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Weinrallye 26: Tipps vom Weinhändler

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Montag, 24 August 2009

weinrallye

Heute ist bereits Weinrallye Nr. 26, der Tag, an dem von an Wein interessierten Webblogs über ein zuvor bestimmtes Thema geschrieben wird.

Heutiges Thema: Tipps vom Weinhändler. Ausrichter ist diesmals der Blog von gotorio

Dortmund hat zwar das schönste Fußballstadion der Welt, aber eine Weinkultur existiert  kaum bis gar nicht. Stattdessen wird in der traditionellen Arbeiterregion der Kultur des Vernichtens von großen Mengen an Gerstensaftes gefröhnt. Umso schöner , dass sich Arnd Schulz in seiner Vinothek Cabernet und Co. in der Essener Strasse 13 im Kreuzviertel diesem „Problem“ angenommen hat.

Seit knapp 10 Jahren behauptet er sich in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Westfalenstadions und jetzigen Signal-Iduna-Parks mit seiner Vinothek, die er seit Mai diesen Jahres auch um einen gemütlichen Außenbereich mit Ausschank erweitert hat. Hier kann man glas – oder gleich flaschenweise seine Entdeckungen goutieren, die er durch viele Reisen persönlich entdeckt.

Arnd war im letzten Auswärtsspiel meines KSC  in der ersten Liga in Dortmund in Sachen Wein erste Anlaufstelle. Hier findet man nicht die üblichen Verdächtigen im Weinregal, sondern Weine von zumeist unbekannten, aufstrebenden Winzern aus Deutschland und Europa zu einem tollen Preis-/Genußverhältnis. Mit Arnd kann – nein, muss man - natürlich auch über „seinen“ BVB diskutieren, schade, dass seine Weine nicht im Stadion ausgeschenkt werden. Einen davon würd ich mir wünschen!

2008 Reiler Mullay-Hofberg Riesling Kabinett feinherb
Weingut Thorsten Melsheimer / Mosel / 9,90 €

Riesling-Genuss aus ökologischem Anbau! Es muss nicht immer Heymann-Löwenstein, van Volxem etc. sein, auch bei eher unbekannten Weingütern kann man geschmackliche Entdeckungen machen. Melsheimer gehört zur Winzergruppe des „Klitzekleinen Rings“, die sich der Rekultivierung verlassener Rebflächen zusammengeschlossen haben. (dazu zählt auch Olaf Schneider, der uns am 3.9.09 zur RendezVino besuchen wird).

Melsheimers Rebstöcke stehen zum größten Teil in der von der Flurbereinigung verschonten Terrassenlage Reiler Mullay Hofberg. Von einer schnellen Vergärung und einer Präsentation früh im Jahr hält er nichts. Er bringt sie dann auf den Markt, wenn sie fertig sind. Und diese längere Reifung merkt man den Weinen deutlich an.

Dieser natürliche und herrlich  nach Zitrus und Mirabellen duftende Riesling zeigt auf unverfälscht einfache Art das auf die Flasche gebrachte großartige Handwerk von Thorsten Melsheimer. Glasklar und ungemein frisch in der Frucht, zarte Restsüße mit feiner Säure, Anklänge von Kräutern, endet auf zarter mineralischer Note, ungemein trinkig. 87/100 Pkt. Super Preis/Leistungs-Verhältnis!

Alle Daten von Cabernet & Co bei Qype

 

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Weltwein: 2006 Winninger Uhlen Rothlay – Heymann-Löwenstein

Verfasst von Armin Maurer am Freitag, 6 Februar 2009

Diese Woche machte uns Reinhard Löwenstein im P.S. einer Email auf den 2006er Rothlay aufmerksam. Er schrieb folgendes:

Hast du in der letzten Zeit mal den 2006 Roth Lay probiert.? Ich hatte grad gestern wieder eine Flasche – 1 h Karaffe – und bin absolut begeistert. Das ist genau die Textur von der ich die ganze Zeit getrümt habe.

Man sollte wissen, dass der 2006er Rothlay der erste Lagenwein von ihm war der erst im zweiten Frühjahr nach der Ernte (also Ende März 2008 ) gefüllt wurde, bis dahin auf der Hefe im Fass reifen durfte.

Na das wollten wir dann aber auch nachvollziehen und so gab es nach den Lembergern und Blaufränkischen aus dem Artikel davor noch ein Fläschchen Rothlay, ca 3 Std. in der Karaffe, auf dem Fensterbrett gekühlt.

2006 Winninger Uhlen Rothlay

2006 Winninger Uhlen Rothlay

Zuerst zeigte sich der Wein fast ein wenig zurückhaltend, eher unspektakulär, aber ganz klar als Rothlay und HL-Wein zu erkennen, das würzige, die eher dunkle Schiefermineralität. Vor fast einem Jahr zeigte sich der Wein noch recht üppig, mit deutlicher Süße, fast schon ein wenig barock. Davon hat er sich jetzt schon verabschiedet, die Süße mag noch spürbar sein, gleichwohl als restsüß möchte ich den Wein schon jetzt nicht mehr beschreiben. Natürlich merkt man, dass der Wein auch von Botritis geprägt ist, diese gibt dem Wein aber Würze und keine Bitternis.

Zeigt sich jetzt schon sehr elegant, harmonisch, perfekt integrierte Säure, trägt über die ganze Länge und endet lang. Die Frucht helle Beeren, getrocknete Aprikose, aber nur sehr fein. Den Mundraum füllend und von seidiger Textur, da konnte man die Aussage von Reinhard Löwenstein von der jetzt noch besseren Textur schon nachvollziehen. 93+P

Vielleicht war die Probe nach den Rotweinen und nicht mehr ganz nüchtern nicht unbedingt ideal für diesen im besten Sinne aristokratischen Wein, aber es war ein wunderbares, vinophiles Highlight des Abends und ein großer Genuss.

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Schieferbruch-Riesling 2006 Weingut Alfred Cuy

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Donnerstag, 15 Januar 2009

Viele unserer Kunden haben ja nun auch ganz bestimmte Vorlieben beim Wein. Der eine kauft nur Spätburgunder (ham wir ja nun auch ein paar und nicht vom schlechtesten), der andere kauft sich zum Feierabend fast immer den gleichen Wein, schon fast 3,5 Jahre! Anderen wiederum reicht der Gang zum WdV (= Weinhändler des Vertrauens) nicht. Er sucht den Kontakt beim Winzer! Und immer öfter profitieren wir davon, denn wir erhalten ein Mitbringsel. Und eines dieser Exemplare haben wir von Frank H. aus FFM erhalten und stammt von einem, der scheinbar im Verborgenen arbeitet. Auf keiner Messe bisher angetroffen haben wir Alfred Cuy vom gleichnamigen Weingut aus Zell-Merl an der Mosel, gerademal 2 ha hat er im Ertrag. Ist dieser Winzer einer der sogenannten Geheinmipps???? „Schaun mer mal“, wie die einst balltretende Lichtgestalt zu sagen pflegt.

2006 Riesling Spätlese „Schieferbruch“
Öko-Weingut Alfred Cuy / Zell-Merl / Mosel / 11,5%

Vorne weg: nach den beiden Muschel-Weinen eine Wohltat! Ohne in die Details zu gehen hat der Wein ein wunderbares, finessenreiches Spiel von Frucht, Säure, feinherber Süße (ca. 20g Restzucker) Frische und schiefriger Mineralität (hätte ich auch ohne Aufdruck auf dem Etikett geschrieben). Einfach TSG (Trinkig, saftig, gei…) Sehr sauber vinifiziert, die kühlen, steinigen Schiefernoten herrlich vordergründig (jawoll), dazu feinherbe Süße mit natürlich wirkender Pfirsichfrucht, nach hinten heraus hat man fast dass Gefühl, die steinige Mineralität setzt sich mit dem Hauch von feinstem Fleur de Sel fort. Alles in sehr natürlichen Bahnen gewirkt. Macht viel, viel Spaß!

Besten Dank für dieses schöne Exemplar an Frank H. aus FFM und natürlich Alfred Cuy, der genußfreundliche 7,50 € dafür aufruft

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