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Mit ‘Rotwein Frankreich’ getaggte Artikel

Dirk Würtz, Stuart Pigott und die bezahlbaren Bordeaux von Château Segonzac

Geschrieben von Bernd Klingenbrunn - Montag, 22 August 2011

Bordeaux für Jedermann! (von Dirk Würtz)
Originalbericht hier

Wie bereits angekündigt, habe ich mich auf die Suche nach gutem und bezahlbarem Bordeaux gemacht. Und man glaubt es kaum, es war einfacher als gedacht…
Die Vorgeschichte ist schnell erzählt und den treuen Lesern hier ja auch bekannt: Bordeaux ist im wahrsten Sinne des Wortes in “aller Munde”. Ein Rekordpreis jagt den nächsten, für einen Normalsterblichen sind die großen Weine nicht mehr erschwinglich. Meiner Meinung nach leidet unter dieser Entwicklung das Image der gesamten Region. Einige Weintrinker wenden sich ab, oder erst gar nicht hin, da sie glauben Bordeaux = zu teuer. Das ist natürlich Quatsch, aber so läuft das eben gerne. In einem Gebiet mit 100.000 Hektar Rebfläche MUSS es ja aber auch Alternativen geben. Solche die schmecken und eben bezahlbar sind. Einige davon habe ich jetzt gefunden, weitere folgen. Ich bedanke mich schon einmal vorab, für die tolle Unterstützung einiger Händler und Verbände.

Es ging gleich gut los, bei der gestrigen Verkostung. 2006 Clos du Jaugueyron, Haut-Médoc. Ein zugegeben schwer auszusprechender Name, wenn man kein Franzose ist, aber ein grandioser Wein. Ein echter Klassiker, so wie ich mir einen Bordeaux vorstelle. Zuerst ein wenig ruppig – man sollte ihn unbedingt dekantieren – und dann einfach nur noch gute. Lang, ein Maul voll Wein, eine warme Frucht, viel Paprika und einen mächtigen Zug. Kann man jetzt bereits mit viel Spaß trinken, darf aber auch noch ein wenig im Keller liegen bleiben. 16,50 Euro ist ein absolut fairer Preis. Zu beziehen bei “Aux Fines Gourmets”

Quartett 09er Château Segonzac & Le Reysse 2009

Quartett 09er Château Segonzac & Le Reysse 2009

Wer es etwas moderner mag, der ist bei Château Segonzac extrem gut aufgehoben. Da gibt es einen Einstiegswein, der heißt “Tradition”, kostet schlappe 7,90 Euro und ist der Inbegriff des “Saufweins”. Kommt aus dem Jahrgang 2009 und macht einfach nur Spaß! Ein annähernd unschlagbares Preis-Genuss-Verhältnis!

Die nächste Stufe ist der 2009 “Vieilles Vignes”. Wie der Name schon sagt, kommt dieser Wein aus sehr alten Rebstöcken und ist extrem knackig. Er knistert sogar ein wenig. 11,40 Euro sind dafür fast schon zu wenig. Das Flagschiff des Hauses heißt “Heritage” und ist ein dickes Fettes Teil mit 100 Prozent neuem Holz. Wer jetzt glaubt, das Holz würde den Wein erschlagen, der täuscht sich. Es fällt fast gar nicht auf und ist perfekt eingebunden. Ein wirklich großartiger Wein, der lang und länger schmeckt und der mit 14,50 Euro mehr als fair bepreist ist.

Mein persönlicher Favorit ist allerdings ein ganz anderer – der “2009 Heritage Petit Verdot”. 15 Prozent Alkohol, 15 Euro. 100 Prozent Petit Verdot – eher ungewöhnlich – 100 Prozent Trinkspaß. Extrem reif und saftig, in keiner Weise unangenehm wegen des doch sehr hohen Alkoholgehaltes und ganz extrem süffig. Ich hätte mich reinlegen können! Mehr Infos und die Bestellmöglichkeit gibt es hier bei K&M Gutsweine. Ausprobieren, es lohnt sich wirklich!

Zu den obigen Weinen kann ich nur eines sagen: LECKER!

 

 

 

Stuart Pigott entdeckt K&M 2009 und lobt: K&M ist meine persönliche Weinhändlerentdeckung

Stuart Pigott entdeckt K&M 2009 und lobt: K&M ist meine persönliche Weinhändlerentdeckung

Folgender Text stammt aus der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 21.08.2011, Nr. 33 / Seite 46

REINER WEIN
Neues aus der Bordeaux-Welt
von stuart pigott

Die Rotweine des Bordeaux sind zugleich für ihre Kraft und Eleganz bekannt – Eigenschaften, die primär auf ihre herben Gerbstoffe zurückzuführen sind. Wenn sie früher enttäuschten, dann am häufigsten durch einen zu mageren Körper und unreife gemüsige Aromen wie grüne Paprika. Die Klimaerwärmung jedoch hat die Situation radikal verändert. Bis vor wenigen Jahren war ein Alkoholgehalt von über 14 Prozent bei einem roten Bordeaux eine Seltenheit, während ein solcher für 2009 und 2010 eher als normal gelten muss und manche berühmten Gewächse 15 Prozent und mehr aufzuweisen haben.

Die ersten Rotweine des Jahrgangs 2009 sind bereits auf dem Markt und bieten eine verblüffende Einführung in diese neue Geschmackswelt. Ihre Art wurde maßgeblich von einer sehr langen heißen Phase im Sommer geprägt, während derer der Zuckergehalt in den Trauben nach oben schoss und ihr Säuregehalt absackte. Das führte zu Weinen, die süßlich wirken, selbst wenn sie keinen unvergorenen Zucker enthalten, weil das Hauptgärprodukt Alkohol und das Gärnebenprodukt Glyzerin beide süßlich schmecken. Schon in einem “kleinen” Wein wie dem 2009er “Tradition” von Château Ségonzac in Blaye (7,90 Euro von K&M Gutsweine, 0 69/71 71 34 30) ist dieser neue Typus deutlich zu erkennen. Seine reife Brombeernote und der recht satte Körper sind keinesfalls traditionell für ein solch bescheidenes Gewächs. Der Alkoholgehalt von 13,5 Prozent wird halbwegs durch die recht herben Gerbstoffe ausbalanciert; trotzdem erinnert er auch geschmacklich eher an einen kalifornischen Rotwein als an einen klassischen Bordeaux. Dieser Wein wirkt klarer, wenn man ihn dekantiert, ihn also vor dem Konsum in eine Karaffe oder einen Krug umgießt, am besten ein paar Stunden davor (solange der Wein unter 20° Celsius bleibt).

Aber das hilft nicht bei jedem roten Bordeaux von 2009. Frisch geöffnet ist der 2009er “Vieilles Vignes” von Château Ségonzac (11,40 Euro von K&M) noch gut erkennbar als Vertreter seiner Herkunft, trotz sehr reifer Brombeer- und Maulbeernoten, weil daneben etwas Frisches zu erahnen ist. Nach mehreren Stunden an der Luft entwickelt sich eine Note, die an jungen Portwein erinnert, die Gerbstoffe werden heftiger und der Körper ausladender. Ob man das mag, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber außer Frage steht, dass dies Lichtjahre von dem entfernt liegt, was bis vor wenigen Jahren von dem Wort “Bordeaux” auf dem Etikett im Glas realistisch zu erwarten war. Ségonzac ist kein Top-Château, aber ein sehr professionell geführtes Haus mit hohem Qualitätsniveau für seine Preisklasse; es darf als beispielhaft gelten.

Alle Weine von Château Segonzac bei K&M finden Sie hier, seinen ersten Cremant aus 2010 (“Ist das ein Champagner”, so die Frage von unseren Moselwinzern Olaf Schneider & Thorsten Melsheimer anläßlich der “Best of Mosel-RendezVino am 19.8.11 bei K&M im Nordend) wird es ab Ende Oktober im Rhein-Main-Gebiet exklusiv nur bei uns geben.

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Gastbeitrag – Eine Burgundreise mal ein wenig anders als sonst

Geschrieben von Bernd Klingenbrunn - Dienstag, 9 August 2011

von Robert K. aus Fankfurt, seines Zeichens Burgunder-Liebhaber.

Wir waren vom 26.07.11- 31.07.11 mal wieder im Burgund. Und nun zum ersten Mal gemeinsam mit meiner Frau. Die Vorfreude war entsprechend groß. Der erste Tag gestaltet sich mit diversen Winzerbesuchen. So holte ich erst mal meine fantastischen Weine von Jean Michel Guillon in Gevrey Chambertin ab. Dort hatte ich folgende Weine reserviert:

Gevrey Chambertin Vieilles Vignes 2009

Gevrey Chambertin 1er Cru Les Champonnets Vieilles Vignes 2009

Gevrey Chambertin 1er Cru Petit Chapelle 2009

Grand Cru Mazis Chambertin 2009

 Grand Cru Clos de Vougeot 2009

Da auf dem Weingut gerade abgefüllt wurde, konnten die Weine nicht verkostet werden. Diverse verkostete Weine von diesem Weingut haben immer mein Interesse geweckt, da sie ein tolles Geschmackserlebnis boten und sich zudem sehr fein die unterschiedlichen Charaktere der Lagen in den Weinen widerspiegelten.

Alle Weine haben zudem ein fantastisches Preis/Leistungsverhältnis.

Dann ging es weiter zu einem meiner Lieblings- Weingüter: Edmond Cornu in Ladoix.
Wir wurden wie immer sehr herzlich vom Junior empfangen, der sich auch entsprechend Zeit für uns nahm, obwohl wir nicht angemeldet waren. Was in Burgund an sich nicht typisch ist.

Folgende Wein wurden verkostet:

Ladoix 1er Cru de Bois Roumot 2009:
Ein jetzt schon gut zu trinkender Wein, der nicht zu tanninbetont ist, sondern eher frisch und fruchtig (rote Früchte) daher kommt. Hat ein Potenzial von 2-3 Jahren und würde sehr gut zu gebratenem Fisch passen.

Ladoix 1er Cru La Corvee 2009:
Ein toller Wein mit feinen Tanninen, elegant und wunderbar eingebunden. Potenzial 5- 10 Jahre. Eine rotbeerige Frucht, die im Abgang fein und anhaltend war. Mit Luft wurde der Wein, obwohl schon 1 Tag offen, immer besser. Cornu sgate uns auch, dass seine Ladoix- Weine an der Grenze zur Cote de Nuits liegen und eher Cote de Nuits Charakter aufzeigen als Cote de Beaune Weine. Wir können das nur bestätigen

Aloxe Corton 1er Cru La Mouttote 2009:
Dieser Wein wurde nicht geöffnet, da Cornu nur noch wenige Flaschen von diesem Wein besitzt. Nichts desto trotz kaufte ich 3x Flaschen davon, da ich viel Positives von diesem Wein gehört und gelesen hatte. Laut Cornu hat dieser ein Potenzial von 5- 10 Jahren,

Grand Cru Corton Bressandes 2009:
Was nun kam, verschlug mir die Sprache, denn ich hatte schon seinen 2005er Grand Cru Corton getrunken in 2008 und fand ihn damals schon genial. Aber dass er in 2009 so elegant ist, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Er war feinwürzig, elegant, dunkle Beeren und unglaublich lang im Abgang. Das Tannin extrem feinkörnig. Da konnte ich auch nicht ausspucken. So lecker war der Wein. Ein Wein zum sofort Trinken. Aber Cornu sagte, wir sollten lieber 10- 15 Jahre warten, denn dann hätte dieser Wein sein bestes Potenzial. Viele glauben gar nicht wie elegant ein Grand Cru vom Corton- Hügel sein kann. Aber es lohnt sich wirklich zu suchen.

Von Cornu ging es nach Savigny Les Beaune zum Weingut Pavelot, einige 1iere Crus probieren, 1er Cru Gravains 2009, 1er Cru Peuilttes 2009, 1er Cru Les Guettes 2009, 1er Cru Narbantons 2009

1er Cru Les Dominode 2009:
Dieser Wein fesselte mich, da sich hinter dem Tannin und Holzgerüst eine feine würzige Note gezeigt hat, welche in einem langen Abgang endete. Unterstütz durch eine feine dunkle Fruchtnote verbunden mit erdigen Noten. Sehr schön. Potenzial mindestens 10 Jahre oder auch mehr.
Alles feine Weine, die jedoch sehr vom Holz geprägt waren. Die unterschiedliche Lagencharakteristik kam aber bei allen Weinen sehr deutlich zum Ausdruck. Highlight war der La Dominode, der sich mit den Weinen der Cote de Nuits locker messen kann.

Abends wurde dann auf der Abbruchkante in St. Romain mit diversen Leckereien und entsprechendem Champagner gespeist. Mit schönem Blick auf St. Romain. Eine tolle Empfehlung unseres Freundes Harald. Ein wunderbarer Ausklang des ersten Tages.

Am Donnerstag ging es dann nach Rully. Auf dem kleinen Markplatz wurde noch genüsslich ein Cappucino getrunken, bevor es dann zum Wandern in die Berge ging. Ein kleiner Seitenweg führte hoch zu den Höhlen von Bouzeron. Von dort oben hat man einen fantastischen Blick auf Rully.

Nach der Wanderung ging es zum Mittagessen in das Le Petit Blanc.
Dort nahmen wir das Menu mit Kaninchen in Weinsoße als Hauptgang. Wie immer war das Restaurant sehr voll um die Mittagszeit, dafür sehr gute Hausmannskost zu vernünftigen Preisen. Erst recht bei der leckeren Nachspeise: Creme Brulee. Getrunken haben wir einen 2009er Rully 1er Cru Pucelles vom Weingut Jacquesson. Ein fantastischer Wein, den man jetzt schon wunderbar genießen kann. Herrlich fruchtig mit einer schönen Mineralität. Wunderbar! An der Lage fuhren wir kurioserweise auch vorbei.

Nach dem Essen ging es wieder nach Rully, wo wir uns in Ruhe diesen wunderbaren Ort anschauten. Inklusive dem imposanten Chateau Rully. Der Tag in Rully endete mit einem Besuch des einzigen Weinladens vor Ort. Dort kaufen wir die letzten Flaschen Jacqueson 1er Cru Margote 2009 sowie einen Insidertyp zu günstigen Preisen, den 2009er Rully vom Weingut Jean Bapiste Ponsot

Von Rully fuhren wir dann zu einem Kurztrip nach Dijon über die Autobahn. Die Innenstadt ist wirklich schön mit alten Häusern und schönen Kirchen. Der Rest war eher dürftig.

Am Freitag wurde bei wunderbarem Wetter in Beaune gefrühstückt. Dort durfte ich auch gleich mal mit einem Weinberg- Trecker fahren. Eine lustige Sache.

Danach ging es zurück nach Pommard und wir schlenderten erst einmal länger durch das Dorf, das sehenswert ist. Zumal auch einige bekanntere Winzer dort vor Ort sind. Mann konnte Winzer als Küfer bei der Arbeit beobachten, an einigen Stellen wurde der 2010er Wein filtriert und abgefüllt mittels einer mobilen Abfüllanlage.

Gegen Mittag kehrten wir in einem neuen Restaurant, dem Auberge des Vignes ein, welches an der Straße zwischen Pommard und Volnay liegt. Für meine Frau eine fantastische Süßspeise und zu unserer großen Überraschung gab es dort einen fantastischen Wein, der mir eingeschenkt wurde: von der Farbe her goldfarben. Ich wusste nur, dass es ein Mersault war, nicht aber welches Jahr oder welche Lage. Dann wurde mir mitgeteilt, dass es ein 2001 Mersault Village Le Clos de Tavaux Monople vom Weingut Francoise Gaunoux ist. Ein herrliches Tröpfchen, auf den Punkt genau trinkreif und wunderbare Reife und Frucht. Wir lernten auch gleich die Besitzerin des Weingutes persönlich kennen. Sie ist auch sehr sympathisch.

Am Freitagabend ging es dann mit großer Spannung in das vielfach gelobte Sterne- Restaurant Aupre du Clocher. Die Vorfreude war groß. So bestellten wir gemeinsam das Menü Pommard (ca 40 €), welches uns von sehr guten Freunden sehr empfohlen wurde. Und wir wurden nicht enttäuscht, denn das Essen war einfach fantastisch, sehr aromatisch und auch nicht zu übersichtlich. Zum Essen bestellen wir einen Mersault Village 2008 Charrons von Bouzereau. Ein herrlich mineralischer Wein, der hervorragend zum Essen gepasst hat. Ein super Wahl. Jeder Gang zeigte die Handschrift des Inhaber und Koches. Obwohl es nur 4 Gänge waren, waren wir hinterher papp satt.

Am Samstag ging es dann erst einmal zum Markt nach Beaune, den Marion ja noch nicht kannte. Es war wie immer sehr voll und wir ließen uns treiben. Zum Lunch kauften wir uns ein Bresse- Huhn.
Doch dann besuchten wir zum ersten Mal das wunderbare Hotel-Dieu in Beaune, welches bis 1971 noch ein Krankenhaus für bedürftige Menschen gewesen ist. Sehr imposant und unbedingt zu empfehlen.

Das Bresse- Huhn wurde anschließend genüsslich in den Weinbergen verspeist wurde. Wenn nicht da immer so viele Fahrradfahrer gestört hätten…

Nach dieser Stärkung ging es dann zu diversen Weinorten, die wir besichtigten. Vosne- Romanee, Chambolle- Musigy und Gevrey- Chambertin.

In Chambolle ging es dann noch einmal in einen Weinkeller zum Weingut Felettig, welches für seine Chambolle- Weine bekannt ist. Doch ich musste feststellen, dass diese alle viel zu verholzt waren. Das war eine echte Enttäuschung. Und den Echezeaux 2009 wollte er auch nicht aufmachen. So ging es ohne Weinkauf weiter.

In Gevrey- Chambertin wurde dann ein kleiner Zwischenstopp im Chez Guy eingenommen. Dort wurde eine typisch burgundische Wurst- Terrine (Jambon persillé maison) verspeist, wobei meine Frau sich dem leckeren Nachtisch frönte. Dazu gab es einen sensationellen Wein aus 2008, einen Puligny- Montrachet Le Trezin von Pierre Yves Colin . Mit einer herrlichen Mineralität und einem schönen Frucht- Säurespiel. Nun drängte die Zeit, da wir ja noch einen Termin in Marsannay hatten.

Wir kamen pünktlich bei Sylvain Pataille an, von ihm jedoch keine Spur. 15 Minuten später war er da. Für ihn sehr pünktlich. Wir waren nicht alleine, da ein sehr netter Belgier (Paul) ebenfalls zum ersten Mal in seinem Keller die 2009er Weine probieren wollte. Wir probierten zuerst seine Weißweine, die mir aber nicht so gefielen. Umso mehr dann sein Rose- Wein aus Marsannay.

Die roten Weine aus 2009 wirkten ein wenig süßlich, breit und konnten die nicht so typischen Lagenmerkmale darstellen. Ich hatte das Gefühl, dass er ein wenig zu spät gelesen hatte. Das fiel besonders beim Marsannay Village Montagny 2009 auf, der die wärmste Lage seiner Weine darstellt. Erfreulicher war jedoch der 2009er Bourgogne. Welcher ein Jahr im Holzfass gelegen hatte und das durchschnittliche Niveau weit überschreitet, was Bourgogne- Weine angeht.

Sehr gut gefiel mir auch der Clos de Roi, der ebenfalls in 2009 sehr gut gelungen ist, auch wenn er noch die entsprechende Reife (5-8 Jahre) benötigt. Leider war die Zeit zu knapp bemessen, um mehr Zeit bei diesem sehr sympathischen Winzer zu verbringen, da wir einen Tisch in Volnay reserviert hatten.

Vom Hotel in Pommard Hotel Clos du Colombier , übrigens eine schöne Adresse an einem ruhigen, süßen Weinort, durch die Weinberge nach Volnay zum Restaurant Cellier la Volnaysien, wo wir einen Tisch reserviert hatten, um den Geburtstag meiner Frau entsprechend zu feiern. Leider war der versprochene Outdoor- Tisch nicht geöffnet, so dass es in den Keller ging. Wir nahmen beide ein 3 Gänge Menü. Dazu gab es einen wunderbaren 1991er Pommard 1er Cru Les Rugiens von Joseph Voillot. Ein toller gereifter süßlicher Wein, der den Burgund- Besuch wunderbar abrundete. Das ist das wahre Burgund: gereifte Burgunder!

So bleibt uns eine wunderbare Reise in Erinnerung, mit der großen Überraschung, dass wir nur Weißweine von der Cote d’Or tranken, was sonst nie der Fall gewesen ist. Das zeigt uns, wie groß doch das Potenzial der Weißweine im Burgund ist. Für mich eine sehr positive neue Erfahrung. Dank meiner Frau!

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Decouvertes en Valle du Rhône 2011 – Grignan-les-Adhémar, Vinsobres, Côtes du Rhône & Villages

Geschrieben von Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 2 Juni 2011

Bei der Vorbereitung zur heutigen Verkostungstour musste ich erst einmal nachschlagen, wo denn die AC Grignan-les-Adhemar überhaupt beheimatet ist, denn von dieser Appellation hatte ich noch nie etwas gehört.

Und dabei kommt erstaunliches heraus. Seit 2008 kämpften die Winzer der Region “Coteaux du Tricastin” um die Umbenennung ihrer Appellation. Warum? Nun, Tricastin ist der Name von Frankreichs zweitgrößter Kernreaktoranlage, vor knapp 3 Jahren wurden die umliegenden Bewohner aufgefordert, kein Wasser zu trinken bzw. auch nicht Fische der umliegenden Flüsse zu essen, nachdem flüssiges Uran ausgetreten war. Daraufhin wurden von 58 Reaktoren in Frankreich Wasserproben geprüft, es ergab dies jedoch nur ein minimiertes Risko von 1 auf der 8-stufigen Gefahrskala, auch in den Weinbergen wurden keine gefährlichen Strahlungspegel gemessen. Innerhalb 2 Jahren verloren die Winzer der Region jedoch über 40% ihres Verkaufsvolumens, manche Winzer rissen ihre Rebstöcke gar ganz aus –  dafür gab es ja Geld von der EU.
Seit dem 9. Juni 2010 heißt das Weinbaugebiet nun Grignan-les Adhémar. Ich tu mich mit der Bezeichnung etwas schwer.

Um als AC – Wein anerkannt zu werden, gelten folgende Regeln.

Traubensorte für Rot und Rosé:
Grenache noir und Syrah (mind. 10 – 80%) dazu Mourvedre, Carignan, Cinsault.

Traubensorte für Weissweine:
Grenache blanc, Viognier, Clairette blanc, Roussane, Marsanne, Bourboulenc. Keine der Rebsorten darf alleine mehr als 60% betragen, sortenreine Weine sind nicht zugelassen.

So gaben wir also die Adresse ins Navi ein und fuhren an den natürlich noch nicht blühenden Lavendelfeldern der Provence vorbei bis wir Chateau de Grignan erreichten.

Mas TheoFür mich waren alle teilnehmenden Winzer erst einmal böhmische Dörfer, woran sollte man sich also orientieren. Knapp 20 Winzer gaben sich die Ehre, daher also im ersten Durchgang erstmal die Groborientierung „Etiketten anschauen“. Da viel uns Mas Theo auf, am Stand erfahren wir dann auch, dass der Winzer AB - und Demeter zertifiziert ist, erst recht ein Grund, hier zu probieren.

 

 

 

2010 AOP Grignan-les Adhemar blanc Mas Theo Selection Mogul
Cuvée aus 50% Rousanne, 35% Marsanne & 15% Viognier. Fassprobe, kommt im August 2011 auf den Markt. Schöner, frischer Einstiegswein, zarte Säure, angenehm florale Note. Leider Silikonkorken. Ab Hof 7 €

2010 AOP Grignan-les Adhemar rosé TO
70% Grenache, 30% Cinsault; zurückhaltende Frucht, mehr von der Würze dominiert, recht trocken, zarte Frucht, weiniger Rosé. Silikonkorken, ab Hof 5 €

2009 AOC Coteaux du Tricastin rouge TO
Je 50% Grenache & Syrah, 8-21 jährige Reben, fruchtig, eher leicht, zugänglich. Silikonkorken, ab Hof 6 €.

2008 AOC Coteaux du Tricastin rouge Selecction Griffon
90% Syrah, 7% Grenache, 3% Mourvedre, alte Reben, 6 Monate Holz. Der 2008er ist auch hier mit einer prägnanten Säure als Jahrgangs wunderbar zu erkennen. Ab Hof 10 €.

2009 AOC Coteaux du Tricastin rouge Selecction Griffon (Fassprobe)
90% Syrah, 7% Grenache, 3% Mourvedre, alte Reben, 6 Monate Holz. Deutlich dichter und fleischiger als der 2008er, noch spürbares Tannin (etwas bitter), dazu Vanillenoten. Wirkt verschlossen.

2009 AOP Grignan-les Adhemar rouge Seleccion Mano (Fassprobe)
Syrah, Grenache und Mourverdre im 400l Holzfass ausgebaut, sehr feiner, eleganter Wein, Griottes-Kirsche, schmeckt etwas altholzig, auch würzig, dazu Noten von Fleischbrühe. Kommt 10-2011 auf den Markt und wird um die 18 € ab Hof kosten.

Gut, wenn auch mit kleinen Schwächen, zeigten sich die Weine von Philippe Fabrol, Eigentümer der Bio-Domaine Bonetto-Fabrol aus Lagarde Adhemar.

 A.O.C Grignan les Adhémar

2010 Héritage blanc 2010
100% Viognier, noch etwas trocknend, fehlt noch die Balance, noch sehr jung.

2010 Le Colombier rosé
80% Grenache, 20% Syrah, himbeerfarben, zart süßlicher Ansatz.

2009 Le Colombier rouge (Fassprobe)
50% Grenache, 50% Syrah, würzig, frische Beerenfrucht, noch sehr unruhig, hier muss die Zeit zeigen, was kommt, im Moment sehr schwer zu beurteilen.

2009 Sélection Vieilles Vignes rouge
50% Grenache, 50% Syrah, über 40 Jahre alte Rebstöcke, Kirsche, eleganter Ansatz, von feiner, femininer Art, guter Mittelbau mit Nachhaltigkeit, fein mineralisch, eher von kühler Stilistik, etwas Minze und fruchtige Pflaumennoten.

2009 Héritage rouge
100% Syrah; für mich der Wein mit dem besten Preis/Genuß-Verhältnis. Selektion der besten Trauben, kein Holz, viel Blaubeere, seidig, sehr feinsinniger Wein. Viel Fleisch am Gaumen.

A.O.C Cotes du Rhône


2009 Mas Vincente rouge
50% Grenache 50% Cinsault, die Weinbergslagen nahe Villeneuve, schöner, würziger CdR, realtiv kräftiger Stil, üppig, aber nicht fett, sehr gut.

 

 

Fazit: es waren einige interessante Weingüter dabei, allerdings hier und da bei einigen auch schwächere Weine. Es wird sicherlich schwer werden, sich ein eigenes Profil zu verschaffen, preislich sind sie etwas günstiger als die meisten Winzer der südlichen Rhône. Aber auch dort findet man gute und günstige Weine, hat jedoch ein wesentlich bekannteres Image anzubieten.

Weiter ging es nach Suze-la-Rousse zum mächtigen Château Suze-la-Rousse, wo wir nichts besonderes suchten, mal hier und da in diverse Côtes du Rhône reinprobieren, um sie mit unseren von Vincette Rochette (Dom. Roche-Audran) zu vergleichen. Aber auch um sich mit Geraud von Accent du Sud-Quest zu treffen und die tollen, aber nicht günstigen Weine der Domaine Charme-Arnaud zu probieren, die gut sind, aber Vincent Rochette hat das bessere Preislevel im Vergleich zur Qualität der Weine.

 

Aber keine Arbeit ohne entsprechende Stärkung vorneweg, Mittagessen. Fast jeden Mittag wurde uns von der Organisation ein großartiges Buffet zur Verfügung gestellt, wo es regionale Produkte zu probieren gab und das in ausreichenden Mengen, danach war dann meist eine längere Pause angesagt.

Nun aber an die Arbeit, bei der Domaine de la Bastide aus Visan fielen mir die exzellenten Preise für alle drei Weine auf, ich fühlte mich in alte Jean David Zeiten versetzt, der 2010er Côtes du Rhône Cuvée Les Figues (70% Syrah, Rest je 15% Grenache und Carignan) war schon sehr gut, der 2009er Côtes du Rhône Villages VISAN war dann deutlich fester und mit einem 20% Mourvedre-Anteil auch viel dunkelfruchtiger in seiner Art, das Preis/Leistungsverhältnis ist exzellent und wurde nur noch vom 2010er CdR Village VISAN „La Gloire de mon Pére (100% Syrah, neues Holz) getoppt, dieser Wein kommt im Mai 2011 auf die Flasche und hatte zum jetzigen Zeitpunkt wunderbares Tannin ohne Ende zu bieten. Für mich einer der Weine dieser Messe mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis.

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Decouvertes en Valle du Rhône 2011 – Domaine de Creve Coeur & Clos de Mourres

Geschrieben von Bernd Klingenbrunn - Donnerstag, 2 Juni 2011

Weiter ging es nach Bouchet, auch hier standen Côtes du Rhone und Village-Weine aus dem Drôme und dem Vaucluse auf dem Programm und auch hier suchten wir eigentlich nichts besonderes, da ich aber für einen “kleinen” Moment auf meine Frau warten musste, schaute ich mir mal einfach die Winzer genauer an, die da in unmittelbarer Nähe ihre Weine anboten. Einer stach mal wieder hervor. Ganz junger Typ, Vollbart, wuschelige Haare, etwas gewöhnungsbedürftige Künstleretiketten, also genau meine Zielgruppe ;-)

Pablo Hocht (Domaine de Creve Coeur)Wir standen nun also am Stand der Domaine de Creve Coeur (übersetzt Herzensbrecher) und auf Englisch äußerte ich meinen Wunsch, die Weine zu probieren, da kommt ein „aber sehr gerne“ zurück und der junge Mann dahinter stellt sich in bestem Deutsch als Pablo Hocht vor.

Pablo hat eine interessante Vita. Nach Abschluss seines önologischen Studiums in Montpellier arbeitete er eine Zeit lang in Uruguay, bevor er wieder in seine Heimat Seguret zurückging. Ein Hektar Reben gehörte seiner Familie bereits und er experimentierte schon ein wenig bei der Weinbereitung. Im Frühjahr 2010 kaufte er dann zusätzlich zwei Hektar Reben in Seguret und vinifizierte seinen ersten offiziellen Wein, Jahrgang, den 2010er. Bei klangvollen Namen in der hiesigen Winzerszene hat er reingeschaut, z.B. bei Louis Barruol (Chateau Saint Cosme) in Gigondas.

Für den Jahrgang 2011 wird er noch weitere dreieinhalb Hektar in Seguret dazukaufen. Seine Weinberge sind in der Umstellung zur biologischen Landwirtschaft. Neben diesen sicherlich zeitaufwendigen Arbeiten findet er auch noch die Gelegenheit, einen Blog zu betreiben und auch bei Facebook an seinem Winzerleben teilzunehmen. Ein moderner Winzer, der aber traditionell arbeitet, was man schon an seinen rauen Händen merkt. Auf der ProWein gab es ein Wiedersehen und wir vereinbarten, in Kontakt zu bleiben, sobald seine 2010er Rotwein gefüllt sind. Mittlerweile hat er bereits einen Händler in Deutschland.

2010 Côtes du Rhone rosé
Cuvée aus Grenache und Cinsault, sehr frischer, auch kraftvoller, trinkiger Rosé.

2010 Côtes du Rhône rouge
100% Grenache, Füllung im Mai/Juni 2010, als Fassprobe ein herrlich feinwürziger Wein mit viel Trinkspaß.

2010 Côtes du Rhone Villages Sablet
80% Grenache, 20% Mourvedre, ausgebaut in 2-3 fach belegten Barriques, kommt im Oktober 2011 auf den Markt. Druckvoll, seidig, bin sehr gespannt auf diesen Wein.

Als letzte Station des Tages fuhren wir nach Cairanne, und das war im Nachhinein betrachtet eine der besten Entscheidungen der ganzen Reise, denn hier fanden wir einen der unvergesslichsten Weine der ganzen Reise und dieser ist bereits in unserem Sortiment. 

2009 Côtes du Rhône Villages Cairanne
Clos des Mourres (Jean-Phillipe & Ingrid Bouchet)

Schon immer hatte Jean-Philippe Bouchet den Traum vom eigenen Grund und Boden und das sein weiteres Schaffen etwas mit Wein zu tun haben muss. Denn die Leidenschaft für Wein wurde ihm sozusagen in die Wiege gelegt, fast täglich verbrachte er mit den Großeltern im Sommer den Tag im Weinberg, während der Lese im Herbst am liebsten auf dem Traktor, hier sind die Wurzeln für die Leidenschaft und den Respekt für Boden und Reben, die Achtung vor Mutter Erde.

” Werte, die ich von meinem Großvater übernommen habe. Abends haben wir dann im Kamin gegarte Kartoffeln gegessen und dazu einen Salat aus einer besonderen Sorte wilden Löwenzahns, den man hier mourre nennt (der fängt an zu welken, kaum dass man ihn über der Wurzel abgeschnitten hat), das Ganze angemacht mit einer Vinaigrette aus Essig, Olivenöl, Knoblauch und Tomate. Geschmacks- und Geruchserlebnisse, die heute noch lebendig sind.”

Nach verschiedenen Berufserfahrungen, von denen Jean-Philippe jede ein Stück näher an die Welt des Weins heranführte, konnte er Anfang 2009 mit dem Kauf von 5 Hektar Rebfläche seinen Traum verwirklichen. Nach einem Tag mit Kindern und Eltern im Weinberg, wo sie in alter Erinnerung und um diese Leidenschaft an ihre Kinder weiterzugeben mourres gepflückt hatten, war am Abend auf einmal der Name der Domäne gefunden! „Le Clos des Mourres”!

Die 5 Hektar Weinberge (im Schnitt 45 Jahre alt) erstrecken sich über zwei Gemeinden, Cairanne und Saint Roman de Malegarde. Sie wachsen am Nordwest-Hang des Col-du-Débat-Passes und bescheren den Reben um das Dörfchen Vaison la Romaine ein einzigartiges Kleinklima, um sensationell dichte und komplexe Weine wachsen zu lassen. Durch diese Lage profitieren die Reben vom Einfluss des Mistral-Winds, der sie vor Krankheiten schützt.

Jean-Philippe und Ingrid BouchetJean Philippe sieht sich selbst als Weinhandwerker, weil das Wort „Handwerker“ beinhaltet, dass man mit seinen Händen arbeitet. Aber er ist auch – und in erster Linie – Bauer, denn “ich will die Erde bearbeiten – und dies auf naturnahe Weise.”
In der biodynamischen Praxis hat er Antworten und Lösungen gefunden, die mit seinen eigenen Überzeugungen im Einklang stehen und es ihm ermöglichen, dank gesunder Mikro-Organismen lebendige Böden, ein verbessertes Gleichgewicht im Rebberg und einen regen Austausch zwischen Boden und Rebwurzeln zu erreichen. Und dies ist für ihn der einzige Weg, die Besonderheit des Terroirs zum Ausdruck zu bringen.

Bei allen Arbeiten richtet er sich nach dem Mondkalender. Kompost- sowie kieselsäurehaltige Präparate werden auf den Boden bzw. die Weinblätter gesprüht. Die Böden werden zwei bis drei Mal im Jahr mit Pflug und Hacke schonend bearbeitet. Gegen Schädlingsbefall werden nur Schwefel sowie ein Minimum an Kupfer eingesetzt.

Die handgelesenen und bereits im Weinberg sortierten Trauben werden in kleinen Behältern, in denen sie nicht beschädigt werden, zum Keller gebracht. Dort werden sie teilweise entrappt und in Tanks gefüllt ohne gepumpt zu werden. Nach einigen Tagen Kaltmaischung setzen indigene Hefen ganz natürlich die Gärung des Mosts in Gang. Bei der Vinifikation folgt jeder Tank seinem eigenen Rhythmus. Die Gärungszeit beträgt ca. drei Wochen und wird von gelegentlichem Untertauchen des Tresterhutes bzw. Umpumpen der Maische begleitet. Letztere finden unter Luftausschluss statt, damit der Wein seine Fruchtigkeit bewahrt. Anschließend reift er acht Monate in Betontanks. Nach einmaligem Abstich wird dann der fertige Wein ohne Filterung in Flaschen abgefüllt. Für die Abfüllung wählen wir nach dem Mondkalender einen Fruchttag aus, dessen Energie dem Wein zugute kommen soll.

Boden:
Die Parzellen liegen zwischen 200 und 280 Metern Höhe auf Lehm-kalkhaltigen Böden.

Degustation:
Premierenjahrgang für die biodynamisch arbeitende Domaine und was für einer.

Dieser CAIRANNE ist unser ganz besonderer Tip für Sie, eine Entdeckung unserer Reise zur Fachmesse Decouvertes en Valle du Rhône 2011, vor Ort für uns der beste Wein der Appellation und einer der besten Weine, die wir in der letzten Zeit getrunken haben. Großzügiger, intensiver und gleichzeitig tiefer Duft nach dunkeln Beeren. Am Gaumen von großartiger Fülle, wunderschönes, fast seidiges Mundgefühl, enorm druckvoll ohne schwerfällig zu wirken, langer Abgang, wird sicher auch ein Langläufer sein, hat Potential über 2020 hinaus.

Minimaler Ertrag von knapp 20 hl/ha, kein Holz, gereift in Zementtanks. Mini-Produktion von 5.800 Flaschen.

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Decouvertes en Valle du Rhône 2011 – Gigondas & Restauranttipp AVIGNON

Geschrieben von Bernd Klingenbrunn - Montag, 25 April 2011

 
Blick von Gigondas auf die Umgebung

Bei herrlichem Urlaubswetter machten wir uns also auf den Weg nach Gigondas, gespannt waren wir auf die 2009er unserer Domaine de La Tourade. Wie stehen sie im Vergleich mit anderen Weingütern da, die regelmäßig in der Presse gehypt werden. 

Zuerst mussten wir den Anstieg hinauf ins Dorf nehmen, zwischendurch wurde etwas Pause gemacht, die Landschaft eingeatmet sowie Impressionen im Dorf genossen.

Im Maison de Gigondas kann man zu normalen Zeiten sonst alle Weine der Region gegen ein kleines Entgelt probieren und auch zu Abhof-Preisen  erwerben. Mir ist das Gebäude noch aus 2005 in Erinnerung, als es zur damaligen Ausgabe der Decouvertes en Valle du Rhône unerträglich heiss war, die Weine waren damals auch nicht kühler…Dieses Mal war es zwar warm, aber erträglich, die Weine waren in einem gut zu verkostendem Zustand, da auch im Vergleich zu 2005 weniger Verkoster vor Ort waren.

Wir legten gleich los mit den Weinen von Frederic Haut, der die Weine zusammen mit seiner Frau präsentierte.

2009 Vacqueyras rouge “Tradition”
Domaine de La Tourade
Ein angenehmer, sehr femininer Stil, natürliche Frucht, etwas Lakritznoten. Für einen Basiswein eine gute Dichte!

2009 Vacqueyras rouge “Cuvée de L´Euse Domaine de La Tourade
Recht dunkelfarben, am Gaumen viel frische, dunkle Frucht, zart schwarze Oliven, kühle Lakritznoten, feinstes Tannin, sehr elegant.

2009 Gigondas rouge “Tradition” Domaine de La Tourade”
Bereits sehr schön antrinkbar, viel rote Frucht, man schmeckt förmlich, wie reif das Material war, Pflaume, dazu würzige Noten in Form von Tabak. insgesamt kraftvoll-elegant mit sehr schöner Balance. 

2009 Gigondas rouge “Font des Aieux” Domaine de La Tourade
Legt eine deutliche Schippe auf den Tradition drauf, ohne dabei überkonzentriert oder sattmachend zu wirken. Kraftvoll und intensiv, elegant, kein wuchtiger Wein, aber viel Intensität, seidiges Tannin, leicht rauchige Noten. Gefällt ausgesprochen gut, gibt es leider erst ab November 2011.

Anschließend probierten wir noch einige 09er Gigondas bei den üblichen Verdächtigen, von denen man immer wieder in Zeitschriften liest, wie z.B. Domaine La Boussiere, Saint Cosme oder Santa Duc. Entweder waren mir die Weine zu sehr von einer Extraktsüße geprägt, zu konzentriert oder einfach nicht mein persönlicher Geschmack.

Einzig bei Xavier Vins hielt ich mich etwas länger auf, wohl auch, weil die Etikettierung interessantes versprach und der Inhalt dies auch hielt.

2009 Vacqueyras
Großartiger Wein habe ich mir da nur notiert, aber wenn es da so steht, muss es wohl stimmen. Um die 17 €

2009 Gigondas Xavier
GSM-Cuvée von 80 Jahre alten Rebstöcken,  kühle, klare Stilistik mit wunderbarer, dunkler Frucht, dicht und von fester Struktur am Gaumen, mundfüllend, den ganzen Gaumen auskleidend, dabei elegant. Großartiger Gigondas. Um die 19 €

2009 Chateauneuf du Pape Cuvée Anonyme
GSM Cuvée mit einem guten Anteil autochthoner Rebsorten wie Counoise, Vaccaresse salzig, hochkonzentrierte Frucht. Fantastische Länge, großartige Fruchtkonzentration, ausgebaut in kleinen französischen Barriques, 1/3 davon ist neu. Um die 35-40 €

Xavier Vignon arbeitet seit mehreren Jahren als beratender Önolge für viele bekannte Weingüter der Gegend, z.B. Domaine de Marcoux, La Nerthe, Beaurenard und Grand Veneur.

So ging dann auch wieder ein Tag ins Land, an dem wir wieder viele neue Menschen und auch alte bekannte vor Ort getroffen haben. Anschließend besuchten wir noch unsere Domaine de La Tourade, schossen ein paar Fotos und machten uns auf den Weg nach Avignon, vor dem Abendessen wollten wir noch ein wenig die Seele baumeln lassen.

Domaine de La Tourade

 

Chez Francois / Avignon

Zurück in Avignon liefen wir mal nicht die bekannten Straßen entlang, sondern tauchten  ab in die kleinen Gassen neben der Haupteinkaufsmeile. Und dort findet man manchmal die waren Schätze. Das CHEZ FRANCOIS ist so ein Juwel. Sehr ehrliche Küche, kleine, aber feine Weinkarte, wir bestellten den 2007er La Chapelle de Romanin aus St. Remy de Provence, dazu gab es einen lauwarmen Salat aus Puy-Linsen mit Speck, einen sehr gut angemachten Salat mit geräucherter Entenbrust, gebratener Leber und Tomatenwürfel. Im Hauptgang dann geschmortes Rindfleisch, serviert im der kleinen Creusetbräter mit Röstkartoffeln und Selleriepüree. Die Frau wählte und bekam ein großes Steak, ebenfalls mit Röstkartoffel. Den Abschluß bildete eine sehr gute Creme brulée. 

Chez Francois
rue de la Bancasse
84000 Avignon
www.chezfrancois.net
Bewertungen Tripadvisor
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Decouvertes en Valle du Rhône 2011 – Ventoux & Luberon

Geschrieben von Bernd Klingenbrunn - Montag, 25 April 2011

Philippe GimelAuf diese Probe freute ich mich ganz besonders, denn ich traf jenen Winzer wieder, der mir während der Decouvertes en Valle du Rhône 2009 im Palais du Pape zu Avignon als extrem qualitätsorientiert und positiv verrückt in Erinnerung geblieben ist. Wer jemals mit Philippe Gimel von der Domaine St. Jean du Barroux über Wein gesprochen hat, kann meine Euphorie verstehen. Was er macht, hat Hand und Fuss und er versprüht bei seinen Erzählungen über soviel Dynamik und Enthusiasmus, dass man es ihm anmerkt, wie viel Freude es ihm bereitet, „seine“ Weine zu machen. Mittlerweile verkaufen sich seine Weine in Deutschland wie geschnitten Brot, 2009 hatte er in Deutschland keinen Importeur, schade, dass wir da nicht zugeschlagen haben, hätte unser Profil sicherlich geschärft,  jetzt können wir seine Weine leider nicht mehr direkt ab Weingut, sondern nur per Zwischenhandel erwerben, was die Weine für den Endkunden leider teurer machen würde.

 

2010 Le Rosé
95% Grenache, 5% Cinsault, Ende Februar 2011 gefüllt, bei manchem Winzer eher nebenprodukt und daher vielleicht etwas abschätzig behandelt, merkt man schon hier die Qualitätsphilosophie. Er hätte den Rosé sicherlich runder, weicher, konsumentenfreundlicher gestalten können, aber er wollte die knackige Säure im Wein belassen.

2008 La Montagne blanc
Grenache blanc, Bourbolenc, Clairette
Wenn man weiss, wie anfällig die Grenache blanc für Oxidation ist, dann glaubt man nicht, dass man hier einen wunderbar frischen, sehr aromatischen Wein im Glas hat. Auch hier wieder eine tolle Säure, die dem Wein jegliche Schwere nimmt. Am Gaumen wieder von klarer, frischer Art, ein Hauch Bortytis, aufgeschnittener roter Apfel. Sicherlich merkt man hier auch den Jahrgang.

2007 La Montagne blanc
Zeigt sich im Vergleich zum 08er deutlich reifer, runder, “burgundischer” in seiner Art. Viel Creme, weich, dabei geprägt von eher gelben Steinobstnoten, sehr intensiv am Gaumen. Niemals schwerfällig.

2008 La Source rouge
Grenache noir, Carignan, Cinsault
Alle Trauben der Lage (wo eine Quelle entspringt) wurden entrappt. Zeigt sich sehr frisch und klar in Frucht und Präsenz am Gaumen, Aromen von Kräutern und roten Früchten prägen,aber dominieren den Wein nicht, dazu sorgt eine kühle Lakritznote für ein schönes Spiel am Gaumen. Ab Hof 11 €.

2006 L´Argile rouge
Lehm-Tonerde Böden; Grenache noir, Syrah, Carignan, Cinsault, 50% der Trauben wurden entrappt. Dieser Wein zeigt sich eher von seiner würzigen Seite. Am Gaumen Noten von Kaffee, sehr reifes Lesegut, herrlich den Mund auskleidend, besitzt eine großartige Präsenz und Ausstrahlung am Gaumen, macht viel, viel Spaß.

2006 La Pierre noir
85% Grenache noir / 15 % Syrah, als Philippe erwähnte, “komplett mit den Rappen vergoren” musste ich an einen Pommard denken, den ich 2 Jahre zuvor auf einer Messe probierte und der vor Tannin und Adstringenz nur so strotzte und eigentlich für die nächsten 20 Jahre im Keller eingemauert gehört hätte.  Dieser jedoch war das krasse Gegenteil. Hochelegant, enorm konzentriert, nichts schwerfälliges, immer auf der trinkigen Seite, dabei von einer einzigartigen Frische geprägt, viel dunkle Frucht, enorm laaaaannngg.  Der Mann kann es einfach! Oder aber liegt das Geheimnis seiner Weine auch an den geologischen Gegebenheiten. Seine weinberge liegen auf unterschiedlichen geologischen Formationen auf bis zu 400m Höhe.

2009 Micro Climat rouge
Hauptsächlich Grenache Noir, dazu Cinsault und andere. 2009 war, wie mittlerweile bekannt, ein großes Jahr im Süden der Rhône. In einigen der Grenache Lagen war die Reife der Trauben so außerordentlich gut, dass er sich entschloß, eine Spezial-Cuvée abzufüllen. Am Gaumen von hochreifen Aromen geprägt, trotz der Komprimiertheit  und Konzentration der Aromen wirkt aber nicht breit, ein sehr geradliniger Wein, der Anfang März noch etwas vom Tannin dominiert war und dem ein paar Jahre Reife sicher gut tun werden.

Mercie, Philippe, pour la degustation fantastic vins!! 

Anschließend ging es zum Weingut Clos de Trias, dessen Weinmacher Even Backe ebenso persönlich am Stand die Weine den zahlreich Interessierten vorstellte. Erstkontakt mit den Weinen hatte ich im Herbst/Winter 2010, als mir ein Wein bei einem gemeinsamen abendlichen Kochen und Essen vorgestellt wurde und er mir sehr gefiel, wenn er dann auch schlussendlich gegen einen deutlich höherwertigen und auch reiferen Wein den kürzeren zog.

An Even kommt man auf keiner Messe vorbei, schon seine persönliche Präsenz und auch beim Design der Flaschen wird man stehen bleiben und probieren. Mittlerweile kann man fast drauf wetten, dass, je ungewöhnlicher der Typ hinter dem Stand, desto außergewöhnlicher oder anders sind die Weine (später auch wieder festzustellen bei Pablo Hocht, Domaine de Creve Coeur).

Even hat ein sehr übersichtliches Sortiment an Weinen, insgesamt produziert er 4 Weine.

2008 Ventoux blanc
75% Grenache blanc & 25% Clairette, kleine Produktion von 2.200 Flaschen aus einem schwierigen Jahr, denn auf einen nassen Frühling folgte ein warmer, aber ebenfalls feuchter Sommer, sprich: einer enormen, rigorosen, händischen Auslese im Weinberg folgte eine ebensolche am Sortiertisch. In 700 l Fässern über 14 Monate sponatan vergoren und mit wenig SO2 versehen. Leichte Filtration. Farblich einem Apfelsaft nicht unähnlich, also hochfarben, oxidativer Ausbau, wilde Aromatik, mir tendenziell etwas zu breit angelegt, wirkt auch etwas müde.

2008 Ventoux rouge Clos de Trias
Cuvée aus 75% Grenache noir, 15% Syrah, 8% Carignan und 2% Cinsault. Das Durchschnittsalter der biodynamisch bewirtschfteten Weinberge liegt bei 40 Jahren, der Ertrag bei knapp 38 hl/ha. Der Wein war knapp 1 Tag zuvor gefüllt, was man ihm aber nicht unbedingt negativ anmerkte, wir erschmeckten in der wunderbar frischen Stilistik etwas Pfeffer bei viel natürlicher Frucht, feinstes Tannin. Insgesamt ein sehr feiner, intensiver Stil, mit wunderbarem Schmelz und zarter kühler, auch würziger Mineralität. Das ganze wirkt ungemein frisch und nicht ermüdend am Gaumen. Sehr schöner, preiswerter Stoff!

2007 Ventoux rouge Vieilles Vignes Clos de Trias
Grenache Noir mit 4% Syrah, 60-85 jährige Reben, handgelesen, über 47  Tage Mazeration auf der Schale, spontanvergoren, wenig SO2, 1/3 des Weines reifte über 8 Monate in 600 & 700 l Holzfässern.
Ein Wein, der fasziniert. Kaum im Mund, kleidet er denselbigen wunderbar aus, eine herrliche Textur von zarter Kühle, pfeffriger Würze und feiner Frucht entsteht, ein sinnliches Aromenspiel von großer Klasse. Hochfein, und im Gegensatz zu vielen 07ern weder breit noch alkoholisch. 

2008 Ventoux rouge Pied Porcher Clos de Trias 
100% Grenache Noir, von durchschnittlich 45 jährigen Reben einer 1,1 ha kleinen Einzel-Parzelle mit nordöstlicher Ausrichtung. Biodynamische Arbeitsweise, zu 90% mit Stil und Stengel spontan vergoren, 32 Tage Mazeration auf den Schalen, 50% reifte in 600 l Fässern, minimal So2, keine sonstigen Zusätze. Evens Spitzenwein. Samtig, kühl, konzentriert, großer Stoff. Kaufen!

Natürlich besuchten wir auch noch unseren Winzer Pierre Leveque von der Domaine de Fontenille aus Lauris im Luberon, nachdem wir seine Weine aber schon 14 Tage zuvor ausgiebig probieren konnten, blieb es hier bei einem kurzen Hallo. Nachdem es bei ihm keinen 07er Côtes du Luberon Vielles Vignes geben wird, haben wir uns ja nochmals ausreichend mit seinem 05er eingedeckt, die Reife tut den Weinen auch sehr gut, im Moment präsentieren sich die 05er extrem gut. Aus 2009 wird es wieder “Vieilles Vignes” geben und Pierre hat da wieder einen großartigen Wein vinifiziert, der im Juni 2011 gefüllt wird.

Ebenfalls sehr gut gefallen haben mir die Weine der Domaine Le Grand Vallat (eigene Webseite geht nicht) aus Blauvac, einem ebenfalls zertifiziert biologisch arbeitenden Betrieb. Da steht diese Woche nochmals eine Nachverkostung der Weine an, nachdem uns diese Woche vom Weingut eine Vertreterin besucht hat.

Es war ein sehr schöner Vormittag mit großartigen Weinen und tollen Winzerpersönlichkeiten, nach der Stärkung am Buffet machten wir uns auf nach Gigondas!

Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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Decouvertes en Valle du Rhône 2011 – Crozes Hermitage & Hermitage in Tain l´Hermitage & Mercurol

Geschrieben von Bernd Klingenbrunn - Montag, 25 April 2011

Salle Espace Charles TrenetWohlwissend wie anstrengend ein ganzer Tag Wein-Degustation ist, begannen wir mit den Topweinen aus Hermitage, vorzugsweise zu Beginn des Tages die Weißweine. Hermitage ist der berühmteste Cru der nördlichen Rhone und das einzige Weinbaugebiet des nördlichen Rhônetals, dessen Rot- und Weißweine gleich hohes Ansehen genießen. Seinen Namen hat Hermitage dem Kreuzritters Gaspard de Sterimberg zu verdanken, der sich laut der Legende 1224 als Eremit in die auf seinem Gipfel errichtete Christophorus-Kapelle zurückgezogen haben soll.

Ganze 12 Winzer hatten ihre Weine angestellt, diese sollte man doch in zwei bis drei Stunden schaffen, dachten wir. Nachdem wir den einen oder anderen Wein probiert hatten, kam doch eine ziemliche Enttäuschung auf. Was gerechtfertigt nur dieses hohe Preisniveau bei so mittelmäßiger Qualität. Viele Weine haben wir probiert, denen jegliche Frische abgeht, die breit und schwer im Mund liegen und denen jegliche Trinkanimation fehlt, so kamen mir die ersten Weine vor. Eigentlich wollten wir schon zur nächsten Station aufbrechen, aber am Stand von Chapoutier war mal wieder kaum ein Durchkommen und dieses Mal folgte ich der Meute, den Mythos Hermitage zu ergründen. Und wir haben verstanden! Um es deutlich zu sagen: dass, was hier an weißem Hermitage präsentiert wurde, hat den Namen Hermitage auch verdient, das ist Championsleague, diese Weine heben sich deutlich von allen anderen ab.

2008 Hermitage blanc Chante-Alluette
Helles Gelbgold, weicher Ansatz, zart unterstützende Säure, Schmelz, zarte Holznote, wunderbarer Schmelz, Anklänge von frischem Steinobst (Mirabelle), mittelkräftig am Gaumen, am Ende Noten von gereiftem Cognac. 88/100

2010 Hermitage blanc Chante-Alluette (Fassprobe)
Deutlich mehr an Frucht, aber auch an Konzentration. 90/100

2008 Hermitage blanc L´Oree
Mittleres Gelbgold, am Gaumen Tabak und Graphit, von intensiver Konzentration, gut eingebundene, reife Säure, erinnert mich irgendwie an einen Honivogl Smaragd Veltliner von Hirtzberger aus 2000. Am Ende kommt noch eine leicht nussige Geschmacksnote dazu. 93/100

2010 Hermitage blanc L´Oree (Fassprobe)
Auch hier ein knappes mehr an Konzentration, dazu kandierte Frucht, die Frucht allgemein präsenter und herrlich klar, samtiger Schmelz. 93+/100

2008 Hermitage blanc Le Meal
Hochreife Frucht, wirkt etwas schlanker und kommt weniger über die Frucht, sondern mehr mit würzigen Kräuternoten, wirkt insgesamt deutlich zurückhaltender und eher verschlossen, gegen Ende kandierte Früchte. 92+/100

2010 Hermitage blanc Le Meal (Fassprobe)
Hochfarben, ein Maul voll Wein, wow. Immense Konzentration im Mund gepaart mit Kraft und Eleganz. Großartige, reife Säure im Hintergrund mitschwingend und unterstützend. Herrlich schmelzig. Hermitage fast perfekt. 95/100

2010 Hermitage blanc L´Eremite
Im Prinzip eine Kopie des Meal 2010, allerdings zeigt er seine ganzen Ambitionen nur Ansatzweise, ein schlafender Riese, dazu ganz fein in seinen Aromen, druckvoll und elegant, Kräuter, feines Gaumenspiel. 95+/100

Mit diesen Weinen waren wir weit über eine Stunde beschäftigt und während ich diese Zeilen schreibe, kommt ein bisschen Wehmut auf, denn ich weis, dass mir solche Momente leider nicht allzu oft begegnen werden und es sich schon dafür gelohnt hat, Ellenbogen und blaue Flecken zu akzeptieren. Ob bei mir jemals eine Flasche aufgrund der Preise im Keller landen wird? Den roten Hermitage habe ich angetestet, aber die werde ich mir für 2013 aufheben, sie tiefer zu ergründen.
Domaine Marc Sorrel

Hermitage rouge von Marc Sorrel

Nach so einem großartigen Genuss fällt es schwer, Weine der anderen Winzer auch nur annähernd mit diesen Weinen zu vergleichen. Zu groß ist der Abstand, ich habe keinen Wein mehr in der Art wiedergefunden, einzig die Tropfen von Marc Sorell fanden bei mir noch Gefallen, wenn sie auch nicht die Konzentration, Dichte und aromatische Ausprägung von Chapoutier erreichten, scheint er einer der wenigen zu sein, die diesen mythischen Berg wohl verstehen.   

 

 

 

2009 Hermitage blanc
Die Lage Mas de Greffieux grent an Chapoutiers Le Meal. Erreicht nicht die Konzentration der Chapoutier-Weine, aber dennoch ein sehr schöner, ich meine traditioneller Stil. Mittlere Kraft, cremig am Gaumen, frisch, sehr schöne balance, könnte einen tick länger sein.

2009 Hermitage rouge Le Greal
90% Syrah und 10% Marsanne von über 60 Jahre alten Reben aus dem Le Meal und dem Les Greffieux. Herrlich klare Aromen von saftigen Kirschen, etwas Pflaume. Wunderbar klar am Gaumen, sehr präzise Aromatik, nix kitschiges oder verwaschenes, etwas Rauch, etwas im Tannin ausgeprägter. Großartig.

Anschließend ging es per Shuttle nach Mercurol, dort standen hauptsächlich weiße und rote Crozes Hermitage auf dem Programm, davor war aber erst einmal Stärkung angesagt.

Unser erster Besuch galt der vor 2 Jahren entdeckten Domaine Vincent und Philippe Jaboulet. (Siehe Bericht) Wir konnten drei unterschiedliche Jahrgänge probieren.

2009 Crozes Hermitage blanc

2007 Hermitage blanc
2008 Hermitage blanc

2007 Crozes Hermitage rouge Domaine Collonge
saubere Frucht (Kirsche) Graphitnote.

2007 Crozes Hermitage rouge Philippe et Vincent
Ausbau im Holz, Frucht scheint etwas reduziert, Tannin etwas dominant, Wein wirkt verschossen

2007 Crozes Hermitage La Nouvellere
Alte Reben, 100% Holzfassausbau, Parzellenweise Selektion. Dichte Frucht, kraftvoll und elegant, Holz spürbar, braucht noch etwas Zeit.

2009 Crozes Hermitage La Nouvellere (Fassprobe)
Deutlicher Süßetouch vom Holz, zeigt in ersten Ansätzen, was in ihm und dem Jahrgang steckt, braucht Zeit.

2008 Hermitage rouge
Schlanker Hermitage, viel dunkle Früchte (Brombeeren), durch die schlanke Art ist die Säure betonter, dass Holz kommt etwas stärker hervor.

2009 Hermitage rouge (Fassprobe)
Da wächst etwas heran, noch in den Babyschuhen. Viel dunkle Frucht, Säure herrlich verpackt im kraftvollen Körper.

2007 Cornas rouge
Der momentan beeindruckenste Wein. Unglaublich viel Fleisch am Gaumen, seidig, elegant, kraftvoll. Großartig.

2008 Cornas rouge
Auch hier merkt man den etwas schlankeren Jahrgangstypus.

2009 Cornas rouge
Der 09er wird sicher ein großartiger Nachfolger des 07ers. Man merkt die Konzentration, die seidigkeit und bereits jetzt schon Harmonie. Wird in ein paar Jahren sicher zu großartiger Form auflaufen.

2010 schätzt der junge Philippe bei sich noch besser ein als 2009, jenem Jahrgang, dem Parker 100 Punkte, der WineSpectator „nur“ 98 Punkte gegeben hat.

2008 hat mich insgesamt (Ausnahme Chapoutiers Hermitage) nicht überzeugt, die Weine haben einen relativ schlanken Körper und dafür ein zuviel an Säure, die mir zu präsent ist. Und ob die Weine das Zeug zur Reife haben, glaub ich nicht. Sie werden sicher schöne Essensweine sein. Der 2009er zeigt sich zum Zeitpunkt der Probe recht tanninbetont und noch zurückhaltend in der Frucht.

Sehr schöne Weine präsentierte uns auch die Domaine Michelas Saint Jemms, vielleicht nicht so puristisch wie Jaboulet, dafür mit deutlich mehr dunkler Frucht und etwas weicheren Tanninen ausgestattet. Insgesamt etwas konsumentenfreundlicher.

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Burgunderprobe Vol.1

Geschrieben von Bernd Klingenbrunn - Samstag, 23 April 2011

Wie unterschiedlich sich Burgunder präsentieren können, mussten wir am Mittwoch in einer kurzfristig organisierten Probe wieder einmal feststellen. Zusammen mit Wolfgang, Robert und Harald verkosteten wir insgesamt 7 Weine aus Burgund, die jeder mitgebracht hatte, dazu gab es ein von mir über 2 Stunden niedertemperaturgegartes Rinderfilet mit Frühlingsgemüsen und etwas Bärlauchpesto.

Los ging es mit zwei Weissweinen:

2007 Auxey-Duresses “Les Crais”  Alain Gras
Sehr schönes Gelb, angenehm frischer Duft, ein Hauch Zitrus. Am Gaumen gelbe Steinfrüchte und Zitrus, durchgäng fest am Gaumen, Schmelz, unterlegt mit einer frischen, reifen Säure, auch mineralisch, gute Fülle. Ein sehr schöner Wein mit tollem Trinkfaktor. Kam sehr gut an und sehe gerade, dass der 2005er schon mal in meinem Keller war, eingekauft im Maison de Colombier in Beaune für schlappe 15,90 €. Ein roter 2005er Auxey-Duresses “Vielles Vignes” wanderte damals ebenfalls in den Einkaufskorb und liegt noch im Kellerregal.

2006 Montagny 1er Cru “Les Platieres” Domaine Berthenet
Coupe de Coeur mit 2 Sternen im Guide Hachette 2009 11 € ab Hof
Montagny ist der südlichste Punkt der Côte Chalonnaise, nahe der Grenze zum Maconnais gelegen. Jean-Piere Berthenet füllt er seit 2002 Weine selbst ab, ist Mitglied der “Vigneron Independante” und erhält regelmäßig die Höchstbewertungen im Guide Hachette. Das Weingut liegt im Dorf Montagny les Buxy und wird durch einen Amphitheater von Reben umkreist. 20% dieses Weines reifte für 11 Monate in französischen Eiche. Deutlich wuchtiger, auch mit deutlich exotischer Fruchtausprägung. Wirkt etwas breit am Gaumen, dezente Reifenote, fehlt die Frische, hätte etwas früher getrunken werden sollen.

Rotwein:

2006 Morey St. Denis “En La Rue de Vergy” Virgile Lignier
Village Lage oberhalb des berühmten Clos de Tart. Im Duft deutliche Kirschfrucht, sehr präzise und brillant klar am Gaumen, zeigt wunderbare, natürliche Fruchtnoten, im letzten Drittel zeigt seine Jugend noch etwas forsche Tannine, die sich aber die nächsten Jahre rundschleifen werden, Potential hat dieser tolle Wein allemal. Um die 30 € und nicht nur für mich der Wein des Abends.

1999 Nuits St. Georges 1er Cru ”Les Bousselotes” Domaine Remoriquet
Der zweitälteste Wein des Abends kam vom Schreiber und wurde auf der “Les Nuits” 2010 vor Ort erworben, 32 € wechselten den Besitzer. Ich mag diesen traditionellen Stil, wie er von Chevillon, Gouges oder aber auch von Henry und Gilles Remoriquet praktiziert wird. Für mich zeigt hier Pinot Noir, wofür es sich lohnt, diese Weine 10 Jahre im Keller reifen zu lassen. Wunderbar reife, rote Beeren, etwas Himbeere und Erdbeere, Würze, Schmelz, vielleicht noch etwas überhängendes Tannin, dabei aber auch kühl. Zum Essen aber zeigte er sein Potential, denn während die noch folgenden, jüngeren Weine hier und da Schwächen zeigten, verschmolz dieser Wein mit dem Essen. Die Süße wurde forciert und dass Tannin wurde rund und weich, verband sich völlig mit den Aromen von Fleisch, Salz und Bärlauch.

1996er Pommard 1er Cru Les Pezerolles Domaine Hubert de Montille
Farblich leicht bräunlicher Touch. Am Gaumen recht hart, kaum Frucht, sehr säurebetont. Scheint wie vernagelt. Heute, 3 Tage später bei einer erneuten Verkostung herrscht immer noch eine gnadenlose Säure vor, die an beste, säurebetonte 2010er Rieslinge aus Deutschland erinnert. Zeigt daneben heute auch Karamellnoten, aber so richtig Spaß macht der nicht, glaube nicht, dass der Wein noch die Substanz hat, die Säure irgendwann einigermaßen in den Wein zu integrieren.

2006 Gevrey-Chambertin Vieilles Vigne Domaine Jean-Marc Fourrier
Man könnte meinen, hier hätte die Maceration carbonique ihre Finger im Spiel, denn so eine kitschige Frucht habe ich sonst nur bei schlecht gemachten Beaujolais gerochen. 3 Tage später tendiert die Frucht eher in eine reife, saftige Kirsche, Substanz finde ich bei diesem Wein aber auch nicht. Auch hier deutliche Säure, aber besser integriert. Insgesamt wirkt der Wein recht leichtgewichtig, hinten raus leicht dunkel- bis schwarzkirschig mit zarter Bitternote.

2006 Fixin “En Combe Roy” Domaine Alain Jeanniard
Bei einer Verkostung der Fachzeitschrift “Bourgogne Aujourd’hui” war Jeanniards Fixin “En Combe Roy” 2006 der beste Wein unter allen verkosteten Weinen aus Chambolle-Musigny, Gevrey-Chambertin, Morey-St-Denis, Fixin und Marsannay! Normalerweise ein ganz unmögliches Unterfangen! (Text, Weineausburgund)

Bei uns herrschte die Meinung, dass irgendetwas mit diesem Wein nicht stimmt, Ameisensäure schnappte ich noch auf, kaum Frucht, sehr hart. Auch 3 Tage danach unangenheme, ins vegetative tendierende Noten, grüne, leicht stumpfe Noten. Passt nicht, Flasche ist fehlerhaft.

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Decouvertes en Valle du Rhône 2011 – Condrieu & Côte Rotie

Geschrieben von Bernd Klingenbrunn - Freitag, 25 März 2011

Vorspiel im Burgund:

Auf den französischen Autobahnen hat man als Beifahrer eine Menge Zeit, IPhone für das Ausland einrichten, essen, der Frau das Geld für die Maustationen reichen oder das Auto hüten, wenn die Holde die Örtlichkeiten aufsuchen muss. Da wir aber an diesem Montag recht zügig voran kamen, spon ich spätestens beim Hinweisschild “BEAUNE” einen angenehmen Gedanken. Einen kleinen Abstecher zu Madame Tortochot nach Gevrey-Chambertin. Die hatten wir 10 Tage zuvor schon auf dem Strasbourger Weinsalon getroffen und die 09er 1iere Crus für kaufwürdig befunden, als dann aber der Sportskamerad @marcodartini aus Dortmund seine Bestellung aufgeben wollte, gab es nur ein “epuisé”.  Also auf gut Glück in die rue d´Eglisé und klingeln. Nach Wetterglück nun auch Klingelglück, Madame war da, schaute etwas verdutzt, aber nach Bekanntgabe der Kaufabsicht strahlte sie, wir mussten allerdings “ums Eck” in den Keller, wo wir noch flugs die 2010er vom Fass probieren mussten, das war eine schöne “Bedingung” von Madame. 2010 Charmes-Chambertin sag ich nur….

Der kleine Fiat war nun gut gefüllt, die Nachricht, zwei mal sechs Pullen 1iere Crus sind gesichert, lies Dotmund kurz wackeln und wir machten uns dann nach einem Tankstopp weiter auf nach Ampuis.

Die Abendgestaltung an einem Montag an der Nord-Rhône gestaltete sich etwas schwierig, alles hat zu, ab 19:00 findet das Leben in den eigenen vier Wänden statt. Einzig die Dorfkneipe hat offen, aber Elsäßer Bier brauch ich nun wirklich nicht, eine Speisekarte existierte nicht und essen wollte da eh keiner. Also die beste Erfindung seit der teflonbeschichteten Bratpfanne (DANKE NASA!) herausgekramt und nach einem anständigen Lokal gesucht, am interessantesten klang das L´Atelier d´Anton in Chonas l’Amballan auf der anderen Flußseite, knapp 10 Autominuten von Ampuis entfernt, auf Nachfrage waren auch noch 2 Plätze frei, und gegen 21:00 Uhr war der Laden dann auch voll.  Das alte Gehöft schön – modern/simple – renoviert, an den Wänden Licht-Installationen und Tücher- ist das Restaurant in kühle Farben getaucht. Weiße Wände und Holztische muten puristisch an, umso herzlicher ist der Empfang. Die Weinkarte zeigt die guten Namen der Gegend, und empfiehlt sich auch glasweise zu den einzelnen Gerichten. Wir entschieden uns für das Menu Plaisir für 40 € zzgl. den begleitenden Weinen und sind sehr überrascht von 5 schmackhaften, innovativen Gängen:

  • Eine Velouté von Kürbis, Trompetenpilzen, Speck und Trüffelöl – sehr duftig und aromatisch
  • Mosaik von der Ente (Leber, Brust, Rillette) als Terrine mit einem schmackhaften Salat aus Rucola, gedämpften Zwiebeln und Puy Linsen.
    2008 St Joseph rouge « Mairlant » F.Villard: 7 €
  • Brust und Schlegel von der taube (Pigeon) mit einer Kartoffelterrine mit Trüffelkruste
    2006 Collioure rouge « Magenca » P.Gaillard: 6 € 
  • Ein kleiner Käseteller
  • Barocque von Schokolade, mit Verveine-Sirup und Mandarinen-Eis.

Alles sooo lecker! Und genau die Menge die man zu einem Menü noch genießen kann. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Tag 1: 1.3.2011 Verkostung Condrieu & Cote Rotie in Ampuis

Wie schon vor 2 Jahren sind wir auch diesmal wieder bei Winzer Gilles Barges untergekommen. Sein Chambres d´Hotes liegt genau gegenüber der Kirche an der Hauptstrasse, verschlafen kann man nicht, denn man wird am nächsten Morgen von „zarten“ Glockenschlägen geweckt. Das Doppelzimmer kostet inkl. Frühstück 60 €, verfügt über freies W-Lan und ist einfach und geschmackvoll mit alten Bauernmöbeln eingerichtet.

Karl Axel Svensson

Am Frühstückstisch angekommen kommt man nach dem ersten Abtasten intensiver ins Gespräch und erfährt von seinem Gegenüber, dass er Karl Axel Svensson heisst, aus Schweden kommt und jetzt hauptberuflich Weinjournalist ist. Anfang der 1980ziger trainierte er die Fußballmannschaft von IFK Norrköping. Einer seiner damaligen Schützlinge, Jan Svensson wechselte dann zur Frankfurter Eintracht, wo ein gewisser Dietrich Weise Trainer war. So früh am Morgen entwickelte sich sehr schnell ein Gespräch über Ölpreise, den KSC und die Frankfurter Eintracht, natürlich weis man auch in Schweden, dass der BVB Meister wird, Reisen in ferne Länder und: WEIN! Irgendwie schön, wie Wein, Genuß und Reisen Menschen unterschiedlichster Herkuft verbindet. Wir sollten J.R. Swopt, Weinimporteur aus den USA, Karl Axel Svensson aus Schweden, Nito und David Carpita, Inhaber einer Kochschule in St. Remy de Provence die nächsten Tage noch des öfteren über den Weg laufen und gegenseitig Tipps austauschen. Nun aber genug gequatscht, die erste Pflicht rief.

59 Winzer wies unser Katalog aus und wir begannen – weil alle zu Stand 1 rannten – antizyklisch am Ende des Kataloges mit unserer Weissweinrunde. Viognier heist die Rebsorte im AOC Gebiet Condrieu, das rechts der Rhône liegt und dessen ausschließlich weiße Reben auf Granitböden gedeien. Viognier neigt dazu, hohen Alkohol zu produzieren, was die Weine sehr schnell brandig oder wie sagte heute jemand – arschbreit – erscheinen lässt, was wir leider bei vielen Weinen des 2009ers feststellen mussten. Dazu waren viele Weine von einer etwas wärmeren und ausladenderen Stilistik geprägt, Weine die in uns ein schnelles Sättigungsgefühl aufkommen ließen und den Gaumen schnell ermüdeten. Nur ganz wenige Winzer haben uns mit ihren Weinen überzeugt.

Eric Texier sowie Michel & Stephane Ogier sind mir schon vor 2 Jahren mit ihren tollen, durchstrukturierten Weinen aufgefallen. Alle Weine dieser beiden Winzer besitzen eine wesentlich frischere Art, Weine, die substanziell sind, die eine klare Frucht (meist gelbe Steinfrucht wie Mirabelle) hervorbringen, dazu eine Würze in Form von weißem Pfeffer. Der Alkohol ist vorhanden, aber integriert sich vollkommen in den Wein. „Well balanced“ würden unsere Frühstücksnachbarn sagen. Das ist schon von internationaler Klasse.

Noch eine Klasse besser fanden wir die Tropfen von Georges Vernay. Seine beiden Condrieu „2009 Les Chaillées de l’Enfer“ und „2009 Les terrasses l´empire“ legen noch eine Schippe drauf, für mich die besten Weine des Tages, Weine, die nahezu perfekt in Ihrer Art sind, alles vereinen, was einen großen Wein ausmacht. Sehr klarer Duft, am Gaumen brillant und klar, seidig, mit einer unglaublich klaren Frucht, man schmeckt die reifen Trauben förmlich, dazu Schmelz auf der Zunge, Druck ausübend, ein sich ständig wechselndes Spiel an Aromen und Sinneseindrücken, leider dermaßen teuer, dass ich trotz Fahrt zum Weingut nicht bereit war, den geforderten Preis von 52 € für den 2009 Les Chaillées de l’Enfer auf den Tresen zu legen.

Ein mir völlig unbekanntes Weingut namens Domaine Semaska stellte für mich die burgundischsten Weiss- und Rotweine des Tages. Christoph Semaska bearbeitet 5,5 ha etwas außerhalb von Ampuis gelegen, seine beiden Condrieu sind eher fein, feminin und mit viel Schmelz ausgestattet, auch hier sehr klare, feine Frucht auf sehr elegante Art, wiederum auch sehr frische und konzentrierte Stilistik ohne auch nur den Hauch von zuviel Alkohol zu spüren. Diese ganze Art erinnerte mich sehr stark an Burgunderweine. Eine schöne Entdeckung, leider auch hier keine Schnäppchenpreise, die Weine müsste man in Deutschland sicher um die 35-45 € verkaufen. Verständlich, denn wie uns ein kleiner nachmittäglicher Spaziergang in den Weinbergen zeigte (siehe Fotos unten), sind die zu bearbeitenden Flächen extrem steil und nur händisch zu bearbeiten. Schade, an der Mosel herrschen ähnliche Bedingungen, auch dort mühen sich Winzer, erzielen aber ein Vielfaches weniger.

Bei allen uns aufgefallenen Weissweinen der o.g. Winzern probierten wir in der 2. Runde auch die Rotweine der Côte Rotie. Am besten gefielen mir die Roten von Semaska, auch hier eher, femininer, sehr eleganter Stil, auch wunderbar trinkig.

Gelobt werden muss wieder ein Mal die Organisation. Nachdem vor 2 Jahren alle Veranstaltungen zentral in Avignon stattgefunden haben, zog man es diesmal wieder vor, wie 2005 in den einzelnen Appellationen die Weine zu präsentieren, was ich schöner finde, wenn auch Sporthallen keinen besonderen Charme ausüben wie es der Palais du Pape in Avignon tut, aber so lernt man diese bezaubernde Landschaft wenigstens auch kennen. Auch die Verpflegung (von 12-15 Uhr ist Buffet und da werden regionale Produkte angeboten) war wieder top und fast schon alleine die Reise wert.

Was das Reifepotential der Weine aus Condrieu und der Côte Rotie angeht, davon konnten wir uns am gleichen Abend in einer “Sonderveranstaltung” für geladene Gäste ein Bild machen. Neben der bekannten Verpflegung gab es wunderbare gereifte Condrieu und Côte Rotie ausschließlich aus Magnumflaschen verschiedenster Jahrgänge, ein 99er Condrieu von Clusel-Roch war mein Favorit, noch unglaublich lebendig von goldgelber Farbe, von einer reifen Säure unterlegt, solo ein herrlich Genuss. So ging dann der erste Abend zu Ende, gegen 23.30 war dann Schluss und alle freuten sich auf morgen, denn dann zieht die Karawane weiter nach Tain l´Hermitage,  um Hermitage, Crozes-Hermitage, Cornas und St. Joseph zu probieren. Aber das wird wieder ein anderes Kapitel…

Impressionen aus Ampuis:

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Grand Jour de Bourgogne 2010 – Richebourg 88 & Entdeckungen & #gjdb #GrandJourdeBourgogne

Geschrieben von Bernd Klingenbrunn - Freitag, 26 März 2010

Tag 3

 

Heute hatten wir durch den Weinfreund Wofgang die Gelegenheit, Jean-Marc Bouley, Winzer in Volnay kennen lzulernen. Wir kamen kurz vor 11 Uhr vor seiner Domaine an, dahinter liegt der Clos de la Cave und da kraxelte einer ganz oben zwischen den Rebzeilen, nämlich der Winzer. Jean Marc bewirtschaftet zusammen mit Sohn Thomas etwa 9 ha in Volnay, Pommard,, Haut Cotes de Beaune und in Beaune. Er spricht übrigens sehr gut deutsch, auch wenn er das immer gerne abstreitet.

 

Bouley gehört in Deutschland noch zu den wenig bekannten Winzern, die sich aber beileibe nicht im Schatten der bekannten Namen verstecken müssen, daür sind seine Weine einfach zu schön. Wenn man sie mit ein paar Wörtern charakterisierten müsste, würde ich dafür „delikat“, finessenreich“ und „eigenständig“ verwenden. Fast 30 Jahre keltert Jean-Marc nun seine Weine aber auch die zunehmende Aufmerksamkeit der Presse und die sehr guten Bewertungen in allen wichtigen französischen Weinführern (liegen in seinem Verkostungsraum wie in einer Art Schrein aus) und die von Burgundkoryphäe Allen Meadows haben den bodenständigen Winzer am Boden bleiben lassen. Seit Anfang 2002 ist nun auch Sohn Thomas im Betrieb mitverantwortlich, Ideen hat er sich aus diversen Auslandspraktika in Übersee mitgebracht. Gibt es eine bessere Kombination wie Erfahrung und Bauchgefühl des Vaters und Passsion und „in andere Fässer schauen“ des Sohnes?

 

Alle Weine begeistern durch eine frische, delikate Frucht, Tiefe und Komplexität. Alle Parameter für eine Verfeinerung auf der Flasche im heimischen Keller sind vorhanden und man sollte den Weinen diese Zeit auch geben.

 

2008 Bourgogne Haut-Cotes de Beaune

Der Jeden-Tag Wein des Hauses überzeugt selbst noch nach 3 Tagen in der geöffneten Flasche mit einer Frische, das man es kaum glauben mag. In seiner Preisklasse schwer zu toppen. Klassische Pinotfrucht, angenehme Säure.

 

2007 Volnay Vieilles Vignes

Kein nomineller Premier Cru, aber das Zeug dazu besitzt er, mein Lieblingswein. Ungemein feine Art am Gaumen, fast seidig, reife, rote, helle Beeren, immens lang. 90/100 Pkt. Um 20 €

 

2007 Volnay 1er Cru Clos des Chenes

Großer Ausdruck an roten Früchten, viel Kraft und Druck am Gaumen, feine, edle Tanninstruktur, grandiose Länge. Stammt aus einer 0,5 ha Parzelle

 

2006 Pommard 1er Cru Fremieres

Viel reife Kirsche, aber auch Massen an Tannin. Entwickelt ein ungeheuren Schmelz auf der Zungenmitte, herrlich eindringliche, rife Beerefrucht, noch etwas raues Tannin, am Ende kühle, mineralische Bodennoten, wirkt sehr fein und natürlich. 92-94/100 Pkt Um die 33 €

 

2006 Pommard 1er Cru Rugiens“

Der Topwein des Hauses! Reife Frucht, immense, druckvolle Konzentration, körperreich, dabei mit viel Finesse und Spiel am Gaumen. Einkellen und 10 Jahre reifen lassen. 93-95/100 Pkt. Um die 40 €

 

Anschließend ging es wieder Richtung Beaune, denn im Palais des Congress waren Verkostungen aus Maconnais und rund um Beaune angesagt. Nach 2 Tagen intensiven Verkostens hatten wir uns nun eine kleine Auszeit gegönnt, es gab aus unserer Sicht nichts wirklich Interessantes und auch eine gewisse Sättigung und Unlust angesichts des fantastischen Frühsommer-Wetters machte sich dezent breit. Wir probierten nur die Weine von unserer Domaine Cheveau aus Pouilly (fantastische 08er Pouilly Fuisse „Les Trois Terror“ „Ver Cras“ und „Vieilles Vignes“) Nicolas Cheveau hat mit seinen Weinen in Frankreich wieder einige Preise einheimst und gehört mittlerweile zu den Top-Betrieben und auch Vorbildern der Region Macon und Pouilly-Fuisse. Seine weißen 08er sind wieder ungemein cremig, fruchtig und mineralisch ausgefallen. Chardonnay, der weder fett oder sattmachend wirkt, sondern mit Dichte, Kraft und Verspieltheit von feiner Säure und Mineralik glänzt. Mitte April wird er auch seinen 09er Macon-Solutre aus dem Stahltank füllen, dann werden wir seine Weine auch wieder komplett im Laden und Internet-Shop anbieten können.

 

Auch Chantal Martin von unserer Domaine Michel Martin aus Chorey Les Beaune war mit Fassproben ihrer roten 08er Weine vertreten. Sie sind vom „einfachen“ Bourgogne rouge bis hin zum Beaune 1er Cru Clos du Roi wieder sehr gut gelungen. Feine rote Beeren im Duft, zarte Holztöne umschmeicheln die Nase, reife Säure gibt den Weinen eine herrliche Frische und vor allem auch die Zeit zu reifen. Am Abend konnten wir noch die 2009er als Fassprobe anschmecken. Viele reden im Burgund von einem großen Jahr, ähnlich dem 2005er, aber auch ich habe bei vielen Proben von 09ern den Eindruck, dass es den Weinen an zwei Dingen zum großen Jahr fehlt: Säure und Konzentration, denn diese sind für einen großen Jahrgang wichtig und die hat 2009 nicht. Es ist ein sehr guter Jahrgang, der ab Fass schon ungemein duftig und saftig daherkommt, die Tannine sind weich und rund. Sind wir also gespannt, was auf die Flasche kommt.

 

Am Abend waren wir dann bei Chantal und Michel zum Boeuf Bourgignon eingeladen. Ein wunderbar einfaches Essen sehr gut zubereitet. Interessanterweise hat der tags zuvor im Le Chambolle getrunkene 05er Chambolle-Musigny von Frederic Magnin gar nicht dazu gepasst, das viel Holz wirkte einfach störend. Dieser Wein wird wohl um die 40 € kosten und bestätigt einmal mehr mein Bild von den hochgehypten Namen im Burgund. Sie ernten jede Menge Punkte auf den Zetteln der Degustatoren (Allen Meadows gibt ein Outstanding = 90-94 Punkte), aber am Tisch beim Essen spielt die Musik. Und da trumpften 2 Weine auf. Ein kleiner, mit gerade einmal 8 € bezahlbarer 05er Chorey Les Beaune und der knapp 20 € günstige 04er Beaune Premier Cru des Hausherren. Die perfekte Marriage, die reife Säure des kleinen Chorey putzte erst mal das Holz des Chambolle von meinem Gaumen und auch ohne Essen bereiteten diese feinen, traditionell hergestellten Weine enormen Spaß. Das ist für mich GROß, unabhängig von Namen und Punkten!

 

Tag 4

 

Abseits der allseits bekannten Namen von Winzern und Regionen im Burgund, gibt es auch Appellationen, die ein gutes Verhältnis von Qualität und Preis aufzubieten haben. Rully, Givry, Mercurey, Montagny um nur einige zu nennen. Da kann man tolle Entdeckungen machen, daher sind wir heute die 35 km nach Mercurey gefahren, um diese Weine zu probieren und um auch einige Winzer wiederzusehen, die ich bei meinem vorletzten Besuch im Burgund kennnen- und schätzengelernt habe, wie z.B. Stephane Briday von der Domaine Michel Briday. Hier gefielen vor allem die Weißweine, die roten 08er waren noch sehr eckig und kantig und eigentlich eher unzugänglich, auch aufgrund ihres Tannins.

 

2008er Rully 1er Cru „La Pucelle“

Großartig! Mir gefällt bei seinen Weißweinen aus Rully besonders die Balance, die die Weine haben. Alle Einzelbausteine wie Frucht, Säure, Mineralik sind wunderbar zusammengefügt und ergeben einen feinstrukturierten, komplexen und niemals langweiligen Wein. Tolle Länge, tiefe Frucht, saftig am Gaumen, noch sehr junger, entwicklungsfähiger Wein.

 

Einer der bekanntesten Namen in Rully ist die Domaine Jacquesson. Diese Rully 1er Crus haben uns vor drei Jahren enorm beeindruckt. Die 2008er – auch die 1er Crus -  jedoch haben uns dieses Mal nicht wirklich begeistert. Sie kamen mir etwas zu breit angelegt vor, Mineralität war schon da, auch Cremigkeit, aber es fehlte Animation im Glas, auch Frische, schade.

 

Eine weitere Entdeckung waren die Weine von Francoise Feuillat-Juillott aus Montagny. Die Weißweine dieser Region fallen meist immer sehr karg und mineralisch, mit eher reduzierter Frucht aus, besitzen aber ein fantastisches Preis/Genuss-Verhältnis, zumindest vor Ort. Mein bisheriger Favorit aus dieser Region, die Dom. Berthenet hatte in 2008 Weine mit recht spitzer, sehr dominanter Säure vinifiziert, was den Weinen bei der kargen Art nicht so gut steht, diese wirken dann etwas aggressiv am Gaumen. Bei Francoise Feuillat jedoch fanden wir wunderbar fruchtige Weine, sehr gut ausbalanciert, frisch und am Ende eben mit der typischen, kalkigen Mineralität.

 

Bei den Rotweinen behaupte ich nun mal, meinen Stil gefunden zu haben. Ich mag die feinen, finessenreichen, nach reifen Beeren duftende und am Gaumen von einer zarten Süße und einer reifen, frische Säure unterlegten Pinot Noir. Gouges, Robert Chevillon, Chicotot aus Nuits Saint-Georges zum Beispiel, Tortochot aus Gevrey-Chambertin, Silvain Cathiard aus Vosne Romanée um nur einige zu nennen, natürlich auch Michel Martin, sonst wären sie ja nicht in unserem Portfolio. In Mercurey habe ich nun ebenfalls einen Erzeuger „an der Hand“

 

Domaine du Meix-Foulot

Zuerst Terroir und vor allem, dass ist der Leitspruch von Agnes Dewe und Paul de Launay. Den Ausdruck der Böden unverfälscht in die Flasche zu bekommen, schonender Umgang, lange (4 Wochen) Maischegärung, lange Ausbauzeiten im großen Holzfass, nicht zu warme Vergärung, Respekt vor dem Terroir, dass sind die Eckpfeiler der Domaine. 1996 übernahm Agnes die Verantwortung auf dem Weingut, seither hat sie mehr und mehr an der Verfeinerung an den Weinen gearbeitet. Alle Pinot sind von wunderschöner Feinheit und Rasse, spielen mit den Aromen am Gaumen und entwickeln ein wunderbar, von reifer Frucht getragene Weine.

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2007 Mercurey 1er Cru Les Veleys

Schöner und klarer Fruchtausdruck, reich an Fruchtaromen heller Beeren, entwickelt eine schöne, seidige Struktur am Gaumen und glänzt mit herrlich feinen Tanninen und einer feinen Fruchtsüße. Macht als 2007er schon Spaß, die 2008er liegen noch etwas länger im Fass, im Gegensatz dazu präsentierten viele Winzer jetzt schon ihre 08er 1er Crus.

 

Mittagessen war nun angesagt, im Zentrum von Mercurey musste man erst mal 20 Minuten anstehen, denn im Gegensatz zu allen bisherigen Veranstaltungen konnte man sein Mittagessen im sitzen genießen. Nachdem also wieder 2 Plätze frei wurden, wurden wir vom Oberkellner an unsere Plätze geführt, sogleich wurde ein Magnumflasche auf den Tisch gestellt und wir konnten uns an dem überwältigenden Büffet bedienen. Es gab Landpasteten, Rillettes, diverse Salate wie Paella, Bohnen mit Chorizo, Terrinen, eine warme Geflügelroulade mit Gratinkartoffeln, Bohnen und und und. Dann gab es noch diverse Desserts wie Cassiseis, frischer Obstsalat, Mousse au chocolate und Erdbeercharlotte, das riesengroße Käsebuffet natürlich nicht zu vergessen. Zwischendurch sah man immer wieder den Küchenchef im Saal lächelnd herumspringen, sich mit den Gästen unterhaltend, Küsschen hier, Küsschen da für die Damen, insgesamt eine richtig gute Atmosphäre, die dem Chef de Cuisine sichtlich Spaß machte. Wir haben uns dann am Ende bei ihm für dieses tolle Buffet bedankt, bei mir blieb es beim Händeschütteln, Barbara wurde natürlich gebusselt. Gut genährt fuhren wir dann zu einer Verabstaltung nach Vosne Romané

 

Exceptionelles – femmes et vins de Bourgogne ist eine Gruppe von 31 Winzerinnen aus fast allen Regionen des Burgunds. Auf der Domaine Anne Gros in Vosne Romanée präsentierten sie ihre Weine, auch Chantal Martin gehört dieser Gruppe an, was schon eine besondere Ehre ist. Reger Austausch bringt die Mädels der „2. Reihe“ nach vorne, gemeinsam sind sie stark. Da ich die Liste der Weingüter vorher nicht kannte, war ich umso überraschter, dass auch einige meiner Favoriten dabei waren u.a. aus Chablis Natalie & Giles Fevre, Chantal Tortochot aus Gevrey-Chambertin, Nadine Gaubin von Jacques Prieur aus Nuits Saint-George, die Domaine Feuillat-Juillot aus Montagny sowie Meix-Foulot aus Mercurey.

 

Auch hier herrschte reger Andrang es war fast kein Durchkommen zu den einzelnen Tischen, daher folgte ich einem Tipp von Robert, Dieter und Wolfgang. „Geh an den Tisch, da stehen von allen Weingütern 8er Weine, also gereifte Weine aus 1988 und 1978. Es war ein Erlebnis, einen 88er Richebourg aus der Magnum der Dom. Anne Gros zu probieren, immer noch von kräftiger Farbe, enorm im Druck, wunderbar reiche Nase nach Pflaume, Kirschen und Gewürzen. Herrlich zu trinken, aber auch noch locker 10 Jahre Zeit, sich weiter hinter dem Säuregerüst zu verfeinern. Der 78er Clos de Vougeot (ebenfalls von Anne Gros)war gut, aber eher in der Phase des Abbauens.

Wunderbar auch der 88er Corton-Bressandes von Christine Dubreuil-Fontaine, ungemein frisch und saftig, süffeln auf extrem hohem Niveau, ein Wein der durch seine Aromen von Waldboden, Pflaumen und Gewürzen geradezu im Glas strahlte.

 

Das war ein perfekter Abschluß, am Abend sind wir dann noch in unser Lieblingsrestaaurant Ma Cuisine nach Beaune gefahren und haben den Abend würdig beschlossen. 2006 Nuits Saint Georges von Gouges, dann Kompott vom Kaninchen mit Estragon, Kalbsnierchen in Senfsauce und als Abschluß Tarte Tatin.

 

Bilder folgen, jetzt geht es weiter zur nächsten Verkostung, Bericht folgt

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