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Archive for 12. Januar 2009

K&M Degu-Notiz aus Portugal

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 12 Januar 2009

2006 Vinho Regional Alentejo „Vinha das Servas“ tinto
Herdade das Servas por Serrano Mira
13% Alk; Presskork

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Cuvée aus 40% Aragonez, 25% Trincadeira, 20% Syrah und Alicante Bouschet. Stammt von schieferhaltigen Böden. Transparentes, mittleres Rot mit Randaufhellungen. Am Gaumen leichtgewichtiger Auftakt von Schlehenfrüchten, leichter Körper, endet auf dezent phenolisch-grünen Tönen, karamelliger Unterton, trocknend, Frucht geht sehr schnell verloren. Bereitet nicht wirklich Trinkfreude durch das strenge Finish, kurz. 77/100 Pkt.

Die Meinung von Armin: Auf mich wirkte der Wein etwas banal, nett. Die Frucht machte mir noch einigermaßen Spaß, ansonsten war er aber etwas leichtgewichtig und kurz. Sicher ein ordentlicher Party-Wein, aber nichts worüber man sich länger unterhalten müßte.

2006 Vinho Regional Alentejo „Monte das Servas Colheita Seleccionada“ tinto
Herdade das Servas por Serrano Mira
14,5% Alk; Naturkork

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Cuvée aus 40% Touriga Nacional, je 20% Aragonez, Trincadeira, und Alicante Bouschet.
Stammt von roten Schieferböden, Handlese, Auswahl der Trauben auf dem Table de Tri, Touriga Nacional wird für 12 Monate in Eichenfässern gelagert, die restlichen Trauben Lagerung in Stahltanks, anschließend 6 Monate Lagerung in der Flasche.

Kräftiges dunkelrot, intensiver, dunkelbeeriger und blumiger Duft, Holz, am Gaumen anfangs Frucht, dann deutliche Holzprägung und deutlich spürbare Gerbstoffe, stramme Säure, mittlerer Körper, kommt mit Esen besser. 86/100 Pkt.

Die Meinung von Armin: Dieser Wein hat mir schon deutlich besser gefallen. Am Anfang war er zwar schon vom Holz geprägt, aber die dichte Frucht konnte sich daneben schon gut behaupten, mit Luft und Zeit spielte sich die Frucht nach dunklen Waldbeeren immer deutlicher nach vorn. Die Gerbstoffe vom Holz und den Trauben bleibt aber über die ganze Zeit deutlich präsent und auch etwas kernig. Die Säure war für mich nicht so deutlich spürbar. Mit deutlich feinerem Tannin würde mir der Wein sehr gut gefallen, so sehe ich ihn auch bei 86/100P

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Das Weingut Herdade das Servas liegt in Estremoz, in der Region Alentejo in Portugal. Es handelt sich um das neueste Projekt der Familie Serrano Mira. Im Jahre 1999 begann der Traum wahrzuwerden, als von den Brüdern Carlos und Luís Mira der Bau des Gesamtkomplexes, der zur Zeit existiert und vor einer Erweiterung
steht, in Angriff genommen wurde. Die Familie Serrano Mira ist seit unzähligen Generationen mit der Herstellung von Qualitätsweinen verbunden. In ihren Landgütern wurden Tonkrüge aus dem Jahre 1667 aufbewahrt, die als Behälter für die Weinproduktion dienten. Schon der Urgroâ vater mütterlicherseits war einer der Gründer und der erste Präsident des Weinkellers Adega Cooperativa de Borba, CRL, eines der
vielversprechendsten Weinkeller des Alentejo und Portugals. Auch der Großvater väterlicherseits hat
eines der ersten privaten Unternehmen zur Weinherstellung im Alentejo, in Borba, ins Leben gerufen; dieses Unternehmen trägt mittlerweile den Namen Sovibor und gehört nicht mehr der Familie. Von klein auf nahmen die Brüder Mira an den familiären Aktivitäten im Weinsektor teil und im Laufe der Zeit konnten sie sich äuâerst wichtige Erfahrungen aneignen, die der Entwicklung des Projekts Herdade das Servas zugute kamen.

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K&M Degu-Notiz: Sekt sells

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 12 Januar 2009

2007 Weisser Burgunder Sekt b.A brut
APNr.:50741083008
Weingut Pfirmann /Pfalz
11,5% Alk.

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Recht leichgewichtiger Sekt aus der Weißburgunder-Traube. Duft nach etwas Birne und Melone. Am Gaumen recht grobperlig, dennoch harmonisch, wirkt trocken, im Sommer sicher ein Knaller.
80/100 Pkt.

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Besuch bei Alexander Laible

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 12 Januar 2009

Im Mai 2008 konnte ich auf der badischen Weinmesse in Offenburg zum ersten Mal die Debüt-Weine aus dem Jahrgang 2007 von Alexander Laible aus dem badischen Durbach probieren. Natürlich war mir der Name Laible ein Begriff und die meisten Weinkenner verbinden den Namen Laible in erster Linie mit VDP-Winzer Andreas Laible, dessen beide Söhne ebenfalls die Passion Weinmachen weiterführen, Andreas beim Vater und Alexander nach Stationen beim Weingut Kallfelz und Jasmin Kiefer nun mit dem eigenen Weingut, ebenfalls im badischen Durbach. Damals im Mai 08 liesen mich die Weine etwas ratlos zurück, mir war sensorisch zu viel Zucker in den Rieslingen, was die Weine austauschbar wirken lies. Ich wollte den Weinen aber später nochmals eine Chance geben und sie nachprobieren. Alexander hat diese Kritik wohl lange beschäftigt, so dass er uns völlig überraschend im Dezember anrief, „ob wir denn Zeit hätten, er wolle seine Weine bei uns im Laden vorstellen, zum Zeitpunkt der Präsentation im Mai 08 wären die Weine erst kurz gefüllt gewesen, was zu meinem Urteil geführt haben könnte.“ Leider machte uns die Witterung (Schnee) einen Strich durch die Rechnung, Alexander blieb im Stau stecken und so verschoben wir den Termin bis auf unbestimmt. Vergangenen Samstag jedoch nutze ich eine Familienfeierlichkeit, um dem Jungwinzer des Jahres 2006 einen Besuch abzustatten.

Zwischenzeitlich wurden er und seine Weine vom Gault Millau als Entdeckung des Jahres 2009 gefeiert. Es galt also zu überprüfen, ob ich meinen Standpunkt von Mai 2008 verteidigen oder ob ich mich beim Winzer entschuldigen muß.

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Weingut Alexander Laible

Hier die Probenreihenfolge:

2007er Chardonnay trocken **
Ausbau im Edelstahl, 24 Std. Maischestandzeit, 2fache Sedimentation. Herrlicher Duft nach Birne, Melone. Sehr fest am Gaumen, feiner Schmelz, sehr stimmig, feine Säure, nachhaltig. 86/100 Pkt (ab Hof ausverkauft)

2007er Riesling trocken (Alexander & Andreas Laible)
50% Kalkmergel, 50% Granitverwitterung, spontan vergoren. Am Gaumen von Zitrus und würzigen Elementen geprägt, sehr traubig-reifer Charakter, sehr straff, mit leicht pflanzlicher Note, dezent exotischer Touch, gute Animation. 84/100 Pkt

2007er Riesling trocken *
Wunderbarer Duft nach reifer Stachelbeere, am Gaumen wieder Zitrus, auch eine passende pflanzliche Note, animiert, saftig, trinkig, straff, macht Spaß. 84/100 Pkt

2007er Riesling trocken **
Reintöniger Duft nach Zitrus und einem Hauch Rosenblätter. Am Gaumen wieder sehr fest mit schöner Grapefruitnote, wiederum sehr straff gewoben, dennoch mit viel Druck und Substanz, sehr trinkanimierend und saftig. 86/100 Pkt

2007er Riesling trocken *** »Alte Reben«
Wunderbare Komposition: Kraft und Eleganz, sehr dicht und spielerisch am Gaumen, wunderbarer Spannungsbogen, spielerische Kraft, saftiges Steinobst (Aprikose) mit einem Hauch Geräuchertem, dezentes Pfefferl (!!!) Herrlich! 88+/100 Pkt

2007er Riesling trocken *** »SL«
10 Trauben pro Stock, Duft von Ananas, wunderbarer Schmelz, viel Kraft, übt Druck aus, dabei fein und elegant mit zarter Note von reifen, hellroten Beeren. Tolle Struktur, sehr lang. 89+/100 Pkt

2007er Riesling trocken *** »Chara«
leider schon ausverkauft

2007er Grauburgunder trocken **
Wirkt etwas eigenwillig in der Aromatik, aber dadurch hochspannend, die Frucht ist eher knapper gehalten, dafür dominieren Aromen nach Brot und würzigen Komponenten, Nüsse, zarte Melone, Schmelz. 87/100 Pkt.

2007er Weißburgunder trocken *** »SL«
Etwas leichter im Ansatz, am Gaumen dann aber viel Kraft, feine Würze, fein ziselierte Säure, leicht pflanzlicher, kontrastgebender Unterton, Balance, Noten von Nelkenpfeffer, alleine sehr schön, aber für mich sicher eine Kandidat, der mit Essen deutlich gewinnen wird. 88/100 Pkt.

2007er Chardonnay trocken *** »SL«
leider schon ausverkauft

2007er Spätburgunder Rosé trocken
leider schon ausverkauft

2007er Spätburgunder trocken *** »Alte Reben«
leider schon ausverkauft

2007er Spätburgunder trocken *** »SL« leider schon ausverkauft
Granatrote Farbe, je zur Hälfte ausgebaut in Edelstahl und neuen Barriques, unfiltriert abgefüllt, feinfruchtige und vornehme Nase mit Aromen von saftiger Johannisbeere und feiner Kirschfrucht, seidig, frisch und komplex am Gaumen, eher filgran aufgebaut, feine Fruchtsüße, bestes Tannin, druckvoll und nachhaltig, feine Würze, elegant, Holz bleibt dezent im Hintergrund. 87+/100 Pkt.

2007er Cuvée Apalasso trocken ***
Je zur Hälfte Spätburgunder und Lemberger, anteiliger Ausbau über 9 Monate zu 30 % im neuen Barrique. Süsses und feinwürziges, vornehm balanciertes Bouquet von frischen, dunklen Waldbeeren und zarter Holzwürze. Saftig-eleganter, wiederum perfekt balancierter Gaumeneindruck mit eleganten Kirschnoten und feiner Tanninstruktur. Finessenreich, vollen Körper, mit seidiger Frucht, etwas Nelken im feinsaftigen, mit rote Beeren endenden Finish. Vielleicht der „modernste“ Wein von Alexander Laible. 86+/100 Pkt.

2007er Lemberger trocken *** »Thymos«
Es scheint in Baden einen Trend zu dieser Sorte zu geben. Zalwander, Dütsch, Laible, dazu Gerhard Roth in Franken, sie alle bauen diese württembergische Sorte in Baden an, die in Österreich unter Blaufränkisch zu den besten Sorten des Landes zählt. Dunkelviolettes Purpur, im Duft durch seine Kräuter- und Würznoten fast an die nördliche Rhône erinnernder Wein. Am Gaumen herrliche Aromatik dunkler Beeren mit würzig-pfeffrigen Unterholznoten mit einem Hauch Schlehen. Am Gaumen wiederum kirschfruchtig und nach dunklen Beeren schmeckend, wunderbar lebendig und frisch, herrlich seidig, feinnervig, mit kräftiger, sortentypischer Säure und feinherbem Tannin und wunderbarer Trinkanimation. Ein feingliedriger und enorm finessenreicher Lemberger, der dezent Erinnerungen an jene Blaufränkische aufkommen lässt, die an den kalkhaltigen Hängen des Leithagebirges rund um Eisenstadt im Burgenland gedeihen. Mein persönlicher Favorit dieser Probenreihe. 90/100 Pkt.

2007er Lemberger trocken *** »R«
kommt er in den nächsten Tagen auf den Markt, leider nicht probiert

2007er Spätburgunder trocken *** »R«
kommt er in den nächsten Tagen auf den Markt, leider nicht probiert

2007er Riesling Beerenauslese *** »0,375l«
Welch ein Abschluß. 11‰ Säure, dagegen steht aber eine wunderbare, nicht klebrige Süße. Frisch geöffnet, zeigt der Wein weniger als „steckt noch in den Kinderschuhen“. Sehr traubiger Charakter, Noten von frisch gekochtem Apfelkompott mit Vanille- und Zimtstangennoten, stramme Säure, traubige, natürliche Süße, herrlich! Kaufen und weglegen, in 5 Jahren wieder probieren, ein Monument für die Ewigkeit! 93/100 Pkt

Nun, anhand der >Beschreibungen kann wohl jeder nachvollziehen, dass die Probe enorme Freude bereitet hat. Natürlich muss ich meine Entschidung von damals deutlich revidieren, die Weine zeigten sich von einer eindeutig besseren Seite, machten viel Freude und sind stringend durchstrukturiert, die Handschrift ist deutlich zu erkennen. Übrigens, wie klein Deutschland doch ist und das Durbach der Nabel der Weinwelt ist, zeigt die Tatsache, dass 45 Minuten nach unserer Ankunft K&M Kunden dort auf dem Rückweg aus dem Tessin pausierten;-)

Hier noch winterliche Impressionen:

eisbach_klein

sonnenuntergang_klein

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