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Archive for 23. März 2010

Grand Jour de Bourgogne 2010 – Das neue Beaujolais – Marie Elodie Zighera Confuron #GrandJourdeBourgogne

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 23 März 2010

Der Markt in Deutschland für seriöse und gut gemachte Rotweine aus der Region Beaujolais ist so gut wie nicht mehr vorhanden, der gigantische, weltweite kommerzielle Erfolg des Beaujolais primeur mit seinem Billigpreis-Image, hat den Markt für viel Winzer aus dieser Region völlig kaputt gemacht.

 

Doch mit seinen Cru-Appellationen Morgon, Regnie, Fleury etc. bietet dieser zauberhafte Landstrich dabei viel mehr als nur Easy-Drinkig-Getränke für wenig Geld. Alte Reben, einzigartige Böden und immer wieder hochmotivierte Winzer, die aus diesem Teufelskreis ausbrechen möchten. Es ist immer wieder bewundernswert, wenn sich junge, ambitionierte Weinenthusiasten und Querdenker aufmachen und versuchen, der Region ein neues Profil zu geben und in den Fokus des Verbrauchers zu bringen. Eine davon ist die knapp 30 Jahre junge Winzerin Marie-Elodie Zighera Confuron. Sie verantwortet das Weingut in Fleurie im Beaujolais in 4ter „Frauengeneration“ und wohnt mit Ihrem Mann und dem knapp einjährigem Sohn und den Schwiegereltern im „Mekka“ der Burgunder-Liebhaber, in Vosne Romanee. Aufmerksam auf sie wurde ich in einem Artikel der Zeitschrift Weinwelt, wo die Philosophie der Winzerin und die singulären Qualitäten ihrer Weine gelobt wurden. Am heutigen Montag sind wir nicht die einzigen Gäste, Ihr Mann betreut eine Gruppe französischer Weinhändler mit seinen Burgundern (die wir im Laufe der Woche auf einer Veranstaltung noch probieren werden). Daher müssen wir mit den kleinen „Schwestern“ der Cote d’Or einen Keller weiter.

 

Ganze zwei Weine hat sie derzeit in ihrem Portfolio. Einen 2007er Cru Fleurie und einen 2006er Cru Morgon kann sie uns zeigen. Früher wurden die Erträge komplett an die Kooperative abgegeben. Vor knapp vier Jahren jedoch – noch vor Ende ihrer Ausbildung an der Weinuniversität in Dijon und den praktischen Jahren im Burgund – beschloss sie, die Weine selbst auf die Flasche zu bringen. Sie möchte mit der burgundischen Tradition und mit ausbalancierter Ertragsreduzierung vor allem Qualität und Trinkgenuss und auch die Möglichkeit der Reifung der Beaujolais-Weine in die Flaschen bringen.

Dass die Gamay noir Traube Potential hat, wird deutlich, wenn man die Chance hat, abseits von den Primeurs Lagenweine von ambitionierten Winzern wie Marie Elodie Zighera zu probieren und diese auch noch nach 5-6 Jahren eine wunderbare Frische aufweisen. Das ist das Ziel und davon gehen immer mehr Weinkenner aus – dass die Beaujolais-Weine wieder nach Burgunder-Tradition und in ambitionierter Qualität angeboten werden.

 

 

 

 

Den 2008er Jahrgang hat sie noch nicht gefüllt und er wird erst zum Jahresende 2010 in den Handel kommen. Apropos Handel; bis jetzt sind in Deutschland noch keine Importeure in Sicht – und auch in Frankreich bekommt man die Weine nur ab Hof. Anrufen ist empfehlenswert, denn zum „Weinmachen“ ist sie auf den Weingütern im Beaujolais – das Domizil ist und bleibt an der Seite ihres Mannes in Vosne Romanée.

Jedoch ist die in- und ausländische Presse bereits aufmerksam geworden – und so kann man gespannt sein, wann die Weine in Deutschland zu haben sind.

Eigentlich eine schöne Idee, sich mit diesen trinkfreudigen – aber nicht zu einfachen – Weinen die Zeit zu vertreiben, bis die Diven aus der Cote D’Or sich öffnen ;-))

 

2007 Fleurie AOC La Dot

35 hl / ha Ertrag, spontan vergoren.  Ein wunderbar fruchtig-würziger Wein von ungemein eleganter Struktur. Am Gaumen dunkle Beeren, sehr elegant über die Zunge fliesend, viel Stoff, erwachsen, nachhaltig, mittlere Kraft, sehr frische Art.

 

2006 Morgon AOC

70 Jahre alte Reben, 30 hl / ha Ertrag. Wirkt insgesamt etwas fordernder in seiner Art, Aromen von Schwarzkirsche, dunkle Mineralität, etwas tanninbetonter Stil, braucht Luft und Zeit zur Reifung.

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Grand Jour de Bourgogne 2010 – Burgund in 7 Tagen / Chablis #GrandJourdeBourgogne

Posted by Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 23 März 2010

 

Grand Jour de Bourgogne – 7 Tage auf Messebesuch im Burgund: Tag 1 Chablis

 

Die Anreise am Sonntag verlief wie immer sonntags auf französischen Autobahnen. Ruhig, gelassen, keine Elefantenrennen zeitgeplagter LKW-Chauffeure und auch an den Mautstationen herrschte gähnende Leere. Nach 4 Stunden also hatten wir ausgeruht unser Domizil, die Ferienwohnung unserer Domaine Michel Martin in Chorey Les Beaune erreicht. Den ersten Abend vertraten wir uns in Beaune bei einem abendlichen Spaziergang im Zentrum der Stadt die Füße, anschließend gestalteten wir den weiteren Abend mit einer Flasche Champagner von Janisson-Baradon und Spaghetti mit Tomatensauce in unserer voll ausgestatteten Ferienwohnung mit 3 Schlafzimmern, komplett ausgestatteter Küche und einem herrlich großen Wohnbereich mit 1547 Sattelitensendern und WLAN, herrlich ruhig gelegen mit traumhaften Blick auf den heiligen Berg Corton-Charlemagne

 

Am Montag früh brachen wir zur ersten Verkostung des Tages auf. Chablistasting im 130 km entfernten Städtchen Chablis war angesagt. Wie viele bekannte Namen von Städten, die in Verbindung mit Wein stehen (Vosne Romanée, Gevrey-Chambertin z.B.) ist auch Chablis nicht mehr wie eine Hauptstrasse mit vielen alten Gebäuden, ansonsten ist hier außer Wein relativ wenig los.

 

So ging es dann nach erfolgreicher Registrierung ans Werk. Es folgen nun die Weingüter, die mich in ihrer Gesamtheit an Weinen überzeugt haben, wo die ganze Kollektion stimmig ist und es keinen Außreißer nach unten gegeben hat. Bei einigen Winzern gab es durchaus den ein oder anderen guten Wein, aber für mich zählt das Gesamtpaket. Vorgestellt wurden Weine des Jahrgangs 2008, bei einigen 1iere Crus und Grand Crus waren die Weine erst wenige Wochen auf der Flasche.

 

Ganz vorne dabei –  wie fast zu erwarten war – die Genossenschaftskellerei „La Chablisiene“ Für mich vom einfachsten Petit Chablis bis hin zum Grand Cru durchgängig hervorragend gemachte Weine. Zum einen typische Noten von Citrusfrüchten, auch der komplette Korb von Mirabellen, gelben Pfirsichen, etwas Ananas, verbunden mit einer prägnanten Mineralität. Zum anderen ein wunderbarer Schmelz am Gaumen, das ganze in einer wunderbaren Harmonie, so das die Weine jetzt schon unglaublich viel Spaß bereiteten. ABER: im Topbereich sollte man den Weinen Zeit geben, wir probierten einen 1998er Chablis 1iere Cru Mont de Tonnere, der goldgelb im Glas funkelte und am Gaumen noch sehr frisch wirkte.

 

 

Sehr schön auch die Weine der Domaine Felix. Die beiden Chablis von eher straffer, mineralischer Art, die Frucht eher reduziert wahrnehmbar, aber insgesamt eine sehr gelungene Kombination von Säure, Mineralik und Frucht, nichts großes, aber sehr gut in seiner Harmonie. Die Familie besitzt auch Lagen in Saint Bris, der erste 2009er Sauvignon Blanc duftete wunderbar nach gelben Früchten und etwas Ananas. Am Gaumen reife, saftige Frucht, sehr animierend.

 

Hier und da gab es sicher noch den ein oder anderen guten Wein, aber viele Weine begleitete auch eine enorme, manchmal apfelige Säure, die mich sehr störte und oftmals auch alleine dastand.

 

Gekonnt war wieder einmal die kulinarische Verpflegung. Beim Eintreffen um 9.30 Uhr drehten bereits 3 Spanferkel am Grill ihre Runden. Gegen 12 Uhr dann begann dann der Sturm auf Landpasteteten, Fischterrinen, diverse Salate, dem Spanferkel und einem großen Käsebrett. Alles schmeckte vorzüglich. Jeder Aussteller beteiligte sich an diesem Buffet mit einem Wein aus seiner Liste und hier zeigte sich auch die Stärke des Chablis. Als Essensbegleiter trumpfte er auf.

 

Gegen 13.30 machten wir uns dann auf, in Vosne-Romanee eine junge, talentierte Winzerin zu besuchen, aber dies ist wieder eine andere Geschichte..

 

 

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