K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Burgunderprobe Vol.1

Posted by Bernd Klingenbrunn - Samstag, 23 April 2011

Wie unterschiedlich sich Burgunder präsentieren können, mussten wir am Mittwoch in einer kurzfristig organisierten Probe wieder einmal feststellen. Zusammen mit Wolfgang, Robert und Harald verkosteten wir insgesamt 7 Weine aus Burgund, die jeder mitgebracht hatte, dazu gab es ein von mir über 2 Stunden niedertemperaturgegartes Rinderfilet mit Frühlingsgemüsen und etwas Bärlauchpesto.

Los ging es mit zwei Weissweinen:

2007 Auxey-Duresses „Les Crais“  Alain Gras
Sehr schönes Gelb, angenehm frischer Duft, ein Hauch Zitrus. Am Gaumen gelbe Steinfrüchte und Zitrus, durchgäng fest am Gaumen, Schmelz, unterlegt mit einer frischen, reifen Säure, auch mineralisch, gute Fülle. Ein sehr schöner Wein mit tollem Trinkfaktor. Kam sehr gut an und sehe gerade, dass der 2005er schon mal in meinem Keller war, eingekauft im Maison de Colombier in Beaune für schlappe 15,90 €. Ein roter 2005er Auxey-Duresses „Vielles Vignes“ wanderte damals ebenfalls in den Einkaufskorb und liegt noch im Kellerregal.

2006 Montagny 1er Cru „Les Platieres“ Domaine Berthenet
Coupe de Coeur mit 2 Sternen im Guide Hachette 2009 11 € ab Hof
Montagny ist der südlichste Punkt der Côte Chalonnaise, nahe der Grenze zum Maconnais gelegen. Jean-Piere Berthenet füllt er seit 2002 Weine selbst ab, ist Mitglied der „Vigneron Independante“ und erhält regelmäßig die Höchstbewertungen im Guide Hachette. Das Weingut liegt im Dorf Montagny les Buxy und wird durch einen Amphitheater von Reben umkreist. 20% dieses Weines reifte für 11 Monate in französischen Eiche. Deutlich wuchtiger, auch mit deutlich exotischer Fruchtausprägung. Wirkt etwas breit am Gaumen, dezente Reifenote, fehlt die Frische, hätte etwas früher getrunken werden sollen.

Rotwein:

2006 Morey St. Denis „En La Rue de Vergy“ Virgile Lignier
Village Lage oberhalb des berühmten Clos de Tart. Im Duft deutliche Kirschfrucht, sehr präzise und brillant klar am Gaumen, zeigt wunderbare, natürliche Fruchtnoten, im letzten Drittel zeigt seine Jugend noch etwas forsche Tannine, die sich aber die nächsten Jahre rundschleifen werden, Potential hat dieser tolle Wein allemal. Um die 30 € und nicht nur für mich der Wein des Abends.

1999 Nuits St. Georges 1er Cru „Les Bousselotes“ Domaine Remoriquet
Der zweitälteste Wein des Abends kam vom Schreiber und wurde auf der „Les Nuits“ 2010 vor Ort erworben, 32 € wechselten den Besitzer. Ich mag diesen traditionellen Stil, wie er von Chevillon, Gouges oder aber auch von Henry und Gilles Remoriquet praktiziert wird. Für mich zeigt hier Pinot Noir, wofür es sich lohnt, diese Weine 10 Jahre im Keller reifen zu lassen. Wunderbar reife, rote Beeren, etwas Himbeere und Erdbeere, Würze, Schmelz, vielleicht noch etwas überhängendes Tannin, dabei aber auch kühl. Zum Essen aber zeigte er sein Potential, denn während die noch folgenden, jüngeren Weine hier und da Schwächen zeigten, verschmolz dieser Wein mit dem Essen. Die Süße wurde forciert und dass Tannin wurde rund und weich, verband sich völlig mit den Aromen von Fleisch, Salz und Bärlauch.

1996er Pommard 1er Cru Les Pezerolles Domaine Hubert de Montille
Farblich leicht bräunlicher Touch. Am Gaumen recht hart, kaum Frucht, sehr säurebetont. Scheint wie vernagelt. Heute, 3 Tage später bei einer erneuten Verkostung herrscht immer noch eine gnadenlose Säure vor, die an beste, säurebetonte 2010er Rieslinge aus Deutschland erinnert. Zeigt daneben heute auch Karamellnoten, aber so richtig Spaß macht der nicht, glaube nicht, dass der Wein noch die Substanz hat, die Säure irgendwann einigermaßen in den Wein zu integrieren.

2006 Gevrey-Chambertin Vieilles Vigne Domaine Jean-Marc Fourrier
Man könnte meinen, hier hätte die Maceration carbonique ihre Finger im Spiel, denn so eine kitschige Frucht habe ich sonst nur bei schlecht gemachten Beaujolais gerochen. 3 Tage später tendiert die Frucht eher in eine reife, saftige Kirsche, Substanz finde ich bei diesem Wein aber auch nicht. Auch hier deutliche Säure, aber besser integriert. Insgesamt wirkt der Wein recht leichtgewichtig, hinten raus leicht dunkel- bis schwarzkirschig mit zarter Bitternote.

2006 Fixin „En Combe Roy“ Domaine Alain Jeanniard
Bei einer Verkostung der Fachzeitschrift „Bourgogne Aujourd’hui“ war Jeanniards Fixin „En Combe Roy“ 2006 der beste Wein unter allen verkosteten Weinen aus Chambolle-Musigny, Gevrey-Chambertin, Morey-St-Denis, Fixin und Marsannay! Normalerweise ein ganz unmögliches Unterfangen! (Text, Weineausburgund)

Bei uns herrschte die Meinung, dass irgendetwas mit diesem Wein nicht stimmt, Ameisensäure schnappte ich noch auf, kaum Frucht, sehr hart. Auch 3 Tage danach unangenheme, ins vegetative tendierende Noten, grüne, leicht stumpfe Noten. Passt nicht, Flasche ist fehlerhaft.

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