K&M Gutsweine – Die Weinhandlung in Frankfurt –

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Badische Weinmesse Offenburg 3.-4.Mai 2008

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 4 Mai 2008

Badische Weinmesse 2008

den Brückentag nutzend, ging es dann am Samstag ab 11:00 Uhr zur Badischen Weinmesse 2008 in die Offenburger Baden-Arena. Knapp 4.000 Besucher werden bei 135 Ausstellern erwartet, gegen 14.30 Uhr war es dann auch richtig voll, für uns war das der Startschuss zu gehen, denn wir entschloßen uns noch kurzerfristig den 1e Salon des Vins naturel en Alsace im 1 Stunde entfernten Ammerschwihr im Elsaß zu besuchen.

Zunächst aber die Eindrücke der Messe. Nachdem sich einige bekannte Weingüter wie Bercher u.a. nicht mehr an der Veranstaltung beteiligen, bietet sich für kleine, unbekannte und auch neu beginnende Betriebe die Chance, hier auf sich aufmerksam zu machen.

So auch das Weingut Stefan Rinklin aus Bötzingen am Kaiserstuhl. Der noch junge Betrieb um Kellermeister Stefan Rinklin und Miriana Majerle präsentierte seinen Jungfernjahrgang aus 2007 mit insgesamt 4 Weinen, es gibt aber ein paar weitere Weine.

Weingut Stefan Rinklin

Die Philosophie wird klar auf den Punkt gebracht: alle Weine müssen trocken sein, ein Müller-Thurgau wird auch so benannt und nicht Rivaner, Verzicht auf Prädikate, so schonend wie möglicher Umgang vom Weinberg bis zur Flaschenfüllung, Reinzuchthefen statt Spontanvergärung, weil das Risiko für den 1,6 ha kleinen Betrieb zu groß ist, Weine in den Sand zu setzen. Durch die „Kleine“ des Betriebes wird auch bei den Weinen auf Naturkork gesetzt, zweigleisig zu fahren ist einfach noch nicht möglich. Stefan Rinklin und Miriana Majerle schwebt vor, das Weingut bis auf 6-8 Hektar sukzessive zu erweitern, „bis man davon leben kann“. Stefan Rinklin war unter anderem Kellermeister beim renommierten Weingut Franz Keller – schwarzer Adler.

Ihr Debütjahrgang hat mir sehr gut gefallen. Die hier beschriebene weiße Basislinie wird komplett im Stahltank vergoren, der Rote lag als Fassprobe vor.

2007 Müller-Thurgau Qba trocken
Ungemein frischer MT; trocken bei 0,1 g Restzucker, staubt aber nicht. Leicht blumiger Charakter, schöne, reife Säure. Trinkspaß garantiert.

2007 Weissburgunder Qba trocken
sehr direkte, frische Ansprache mit noch leicht hefig-rauhen Noten, die zarte Frucht ist erkennbar. Auch hier 0,1 g RZ bei moderaten 12,5 Alk. und einer frischen, dezenten Säure.

2007 Grauburgunder QbA trocken
Der „Graue“ etwas schmelziger und mit mehr „Maul voll Wein“. Gute Balance, schon etwas weiter in seiner Verwobenheit. Frucht sehr gut herausgearbeitet. Schöner Essenswein.

Als Fassprobe dann der
2007 Spätburgunder QbA trocken
dunkle Früchte, kernig mit einem Hauch Mandeln und Johannisbeeren. Hefe noch deutlich, zarte Frucht im Hintergrund schon erschmeckbar. Ach ja, eine weitere Philosophie besteht darin, auch das zu versprechen, was als Inhalt deklariert wird, nämlich 100% der Rebsorte und keinen Deckwein, „wie es viele Betriebe immer noch praktizieren“

Andreas Engelmann, vom Weingut Schloß Ebringen aus dem Markgräflerland war meine zweite Neuentdeckung, wenn auch nicht ganz neu, denn ein Teil seiner Weine konnte ich bereits auf der ProWein probieren, allerdings schon zu etwas vorgerückter Stunde.

Diesmal konnte er uns mit froher Kunde begrüßen. Sein kompletter Bestand an Sauvignon Blanc, den er auf der ProWein vorstellte, hat er verkaufen können, so positiv war die Resonanz auf der ProWein. Haben wir da was verpasst????

Nun, auch seine noch vorhandenen Weine sind von sehr guter Qualität. Angefangen bei seinem

2007er Chasselas QbA trocken – der erste Gutedel vom Schlossgut
durchgegoren bei 1,5 g RZ; kein Allerweltsweinchen, sondern richtig gut. Am Gaumen von zartem Charakter, sehr geschmeidig, erinnert in Zügen an Hanspeter Ziereisens „Heugumber“, allerdings nicht in der Konsequenz, wie es Hanspeter mit der Spontanvergärung und dem langen Hefelager praktiziert. Dennoch einer der wenigen guten Gutdel aus Deutschland.

2007 Pinot Blanc QbA trocken
wunderbar klare Frucht, gelbes Steinobst, Holunderblüten, sehr finessereich und frisch, angenhem zu trinken bei reifer, milder Säure.

2007 Pino Gris QbA trocken
Ausbau zu 30% in amerikanischer, schwach getoasteter Eiche aus Mehrfachbelegung. Duft nach reifem Kernobst, Hauch Vanille, körperreich, aber nicht fett oder überladen, macht dank seiner Frische und Säure solo Spaß, aber auch ein Essenskandidat bester Güte!

Die Rotweine selbst haben mir nicht so gefallen, für mich steht die Frucht mit ihrer hohen Reife zu sehr im Vordergrund.

Etwas besonderes ist sein 2006er Cremant Pino Blanc de Noir Sekt b.A. Sehr ambitioniert eingepreist bei knapp 20,- EUR. Das Mousseux noch etwas zu heftig, feine Perlen und eine gewisse Cremigkeit ist schon erkennbar. Allerdings, und das habe ich dem Winzer auch mitgeteilt, zeigt dieser tolle „deutsche Champagner“ -(das Niveau hat er) erst in Ansätzen, was er nach einem längeren Hefelager haben könnte. Ich würde diesen Champagner noch weiteres Hefelager gönnen, denn für mich hat er erst 30-40% seines Potentials gezeigt.

Am Gemeinschaftsstand des VDP gefielen mir wieder – wie schon seit dem Jahrgang 2003 – die Weine von Markus Wöhrle mit seinem Weingut der Stadt Lahr. Sehr sortentypische Weißweine mit viel Frische und guter Balance. Insbesondere sein 07er Muskateller kann als „im Sommer bei 30 Grad vor dem Grill getrunkener Aperitif“ gefallen. Resch, straff, saftig!

Jedes Jahr probiere immer wieder gerne die Weine vom Weingut Otto & Martin Frey aus Denzlingen, im Breisgau gelegen.
Das liegt zum großen Teil auch an der sympathisch-natürlichen Art von Martin Frey, der auf den kargen Böden im Glottertal eine tolle Serie an Terroirweinen auf die Flasche bringt. Kein Mainstream, sondern fokussiert, die jeweiligen Lagen mit ihrem Charakter auf die Flasche zu bringen. Das ist manchmal nicht ganz einfach, denn die Burgunder aus Weiss- und Grauburgunder und Chardonnay bringen hier nicht den gewohnten Schmelz aus anderen Regionen, wie z.B. aus der Südpfalz oder gar vom Kaiserstuhl. Aber gerade diese Stilistik macht sie aus meiner Sicht sehr interessant.

Die „Gneis-Linie“ von Weissburgunder, Grauburgunder sowie Chardonnay wird ausschließlich im Edelstahl vergoren. Die Weine sind von eher mineralisch-karger Art, sehr straff, dennoch mit sehr guter Sortentypizität und hervorragende Speisenbegleiter.

Mit der Linie „Aigi“ – einer alten Bezeichnung für den „Glottertaler Eichberg“ – wird die Fermentation und der Ausbau im Holz bezeichnet und nur hier werden die besten Trauben verwendet.

Der 2007er Grauer Burgunder QbA Glottertäler Eichberg „Aigi“ duftet wunderbar nach gelbem Steinobst und einem Hauch Vanille, die Barriques stammen aus Zweit – bzw. Drittbelegung, ein zu massiver Holzeinsatz wird hier nicht angestrebt. Am Gaumen fest, von schöner Intensität, macht Laune! Auch Stuart Pigott beschreibt in seinem Buch „Wein spricht Deutsch“ das Weingut sehr positiv.

Auf ein Wiedersehen mit unserem Winzer Arndt Köbelin aus Eichstetten haben wir uns ganz besonders gefreut, galt es doch einen Wein erstmals zu probieren, den wir uns exklusiv vom Winzer haben vinifizieren lassen. Den 2007er Guthensberg. Was es genau sein wird, werden wir an dieser Stelle nicht veraten. Wenn Sie den Wein kennenlernen wollen – und das sollten Sie unbedingt, es wird nur knapp 300 Flaschen geben -, dann kommen Sie am 08.05.2008 ab 17:00 Uhr zu K&M Gutsweine in die Hamburger Allee 37 in 60486 Frankfurt. Dort wird ihnen die Lebensgefährtin von Arnd, Monika Doll, die Weine des überaus gelungenen 2007er Jahrgangs sowie unseren Guthensberg 2007 präsentieren. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: das ist der bisher beste Jahrgang, den Arnd auf die Flasche gebracht hat. Viel frische Frucht, saftig-traubig, trinkig im besten Sinne.

Mit einem Wein wird Arndt zu den besten Weinen Deutschlands gehören, soviel hat er uns schon verraten, denn bei einem bundesweiten, wichtigen Wettbewerb hat er sich ganz im Vorderfeld plaziert.

Einen völlig positiveren Eindruck als vergangenen Montag auf der Mainzer Weinbörse machten die Weine von Andreas Laible senior aus Durbach/Ortenau Damals empfand ich Sie als sehr weich und rund, ganz ok. Dieses Mal kamen aber noch zwei entscheidende Faktoren für eine deutlich positivere Bewertung hinzu. Die Rieslinge im Prädikatsbereich Kabinett und Spätlese trocken, sowie der „SL“ brillierten durch ein abwechslungsreiches Spiel vom Mineralik, feiner Würze und reifer Frucht, ausgestattet mit einer feinen Tiefe. So elegant sind mir die Weine vom „Senior“ noch nicht rübergekommen. Mal schauen, was sich da zwischen einem der Topwinzer Badens und K&M entwickelt, ganz abgeneigt schien er jedenfalls nicht zu sein, im Gegenteil.

Einen etwas ratlosen Eindruck hinterließen bei mir die Weine des besten Jungwinzers 06/07, seinem Sohn Alexander Laible. Ein völlig anderer Stil, weit mehr restzuckerorientiert, vielleicht hat da der Einfluß der Arbeit an der Mosel zu sehr den Weg in die Weinbereitung gefunden. Gerne hätte ich die Weine etwas straffer und deutlich fokussierter gesehen, leider nivelliert der Restzucker doch sehr stark. Gut gefiel mir der 2007er Riesling „SL“, schöne Pfeffernote, der Restzucker durch den etwas dichteren Körper besser integriert.

Das wars für uns, auf die zahlreichen Winzergenossenschaften verzichteten wir, auch wenn die bunten Flaschen noch so hübsch aussahen. Uns zog es nach Ammerschwihr ins Elsaß, wo etwa 15 biodynamisch arbeitende Betriebe aus ganz Frankreich ihre Weine vorstellten.
Bericht folgt

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