K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Archive for the ‘K&M on Tour’ Category

Wir berichten von besuchten Messen, von unseren Reisen in die Weinbaugebiete und allem, was sich außerhalb unseres Ladens in Sachen Wein abspielt.

Die Ziereisens – Besuch der 2008er Jahrgangsprobe am 27.11.2010

Posted by Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 9 Dezember 2010

TERMINHINWEIS:

Jahrgangsprobe Ziereisen bei K&M Gutsweine, dazu öffnen wir alle Champagner von Cyril Janisson
 (5 € Kosten)

Do, den 16.12.2010 16-21 Uhr K&M Gutsweine – Bockenheim, Hamburger Allee 37, 60486 Frankfurt
Sa, den 18.12.2010 12-17 Uhr K&M Gutsweine – Nordend, Gluckstrasse 20, 60318 Frankfurt

Weitere Infos: hier klicken

Impressionen bei Hanspeter und Edeltraut Ziereisen 2010

Ach was war des scheee. Edeltraud und Hanspeter Ziereisen hatten zur jährlichen Jahrgangspräsentation geladen und für mich Grund genug, nach einigen Besuchen zur etwas wärmeren Jahreszeit mich diesmal zur Adventszeit auf den Weg gen Süden der Republik aufzumachen. Der Wettergott hatte auch ein Einsehen und tauchte die Markgräfler Landschaft und den Ziereisen´schen Hof in ein „Winter-Wonder-Land“.

An 5 Stationen über das ganze Haus sowie über das angrenzende Blumenatelier verteilt konnte man die aktuellen Jahrgänge in Weiß und Rot probieren, dazu gesellten sich auch Weine der Winzer, die die Ziereisens´s ebenfalls aufgrund der gr0ßen Nachfrage aus der Schweiz nach deutschen Weinen in ihrem Hofladen verkaufen, (van Volxem / Saar), ( Jochen  Beurer / Würtemberg), (Markus Molitor / Mosel). Gastwinzer war Thomas Teibert von der Domaine L´Horizon aus dem Roussillon,  dazu aber später mehr. Der Gastgeber war sichtlich überrascht, uns zu sehen, freute sich aber sehr herzlich und bot sogleich ein Quartier an, falls wir angesichts der zu probierenden Menge nicht mehr gen Heimat fahren wollen. 

2002er Pinot Sekt (12 €)
Hanspeter ist ein großer Fan von gutem „Prickelwasser“, (bei unserer letzten RendezVino verteidigte er vehement eine Flasche Champagner Janisson-Baradon „Toulette“), aber der 2002er und der noch folgende 03er werden seine letzten Prickler sein, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Eigentlich schade, denn dieser 02er war richtig gut und man merkt auch hier den hohen Anspruch. Feinstes Mousseux, sehr elegant am Gaumen, wunderbare Aromen gelber Früchte, etwas Nuss. Sehr stimmig und auch nachhaltig. (88/100 K&M Punkte)

2008 und 2009er Weißer Burgunder (8,80 €)
Immer wieder schön, Weine aus zwei aufeinanderfolgenden Jahrgängen parallel zu verkosten und auch einmal den Jugendwahn-Trinkern den Zahn zu ziehen. Während hierzulande schon über ungelegte Eier (2010er Jahrgang) geurteilt wird, der 2009er noch nicht einmal seinen Kinderschuhen entwachsen ist, bereitet jetzt der 2008er – egal, bei welchen Weingütern ich die letzten Wochen probiert habe – enormen Trinkspaß. Diese Leichtigkeit, diese reife, zarte Säure, die Aromenentwicklung, alles passt jetzt perfekt zusammen und entwickelt sich auf der Zunge zu einer perfekten Harmonie, alleine, wie auch zu einem schönen Essen. Auch hier zeigt der feine, zart Apfel-Birnen- Fruchtige 08er deutlich seine Vorteile gegenüber dem noch deutlich von Hefe geprägten, mit Maracuja-Frucht unterlegtem, auch wuchtigeren 2009er. (87/100 Gault Millau 2011, 86/100 K&M-Punkte)

2009 Gutedel „Steingrüble“(10,50 €)
Gutedel kann so fade, langweilig und dünn wie Wasser sein.. Was Hanspeter jedoch dieser Rebe durch konsequentes Qualitätsmanagement im Weinberg wie im Keller entlockt, ist schon faszinierend. Die knapp 30 jährigen Reben stehen auf Muschelkalkböden, zeigen durch die niedrige Säure und den feinen Schmelz fast burgundische Züge. Und Kraft hat der Wein allemal. Hanspeter lässt den Most einige Zeit auf der Maische stehen und ihn zudem im Fass reifen. Wir schmecken florale Noten, auch Äpfel und Zitrus, am Gaumen zeigt er eine mittlere Kraft, zarten Schmelz und: TRINKIGKEIT! Dazu noch eine leicht hefige Note mit einem kleinen Bitterl im Nachhall, dieses stört aber so ganz und gar nicht. (87/100 Gault Millau 2011, 86/100 K&M-Punkte)

2008 Blauer Spätburgunder „unfiltriert“ (8,80 €) (als Schnäppchen-Wein im Gault Millau 2011 ausgezeichnet)
Ganz feine Rotfrucht, Pflaume, Tannin lugt noch etwas hervor, feine Säure, die Frucht wirkt niemals kitschig aufgesetzt, ja gewollt, sondern immer in Richtung Pflaume und Kirsche tendierend. Im Kern feiner Schmelz und für einen Einstiegswein von sehr, sehr guter Qualität. (87/100 Pkt. Gault Millau 2011, 88+/100 K&M Punkte)

2008 Zunderobsi Cuvée (12 €)
Hanspeter beugt sich (gerne) dem Druck seiner Kundschaft. Was 2006er nur als Notlösung wegen der minderen Qualität der Syrah für seinen Gestad eingeführt wurde, erfreute sich so großer Nachfrage, dass er 2008 wieder mit einem Zunderobsi aufwartet. Und das „Teil“ ist nochmals besser geworden. Zu Spätburgunder und Syrah gesellt sich ein wenig Regent, die man durch die dunkle Farbe zu erkennen scheint. Duftet nach Blaubeeren, Kirsche und neuem Holz (18 Monate Barrique, 20% davon waren neu) Am Gaumen voller dunkler Frucht, ein Maul voll Wein, frische rote Frucht, kühl, rauchige, pfeffrige Noten, sehr saftiger Charakter. (keine Wertung Gault Millau 2011, 87/100 K&M Punkte)

2007 Grauer Burgunder „Musbrugger“ (18 €)
35 jährige Rebanlage, in einer Korbpresse schonend gepresst und im großen Holz spontan vergoren. Vollreife, und herrlich ausgeprägte gelbe Fruchtnoten, auch feine Gebäcknoten (Nuss, Butter), kraftvoll am Gaumen, endet in einer wunderbar kalkigen Mineralität, zügelt die Kraft und gibt dem kraftvollen eine herrliche Wendung ins Mineralische. Lang! (keine Wertung Gault Millau 2011, 90/100 K&M Punkte)

2008 Chardonnay „Hard“ (18 €)
Der Hard zeigte sich in dieser Reihenfolge der Probe etwas arg von seiner frischen, doch eher kargen Art. Relativ säurebetont, zarte Rauchnoten, leicht herb-grüne, vegetative Noten. Würde mir da lieber noch einmal eine andere Flasche zu Rate ziehen, denn so kenne ich ihn nicht. (90/100 Pkt. Gault Millau 2011, o.W K&M Punkte)

2008 Grauer Burgunder „Jaspis“ Alte Reben (30 €)
WOW! Was für ein Kaliber! Der Wein packt zu und lässt einen nicht mehr los. Der Duft irgendwo zwischen Quitten, gelben Äpfeln, Birnen, Aprikose. Auf der Zunge von seidig-dichter Textur, cremig. Zeigt aber auch über eine feine, reife Säure eine tolle Rasse. Tolles Spiel am Gaumen, seidige Textur, crispy frisch, tolle Konzentration, enorme Kraft. Hanspeter nennt ihn „seine Montrachet“. Für mich das weiße HIGHLIGHT, noch vor den Gastweinen aus dem Roussillon der Domaine L´Horizon. (91/100 Pkt. Gault Millau 2011, 93/100 K&M Punkte)

2008 Blauer Spätburgunder „Tschuppen“ (12 €)
Viel reife Fruchtaromen, Zwetschge, insbesondere Kirsche, die Aromen wirken sehr natürlich, ich erinnere mich an den Geschmack der Früchte, als man noch selbst auf den Baum klettern konnte. Dazu eine bestimmende, reife Säure, die aber durch den Schmelz des Weines wunderbar aufgefangen wird. Alles wirkt sehr harmonisch, macht schon viel Spaß, kann aber durchaus seine 7 Jahre lagern, wie neulich ein 2003er Tschuppen eindrucksvoll als begleitender Wein zu einem Hirschrückensteak belegte. (88/100 Pkt. Gault Millau 2011, 89+/100 K&M Punkte) Bei K&M auch als MAGNUM verfügbar

2008 Blauer Spätburgunder „Schulen“ (18,50 €)
Der Schulen zeigt sich im Vergleich zum Tschuppen deutlich dunkelfruchtiger und wesentlich konzentrierter. Ich schmecke schwarzen Pfeffer, Lakritz, auch sehr ätherische Kräuternoten (ja es war der Schulen und kein Syrah) Fleischig, mundfüllend, auch feines Tannin, die Säure da, versteckt sich aber hinter der fleischigen Fruchthülle des Weines. Wunderbarer Wein!! (89/100 Pkt. Gault Millau 2011, 90/100 K&M Punkte)

2008 Blauer Spätburgunder „Rhini“ (22 €)
Hanspeter schaute etwas komisch, als ich meinte, für mich der vernagelste Wein der Serie. Klar, Tschuppen und Schulen sind eigentlich immer die offensten Weine, der Rhini zeigt sich für mich aber eher immer über seine kraftvolle Art denn seine Frucht, die mich diesmal an aromatische Himbeeren erinnerte. Zeigt Kraft und ist herrlich elegant am Gaumen, in der Leichtathletiksprache würde ich ihn als Langstreckenläufer bezeichnen, allerdings bepackt mit Muskeln. 10 Jahre Reife sollten kein Problem für ihn, also den Wein, werden. (92/100 Pkt. Gault Millau 2011, 92+/100 K&M Punkte)Bei K&M auch als MAGNUM verfügbar

2008 Syrah „Gestad“ (22 €)
Kühl bis unter den Kapselrand, wirkt recht leicht (hat auch nur 11,9 Volt), am Gaumen ebenfalls sehr straff, die Säure noch etwas prononciert, wahrlich kein Schmeichlerwein, dunkle Beeren, hat guten Zug am Gaumen, Graphitmineralik (??). Puristisch, muss ich nochmals nachprobieren. (90/100 Gault Millau 2011, o.W. K&M-Punkte) Bei K&M auch als MAGNUM verfügbar

2008 Pinot Noir Jaspis Alte Reben (35 €)
Duftet nach hochreifen roten Beeren, aber auch dunkle „Untertöne“ von schwarzen Johannisbeeren mischen mit. Holz?, Ja, aber mehr gebrauchtes Fass, keinesfalls dominant, die Frucht, die Dichte, die Länge, all diese Faktoren gehen eine wunderbare Verbindung miteinander ein. Wirkt einerseits kraftvoll, dann aber wieder filigran. Tolle Länge. (92/100 Pkt. Gault Millau 2011, 91/100 K&M Punkte)

2008 Pinot Noir Jaspis Jungfernwein (28 €)
Erstertrag aus neu angepflanzten Reben in der Gemarkung Tschuppen. 2 Träubchen pro Stock wurden geerntet, der Saft 7 Wochen auf der Maische gelagert und für 20 Monate in je 50% neuen und gebrauchten 2 Barriques ausgebaut, Hanspeters Spielwiese….Viel reife Beeren, am Gaumen dicht und kompakt, weich wie Seide, Lakritz, fleischig (ein Maul voll Wein) 3 Flaschen wanderten in den Kofferraum…(k.W. Gault Millau 2011, 90+/100 K&M Punkte)

Von den Gastwinzern stachen vor allem die Weine des gebürtigen Schwaben Thomas Teibert heraus. Er betreibt die Domaine L´Horizon an der Côtes du Roussillon. Wir probierten:

2008 und 2009 Le Patriot VdP Côtes de Catalanes
Eine Cuvée aus den Rebsorten Macabeau und Muscat Petit Grain, der 09er besteht zu 95% aus Muscat. Eine völlig andere Welt im Vergleich zu Hanspeters Weinen. Zuerst fiel mir die relativ reife, fast süßliche Frucht auf, insbesondere beim 08er, dazu schmeckten wir auch würzige Nuancen, für mich alleine getrunken eher zu anstrengend, der 09er hatte den Vorteil der Frische, war recht süffig, groß lagern würde ich aber beide Weine nicht. Kostet bei Hanspeter 20 €, in Frankfurt für 18 € gesehen.

2008 Domaine de L´Horizon blanc
Aus größtenteils Macabeu, dazu Grenache Gris und etwas Grenache Blanc entsteht ein Kraftpaket von Wein, der mit seinen subtiler Aromen von Zitrus, Tabak und floralen Noten Tiefe und Komplexität verbindet. Am Gaumen angenehm frisch, sehr harmonisch, Aromen von Steinobst (Pfirsich) wieder Tabak, ungemein trinkig. Kostet um die 30 €, (in Frankfurt für 26,50 € gesehen), ehrlich gesagt hatte ich am 08er Jaspis Grauburgunder von Hanspeter mehr Spaß.

Ziereisen-Weine bei K&M Gutsweine

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Aubergine in Wien

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 1 Juni 2010

Wien

Selbst Einheimischen Bekannten (und die kennen fast jeden Laden in Wien) ist dieses Restaurant fast unbekannt. Wir waren mit unserem Winzer dort eingeladen und beim Eintreffen sofort verliebt in das einfache, aber geschmackvolle Ambiente. Zu Beginn des Abends gab es an der Bar erstmal nach einem anstrengenden Tag einen Erfischung in Form eines Bieres (Weinprofis verstehen diesen Satz) Anschließend nahmen wir an den wenigen Tischen Platz. Wir hatten ein wunderbares, handwerklich perfekt zubereites 8-Gang Menü um die 80 €, keine Riesenportionen sondern in dem Maße, das man beim Rausgehen um Mitternacht auch noch den Weg zu Fuß heim schafft und man wohlig einschläft. Grandios der perekt niedertemperaturgegarte Maibock, Klasse der Fourme d´Ambert (von Bernard Antony aus dem Elsaß) mit Quittenkompott, sensationell die hauchdünn gebratenen Gänsestopfleber. Dazu eine sensationell kalkulierte Weinkarte, auch mit deutschen Toptropfen (Künstler, Dönnhof, van Volxem etc.) Urig und höchst kompetent im Servive: Michael Wiesinger, könnte sofort in jedem Fil in und über Wien als Wirt eingesetzt werden . Herrlich!

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Figlmüller in Wien

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 1 Juni 2010

Man liest viel über Figlmüller und folglich muss man wohl hin. Aber bei mir war es das erste und letzte Mal. „Reserviert“ Schilder auf den Tischen, aber wir bekommen einen. Kaum sitzt man, wird einem die Karte gereicht, kaum hat man die erste Seite aufgeschlagen, wird gefragt was man gerne hätte. Natürlich nimmt man das XXXL Schnitzel, machen ja alle, nach 5 Minuten steht das Teil links und rechts über den Teller lappend auf dem selbigen. Das es KEIN KALBSSCHNITZEL ist, wird nicht erwähnt, aber jeder einigermassen informierte Mensch sollte dank Lafer, Lichter, Lanz und Sass wissen, dass eben nur ein aus Kalbfleisch paniertes Schnitzel als Wiener Schnitzel bezeichnet werden darf, Fantasiebezeichnungen wie Figlmüller-Schnitzel ist halt nun mal aus Schwein. Das Essen war gut gemacht, dennoch werde ich beim nächsten Besuch echtes Wiener Schnitzel essen, empfehlungen von Wienern hab ich genug. P.S. Der Service macht die Arbeit wie am Fliesband und auch so lustlos. Und über den Wein hülle ich lieber den Mantel des Schweigens, wir saßen direkt am Tresen.

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Wachgeküsst: VDP Weingut Franckenstein / Baden gibt Gas

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 26 Mai 2010

Pfingsten bietet wieder einmal die Zeit, die vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen und die diversen Eindrücke von Verkostungen in Worte zu fassen. Nachdem nun einige Zeit ins Land gegangen ist, sind mir am stärksten die Eindrücke der Verkostung der Weine eines Weingutes auf der VDP-Probe Baden in Neuweier sowie auf der Badischen Weinmesse in Offenburg in Erinnerung geblieben.

 

Bis dato waren mir die Weine vom Weingut Freiherr von und zu Franckenstein aus Offenburg nicht ins Glas gekommen und wären sie sicherlich auch in Neuweier nicht, wäre am Stand von Andreas Laible, mit dessen Weinen wir beginnen wollten, jemand zugegen gewesen. (Wir haben dann später nachprobiert, der „Altmeister“ hat wieder einmal wunderbare Weine auf die Flasche gebracht, die 2009 sicher auch zu den besten der Region gehören dürften)

 

Glücklicher Zufall, jedenfalls hat uns der erste verkostete Wein – ein 2009er Berghauptener Schützenberg Weissburgunder Kabinett trocken derart beeindruckt, dass ich hier unbedingt die weiteren Weine probieren wollte. Für einen Kabinett ungemein druck- und kraftvoll, kann aber dennoch laufen, zeigt am Gaumen eine wunderbar frische Art und vor allem Saftigkeit, dazu eine feine Cremigkeit. Auch die Säure ist ungemein fein, denn der Schützenberg ist eine Gneislage und profitiert von den etwa 2-3 Grad kühleren Temperaturen als in den anderen Lagen des Weingutes, so gibt es dort nie Probleme mit den Säurewerten der Weine. „Ist noch eine Fassprobe, im Mai soll gefüllt werden, “ meinte der junge Mann hinter dem Stand „und liegt bei fast 100 Grad Oechsle, also schon im hohen Spätlesebereich“ meinte er nun vor dem Stand. Ich hielt erst einmal mit meiner Begeisterung hinter dem Berg, war aber sehr angetan und wollte unbedingt weiterprobieren. Kochikone Schuhbeck hätte wohl verkündet: „der Wein ist in sich stimmig, was willst da meckern“. „Stammt von Gneisverwitterungsböden“, meinte der junge Mann und begann nun zu erzählen.

 

Bis ins 13. Jahrhundert zurück recht die Chronik des Weingutes. Damalige Besitzer waren die Ritter von Bach, Grundherren im Raum Offenburg. Die älteste betriebliche Aufzeichnung über einen Rebhof stammt aus dem Jahre 1517. Knapp 200 Jahre später kamen die Weinberge 1710 durch Vermählung in den Besitz der jetzigen Eigentümer, der Freiherren von und zu Franckenstein, die 2010 somit ein Jubiläum feiern dürfen.

 

In der jüngeren Geschichte des Weingutes ragt vor allem ein Name heraus. Fast 30 Jahre war Hubert Doll für den Ausbau der Weine verantwortlich, zunächst als Betriebsleiter, ab 1985 auch als Pächter. Doll war ein Verfechter von Qualität statt Masse, 1992 folgte daher die logische Aufnahme in den Verband der Prädikatsweingüter Deutschlands. Hubert Doll gilt übrigens als der Vater des “trockenen Grauburgunder“, denn als alle noch süße Ruländer erzeugten, war er der erste, der aus dieser Rebe 1979 einen trockenen Grauburgunder vinifizierte.

 

2007 ging Hubert Doll in den verdienten Ruhestand und es musste ein Nachfolger gefunden werden. Priorität war: er muss aus der Region stammen und so standen bekannte Namen wie z.B. Alexander Laible, der nun sein eigenes Weingut in Durbach führt, sowie die WG Hex vom Dasenstein, auf dem Wunschzettel, aber auch die Familie Huschle fragte an. Und da Vater Georg als ehemaliger Geschäftsführer der WG Zell-Weierbach die Rebanlagen sehr gut kennt, ist nun seit Februar 2008 die Familie Huschle am Ruder dieses traditionellen Weingutes. 14 Hektar wollen nun bewirtschaftet werden. Mit Vater Georg steht ein erfahrener Weinspezialist und Winzer zur Seite. Er war bereits für mehrere Weinkeller in bedeutenden badischen Weinbetrieben verantwortlich. Dank der guten Pflege der Weinberge durch Hubert Doll, der dem neuen Team beratend zur Seite steht, waren die Vorraussetzungen perfekt, den der junge Winzer Stefan Huschle vorfand.

 

 

Es war jedoch kein Sprung ins kalte Wasser für den 29 jährigen Geisenheim-Absolventen Stefan Huschle, denn er konnte sich bereits mit der Ernte 2007 in den Betrieb einarbeiten. 2008 war der erste eigenverantwortliche Jahrgang, den er ausbaute und dem der Gault Millau Weinguide sofort einen Qualitätssprung „mit deutlicher Tendenz nach oben“ attestierte, Niko Rechtenberg von „Nikos Weinwelten“ schrieb im Januar 2010: Freiherr von und zu Franckenstein (Ortenau): nach der Übernahme durch die Familie Huschle beginnt das Gut aus dem Dornröschenschlaf zu erwachen. Wenn jetzt die Weine noch feiner werden, hat das Gut eine große Zukunft.

. Huschle selbst ist gebürtiger Offenburger, absolvierte seine Lehre im Weingut Schloss Ortenberg und nutzte die Gelegenheit, sich per Praktikum bei Karl-Heinz Johner im fernen Neuseeland ein paar Dinge abzuschauen.

 

Was bei Hubert Doll 1978 mit 6,5 Hektar begann, findet nun mit mittlerweile 14 Hektar Reben in besten Ortenauer Lagen in Zell-Weierbach und Berghaupten seine hochqualitative Fortsetzung.

 

Im Gespräch merkt man ihm seinen Ehrgeiz an, dass Weingut weiter voran zu bringen. Auch setzt er sich sehr für die Belange seiner Region ein, seit Anfang des Jahres ist er stellvertretender Sprecher der Ortenauer Weingüter. Qualität steht für ihn ebenso an erster Stelle wie die Typizität des jeweiligen Terroirs ins Glas zu bringen. Die warmen, tiefgründigen Urgesteinsböden (Granit und Gneis) und das günstige Klima prägen die Weine; zur Eleganz und Rasse kommen Fülle und Reife. Durch sorgsamen Ausbau und Pflege wird diese naturgegebene Qualität erhalten und gefördert.

 

Ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung des Weingutes und hatte schon wenige Tage später die Gelegenheit, die Weine im Rahmen einer Kulinarischen Weinprobe im pfälzischen Weingut und Restaurant Hofgut Gönnheim erneut probieren zu können. Das Motto war Pfalz trifft Baden

 

Das Menü

 

Grillierter Thunfisch im Sesammantel mit mariniertem Pfälzer Spargel

 

2007er Gönnheimer Sonnenberg Gewürztraminer Spätlese feinherb

 

2007er Zell-Weierbacher Neugesetz Riesling trocken Großes Gewächs (Monopollage auf Granitverwitterungsboden)

 

Alleine getrunken machte der Neugesetz-Riesling das Rennen. Kraft, dabei elegant mit angenehmer Säure, wirkt sehr vielschichtig am Gaumen. Zum Thunfisch jedoch war er zu kräftig und tendierte ins leicht süßliche, der Thunfisch wurde regelrecht platt gemacht. Der Gewürztraminer (14g Restzucker) spielte regelrecht mit dem Gericht, passte sehr gut zum leicht mit Schärfe ausgestatteten, marinierten Spargel. Beide ergänzten sich perfekt. 1:0 für die Pfalz

 

Badische Schneckencrèmesuppe

 

2009er Riesling Kabinett trocken „Deidesheimer Hofstück“
Komplett durchgegorener Riesling mit angenehmer Säure, feine Pfirsichnoten. Super-Preis! (4,30 € ab Hof)

 

2008er Zell-Weierbacher Abtsberg Grauer Burgunder trocken

Mediterrane Noten von Zitrusfrüchten, Quitte, etwas Orangenzesten, Schmelz, leicht nussig, zarte Säurenoten, frisch. Deutliche Mineralnoten im Nachhall.

 

Ich bin kein Freund von Weinen zu Suppen, dennoch war mir der Grauburgunder zur Suppe angenehmer, als der resche Riesling, entscheidend war für mich Kombination der erdigen Schnecken und der Sahensüße mit dem Schmelz des Grauburgunders. Fand ich passender. Grandios aber das Preis-Leistungsverhältnis des Pfälzer Rieslings. Dennoch Punkt für Baden und damit 1:1

 

Angerauchter Kaninchenrücken auf Raukenrisotto mit Rote Bete Schaum

 

2008er Gönnheimer Klostergarten Chardonnay Spätlese trocken – im Barrique gereift –

Zweitbelegtes Barrique- Fasses, viel, viel exotische Frucht, noch vom Holz geprägt, trocken ausgebaut. Tat sich etwas schwer zum Raukerisotto,

 

2008er Berghauptener Schützenberg Chardonnay Spätlese trocken

Chardonnay aus der kühleren Gneislage vom Anfang des Kinzigtals – sehr stimmiges Säure Spiel und Schmelz, ausdrucksvoller Chardonnay, der packt und begeistert. Passt zum recht dominanten und leicht nussig-bitteren Raukerisotto wie der Deckel zum Topf zu diesem Gericht. 2:1 für Baden

 

Limettensorbet (höchst erfrischend) 

 

Gebratenes Rinderfilet mit Tomatenjus, Annakartoffeln und dicken Bohnen

 

2006er Gönnheimer Sonnenberg Regent QbA trocken – im Barrique- (für 12 Monate)

2007er Zell-Weierbacher Neugesetz Spätburgunder trocken Großes Gewächs
(6 Wochen Maischestandzeit, 18 Monate Barrique 80% Erstbelegung, 20% Zweitbelegung)

 

Beide Weine machten solo eine gute Figur, beide möchte man auch alleine gerne trinken. Während der Regent eher über eine reife, dunkle Frucht (Cassis- und Brombeernoten) seine Visitenkarte abgab, bestach der Spätburgunder mit seiner Kraft und Finesse. Insgesamt erwachsener und vielschichtiger zum Essen präsentierte sich das Spätburgunder Große Gewächs. Großartig übrigens das ungemein zarte Fleisch. In unmittelbarer Nachbarschaft werden Charolais-Rinder gezüchtet. 3:1 für Baden

 

Liaison von Erdbeere & Rhabarber mit Balsamicoeis

 

1999er Riesling Eiswein

163g Zucker pro Liter bei 8% Säure, alleine schon fast ein Dessert selbst, zeigt schon Reifenoten, kernige Säure

2009er Spätburgunder Auslese

Feinfruchtig, elegant. Beide Weine taten sich mit dem Balsamicoeis alleine sehr, sehr schwer, in Verbindung mit dem Mousse der Früchte und dem Hippenteig waren beide Weine perfekt passend. Unentschieden und somit 4.2 für Baden.

 

FREIHERR VON UND ZU FRANCKENSTEIN

Stefan Huschle
Weingartenstraße 66
77654 Offenburg
Telefon: +49 (0)781/34973
Fax: +49 (0)781/36046
weingut@weingut-von-franckenstein.de
http://www.weingut-von-franckenstein.de 

 

 

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#Weinbergsleuten GG-Lage Baden-Baden-Neuweier

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 8 Mai 2010

Eben zurückgekommen vom Weinbegsleuchten in der Große-Gewächs-Lage Mauerberg in Baden-Baden (Neuweier)

Hier ein paar Impressionen

Der Mauerberg bei Tageslicht

Schloß Neuweier

Auf der zuvor stattfindenden VDP Probe begeisterten mich vorallem die Weine von Freiherr von und zu Franckenstein. Super der noch nicht gefüllte 2009er Weißburgunder Kabinett trocken, und das 2008er Grauburgunder GG Gewächs. Großartige, mineralisch geprägte Weine mit wunderbarer Substanz, feiner Frucht und herrlicher Nachhaltigkeit.

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Verkostungsnotizen der 2009er Weissweine von Alexander Laible

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 5 April 2010

Vergangenen Sonntag machte ich auf der Rückreise von der Messe „Grand Jour de Bourgogne“ Halt bei Alexander Laible in seinem schmucken Weingut in Durbach-Ebersweier. Vielen Dank an Alexander, dass er sich auch an diesem Sonntag über 2 Stunden für uns Zeit genommen hatte. Sein Weingut hat seit unserem letzten Besuch im Januar 2009 nun auch einen Anstrich bekommen. Man hat das Gefühl, auf einem Weingut im Süden Europas vorzufahren.

 


Alexander Laible, trotz großartiger nationaler Erfolge ein bodenständiger und sympathischer Winzer


2008 Chardonnay Sekt brut

Liegt mit 17g Restzucker analytisch eher im feinherben Bereich, die 7g Säure puffern diese aber sehr schön ab. Aromen von reifer Banane, dazu am Gaumen von feiner Creme, trinkig. 86/100 Pkt.


2009 Weißer Burgunder trocken **

Weicher Ansatz, dann Noten von gelben Früchten, würzige und kräuterige Noten, Hauch Quitte, guter Trinkfluß, am Ende feiner Schmelz und wieder Kräuternoten. 87/100 Pkt

 

2009 Weißer Burgunder trocken SL ***

Im Antrunk geschmeidig und weich, wirkt und ist etwas fülliger und kompakter. Viel gelbe Früchte wie Mirabellen, Quitten und etwas Pfirsichen am Gaumen. Die leicht höhere Säure lässt den Wein im weiteren Verlauf straffer wirken. Sehr klare und saubere Aromen, entwickelt schöne Saftigkeit, macht Spaß. 90/100 Pkt

 

2009 Weißer Burgunder trocken CHARA ***

Noch von würzig-hefigen Noten begleitet, dennoch mit sehr klarer gelbfleischiger Frucht und einem Hauch exotischer Noten (Papaya, Passionsfrucht) unterlegter Wein. Klare, sehr aromatische Länge, klingt ungemein lange nach. Toller Wein. 90+/100 Pkt

 

2009 Grauer Burgunder trocken **

Aromen von Birnen und Melonen, am Gaumen mit herrlichem Spiel von salziger Mineralität, Frucht und leichter Spontinote. Wunderbarer Schmelz am Gaumen, sehr schöner Grauburgunder, der folgende gefiel uns aber noch besser. 88+/100 Pkt

 

2009 Grauer Burgunder trocken SL ***

Unheimlicher intensiver, fast schon fülliger Auftritt. Viel Ausdruck am Gaumen: gelber Apfel, Pfirsich und Mirabellennoten, viel Druck am Gaumen, ungemein konzentriert, wirkt „erwachsener“ als der ** Grauburgunder. Großartiger Grauburgunder! 91/100 Pkt.

 

2009 Chardonnay trocken **

Würzig-hefige Note, zarter Schmelz. Im Ansatz etwas füllig, anschließend aber gut kompensiert mit einer schönen, frischen Art, etwas Mandarine und Limette, mit dezent kräuterigen Noten im schönen Finish. 87/100 Pkt

 

2009 Chardonnay trocken SL ***

Herrlicher fruchtiger Ansatz, kräftig und mineralisch zugleich (salzige Noten), herrlich ausgewogen und mit viel Kraft und Finesse ausgestattet. Bleibt sehr lange am Gaumen haften, trotz aller Kraft immens saftig und trinkig auf hohem Niveau. 92/100 Pkt.

 

2009 Chardonnay trocken CHARA ***

Wirkt straffer als die beiden Chardonnay zuvor, die Säure hat etwas mehr Einfluss, auch am Gaumen eher auf der straffen Art, nicht von zuviel Frucht dominierter Wein. Pfeffrige Noten, auch etwas gelbfruchtige Einflüsse 88+/100 Pkt

 2009 Spätburgunder Rosé trocken

Aus 85% Spätburgunder und 15% Lemberger. Im Duft schmeichlerische, natürliche Noten von roten Beeren, die wir auch am Gaumen wiederfinden. Himbeere, Kirschen und Erdbeeren, alles sehr natürlich wirkend, nichts kitschiges sondern ein handwerklich sehr seriöser Spaßwein, trocken ausgebaut. 85/100 Pkt

 

2009 Riesling trocken *

Saftiger, von reifer Säure geprägter Ansatz, pfeffrige Noten, klare Aromatik nach gelben Früchten , animierend, gute Länge und mit gutem Trinkfaktor 87/100 Pkt

 

2009 Riesling trocken Alte Reben ***

Frische Frucht, sehr klar und natürlich in seinen Aromen auftretend. Am Gaumen saftig, noch leicht hefige Noten, man merkt die Reife der Trauben förmlich auf der Zunge. 90/100 Pkt

 

2009 Riesling trocken SL ***

Sehr feiner und klarer Duft nach Birnen  und kleinen, gelben Pfirsichen, auch etwas Schale von rotem Apfel. Sehr fein und elegant am Gaumen, ungemein saftige Ader, feine Mineralität, herrlich lang am Gaumen. 92/100 Pkt.

 

2009 Riesling trocken Alte Reben SG ***

Stammt aus einer mit 55 Jahre alten Rieslingrebstöcken bepflnzten Parzelle namens Siegmatt in den Riesling-Lagen bei Sinzheim. (Baden-Baden). Ein großer Riesling. Schon der Duft ist betörend, man riecht immens reifes Lesematerial, es waren hochreife, kleine, ungemein aromatische Trauben, die Alexander für diesen Wein erntete. Immens druckvoll, großes Aromenreichtum, feine Mineralität, ein ständiges Wechselspiel der Aromen am Gaumen, mal gelbfleischig nach Mirabellen und Pfirsichen, mal rotschaliger Apfel und süße kleine Träubchen. Großartige Länge. 94/100 Pkt

 

2009 Riesling trocken CHARA ***
Wiederum eine klare und frische Aromatik, man merkt wiederum die hochreifen Trauben am Gaumen mit ihrer großen aromatischen Ausprägung, dazu gesellen sich rauchige Spontinoten, tolles Spiel am Gaumen, machen viel Spaß, wirkt frisch. 92/100 Pkt.

 

 

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Schokoladen-Kunstwerke aus Nuits-Saint-Georges

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 27 März 2010

Heute fand in Nuits Saint-Georges eine Schokoladen-Verkaufsmesse statt. Jedes Jahr gibt es dort einen Wettbewerb der Jungchocolatiers, die Schaustücke aus Schokolade herstellen.

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Grand Jour de Bourgogne 2010 – Richebourg 88 & Entdeckungen & #gjdb #GrandJourdeBourgogne

Posted by Bernd Klingenbrunn - Freitag, 26 März 2010

Tag 3

 

Heute hatten wir durch den Weinfreund Wofgang die Gelegenheit, Jean-Marc Bouley, Winzer in Volnay kennen lzulernen. Wir kamen kurz vor 11 Uhr vor seiner Domaine an, dahinter liegt der Clos de la Cave und da kraxelte einer ganz oben zwischen den Rebzeilen, nämlich der Winzer. Jean Marc bewirtschaftet zusammen mit Sohn Thomas etwa 9 ha in Volnay, Pommard,, Haut Cotes de Beaune und in Beaune. Er spricht übrigens sehr gut deutsch, auch wenn er das immer gerne abstreitet.

 

Bouley gehört in Deutschland noch zu den wenig bekannten Winzern, die sich aber beileibe nicht im Schatten der bekannten Namen verstecken müssen, daür sind seine Weine einfach zu schön. Wenn man sie mit ein paar Wörtern charakterisierten müsste, würde ich dafür „delikat“, finessenreich“ und „eigenständig“ verwenden. Fast 30 Jahre keltert Jean-Marc nun seine Weine aber auch die zunehmende Aufmerksamkeit der Presse und die sehr guten Bewertungen in allen wichtigen französischen Weinführern (liegen in seinem Verkostungsraum wie in einer Art Schrein aus) und die von Burgundkoryphäe Allen Meadows haben den bodenständigen Winzer am Boden bleiben lassen. Seit Anfang 2002 ist nun auch Sohn Thomas im Betrieb mitverantwortlich, Ideen hat er sich aus diversen Auslandspraktika in Übersee mitgebracht. Gibt es eine bessere Kombination wie Erfahrung und Bauchgefühl des Vaters und Passsion und „in andere Fässer schauen“ des Sohnes?

 

Alle Weine begeistern durch eine frische, delikate Frucht, Tiefe und Komplexität. Alle Parameter für eine Verfeinerung auf der Flasche im heimischen Keller sind vorhanden und man sollte den Weinen diese Zeit auch geben.

 

2008 Bourgogne Haut-Cotes de Beaune

Der Jeden-Tag Wein des Hauses überzeugt selbst noch nach 3 Tagen in der geöffneten Flasche mit einer Frische, das man es kaum glauben mag. In seiner Preisklasse schwer zu toppen. Klassische Pinotfrucht, angenehme Säure.

 

2007 Volnay Vieilles Vignes

Kein nomineller Premier Cru, aber das Zeug dazu besitzt er, mein Lieblingswein. Ungemein feine Art am Gaumen, fast seidig, reife, rote, helle Beeren, immens lang. 90/100 Pkt. Um 20 €

 

2007 Volnay 1er Cru Clos des Chenes

Großer Ausdruck an roten Früchten, viel Kraft und Druck am Gaumen, feine, edle Tanninstruktur, grandiose Länge. Stammt aus einer 0,5 ha Parzelle

 

2006 Pommard 1er Cru Fremieres

Viel reife Kirsche, aber auch Massen an Tannin. Entwickelt ein ungeheuren Schmelz auf der Zungenmitte, herrlich eindringliche, rife Beerefrucht, noch etwas raues Tannin, am Ende kühle, mineralische Bodennoten, wirkt sehr fein und natürlich. 92-94/100 Pkt Um die 33 €

 

2006 Pommard 1er Cru Rugiens“

Der Topwein des Hauses! Reife Frucht, immense, druckvolle Konzentration, körperreich, dabei mit viel Finesse und Spiel am Gaumen. Einkellen und 10 Jahre reifen lassen. 93-95/100 Pkt. Um die 40 €

 

Anschließend ging es wieder Richtung Beaune, denn im Palais des Congress waren Verkostungen aus Maconnais und rund um Beaune angesagt. Nach 2 Tagen intensiven Verkostens hatten wir uns nun eine kleine Auszeit gegönnt, es gab aus unserer Sicht nichts wirklich Interessantes und auch eine gewisse Sättigung und Unlust angesichts des fantastischen Frühsommer-Wetters machte sich dezent breit. Wir probierten nur die Weine von unserer Domaine Cheveau aus Pouilly (fantastische 08er Pouilly Fuisse „Les Trois Terror“ „Ver Cras“ und „Vieilles Vignes“) Nicolas Cheveau hat mit seinen Weinen in Frankreich wieder einige Preise einheimst und gehört mittlerweile zu den Top-Betrieben und auch Vorbildern der Region Macon und Pouilly-Fuisse. Seine weißen 08er sind wieder ungemein cremig, fruchtig und mineralisch ausgefallen. Chardonnay, der weder fett oder sattmachend wirkt, sondern mit Dichte, Kraft und Verspieltheit von feiner Säure und Mineralik glänzt. Mitte April wird er auch seinen 09er Macon-Solutre aus dem Stahltank füllen, dann werden wir seine Weine auch wieder komplett im Laden und Internet-Shop anbieten können.

 

Auch Chantal Martin von unserer Domaine Michel Martin aus Chorey Les Beaune war mit Fassproben ihrer roten 08er Weine vertreten. Sie sind vom „einfachen“ Bourgogne rouge bis hin zum Beaune 1er Cru Clos du Roi wieder sehr gut gelungen. Feine rote Beeren im Duft, zarte Holztöne umschmeicheln die Nase, reife Säure gibt den Weinen eine herrliche Frische und vor allem auch die Zeit zu reifen. Am Abend konnten wir noch die 2009er als Fassprobe anschmecken. Viele reden im Burgund von einem großen Jahr, ähnlich dem 2005er, aber auch ich habe bei vielen Proben von 09ern den Eindruck, dass es den Weinen an zwei Dingen zum großen Jahr fehlt: Säure und Konzentration, denn diese sind für einen großen Jahrgang wichtig und die hat 2009 nicht. Es ist ein sehr guter Jahrgang, der ab Fass schon ungemein duftig und saftig daherkommt, die Tannine sind weich und rund. Sind wir also gespannt, was auf die Flasche kommt.

 

Am Abend waren wir dann bei Chantal und Michel zum Boeuf Bourgignon eingeladen. Ein wunderbar einfaches Essen sehr gut zubereitet. Interessanterweise hat der tags zuvor im Le Chambolle getrunkene 05er Chambolle-Musigny von Frederic Magnin gar nicht dazu gepasst, das viel Holz wirkte einfach störend. Dieser Wein wird wohl um die 40 € kosten und bestätigt einmal mehr mein Bild von den hochgehypten Namen im Burgund. Sie ernten jede Menge Punkte auf den Zetteln der Degustatoren (Allen Meadows gibt ein Outstanding = 90-94 Punkte), aber am Tisch beim Essen spielt die Musik. Und da trumpften 2 Weine auf. Ein kleiner, mit gerade einmal 8 € bezahlbarer 05er Chorey Les Beaune und der knapp 20 € günstige 04er Beaune Premier Cru des Hausherren. Die perfekte Marriage, die reife Säure des kleinen Chorey putzte erst mal das Holz des Chambolle von meinem Gaumen und auch ohne Essen bereiteten diese feinen, traditionell hergestellten Weine enormen Spaß. Das ist für mich GROß, unabhängig von Namen und Punkten!

 

Tag 4

 

Abseits der allseits bekannten Namen von Winzern und Regionen im Burgund, gibt es auch Appellationen, die ein gutes Verhältnis von Qualität und Preis aufzubieten haben. Rully, Givry, Mercurey, Montagny um nur einige zu nennen. Da kann man tolle Entdeckungen machen, daher sind wir heute die 35 km nach Mercurey gefahren, um diese Weine zu probieren und um auch einige Winzer wiederzusehen, die ich bei meinem vorletzten Besuch im Burgund kennnen- und schätzengelernt habe, wie z.B. Stephane Briday von der Domaine Michel Briday. Hier gefielen vor allem die Weißweine, die roten 08er waren noch sehr eckig und kantig und eigentlich eher unzugänglich, auch aufgrund ihres Tannins.

 

2008er Rully 1er Cru „La Pucelle“

Großartig! Mir gefällt bei seinen Weißweinen aus Rully besonders die Balance, die die Weine haben. Alle Einzelbausteine wie Frucht, Säure, Mineralik sind wunderbar zusammengefügt und ergeben einen feinstrukturierten, komplexen und niemals langweiligen Wein. Tolle Länge, tiefe Frucht, saftig am Gaumen, noch sehr junger, entwicklungsfähiger Wein.

 

Einer der bekanntesten Namen in Rully ist die Domaine Jacquesson. Diese Rully 1er Crus haben uns vor drei Jahren enorm beeindruckt. Die 2008er – auch die 1er Crus –  jedoch haben uns dieses Mal nicht wirklich begeistert. Sie kamen mir etwas zu breit angelegt vor, Mineralität war schon da, auch Cremigkeit, aber es fehlte Animation im Glas, auch Frische, schade.

 

Eine weitere Entdeckung waren die Weine von Francoise Feuillat-Juillott aus Montagny. Die Weißweine dieser Region fallen meist immer sehr karg und mineralisch, mit eher reduzierter Frucht aus, besitzen aber ein fantastisches Preis/Genuss-Verhältnis, zumindest vor Ort. Mein bisheriger Favorit aus dieser Region, die Dom. Berthenet hatte in 2008 Weine mit recht spitzer, sehr dominanter Säure vinifiziert, was den Weinen bei der kargen Art nicht so gut steht, diese wirken dann etwas aggressiv am Gaumen. Bei Francoise Feuillat jedoch fanden wir wunderbar fruchtige Weine, sehr gut ausbalanciert, frisch und am Ende eben mit der typischen, kalkigen Mineralität.

 

Bei den Rotweinen behaupte ich nun mal, meinen Stil gefunden zu haben. Ich mag die feinen, finessenreichen, nach reifen Beeren duftende und am Gaumen von einer zarten Süße und einer reifen, frische Säure unterlegten Pinot Noir. Gouges, Robert Chevillon, Chicotot aus Nuits Saint-Georges zum Beispiel, Tortochot aus Gevrey-Chambertin, Silvain Cathiard aus Vosne Romanée um nur einige zu nennen, natürlich auch Michel Martin, sonst wären sie ja nicht in unserem Portfolio. In Mercurey habe ich nun ebenfalls einen Erzeuger „an der Hand“

 

Domaine du Meix-Foulot

Zuerst Terroir und vor allem, dass ist der Leitspruch von Agnes Dewe und Paul de Launay. Den Ausdruck der Böden unverfälscht in die Flasche zu bekommen, schonender Umgang, lange (4 Wochen) Maischegärung, lange Ausbauzeiten im großen Holzfass, nicht zu warme Vergärung, Respekt vor dem Terroir, dass sind die Eckpfeiler der Domaine. 1996 übernahm Agnes die Verantwortung auf dem Weingut, seither hat sie mehr und mehr an der Verfeinerung an den Weinen gearbeitet. Alle Pinot sind von wunderschöner Feinheit und Rasse, spielen mit den Aromen am Gaumen und entwickeln ein wunderbar, von reifer Frucht getragene Weine.

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2007 Mercurey 1er Cru Les Veleys

Schöner und klarer Fruchtausdruck, reich an Fruchtaromen heller Beeren, entwickelt eine schöne, seidige Struktur am Gaumen und glänzt mit herrlich feinen Tanninen und einer feinen Fruchtsüße. Macht als 2007er schon Spaß, die 2008er liegen noch etwas länger im Fass, im Gegensatz dazu präsentierten viele Winzer jetzt schon ihre 08er 1er Crus.

 

Mittagessen war nun angesagt, im Zentrum von Mercurey musste man erst mal 20 Minuten anstehen, denn im Gegensatz zu allen bisherigen Veranstaltungen konnte man sein Mittagessen im sitzen genießen. Nachdem also wieder 2 Plätze frei wurden, wurden wir vom Oberkellner an unsere Plätze geführt, sogleich wurde ein Magnumflasche auf den Tisch gestellt und wir konnten uns an dem überwältigenden Büffet bedienen. Es gab Landpasteten, Rillettes, diverse Salate wie Paella, Bohnen mit Chorizo, Terrinen, eine warme Geflügelroulade mit Gratinkartoffeln, Bohnen und und und. Dann gab es noch diverse Desserts wie Cassiseis, frischer Obstsalat, Mousse au chocolate und Erdbeercharlotte, das riesengroße Käsebuffet natürlich nicht zu vergessen. Zwischendurch sah man immer wieder den Küchenchef im Saal lächelnd herumspringen, sich mit den Gästen unterhaltend, Küsschen hier, Küsschen da für die Damen, insgesamt eine richtig gute Atmosphäre, die dem Chef de Cuisine sichtlich Spaß machte. Wir haben uns dann am Ende bei ihm für dieses tolle Buffet bedankt, bei mir blieb es beim Händeschütteln, Barbara wurde natürlich gebusselt. Gut genährt fuhren wir dann zu einer Verabstaltung nach Vosne Romané

 

Exceptionelles – femmes et vins de Bourgogne ist eine Gruppe von 31 Winzerinnen aus fast allen Regionen des Burgunds. Auf der Domaine Anne Gros in Vosne Romanée präsentierten sie ihre Weine, auch Chantal Martin gehört dieser Gruppe an, was schon eine besondere Ehre ist. Reger Austausch bringt die Mädels der „2. Reihe“ nach vorne, gemeinsam sind sie stark. Da ich die Liste der Weingüter vorher nicht kannte, war ich umso überraschter, dass auch einige meiner Favoriten dabei waren u.a. aus Chablis Natalie & Giles Fevre, Chantal Tortochot aus Gevrey-Chambertin, Nadine Gaubin von Jacques Prieur aus Nuits Saint-George, die Domaine Feuillat-Juillot aus Montagny sowie Meix-Foulot aus Mercurey.

 

Auch hier herrschte reger Andrang es war fast kein Durchkommen zu den einzelnen Tischen, daher folgte ich einem Tipp von Robert, Dieter und Wolfgang. „Geh an den Tisch, da stehen von allen Weingütern 8er Weine, also gereifte Weine aus 1988 und 1978. Es war ein Erlebnis, einen 88er Richebourg aus der Magnum der Dom. Anne Gros zu probieren, immer noch von kräftiger Farbe, enorm im Druck, wunderbar reiche Nase nach Pflaume, Kirschen und Gewürzen. Herrlich zu trinken, aber auch noch locker 10 Jahre Zeit, sich weiter hinter dem Säuregerüst zu verfeinern. Der 78er Clos de Vougeot (ebenfalls von Anne Gros)war gut, aber eher in der Phase des Abbauens.

Wunderbar auch der 88er Corton-Bressandes von Christine Dubreuil-Fontaine, ungemein frisch und saftig, süffeln auf extrem hohem Niveau, ein Wein der durch seine Aromen von Waldboden, Pflaumen und Gewürzen geradezu im Glas strahlte.

 

Das war ein perfekter Abschluß, am Abend sind wir dann noch in unser Lieblingsrestaaurant Ma Cuisine nach Beaune gefahren und haben den Abend würdig beschlossen. 2006 Nuits Saint Georges von Gouges, dann Kompott vom Kaninchen mit Estragon, Kalbsnierchen in Senfsauce und als Abschluß Tarte Tatin.

 

Bilder folgen, jetzt geht es weiter zur nächsten Verkostung, Bericht folgt

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2005 Chambolle-Musigny Vieilles Vignes

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 24 März 2010

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Restaurantipp Chambolle-Musigny: Le Chambolle #gjdb #GrandJour de Bourgogne

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 24 März 2010

Am gestrigen Dienstag gingen wir das erste Mal Essen, nachdem wir uns Sonntag und Montag in der Ferienwohnung der Domaine Michel Martin selbst verpflegt hatten. Unsere Auswahl fiel auf ein Restaurant in Chambolle-Musigny, welches uns von Gästen der Fereinwohnung empfohlen wurde, denn es existiert so etwas wie eine stille Post von Visitenkarten von guten Restaurants.

Restaurant Le Chambolle

Das schmucke, kleine Restaurant liegt mitten im Ortskern dieses kleinen, verwinkelten Städtchens, dass für seine Weine in der ganzen Welt bei Weinfreunden bekannt ist. Wir hatten am bereits am Mittag einen Platz reserviert, wäre nicht notwendig gewesen, denn die Weinkarawane, die in den letzten beiden Tagen für eine ausgebuchtes Restaurant gesorgt hatten, war schon gen Beaune zur heutigen und den folgenden Veranstaltungen weitergezogen.

Wir hatten freie Platzwahl und entschieden uns für einen der beiden Tische, die im Raum auf einer kleinen Erhöhung direkt am Kamin stehen. Von da hatte man einen guten „Überblick“ über alle Gäste.

Die Menukarte ist auch immer aktuell im Internet abzurufen, so konnten wir uns schon ein wenig Appetit holen. Der Service ist sehr aufmerksam und herzlich, wir hatten alle Zeit der Welt, uns einen Wein auszusuchen und auch auf die Kuhmilchallergie wurde in der Küche bestens eingegangen.

Wir entschieden uns also für

Hasenterrine mit Haut Cote de Beaune Wein (La terrine de Lapereau aux Hautes Cote de Beaune)
Viele Terrinen kommen direkt aus dem Kühlschrank und schmecken daher einfach fad, da zu kalt. Diese hatte Küchentemperatur, war sehr aromatisch und von guter Konsistenz. Auch der Fleisch/Fettanteil war sehr gut 

Taubenschenkelchen confite mit einem Salat aus Puy-Linsen
Taube ist nicht so mein Ding, aber diese waren einfach Klasse. Butterzart fielen sie vom Knochen, waren sehr saftig und aromatisch mit leichtem Raucharoma, die Linsen gaben mit ihrer sauren Würzung einen wundebaren Kontrast und insgesamt war das Gericht sehr stimmig

Beim Hauptgang fiel meine Wahl auf

Gebratene Entenbrust mit Morcheln gefüllt, tourniertes Gemüse
Die Entenbrust war mir ein wenig zu roh, dennoch zart und aromatisch im Geschmack. Die Morcheln untermalten dezent das Aroma, das Gemüse war intensiv im Geschmack mit einem Stich Butter ansautiert

Entenkeule geschmort in bierre d´Orval (belgisches Bier) mit Wirsinggemüse
Der Knochen lies sich einfach so rausziehen, butterzart geschmort, ein Traum an Geschmack in Verbindung mit der leicht herb-würzigen Sauce und dem mit Speck gewürzten Wirsing.

  

Ins Glas floss ein 2005er Chambolle-Musigny „Vieilles Vignes“ von Frederic Magnien, dessen Weine mir am Nachmittag von Wolfgang empfohlen wurden. Immer noch mit einer enorm dichten, würzigen Frucht ausgestattet, intensive, ins dunkelbeerige gehende, subtile Frucht, zarz unterlegt von würzigen Noten, festes Tannin. Wirkte sehr jugendlich, deswegen haben wir nicht alles ausgetrunken und uns die Flasche samt Restinhalt einpacken lassen, zu gerne verfolge ich noch die Entwicklung des Weines über die nächsten Tage.

Ohne Wein haben wir mit einem Dessert und zwei Kaffee 60 € bezahlt, was ich als angemessen betrachte. Die Qualität der Waren ist gut und wird in der Küche handwerklich sauber zubereitet, der Service ist freundlich, nett und immer zu einem netten Gespräch aufgelegt.

 

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