten wir mit etwas Luft noch einmal anschauen. 88P++

Der nächste war der 2006er
Dieser wirkte frisch geöffnet schon deutlich offener, zeigte eine gute Mischung von würzigen und kräutrigen Aromen und Frucht, in der Nase eher Richtung Himbeere gehend, entwickelte sich im Mund eine enorm saftige und natürliche Kirschfrucht. Wirkte schon gut balanciert, Schöne Länge.91P+

Und zu letzt dann der 2005er
Dieser zeigte die Harmonie, die die jüngeren Zalwander wohl noch durch Reife erreichen müssen, aber wohl auch werden. Dieser Wein machte ungemein viel Spaß, feines, festes Tannin, würzig. Dazu eine wunderbar chargierende Frucht, zwischen dunklen Beeren, Brombeeren und Schwarzkirsche. Wunderbar saftig. Auch hier zeigte sich aber schon nach relativ kurzer Zeit im Glas, dass auch dem 2005er Luft gut tut.90P

2007 Lemberger Thymos – Alexander Laible
Wirkte auf mich irgendwie „deutscher“ leichte vanillige Süße, vielleicht etwas weniger fest, strukturiert wie die Zalwanders, schöne Kirschfrucht, trinkig. Trotzdem hätte ich mir einfach ein wenig mehr „Wein“ gewünscht. Auf seine Art aber nicht unangenehm, aber halt auch ein wenig unspektakulär.86P

Die Zalwanders 2005 bis 2007

Die Zalwanders 2005 bis 2007

Jetzt wollten wir aber wissen, was die Östereicher dem entgegen setzen würden.

2006 Oberer Wald – Ernst Triebaumer
Im ersten Moment „Uffh“, was ein Tannin, viel Holz. Daneben stand aber auch eine üppige Primärfrucht, Johannisbeere und Schwarzkirsche, sehr saftig. Von Harmonie kann aber hier keine Rede sein, dieser Wein ist wirklich noch sehr verschlossen und viel zu jung. Wird sich das viele Holz aber wirklich einbinden? Unser Österreichexperte Ricco Etzensberger meinte ja, nach seiner Meinung sind die Triebaumer Weine eben in der Jugend immer unzugänglich, da geht der Winzer kompromißlos seinen Weg. Für mich der erste Schluck schon beeindruckend, diese Kraft, aber trinken mag ich den Wein einfach im Moment noch nicht, so macht der keinen großen Spaß. Ein wenig ließ sich der Wein mit einem jungen Bordeaux aus dem Medoc vergleichen. Für mich ganz schwer zu beurteilen, so machte er eigentlich keinen Spaß, aber er hat schon enorme Anlagen, mit der Einschätzung des Experten Ricco sage ich 88++

2006 Neckenmarkter – Moric
Mit dem Moric kam nun ein ganz anderer Stil ins Glas, viel feiner, im großen Holz ausgebaut zeigte er eher sogar mineralische Noten. Dann die Frucht einfach lecker, eine solch expressive Kirschfrucht bekommt man selten in den Mund, da müssen sich selbst Wildkirschen anstrengen, dass sie da mithalten können ;-).
Bernd meinte, der Wein hat zu seiner Klasse auch noch einen wunderbar trinkanimierenden Charakter, sozusagen Saufwein auf höchstem Niveau. Klasse Stoff!
Verschweigen wollen wir aber auch nicht, dass einer der Mittrinkenden mit dem Wein wenig anfangen konnte, er bemängelte die zu zurückhaltende Nase und die zu kräftige Säure im Mund. Mit seiner Meinung zu dem Wein blieb er aber allein.90P

Laible, Triebaumer und Moric

Laible, Triebaumer und Moric

Am Schluss gab es noch einen schon leicht gereiften Österreicher
2002 (zwozwo) BF1 – Karl Bajano
Dieser zeigte sich mit einer schon leicht morbiden würzig gereiften Frucht, eher dunkle Beeren, auch ein wenig Schattenmorellen. Das hatte schon etwas aber so ganz wollte da der Funken bei mir nicht überspringen. Freunde von gereiften Chiantis könnte dieser Ton aber sehr gut gefallen, daran erinnerte er ein wenig. Sicher kein schlechter Wein aber die ganz große Freude kam bei mir halt auch nicht auf. 87P

Danach haben wir noch ein wenig hin und herprobiert, einzelne Weine noch einmal nebeneinander verkostet. Dabei zeigte sich, dass die Zalwanderweine mal wieder am stärksten von der Luft profitierten, selbst der 2007er, der am Anfang sehr verschlossen war machte immer mehr auf, entwickelte eine ausdrucksstarke Frucht, Brombeere. Interessant auch, dass sich der 2006er Zalwander durchaus gegen die Tanninbombe Triebaumer durchsetzen konnte.

    Fazit:

Während Laible vielleicht doch noch ein wenig hinter den Referenzweinen aus Österreich ins Ziel kam, sicher aber auch keine Schande für den ersten Jahrgang, zeigte Zalwander, dass man in der Klasse um 20,00 EUR durchaus mit den besten Erzeugern Österreichs mithalten kann. Vom Stil her vielleicht ein wenig zwischen dem Kraftprotz Oberer Wald und dem eleganten, burgundischen Neckenmarkter angesiedelt. Gerade wenn man dem Wein Luft gibt, entwickelt er sich enorm, schüttelt den ersten Holzeindruck souverän ab und gewinnt von Schluck zu Schluck an Schönheit. Im Moment ist dabei der 2005er sicher der zugänglichste und die Trinkempfehlung, wir denken aber dass der 2006er insgesamt aber etwas mehr an Struktur und Tiefe zeigt, braucht aber definitiv noch, ganz so schlecht scheint 2006 halt doch nicht als Jahrgang zu sein. Und 2007 ist sicher noch ein Baby, liegt ja noch im Fass, aber wir denken er kann sogar noch ein wenig über dem 2006er landen.

Mein persönlichen hedonistischen Favoriten: 2005er Zalwander und 2006er Moric.

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K&M Degu-Notiz aus Portugal Vol III – Touriga Nacional pur

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 16 Januar 2009

Touriga Nacional gilt im reichhaltigen Rebsortenspektrum Portugals als wertvollste und hochwertigste rote Traube des Landes. Sie zählt zu den sogenannten autochthonen, also hier heimischen Rebsorten und liefert aufgrund ihrer ertragsarmen Tätigkeit tiefschwarze, enorm konzentrierte Weine mit grosser Geschmacksfülle. Charakteristischer Duftnoten sind Pinien, Kräuter und Eukalyptus. Durch die eleganten Tannine haben die Weine eine enorme Lagerfähigkeit. Lange Zeit wurde die Rebsorte fast ausschließlich nur für die Portweinproduktion verwendet, im Zuge des Weinbooms in Portugal haben aber viele Erzeuger erkannt, welch Eigenständigkeit diese Rebsorte auch im „normalen“ Weinbereich genießt. Neben dem Dourotal werden noch im Dao-Gebiet, in der Estremadura und im Alentejo Touriga Nacional-Reben verarbeitet. Gerüchten zufolge bemühen sich derzeit australische Winzer um die Kultivierung der Rebsorte, um strukturschwachen Weinen etwas auf die Sprünge zu helfen. Nee, wat haben die fürn fiesen Charakter…

Widmen wir uns drei Originalen:

zu Beginn ein alter Bekannter der letzten Tage.

2005 Vinho Regional Alentejano Touriga Nacional
Heredade das Servas; Naturkok; 14,5%
Ausbau zu 70% in franz. Holz, Rest amerikanische Eiche.
Nicht allzu tiefes, dunkles Rot. Holz merklich, gute Balance, gewisse Kraft und Tiefe. E setzt sich hier der Trend der in den letzten Tagen verkosteten Weine fort. Nett, gefällig, aber zur Spitze fehlt noch die letzte Instanz an Konzentration, Nachhaltigkeit, die Weine müßten sich tendenziell stärker von Anfang an steigern. Das tun sie leider nicht. 83/100 Pkt.

Weiter geht´s mit

2005 Vinho Regional Estremadura Touriga Nacional „Pactus“
Quinta do Carneiro; Naturkork; Alk. 14.0%
Farblich ähnlich. Im Duft deutlicher von röstigeren Noten geprägt, hier könnte amerikanische Eiche prozentual den höheren Anteil besitzen. Am Gaumen tabakige Noten, am Ende von süßlichen Röstnoten geprägt, dazu einen Hauch Lakritz, insgesamt deutlich definierter als der Wein zuvor, auch die geschmackliche Länge ist von ganz anderer Nachhaltigkeit. Insgesamt gut gemacht, mir etwas zu brav und zu wenig nachhaltig. 86/100 Pkt.

Kandidat Nr. 3
2005 Vinho Regional Estremadura Touriga Nacional
Quinta da Cortezia; Naturkork; 14,5%; Ausbau über 10 Monate in französischem Barrique
Schon die Farbe hebt sich deutlich von den beiden anderen ab. Tiefdunkel, fast schwarzer Kern. Animierender Duft nach reifen, frischen Sauerkirschen, Holzparfum, keine röstigen Noten. Schon der Ansatz und der erste Kontakt mit dem Wein zeigt deutlichst den beiden zuvor verkosteten Weine ihre Grenzen auf. Herrlich komplexes Zusammenspiel von Blaubeeren, Holz, „schwarze“ Aromen von Oliven, tolles Spiel von Holzparfum, Blaubeere, elegantes Holztannin, sehr frischer Charakter, komplexe Struktur, gute Animation, macht Spaß, sehr eigenständig, toll, wird sich sicher über die nächsten 5 Jahre sehr gut entwickeln. 88-90/100 Pkt Für knapp 12 € bei dieser Qualität ein Super-Schnäppchen!

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K&M Degu-Notiz aus Portugal Vol II

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 15 Januar 2009

Teil 2 mit zwei weiteren Weinen des Weingutes Heredade das Servas aus der portugiesischen Estremadura.

2005 Vinha Regional Estremadura tinto „Vinhas Velhas“ (Alte Reben)
15% Alk; Naturkork
Cuvée aus 40% Touriga Nacional und je 30% Alicante Bouschet und Syrah. Vergärung im Stahltank, anschließen Reifung in neuen Barriques, zu 80% aus französischer und 20% amerikanischer Eiche.

Undurchsichtiges schwarz-rot. Im sehr intensiven Duft kräftige Noten von Holz und dunkeln Beeren. Sehr modern, Holz ohne Ende, kaum Substanz, trocknendes Tannin. Prachtexemplar eines Weines, der sicher den ein oder anderen Weinfreund aufgrund der Farbe und der Neuholzennoten begeistert, doch die Musik spielt hinter dem Vorhang! Gut gemacht, aber nicht mein Fall. 87/100 Pkt.

Die Meinung von Armin: Für mich im Moment nur sehr schwer einschätzbar, da der Wein komplett vom Holz dominiert wird, ehrlichgesagt glaube ich nicht ganz dass sich das jemals wirklich einbindet. Andreas März sagt da gerne Bieberwein, wer gerne auf Eiche kaut wird sich freuen, alle anderen eher nicht. So für mich max. 85/100P

2006 Vinha Regional Estremadura tinto Escolha „Monte das Servas“
14% Alk; Naturkork
Cuvée aus Aragonez, Touriga Nacional, Alicante Bouschet und Cabernet Sauvignon
Transparentes Rot; Duftspektrum von roten Früchten und Kräutern, gewisse Saftigkeit, daneben aber auch eine

Die Meinung von Armin: Hier dominiert für mich zusehr eine künstliche, dropsige Frucht, bietet mir nur eingeschränkten Trinkgenuss, deshalb für mich schwächer als der kleinste Wein des Weinguts, der Vinhas das Servas.

Leider wiederum kein überzeugender Auftritt für unser Sortiment.

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Entdeckung: Philippe Gilbert – Menetou-Salon

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 12 April 2008

Letzten Freitag (am 04.04.2008) hat uns ein Winzer aus der Appellation Menetou-Salon besucht:

Philippe Gilbert

Philippe Gilbert, Winzer aus der Appellation Menetou-Salon. Sagt einem vielleicht erst Mal nichts, grenzt aber unmittelbar an das bekanntere Sancerre, wo mit die teuersten, aber nicht immer die besten Sancerre (Sauvignon Blanc) herkommen.

Armin hat im Forum Talk about Wine seine Eindrücke dokumentiert:

Seit ca. 2003 arbeitet er biologisch, seit letztem Jahr hat er den Schritt zur Biodynamik gemacht. Auf sehr sympathische Art beschreibt er, wie er auf der Suche war, den für ihn „richtigen“ Ausdruck seiner Weine zu finden, wie er weg wollte von der sehr „technischen“ Ausrichtung seines Vaters. Nach der Schule wollte er sogar erst einmal gar nichts mehr mit dem elterlichen Weingut zu tun haben.

Er arbeitet mit einem der Bio-Großmeister der Loire zusammen, Didier Dagueneau und so hat er Schritt für Schritt seinen Weg gemacht. Gerade die Jahrgaänge 2005, 2006 und 2007 waren für ihn große Schritte hin zu „seinem“ Wein, „seinem“ Stil, mittlerweile ist er sicher, auf dem richtigen Weg zu sein.

Wir probierten:
2006 Menetou-Salon blanc AOC

Wie in Sancerre ist die für die Appellation zugelassene weiße Rebsorte die Sauvignon Blanc und schon mit seinem Einstiegswein konnte uns Philippe Gilbert überzeugen. Noten von Mandarine und Orange, etwas Efeu, frisch geschnittenes Gras, dann im Mund dezent cremig, wird nach hinten immer straffer und zupackender. Enorm dicht gepackte Mineralik, Feuerstein und feine Würze tragen schier ewig. Der Wein wird für fast ein Jahr auf der Hefe ausgebaut, der Ertrag beläuft sich auf ca. 50 hl/ha.
Für uns ein perfektes Beispiel eines mineralischen Sauvignon blanc. Ein Kollege, der gerade in der Steiermark nach einem Sauvignon Blanc sucht, meinte lakonisch, man sollte mal allen steirischen Winzern solch einen Wein zum Verkosten geben.

2006 „Les Renardieres“ blanc
Auch dies Sauvignon Blanc pur aus 40 jährigen Reben. Die Selektion „Les Renardieres“ ist immer auch ein wenig die „Experimiermöglichkeit“ von Philippe Gilbert, hier ist er immer die nächsten Stufen zuerst gegangen, hin zu bio und Biodynamik. Der 2006er wird zum Teil noch in kleinen Barriques ausgebaut, mit dem 2007er kommen aber fast nur noch 500ltr. Fässer zum Einsatz, laut Philippe Gilbert will er einfach das Holz minimieren.
Aber auch der 2006er zeigt perfekt integriertes Holz, wir riechen wieder Orange und Orangenschale, im Mund trägt den Wein eine wunderschöne frische Frucht, Philippe Gilbert vermeidet den BSA um den Weinen ihre ganze Frische zu belassen. Im Abgang dann straffe Mineralik, feste Struktur, Substanz. Einfach grandios, sicher einer der besten Sauvignon Blanc der Welt!

Nach einem Tag habe ich den Rest getrunken und mir schien der Wein hat noch einmal etwas zugelegt, wirkt noch harmonischer. Klasse!

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Der junge und sehr sympathische Winzer Philippe Gilbert brachte auch seine Rotweine mit. Im Gegensatz zur Gesamtappellation, baut Philippe auch etwas mehr Pinot Noir als Sauvignon blanc an, mir schien auch, dass ihm der Pinot Noir ein klein wenig wichtiger ist.

2006 Menetou-Salon rouge Pinot Noir
Auch hier analog zum Sancerre, die rote Rebsorte ist Pinot Noir und wird bei der AOC reinsortig verwendet. Philippe Gilbert läßt seinen „kleinen“ Roten zuerst 5 Tage gekühlt auf der Maische stehen, dann Maischegärung für 25 Tage.

Dieser Pinot Noir gefällt durch seine eher schlanke, frische Art. Die Frucht erinnert an rote Beeren, rote Johannisbeere und ein wenig Himbeere. Auch durchzieht den Wein eine feine, kühle, mineralische Ader. Die Frucht zeigt nichts „süßliches“ oder gar „bonbonhaftes“. Gute Struktur, dezent würzig und ordentliche Länge. Dieser Rote macht ganz sicher auch im Sommer leicht temperiert unheimlich viel Freude, auch als Essensbegleiter kann ich ihn mir sehr gut vorstellen. Sehr (pardon) lecker und trinkanimierend.

Danach folgte der Topwein:
2005 „Les Renardieres“ rouge Pinot Noir
Les Renardieres Blanc
Wenn ich ehrlich bin, ließ mich dieser Wein diesmal etwas ratlos zurück, wir hatten den gleichen Wein ja schon 14 Tage vorher bei unserer kleinen Pinot Noir Probe, wo er mit einer sehr eleganten, mineralischen Art sehr gut ankam. Auch für mich war der Wein an diesem Abend einer der Gewinner, auch im Vergleich mit sehr guten Burgundern. Heute dagegen schien mir das Holz etwas zu aufdringlich, die Frucht konnte nicht ganz mit der gleichen Finesse und Klarheit überzeugen. Das letzte Mal war er nicht dekantiert, diesmal kam er in die Karaffe. Vielleicht war etwas wärmer? Vielleicht tut ihm Luft im Moment gar nicht so gut? Ich kann es nicht sagen.

Ich meine, das war schon ein guter Pinot und auch im Vergleich mit unseren Burgundern von Michel Martin konnte er durchaus bestehen, aber diese feine kühle, mineralische Art, die mich das letzte Mal so begeistert hat, brachte er diesmal nicht ins Glas. Wir werden das noch weiter beobachten.

Fazit: Wir hatten wieder einen tollen Weinabend, konnten einen absolut angenehmen und mehr als sympathischen Winzer persönlich kennen lernen. Interessant auch eine Appellation kennen zu lernen, von der ich vorher kaum etwas wußte, wie gesagt sie ist mir das erste Mal bei diesem Winzer aufgefallen. Und was Sauvignon blanc betrifft, ist dieser Winzer für mich ein echter Maßstab, der sich vor keinem der großen Namen aus Sancerre und Pouilly Fume verstecken muss.

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Mit vinophilem Gruß

Armin Maurer
http://www.gutsweine.com

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Riesling-Tasting bei K&M Gutsweine oder: was war los mit den Weinen von Martin Müllen?

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 22 Januar 2008

Vergangenen Freitag hatten wir in unserer Weinhandlung eine kleine Verkostung mit diversen Rieslingen, alles Weine von Weingütern, die in unseren Fokus gelangt sind. Es sind nicht alles 2006er, auch einige 2005er sind dabei, ich will die Weine aber gerne im Zusammenhang posten.

Sekt / Weine trocken:

1. 2005 Riesling Sekt brut Weingut Weber / Margarethenhof / Mosel (SAAR) Naturkork
Typischer Rieslingduft, teils gereifte Noten. Am Gaumen dezente Cremigkeit, angenhem zu trinken, ohne große Ecken und Kanten, Struktur ok, einzig etwas eindimensional. 81/100 Pkt.

2. 2005 Riesling trocken Q.b.A. „DEVONSCHIEFER“ Weingut Willemshof / Mosel (SAAR) Naturkork
Viel Zitrus im Duft, bitter, aber auch fruchtiges Steinobst, dezente Reifenote, endet mehr oder wenig stark bitter. keine Wertung

3. 2006 Riesling trocken QW Weingut Battenfeld-Spanier / Rheinhessen / Schrauber
Leicht mineralisch-salziger Auftakt. Anfangs komische Noten von Blauschimmel, zarter Schmelz am Gaumen, Säure zu präsent und mir zu spitz, (nicht eingebunden), dadurch sehr karg wirkend, fehlt der Druck. 81/100 Pkt

4. 2006 Riesling trocken QW „GRAUSCHIEFER“ Weingut Altenkirch / Rheingau / Schrauber
Wieder ein feiner Stinker, in der Nase eher karg, mineralisch, zurückhaltend, Holunderblüte. Im Mund angenehme Fruchtsüße, reife Frucht Kumquats, Grapefruit, eher pink Grapefruit. Die Säure gibt dem Wein ein schönes Gerüst, bleibt angenehm, reif, harmonisch. Zeigt Biß und straffe Struktur, Druck am Gaumen. Kommt vielleicht nicht ganz an den sehr guten 2005er heran, aber das war schon ein sehr schöner Wein. Warum der Gault Millau die 2006er Kollektion so abqualifiziert ha, kann man an diesem Wein nicht nachvollziehen. Sehr schöner 2006er und verdiente 88/100 Pkt.

5. 2006 Riesling trocken QW „Westhofener Kirchspiel“ Weingut Seehof-Fauth / Rheinhessen / Naturkork
Deutlich karger und schlanker, was der deutliche Duft nach Limetten unterstreicht, angenehme, würzig-hefige Struktur, dennoch deutliche Säure, die sehr im Vordergrund stehen bleibt. Im Sommer bei 30-35 Grad sicher sehr erfrischend. 80/100 Pkt.

6. 2005 Riesling Spätlese trocken „Niedermenniger Euchariusberg“ Weingut Willemshof / Mosel / (SAAR) Naturkork
Zuerst wird über einen vermeintlichen Kork diskutiert, auch Gumminoten machen die Runde, Böcksernoten sind aber eindeutig zu riechen. Daneben macht sich Grapefruit breit. Insgesamt ordentlich, wenn auch mit wenig Spiel. 80/100 Pkt.

7. 2005 Riesling Spätlese trocken „Kröver Paradies“ Martin Müllen / Mosel / Naturkork
Anfangs rauchige und florale Noten, dahinter dezente Anklänge überreifen Pfirsichs, wirkt unruhig, ja fast zerissen; auch nach 3 Tagen sehr unharmonisch und deutliche Bitternoten. Da sich diese „Stilistik“ auch bei den folgenden Weinen von Martin Müllen fortsetzte, kann ich mir diese schwierige Verfassung nur durch eine völlige Rückzugsphase der Weine erklären. Keine Wertung.

8. 2005 Riesling Spätlese (*) trocken „Kröver Letterlay“ Martin Müllen / Mosel / Naturkork
Kaum Frucht, Wachsnoten, kräutrige, dezente kühle Mineralik, aber auch eine gewisse Schärfe, die ich mit brandig oder alkoholisch benennen möchte, wenig Harmonie, fehlt der Mittelbau. Keine Wertung.

9. 2005 Riesling Spätlese (**) trocken „Kröver Paradies“ Martin Müllen / Mosel / Naturkork
Im Verhältnis zu den beiden vorigen Weinen ein etwas fruchtbetonterer Auftakt. Von der Stilistik eher eine „wärmere“ Ausstrahlung, laktische Noten nach saurer Milch, bitter, keine Harmonie. Keine Wertung.

Folgender Weine wurden noch aus aktuellem Anlass kurzfristig in die Probe eingebaut:
der Anlass: 2. bester trockener Riesling aus 2006 beim 20. DEUTSCHEN RIESLINGPREIS des FEINSCHMECKER

2006 Riesling Spätlese trocken „Buntsandstein“ – Theo Minges / Pfalz / Vinolok-Glasverschluß
dezent rotfruchtig, roter Pfirsich, feine Nase, im Mund sehr schöne harmonsiche Frucht, saftig. Die schöne Frucht wird durch feine Bitternoten wie Zitruszesten ausbalanciert, schwingt schön auf der Frucht aus. So stelle ich mir eine trockene Rieslingspätlese vor, ein Pfälzer wie ich ihn mir wünsche. Sehr gute 90+/100 Pkt

Nach den trockenen Weinen kam erst einmal etwas Enttäuschung auf, gerade von Martin Müllen hatten wir uns deutlich mehr erwartet. Man hat ein wenig das Gefühl, dass der Winzer viel will und darüber den Spaß vergißt, die Weine wirkten angestrengt. Überzeugt hat der Grauschiefer von Altenkirch, noch etwas mehr der Buntsandstein von Theo Minges

Weine feinherb – fruchtsüß

10. 2005 Riesling QW halbtrocken „Winninger Röttgen“ Weingut Rüdiger Kröber / Mosel / Naturkork
Ausgeprägter Spont-Ton. Ausgewogenes Süße-Säurespiel, wir schmecken Birnen und Ananasfrucht. Gut. 82/100 Pkt.

11. 2006 Riesling Spätlese feinherb „Trittenheimer Apotheke“ Weingut Jungheld / Mosel / Vinolok-Glasverschluß
(Joint-Venture P.Weltner – Franken & Niko Schmitt – MSR)
sehr deutliche Zitrusfrüchte, Säure sehr prägnant, die Süße ist noch nicht verwoben. 80/100 Pkt.

12. 2006 Riesling Spätlese feinherb „Kräuterhaus“ Weingut O. (Olaf Schneider) / Mosel / Naturkork
Bei den Mitverkostern gänzlich unbekannt, überraschte die Qualität viele. Wunderbar frischer Riesling-Duft, am Gaumen von einer schönen Saftigkeit geprägt, tolles Spiel von reifer, massvoller Säure und natürlicher, nicht klebriger Süße. Sehr gut. 85/100 Pkt.

13. 2006 Riesling QW Big Fish „Rüdesheimer Bischofsberg“ Weingut George / Rheingau / Naturkork
Das „Sorgenkind“ aus dem Hause Wagenitz. Blieb in der Vergärung bei 30g Restzucker stehen, eigentlich sollte es der Nachfolger des bei uns sehr erfolgreichen 2005er BIG FISH Berg Rottland werden, aber aufgrund der Unsicherheit über den weiteren Werdegang des Weinrs entschieden wir uns für den 2006er Riesling „Berg Rottland“ trocken.
Feige und Datteln waren die ersten Assoziationen, ein Teilnehmer sprach gar von einer positiv beissenden Mineralik. Die 13% Alkohol waren sehr gut engebunden und der Wein hatte eine wunderbare Länge. 88/100 Pkt.

14. 2006 Riesling Spätlese „Kräuterhaus“ Weingut O. (Olaf Schneider) / Mosel / Naturkork
Spontangäraromatik, etwas Dosenpfirsich, feine Rotfrucht, etwas wuchtiger und dadurch nicht unbedingt finessenreich und leicht zu trinken. 83/100 Pkt.

15. 2005 Riesling Spätlese „Winninger Röttgen“ Weingut Rüdiger Kröber / Mosel / Naturkork
Botrytis- und Muffnoten, Rapshonig, geht auch eher in die etwas wuchtige Richtung, warme Ausstrahlung. 81/100 Pkt.

16. 2006 Riesling Auslese „Ungsberg“ Weingut O. (Olaf Schneider) Mosel / Naturkork /
Wieder als einer der besten Weine bewertet. KJaum Sponti, spannende Nase, changiert zwischen Frucht und würzigen und kräuterigen Noten, Lindenblüten, Bananenschale, gelbe Früchte. Sehr schöne Harmonie und Tiefe, dabei immer animierend, fröhlich Trinkspaß bereitend. Trotz der mundfüllenden Art sehr schön elegant und fein. Mit diesem Wein fand eine nicht immer begeisternde Probe einen versöhnlichen und hochklassigen Abschluß. 92+/100 Pkt.

Danach gab es noch zwei mitgebrachte 89er Rieslinge vom Osthofener Goldberg, die aber leider nicht mehr wirklich viel Genuß boten, auch drei andere Rieslinge konnten kein Highlight setzen.

Sehr schön zeigte sich dagegen wieder unser 2005er Chianti Classico von Altiero, vielleicht fast einen Tick zu dunkelfruchtig, dezente Holundernote um ganz typisch zu sein, aber feine Veilchennote und dunkle Kirsche, dazu eine spürbare, gleichwohl wunderbar bekömmliche Säure. Saufwein mit Anspruch, so macht Chianti noch Spaß und dazu noch ein sehr fairer Preis. Immer wieder sehr schön diesen Wein zu trinken.

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