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Tour de France 2007 – Tag 1: Vinexpo-Auftakt in Bordeaux

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 24 Juni 2007

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Die Weinfachmesse Vinexpo ist mit geschätzten 50.000 Fachbesuchern zu Ende gegangen, drei Prozent mehr als vor zwei Jahren. Auf der ausverkauften Ausstellungsfläche von 41.000 Quadratmetern boten knapp 2400 Aussteller aus 45 Nationen ihre Produkte an.

Das Besucheraufkommen stieg leicht an. Bis einschließlich 20. Juni hatten sich auf der Wein-messe in Bordeaux-Lac im Parc des Expositions mehr als 45.000 Besucher registriert. Inklusive der 5.000 zusätzlichen Besucher am letzten Tag schätzt die Messegesellschaft das gesamte Besucheraufkommen auf 50.000; es liegt damit drei Prozent höher als im Jahr 2005. Mehr als ein Drittel der Besucher stammte nicht aus Frankreich.

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Besonders stolz war der Veranstalter auf seinen neuen, 430m langen Steg quer über den See hinter den Messehallen, der zum Palais des Congress führte, wo der Bürgermeister vom Bordeaux und Staatsminister für Umweltfragen sowie französische Vizepremiers, Alain Juppé einen Tag nach seiner überraschenden Niederlage bei den Parlamentswahlen in Bordeaux gegen die sozialistische Kandidatin Michele Delaunay, die Messe offiziell eröffnete.

Auch Bernd hatte sich am Samstag nach Bordeaux aufgemacht, um den ein oder anderen Winzer aus unserem Programm zu besuchen und kennenzulernen. Unter anderem traf er auf Sandra Tavares und Jorge Borges, deren Kult-Rotwein Pintas Zuwachs bekommen hat.

„Pintas Charakter“ basiert in seiner 2005er Version (Jungfernjahrgang) von alten Reben und ist preislich mit etwa ca. 25-28 EUR Endverbraucherpreis deutlich unterhalb des Pintas angesiedelt. Ausgebaut wurde er zu je 50% in neuem und gebrauchtem, französischen Holz. Nur etwa 8000 Flaschen wird es von diesem Wein aus dem herausragenden Jahrgang 2005 in Portugal geben.

Der Sonntag war im Vergleich zu den kommenden Tagen eher ruhig. Selbst die Anfahrt am Sonntag morgen aus dem 40 km entfernten Saint-Genes-de-Blayes, wo uns unser Winzer Thomas Herter von Château Segonzac sein Gästehaus zur Verfügung stellte, gestaltete sich auf menschenleeren Straßen als Spazierfahrt. Auch der Franzose schläft sonntags gerne aus. So landeten wir also gegen 9:00 Uhr auf der Vinexpo und ordneten erstmal unsere Unterlagen, denn wir hatten am ersten Tag die meisten Termine bei unseren Winzern gemacht.

Unser bei Ihnen mit seinem Sauvignon Blanc von der Loire so erfolgreiche Winzer Jean-Francois Merieau von den Vignobles des Bois Vaudons war zwar nicht persönlich, aber mit seinen Weínen anwesend. Diese haben wir ja mit seinen aktuellen Jahrgängen im Programm, so dass wir die Weine der Partnerwinzer unter die Lupe genommen haben. Besonders erwähnen möchte ich diese:

Domaine Michel Bailly aus Pouilly sur Loire:
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2006er Pouilly Fumé „Les Vallons“
Michel Baillys Pouilly Fumé hebt sich deutlich von später verkosteten Weinen bei anderen Winzern ab. Spontanvergoren, im Duft rauchig-mineralisch, dicht und cremig am Gaumen, sehr fest und konzentriert im Mund ohne überladen zu wirken. Auch wenn die Tendenz im Moment zu weniger Alkoholgehalt im Wein geht, diese 13,5% sind perfekt verpackt und gleichzeitig bietet der Wein in seiner Ganzheit ein sehr schönes Trinkvergnügen für um die 12-13 EUR.

Dominique Joseph – Le Petit Saint Vincent – Saumur

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2005 Saumur Champigny „Le Petit Saint Vincent“
100% Cabernet Franc; sehr intensive, dunkle Farbe. Reifer Duft nach schwarzen Johannisbeeren, schwarzen Brombeeren und einem Hauch Paprika. Wirkt in seiner kühlen Art sehr distinguiert am Gaumen, reifes Tannin, immer wieder sehr trinkanimierend.

Nach 4 Stunden intensiven Probierens legten wir eine kleine Pause ein und folgten einer Einladung auf Château Grattequina, wo ebenfalls eine Präsentation von 40 Weingütern aus 60 Appellationen stattfand.

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Château Grattequina

Ein extra eingerichteter Shuttle-Service brachte uns in 3 Minuten von der Vinexpo dort hin. Natürlich gab es dort auch einem dem Château angemessenen Mittagsimbiss in Form eines Buffets mit lokalen Spezialitäten.

Viele Weingüter können und möchten sich aus Kostengründen keinen Stand auf der Vinexpo leisten. Bei Preisen von bis zu 6000 EUR für 5 Tage innerhalb eines großen Gemeinschaftsstandes überlegt sich mancher Winzer schon, ob sich diese Investition lohnt.

Das dachte sich auch Jo Pithon, dessen 27 ha Weingut 25 km südliche von Angers an der Loire liegt. Die weiße Chenin Blanc und der rote, in unseren nördlichen Regionen nicht einfach anzubauende Cabernet Franc sind hier beheimatet. Nicht einfach deswegen, weil mangelnde Reife der Cabernet Franc zu extrem grünen Noten und hoher Säure führt. Nicht so bei Jo Pithon.

Domaine Jo Pithon

2005 Anjou Cabernet Franc
Was für ein Wein! Hochreif, enorme, sehr tiefgründige Erscheinung. Unglaublich tief in der Aromatik, grandiose Länge, das Holz spürbar, aber sehr behutsam eingesetzt (18 Monate, davon 20% in neuen Fässern) Aus einer Selektion von 50 Jahre alten Reben hat er gerade mal 5.000 Flaschen gekeltert. Um die 20,- EUR.

Seine Hauptaugenmerk jedoch liegt auf der Erzeugung von trockenem Chenin Blanc. Wichtigste Vorrausetzung dafür sind reife Trauben und extrem niedrige Hektarerträge. Und nur goldgelbe Trauben ergeben reife Aromen. Vergoren wird spontan, danach kommt der Wein für einige Zeit in bis zu 5 mal gebrauchte Burgunder-Barriques, anschließend erfolgt eine Lagerung von bis zu einem Jahr auf der Feinhefe.
Jo´s Weine strahlen eine barocke Sinnesfreude aus, bestechen durch ihre reife, niemals überladene Frucht und ihrer feinen, ja eleganten Cremigkeit.

So möchte ich auch nur einen Wein herausheben, der mir besonders gefallen hat, denn hier kann man blind zugreifen!

2004 Anjou „Les Blanches Bergéres“
Ein sehr schöner kompletter und komplexer Wein. Mineralik, Frucht, Fülle, Cremigkeit, Trinkanimation, Säure, Länge. Alles da! Was fehlt? Ich weiss es nicht…..

Den letzten Termin hatten wir für 17:00 Uhr bei Celler de Capcanes vereinbart, wo sich Önologe Jürgen Wagner überrascht zeigte, dass wir auch zum angesagten Termin erschienen. „So späte Termine werden eigentlich nie eingehalten“, lobte er und schenkte uns sogleich den ersten Wein ein.

2006 Mas Donis Rosat
80% Garnacha, 10% Syrah und 10% Merlot ergeben einen recht farbintensiven Rosado, der sich sehr angenehm weich und frisch, aber auch mit einiger Kraft präsentierte. Schöner Starter, es folgten weitere Weine.

2006 Mas Donis tinto
80% Garnacha & 20% Syrah. Vielmals liest man, der Wein sei nach der Maceration Carbonique hergestellt. Das ist definitiv falsch. Der Wein wird nach traditioneller Machart vinifiziert. Trotzdem ist sein Hauptmerkmal die enorme, frische Fruchtigkeit, die dezent nervige, angenehme Säure, die dem Wein immer eine angenehme Frische verleiht. Idealer Sommerrotwein, auch leicht gekühl, da auch die Tannine sehr rund und weich sind.

2005 Lasendahl (Faßprobe)
Identisch mit dem Mas Donis Barrica, der regelmäßig von Robert Parker um die 90 Punkte erhält. Nachvollziehbar, denn der Wein zeigt sein 8-monatiges Barrique-Lager deutlich, aber nicht übermäßig. 9 Tage Maischestandzeit, im Duft rauchige Komponenten vom Fass, recht dicht und konzentriert, gewisse Wucht. Sehr gut!

2005 Mas Collet (Faßprobe)
Cuvée aus 35% Garnacha, 25% Carinena, 25% Tempranillo und 15% Cabernet Sauvignon. Mas Collet wirkt im Gegensatz zu den doch fruchtigeren Mas Donis-Versionen immer deutlich würziger, kräuterbetonter. Reifes Tann, subtiles Holz (feine Kaffee-Note), auch sehr elegant und schon wunderbar anzutrinken. Wird wieder ein Kracher!

2003 Costers del Gravet
Cuvée aus Merlot/Tempranillo/Garnacha; ausgebaut in französischer Eiche, daher stammt auch der angenehme röstige und rauchige Duft von reifen, roten Beeren und Pflaumen. Im Mund viel saftige Frucht, dabei schöne Dichte, sehr feinkörniges Tannin, fest am Gaumen, mit viel Kraft. Leicht kühle Mineralik, lang und nachhaltig im Finish. Ausgezeichneter Wein!

2004 Mas Torto
(enthält 70% Garnacha-Trauben, die für das Flagschiff, den Cabrida nicht ausgereicht haben) Merlot, Syrah und Cabernet komplettieren zu je 10% diesen kleinen Cabrida. Ausgeprägte Aromatik von reifen, roten Beeren, Anklänge von Zartbitterschokolade, sehr elegant, Tabaknoten. Sehr gute Länge.

2004 Cabrida „Garnatxa Vinyes Velles“
100% Garnacha von mindestens 75 Jahre alten Rebstöcken. 14-monatiger Ausbau in französischen, neuene Barriques. Sehr feiner, eleganter, würziger Auftakt mit mediterranen Noten von Orangenzesten, auch Tabak, enorme Konzentration, tänzelt dennoch sehr spielerisch auf der Zunge, Tannin spürbar, muss sich über die nächsten 15 Jahre einbinden. Erhält mit dem Jahrgang 2004 ein neues Outfit.

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2004 Flor de Primavera Kosher Wein
Cuvee aus 35% Garnacha, 35% Cabernet Sauvignon und 30% Carinena; Ausbau über 12 Monate in französischen und amerikanischen Barriques. Beginnt überraschenderweise mit einer ausgeprägten floralen Note, gefolgt von Kräuternoten, sehr weich und samtig am Gaumen, ja fast rund, dabei im Finish schön in die Tiefe gehend.

Zum Abschluß dann das süße Highlight:

2004 Pansal de Calas
Süßwein aus 70% Garnacha und 30% Carinena. Saftig-süße Kirsche pur, die 70g Restzucker spielerisch intergriert. Viel Kraft, aber nicht fett und sattmachend ausgerichtet.

Alle Weine haben sehr überzeugt und gut möglich, dass wir unser Sortiment von Capcanes noch ein wenig erweitern.

Jürgen Wagner wird uns im November im Rahmen der Gutsweinprobe besuchen. Da werden Sie mit Sicherheit den ein oder anderen oben beschriebenen Wein nachprobieren können

Mittwoch, 28.11.2007 — 19:30: Gutsweinprobe:
Celler de Capcanes – der Qualitätsmotor aus der aufstrebenden Region Montsant in Spanien – zu Gast: Capcanes-Önologe Jürgen Wagner

Anmeldung und Vorkasse erforderlich!

Ihre Anmeldung per Telefon oder eMail erleichtert uns die Planung. Vielen Dank!

K&M GutsWeine – unsere Leidenschaft – Ihr Genuß
Klingenbrunn und Maurer GbR
Hamburger Allee 37 – 60486 Frankfurt
Fon/Fax: 069 7171 – 3430 /-3431
eMail: info@gutsweine.com

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