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Tumulte bei KSC-Versammlung: Oliver Kahn wird beschimpft und ausgebuht

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Donnerstag, 1 Oktober 2009

Eklat bei der Mitgliederversammlung des Zweitligisten Karlsruher SC: Als Torwart-Titan Oliver Kahn ans Mikrofon schritt, um Stimmung für seinen Vater, den Präsidentschaftskandidaten Rolf Kahn, zu machen, eskalierte die Situation in der Halle.

Der Neue sagte mit unüberhörbar schwerer Zunge „Verfassungsvermögen“ und meinte Fassungsvermögen, er sagte „ich bin vom KSC infisziert“ und meinte infiziert. Als Lokalpolitiker Paul Metzger (Oberbürgermeister von Bretten) ebenso schweren Schrittes aufs Podium strebte, sagte er: „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger“. Die Mitglieder des Karlsruher SC wählten ihn trotzdem im ersten Wahlgang mit 758 von 1424 gültigen zu ihrem neuen Präsidenten und setzten in der Reihe skandalöser und peinlicher Versammlungen von Fußballklubs einen neuen Höhepunkt.

Spät in der Nacht kam es in der Europahalle in Karlsruhe zum Eklat, als das neue Mitglied Oliver Kahn ans Mikrofon schritt. Der Ex-Nationaltorwart und Sohn des Präsidentschaftskandidaten Rolf Kahn, Metzgers Konkurrent, wurde ausgepfiffen, angepöbelt, und es kam fast zu Handgreiflichkeiten. Die Polizei nahm einen Anhänger nach dem badischen Komödiantenstadl in Gewahrsam.

Wie vor dem Elfmeterschießen im Champions-League-Finale lief Kahn Junior neben dem Mikrofon auf und ab und wartete auf die Gelegenheit, in die chaotische Debatte einzugreifen. Ein dort bereits wartender Fan, der zum dritten Mal sprechen wollte, pöbelte Kahn an, der mehrfach Handgreiflichkeiten verhindern konnte, weil er beruhigend auf den Fan („Ich habe schon den Ministerpräsidenten Oettinger geküsst“) einredete. Aus der Halle versuchten viele, darunter vor allem Mitglieder der Fangruppierung „Supporters“, Kahn zu stören. Es gab ein minutenlanges gellendes Pfeifkonzert und Buhrufe. „Hau ab“, brüllten einige, andere riefen: „Geh zurück nach München“. Ordner eilten herbei, um den langjährigen Bayern-Torwart Kahn zu schützen.

„Ich liebe den Verein immer noch“
Mitten in der Flut der Anfeindungen brüllte Kahn zurück und ins Mikrofon, um sich doch Gehör zu verschaffen. „Mein Vater braucht meine Hilfe nicht“, sagte er. „Er hat ein Konzept mit Herzblut vorgestellt. Ich bin hier, weil ich in diesem Verein groß geworden bin und weiß, wo ich her komme“. Wieder gab es gellende Pfiffe und abfällige Zwischenrufe. Kahn aber fuhr mit seinem Monolog fort, obwohl man sich gerade in einer Fragerunde befand. Knappe 14 Tage zuvor erst war Kahn als Mitglied eingetreten und mancher sah darin eine billige PR-Aktion. Der „Titan“ sah das an diesem Abend anders. „Ich habe noch nie ein schlechtes Wort über diesen Verein gesagt und habe ihn immer verfolgt“. Dann sagte er: „Ich liebe den Verein immer noch.“

Die Kahnsche Brandrede heizte die brodelnde Stimmung weiter auf. Einer forderte wütend den Ausschluss der Presse: „Wir benehmen uns hier wie die Vandalen, ich habe keine Lust morgen in der Zeitung zerrissen zu werden“. Der umsichtige Versammlungsleiter ignorierte den Vorschlag und verkündete den Sieger und Nachfolger von Hubert H. Raase: Paul Metzger erhielt 748 Stimmen, Siegfried König (Ex-Bürgermeister von Karlsruhe) 381 und Rolf Kahn kam mit 295 Stimmen nur auf Platz drei.

„Ich schäme mich so als Karlsruher“
Metzger wusste schnell bei wem er sich zu bedanken hatte. Er dankte zuerst den Fans mit unüberhörbaren Sprechpausen mitten in manchem seiner Worte. Metzger wird eine besondere Nähe zur Fangruppierung „Supporters“ nachgesagt. Die Hardcore-Fans des KSC hatten Metzger offen unterstützt und in Anzeigenkampagnen zu seiner Wahl aufgerufen. Es gab viele spontane und kurzfristige Vereinseintritte, die, das lässt die Vereinssatzung zu, alle Wahlberechtigt waren. „Der Mann muss in Bretten aufhören, weil er bald 65 wird. Der hat soviel Power, es wäre eine Sünde, die zu vergeuden“, rief eine Dame aus dem Metzger-Fanlager.

Als Wahlleiter Ingo Wellenreuther (Bundestagsabgeordneter der CDU) den Sieger auf die Bühne bat, sagte er süffisant: „Das setzt voraus, dass es Herr Metzger schafft, auf die Bühne zu kommen.“ Und Karlsruhes ehemaliger Oberbürgermeister Professor Gerhard Seiler lief umher und stammelte: „Ich schäme mich so als Karlsruher“. Alle drei Kandidaten hatten eine mehr als schlechte Vorstellung geboten und der Klub sein ohnehin angekratztes Image weiter beschädigt. Kandidat König hatte mehrfach den Kahn-Clan angegriffen: „Er will mit seinen titanischen Kräften seinem Vater helfen, hier geht es aber nicht um Strohfeuer, sondern um Nachhaltigkeit“.

Vater kahn spürt Erleichterung
Die Kahns aber zeigten, nachdem sich Vater Kahn strategisch ungeschickt, vom Podium herab offen mit Fans angelegt hatte, in der Niederlage durchaus Größe. Oliver Kahn stand sogar (gezwungener Maßen) auf und reichte dem Kahn-Bezwinger und frisch gewählten Paul Metzger die Hand. Wie nach einem Familienstreit am Weihnachtsabend hatte der versöhnlich gerufen: „Oli, komm her.“

Vater Kahn spürte „Erleichterung“, weil alles vorbei war. Und Sohn Oliver gratulierte dem Sieger und meinte: „Mein Vater verliert nicht gerne, aber vielleicht war die Zeit noch nicht reif. Was uns hier begegnet ist, haben wir zum Teil erwartet. Manches aber ist doch niveaulos geworden. Aber Emotionen gehören zum Fußball, sie sind gewisser Maßen auch die Seele des Fußballs.“ Gegen 1 Uhr in der Nacht verließen Vater und Sohn Kahn geschlagen die Halle.

Von Oliver Trust, Karlsruhe

Quelle

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Gelungens Debüt von Schupp: KSC siegt in Cottbus 4:2

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Montag, 14 September 2009

Trainer Markus Schupp hat bei seinem Einstand die Talfahrt des Karlsruher SC gestoppt. In einem turbulenten Zweitligaspiel feierten die Badener einen 4:2 (1:2)-Sieg bei Mitabsteiger FC Energie Cottbus und verbesserten sich auf Tabellenplatz zehn.

Matthias Langkamp (19. Minute), Christian Timm (53.), Lars Stindl (64.) und Alexander Iaschwili (90.+1) sorgten für den verdienten Erfolg des KSC. Die Lausitzer konnten trotz der zwei Geniestreiche von Jiayi Shao, der einen Eckball direkt verwandelte (36.) und per Hacke traf (43.) die zweite Heimpleite hintereinander nicht verhindern. Damit bleibt der FC Energie vorerst Liga-Mittelmaß.

Schupp setzte elf Tage nach seinem Amtsantritt schon mit den fünf Veränderungen in der Startelf ein erstes Zeichen. Der begnadigte Torwart Markus Miller gab sein Comeback, Verteidiger Dino Drpic musste aus disziplinarischen Gründen auf die Bank. Die Gäste begannen couragiert und brachten die Abwehr der Hausherren mehrfach in Verlegenheit. Kapitän Iaschwili traf nach schöner Kombination zunächst nur das Außennetz (10.). Neun Minuten später konnte Innenverteidiger Langkamp dann völlig freistehend einen Freistoß von Marco Engelhardt einköpfen. Kurz darauf hätte Christian Timm sogar erhöhen können, verzog aber.

Nur Shao glänzt
Den Gastgebern, bei denen Markus Brzenska nach abgelaufener Rot- Sperre zurückkehrte und Neuzugang Marc-André Kruska debütierte, gelang eine halbe Stunde fast gar nichts. Doch dann drehte Shao mit zwei tollen Toren das Spiel. Zunächst segelte sein Eckball über den verdutzten Miller hinweg ins Tor, kurz vor der Pause lenkte Shao dann einen Schuss von Emil Jula ins Netz. Mit seinen Saisontoren Nummer vier und fünf zog der Chinese an der Spitze der Torjägerliste mit dem Duisburger Sandro Wagner gleich.

Doch kurz nach der Pause schlugen die Karlsruher zurück, als Igor Mitreski einen Schuss von Timm unhaltbar abfälschte. Nachdem Emil Jula bei einem Pfostenschuss die erneute Cottbuser Führung verpasste (62.), machte es Stindl nach schöner Kombination auf der Gegenseite besser und ließ den KSC zum dritten Mal jubeln. Die Hausherren antworteten mit wütenden Gegenangriffen, doch Jula vergab beste Chancen, ehe Iashwili die Partie mit dem 4:2 für den KSC entschied.

Energie Cottbus – Karlsruher SC 2:4 (2:1)
 
Cottbus: Tremmel – Bittroff (79. Schwarz), Brzenska, Mitreski, Dum – Kruska – Angelow, Sørensen (68. Miatke) – Shao – Radu
(68. Kweuke), Jula

KSC: Miller – Schäfer, Sebastian Langkamp, Matthias Langkamp (74. Drpic), Staffeldt – Aduobe, Engelhardt (89. Blum) – Iashvili, Stindl, Timm (84. Fink) – Tarvajärvi

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Tore: 0:1 Matthias Langkamp (19.), 1:1 Shao (36.), 2:1 Shao (43.), 2:2 Timm (53.), 2:3 Stindl (64.), 2:4 Iashvili (90.+1)

Zuschauer: 11.400

dpa

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3:1 Erfolg bei den Münchner Löwen: Ist der KSC wieder in der Erfolgsspur?

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Dienstag, 25 August 2009

Historischer Erfolg für den KSC: Erstmals nach 48 Jahren gelang ein Sieg in München, zudem erzielte man im 5. Spiel in der Allianz-Arena die ersten Tore. Das Aufatmen bei allen Verantwortlichen des Bundesligaabsteigers war förmlich zu hören. Nach dem verpatzten Saisonstart mit nur 1 Punkt aus zwei Spielen und der daraus resultierenden Entlassung von Trainer Edmund Becker, bezwangen die Badener am Montag Abend den TSV 1860 München verdient mit 3:1 (Pause 1:1) Toren. Nach dem spielerischen und vor allem kämpferischen Armutszeugnis der vergangenen Wochen und Monate überzeugte die von KSC II – und Übergangscoach Markus Kauczinski betreute Truppe in allen Bereichen. Und auch das Glück scheint wieder auf Seiten des einzig wahren badischen Traditionsvereins zurück gekommen zu sein. Konnte der KSC den ersten ernstzunehmenden Angriff der Löwen (Tor durch Cooper) vor fast 31.000 Zuschauern noch im Gegenzug durch den Ausgleich des stark aufspielenden Christian Timm egalisieren, so standen den Blau-Weißen im weiteren Verlauf bei einem durch Innenverteidiger Dino Drpic verursachten Foulelfmeter das Glück in Form des Querbalkens zur Seite. Aber auch sonst musste KSC-Keeper Jean-Francois „Jeff“ Kornetzky kaum eingreifen, zu harmlos und unstrukturiert wirkte das Spiel der jungen „zahnlosen“ Löwentruppe.

Der KSC war von Beginn an nicht wieder zu erkennen. Schon die Aufstellung lies deutliche Änderungen im System erkennen. Die Doppelsechs vor der Abwehr wurde aufgelöst, somit fand sich Ersatzkapitän Marco Engelhardt aufgrund seiner schwachen Leistungen erst mal auf der Bank wieder. Ersatz-Ersatzkapitän Gottfried Adoube war alleiniger Zerstörer, und im Mittelfeld wurde erstmals die Raute verwirklicht. Timo Staffeldt überzeugte im Training, fing somit ebenfalls erstmals von Beginn an wie Mainz 05 Neuzugang Christian Demirtas, der als rechter Außenverteidiger den verletzten Kapitän Michael Mutzel gut vertrat. Für Mutzel wird es schwer sein, seinen Platz in der Mannschaft wieder zu finden.

Im Mittelfeld zog Gaetan Krebs, von Hannover 96 verpflichtet, vorzüglich die Fäden, seine Spielweise ließen Parallelen und Erinnerungen an Tamas Hajnal aufkommen, zudem schloss er nach überragendem Pass vom glänzend aufgelegten Timo Staffeldt den besten Spielzug seit Jahren, an den ich mich beim KSC erinnern kann, zur zwischenzeitlichen 2:1 Führung für den KSC eiskalt ab.

Überhaupt: das, was in den letzten 8 Monaten beim KSC viel zu wenig zu sehen war, sprudelte aus den Spielern geradezu hinaus: Spielverständnis, Laufwege erkennen, Aggressivität, ein gewisses Maß an Arroganz, das Verschieben, aber auch spielerische Impulse aus dem Mittelfeld, fehlerfreie Ballbehandlung, Zweikampfannahme, mutiges Spiel nach vorne und Effektivität im Abschluss. Die Spieler wirkten wie von einer Last befreit. Klasse-Kombinationsspiel, mit schnellen Pässen in die Löwenschnittstelle, mehrmals konnten die Stürmer Anton Fink und Christian Timm mit ihrer Schnelligkeit in diese Schnittstelle hineinstoßen und für Gefahr sorgen. All das trug die Handschrift von Markus Kauczinski, der den Spielern wieder Mut und Selbstvertrauen gegeben hat, ihre Stärken kennt (Timm wurde 2 Jahre im Mittelfeld verschenkt) und diese entsprechend für die Mannschaft positioniert. Wer zum Teufel kam in der Vergangenheit auf die Idee, Michael Mutzel als rechten Verteidiger einzusetzen, Mutzel ist ein Kämpfer, ein 6er, aber kein klassischer Außenverteidiger, da gehört Christian Demirtas hin, schon in Mainz war er dort lange Publikumsliebling.

Bleibt zu hoffen, dass dieser Aufwärtstrend am kommenden Freitag im Heimspiel gegen den FC St. Pauli Hamburg anhält. Jedenfalls freue ich mich seit Monaten wieder auf ein (Fußball)- Spiel des KSC. Mit einem Sieg sind wir wieder oben dabei.

Und vielleicht hat sich dann die Trainersuche von selbst erledigt.

Audio-Bericht

Alle Tore

Stenogramm

TSV 1860 München – Karlsruher SC 1:3 (1:1)

TSV 1860 München:
Kiraly – Rukavina, Felhi, Ghvinianidze, Holebas – Ignjovski, Lovin (78. Djokaj), Kaiser, Ludwig (61. Rösler) – Cooper (74. Schäffler), Lauth
Trainer: Ewald Lienen
Bank: Tschauner, Hoffmann, Beda, Pappas

Karlsruher SC:
Kornetzky – Demirtas, Drpic, S. Langkamp, Schäfer – Aduobe (57. Engelhardt), Staffeldt (64. Chrisantus), Krebs, Stindl – Timm, Fink (87. M. Langkamp)
Trainer: Markus Kauczinski
Bank: Nicht, Zimmermann, Rupp, Buck

Tore:
1:0 – Cooper (19.)
1:1 – Timm (20.)
1:2 – Krebs (58.)
1:3 – S. Langkamp (72.)

Gelbe Karten:
Holebas, Staffeldt, Kaiser, Felhi

Zuschauer: 30800

Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Assistenten: Matthias Anklam, Stefan Trautmann, Markus Sinn

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6. Abstieg: KSC gewinnt gegen Hertha BSC 4:0 und steigt ab

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Samstag, 23 Mai 2009

KSC-Hertha BSC

KSC-Hertha BSC

 
trotz eines beeindruckenden 4:0 Sieges über den Titelaspiranten Hertha BSC geht es nach 2 Jahrenen Eliteliga für den KSC wieder eine Klasse tiefer. Künftig heißen die Gegner wieder Fürth, MSV Duisburg oder Mitabsteiger Arminia Bielefeld, der sich nun gemeinsam mit dem 1.FC Nürnberg Rekordabsteiger titulieren darf.

Energie Cottbus rettete sich mit einem 3:0 gegen eine charakterlose Mannschaft Truppe aus Leverkusen zumindest in die Relegation gegen den 2. Liga Dritten, der aller Vorraussicht nach 1.FC Nürnberg heißen wird.

Schade für den KSC, aber nie war es so einfach, nicht abzusteigen. Bleibt zu hoffen, dass den Verantwortlichen ein Neuaufbau gelingt und ich nicht wieder 10 Jahre auf 1. Liga Fussball warten muss.

Ach ja, bevor ich es vergesse. Der VFL Wolfsburg ist erstmals Deutscher Fußballmeister, verdientermaßen, die Bayern sind, um mit dem Tenor der Verantwortlichen zu reden, mit dem Erreichen des zweiten Platzes nur ganz knapp dem Abstieg entronnen.

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Knockout für den KSC

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Dienstag, 12 Mai 2009

Spielbericht: Karlsruher SC – Hannover 96 2:3 (2:2)

Was für ein kurioses Spiel! Hannover 96 schien beim Tabellenletzten Karlsruher SC nach Treffern von Alexander Iashvili (11.) und Lars Stindl (32.) bereits mausetot, um die Partie dann wie aus dem Nichts zu drehen und am Ende glücklich mit 3:2 zu triumphieren.

Ein Doppelschlag durch Sergio Pinto (42.) und Mikael Forssell (45.) brachte noch vor der Pause den Ausgleich. Hanno Balitsch entschied die Partie dann in der 64. Minute nach tollem doppelten Doppelpass.

Die Roten aus Hannover traten mit der exakt gleichen Startaufstellung wie beim 1:1 gegen Frankfurt beim Tabellenletzten an, auch da weiterhin wichtige Leistungsträger passen mussten. Der wieder genesene Stajner nahm zunächst auf der Bank Platz, Schlaudraff erhielt eine neue Chance, wichtige Spielpraxis zu sammeln. Beim Gastgeber ersetzte gegenüber dem 0:4 in Dortmund Stindl den verletzten Federico.

Für den KSC zählte angesichts der Tabellensituation nur eines: Die Becker-Elf musste unbedingt gewinnen, um die Hoffnung auf ein weiteres Jahr 1. Liga aufrechterhalten zu können. Dementsprechend couragiert begannen die Badener gegen schläfrige 96er. Engelhardt servierte bei nassem Geläuf – das Spiel stand wegen eines Gewitters mit sinflutartigen Regenfällen und Hagel auf der Kippe – einen Freistoß ans rechte Außennetz (5.). Einen ersten vielversprechenden Konter der Niedersachsen schloss Krzynówek aus zwölf Metern über die Querlatte (7.).
Wenig später wurde aber das entschlossene Engagement der Gastgeber belohnt: Pinto, der im Laufe der Partie eine Schlüsselrolle einnehmen sollte, köpfte eine Flanke von Andreas Görlitz direkt vor die Füße Alexander Iashvilis, gegen dessen Direktschuss aus 13 Metern 96-Keeper Robert Enke keine Chance hatte (11.). Im direkten Gegenzug scheiterte eben Pinto (defensiv mit großen Schwächen, offensiv stark) per Flachschuss an Miller. Gerade als die Hecking-Elf sich zu fangen und sich vom starken KSC-Druck zu befreien schien – Krzynówek hatte mit einem Freistoß knapp über die Querlatte ein weiteres Zeichen gesetzt – schlugen die Gastgeber in für sie ungewohnter Effizienz erneut zu: Pinto leistete sich einen Aussetzer an der linken Eckfahne und überließ Kennedy das Leder, der Eichner einsetzte. Der KSC-Linksverteidiger spielte klug in den Rücken der Abwehr, wo Lars Stindl aus 14 Metern abzog. Der von Christian Schulz noch abgefälschte Ball schlug zum 0:2 ein (32.). Dieter Hecking reagierte mit der Debüt-Einwechslung von Nachwuchskraft Patrick Herrmann für den indisponierten Schlaudraff – auch zur defensiven Entlastung Pintos, der nun ins Mittelfeld vorrücken konnte.
Wie aus dem Nichts dann plötzlich der Anschluss der Niedersachsen, ausgerechnet durch Sergio Pinto: Der Deutsch-Portugiese zog aus 22 Metern einfach mal ab und zwang so Markus Miller zu einem Faux Pas. Der KSC-Schlussmann ließ den eigentlich harmlosen Ball am Knie vorbei passieren (42.). Doch es sollte noch schlimmer kommen für den bis dahin aufopferungsvoll kämpfenden und spielenden Abstiegskandidaten. Pinto initiierte den schmeichelhaften 96-Ausgleich mit einem wunderbaren Pass in die Gasse zu Krzynówek und der Pole blieb ganz cool. Er umkurvte zunächst Miller, um dann von der linken Grundlinie butterweich ins Zentrum zu flanken, wo Mikael Forssell nur noch ins leere Gehäuse eindrücken musste (45.).

Nach Wiederanpfiff schienen die Badener den Schock bereits wieder verdaut zu haben und spielten erneut nach vorne. Hannover konnte sich bei Robert Enke bedanken, nicht schnell erneut in Rückstand zu geraten – der 96-Kapitän rettete mit klasse Reflex gegen Freis (52.). Dann jedoch bekamen die Roten das Spiel langsam besser in den Griff und schlugen mit einer sensationellen Kombination eiskalt zurück: Hanno Balitsch spielte doppelten Doppelpass mit Pinto und Bruggink und stand plötzlich mutterseelenallein vor Miller. Der 96-Mittelfeldabräumer zeigte keine Nerven und schob locker zum 2:3 ein (64.). Der Widerstand der Karlsruher wurde endgültig in der 69. Minute gebrochen, als Schiedsrichter Gräfe dem vermeintlichen Ausgleich durch Iashvili die Anerkennung verweigerte. Der Georgier hatte einen abgerutschten Schussversuch von Görlitz am linken Pfosten in die Maschen befördert, doch der im passiven Abseits stehende Kennedy hatte Enke irritiert und somit ins Spiel eingegriffen. Bitter für den KSC, jedoch durchaus vertretbar! So konnten die Roten den knappen Vorsprung schlussendlich über die Zeit retten.

Der KSC muss durch die unglückliche Niederlage nun wohl endgültig für die zweite Liga planen. STATISTIK

Karlsruher SC: Miller, Görlitzl, Franz, Drpic, Eichner – Engelhardt (77. Kapllani), Adouobe, Stindl – Freis, Kennedy, Iashvili

Hannover 96: Enke – Pinto (85. Stajner), Eggimann, C. Schulz, Rausch – Balitsch, B. Schulz (57. Fahrenhorst), Schlaudraff (33. Herrmann), Bruggink, Krzynówek – Forssell

Tore: 1:0 Iashvili (11.), 2:0 Stindl (32..) 2:1 Pinto (42.), 2:2 Forssell (45.), 2:3 Balitsch (64.)

Gelbe Karten: Görlitz (5.), Drpic (5.), Franz / Pinto

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Zuschauer: 25.000

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Alles beim Alten: Fußballgott, schick uns einen Torschützen!

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Sonntag, 1 Februar 2009

Mangelnden Einsatz kann man den Akteuren im KSC Trikot nicht vorwerfen, zeitweise lief der Ball in Halbzeit eins ganz gut und man drängte den VFL Bochum in die eigene Hälfte, aber dafür wurden in der gesamten Fußball-Historie noch nie Punkte vergeben.

Wieder einmal versagen den Akteuren – auch dem Torwart – in den entscheidenden Momenten, den Big Point zu setzen, die Nerven. Zum einsamen Spitzenreiter entwickelt sich in dieser Kategorie tragischerweise Sebastian Freis, das Karlsuher Eigengewächs. Er ackert, rackert, rennt und schuftet, aber sobald sich das Aluminiumgestell ins Blickfeld schiebt, ist´s mit der Herrlichkeit vorbei.

Aber diese Niederlage kann man nicht an ihm aufhängen, insgesamt ist die Harmlosigkeit im Sturm beängstigend. Kein Knipser, kein Kopfballungeheuer, keine „Drecksau“ im Kader, null Körpersprache.

Hoffen wir auf ein Wunder am Samstag im Wildpark gegen den HSV!

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DFB-Pokal: KSC-SV Wehen 0:1

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Mittwoch, 28 Januar 2009

es reicht nicht mal mehr beim KSC gegen den abstiegsbedrohten Tabellenvorletzten der 2. Liga für ein Tor. Wer solche Chancen nicht verwertet und dies nun schon über die komplette Saison, hat in der nächsten Runde nichts zu suchen. Traurig, traurig, aber jetzt kann man sich ganz auf den Abstiegskampf konzentrieren, wenn da nicht ein gewaltiger Ruck durch die Mannschaft geht und ich sehe da kein Aufbäumen, zählt DIESE Mannschaft zum klaren Abstiegsaspiranten.

Und ein Ede Becker ist nicht mehr unantastbar, er selbst sieht mit dieser Leistung keinen Verbleib in Liga 1. Wenn schon der Trainer nicht mehr an seine Spieler glaubt….

P.S. Huub Stevens wäre frei, der tritt dem Haufen wenigsten mal in den Allerwertesten!
P.P.S. Ob da eine Neuverpflichtung in der Abwehr den KSC weiterbringt. Selbst mit Maik Franz wars ein Torso, und ob ein Dino Drpic so schnell Stabilität reinbringt, wage ich zu bezweifeln.

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KSC – 1.FC Nürnberg 3:2 (1:1)

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Samstag, 24 Januar 2009

Testspielsieg für den KSC im heimischen Wildpark gegen den 1.FC Nürnberg. Auch wenn das SWR-Fernsehen lieber die StadionArenaeinweihung der ruhmreichen TSG Hoppenheim überträgt, das wahre Fußballherz schlug an diesem Samstag bei K&M in der Hamburger Allee. Im Zeitalter der medialen Sportübersättigung mußten wir jedoch auf einen russischen Liveticker zurückgreifen, um auf dem Stand zu bleiben. Auch der BR (= Bayern-Rundfunk) war nicht fähig, einen Stecker in die Stadionkamera zu stecken und das Signal in die heimischen Wohnzimmer zu leiten.

Karlsruher SC – 1. FC Nürnberg

6′ {0:1} Mike Frantz
35′ Christian Timm {1:1}
61′ Giovanni Federico {2:1}
67′ Lars Stindl {3:1}
82′ {3:2} Marcel Risse

Bericht von Uli Digmayer (Nürnberger Zeitung)
Im letzten Testspiel vor dem Start in die Rückrunde der 2. Fußball-Bundesliga hat es auch den 1. FC Nürnberg erwischt: Beim Karlsruher SC musste sich der in der Vorbereitung bislang ungeschlagene Club am Samstag mit 2:3 (1:1) geschlagen geben.

Mike Frantz hatte das Team von Trainer Michael Oenning vor 2000 Zuschauern im Wildparkstadion bereits nach sechs Minuten mit einem Kopfball in Führung gebracht. Der Ex-Fürther Christian Timm sorgte allerdings noch vor der Pause für den Ausgleich (35.). Nach dem Wechsel zog der stärker werdende Bundesligist durch Tore von Giovanni Federico (61.) und Lars Stindl (67.) auf 3:1 davon. Dem eingewechselten Neuzugang Marcel Risse gelang in der 80. Minute mit einem frechen Schuss ins kurze Eck nur noch der Anschlusstreffer zum 2:3.

Trainer Michael Oenning war trotz der vom Ergebnis her verpatzten Generalprobe «unter dem Strich zufrieden. Es ist uns heute sicher nicht alles gelungen, aber insgesamt haben wir nicht enttäuscht.» Sportdirektor Martin Bader zog aus der ersten Niederlage sogar ein positives Fazit: «Unsere junge Mannschaft hat gesehen, dass in der Bundesliga der ein oder andere Fehler sofort bestraft wird. Wichtig war, dass wir erkennen, dass wir noch nichts erreicht haben, aber mithalten können.»

Von David Ruf (KSC.de)
KSC-Trainer Ede Becker ließ sein Team wie bereits gegen Aalen in einer 4-2-3-1-Formation auflaufen. Verzichten musste neben Godfried Adoube und Antonio da Silva (beide Magen-Darm-Virus) auch auf Sebastian Langkamp (Sprunggelenksverletzung) und Maik Franz, dem sein Fersenödem weiterhin zu schaffen macht.

Gegen die in der Anfangsphase aggresiv auftretenden Gäste fand der KSC zunächst kein adäquates Mittel und musste zudem nach nur 6 Minuten das 0:1 hinnehmen. Markus Miller konnte einen Kopfball von Mike Frantz nach einem Freistoß der Franken zunächst noch gegen den Pfosten lenken, im Nachsetzen brachte Frantz den Ball dann jedoch hinter die Linie. Die erste Chance für die Gastgeber ergab sich erst nach 23 Minuten: Christian Timm hatte nach einer Mutzel-Flanke allerdings Pech und köpfte die Kugel nur gegen den Pfosten. Der KSC wurde im Anschluss etwas besser und nutzte die sich bietenden Räume. Nachdem FCN-Keeper Raphael Schäfer einen Schuss von Lars Stindl nur abprallen ließ, schoss Christian Timm den Ball zum 1:1-Halbzeitstand in die Maschen (35.).

Zur Halbzeit brachte Becker dann mit Christian Eichner, Sebastian Freis und Andreas Görlitz drei frische Kräfte, der KSC kam zudem immer besser ins Spiel und durch Giovanni Federicos Treffer in der 61. Minute auch zur Führung. Für den Höhepunkt des Tages sorgte kurz darauf Stindl, als er eine Flanke von Timm direkt abnahm und zum 3:1 ins Tor hämmerte (64.). Die Franken kamen in der gesamten zweiten Hälfte nur einmal vor das Tor der KSC, wobei Marcel Risse den 3:2-Endstand erzielte.

„Es war zwar insgesamt gut, dass wir gewonnen haben, einige Dinge im Spiel meiner Mannschaft haben mir aber nicht so gut gefallen. Wir waren teilweise einfach zu zaghaft und zu zaudernd“, sagte KSC-Trainer Becker nach dem Abpfiff. Wichtig war der Sieg auch für Rechtsverteidiger Christian Eichner: „Das Ergebnis war gut um weiter Selbstvertrauen zu gewinnen und natürlich war auch die Spielpraxis wichtig.“

Bevor am Sonntag der kommenden Woche mit dem Spiel beim VfL Bochum die Rückrunde in der Fußball-Bundesliga beginnt, trifft der KSC am Mittwoch (20.30 Uhr, Wildparkstadion) im Achtelfinale des DFB-Pokals auf den Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden. Karten für diese Partie sind noch an den bekannten Vorverkaufstellen, auf der KSC-Geschäftsstelle oder an der Abendkasse zu haben.

KSC: Miller – Celozzi (46. Görlitz), Sebastian (71. Stoll), Buck, Carnell (46. Eichner) – Mutzel (76. Porcello), Engelhardt (60. Staffeldt) – Timm (71. Kapllani), Federico, Stindl (76. Iashvili) – Kennedy (46. Freis)

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Weihnachten im Wildpark: Leverkusen schenkt KSC einen (wichtigen) Punkt

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Samstag, 8 November 2008

Karlsruher SC – Bayer Leverkusen 3:3 (1:3)

„Über den Kampf zum Spiel“, selten war eine Fußballfloskel gerechtfertigter, dahingeschrieben zu werden, als nach diesem Spiel. War der KSC in Halbzeit eins in keiner Weise auf dem Platz anwesend – man war mausetot, ein Debakel drohte, denn man lag nach 30 Minuten bereits mit 0:3 gegen den Tabellenzweiten aus Leverkusen zurück – umso beeindruckender der Sturmlauf in Halbzeit zwei, als man auf das „Heimtor“ spielte und die vielen technischen und spielerischen Mängel mit Kampf und Willen wettmachte. Bei konsequenter Chancenausnutzung wäre ein Sieg möglich gewesen, aber nach 5 Niederlagen in Serie und diesem Spielbeginn ist man schon mit einem Punkt zufrieden.

Patrick Helmes (1.), Stefan Kießling (17.) und Michal Kadlec (24.) trafen für Bayer. Der KSC wurde für seine tolle Moral durch die Tore von Antonio da Silva (37.), Tim Sebastian (60.) sowie Alexander Iaschwili (76.) per Kopf(!!!!!!) belohnt. Beste Spieler auf Seiten der Leverkusener waren Kapitän Simon Rolfes und der Schweizer Tranquillo Barnetta. Bei den Gastgebern konnten vor allem Außenverteidiger Stefano Celozzi – warum saß der eigentlich 2 Spiele auf der Bank, Herr Becker! – und der zuletzt nicht mehr unumstrittene Spielmacher da Silva überzeugen. Jetzt gilt es, gerade in Cottbus nachzulegen.

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KSC erstmals seit 8 Jahren wieder in Runde 3 im DFB Pokal: OFC-KSC 0:2

Verfasst von Bernd Klingenbrunn am Mittwoch, 24 September 2008

vs.

DFB-Pokal Fußball

Kickers Offenbach – Karlsruher SC 0:2 (0:1)

Der Karlsruher SC hat seine sportliche Talfahrt beendet und ist zum ersten Mal seit acht Jahren wieder ins Achtelfinale (Auslosung der Partien am 5.10.2008 ab 17 Uhr im Rahmen der ZDF Sportreportage, Spieldatum Dienstag/Mittwoch, den 27/28.01.2009) des DFB-Pokal eingezogen. Die Partie am Bieberer Berg nahm seinen erwarteten Gang. Erstligist Karlsruhe dominierte über weite Strecken das Geschehen und der Drittligist aus Offenbach wehrte sich mit viel Kampf und Leidenschaft gegen die scheinbare Übermacht. Lange befand sich der Außenseiter auf Augenhöhe, musste jedoch kurz vor der Pause den ersten Gegentreffer hinnehmen. Danach spielte der KSC die Begegnung souverän mit einem weiteren Treffer zu Ende.

Der KSC war von Anfang an um Spielkontrolle bemüht, war optisch auch die überlegene Mannschaft und kam durch Freis zur besten Möglichkeit (5.). Danach fingen sich die Hausherren aber und sobald das Leder in Richtung OFC-Gehäuse gespielt wurde, attackierte der Außenseiter aggressiv und erzwang so viele Fehler bei den Gästen. Der Drittligist spielte sehr geschickt. Dicht gestaffelt in der eigenen Hälfte schaltete er nach Balleroberung blitzschnell um und erarbeitete sich in der Anfangsphase die gefährlicheren Chancen durch Tosunoglu (12./ 13.).

Nach gut 20 Minuten wurden die Gäste aus Baden-Württemberg immer spielbestimmender, jedoch konnten sie sich kaum nennenswerte Torchancen erspielen. Zum einen agierte die Becker-Elf im entscheidenden Moment meist zu ungenau, zum anderen standen die Hessen tief und gut organisiert in der eigenen Hälfte, um dann den KSC auskontern zu können. Dieses Vorhaben klappte aber immer seltener, da man zu langsam und behäbig nachrutschte und den Stürmern keine Unterstützung bieten konnte.

Die Schlussphase der ersten Hälfte hatte noch spannende Szenen zu bieten. Zuerst konnte Offenbachs Keeper Wulnikowski einen Schuss von Freis mit einem Reflex aus dem kurzen Eck klären, und die anschließende Ecke kratzte Tosunoglu noch von der Torlinie (32.). Im direkten Gegenzug bewahrte Miller die Nerven und fischte im Eins-Gegen-Eins dem jungen Baier das Leder von den Füßen (33.). Aber der Favorit schlug eiskalt zu: Nach einem schönen Doppelpass am Strafraum jagte Iashvili das Spielgerät mit links aus zehn Metern halblinker Position in die Maschen. Wulnikowski kam nicht mehr an den Ball (45.).
Der zweite Durchgang begann deutlich verhaltener. Der KSC ließ ruhig den Ball in den eigenen Reihen laufen und bot dem OFC nur noch Torschüsse aus der Distanz an. Und im Stile eines haushohen Favoriten sorgten die Gäste für die Vorentscheidung: Huber vertändelte das Leder auf der linken Seite. Die Flanke von Eichner konnte Porcello am Fünf-Meter-Raum annehmen und zum 2:0 mit links einschieben (58.).

Die Fans am Bieberer Berg feuerten ihre Mannschaft trotz des 0:2-Rückstandes stimmgewaltig an, und die OFC-Akteure enttäuschten sie nicht. Die Hessen hatten sich nicht aufgegeben und kämpften trotz der aussichtslosen Situation weiter. Abgesehen von einer guten Chance durch Haas (70.) kamen die Kickers aber nicht mehr gefährlich vor den Kasten von Miller. Am Ende brachte der KSC den Sieg verdientermaßen nach Hause.

Für beide Teams geht es am Sonntag mit dem Ligabetrieb weiter. Offenbach muss hierbei nach Aalen reisen und der KSC empfängt den VfL Wolfsburg.

K.Offenbach – Karlsruher SC . 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Iashvili (45.), 0:2 Porcello (58.)

Offenbach: Wulnikowski – Huber, Banouas, Hysky, Goldschmitt (71.Malura) – Haas (70.Fröhlich), Kokocinski – Baier (59.Zinnow), Tosunoglu, Morys – Mesic

Karlsruhe: Miller – Staffeldt, Sebastian, Franz (46.Stoll), Eichner – Mutzel, Porcello – Freis, da Silva
(75.Timm), Iashvili – Kennedy (89.Buck)

Schiedsrichter: Marc Seemann (Essen)
Stadion: Bieberer Berg, Zuschauer: 8200

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