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20. Weintage der südlichen Weinstrasse in Landau

Posted by Bernd Klingenbrunn - Sonntag, 10 Juni 2007

Noch bis Montag findet im Landauer Frank-Löbschen Haus im südpfälzischen Landau die Präsentation von Weinen der Winzer der südlichen Weinstraße statt. Am Montag allerdings nur für Fachbesucher.

Unser Messegänger Bernd war natürlich auch zugegen, zählt doch für Ihn seit einigen Jahren dieser südlichste Teil der Pfalz zu einem Eldorado für Entdeckungen junger Winzertalente.

Heuer stand natürlich der 2006er Jahrgang im Vordergrund der Verkostungen. Viele Winzer kamen nicht herum, viel auszuschneiden und besonders stark zu selektionieren. Wer sich dessen bewußt war, hat sehr gute bis hervorragende Weine in den Keller bzw. auf die Flasche gebracht. Da es dieses Jahr nur 2-3 neue Weingüter auf der Messe zu probieren gab, kann ich keine neue Entdeckung präsentieren, so habe ich die Weine der in den vergangenen Jahren auf meiner Favoritenliste ganz oben plazierten Winzer durchgängig probiert. Hier also meine ganz persönlichen Favoriten, wobei ich wiederum darauf verweise, das das „Gesamtpaket“ des Winzers stimmen muss, denn: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer!

Weinhof Scheu / Klaus Scheu / Schweigen-Rechtenbach

2006 Riesling QbA trocken „KALKSTEIN“
2006 Weissburgunder Spätlese trocken „Raedling“

waren die Spitzen einer unglaublich homogenen Kollektion. Klaus Scheu gelingt der schmale Grad, die Weine sehr intelektuell und dabei doch verständlich zu vinifizieren. Frucht, Säure, Mineralität – alle Komponenten finden sich in einem tollen Einklang. Jede wird für sich akzentuiert, ohne die andere zu überzeichnen. Tolle Struktur und Festigkeit am Gaumen. Exzellentes Preis/Genuß-Verhältnis.

Weingut Pfirmann – Jürgen Pfirmann / Landau-Wollmesheim

2006 Silvaner Spätlese trocken „Marktweg“
2006 Sauvignon Blanc Spätlese trocken
2005 Spätburgunder QbA trocken „Königsweg“

Auch für Jürgen Pfirmann´s Weine kann ich nur lobende Worte finden, außer seinen Fachhandelskonditionen. Wären diese auch so exzellent wie seine Weine, müssten wir Ihnen diese eigentlich anbieten, so singulär sind seine Weine. Jürgen´s Silvaner spielt in der Südpfalz die erste Geige. Trotz analytischer 0,3g Restzucker, was beim nackten Lesen den einen oder anderen schon ablehnend zum nächsten Wein übergehen lässt, fehlt hier aber auch gar nichts. Straff, saubere Frucht, Mineralität, enorme Länge, sicher kein Schmeichler am Gaumen, dass will er auch nicht, sehr expressiv. Gehört ebenso wie sein Sauvignon Blanc in jeden Keller!

Überrascht hat mich diesmal sein Spätburgunder aus dem Königsweg. Assoziationen zu Erwin Tinhof´s 04er Feuersteig wurden wach. Ganze feine elegante Frucht, ganz leichter weißer Pfeffer, ja spielerisch auf der Zunge, ganz fein, spielt eher die leisen, feinen Töne. Bleibt sehr lange auf der Zunge. Toller Spätburgunder, Jürgen sagte bei einem Besuch vor etwa 2-3 Monaten selbst, das dies sein bisher bester Spätburgunder ist.

Weingut Jülg – Werner Jülg / Schweigen

Werner Jülg gehört für uns schon seit geraumer Zeit zur den Favoriten, dass belegen auch die Verkaufszahlen bei uns im Laden. Seine Weine haben einen einzigartigen Trinkfaktor auf hohem Niveau und sind hervorragende Essensbegleiter. Alle seine Weine stammen aus der Großen-Gewächs-Lage „Schweigener Sonnenberg“ Herauszuheben aus einer sehr stimmigen Kollektion sind:

2006 Chardonnay Spätlese „S“ trocken
dicht und cremig, viel Sortenausdruck. So mancher Chardonnay aus Burgund zu wesentlich höherem Preis wird gegen diesen Wein kläglich verlieren (nach Ostern war ich 1 Woche im Burgund und musste mir leider viel belangloses antun)

2006 Muskateller Kabinett trocken
straff, trocken, schöne , nicht übertrieben präsente traubige Muskatfrucht, der Wein räumt nach zahlreichen, überkonzentrierten und hochalkoholischen Weinen am Nachbarstand auf.(ich frage mich, wer brauch eigentlich 14,3% Alkohol im Weisswein??)

2006 Riesling Spätlese trocken „Schweigener Sonnenberg“
Abgestufter Riesling, hätte eigentlich der Lagenriesling „St. Paul“ werden sollen. So mancher Winzerkollege hätte ihn auch sicher so abgefüllt und für teureres Geld verkauft. Ungemein saftiger Riesling auf Großem Gewächs-Niveau, ausgereifte Steinobstaromatik, nervig, sehr animierend. Große Länge. Kompliment!

Weingut Ackermann – Frank Ackermann / Ilbesheim

Frank Ackermann´s Weine waren vor 1 Jahr „die Entdeckung“ in Landau. Super präzise herausgearbeites Terroir in den 2005 Rieslingen vom „Buntsandstein“ und „Kalkmergel“. Selbst sein fruchtsüßer Riesling 2004 war mit einem wunderbaren, klaren und erfrischenden Süße-Säure-Spiel ausgestattet. Erste Lorbeeren aber erntete er mit einem tollen 4. Platz in der Sauvignon-Blanc-Trophy der Zeitschrift Vinum. (den 1. Platz belegte übrigens Jürgen Pfirmann, siehe weiter oben)
Seine diesjährigen 2006er Riesling Weine präsentierten sich noch sehr verschlossen, dennoch mit viel Substanz, reifer Säure und wunderbarer Mineralität. Sicher keine Main-Stream-Weine, die auf Anhieb gefallen. Diese 2006er brauchen sicher noch mehr Zeit bis zur Entfaltung, was ja an sich nichts verkehrtes ist, denn bis dahin sind die vordergründigen, auf Frucht getrimmten Weine eh tot.

Weingut Gies-Düppel / Volker Gies Düppel / Birkweiler

Auch Volker Gies-Düppel konnte letztes Jahr eine für mich beeindruckende Serie von mineralischen Rieslingen zu unglaublich günstigem Kurs hinlegen. Begeisterten die 2005er noch mit einer etwas prägnanteren, ja fast cremigen Frucht- Komponente, wirkten die 2006er vom Rotliegenden und Buntsandstein etwas karger, die Frucht trat dadurch etwas in den Hintergrund. Dennoch auch hier wieder eine sehr singuläre, auffallende Stilistik, nicht auf Vordergrund und Gefälligkeit getrimmt. Dass er anscheinend kein Geheimtipp ist, zeigt sich auch an seiner Preisliste, auf der schon viele Positionen als ausgetrunken gekennzeichnet sind. That´s Life!

Last but not least:

Weingut Theo Minges / Flemlingen

2006 Riesling Kabinett trocken „Gleisweiler Hölle“
2006 Riesling Spätlese trocken „Buntsandstein“

Wie hat der gute Theo Minges dass nur wieder geschafft. Ist es die Aussage, „auf der Schule alles lernen und in der Praxis ganz wieder schnell vergessen“ und „sich auf sein Bauchgefühl verlassen“, die zu diesem Ergebnis geführt haben wie der facettenreiche, elegant-fruchtige und mit nur 11,2% Alkohol ausgestattete Riesling aus der „Gleisweiler Hölle“. Oder der etwas kräftigere, ja fast rotfruchtig- und fleischig schmeckende „Buntsandstein“. Das ist wieder ganz große Winzerskunst, wie auch ein Nachwuchswinzer meinte: „das werden ganz große Rieslinge“

Wir werden sehen!

Weitere Weingüter auf meiner WATCH-LIST:

Weingut Dengler-Seyler in Maikammer
Weingut Heiner Sauer in Böchingen

Mehr Infos hier

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