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2007 Toskana – Anreise und eine Restaurant-Enttäuschung

Posted by Bernd Klingenbrunn - Montag, 24 September 2007

Los gings am Samstag in der früh. Auf der deutschen Schlaglochpiste, genannt A5, gings eigentlich gut voran, so dass wir zu einem ersten Cüppli rechtzeitig in der Schweiz waren. Um Basel herum wird wohl gerade aufgrund der im nächsten Jahr stattfindenden Fußball-Europameisterschaft kräftig auf den Straßen gebaut. Jedenfalls ging es auf den nächsten 10 km nur noch im Schritttempo voran. Ansonsten sind die Mautstraßen dort immer eine Wohltat für Fahrer und Fahrzeug. Topfeben! Schweizer Präzisionsarbeit eben. Präzision im Negativen dann vor dem Gotthard-Tunnel. 5 km Stau, Wartezeit bis zum Einlass in den Tunnel in 20er Gruppen 1 Stunde. Ein kurzer Blick zum Himmel und die Entscheidung, über den Pass zu fahren, war gefallen.

Noch war der Wagen nicht mit Trouvaillen aus „Bella Italia“ gefüllt und so gings flott hoch auf 2108 m mit fantastischem Blick über die Schweizer Bergwelt.

Nach diesem visuellen Genuß ging es weiter und wir waren gegen 20:00 Uhr in Castellina in Chianti angekommen. Waren wir über die letzten 15 Jahre immer im Hotel Salivolpi untergebracht, musste ich diesmal auf das Budget achtgeben und wählte die etwas günstigere Villa Cristina. Wir werden von dem Besitzer Marcello und seiner Frau herzlich begrüßt. Schnell laden wir aus und beziehen unser hübsches Zimmerchen im 1. Stock. Es ist typisch mit alten Möbeln eingerichtet, hat ein gutes Bett, ein gut eingerichtetes Bad – und einen tollen Blick in die Abendsonne! Wir haben es nicht bereut und ich möchte dieses Haus ausdrücklich für jeden Toskana-Reisenden empfehlen. Ein Pool bietet ein kühles Nass in den heißen Sommermonaten.

Hier ein paar Bilder vom Frontbereich mit der großen Frühstücksterrasse:

Das Gebäude ganz rechts auf dem Foto ist übrigens eines unserer Lieblingsrestaurants des gesamten Chianti-Gebietes, das „Albergaccio di Castellina“, wo Sonia Vismann und ihr Mann Francesco Cacciatori eine wunderbar kreative Küche zelebrieren. Dazu aber in einem späteren Bericht mehr.

Jetzt und heute wollten wir den Urlaub so beginnen, wie eigentlich immer in den letzten 15 Jahren. Ein ganz einfaches Essen in einer Osteria oder Trattoria, mit Crostini, Pasta, einem Stück Fleisch und wenns denn noch rein passt, was Süßem.

Die Osteria di Fonterutoli war dabei die letzten Jahre immer der ideale Ort (nur wenige Minuten von Castellina entfernt) Ganz einfache Küche an rustikalen Holztischen, immer voll und laut, aber sehr authentisch. Von Deutschland hatte ich auch einen Tisch reserviert und ich wußte auch, dass die Osteria auf die andere Straßenseite umgezogen ist. Die Beschreibung führte uns zuerst in die Irre, da wir sie näher an der Ortschaft vermuten. Aber sie ist nur auf die gegenüberliegende Straßenseite in den Wald gezogen, vergrößert und sehr großzügig eingerichtet mit hohen weißen Wänden, modernen Lampen und hellem Holz. Das Ambiente ist jetzt eher kühl.

Leider, und das mußten wir nach unserem Essen feststellen, ist diese Ursprünglichkeit nicht mitumgezogen. Sie hat leider nichts mehr von dem Wohnzimmer-Wohlfühl-Ambiente, sondern ist schicker aufgemacht. Hier scheint man sich eher auf andere Klientel einzustellen.

Sehr, sehr üppig der Vorspeisenteller mit toskanischen Spezialitäten. (Schinken, Salami, Fettunta mit Lardo, Bruschetta, Ochsenkopf-Pastete, Salat mit Pecorino) 15 EUR hingegen halte ich hingegen für reichlich übertrieben. Für uns zwei wars genug und da es noch Tagliata gab, verzichtet meine bessere Hälfte auf einen Nudelgang.

Ich bestellte mir hingegen traditionell Pici con sugo cinghiale (Wildschweinsauce). Gab es früher die Pici mit Wildschweinsauce im normalen, tiefen Teller, wird das Ganze jetzt auf einem überdimensionalen, flachen Teller in geringerer Menge zu höheren Preisen serviert. Schiki-Miki-Präsentation, die völlig fehl am Platz ist.

Ich nahm im Hauptgang mal was vegetarisches: Frittata von Ziegenkäse und Kürbisblüten, leicht und aromatisch. Sehr gut.

Barbara nahm als Hauptgang Tagliata (grillierte Rindfleischstreifen) auf heißem Stein (der Stein war Mannsfaust-groß und darüber waren die Tagliata Scheiben aufgeschichtet – sah etwas seltsam aus!) Außerdem war es fast kalt, was wir auch reklamierten, wir mussten es nicht bezahlen. Und als Krönung gab es dazu Erbsen aus der Dose, sorry aber dazu fällt mir nichts mehr ein.


Gut geschmeckt hat uns der 2005er Fonterutoli Chianti Classico. Etwas modern zwar, aber dafür guten Trinkfluß und mit 16 EUR
fair kalkuliert.

Fazit:
Schade, schade, schade…, aber das wars dann wohl mit dieser Osteria.

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