K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Gastbeitrag – Eine Burgundreise mal ein wenig anders als sonst

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 9 August 2011

von Robert K. aus Fankfurt, seines Zeichens Burgunder-Liebhaber.

Wir waren vom 26.07.11- 31.07.11 mal wieder im Burgund. Und nun zum ersten Mal gemeinsam mit meiner Frau. Die Vorfreude war entsprechend groß. Der erste Tag gestaltet sich mit diversen Winzerbesuchen. So holte ich erst mal meine fantastischen Weine von Jean Michel Guillon in Gevrey Chambertin ab. Dort hatte ich folgende Weine reserviert:

Gevrey Chambertin Vieilles Vignes 2009

Gevrey Chambertin 1er Cru Les Champonnets Vieilles Vignes 2009

Gevrey Chambertin 1er Cru Petit Chapelle 2009

Grand Cru Mazis Chambertin 2009

 Grand Cru Clos de Vougeot 2009

Da auf dem Weingut gerade abgefüllt wurde, konnten die Weine nicht verkostet werden. Diverse verkostete Weine von diesem Weingut haben immer mein Interesse geweckt, da sie ein tolles Geschmackserlebnis boten und sich zudem sehr fein die unterschiedlichen Charaktere der Lagen in den Weinen widerspiegelten.

Alle Weine haben zudem ein fantastisches Preis/Leistungsverhältnis.

Dann ging es weiter zu einem meiner Lieblings- Weingüter: Edmond Cornu in Ladoix.
Wir wurden wie immer sehr herzlich vom Junior empfangen, der sich auch entsprechend Zeit für uns nahm, obwohl wir nicht angemeldet waren. Was in Burgund an sich nicht typisch ist.

Folgende Wein wurden verkostet:

Ladoix 1er Cru de Bois Roumot 2009:
Ein jetzt schon gut zu trinkender Wein, der nicht zu tanninbetont ist, sondern eher frisch und fruchtig (rote Früchte) daher kommt. Hat ein Potenzial von 2-3 Jahren und würde sehr gut zu gebratenem Fisch passen.

Ladoix 1er Cru La Corvee 2009:
Ein toller Wein mit feinen Tanninen, elegant und wunderbar eingebunden. Potenzial 5- 10 Jahre. Eine rotbeerige Frucht, die im Abgang fein und anhaltend war. Mit Luft wurde der Wein, obwohl schon 1 Tag offen, immer besser. Cornu sgate uns auch, dass seine Ladoix- Weine an der Grenze zur Cote de Nuits liegen und eher Cote de Nuits Charakter aufzeigen als Cote de Beaune Weine. Wir können das nur bestätigen

Aloxe Corton 1er Cru La Mouttote 2009:
Dieser Wein wurde nicht geöffnet, da Cornu nur noch wenige Flaschen von diesem Wein besitzt. Nichts desto trotz kaufte ich 3x Flaschen davon, da ich viel Positives von diesem Wein gehört und gelesen hatte. Laut Cornu hat dieser ein Potenzial von 5- 10 Jahren,

Grand Cru Corton Bressandes 2009:
Was nun kam, verschlug mir die Sprache, denn ich hatte schon seinen 2005er Grand Cru Corton getrunken in 2008 und fand ihn damals schon genial. Aber dass er in 2009 so elegant ist, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Er war feinwürzig, elegant, dunkle Beeren und unglaublich lang im Abgang. Das Tannin extrem feinkörnig. Da konnte ich auch nicht ausspucken. So lecker war der Wein. Ein Wein zum sofort Trinken. Aber Cornu sagte, wir sollten lieber 10- 15 Jahre warten, denn dann hätte dieser Wein sein bestes Potenzial. Viele glauben gar nicht wie elegant ein Grand Cru vom Corton- Hügel sein kann. Aber es lohnt sich wirklich zu suchen.

Von Cornu ging es nach Savigny Les Beaune zum Weingut Pavelot, einige 1iere Crus probieren, 1er Cru Gravains 2009, 1er Cru Peuilttes 2009, 1er Cru Les Guettes 2009, 1er Cru Narbantons 2009

1er Cru Les Dominode 2009:
Dieser Wein fesselte mich, da sich hinter dem Tannin und Holzgerüst eine feine würzige Note gezeigt hat, welche in einem langen Abgang endete. Unterstütz durch eine feine dunkle Fruchtnote verbunden mit erdigen Noten. Sehr schön. Potenzial mindestens 10 Jahre oder auch mehr.
Alles feine Weine, die jedoch sehr vom Holz geprägt waren. Die unterschiedliche Lagencharakteristik kam aber bei allen Weinen sehr deutlich zum Ausdruck. Highlight war der La Dominode, der sich mit den Weinen der Cote de Nuits locker messen kann.

Abends wurde dann auf der Abbruchkante in St. Romain mit diversen Leckereien und entsprechendem Champagner gespeist. Mit schönem Blick auf St. Romain. Eine tolle Empfehlung unseres Freundes Harald. Ein wunderbarer Ausklang des ersten Tages.

Am Donnerstag ging es dann nach Rully. Auf dem kleinen Markplatz wurde noch genüsslich ein Cappucino getrunken, bevor es dann zum Wandern in die Berge ging. Ein kleiner Seitenweg führte hoch zu den Höhlen von Bouzeron. Von dort oben hat man einen fantastischen Blick auf Rully.

Nach der Wanderung ging es zum Mittagessen in das Le Petit Blanc.
Dort nahmen wir das Menu mit Kaninchen in Weinsoße als Hauptgang. Wie immer war das Restaurant sehr voll um die Mittagszeit, dafür sehr gute Hausmannskost zu vernünftigen Preisen. Erst recht bei der leckeren Nachspeise: Creme Brulee. Getrunken haben wir einen 2009er Rully 1er Cru Pucelles vom Weingut Jacquesson. Ein fantastischer Wein, den man jetzt schon wunderbar genießen kann. Herrlich fruchtig mit einer schönen Mineralität. Wunderbar! An der Lage fuhren wir kurioserweise auch vorbei.

Nach dem Essen ging es wieder nach Rully, wo wir uns in Ruhe diesen wunderbaren Ort anschauten. Inklusive dem imposanten Chateau Rully. Der Tag in Rully endete mit einem Besuch des einzigen Weinladens vor Ort. Dort kaufen wir die letzten Flaschen Jacqueson 1er Cru Margote 2009 sowie einen Insidertyp zu günstigen Preisen, den 2009er Rully vom Weingut Jean Bapiste Ponsot

Von Rully fuhren wir dann zu einem Kurztrip nach Dijon über die Autobahn. Die Innenstadt ist wirklich schön mit alten Häusern und schönen Kirchen. Der Rest war eher dürftig.

Am Freitag wurde bei wunderbarem Wetter in Beaune gefrühstückt. Dort durfte ich auch gleich mal mit einem Weinberg- Trecker fahren. Eine lustige Sache.

Danach ging es zurück nach Pommard und wir schlenderten erst einmal länger durch das Dorf, das sehenswert ist. Zumal auch einige bekanntere Winzer dort vor Ort sind. Mann konnte Winzer als Küfer bei der Arbeit beobachten, an einigen Stellen wurde der 2010er Wein filtriert und abgefüllt mittels einer mobilen Abfüllanlage.

Gegen Mittag kehrten wir in einem neuen Restaurant, dem Auberge des Vignes ein, welches an der Straße zwischen Pommard und Volnay liegt. Für meine Frau eine fantastische Süßspeise und zu unserer großen Überraschung gab es dort einen fantastischen Wein, der mir eingeschenkt wurde: von der Farbe her goldfarben. Ich wusste nur, dass es ein Mersault war, nicht aber welches Jahr oder welche Lage. Dann wurde mir mitgeteilt, dass es ein 2001 Mersault Village Le Clos de Tavaux Monople vom Weingut Francoise Gaunoux ist. Ein herrliches Tröpfchen, auf den Punkt genau trinkreif und wunderbare Reife und Frucht. Wir lernten auch gleich die Besitzerin des Weingutes persönlich kennen. Sie ist auch sehr sympathisch.

Am Freitagabend ging es dann mit großer Spannung in das vielfach gelobte Sterne- Restaurant Aupre du Clocher. Die Vorfreude war groß. So bestellten wir gemeinsam das Menü Pommard (ca 40 €), welches uns von sehr guten Freunden sehr empfohlen wurde. Und wir wurden nicht enttäuscht, denn das Essen war einfach fantastisch, sehr aromatisch und auch nicht zu übersichtlich. Zum Essen bestellen wir einen Mersault Village 2008 Charrons von Bouzereau. Ein herrlich mineralischer Wein, der hervorragend zum Essen gepasst hat. Ein super Wahl. Jeder Gang zeigte die Handschrift des Inhaber und Koches. Obwohl es nur 4 Gänge waren, waren wir hinterher papp satt.

Am Samstag ging es dann erst einmal zum Markt nach Beaune, den Marion ja noch nicht kannte. Es war wie immer sehr voll und wir ließen uns treiben. Zum Lunch kauften wir uns ein Bresse- Huhn.
Doch dann besuchten wir zum ersten Mal das wunderbare Hotel-Dieu in Beaune, welches bis 1971 noch ein Krankenhaus für bedürftige Menschen gewesen ist. Sehr imposant und unbedingt zu empfehlen.

Das Bresse- Huhn wurde anschließend genüsslich in den Weinbergen verspeist wurde. Wenn nicht da immer so viele Fahrradfahrer gestört hätten…

Nach dieser Stärkung ging es dann zu diversen Weinorten, die wir besichtigten. Vosne- Romanee, Chambolle- Musigy und Gevrey- Chambertin.

In Chambolle ging es dann noch einmal in einen Weinkeller zum Weingut Felettig, welches für seine Chambolle- Weine bekannt ist. Doch ich musste feststellen, dass diese alle viel zu verholzt waren. Das war eine echte Enttäuschung. Und den Echezeaux 2009 wollte er auch nicht aufmachen. So ging es ohne Weinkauf weiter.

In Gevrey- Chambertin wurde dann ein kleiner Zwischenstopp im Chez Guy eingenommen. Dort wurde eine typisch burgundische Wurst- Terrine (Jambon persillé maison) verspeist, wobei meine Frau sich dem leckeren Nachtisch frönte. Dazu gab es einen sensationellen Wein aus 2008, einen Puligny- Montrachet Le Trezin von Pierre Yves Colin . Mit einer herrlichen Mineralität und einem schönen Frucht- Säurespiel. Nun drängte die Zeit, da wir ja noch einen Termin in Marsannay hatten.

Wir kamen pünktlich bei Sylvain Pataille an, von ihm jedoch keine Spur. 15 Minuten später war er da. Für ihn sehr pünktlich. Wir waren nicht alleine, da ein sehr netter Belgier (Paul) ebenfalls zum ersten Mal in seinem Keller die 2009er Weine probieren wollte. Wir probierten zuerst seine Weißweine, die mir aber nicht so gefielen. Umso mehr dann sein Rose- Wein aus Marsannay.

Die roten Weine aus 2009 wirkten ein wenig süßlich, breit und konnten die nicht so typischen Lagenmerkmale darstellen. Ich hatte das Gefühl, dass er ein wenig zu spät gelesen hatte. Das fiel besonders beim Marsannay Village Montagny 2009 auf, der die wärmste Lage seiner Weine darstellt. Erfreulicher war jedoch der 2009er Bourgogne. Welcher ein Jahr im Holzfass gelegen hatte und das durchschnittliche Niveau weit überschreitet, was Bourgogne- Weine angeht.

Sehr gut gefiel mir auch der Clos de Roi, der ebenfalls in 2009 sehr gut gelungen ist, auch wenn er noch die entsprechende Reife (5-8 Jahre) benötigt. Leider war die Zeit zu knapp bemessen, um mehr Zeit bei diesem sehr sympathischen Winzer zu verbringen, da wir einen Tisch in Volnay reserviert hatten.

Vom Hotel in Pommard Hotel Clos du Colombier , übrigens eine schöne Adresse an einem ruhigen, süßen Weinort, durch die Weinberge nach Volnay zum Restaurant Cellier la Volnaysien, wo wir einen Tisch reserviert hatten, um den Geburtstag meiner Frau entsprechend zu feiern. Leider war der versprochene Outdoor- Tisch nicht geöffnet, so dass es in den Keller ging. Wir nahmen beide ein 3 Gänge Menü. Dazu gab es einen wunderbaren 1991er Pommard 1er Cru Les Rugiens von Joseph Voillot. Ein toller gereifter süßlicher Wein, der den Burgund- Besuch wunderbar abrundete. Das ist das wahre Burgund: gereifte Burgunder!

So bleibt uns eine wunderbare Reise in Erinnerung, mit der großen Überraschung, dass wir nur Weißweine von der Cote d’Or tranken, was sonst nie der Fall gewesen ist. Das zeigt uns, wie groß doch das Potenzial der Weißweine im Burgund ist. Für mich eine sehr positive neue Erfahrung. Dank meiner Frau!

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