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Toskana 2007: Greve, Panzano und eine Wohlfühl-Osteria

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 24 September 2007

Jedes zweite Wochenende im September findet auf der Piazza Matteotti in Greve (dort wo die berühmte Metzgerei Falorni Schinken vom Himmel baumeln läßt und der Duft von Finocchiona (Fenchelsalami) durch die Räume wabert, die Rassegna del Chianti Classico statt. Heuer schon zum 17. Mal. Viele Erzeuger präsentieren sich mit einem eigenen Stand, viele andere Weingüter sind nur über den Stand des Consorzio vertreten.

Neben einigen bekannten Weingütern wie z.B. Il Molino de Grace, Castello di Verrazzano, Casa Sola, Le Bocce, Montemaggio, Villa Vignamaggio etc. präsentieren sich aber auch noch Winzer, von denen auch ich noch nichts gehört hatte. Unter anderem Paolo Baldini von der Az. Agr. Altiero. Als ich seine Weine probierte, schmeckte ich das gewisse Etwas. Das, was ich tags zuvor beim Essen in der Osteria di Fonterutoli vermisste, das authentische, das auf das Wesentliche reduzierte, hatte ich hier im Glas. Klassischer Chianti Classico, ungeschminkt, trinkig.

Nun, ich dachte mir, Bernd mach langsam, lass dich von der Urlaubsstimmung (25 Grad warm) nicht verleiten, sondern probiere erstmal den Rest vom Fest und mache zum Abschluß nochmal einen Halt bei Altiero, um sie im Kontext mit den anderen Weinen zu probieren. Aber mein erster Eindruck, das Bauchgefühl behielt recht. Nun versuchte ich in Kontakt zu kommen, Paolo stand mit seiner Mutter am Stand, er konnte ein wenig Englisch und so machte ich Ihm klar, dass ich Ihn gerne besuchen möchte, um mir einen Eindruck des Weingutes zu verschaffen. „Freitag? Kein Problem, meinte er, ich solle einfach am Nachmittag vorbeischauen.“


Paolo Baldini

Wir ließen dann das Fest Fest sein und machten uns auf den Weg nach Panzano, dort ist Sonntags Markt und alle sind auf der Gass. Ein buntes Treiben, alt und jung gemischt, in der Bar gibts Espresso und man unterhält sich über die Qualität der Steinpilze.

Auch in Panzano hat sich in den letzten 5 Jahren viel getan, es ist ein Neubaugebiet dazu gekommen. Eine Vinothek – ENOTECA DEL CHIANTI CLASSICO PANZANO -, die in einer kleinen Straße in einem kleinen Geschäft Richtung Kirche war und ich mich immer fragte, wann der Laden aus allen Nähten platzen würde, ist nun in der Hauptstraße (Via Chiantigiana 15/19 )und bietet Weine aus aller Welt und nach Bestellung geführte Weinproben mit begleitendem Essen an . Wir kommen mit dem Besitzer (Duilio Cavaciocchi) ins Gespräch und er erzählt uns fast schon horrende Geschichten aus der Wein-Industrie der Toskana und der Politik im allgemeinen und mit dem Finanzamt im besonderen. Aber er kalkuliert gut, ist eine ehrliche Haut (wird uns später von einer Winzerin bestätigt) und ist vielleicht für manche ein Dorn im Auge. Er gibt uns ein paar Tipps für gute Chianti Classico mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis und auch für ein gutes und einfaches Restaurant in der Nähe (Le Panzanelle, Luccarelli) wo wir für den Abend auch reservieren.

Unser Abend in der Osteria Le Panzanelle:

· Antipasto Misti: Salami, Finocchiona, Schinken (alles reichlich), Crostini mit Steinpilzen und Leberpaste
· Insalata mit Ziegenkäse
…………
· Taglierini verde con pecorino e pere (mit Pecorino und Birne)
· Pappardelle sulla lepre (sowohl Gnocchi, als auch Taglierini waren aus)
…….
· Lammkotelette mit Fagioli
· Tagliata auf Rucola

Sehr gutes Fleisch! Gute Portionen und wir zahlen am Ende 76 Euro – das ist die Hausmannsküche die wir gesucht haben!

Vor meiner Abreise bekam ich von einem Freund noch den Tipp, Giovanna Morganti, eine Winzerin der ViniVeri Gruppe zu besuchen, ich kannte deren Wein, einen Chianti Classico von 1992. Damals war ich von dem Etikett fasziniert und auch heute erkennt man den Wein unter tausend anderen im Regal immer noch.

Wir genossen also zu diesem tollen Abendessen bei sehr engagierten Gastronomen den:

2004er Chianti Classico „Le Trame“ Podere Le Boncie, Giovanna Morganti
Kostet ganze 25,- EUR im Restaurant, bei Duccio hab ich mir den 2003er im Laden für 20,- EUR besorgt.

Übrigens: wir haben jeden Abend angesichts der unglaublich fairen Preiskalkulation eine Flasche Wein getrunken, nur so mal am Rande für unsere mitlesenden deutschen Gastronomen.;-)

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