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„Wir sind gekommen, um zu bleiben“: Interview mit dem Vater des Erfolges, „Ede“ Becker

Posted by Bernd Klingenbrunn - Mittwoch, 14 Mai 2008

Gefunden auf der HSV-Homepage

Hamburg –

Edmund, genannt „Ede“ Becker ist ein Karlsruher Urgestein und absolvierte für den KSC 157 Spiele. Zunächst arbeitete er als Jugend- und Amateurtrainer, ehe er am 13. Januar 2005 zum Chef der 1. Mannschaft befördert wurde und den sportlichen Aufbruch einleitete. Erst Klassenerhalt in Liga 2, dann Konsolidierung und schließlich der Aufstieg in die 1. Bundesliga, die souverän gesichert wurde. Im Interview mit hsv.de spricht der Übungsleiter über die abgelaufene Saison, das Erfolgsgeheimnis des KSC und über die Zukunft.

hsv.de: Herr Becker, wie beurteilen Sie Ihre erste Bundesligasaison?
Edmund Becker: Vor der Saison gaben wir den Leitspruch raus: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Dieses Ziel haben wir erreicht. In der Hinserie haben wir sogar für reichlich Furore gesorgt. Dadurch wurden jedoch Erwartungen geweckt, die wir in der Rückserie nicht erfüllen konnten. Aber hätte uns vor der Saison jemand gesagt, dass wir drei Spieltage vor Schluss die Klasse gesichert haben, hätten wir doch sofort unterschrieben.

Was ist in der nächsten Saison möglich?
Becker: Wir möchten erneut bestehen, deshalb wird unser Leitsatz der selbe bleiben. Für uns ist es ein großer Erfolg, in der 1. Bundesliga zu spielen und wir freuen uns einfach, erneut dabei zu sein, schließlich durften wir das nicht voraussetzen.

Erneut verlassen mit Eggimann und Hajnal zwei Säulen den Verein. Wie wollen Sie diese Lücken schließen?

Becker: Es ist klar, dass wir ab einer gewissen Größenordnung nicht mehr mitbieten können. Das muss man akzeptieren, schließlich sind wir alle Profis und spielen auch, um Geld zu verdienen. Wir müssen eben zusehen, dass wir erneut eigene Talente ausbilden oder andernorts bislang unentdeckte ausgraben.

Welcher Kategorie Trainer gehören Sie an? Harter Hund oder lange Leine?

Becker: Als Trainer muss man sein eigenes Profil entwickeln. Ich denke, das habe ich mit einer gesunden Mischung getan. Fest steht allerdings, dass im Fußball ohne Disziplin gar nichts geht, dann ist der Misserfolg vorprogrammiert.

In der Halbzeitpause eines jeden Spiels lassen Sie Ihre Mannschaft für einige Minuten allein in der Kabine. Warum?

Becker: Das habe ich schon immer so gemacht, auch schon damals als Jugendtrainer. Ich finde es gut, dass die Spieler die ersten fünf Minuten der Pause für sich haben. Sie können erst mal runterkommen, durchatmen und den Kopf freikriegen. In der Zeit registrieren die Spieler schon, was sie gut gemacht haben und was nicht. Dadurch entstehen Gespräche untereinander, die Jungs helfen sich gegenseitig. Sie lernen es, Verantwortung zu übernehmen, man nimmt alle Mann mit ins Boot. Positiver Nebeneffekt des Ganzen ist die Tatsache, dass die Mannschaft schon wieder aufnahmefähiger ist, wenn ich dann meine Habzeitansprache halte.

Ihr Spieler Maik Franz wurde aufgrund seiner Spielweise in den letzten Monaten stark kritisiert. Mussten Sie bei ihm auch als Psychologe aktiv werden?

Becker: Was damals vorgefallen ist, steckt kein Spieler einfach so weg, das hat ihn schon beschäftigt. Aber Maik weiß, dass wir hinter ihm stehen. Er ist so wichtig für unser Team mit seinem Willen, seinem Einsatz. Er gehört zu den Spielern, die man nicht motivieren muss. Ganz im Gegenteil. Es bringt aber auch nichts, ihn nach diesen Vorkommnissen zu drosseln, ihn auf 80 Prozent laufen zu lassen. Das funktioniert bei dieser Art Spieler nicht, denn damit beraubt man sie ihrer größten Stärke.

Haben Sie die Kritik an Franz denn als berechtigt angesehen?

Becker: Nein. Deshalb muss ich mich in diesem Fall auch selbst kritisieren, ich hätte mich noch vehementer vor ihn stellen, ihn noch mehr schützen müssen. Aber so lernt man eben immer wieder etwas dazu.

Ist das auch Ihre Maxime als Trainer?

Becker: Absolut. Ich kann mich jetzt ja nicht hier hinstellen und sagen: „Ich bin Bundesligatrainer, jetzt habe ich es geschafft.“ Ganz im Gegenteil. Ich halte jeden Tag Augen und Ohren offen, um mich ständig weiterzuentwickeln. Als Mensch, als Trainer und als Teil unseres Teams.

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